Zwillingsparadoxon: Wieso altert der Beschleuniger

HI Ihr
Da fällt mir noch was ein was mich schon seit 3 Jahren beschäftigt:
Wie lässt sich das Zwillingsparadoxon als Folge der Relativitätstheorie erklären? Beide bewegen sich voneinander fort, also müssten beide doch langsamer, bzw. schneller altern! In den Büchern die ich gelesen haber stand immer nur drin:
Es altert natürlich der Langsamer, der beschleunigt und zur Erde (Ausgangsplanet)
zurückkehrt. Aber eine Beschleunigung lässt sich doch gar nicht feststellen! ICh blick das nicht!!!
Also ihr Besserwisser (keine BEleidigung, sondern eine Anrede an alle die was dazu sagen können!) wie soll das gehen? Erklärt das einem 9.KLässler!!!

Tschau, Max

Hi!

Wie lässt sich das Zwillingsparadoxon als
Folge der Relativitätstheorie erklären?
Beide bewegen sich voneinander fort, also
müssten beide doch langsamer, bzw.
schneller altern!

OK, das ist erstmal der „klassische“ Einwand, der das Zwillingsparadoxon zum (scheinbaren) Paradoxon macht.

Es altert natürlich der Langsamer, der
beschleunigt und zur Erde
(Ausgangsplanet)
zurückkehrt.

Also „natürlich“ und Relativitätstheorie - das paßt irgendwie nicht zueinander. Da ist nämlich gar nix „natürlich“.

Aber eine Beschleunigung
lässt sich doch gar nicht feststellen!

Doch! Dazu ein Gedankenexperiment. Du setzt Deinen Kumpel in einen Bürostuhl, der sich um seine eigene Achse drehen kann, und versetzt ihn kräftig in Rotation. Dann forderst Du ihn auf, Dein Verhalten von seinem Bezugssystem aus zu beschreiben (wobei Du nur ruhig dastehst). Wenn Dein Kumpel sagt, daß Du Dich um ihn drehst, dann ist diese Beschreibung genauso korrekt wie Deine, wenn Du sagst „mein Kumpel dreht sich“. Daraus kannst Du aber nicht die Schlußfolgerung ziehen, daß die beiden Bezugssysteme „gleichberechtigt“ sind - sie sind es nämlich nicht! Das siehst Du daran, daß Deinem Kumpel nach einiger Zeit schlecht wird, Dir aber nicht. Das Schlecht-Werden rührt daher, weil sich Dein Kumpel nicht in einem Inertialsystem befindet. Das ist ein System, in dem es einem prinzipiell nicht (d. h. auch nicht, wenn man „unendlich sensibel“ wäre) schlecht wird.

Zurück zum Zwillingsparadoxon. Der Zwillingsbruder, der auf der Erde zurückbleibt, bleibt immer in demselben Inertialsystem. Sein Bruder wechselt dagegen am Umkehrpunkt seiner Reise von seinem bisherigen zu einem, das sich mit hoher Geschwindigkeit gegenüber dem ersten bewegt (daß der Übergang nicht schlagartig sondern allmählich erfolgt, spielt keine Rolle). Das heißt: In dem Problem gibt es nicht nur zwei, sondern drei Inertialsysteme: Das Erd-, das Hinreise- und das Rückreise-System. Aus diesem Grund ist die Sache nicht symmetrisch (obwohl die reinen Beschreibungen der Brüder über das Sich-Entfernen-und-wieder-Nähern des jeweiligen anderen es sind!).

Der Check, ob man sich gerade in einem Inertialsystem befindet oder nicht, kann immer erfolgreich durchgeführt werden, unabhängig von irgendeinem anderen System (d. h. auch Raumfahrer in ihrer Kapsel können ohne „nach draußen“ (d. h. auf ein anderes Bezugssystem) zu sehen feststellen, ob sie sich gerade beschleunigen oder eine Drehung ausführen). Wenn sie jedoch feststellen, daß sie ich in einem Inertialsystem befinden, dann können sie nicht „für sich alleine“ feststellen, wie schnel sie sind, denn die Größe Geschwindigkeit ist etwas, was nur zwei Systeme gegeneinander haben können.

Ich hoffe, meine Ausführungen waren verständlich.

Mit freundlichem Gruß
Martin

Beide bewegen sich voneinander fort, also
müssten beide doch langsamer, bzw.
schneller altern!

Als Anmerkung noch:
Bei Deiner obigen Aussage begehst Du einen
Fehler, der immer wieder gemacht wird, da er
tiefer nicht in unser alltaegliches Denken
verwurzelt sein kann. Und zwar gehst Du
davon aus, dass Du zwei Prozesse (der eine
fliegt mit einem Schiff, der andere
verbleibt auf dxer Erde) gleichzeitig
betrachtest. Der Uhrengang ist relativ,
alles relativ zueinander bewegte erfaehrt
eine Zeitdehnung, das ist auch richtig,
doch es ist nicht erlaubt (bzw. voellig
unsinnig) zwei zueinander bewegte Uhren
miteinander zu vergleichen (wie Du das oben
in Deiner Anmerkung tust). Das einzige, was
man tun kann, ist (rein theoretisch)
z.B. mit einem Fernrohr vom Raumschiff aus
die Uhr auf der Erde zu beobachten. Sie
wird anders verlaufen als die auf dem
Schiff, aber zwischen Erde und Schiff liegt
noch die Ausbreitung der Lichtwelle, die
die Zeitinformation von der Erde zum
Raumschiff traegt.

MEB

Danke an Beide
Hallo
Danke an euch beide. ICh glaue, ich habe das ganze etwas besser verstanden. Das reicht eigentlcih auch aus , viel besser kan man das iin so einem Forum wohlö auch nicht erklären. Also nochmals Danke.
Max