Zwischenzeugnis, wie gut ist es wirklich ?

An alle Spezialisten in diesem Forum. Ich bin froh euch gefunden zu haben.
Ich habe nach über 35 Jahren wegen einer Betriebsschließung die Kündigung bekommen. Jetzt habe ich mein ZZ in der Hand und frage mich ob es wirklich so gut ist wie es sich liest ?
Ist zwar viel Text aber vielleicht kann sich trotzdem jemand die Zeit nehmen und einmal drüber schauen. Schon mal im voraus vielen dank.

Herr …, geboren am … in …, ist seit dem 1.August 1971 in der heutigen … GmbH beschäftigt.
Zunächst absolvierte Herr … erfolgreich seine Ausbildung zum Starkstromelektriker und war im Anschluss in seinem erlernten Beruf tätig. Hierzu verweisen wir auf unser Zeugnis vom 17. August 1987.
Zum 1. Januar 1989 wurde Herr … als Arbeitsplaner in das Angestelltenverhältnis übernommen. Sein Aufgabenbereich umfasst das Bearbeiten von kunden- und werksinternen Zeichnungsaufträgen, das Erstellen von Vergleichskalkulationen und Kostenrechnungen. Bei Bedarf erstellt Herr … Arbeitszeitstudien und dokumentiert diese in den Vorgabezeiten und Angebotstabellen. Dabei hält er ständig Kontakt zu den angrenzenden Abteilungen Konstruktion und Projektierung. Die von Ihm erstellten komplexen Kalkulationsprogramme haben für einen otimierten Arbeitsablauf innerhalb der Fertigungsplanung gesorgt.
Im Jahre 2001 arbeitete Herr … maßgeblich in einem Team bei der Erstellung eines neuen Lagerkonzeptes mit. Im gleichen Jahr wurde Herrn … als erweitertes Aufgabengebiet die Disposition des Lagers und des Kanbanmaterials übertragen, um die planungsgerechte Bevorratung des technischen Materials zu gewährleisten.
Seit dem Jahr 2006 übernimmt Herr … zusätzlich die Aufgaben des operativen Einkaufs. Er überwacht und pflegt die Bestell- und Lieferdaten und übernimmt bei Engpässen die Koordination.
Für seine Aufgaben stehen ihm hierzu die gängigen MS Office Anwendungen sowie SAP R3 zur Verfügung.
Herr … verfügt über fundierte Fachkenntnisse, welche er in seinem Aufgabengebiet erfolgreich einsetzt. Er zeigt stets Initiative und großen Fleiß. Er besitzt eine schnelle Auffassungsgabe und zeigt sich auch in schwierigen Situationen souverän und flexibel.
Herr … erledigt die ihm gestellten Aufgaben mit großer Sorgfalt und Genauigkeit. Er findet stets optimale Lösungen, die sich auch kostengünstig in die Praxis umsetzen lassen. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen ist jederzeit einwandfrei.

Gruß

ulke

Moin Ulke,

da Dir leider noch kein anderer hier im Brett ein Feedback gegeben hat, will ich es mal versuchen.

Vom Grundsatz her halte ich das Zeugnis für recht gut und die sehr lange Betriebszugehörigkeit spricht auch für sich (einem schlechten MA hätte man sich früher entledigt und erst recht keine weiterführenden Aufgaben übertragen).

Die lange Betriebszugehörigkeit wirkt sich meistens jedoch negativ aus, als dass potentielle Arbeitgeber hinter solch einem Bewerber weniger die Loyalität sehen, als vielmehr fehlende Flexibilität unterstellen oder auch eine sehr geringe Risikobereitschaft (die ja u.U. öfters gefordert ist). Daher wäre es wichtig die Flexibilität ganz explizit zu erwähnen und vielleicht auch ein gewisses Quentchen Entscheidungsfreudigkeit einbauen zu lassen (wenn dem denn auch so ist:wink:)…

Leider erschleicht sich mir der Eindruck, dass der Schreiber nicht sonderlich häufig AZ/ZZ schreibt. In einem AZ/ZZ gilt folgendes abzuklären: sind die Themen „Arbeitsbefähigung, Wissen, Arbeitsweise, Arbeitserfolg, Sozialverhalten sowie eine zusammenfassende Leistungsbeurteilung“ ALLE erwähnt und beurteilt?! Da die zusammenfassende Leistungsbeurteilung fehlt, könnte man schnell den Eindruck erlangen, dass Du nicht „stests zur vollen/vollsten Zufriedenheit“ Deiner Bosse gearbeitet hast.Ferner klingt in meinen Ohren der Satz mit der Software etwas holprig:

Für seine Aufgaben stehen ihm hierzu die gängigen MS Office
Anwendungen sowie SAP R3 zur Verfügung.

klar steht Dir (heutzutage ja nahezu in jedem Job) Software zur Verfügung, aber so wie der Satz lautet vollende ich den Satz im Geiste etwa „…die er aber gar nicht (ausreichend) nutzt…“ o.ä. Besser wäre hier (immer vorausgesetzt es trifft der Wahrheit zu) „…die er umfassend/sicher/…beherrschte“ oder auf ähnliche Weise den Satz ergänzt.

Sollte es von einem ZZ zu einem AZ kommen muss dringend das Bedauern ausgedrückt werden, dass man Dich verliert + Dir privat wie beruflich die besten Wünsche mit auf dem Weg gibt…

Greetz