Zwischenzeugnis, bitte um Bewertung

Hallo zusammen. Ich habe nun mein Zwischenzeugnis erhalten. Ich persönlich kann da nichts Negatives finden, möchte aber Meinung von Profis wissen. Bitte um euren Rat, da ich die Option habe, dieses Zeugnis zu reklamieren.
Herzlichen Dank schon mal!

Zwischenzeugnis

Herr XXX XXX, geboren am x. Dezember 1980, ist seit dem 1. August 2008 als Konstrukteur im Bereich Entwicklung/ Konstruktion bei der XXX GmbH tätig.

Die XXX GmbH ist innerhalb der XXX XXX verantwortlich für das xxx-Geschäft. Als einer der führenden Hersteller von XXX, mit internationalen Produktionsstätten und einer weltweiten Verkaufs- und Serviceorganisation, greift XXX auf mehr als xx Jahre Erfahrung in der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb dieser Produkte zurück.

Zu den Aufgabenschwerpunkten von XXX innerhalb der Gestellkonstruktion gehört die auftragsbezogene Durchführung von konstruktiven Änderungen an bestehenden Basiskonstruktionen, Festigkeitsberechnungen gemäß den Druckbehälterstandards DGR 97/23/EG, AD2000-Merkblättern und dem weltweit gültigen US-amerikanischen ASME-Standard VIII/1 und Stabilitätsberechnungen gemäß den deutschen, europäischen und weltweit gültigen Standards und Normen. Weiterhin ist Herr XXX mit der Konstruktion von Standardbautypen beauftragt, die für besondere OEM-Kunden erforderlich sind.

Herr XXX verfügt über sehr gute fundierte Fachkenntnisse, die er in seiner täglich anfallenden Arbeit immer sicher und effizient einsetzt. Er erledigt seine Aufgaben mit beispielhaften Engagement und sehr großem persönlichem Einsatz während seiner gesamten bisherigen Beschäftigungszeit in unserem Unternehmen.

Aufgrund seiner präzisen Analysefähigkeiten findet er hervorragende Lösungen, die er konsequent und erfolgreich in die Praxis umsetzt. Dank seiner sehr schnellen Auffassungsgabe hat sich Herr XXX innerhalb kürzester Zeit in sein komplexes Aufgabengebiet eigearbeitet. Auch in schwierigen Situationen ist er gut belastbar und handelt stets ruhig und überlegt. Vertrauenswürdigkeit und absolute Zuverlässigkeit zeichnen seinen Arbeitsstiel jederzeit aus.

In allen Situationen agiert Herr XXX außerordentlich verantwortungsbewusst, zielorientiert, gewissenhaft und erzielt ausgezeichnete Arbeitsergebnisse. So war er maßgeblich an der erfolgreichen Einführung des für die XXX GmbH neuen Softwaresystems Autodesk Inventor/ Productstream beteiligt. Er war wesentlich dafür verantwortlich, dass dieses sehr komplexes Softwaresystem gezielt, effektiv und innerhalb des geplanten Projektzeitraums in Verbindung mit der Einführung einer neuen Produktserie eingeführt und erfolgreich angewendet wurde.

Hervorzuheben ist seine hoch entwickelte Fähigkeit, stets konzeptionell und konstruktiv zu arbeiten, sowie seine immer präzise Urteilsfähigkeit.

Insbesondere beherrscht er das 3D-CAD-Systems Autodesk Inventor in Verbindung mit dem Datenmanagementsystem Autodesk Productstream sehr gut. Durch Teilnahme an mehrtätigen Schulungsblöcken hat Herr XXX diese Kenntnisse stets erweitert und vertieft.

Des Weiteren verfügt er über sehr gute Kenntnisse der Parametrisierung der Baureihenkonstruktion mit dem Softwaresystem Inventor.

Herr XXX kommt mit allen Ansprechpartnern sehr gut zurecht und begegnet ihnen immer freundlich, offen und zuvorkommend. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzen, Kollegen und externen Ansprechpartnern ist jederzeit vorbildlich. Er hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zur unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung sind wir gezwungen, betriebsbedingte Umstrukturierungsmaßnahmen eizuleiten. Wir können Herrn XXX daher leider in absehbarer Zeit nicht weiter beschäftigen.

Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich und danken Herrn XXX für die bisherige sehr gute Zusammenarbeit.

