Ich habe heute Abend ein Gespräch mit meiner 11jährigen Tochter gehabt, welches von ihrer Seite ausging. Ich will vielleicht dazu erwähnen, dass sie in die 6. Klasse geht und deshalb ihr Umfeld zu größeren Teilen aus Kindern besteht, die 1 - 1,5 Jahre älter sind.
Es ging also heute darum, dass „alle schon einen Freund hatten, nur sie nicht“, dass sie Angst hat, dass „es nie einen Jungen geben wird, der sie liebt“ und dass sie „völlig verrückt geworden sein müsse“, da sie sich selbst befriedige - und das obwohl sie doch erst 11 sei. Baff. Das saß alles. Zunächst haben wir das Thema Selbstbefriedigung (hoffentlich) geklärt, ich war ziemlich geschockt, dass das für sie scheinbar ein Problem war - dachte ich doch immer, ich hätte sie recht offen erzogen. Naja, ich hoffe, ich konnte ihr vermitteln, dass das mit zu den normalsten Dingen der Welt gehört und nichts mit verrückt sein zu tun hat. Allerdings hatte sie diesbezüglich wohl auch ein Negativ-Erlebnis in der Schule.
Dann das Jungenthema: Klar wird das allmählich interessant, kein Thema, aber so knallhart, wie ne 50jährige Jungfer, das hatten wir noch nicht. Eigentlich ist sie im Alltag auch doch noch eher Kind. Und da frag ich mich: hat man da echt schon so Gedanken??? Oder hat das was mit dem Altersunterschied zu den anderen Mädels zu tun? Oder muss ich mir echt ernsthaft Sorgen machen? Ich fühl mich total bescheuert mit meiner Antwortlosigkeit.
Nun dachte ich mir, jetzt in den Nachwehen des Gesprächs, vielleicht tun gute Bücher Not? „Pubertät für Dummies“ oder sowas. Kann mir da jemand was empfehlen?
Es ging also heute darum, dass „alle schon einen Freund
hatten, nur sie nicht“, dass sie Angst hat, dass „es nie einen
Jungen geben wird, der sie liebt“ …
Vielleicht sprichst du mit ihr mal darüber, wie sie denn auf diese Idee kommt. Es scheint ja eine gewisse Erwartungshaltung in der Klasse zu herrschen, dass man mit 12 oder so schon einen Freund haben oder wenigstens gehabt haben muss. - Es ist klar, dass in einer solchen Athmosphäre viele sich einen Freund zulegen, nur um nicht die einzige zu sein, die noch keinen Freund hatten. Vielleicht ist das bei vielen so. Möglicherweise spielt sich bei den dazugehörenden Jungs etwas ähnliches ab. -
Vielleicht fragst du sie mal, ob es so sein könnte, und dann kann sie sich ja die Frage stellen, ob es denn wirklich so wichtig ist, sich nur für die Klasse einen Freund zuzulegen.
Das „normale“ Alter für den richtigen Freund gibt es ja nicht, aber 11 ist doch ziemlich früh. Sag ihr, dass viele (vielleicht nicht an ihrer Schule, aber woanders) auch erst mit 13, 14 oder 15 ihren ersten Freund haben, und dass auch 17 noch früh genug ist.
Oder liegt das Problem eher darin, dass sie sich nicht für liebenswürdig hält? Hat sie Probleme mit dem Selbstbewusstsein? Bis zu einem gewissen Grade ist das allerdings ziemlich normal in dem Alter.
