Zwischenzeugnis

Ich hatte vorhin ein unangenehmes Mitarbeitergespräch mit meiner Vorgesetzten und habe das nachfolgende Schreiben verfasst. Kann mir jemand sagen, ob ich das so wegschicken kann? Momentan habe ich einen Zeitvertrag (befristet auf 1 Jahr und bin seit 7 Monaten im Unternehmen). Vielen Dank für die Hilfe vorab!

Sehr geehrte Frau xxx,
sehr geehrte Frau xxx,

nach unserem Gespräch am heutigen Nachmittag habe ich mir nochmals über den Verlauf dieses Termins Gedanken gemacht und möchte Ihnen diese gerne als Vorbereitung auf das anstehende Probezeitgespräch mitteilen.

Als erstes nehme ich Bezug auf Ihre Argumentation in Hinsicht auf meine „zahlreichen“ Krankmeldungen, die Sie mir vorgelegt haben.

Wie Sie den ärztlichen Attesten entnehmen können, beziehen sich die Krankmeldungen auf 2 Krankenstände, was ich Ihnen bereits erläutert habe. Die ersten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wurden wegen einer starken Grippe ausgestellt, ein Fernbleiben von meiner Tätigkeit bei Frau xxx erachte ich in diesem Falle als sinnvoll, da die Patientin, wie Sie der Krankenakte entnehmen können, künstlich beatmet wird und das Vermeiden einer Ansteckung sicherlich auch in den Interessen der von xxx AG liegt. Der zweite Arbeitsausfall war durch eine Operation eines Leistenbruchs, dieser Eingriff fordert eine postoperative Schonung der Wunde, weshalb ich insgesamt 6 Wochen (1 Woche vor und 5 Wochen nach der OP) arbeitsunfähig war.

Im Normalfall bleibe ich nicht wegen leichten Beschwerden von der Arbeit fern, jedoch konnte ich bei diesen beiden Krankenständen nicht ohne Einschränkung meiner Tätigkeit wie gewohnt nachgehen. Ich verstehe, dass dies für Sie ärgerlich ist, auch wegen der allgemein hohen Krankenstände im Unternehmen, jedoch war ich stets bereit Dienste von Kollegen zu übernehmen, wenn es Arbeitsausfälle gab.

Desweiteren möchte ich auf den Verlauf des Gesprächs direkt eingehen:

In dem Mitarbeitergespräch habe ich weder etwas Positives in Bezug auf meine Arbeit gehört, noch über das Übernehmen zahlreicher Dienste, es wurden mir explizit negative Verhaltensweisen vorgeworfen, was ich sehr bedauere. Aufgrund der geringen Wertschätzung meiner Einsatzbereitschaft, trotz Operation und kurzfristiger Dienstplanänderungen, muss ich zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass nach Auslaufen meines Zeitvertrags keine Festanstellung vorgesehen ist. Zudem haben Sie mich darauf hingewiesen, dass Sie ein/e Mitarbeiter/in in der Vergangenheit wegen 7 Krankmeldungen in 6 Monaten entlassen haben (ich habe momentan 6 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, davon 2 Auen mit Folgebescheinigungen, in 7 Monaten vorgelegt).
Zur zukünftigen Arbeitsplatzsuche benötige ich daher bis zum Probezeitgespräch, jedoch spätestens zum 04.07.2012 ein Zwischenzeugnis über meine Tätigkeit seit meiner Anstellung bis heute.
Ich bedanke mich für die offene Beurteilung meiner momentanen Leistungen aus Sicht der Geschäftsführung und warte auf Ihre Terminmitteilung für das Probezeitgespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Xxx xxx

Hallo , das Schreiben ist inhaltlich o.k. Ich würde den Ausdruck noch ein wenig VERBESSERN.

Du kannst nach Deinen Aussagen damit rechnen, dass Dein Vertrag nicht verlängert wird. Deshalb ist die Zwischenbeurteilung o.K. Den Krankenstand kann man Dir in der Zwischenbeurteilung nicht ankreiden.

Mit freundlichem Gruß

marga1065

Vorausschicken möchte ich, daß ich im Arbeitsrecht nicht versiert bin. Außerdem klingt Ihr Schreiben so, als ob es sich um ein Krankenhaus handeln würde. Da bestehen meist besondere Bestimmungen.