Xxxxx, 23. Juli 2009

…zwei Unterschriften……

Guten Tag.

Drei bis zwei Bemerkungen zu diesem Zeugnis, das mir insgesamt sehr gut zu sein scheint (fast ein bisschen zu gut angesichts der kurzen Beschäftigungsdauer):

  • Es sind ein paar Schreibfehler vorhanden, wie „Stiel“ anstatt „Stil“, die im Original niocht so stehen dürfen.

  • Siehe auch die einleitende Bemerkung: auch in schlechten Zeiten wird man sich, gerade in einem Bereich wie Entwicklung/Konstruktion, nicht ausgerechnet von einem Spitzenmann - und so würde ich den Zeugnisempfänger einstufen - trennen (da schmeißt man m.E. eher fünf Erbsenzähler raus als einen kreativen Entwickler). Liegt hier evtl. ein Kuhhandel vor (=ich gebe dir ein Spitzenzeugnis, wenn du kein Trara machst), oder steckt ein Sozialplan o.dgl. hinter der Personalauswahl? [Immer vorausgesetzt, die Passage am Schluss ist wirklich so gemeint, dass die Kündigung nur noch eine Frage der Zeit ist]?

  • Von wem sind die zwei Unterschriften (Leiter Personalabteilung + Leiter Konstruktion wäre passend; Personalsachbearbeiter + noch ein Peronalsachbearbeiter eher nicht)?

Ansonsten finde ich bei der Durchsicht nichts Inhaltliches zu mäkeln.

Gruß Eillicht zu vensre

Öhm…
Abgesehen davon, dass es sehr lang ist und man als Leser scheinbar durch die Menge an Information verwirrt werden soll:

Zu den Aufgabenschwerpunkten … Gestellkonstruktion … konstruktiven Änderungen …Festigkeitsberechnungen … Stabilitätsberechnungen … Konstruktion

Dann kommen erstmal die üblichen Lobhudeleien, allerdings in Allgemeinplätzen. Nirgends wird erwähnt, dass er in einer dieser Aufgaben besondere Erfolge erzielt hat. Eigentlich wäre das okay hinreichend, wenn nicht danach das hier käme:

So war er maßgeblich an der erfolgreichen Einführung des Softwaresystems Autodesk Inventor/ Productstream beteiligt.
Er war wesentlich dafür verantwortlich, dass dieses sehr komplexes Softwaresystem gezielt, effektiv und innerhalb des geplanten Projektzeitraums in Verbindung mit der Einführung einer neuen Produktserie eingeführt und erfolgreich angewendet wurde.

Das hat überhaupt nichts mit der eigentlichen Tätigkeit zu tun, aber dieses Projekt hat er ganz konkret „gezielt, effektiv und termingerecht“ gemacht. Wenn man dieses Fallbeispiel schon erwähnt: hat er derartige Erfolge bei seinen fachlichen Einsätzen missen lassen?

Hervorzuheben ist seine hoch entwickelte Fähigkeit, stets konzeptionell und konstruktiv zu arbeiten, sowie seine immer präzise Urteilsfähigkeit.

Besserwisserischer Erbsenzähler?

Insbesondere beherrscht er das 3D-CAD-Systems Autodesk Inventor in Verbindung mit dem Datenmanagementsystem Autodesk Productstream sehr gut.

Dass er ein Tool beherrscht ist ja schön und gut, aber was würde man sagen „Herr X war als Handwerker tätig. Er beherrscht den Hammer und den Schraubenzieher sehr gut.“ Klingt irgendwie… ehm selbstverständlich?

Durch Teilnahme an mehrtätigen Schulungsblöcken hat Herr XXX diese Kenntnisse stets erweitert und vertieft.

Jeder, der übliche „Schulungsblöcke“ kennt, fragt sich jetzt ernsthaft was das im Zeugnis zu suchen hat.

Des Weiteren verfügt er über sehr gute Kenntnisse der Parametrisierung der Baureihenkonstruktion mit dem Softwaresystem Inventor.

Den Satz verstehe ich technisch, aber nicht logisch im Zusammenhang.
Was sagt uns das jetzt - außer dass er sein Tool bedienen konnte?

Herr XXX kommt mit allen Ansprechpartnern sehr gut zurecht und begegnet ihnen immer freundlich, offen und zuvorkommend. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzen, Kollegen und externen Ansprechpartnern ist jederzeit vorbildlich.

