Hallo, erst mal der Ist Zustand:
Fertighaus aus den 70er Jahren. Das Dachgeschoss (Spitzboden, Speicher…) ist nicht ausbaubar u.a. wegen zu geringerer Höhe.
Im Moment besteht die Decke zwischen Wohnraum und Speicher aus ca. 3 cm Spanplatten die auf ein Lattengestell von unten an die Sparren genagelt oder geschraubt sind. Zwischen den Sparren liegt ca. 10 cm Glaswolle oder Mineralwolle (gelbes Zeug) drin. Dampfsperre ist keine vorhanden. Der Speicher ist belüftet.
Diese Isolierung soll nun verbessert werden:
Ein Herr von einer Isolierungsfirma hat sich die Sache angeschaut und würde die alte Isolierung raus machen und Holzflexdämmplatten zwischen den Sparren verlegen, darüber nochmal 4 cm vollflächig.
Ein anderer Herr würde die vorhandene Isolierung drin lassen und darüber Zellulose einblasen. Auch zwischen den Sparren und darüber einige cm vollflächig.
Die zweite Variante ist natürlich günstiger.
Ich bin kein Fachmann aber irgendwie habe ich bedenken wenn man 2 verschiedene Isoliermaterialien mischt (Mineralwolle + Zellulose). Und soweit ich weiss ist auch die Zellulose schwerer.
Wie seht Ihr das ?
Besten Dank im Voraus.
Guten morgen,
beide Varianten sind möglich, wobei ich die erste bevorzugen würde. Bei Variante 2 würde ich aber trotz allem die vorh. Isolierung entsorgen…
Gruß Dachkatze
Man muss wissen, was einem am meisten stört, Mineralwolle ist nicht brennbar, ist diffusionsoffen und enthälte kaum Pestiziede. Dafür reagieren manche Menschen bewusst oder unbewusst allergisch. Holzmaterialien können schimmeln, enthalten daher auch Mittel die sowohl Pilzbefall als auch Insekten abwehren. Dazu hat Holz den Nachtel, dass es brennt, Holzflex ist B2, also normal entflammbar. Wenn das Haus brennt, damit richtig. Zellulosedämmung ist B1 schwerentflammbar, das heißt, es brennt nicht sofort wie Holz, aber wenn Holz erstmal brennt, brennt Zellulose auch. Ich würde die Mineralwolle verstärken auf 160 mm und eine Dampfsperre einziehen lassen.
Durch dei Verwendung von Kaminöfen und andere, mehr oder weniger, offene Feuerstellen entstehen mehr Brände
als noch vor einigen Jahren. Fragen Sie mal Leute, die ihr Dach mit Polysterol schwerentflammbar gedämmt haben, deren Hütte ein Opfer der Flammen wurde, was sie von der Brandversicherung gehört haben? Die Brandlast des Hauses steigt gewaltig.
Mineralwolle ist zwar nicht unbedingt angenehm, aber es ist durch die Dampfsperre auch rieselfest.
ES ist einfach zu erklären: Die Hersteller von brennbaren Baustoffen müssen selber mit Mineralwo0lle dämmen, weil die Brandlast durch ihre brennbaren Produkte versicherungstechnisch zu hoch ist.
Hallo, danke für die Antwort.
Im moment bevorzuge ich die Variante: Zellulose auf vorhandene Dämmung aufbringen.
Wieso würden Sie die alte Isolierung rausnehmen ?
Hat das Bauphysikalische Gründe oder eher ein Bauchgefühl.
Besten Dank.
In der Regel ist es so, dass die vorh. Isolierung eh keinen Dämmwert mehr hat und deshalb unnütz. Weiterhin muss die alte Dämmung entfernt werden, da bei einer so genannten Einblasdämmung eine Dampfsperre verlegt werden muss, nicht nur aus bauphysikalischen Gründen sondern auch wegen evtl. vorh. Risse und Lücken in der vorh. Decke darunter.
Gruß
Hallo „Dorian Gray“,
danke für die ausführliche Schilderung des Objektes. Ich hoffe einmal, dass es möglich ist, vom Dachboden aus, die Isolierung zu verbessern, sprich: Die Decke ist nach oben offen und mit keiner Dielung zugenagelt!??
Ansonsten gilt: Viel macht hier viel.
Ist der Deckenbalken beispielsweise 200 mm hoch und die Isolierung 100 mm, kann hier der verbleibende Hohlraum unter leichter Komprimierung der bestehenden Isiloerung ausgefüllt werden.
Ausblasen ist eine interessente Lösung und macht, auch bezogen auf die Statik des dachstuhles, keine Probleme, ist aber ein finanziell aufwendigeres Verfahren.
Ansonsten: Ist der Dachboden leer und Dielen vorhanden, können diese herausgerissen werden, dem Kaminofen zugeführt ( wenn es denn diesen gibt ) und nach der Aufdopplung der Isolierung durch OSB-Platten ( Grobspan ) ersetzt werden… . .
Das wäre die Idee, die ich favorisieren würde. Für Rückfragen stehe ich gerne weiterhin zur Verfügung.
LG Mattes