'Zwischen den Jahren'

Hi alle Sprachexperten…
kann mir jemand sagen, seit wann und woher sich o.g. Aussage für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr „eingebürgert“ hat?
Danke,
Anja

Hallo,

kann mir jemand sagen, seit wann und woher sich o.g. Aussage
für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr „eingebürgert“
hat?

wohl schon was älter und damals hat die Formulierung sogar Sinn gemacht:
http://www.religioeses-brauchtum.de/fruehjahr/zwisch…

Gruß,
Christian

P.S.
Psst, hier gibts noch mehr:
http://www.google.de/search?q=%22zwischen+den+jahren…

Hallo Anja!

Zwischen den Jahren reicht von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar.
Die Bezeichnung hat ihren Ursprung in Meinungsverschiedenheiten über den Zeitpunkt der Geburt Christi und des Jahresanfangs zu Beginn der neuen Zeitrechnung.
Das seit 153 v. Chr. am 1. Januar beginnenden römische Amtsjahr geriet in Konflikt mit dem christlichen Kirchenjahr. Zunächst feierten die Christen den Tag der Taufe Jesu am 6. Januar als Erscheinung des Herrn und Jahresbeginn. Mitte des vierten Jahrhunderts wurde der 25. Dezember als Jahresanfang bestimmt. Im Mittelalter wechselte der kirchliche Neujahrsbeginn schließlich mehrmals, bis ihn Papst Innozenz XII. im Jahr 1691 auf den 1. Januar festsetzte.

Gruß max

Danke, Anja, für deine Frage und danke für die Antworten.
Mein Chef verwendet ständig diesen Ausdruck und ich dachte immer, es wäre wieder einmal eine seiner sprachlichen Spinnereien.
Habe mich aber mit Kritik zurückgehalten - Gott sei Dank! :smile:)
Wieder was gelernt! Fein!
Irene

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Slightly off topic
Hi,
wollte nur erwaehnen, dass es im Englischen zwar nix gibt, was dem Ausdruck ‚zwischen den Jahren‘ entspricht, dass es aber dafuer die ‚twelve days of christmas‘ gibt.

Ich hab mich lange gefragt, was die wohl seien - wir haben 24 Tage auf dem Adventskalender (aber das Konzept vom Advent, also dem Adventskranz fuer die 4 Adventssonntage) kennt man in der englischsprachigen Welt auch nicht). Also was sind die 12 Tage???

Mittlerweile weiss ich, dass die Twelve Days of Christmas naemlich die Zeit ‚zwischen den Jahren‘ sind, also vom 25.Dez bis zum ‚eve of the epiphany‘, dem 5.Jan, also dem Abend vor der Epiphany/vor den drei heiligen Koenigen.

(Vielleicht kennt ja jemand das Lied ‚The Twelve Days of Christmas‘, urspruenglich ein Kinderreim. 'On the first day of christmas my true love brought to me…, und das geht dann halt immer so weiter bis zum zwoelften. Das war’s, was mich verwirrt hat - wie kann christmas denn 12 Tage haben?? Aber es geht eben bis zur epiphany, und bis dann laesst man ja auch seinen Weihnachtsbaum stehen).

Gruss & guten Rutsch an alle,
Isabel

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Hallo Isabel,

  • wie kann christmas denn 12 Tage haben?? Aber es

geht eben bis zur epiphany, und bis dann laesst man ja auch
seinen Weihnachtsbaum stehen).

Daher ja auch Shakespeare: The Twelfth Night.
Dieses Theaterstueck hat er zur Auffuehrung im Palast am 6.1.
geschrieben.

Gruesse und auch guten Rusch,

Elke

Die Raunächte!
Hi, Anja,

dann nimm doch noch diese im Salzburgischen zuhausige Bräuche wahr:

_ Land Salzburg

„Unheimliche“ Rauhnächte

Zwischen 21. Dezember und 6. Jänner leben viele Bräuche auf
Kurz sind die Tage zur Wintersonnenwende – desto länger dauern die Nächte, beunruhigen und bedrängen das Gemüt in all ihrer Düsterheit. Es ist Rauhnachtzeit, wie der Brauchtumskalender die Zeit zwischen 21. Dezember und 6. Jänner nennt.