Es ging also heute darum, dass „alle schon einen Freund
hatten, nur sie nicht“, dass sie Angst hat, dass „es nie einen
Jungen geben wird, der sie liebt“ …
Auch hallo,
kann mich deutlich daran erinnern, dass es mir auch so ging. ich war fest davon überzeugt, dass ich so potthässlich bin, dass mich eigetnlich kein Mensch mag. Rede mit deiner Tochter drüber, ich hatte niemanden, mit dem ich das besprechen konnte. Und vor allem: nimm sie renst. Mit Sprüchen: Du bist schön so, wie du bist oder so ist ihr nämlich nicht geholfen. Mir ist das problem - mehr oder weniger gut überspielt - bis heute geblieben und dass trotz mehrere längerer oder kürzerer Beziehungen. Wobei das Ganze nicht unbeding einen rein sexuellen bzw. auf’s andere Geschlecht bezogenen Hintergrund hat, sondern eher mit einem selbst - also mit mangelndem Selbstbewusstsein - zu tun hat. Bei Klassentreffen (20 Jahre später redt sich’s leichter) hat sich übrigens rausgestellt, dass mich die anderen für superselbstbewusst und nicht unbedingt soooo unattraktiv hielten. Und die meisten, die damals so getan haben, hatten in Wirklichkeit noch gar keinen Freund…
Nun, ich denke, es geht noch nicht so wirklich um einen „richtigen“ Freund, nur um überhaupt ein männliches Wesen außerhalb der Familie, von dem sie gemocht wird. Letzteres hat sie auch so ähnlich formuliert. Im Moment sind die Jungs in der Klasse ziemlich schwierig (sagt auch der Lehrer: Platzhirschverhalten). Ich weiß, dass es ein paar darunter gibt, die meiner Tochter sagen, sie sei hässlich (was sie eindeutig nicht ist, aber man kann sie gut damit ärgern), dazu kommen die Mädels, die von ihr erwarten, dass sie dick geschminkt in die Schule kommt. Ich versuche ja überall Kompromisse zu machen, also ihr eigenes Alter verbunden damit, dass sie trotzdem in der Klasse mit dem was sie darf nicht total außen vor steht, aber mal ehrlich: Mit 11 Jahren muss man doch wirklich nicht von Bräunungscreme über Eyeliner bis zum Lippenstift alles besitzen und anwenden, oder?
Ich denke, es fehlt ihr an Bestätigung außerhalb der Familie. Wir sind vor eineinhalb Jahren hergezogen, etwas wie eine „beste Freundin“ hat sie nicht und das fehlt natürlich. Ich hab etwas Bammel, dass sie sich nun zu früh an Jungs schmeißt, um dieses Defizit damit vermeindlich auszugleichen. Horrorvorstellung. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob ich das Gespräch von gestern damit nicht überbewerte.
nun, ich rede natürlich mit ihr darüber, auch über die Tatsache dass bei den anderen sehr viel mehr Schein als Sein dahinter steckt, aber waren das bei Dir auch schon Probleme mit 11??? Ich hätt mal gedacht das geht locker erst ein bis zwei Jahren so los.
Nun, ich denke, es geht noch nicht so wirklich um einen
„richtigen“ Freund, nur um überhaupt ein männliches Wesen
außerhalb der Familie, von dem sie gemocht wird.
Ich denke, es fehlt ihr an Bestätigung außerhalb der Familie.
Wir sind vor eineinhalb Jahren hergezogen, etwas wie eine
„beste Freundin“ hat sie nicht und das fehlt natürlich.
damit zeigst Du doch auch schon einen Weg auf. Welche Aktivitäten außerhalb der Familie hat Deine Tochter außer Schule? Gerade wenn sich soziale Möglichkeiten auf Familie und Beruf (in dem Fall halt Schule) beschränken, ist es wirklich schwierig, alle Interessen und Bedürfnisse abzudecken.
Ich hab etwas Bammel, dass sie sich nun zu früh an Jungs schmeißt,
um dieses Defizit damit vermeindlich auszugleichen.
Horrorvorstellung. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob
ich das Gespräch von gestern damit nicht überbewerte.
Kann sein, kann auch nicht sein. Ich würde versuchen, andere Sozialkontakte außer Schule in die Wege zu leiten, dort ist vielleicht auch der Austausch mit wirklich Gleichaltrigen eher möglich (ich war übrigens selber 11 in der 6. und die jüngste mit einem Jahr Abstand zu den anderen Mädchen).
neben der Schule geht sie in einen Schwimmverein, 2-3 mal pro Woche, nimmt auch erfolgreich an Wettkämpfen teil und kommt dort mit Jungs wie Mädels gut zurecht. Allerdings geht es da wirklich mehr um den sportlichen Ehrgeiz, der Verein ist klein, altersmäßig liegen die Kids zwischen 7 und 15 und das bei, ich weiß nicht genau, etwa 10 Kindern in ihrer Gruppe. Da ist nicht sooo die Auswahl.
Ein Mädel hat sie in der Nachbarschaft, mit der sie gut zurecht kommt und mit der sie sich hin und wieder verabredet und die auch in ihrem Alter ist (wohnen auf dem Land, da gibt es wiederum auch nicht Haufen von Kindern). Jo, das war es soweit außerhalb der Schule.
