Zwischendecke schallisolieren

Hallo allerseits!

Es gibt da ein Problem, das mich sehr bedrückt. Ich bin vor kurzem in eine Altbau-WG eingezogen, die ansich perfekt ist (zentral, nette Leute etc…)
Leider habe ich das grosse Pech, dass über unserer Wohnung eine junge, ignorante Familie (Eltern, 1 Junge, 1 Mädchen im Alter 6 & 3J.) wohnt, die den ganzen Tag richtig fiesen Radau schlägt. Für mich als Student, der mit dem Kopf arbeiten muss, ein unerträglicher Zustand. In meinem Zimer ist das Problem wohl am grössten, die anderen Zimmer scheinen besser isoliert. Reden hilft leider nichts, sie sind nett, wollen/können aber keine Rücksicht nehmen. Der Vermieter möchte natürlich auch nichts unternehmen, deshalb muss ich die Sache selber in die Hand nehmen.

Mein Zimmer hat eine Art Zwischendecke, wie es mir scheint aus Pressholz- oder Gipsplatten, jedenfalls nichts sehr stabiles. Dazwischen sind es etwa 30-40cm bis zur richtigen Decke. Dieser Hohlraum scheint mir eher als Resonanzkörper zu fungieren als zu isolieren.

Nun meine Frage, wie kann ich soetwas Schallisolieren? Die einfachste Lösung wäre, den Hohlraum (immerhin 6m3) mit Polystyrol zu füllen. Allerdings denke ich, dass dies für eine Schallisolation nicht schwer genug ist?

Das wars erstmal von mir, ich bin für jeden Tipp ausser Ohrenstöpsel und erneut Umziehen sehr dankbar.

Mfg, Tom

Hallo Tom,

für eine Schall-Isolierung brauchst Du kein schweres Material, sondern welches, wo sich die Schallwellen verfangen.

In Deinem Fall würde ich es mit Steinwalle versuchen. Dafür natürlich, muss die Zwischendecke abgenommen werden, die Steinwolle an die massive Dekce befestigt und danach die Zwischendecke wieder angebracht.

Das positive Resultat wäre dann auch daß Du eine zusätzliche Wärmedämmung erzielen könntest.

Aber Arbeit bleibt Arbeit.

Viel Spaß dadebei! :wink:

Gruß
Edgar

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
du solltes die Zwischendecke mit Steinwolle isolieren.
http://www.rockwool.de/geroc/steinwolle.asp

Hallo Tom,

für eine Schall-Isolierung brauchst Du kein schweres Material,
sondern welches, wo sich die Schallwellen verfangen.

Hm, naja, das stimmt so nicht ganz, es kommt schon darauf an, wie der
Lärm produziert wird. Einen wirksamen Trittschallschutz, der zB durch
herumtrampelnde Kinder erzeugt wird oder auch einfach durch schwere
Schritte, erhält man immernoch durch schweres Material: Hierzu war es
früher üblich, die Fußbodendielen aufzunehmen und zwischen den
Deckenbalken eine Art Zwischenfußboden einzubauen, der mit Sand o.ä.
gefüllt wurde. Dann war Schluss, denn so kann der Fußboden (=Toms
Decke) nicht mehr in Schwingung geraten und diese u.a. auch auf die
Wände übertragen, so dass die ganze Bude als Resonanzkörper fungiert.

Wenn die kleinen Racker aber nur rumgröhlen und ansonsten still
rumsitzen, dann mögt ihr mit eurer eingezogenen Steinwolle-Decke
recht haben, aber ich bin da eher skeptisch…

Marinero

Danke für die Antworten!

Es handelt sich leider hauptsächlich um „schwere Schritte“, das rumgröhlen ist halb so wild. Es hört sich so an als würde jemand laut Musik mit sehr viel Bass hören.

Leider komme ich ja von oben an die ganze Sache nicht ran, ich kann nur von meinem Zimmer aus agieren. Ein neueres Gespräch mit den Leuten ergab auch, dass sie leider nicht finanzkräftig genug sind, einen neuen Boden mit Trittschalldämmung zu legen, und auch wenn, wären sie dazu nicht bereit.

Eventuell würde ich das mit der Wolle probieren, aber nur wenn es nicht ganz umsonst ist.

Gibt es sonst noch machbare Alternativen?

Hallo Tom!

Gibt es sonst noch machbare Alternativen?

Schall besteht aus mechanischen Schwingungen und die dämpft man am besten am Entstehungsort, im vorliegenden Fall in der über Dir liegenden Wohnung, dort vermutlich durch geeigneten Fußbodenaufbau dergestalt, daß keine Schwingungen auf Gebäudeteile übertragen werden. Als Alternative verlagert man die Resonanzfrequenz von Gebäudeteilen in einen Bereich unterhalb des Hörbereichs. Man führt Decken besonders schwer aus oder belastet sie mit einer Schüttung. Wenn Gebäudeteile schwingen - der Schall überträgt sich auf Deckenkonstruktion und Wände - wirst Du mit ein bißchen Mineralwolle nicht mehr viel ausrichten.

Gruß
Wolfgang

Hallo Tom,
Polystyrol ist nur für Wärmedämmung gut. Bietet keinen Schallschutz.
Besser ist Steinwolle, Glaswolle, Holzwolle, Hanf usw.

Gruss Netti

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Wolfgang hat Recht, sage ich als Fachmann.

Es ist nämlich so:
Die Kids hüpfen und springen und fahren auch mal ihr Rutscherauto gegen die Tür - so wie alle Kinder, auch meine, es so machen.

