Zwischenzeugnis

Ich weiß, dass ich jederzeit das Recht habe von meinem AG ein Zwischenzeugnis anzufordern.

Nun besteht aber folgende Situation: Einige Mitarbeiter sind momentan in Kurzarbeit, andere „unzufrieden mit der Gesamtsituation“. Diese Gruppe vom Personal fordert nun Stück für Stück Zwischen- bzw. Arbeitszeugnisse an, da sie gekündigt haben bzw. vor haben zu kündigen und sich anderweitig zu bewerben.
Nichts davon trifft auf mich zu. Allerdings hätte ich gern einfach mal eine Einschätzung meines Standes in der Firma und deshalb überlege ich, auch um ein Zwischenzeugnis zu bitten, welches meine bisherigen Projektarbeiten beinhalten soll.
Kann ich das wagen? Oder erwecke ich den Eindruck, mich den anderen anzuschließen und auf Jobsuche zu sein?

Ich weiß, dass ich jederzeit das Recht habe von meinem AG ein
Zwischenzeugnis anzufordern.

Da weißt Du woher? So pauschal ist das nicht richtig.

Ein Anspruch besteht, wenn ein „berechtigtes“ Interesse das AN besteht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenzeugnis

Gruß

S.J.

Auf grund meiner diversen Kundenprojekte und öfter wechselnden Tätigkeiten besteht also ein berechtigter Anspruch. Rückwirkend ebenso.
d.h. ich kann rückdatiert mehrere Zwischenzeugnisse verlangen, die für den jeweiligen Projektablauf belegen, was ich in welcher Qualität gemacht habe.

Hallo,

also, die These, dass Kundenprojekte ein berechtigtes Interesse an Zwischenzeugnissen begründen, wage ich zu bezweifeln. Wenn das so stimmen würde, könnte ich schon 20+ Zwischenzeugnisse haben.
Ein Zwischenzeugnis ist dann berechtigt, wenn du intern die Abteilung/Geschäftsbereich o.ä. wechselst oder wenn du einen neuen Vorgesetzten bekommst.

Außerdem ist deine Einschätzung, dass - bei mieser Stimmung - die Bitte um ein Zwischenzeugnis durchaus als Wechselwillen interpretiert wird, korrekt.

Wenn du Feedback haben willst, bitte um ein Personalgespräch. Das ist direkter und landet nicht in der Personalakte (was man ja auch nicht immer will, gelle?) Außerdem kannst du in einem solchen Gespräch deine eigenen Wünsche einbringen und auf eventuelle Kritikpunkte direkt reagieren.

Viele Grüße,

Bombadil2

Ätsch…unsere Personalgespräche werden durchaus dokumentiert und abgelegt.

Ok…dann überleg ich es mir vielleicht doch nochmal gründlicher. Aber andererseits: Vielleicht wird in der Chefetage ja doch jemand hellhörig und kommt ins richtige Überlegen.
Rechtliche Konsequenzen kann so etwas ja auch nicht haben. Deswegen wird ja auch ein Unterschied zw. Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnis gemacht.

Rechtlich hat das sicherlich keine Konsequenzen. Nur überlege mal, ob ein Chef einem Mitarbeiter eine wichtige Aufgabe/neue Rolle gibt, wenn er die Befürchtung hat, der MA ist eh nur auf dem Sprung zu einer anderen Stelle.

Genau.

Gruß Bombadil2

Genau darum gehts mir. Wie schaffe ich es, das Zeugnis zu erhalten ohne meinen Chef in Zweifel zu stürzen, aber trotzdem zum Nachdenken zu bekommen…???

Antwort A:
Gar nicht. Es ist nicht deine Aufgabe, deinen Chef zum Nachdenken zu bringen. Es ist die Aufgabe seines Chefs.

Antwort B:
Viel besser, wenn du mit ihm persönlich redest. Die Forderung nach einem Zwischenzeugnis wird zu deinem Nachteil missverstanden.
Für ein direktes Gespräch mit dem Ziel, ihn zum Nachdenken zu bringen (und nicht, Feedback über dich zu erhalten - Zieländerung!) musst du allerdings das Vertrauen deines Chefs haben. Ansonsten: lass es.

Antwort C:
Wenn keiner den Chef zum Nachdenken bringen kann, kannst du dich auch ohne Zwischenzeugnis extern bewerben. Es wird kein Zeugnis erwartet!

Viele Grüße
Bombadil2