Guten Tag,
ich bin neu hier und meine erste Frage an Euch ist ziemlich traurig.
Meine Schwester liegt seit ein paar Tagen im künstlichen Koma. Sie hat Leberzirrhose und nach und nach versagen alle Organe. Es wird alles getan um sie am Leben zu erhalten. Ihr Zustand verschlechert sich Tag für Tag. Es gibt keine Hoffnung mehr. Allein ihr Herz schlägt noch. Sie ist erst 60Jahre alt.
Vor ein paar Tagen hab ich noch gehofft, heute wünsch ich ihr nur noch das sie in Frieden und ohne aufzuwachen sterben darf.
Ich war gestern bei ihr und ich hab mich verabschiedet. Ihre Augen waren halb offen und wässrig. Ich habe gedacht sie weint. Die Schwester hat vorher noch gesagt, dass es so aussieht als ob sie aufwacht.Sie hat aber auf nichts reagiert.
Ich wünsche ihr so sehr, dass sie nicht mitbekommt was um sie herum geschieht.
Wer von Euch hat schon so ähnliches erlebt. Wie kann ich damit umgehen? Ist es schlimm, wenn ich meiner Schwester wünsche dass sie endlich sterben darf?
danke an Alle, die mir vielleicht antworten…
Hallo!
Wer von Euch hat schon so ähnliches erlebt. Wie kann ich damit
umgehen? Ist es schlimm, wenn ich meiner Schwester wünsche
dass sie endlich sterben darf?
Ich habe so etwas noch nicht erlebt, weiß aber von meiner, dass sie am Sterbebett ihrer Schwester war und bis zuletzt bei ihr war.
Ich glaub, dass es sehr schwer ist, seine Schwester so zu sehen.
In unserer Gesellschaft wird nicht gern übers Sterben geredet, und deshalb weiß man dann oft nicht, was richtig oder falsch ist.
Es ist jedenfalls nicht falsch, dass du deiner Schwester wünschst, dass sie wenig leiden möge.
Und wenn absehbar ist, dass für sie keine Aussicht auf Heilung besteht, dann darf man der Situation auch ins Auge sehen und sagen, dass man ihr einen sanften Tod wünscht.
Ich wünsche dir Kraft für diese Zeit und dass du hier deinem Gefühl folgen kannst, ohne dass andere dich darin beirren. Es wird das richtige sein.
Alles Gute
wünscht dir
HuiBu
Hallo,
Zum Glück habe ich so eine Situation bei meiner Familie noch nicht erlebt und ich hoffe ich muss das auch niemals tun, denn ich weiß es ist sehr schwer.
Von dem was ich als Krankenschwester im Krankenhaus erlebt habe, kann ich dir sagen, dass es absolut keinen Grund gibt, sich dafür zu schämen oder gar dir selbst zu leugnen, zu wünschen dass möge deine Schwester sich vom Leben, in Frieden und ohne Schmerzen, verabschiedet.
Jeder Mensch geht in so einer Situation anders um. Es gibt, mMn. keinen allgemein gültigen Tipp was man dazu machen kann. Solltest du Mitglied einer Religiongemeinschaft sein, so habe ich gehört, dass es vielen Menschen gibt, denen es sehr hilft, mit dem Pfarrer zu reden.
Aber eins bin ich mir ganz sicher: Schlimm ist der Wunsch nicht und ich persönlich kann ihn sehr gut nachvollziehen. Wärst du mein Bruder und ich im Komma liegen, würde ich mich sehr freuen, dass du dir so etwas für mich wünschst. Ich kann mir kaum was Schlimmeres vorstellen, als mit großen, kaum zu ertragenden Schmerzen dahin zu vegetieren, wohl in der aussichtlosen Hoffnung, dass ich wieder aufwache.
Ich wünsche dir sehr viel Kraft für diese schwere Zeit!
Mitfühlende Grüße,
Helena
Hallo Gscheidhaferl,
Wer von Euch hat schon so ähnliches erlebt. Wie kann ich damit
umgehen?
hab schon ähnliches erlebt und ich gebe Dir mit auf den Weg, daß wenn sie sterben kann, daß sie dann keine Schmerzen mehr hat im Himmel beim lieben Gott, da geht es ihr dann gut.
Ist es schlimm, wenn ich meiner Schwester wünsche
dass sie endlich sterben darf?