Generell ist während einem befristeten Arbeitsverhältnis keine Kündigungsmöglichkeit vorgesehen. Aber Sie gehen ja davon aus, daß das Probeverhältnis nicht verlängert wird und möchten aus diesem Grund ein Zwischenzeugnis.

Sie schreiben zuerst von zwei Krankenständen, später führen Sie 6 Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen an. Das deutet eher auf 6 Krankenstände hin.

Ich würde eher dazu raten, Ihr Anliegen in einem persönlichen Gespräch darzulegen. Ein Zwischenzeugnis würde ich ohne große Erklärungen von der Personalabteilung erbitten.

Vielleicht konnten Ihnen meine Gedanken dazu weiterhelfen.

Mit besten Grüßen
Friede7

Es handelt ich um einen ambulanten Pflegedienst. Die Firma bringt mir leider nicht das gewünschte Vertrauen gegenüber, dass ich mündliche Absprachen treffe. Habe ich grundsätzlich Recht auf ein Zwischenzeugnis, bei solchen Umständen? Ich war 2 mal krank, die Krakmeldungen wurden verlängert (insgesamt 6 mal).

Hallo,

ich finde das Schreiben sehr gut formuliert!
Es ist sachlich und nachvollzoehbar.

Viele Grüße

In Österreich kann man auch während eines aufrechten Arbeitsverhältnisses ein Dienstzeugnis verlangen. DAs hat nichts mit den Umständen zu tun. In Deutschland besteht darauf kein Rechtsanspruch.

hallo,

dieses Schreiben ist sehr gut verfasst und so kann man es dem Chef aushändigen. lg barbara

Hallo. ich bin mir nicht ganz sicher, aber eine Krankheit „verlängert“ die Probezeit nicht - und eine Probezeit dauert gesetzlich längstens 6 Monate. Daher, wie es ausschaut, ist eine Kündigung während der Probezeit nicht möglich. Krankheit als Kündigungsgrund anzugeben ist sowieso nicht erlaubt. Im Brief würde ich den Bezug auf eine andere Person nicht angeben. Ein Recht auf ein Arbeitszeugnis hat jeder und kann verlangt werden, egal ob ein einfaches oder ausführliches. Es dürfen auch keine negativen Aussagen im Zeugnis erscheinen. Jedoch sollte man auf bestimmte Floskeln achten. Hinweise gibt es dazu im Internet. Wenn ihnen das Zeugnis nicht gerecht erschein, können Sie ein neues verlangen. Ich hoffe ich konnte helfen.

Dazu kann ich keine aussage machen

Viel Erfolg

leider keine Ahnung

Hallo JoMuell,
ich finde ,dass dieses Schreiben sehr sachlich verfasst ist und würde es auch so abschicken.Sehr schade ist, daß man im Krankheitsfall so abgestempelt wird, auch wenn man vorher alles mögliche macht, um dann übernommen zu werden.
Ich wünsche Ihnen, dass es trotz der vielen Ausfälle gut für Sie ausgeht.
Mit freundlichen Grüßen
Silly 55

Hallo JoMuell,
ich war im Urlaub und habe erst jetzt diese Anfrage gelesen. Ich bin kein Chef, und lese nur heraus, daß das Arbeitsverhältnis unter keinem guten Stern steht. Ich würde nicht mich auf die Entlassung bei einem anderen Mitarbeiter beziehen. Ich würde auch vor dem Bitten um ein Zwischenzeugnis mich nochmals mit dem Chef in Verbindung setzen und ihn konkret bitten, er möge doch dabei helfen, daß die Arbeit besser geleistet werden kann (wenn er doch soviel Kritik habe). Krank sein muss man drüfen, wenn man sonst gute Arvbeit leistet, ist man für den Chef trotzdem etwas wert. Wenn der Chef nicht spürt, daß Sie gute Arbeit leisten möchten und jetzt „nur“ (auch wenn vllt. berechtigt) beleidigt sind, dann wird das Zeugnis nicht gut. Ich gehe hier allerdings von meinem Chef aus, der zwar nicht immer einfach ist (Kanten braucht ein Chef um ein solcher zu werden), aber sich immer überlegt, was ihm die Leute unterm Strich bringen.
Viel Erfolg