Von Barbara Kutschera

Die Rauhnachtzeit beginnt mit der Thomasnacht, führt dann zur Heiligen Nacht mit zugehörigen Feiertagen, geleitet über die Silvesternacht ins neue Jahr und endet in der Nacht auf Dreikönig. Und diese letzte von insgesamt 16 Rauhnächten gilt als die wichtigste, nämlich die Große bzw. Perchtennacht. Da gipfelt das traditionelle Perchtentreiben in seinen vielgestaltigen Ausprägungen wie etwa den Rauriser Schnabelperchten, den Pinzgauer Tresterern oder den Aberseer Glöcklern. Daß spektakuläre Gemeinschafts-Auftritte – beispielsweise der Pongauer Perchtenlauf – bei vollem Tageslicht am Fest der Heiligen Drei Könige in Szene gehen, geschieht mit Rücksicht auf die Zuschauer.
Fernab regelrechter Veranstaltungen leben einige Rauhnachtsbräuche auch in Familien, Dörfern oder ganzen Regionen fort. Freilich gibt es oft Unterschiede von Haus zu Haus und von Ort zu Ort. Allgemein läßt sich aber behaupten, daß Salzburgs Gaue außergebirg hauptsächlich Traditionen für die letzte Rauhnacht pflegen. Innergebirg hütet man noch Überlieferungen, die sich an bis zu vier sogenannte Große Rauhnächte knüpfen: also die Thomasnacht, die Heilige Nacht, Silvester und die Perchtennacht. Gelegentlich werden diese vier sogar noch als „fett“ bzw. „mager“ bezeichnet: den Ausschlag dafür liefern kirchliche Speisenvorschriften aufs jeweilige Datum.
Keine Wäsche aufhängen
In Stadt und Land weithin beachtet wird das „Aufhängeverbot“ von Trockenwäsche zumindest während der Heiligen Nacht, zu Silvester und am Vorabend auf Dreikönig. Fortschrittsdenken hin, Aberglaube her: diesem Verdikt gehorchen sogar moderne Hausfrauen. Denn offenbar lauert tief drinnen die Angst, daß zur Rauhnacht an der Leine belassene Wäsche Unheil heraufbeschwören könnte – konkret: den Tod ins Haus lockt.
Allgemein üblich blieb das Räuchern oder Rauchengehen am Vorabend zur Großen Perchtennacht. Wollte man früher damit die bösen Geister, die sog. „Rauhen“ vertreiben, wird es heute wohl eher als familiärer Wirksegen empfunden. Beides dürfte dem urmenschlichen Bedürfnis entspringen, fürs neue Jahr das Zukunftsglück zu bannen. So schätzt beispielsweise Peter Forsthuber, vulgo der Gustlschuster vom Almansgrubhof in Fischtaging und ehemaliger Bezirksobmann der Flachgauer Heimatvereinigungen, daß zumindest die Landbewohner noch zu neun Zehntel am Räucherbrauch festhalten.
Er vollzieht den Räuchergang mit den Enkelkindern im Geleit so, wie’s schon sein Vater gemacht hatte. Von dem stammt auch das Kohle-Bügeleisen, in dem Schustermeister Peter die weihrauchgeschwängerte Ofenglut beim Gehen mitführt und unter heftigem Schwenken duftende Rauchschwaden in jeden Winkel des Hauses schickt. Anschließend kommt der Stall dran, dann umwandert der Räucher-Trupp aus Opa und Enkeln das Anwesen dreimal. Dabei schreibt ein Kind mit Kreide die magische Inschrift „ K + M + B“ über die Haustür.
Von der Thomasnacht berichtet der Schustergustl, sie habe einst als bedrohlich gegolten. Deshalb durfte am 21. Dezember nach Einbruch der Dunkelheit niemand weggehen.
Diese längste Nacht des Jahres nutzten die Bäuerinnen, um den Teig fürs Kletzenbrot rasten zu lassen – eine Arbeitsplanung, die Peters Frau Elfi bis heute beherzigt.
Zwei Rauch-Termine im Lungau