Nein das ist nicht schlimm und das ist gut so, daß Du Deiner Schwester so beistehst, ich wünsche Dir viel Kraft dazu.
danke an Alle, die mir vielleicht antworten…
Bitteschön, kein Problem.
Mit freundlichen Grüßen
Susanne
Servus,
dein Wunsch ist sicher nicht falsch.
Wenn ihr nicht weiter zu helfen ist, kannst du ihr nur noch ein möglichst sanftes Ende wünschen. Mehr kannst du doch nicht mehr für sie tun, sonst hättest du es getan.
Bitte bedenke, dass niemand weiss, was deine Schwester noch mit bekommt und was in ihrem Kopf vorgeht.
Vllt ist sie in ihrem Zustand gefangen und ist sich ihrer Situation durchaus bewusst.
Deswegen: achte bitte darauf was du in ihrer Anwesenheit sagst und tust, sorge dafür dass sie ohne Angst und ohne das Gefühl der Einsamkeit gehen kann.
Ich habe erlebt, dass Sterben ein Prozess ist, und nicht ein punktuelles Ereignis.
Es hat mit loslassen und gehen gelassen werden zu tun.
Gib deiner Schwester das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, das ist alles was du ihr jetzt noch geben kannst.
Ich wünsch dir ausreichend Kraft dazu.
SomeOne
Hallo !
Eine schlimme Sache ist das mit Deiner Schwester, und Dein Wunsch, dass sie möglichst bald aus diesem Elend erlöst wird, ist nur allzu menschlich.
Viel unmenschlicher finde ich dagegen, dass die Ärzte, wenn es denn wirklich keine Hoffnung gibt, immer noch alles daran setzen, das Leben (und damit den Leidensweg) zu verlängern.
Ein guter Arzt ist man nämlich nicht nur dadurch, dass man seine Behandlungsmöglichkeiten ausschöpft; man sollte auch ein Gespür haben oder zumindest entwickeln, wann es an der Zeit ist, sich zurückzunehmen und den nahenden Tod eines Patienten zu akzeptieren.
Und so würde ich an Deiner Stelle, vielleicht auch noch zusammen mit weiteren Angehörigen, mal das Gespräch mit den behandelnden Ärzten suchen. Dabei würde ich neben dem Stationsarzt auch zumindest einen Oberarzt kontaktieren. Wenn es eine Patientenverfügung gibt, in der Deine Schwester lebensverlängernde Maßnahmen bei aussichtsloser Prognose ablehnt, dann wäre das natürlich sehr hilfreich, wenn man diese bei einem Arztgespräch vorlegt. Andernfalls könnte auch ein gesetzlicher Betreuer (sofern es einen gibt) sich gegen eine Verlängerung der Leidens aussprechen. So oder so sind die Ärzte aber eigentlich immer bereit, auf Patienten und deren Angehörigen einzugehen, wenn vernünftige und sachliche Argumente vorgebracht werden.
Man muss ja eines auch wissen: Einen Sterbeprozess zulassen bedeutet nicht zwangsläufig, dass man gar nichts mehr für den Patienten tut. Man kann auch sehr wohl im Sterbeprozess des Patienten als Arzt noch viel Gutes (z.B. medikamentöse Linderung von Angst und Schmerzen) vollbringen.
Alles Gute für Dich und Deine Schwester !
Kai
Hallo,
leider musste ich selbst auch eine ähnliche Situation miterleben.
Mein Schatz, wurde nach einer mißglückten Op. ins künstliche Koma gelegt. Durch die Komplikationen hörten seine Nieren auf selbständig zu arbeiten. Selbst intensive Dialyse hat nicht mehr geholfen. Nach mehreren Tagen zwischen Hoffen und Bangen wurden seine Blutwerte immer schlechter und die Organe hörten nach und nach auf zu arbeiten. Er starb im Alter von nur 54 Jahren an septischem Multiorganversagen.
Ich blieb bis zu seinem letzten Atemzug bei ihm, ich weiß, er hat gespürt, dass ich bei ihm war. Bis zuletzt konnte ich nicht glauben, dass er keine Chance mehr hat.
Ich wünsche Dir von Herzen ganz viel Kraft für die kommende so schwere Zeit. Wenn Du darüber reden möchtest, kannst Du mir gern ins Postfach schreiben. Alles Liebe für Dich von Buterfly