Weitere außerschulische Dinge da rein zu packen ist zeitlich schon schwierig. Das Schwimmen ist ihr heilig, das zu reduzieren käme einer Strafe gleich. Aus der Schule ist sie erst gegen 14:00 Uhr zurück, dann essen, dann Hausaufgaben, selbst für´s Schwimmen wird es dann oft schon knapp. Wir hätten hier noch einen Sportverein in der Nähe, aber da sind auch wiederum mehrere Kinder aus ihrer Klasse drin, das ist wohl eher nicht Sinn der Sache.
neben der Schule geht sie in einen Schwimmverein, 2-3 mal pro
Woche, nimmt auch erfolgreich an Wettkämpfen teil und kommt
dort mit Jungs wie Mädels gut zurecht.
Ein Mädel hat sie in der Nachbarschaft, mit der sie gut
zurecht kommt und mit der sie sich hin und wieder verabredet
und die auch in ihrem Alter ist (wohnen auf dem Land, da gibt
es wiederum auch nicht Haufen von Kindern). Jo, das war es
soweit außerhalb der Schule.
würde ich tatsächlich darauf verweisen, dass die Jungs in der Schule eben doof sind. Das muss dann einfach mal so plakativ rübergebracht werden in dem Alter (Achtung, selber Provokation!)
Und dass die Mädchen alle älter sind, ist auch vielleicht ein mögliches Argument. Nicht empfehlen kann ich aus eigenem Erleben (Umgang meiner Eltern mit mir: „Die anderen haben viel hübschere Sachen zum Anziehen als ich!“ „Dafür bist Du gescheiter“), auf die Fähigkeiten im Sport gegenüber vermeintlichen oder tatsächlichen Nachteilen zu verweisen. Das kann Kinder auf eingleisige Einstellungen setzen.
Schule oder Klasse wechseln
manchmal hilft auch ein Schul- oder Klassenwechsel. Hatte selbst mal ein AHA Erlebnis. Nach der 6ten sind wir in eine andere Stadt gezogen, was mit einem von mir total verhassten Schulwechsel einher ging, obwohl die Stimmung in der ersten Schule auch nicht so toll für mich war.
Meine Eltern haben mich eher bodenständig erzogen und Fähigkeiten und Interessen gefördert als das typische Teenegehabe wie Poster an die Wände hängen, unsummen für Kosmetik ausgeben etc… all das war Topthema in der alten Schule. In der neuen Schule hingegen waren mehr Schüler in Sportvereinen und an schulischen Aktivitäten interessiert, gemeinsame Unternehmenungen standen im Mittelpunkt wie gemeinsam am Rhein grillen, Rad fahren etc… Nen Freund oder gar ne feste Freundin hatte da bis zur 10ten Klasse kaum einer und das war auch kein Thema, welches wirklich als Gesprächsstoff interessant gewesen wäre. Im Nachhinein bin ich glücklich, dass durch den Umzug der Schulwechsel erzwungen wurde, da auch heute noch (obwohl ich danach noch mal umegzogen bin und nur wenig Kontakt halte) die besten Freundschaften aus dieser Zeit bestehen.
Vielleicht ist die Nachbarklasse netter oder gar eine Schule in einem anderen Stadtteil?
Du hast schon Recht, eines unserer grundlegenden Probleme ist sicherlich, dass sie eigentlich gar nicht in diese typische Schulwelt von heute passt, in der es primär um Schminke, Shopping und sowas geht. Sie engagiert sich in der Schulbibliothek, möchte selber, sobald sie kann und darf, Trainingseinheiten in der Schwimm-AG oder im Verein für die „Kleinen“ übernehmen, findet das Arschgewackele der Mädels ziemlich bescheuert und ihr größtes Vorbild ist eine 15jährige aus dem Schwimmverein, die sich nie groß aufbrezelt und ihre Freizeit für den Verein opfert. Sie sitzt da echt oft zwischen den Stühlen, da sie natürlich auch das Bedürfnis hat, von den anderen Mädels akzeptiert und geschätzt zu werden. Überhaupt ist sie mehr jungenhaft, so von ihrer Art her, ziemlich robust, eben nicht eitel und war auch immer eher mit Jungs als mit Mädels befreundet. Nur: Jetzt in diesem Alter wollen die Jungs nicht mehr mit ihr befreundet sein. Das versteht sie nicht. Ich hab mir schon manches mal gedacht, dass ich mich nicht wundern würde, wenn sie später mal eher eine FreundIN als einen Freund hat.
Ich habe schon öfter überlegt, ob ein Schulwechsel sinnvoll wäre, aber wirklich anders sieht es doch eigentlich, wenn überhaupt, nur in Privatschulen aus. Das muss man sich erst mal leisten können. Und: wir leben auf dem Land, es gibt die eine staatliche und eine private Schule, mehr Auswahl ist da nicht. Also so eine Schule, wie Du sie hattest, würde ich mit Kusshand in Angriff nehmen.
