Zyklische, plötzliche, starke kurseinbrüche

hallo.

habe ein bißchen geld in verschiedene aktienfonds angelegt.
dabei ist mir eine sache aufgefallen: es scheint zyklisch zu plötzlichen, starken kurseinbrüchen zu kommen, auf die man kaum reagieren kann.
letzter „stichtag“ war ende februar. man vergleiche z.b. die charts von Fidelity Funds China Focus" (ca. -12,5%) und „SAM Sustainable Water Fund“ (ca. -6,5%).
bei aktien wie z.b. der „Deutschen Telekom“ ging’s ende februar/anfang märz auch ziemlich bergab (ca. -8,5%).

daß die eine oder andere branche aufgrund bestimmter ereignisse mal relativ kurzfristig relativ stark einbricht, ok - aber hier geht’s um drei völlig verschiedene bereiche.
warum ist es trotzdem so, daß alle werte im gleichen zeitraum so stark nachlassen?

gruß

michael

Hallo,

nun könnte man auf Deine Fragen mit schlauen Sätzen antworten.
Schlau deshalb, weil auf Deine Frage einige Antworten möglich sind und unterschiedliche Sichtweisen existieren.

Fakt ist aber, das asiatische , lateinamerikanische und Branchenfonds in aller Regel volatiler sind als „konservative“ Aktien-Fondanlagen.

Zudem gehen viele Analysten davon aus, dass einige Aktienmärkte überbewertet sind, anders formuliert: es hat sich eine Blase gebildet - exkl. Japan.

Die Telekom ist eine Sondergeschichte. Ab und an werde ich belächelt, dass ich mir beim Kurstief diese „müde“ Aktie ins Depot gelegt habe.
(macht aber nichts, die „besten“ Entscheidungen trifft man selbst - und für falsche ist man selbst verantwortlich)

…der Telekom laufen immer noch die Kunden weg, die Margen sind nach wie vor unter Druck. Der Kundenservice ist immer noch recht bescheiden. Die Kosten für die ehemaligen Beamten sind ganz beträchtlich.

Dennoch: aufgrund der relativ hohen Dividendenrendite ist,meiner Meinung nach, der Kurs recht gut „abgesichert“.

Wichtig ist der Zeithorizont Deiner Geldanlage und die „richtige“ Mischung.

Ferner solltest Du kein Geld in in riskante Märkte investieren, auf dass Du in den nächsten Jahren evtl. angewiesen bist.

Offenbar hast Du deine Fonds zu „Höchstkursen“ gekauft. Vielleicht beschäftigst Du Dich mal etwas intensiver mit Japan und Technologiefonds - nach einer Börsenkorrektur. Soll heißen: im Moment
würde ich gar nichts kaufen - mal abgesehen von Fondsparplänen und Anlagen in Einzelwerten - Aktien, mit denen man sich „auskennt / beschäftigt“

Der wichtigste Rat (meiner Meinung nach): bechäftige Dich intensiv mit den Geldanlagen, bevor Du Dein Geld anlegst und nervöse Zuckungen bekommst ,-)

die klügsten Sprüche:
…das Timing ist wichtig;
…der Gewinn liegt im Einkauf;
…Schlaftabletten nehmen und hinlegen (Kostolony),
…aufwachen und 70% weniger Euros in der Schatulle (Detlev)

Du hast nicht gerade konservativ „angelegt“ - dessen solltest Du Dir
bewusst sein.

Statt Fidelity kann man sich auch mal Threadneedle Investment und andere Fond anschauen…übersteigert formuliert: Fidelity hat 8000 Fonds und fünf laufen ganz gut.

…viel Text, der mehr als Anregung gedacht ist - aber nicht den ultimativen Rat beinhaltet.

Gruß

Detlev

habe ein bißchen geld in verschiedene aktienfonds angelegt.
dabei ist mir eine sache aufgefallen: es scheint zyklisch zu
plötzlichen, starken kurseinbrüchen zu kommen, auf die man
kaum reagieren kann.
letzter „stichtag“ war ende februar. man vergleiche z.b. die
charts von Fidelity Funds China Focus" (ca. -12,5%) und „SAM
Sustainable Water Fund“ (ca. -6,5%).
bei aktien wie z.b. der „Deutschen Telekom“ ging’s ende
februar/anfang märz auch ziemlich bergab (ca. -8,5%).

daß die eine oder andere branche aufgrund bestimmter
ereignisse mal relativ kurzfristig relativ stark einbricht, ok

  • aber hier geht’s um drei völlig verschiedene bereiche.
    warum ist es trotzdem so, daß alle werte im gleichen zeitraum
    so stark nachlassen?

gruß

michael

Hallo Michael,

  1. Frage: Warum „plötzlich“?
    Diverse „Marktprofis“ haben seit Dezember vor einer Korrektur gewarnt, bzw. diese Vorhergesagt.
    Übrigens sagen sie für dieses Jahr weitere starke Schwankungen voraus.