Zwei Termine zum weihnachtlichen Rauchengehn gibt es hinterm Tauern im Lungau, nämlich die Heilige Nacht und den Vorabend von Dreikönig. Dieser Brauch wird laut Cilli Pichler – der in Mundartfragen und Heimatforschung sattelfesten Altbäuerin vom Tamsweger Franzlbauerngut – „rar“ (also nach Cillis Sprechweise „sehr“) hochgehalten. Wo man noch etwas auf Tradition gibt, würden „die mehreren“ wirklich beide Male rauchen gehen.
Verbreitet sei auch die Sitte, in aller Herrgottsfrüh des 24. Dezember sämtlichem Vieh „auf die Nüchter“ abgerebelte Kräuter vom geweihten Fraubuschen ins Futter zu mischen, Weihsalz vom vergangenen Stefanitag dürfe da nicht fehlen. Und was morgens beim Abrebeln der Zweige übrig blieb, wandert spät abends in die Räucherpfanne zur Heiligen Nacht. Am segenverheißenden Räuchergang durch den Hof nehmen alle Hausleut’ teil.
Ein nirgendwo sonst verwurzelter Brauch in der Nacht vor Heiligabend pflegen übrigens die Kinder im Ramingsteiner Ortsteil Kendlbruck. In Hexen-Fetzen vermummt, mit Besen bewaffnet zum vorweihnachtlichen Auskehren und vorsorglich gerüstet mit einem Sammelkorb, unternehmen die „Perchteln“ ihren Heischegang bei der Nachbarschaft.
Bachlkoch am Heiligen Abend
Zurück zum Räuchern. Im Pinzgau ist dreimaliges Räuchergehen angesagt: zur Heiligen Nacht, auf Silvester und am Vorabend zum Dreikönigsfest. Darauf schauen nicht bloß die Bauern, sondern auch die Häusler, wie Krimmls Volksschuldirektor Volkmar Zobl versichert. Ähnliches gelte für’s Bachlkoch, das heute noch die meisten Familien am 24. Dezember essen: und alle Vorkehrungen treffen, daß ihr gemeinsames Mahl nur ja durch keinen Besuch gestört wird. Das deutet man dort nämlich als schlimmes Omen.
Überhaupt mag eine gewisse Scheu vor bösen Zukunftszeichen auch den pinzgauischen Thomasnacht-Brauch des Lösselns bzw. Lesselns verdrängt haben. Vollständig in Vergessenheit geriet diese Art des Orakelziehens durch Hütlheben aber nicht. Denn beim Krimmler Bamerbauern Stefan Lerch bleibt sie sozusagen auf Abruf in Erinnerung. Sein Geburtstag am 21. Dezember vereint stets eine gesellige Runde um den großen Tisch im Herrgottswinkel. Kommt im Kreise einmal die Stimmung zum Lesseln auf, sucht Bäuerin Gundl rasch passende Gegenstände für die neun Symbolfiguren zusammen – etwa eine Zwirnspule für langes Leben, eine Münze für Reichtum, ein Pupperl für Kindersegen, ein Ring für Hochzeit u. a.
Neun Hüte zum Drüberstülpen haben die Mannsbilder ohnehin bei der Hand: dann geht’s los nach überliefertem Reglement Scherchziehen soll wieder aufleben Jedenfalls wieder beleben wollen die Krimmler ihr historisch belegtes Scherchziehen an Nachmittag und Abend des Stefanitags: das „Scheaschzziachn“ – einen Brauch, vergleichbar dem Kletzenbrotfahren lediger Burschen zum Abend des Unschuldigen-Kinder-Tags in den Flachgauer Ortschaften Muntigl, Voggenberg und Lengfelden. Erzählungen und Fotos von „Ehemaligen“ der sechziger Jahre hat Volkmar Zobl bereits dokumentiert. So bereitet die Kostümierung von Rossinger, Schmied, zweibeinigen Rössern sowie Musikanten kaum Kopfzerbrechen, auch ein Schlitten mit Truhe für die Kletzenbrot-Scherze steht schon parat: die Krimmler Rauhnachts-Gaudi könnte fröhliche Urständ feiern. Vielleicht gelingt’s heuer am 26. Dezember 1997, vielleicht erst übers Jahr. Brauchtum braucht Zeit._

Gruß Fritz

Hab’ die Wäsche reingeholt :smile:) owT
Danke :smile:)

Danke an alle owT

-))