Hatte er nicht auch was mit Kunden zu tun? Also aus dem OEM Bereich?

Er hat die ihm übertragenen Aufgaben stets zur unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Da er aber scheinbar auch an einigen Stellen Verantwortung übernommen hat, könnte man erwarten, dass er auch die nicht übertragenen Aufgaben gut gemacht hat. Darüber sagen wir aber nichts.

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung sind wir gezwungen, betriebsbedingte Umstrukturierungsmaßnahmen eizuleiten.

Die natürlich konzeptionelle und Arbeit und Anpassung unnötig machen oder warum braucht man diese Rolle dann nicht mehr?

Wir können_wollen_ Herrn XXX daher leider in absehbarer Zeit nicht weiter beschäftigen.

Wir können absehen, dass Herr XXX in dieser Position nicht mehr lange tätig sein wird. Da wir jedoch kein Problem damit haben, ihn zu verlieren (er ist schließlich kein wertvoller Mitarbeiter) machen wir uns auch keine Mühe, mal zu schaun ob wir ihm eine andere Position anbieten könnten.

Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich …

Aber nicht, dass wir Herrn XXX verlieren…

und danken Herrn XXX für die bisherige sehr gute Zusammenarbeit.

Aber nicht für seine Resultate…
… und wünschen ihm auch nichts für die Zukunft.

Xxxxx, 23. Juli 2009

…zwei Unterschriften……

Sekretärin und Putzfrau?


Das Zeugnis klingt zuerst mal ganz toll, verfängt sich aber dann in Widersprüche, Redundanzen und am Schluss erklärt man indirekt, dass man Herrn XXX eigentlich nur loswerden will.

Dadurch wird alle obenstehende Lobhudelei in den Bereich der Ironie gedrängt und das Ganze gleitet in den Bereich eines recht mäßigen Zeugnisses hinunter.

Gruss,
Michael

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Arbeitsstil war ein Schreibfehler von mir, sory.
Wir haben tatsächlich weniger Aufträge und wie es in großen Unternehmen üblich ist,kommt halt zu Stellenabbau. Ich bin ledig, keine Kinder und der jüngste in der Firma:frowning:. Ja Unterschriften sind von Personalleiter und Abteilungsleiter. Danke für deine Hilfe

Murks
Hallo,

klingt für mich als ob da bereits nachträglich herumgemurkst worden ist.

Zwischenzeugnis

Herr XXX XXX, geboren am x. Dezember 1980, ist seit dem 1.
August 2008 als Konstrukteur im Bereich Entwicklung/
Konstruktion bei der XXX GmbH tätig.

Die XXX GmbH ist innerhalb der XXX XXX verantwortlich für das
xxx-Geschäft. Als einer der führenden Hersteller von XXX, mit
internationalen Produktionsstätten und einer weltweiten
Verkaufs- und Serviceorganisation, greift XXX auf mehr als xx
Jahre Erfahrung in der Entwicklung, Produktion und dem
Vertrieb dieser Produkte zurück.

Soweit ok.

Zu den Aufgabenschwerpunkten von XXX innerhalb der
Gestellkonstruktion gehört die auftragsbezogene Durchführung
von konstruktiven Änderungen an bestehenden
Basiskonstruktionen, Festigkeitsberechnungen gemäß den
Druckbehälterstandards DGR 97/23/EG, AD2000-Merkblättern und
dem weltweit gültigen US-amerikanischen ASME-Standard VIII/1
und Stabilitätsberechnungen gemäß den deutschen, europäischen
und weltweit gültigen Standards und Normen. Weiterhin ist Herr
XXX mit der Konstruktion von Standardbautypen beauftragt, die
für besondere OEM-Kunden erforderlich sind.

Das ist viel zu detailliert und klingt deshalb aufgeblasen, so als ob man krampfhaft nach Worten gesucht hätte.
man bekommt den Eindruck dass man ihm die Normen vorkauen musste anstatt dass er selbst herausfindet, welche Normen überhaupt gelten.

Herr XXX verfügt über sehr gute fundierte Fachkenntnisse, die
er in seiner täglich anfallenden Arbeit immer sicher und
effizient einsetzt. Er erledigt seine Aufgaben mit
beispielhaften Engagement und sehr großem persönlichem Einsatz
während seiner gesamten bisherigen Beschäftigungszeit in
unserem Unternehmen.