Überhaupt ist sie mehr jungenhaft, so von ihrer Art her, ziemlich
robust, eben nicht eitel und war auch immer eher mit Jungs als
mit Mädels befreundet. Nur: Jetzt in diesem Alter wollen die
Jungs nicht mehr mit ihr befreundet sein. Das versteht sie
nicht. Ich hab mir schon manches mal gedacht, dass ich mich
nicht wundern würde, wenn sie später mal eher eine FreundIN
als einen Freund hat.
das eine muss mit dem anderen nichts zu tun haben, falls Du die sexuelle Ausrichtung meinen solltest.
Sie muss halt dann auch einen guten Hausmann finden
Wie schon geschrieben wurde: Nimm Deine Tochter in diesen Fragen (auch jetzt schon) weiterhin ernst und bewahr Dir ihr Vertrauen.
Die Tochter von Bekannten ist mit 13 schwanger geworden. Die Eltern wollten das frühe Einsetzen der Pubertät bei ihrem „kleinen Mädchen“ nicht wahrhaben. Fatal, davor die Augen zu verschließen
Manchmal reicht wirklich schon eine andere Klasse aus. Die Mädels der Nachbarklasse hatten etwas eher (aber nicht wirklich extrem) die Ich bretzel mich auf Masche drauf, während die Mädchen in meiner Klasse eigentlich keinen Wert drauf gelegt haben. … ähm ja, zur Schule: Beides waren staatliche Gymnasien die erste jedoch mit einem sehr hohen Mädchenanteil, die zweite Schule war ursprünglich ein Jungengymnasium. Wir waren 25 Mann in der Klasse davon schwankend 6-8 Mädchen. Diese Trennung zwischen Jungen und Mädchen gab es da nie. Generell fand ich das was die Jungs machen auch immer spannender und dann haben wir halt zusammen computert etc…
Zur 10ten habe ich auf eine Privatschule gewechselt, da war die Tendenz bei den Mädchen sich um das Äußere zu kümmern auch wieder höher - und damit das Leben für mich ein wenig schwieriger. Obwohl ich mich auch nicht als hässlich bezeichnen würde und trotz fehlender Moddelmaße bei den Männern ganz gut an komme, habe ich ab und an noch „Probleme“, wenn so Gucci-Mäuschen neben mir stehen. Dieses Gefühl da nicht zu zugehören lässt einen wohl das halbe Leben nicht los. Da hilft nur, dass man ein paar wenige wirklich gute Freunde hat auf die man sich verlassen kann und gemeinsam mit denen viele schöne Erlebnisse sammeln konnte und der Erwerb von Fähigkeiten und Wissen welche die Gucci-Mäuse dumm dastehen lassen ;o) und das Wissen, dass die mit 40 Falten haben, die man nicht mehr überschminken kann und die dann von keinem Mann mehr angesehen werden, weil sie ja nichts anderes spannendes zu bieten haben ;o)
Ürigens: Auch wenn man sich als Frau eher zu der Jungenfraktion zählt, muss man nicht mit ner Frau nach Hause kommen. Dann hätte man ja schon wieder das Getue und Geschminke am Hals - das Leben mit nem Mann gestaltet sich da vieeeeel einfacher. was wie von Karin anders wird ist der Typ Mann, den man sich dann aussucht. Das muss dann in der Regel nicht der Ernährer sein, und vermutlich hat der auch keine Machoalyren, da man sich als gestandene Frau selbst ernähren kann und das GEhabe nicht gefallen lassen wird. Das Ganze dürfte dann nach meinen Erfahrungen eher auf eine ziemlcih gleichberechtigte Partnerschaft hinaus laufen in der beide im Haushalt und im Beruf mit anpacken.
anderer Ansatzpunkt: Vielleicht ist sie das erste Mal „verliebt“, das wird aber nicht erwiedert. Zur Erklärung: Ich war mit zwölf das erste Mal unglaublich in einen Jungen verschossen. Der zeigte nicht nur kein Interesse an mir, sondern fing was mit einer Freundin von mir an (naja, die beiden haben Händchen gehalten, aber für mich war es der Weltuntergang). Das hat mir damals so sehr zugesetzt, dass ich der Meinung war, wenn der, den ich will, mich nicht will, dann kann mich ja keiner und niemals wer wollen.