Wenn sie bloß auf dem Fußboden gehen, gerät schon der Dielenboden in Schwingungen wie die Gitarre von Wolf Biermann, und das nervt.
Diese Schwingungen heißen fachlich übrigens Körperschall.

Nun sind die Dielen auf Balken genagelt und diese Nägel übertragen die Schwingungen so gut wie der „Stachel“ eines Cellos (Metallfuß) auf den Deckenbalken, an dem auch Deine Decke hängt. Von dort gehen die Schwingungen aber zugleich in Deine Wand und kommen auch von der (die schwingt auch) zu Dir.

Wenn Du das verhindern willst, kannst Du nur verhindern, dass der oben aufgenagelte Dielenfußboden nicht schwingt.

Wir Tischler legen deshalb auf die Dielen eine Trittschalldämmung (Mineralwolle ist krebserregend, aber es gibt Filzmaterialien).
Darauf kommen „schwimmend“, d.h. ohne dass Wände berührt werden dürfen und ohne Nägel nach unten ein anderer Fußbodenaufbau: Laminat, Parkett …)

Aber willst Du die Wohnung Deines Obermieters renovieren?
Ziehe lieber um oder lebe damit.

Auch ich bin längst ein Kopfarbeiter, aber der Kinderlärm ist von meinen eigenen Kindern - das hilft schon. Außerdem sind die um 20°° im Bett. Das sollten die über Dir auch sein.

herzlichst

tischler-ole-welzel.de

Danke, auch wenn die Antworten eine erneute Enttäuschung sind.

Aber willst Du die Wohnung Deines Obermieters renovieren?
Ziehe lieber um oder lebe damit.

Genau das will ich vermeiden. Mit meinem Glück habe ich dann in der nächsten Wohnung eine 7 köpfige Elephantenherde über mir wohnen.
Damit leben ist leicht gesagt, ich kann natürlich auch bis Nachts um 2 laut Musik hören, das wäre dann ausgleichende Schlafgerechtigkeit. Aber mir wurde von Zuhause etwas mitgegeben das sich „Rücksicht“ nennt, wenn ich mir aber die Ignoranz der anderen Leute so ansehe, glaube ich manchmal, ich sei falsch erzogen.

Auch ich bin längst ein Kopfarbeiter, aber der Kinderlärm ist
von meinen eigenen Kindern - das hilft schon. Außerdem sind
die um 20°° im Bett. Das sollten die über Dir auch sein.

Richtig, dann arbeite ich locker bis 12 oder 1. Und bin um 6 wieder wach, weil die niedlichen Racker dann ihre Kellogs essen wollen.

Ihr seht, es ist leider nicht alles so einfach. Deshalb wollte ich eine handfeste Lösung, die scheint es aber in diesem Falle nicht zu geben.

Danke, Tom

L’enfer, c’est les autres.

Off Topic
Hallo Tom,
habe intessiert jeden Beitrag verfolgt, leider war ja nichts dabei was dir hilft, oder auch mir.

Wir haben das gleiche Dilemma, ebenso keine Rücksicht im Gegenteil, und man selbst ist tatsächlich nur mit zuviel Anstand erzogen worden. Unser Pech, es ist eine Eigentumswohnung, die Sache liegt auch bei Gericht, doch solche Verfahren ziehen sich, jetzt bereits 3 Jahre und mittlerweile beim Landgericht incl. Schallgutachten. Der Gutachter, der es ja wissen muss, hat uns gesagt es gibt von unten nichts was man tun kann um den Krach zu isolieren, rein gar nichts! Nur von oben kann man was tun, zumindest einen Teppich auf die blanken Dielen legen oder Filzfüsse auf die Stuhlbeine.

Deshalb gebe ich dir den Tipp, zieh aus, rege dich nicht weiter auf, es kostet dich nur Jahre deines Lebens und du wirst grau dabei :wink: auch dein Nervenkostüm wird nicht immer so gleichgültig sein, du wirst vielleicht Zuckungen im Auge bekommen es schlägt auf den Magen, bringt Kopfweh. Krach macht krank.

Ich wünsche dir alles Gute und eine schnelle Lösung
lieben Gruß
Plö

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin.

Nun ich auch nochmal: :smile:

Ein Freund von mir hat das gleiche Problem, nur ist ER der Obenwohner
und sein Nachbar unter ihm, kommt schon hoch, wenn wir normal durch
den Flur gehen! Nun hat der Nachbar meinem Freund einen
potthässlichen Teppich vor die Tür gelegt mit der Anweisung (eine
Bitte klingt anders), diesen im Flur auszulegen. Und mein Freund hat
das auch gemacht (ich hätt’s nicht).

Besagter Nachbar ist auch schon beim Anwalt gewesen, Schallgutachten,
bliblablubb. Das Problem: es ist ein Altbau, und da gibt es
entsprechende Urteile en mass. Mieter dieser Wohnungen haben es
nämlich hinzunehmen, dass es ein bisschen lauter ist, als in neueren
Häusern.

Also, Tom, schließe ich mich meinem Vorredner an und ergänze: such
die eine andere Bude, das ist nämlich die schnellste, günstigste und
effizienteste Lösung. :wink:

Marinero

Also, Tom, schließe ich mich meinem Vorredner an und ergänze:
such
die eine andere Bude, das ist nämlich die schnellste,
günstigste und
effizienteste Lösung. :wink:

Sorry, kann ich mir nicht leisten … ausserdem 3 Monate K-Frist.

Ich werd den kleinen Idioten einfach die dürren Beinchen brechen, mit einem Rollstuhl können sie nicht mehr rumspringen.