Allgemeine und substanzlose Lobhudelei.

Aufgrund seiner präzisen Analysefähigkeiten findet er
hervorragende Lösungen, die er konsequent und erfolgreich in
die Praxis umsetzt. Dank seiner sehr schnellen Auffassungsgabe
hat sich Herr XXX innerhalb kürzester Zeit in sein komplexes
Aufgabengebiet eigearbeitet. Auch in schwierigen Situationen
ist er gut belastbar und handelt stets ruhig und überlegt.
Vertrauenswürdigkeit und absolute Zuverlässigkeit zeichnen
seinen Arbeitsstiel jederzeit aus.

Weiterhin allgemeine Lobhudelei.

In allen Situationen agiert Herr XXX außerordentlich
verantwortungsbewusst, zielorientiert, gewissenhaft und
erzielt ausgezeichnete Arbeitsergebnisse. So war er maßgeblich
an der erfolgreichen Einführung des für die XXX GmbH neuen
Softwaresystems Autodesk Inventor/ Productstream beteiligt. Er
war wesentlich dafür verantwortlich, dass dieses sehr
komplexes Softwaresystem gezielt, effektiv und innerhalb des
geplanten Projektzeitraums in Verbindung mit der Einführung
einer neuen Produktserie eingeführt und erfolgreich angewendet
wurde.

Klingt stark übertrieben und nachträglich bearbeitet.
Jetzt ist zum Ersten Mal von Ergebnissen die Rede, wenn auch nur am Rande und indirekt, denn er war ja nur „dabei“.

Hervorzuheben ist seine hoch entwickelte Fähigkeit, stets
konzeptionell und konstruktiv zu arbeiten, sowie seine immer
präzise Urteilsfähigkeit.

Bla. Das steht implizit bereits in vorhergehenden Abschnitten.
Klingt wie nachträglich eingefügt.

Insbesondere beherrscht er das 3D-CAD-Systems Autodesk
Inventor in Verbindung mit dem Datenmanagementsystem Autodesk
Productstream sehr gut.

Das gehört viel weiter hinauf oder am besten komplett gestrichen. Es ist für einen Konstrukteur eine banale Selbstverständlichkeit.

Durch Teilnahme an mehrtätigen

Schulungsblöcken hat Herr XXX diese Kenntnisse stets erweitert
und vertieft.

Naja…

Des Weiteren verfügt er über sehr gute Kenntnisse der
Parametrisierung der Baureihenkonstruktion mit dem
Softwaresystem Inventor.

Auch das gehört zu Standardrepertoire eines Konstrukteurs und ist keinen Extra Satz wert. Das gehört als Stichpunkt viel weiter nach oben.

Herr XXX kommt mit allen Ansprechpartnern sehr gut zurecht und
begegnet ihnen immer freundlich, offen und zuvorkommend. Sein
Verhalten gegenüber Vorgesetzen, Kollegen und externen
Ansprechpartnern ist jederzeit vorbildlich.

gut

Er hat die ihm
übertragenen Aufgaben stets zur unserer vollsten Zufriedenheit
erfüllt.

Auch das gehört nicht hier her, sondern in die Nähe der fachlichen Erfolge.

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung sind wir gezwungen,
betriebsbedingte Umstrukturierungsmaßnahmen eizuleiten. Wir
können Herrn XXX daher leider in absehbarer Zeit nicht weiter
beschäftigen.

ok.

Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich und danken
Herrn XXX für die bisherige sehr gute Zusammenarbeit.

Das bedauern bezieht sich explizit NICHT auf das baldige Ausscheiden!
Und Glückwünsche für die Zukunft fehlen komplett!
Das ist beides zusammen wirklich schlecht.

Also insgesamt denke ich ist das kaum besser als 4.
Vieles was auf den ersten Blick positiv klingt ist entweder inhaltlos, aufgeblasen, selbstverständlich oder einfach nur überflüssig.
Fachliches ist wenig drin und wenn, dann zweideutig lesbar, als ob man dem Kandidat alles vorkauen musste.

Was auch immer der Schreiber wollte, in dieser Form ist es ab der Firmenbeschreibung komplett vermurkst.

Gruss,
TR