  2. Frage: Was haben diese Märkte gemeinsam?
    Du hast in „Modemärkte“ investiert (China, Wasser und Dt. Aktien), die alle schon gut gelaufen sind. Wenn für solche Märkte alle optimistisch sind, werden mögliche Risiken lange nicht wahrgenommen. Irgendwann kommen diese durch ein Ereignis dann wieder ins Bewußtsein und diejenigen, die früh genug eingestiegen sind, nehmen ihre Gewinne mit und verkaufen.
    Generell reagieren Aktienmärkte oft sehr ähnlich (Korrelation), weil für die kurzfristigen Kurseinbrüche nicht rationelles Handeln verantwortlich ist, sondern Emotionen wie Angst und Gier.

Gruß Schorsch

Der wichtigste Rat (meiner Meinung nach): bechäftige Dich
intensiv mit den Geldanlagen, bevor Du Dein Geld anlegst und
nervöse Zuckungen bekommst ,-)

Das sollten alle Anleger beherzigen. Das Vertrauen in tolle Krawatten ist so hoch, dass man seinen eigenen Kopf offenbar nicht mehr anstrengen muss. Insofern ist die Investition in eine schöne Krawatte die mit der wahrscheinlich höchsten Rendite :smile:

die klügsten Sprüche:
…das Timing ist wichtig;

Ziemlich häufig schon. Kaufe ich wenn die Aktien gerade billig ist oder dann, wenn sie überteuert ist (z.B. Telekom, 2. Tranche)?

…der Gewinn liegt im Einkauf;

Siehe oben, gleiche Aussage :wink:

…Schlaftabletten nehmen und hinlegen (Kostolony),

Wenn man’s aus dem Zusammenhang nimmt, macht diese Aussage wahrlich keinen Sinn. Er wollte damit lediglich sagen, dass man seine Aktien nach dem Kauf liegen lassen soll und eben nicht hektisch alles umschichten soll, wenn alle Kurse plötzlich mal in den Keller gehen.

…aufwachen und 70% weniger Euros in der Schatulle (Detlev)

Wenn man vom Wecker aktiviert pünktlich zum Rentenbeginn seine Kurse ansieht, werden manchmal böse Überraschungen da sein. Deswegen sollte man diesen Wecker ein paar Jahre vorher klingeln lassen.

hallo schorsch.

  1. Frage: Warum „plötzlich“?
    Diverse „Marktprofis“ haben seit Dezember vor einer Korrektur
    gewarnt, bzw. diese Vorhergesagt.

eine ähnliche situation hatten wir auch schon im oktober 2006, und ich hab irgendwo im hinterkopf, daß es im märz 2006 auch so war.

  1. Frage: Was haben diese Märkte gemeinsam?
    Du hast in „Modemärkte“ investiert (China, Wasser und Dt.
    Aktien), die alle schon gut gelaufen sind. Wenn für solche
    Märkte alle optimistisch sind, werden mögliche Risiken lange
    nicht wahrgenommen. Irgendwann kommen diese durch ein Ereignis
    dann wieder ins Bewußtsein

aber für diese märkte sind die risiken doch unterschiedlicher natur…?
oder wäre das sowas wie eine „allgemeine verkaufsstimmung“, hervorgerufen durch irgendein markantes ereignis in der weltpolitik…?

und diejenigen, die früh genug
eingestiegen sind, nehmen ihre Gewinne mit und verkaufen.

wenn sie die chance haben, schnell genug zu reagieren. der „löwenanteil“ des einbruchs geschieht oft innerhalb eines tages. hier tut sich ottonormalanleger schwer, rechtzeitig zu verkaufen.

gruß

michael

hallo schorsch.

