Hallo MH
Sorry, aber ich kann nicht täglich einsteigen.
Hmm, das einzige was ich an dem frisch geschliffenen Zylinder
messen konnte war die Rundheit auf drei Ebenen (2Maße im
Kreuz) und die ist 87,78mm bei allen Messungen bei einem
Kolben von 87,75 Nennmaß.
Sonst kann ich nur sagen: Optisch „Arschglatt“ ohne honspuren.
Genauer geht nicht, ist vielleicht bei dieser Art Motor
(Yamaha XT 500) auch nicht wirklich nötig?
Wenn ein honschliff nur 0.006mm tief ist, müsste man den doch
noch honen können, oder versteh ich was falsch?
Was ist denn das mindestspiel zwischen Kolben und Zylinder?
Wovon ist das abhängig?
Von der Kolbenlänge. Die Welligkeit und die Kolbenlänge, darin enthalten die Abstände der tragenden Kolbenringe, entscheiden, wann der berüchtigte Kolbenkipper auftritt.
Das von K.H. erwähnte Tragbild ist bei Kolben nicht wichtig, hier entscheiden die Ringe.
Mit Honen arbeitet man lediglich die Welligkeit im Längsprofil nach, moderne Motorenbauer tun das nicht mehr.
Unten meinte jemand dass man bei einem gebrauchten Zylinder
die Honspuren auch nicht sähe. Bei meinen 2 anderen
gebrauchten Zylindern ist dem auch so (Maße 87,25 +/- 0,02 in
unterster Messebene bei Nennmaß 87,25 bzw 87,05 +/- 0,06
maximal ebenfalls untere Ebene bei Nennmaß 87,00) aber da hieß
es anderweitig immer: Wenn man keine Honspuren mehr sieht (!),
hat sich der Kolben (Ringe) an die Buchse angepasst.
Man sollte nicht vergessen, dass die Buchse weich ist gegen die Ringe.
der Zylinder Riefen aufweist oder nicht mehr rund ist dann
müsse man auf das nächste Übermaß gehen, also bei beiden.
Ich fahre jetzt am WE zu einem Freund der mir hilft den
kompletten Motor zu richten. Er ist aber auf dem Standpunkt
den Zylinder müsse man auf das nächste Übermass bringen und
honen. Dabei urteilt er v.a. nach Sicht aus Erfahrung.
Ich möchte den Zylinder aber in dem Übermass das er jetzt nach
dem Schliff hat nutzen (ein neuer Kolbensatz kostet ja auch
nochmal 150 Euronen).
Und jetzt verrate ich Dir den ultimativen Trick, aber bitte nicht weitersagen.
Das Kurbelgehäuse wird mit Pressluft beaufschlagt, nicht wird bewegt die Ventile sind geschlossen, kann man damit auch gleich prüfen, am Kerzensitz wird der durchgelassenen Druck gemessen.
Achtung: höhere Drücke bringen höhere Verluste.
Erfahrungswert: 6 bar Aufschlagdruck, ca. 5,2 bar Haltedruck ist gut.
Der Wirkungsgrad einer 4T Brennmaschine hängt auch von der Dichtheit der Ventile ab. Das kann man nicht getrennt behandeln.
Gruß
Rochus