hat jemand von Euch Erfahrung mit Zysten im Hirn direkt hinter der Stirn links? Durchmesser ca. 3x4 cm. Sagen wir, die Zyste hat sich über viele Jahre dort langsam entwickelt und auf den CT bzw. MRT-Bildern sieht die Ärztin keinerlei Quetschung des Hirns, aber es ist eben diese große Zyste zu erkennen.
Hat da jemand Erfahrung mit? Sollte man dahingehend neben der jährlichen Kontrolluntersuchung was unternehmen? Weiß jemand, wie das ablaufen würde, wenn man die Zyste „entfernt“ bzw. ja eher „entleert“? Könnte das Komplikationen bringen, weil sich das Hirn dort auf einmal wieder „entspannt“ usw.?
Gehen wir mal davon aus, dass es keine Symptome im Alltag gibt und die Ärztin behauptet, dieser Bereich sei für die Verhaltensweise eines Menschen zuständig - im blödsten Fall kann es zu aggressiven Verhalten oder Depression kommen. Aber gut, depressiv oder „traurig“ ist jeder Mal - vor allem in schwierigen Zeiten. Wie soll man da „normal“ von „symptomatisch durch die Zyste“ unterscheiden können?
Das Thema interessiert mich und ich bin gespannt auf Eure Antworten (bitte nichts alá „Frag den Arzt“, Danke!)
Ja, der Bereich ist wirklich auch für das Verhalten zuständig, für die Blockierung von unadäquatem Verhalten und der Einleitung von angemessenem Verhalten, Unterdrückung von aggressivem Verhalten, etc.
Aber der Bereich (PfC) ist noch vielfältiger.
Wenn die Zyste weiter wächst, also die Substanz in der Zyste weiter zunimmt, kann es zu Quetscherscheinungen kommen.
Nein, es sollten keine „Entspannungsquetschungserscheinungen“ durch das Beseitigen der Zyste auftreten. Jedoch könnte man selbst bei der OP Strukturen beschädigen. Die genaue Lokalisation der Zyste (die angrenzenden Bereiche) ist entscheidend.
Solange keine Beschwerden auftreten, würde ich es dabei belassen, treten neurologische Beschwerden auf, sollte operiert/drainiert werden.
Vielen Dank für die freundliche Antwort! Können Sie mir bitte ein wenig detaillierter erläutern, was Sie z.B. mit „Blockierung von unadäquatem Verhalten“ meinen? Ein Beispiel vielleicht? In etwa sowas wie dass jemand auf einmal ganz peinlich auf der Straße ohne Grund rumschreit oder meinen Sie etwas Anderes?
Wie würden sich Quetscherscheinungen bemerkbar machen? Kann die Zyste an diesem Ort auch für Mattigkeit verantwortlich sein bzw. manchmal resignierender Verhaltensweise?
Sagen wir, die Zyste war 2001 das erste Mal auf einem CT-Bild zu sehen, aber wurde vom Arzt nicht angesprochen - sondern nachträglich auf den Bildern entdeckt. Da war die Zyste noch sehr klein. Nun im Jahr 2013 ist sie ca 3x4cm groß - was sagen Sie dazu?
Mit der Funktion habe ich gemeint, dass Aktionen, die bei uns unangemessen sind, blockiert werden, also ein Mensch, der sich früher kontrollieren konnte nicht zu Fluchen, auf den Boden Spucken, obszöne Gesten machen und zeigen etc., nach solchen Schädigungen oft keine Hemmungen diesbezüglich mehr hat. Zudem könnten bei Schäden Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Von einer ruhigen, reaktiven Person zur aggressiven impulsiven nach solch einem Schaden. Der bekannteste in der Geschichte gemeldete Fall diesbezüglich ist von Pinheas Gage.
Dieses spontane Rumschreien mancher Menschen könnte von dem auch kommen, es gibt aber auch andere Erkrankungen, z.B. neurologische Ticks, wo das Gestikulieren von vulgären Gesten und Umherwerfen mit Fäkalwörtern auftreten können.
Also primär ist der Bereich auch für die Unterdrückung von Aggressionen zuständig - sodass Läsionen eher zu einer Unterdrückung der Unterdrückung der Aggression, also kurz gesagt zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft führen.
Die Quetschungssymptome würden sich generell in erhöhter Aggression, Verhaltensänderungen und in einer Art von „schlechtem ungezügelten Benehmen“ äußern.
Das heißt, dass die Zyste langsam wächst. Das Gehirn ist zwar in seinem Volumen relativ begrenzt durch den Schädel, aber trotzdem hat die Zyste Freiraum, sich entlang der Hirnoberfläche zu expandieren.
Nun ja, irgendwann ist der Freiraum trotzdem begrenzt und dann kann es sein, dass die Zyste auf das Gehirn drückt, Gefäße verengt und Bereiche quetscht.
Es kommt immer auch darauf an, wie alt der Patient ist, aber sollte das Gehirn dann in irgend einer Weise davon beeinträchtigt oder beindert werden, dann ist eine OP/ Drainage der Zyste angezeigt.
Das sollte aber direkt mit dem Arzt bzw. Neurochirurgen besprochen werden, da er/sie die ganzen Befunde und Bilder hat und die Situation sicherlich besser einschätzen kann, und außerdem hat der Arzt die Praxis auf dem Gebiet, was unerschwinglich (gerade auf dem Gebiet) ist.