  1. Frage: Warum „plötzlich“?
    Diverse „Marktprofis“ haben seit Dezember vor einer Korrektur
    gewarnt, bzw. diese Vorhergesagt.

eine ähnliche situation hatten wir auch schon im oktober 2006,
und ich hab irgendwo im hinterkopf, daß es im märz 2006 auch
so war.

Ja, das kommt schon hin. Vorangegangen sind starke Anstiege und (zu) großer Optimismus im Markt. Das bedeutet, dass oft nur noch die Chancen gesehen werden, Risiken aber nicht eingepreist sind.

  1. Frage: Was haben diese Märkte gemeinsam?
    Du hast in „Modemärkte“ investiert (China, Wasser und Dt.
    Aktien), die alle schon gut gelaufen sind. Wenn für solche
    Märkte alle optimistisch sind, werden mögliche Risiken lange
    nicht wahrgenommen. Irgendwann kommen diese durch ein Ereignis
    dann wieder ins Bewußtsein

aber für diese märkte sind die risiken doch unterschiedlicher
natur…?
oder wäre das sowas wie eine „allgemeine verkaufsstimmung“,
hervorgerufen durch irgendein markantes ereignis in der
weltpolitik…?

In diesem Fall war es wohl eine Schwäche des chinesischen Marktes, der die Rückgänge ausgelöst hat.
Das ist dann wie bei einem entfernten Gewitter, wenn sich beim ersten lauten Donner in der Ferne ängstliche Haustiere irgendwo verkriechen…

und diejenigen, die früh genug
eingestiegen sind, nehmen ihre Gewinne mit und verkaufen.

wenn sie die chance haben, schnell genug zu reagieren. der
„löwenanteil“ des einbruchs geschieht oft innerhalb eines
tages. hier tut sich ottonormalanleger schwer, rechtzeitig zu
verkaufen.

Da niemand die Entwicklung vorhersagen kann, geht es dann meist nur um Risikobegrenzung. Hier ist es besser, von den z.B. 50 % Gewinn aus dem Chinamarkt 40 % mitzunehmen, als alles wieder zu verlieren.
Ausserdem spekulieren manche darauf, wieder billiger einsteigen zu können.

Der Otto hat meistens den Gewinn schonmal nicht gemacht, weil er mal weider zu spät eingestiegen ist :wink:.
Aber Du hast recht, auf so kurzfristige Aktionen kann der Privatanlager nicht reagieren. Bis er es merkt, den Fonds verkauft und er einen Kurs bekommt, ist meistens das Meiste schon passiert.
Ist aber nicht schlimm. Wie die Beispiele letztes Jahr und das im Februar zeigen, werde so kurze Schwankungen wieder ausgeglichen.
Da ist „Nixmachen“ am besten.

Nur, wenn die gesamtwirtschaftlichen Daten schlechter werden und die Unternehmensmeldungen insgesamt wieder negativer werden, sollte man sich langsam eine klare Verkaufsstrategie zurecht legen.

Gruß Schorsch

die börse atmet ein, die börse atmet aus
hallo michael,

komisch, ich beobachte die märkte auch, konnte aber in der zeit, weder plötzliche noch einbrüche bemerken. auch in deinem ausgangsposting behauptest du das, deine beispiele sagen aber etwas anderes aus.
was du beobachtest hast und dich verwundert, sind vorhersehbare, vorhergesagte, in ihrem ausmaß absolut normale korrekturen in kursverläufen an den aktienmärkten.
am montag waren in berlin 20°C, einen tag später nur noch 8°C. genauso ist es an den märkten. und so, wie das klima langfristig wärmer wird und es dennoch kältere phasen beim wetter gibt, steigen die börsenkurse langfristig an, aber es kommt ab und zu zu korrekturen. den letzen wirklichen einbruch hatten wir am 11.09.2001 und dann in den jahren 2002-2003.
außerdem mag dich eine prozentzahl erschrecken, wenn du sie nicht im zusammenhang betrachtest. du müsstest folgende faktoren gegenüberstellen: um wieviel sind die aktien im vorfeld gestiegen?
wo stehen die kurse heute?
dann wiederholst du das ganze 5 jahre später. ergebnis ist, daß du deinen angeblichen einbruch, die tatsächliche korrektur in der verlaufskurve kaum noch erkennst. nur der zacken vom 11.09.2001 ist noch deutlich erkennbar, obwohl er ein kurzfristiger einbruch war.
die börse atmet ein, die börse atmet aus.

strubbel
€:open_mouth:)