Das Ganze musst du jetzt in die Gefühlswelt einer 12jährigen übersetzen - mir war es damals grundernst, aber rückblickend betrachtet hatte es rein gar nichts mit den Gefühlen zu tun, die für mich heute zu einer Beziehung und dem ganzen Drumherum gehören.
Ich denke daher weder, dass deine Tochter frühreif ist und du dir Sorgen machen solltest. Das echte Chaos kommt dann so um die 15/16 rum.
das eine ist die Hormonelle Geschichte, das andere diese Gesellschaft. Wenn ich damals mit 12 oder 13 auch nur annäherungsweise so was wie Sex gehabt hätte, wäre ich von meiner Mutter mit Sicherheit windelweich geprügelt worden. Auf der einen Seite packen wir hier eine bestimmte Generation in Watte und versuchen ihnen harte Arbeit etc. zu ersparen, bei den Dingen wie man sich als Mann/Frau richtig verhält lassen wir alles durchgehen und fördern zum Teil Dinge, die von den Kindern/Jugendlichen emotional gar nicht bewältigt werden können. „Früher“ hat man sich in dem Alter spielerisch geschminkt oder durfte zu Weihnachten mal das Rouge der Mama mit benutzen. das blieb aber alles im kindlichen Rahmen. Heute müssen die jungen Mädels sich wie reife Frauen kleiden, schminken und verhalten weil es irgend eine Werbung schick findet oder die Eltern eben keine Lust mehr auf Diskussionen mit Ihren Kindern haben. Würde mein Mädchen mit 11 mit so Theman anrücken würde ich vermutlich Amok laufen. Es ist in Ordnung Kinder umfangreich auch schon im frühen Alter aufzuklären, aber es ist nicht in Ordnung wenn den Kindern Raum gegeben wird das auch alles umzusetzen was sie wissen. Alleine aus diesem Grunde würde ich mir, wenn ich an der Stelle der Ursprungsposterin wäre auch Gedanken machen, ob die Klassenkameraden der richtige Umgang für mein Kind sind, was durch das Verhalten dieser zu Dingen genötigt wird, welche es selbst gar nicht will und in eine für das Alter völligst falsche und unangemessene Rolle gedrängt wird.
(Habe aber das eine pdf-Dokument, in dem es wohl um die Hormone geht, noch nicht öffnen können, insofern bin ich da noch nicht im Bilde. Aber auf jeden Fall schon ein Danke für die interessanten Links!)
Du hast schon Recht, eines unserer grundlegenden Probleme ist
sicherlich, dass sie eigentlich gar nicht in diese typische
Schulwelt von heute passt, in der es primär um Schminke,
Shopping und sowas geht.
Zum Glück gibt es recht häufig Kinder, die nicht in diese typische Schulwelt von heute passen. Allerdings scheinen die leider gerade nicht in der Klasse deiner Tochter zu sein.
Wie wäre es, wenn sie die zur Zeit unkomplizierteste aller Kontaktmöglichkeiten nutzen dürfte: Irgendwelche Chats oder Foren? Da kann man bestimmt irgendwo auf der Welt auch Leute in ihrem Alter und mit ihren Interessen finden. Der Vorteil davon ist, dass das sehr wenig zeitaufwändig ist, oder wenigstens sein kann. Die Nachteile muss ich ja nicht aufzählen.
Übrigens, Mücke,
wenn Du einen Guten Draht zu der Lehrerin/dem Lehrer Deines Kindes hat, könntest Du ihm mal von Deinem und Deiner Tochter Problem berichten und ihn bitten, das mal in der einen oder anderen Form im Unterricht zu thematisieren. Denn ich kann mir nicht recht vorstellen, dass Deine Tochter die einzige ist, die unter Gruppenzwang und überzogenen Vorstellungen von Freundschaft und Partnerschaft leidet.
Irgendwelche Chats oder
Foren? Da kann man bestimmt irgendwo auf der Welt auch Leute
in ihrem Alter und mit ihren Interessen finden.
Die Idee ist gar nicht so dumm, ich hatte heute auch schon mal Ausschau nach geeigneten Seiten gehalten. Allerdings beschlich mich dabei eher der Verdacht, dass dort erst Recht einer auf „dicke Hose“ und „extracool erwachsen“ gemacht wird. Wenn Du aber ein Positivbeispiel in der Tasche hast, ich bin ganz Ohr.
meine Antwort ist eigentlich gar nicht an dich gerichtet, sondern eher an die anderen hier Lesenden: Schickt doch eure Kinder nicht so früh in die Schule! Ich sage das immer wieder, aber die meisten Eltern sehen nur auf die Leistung und glauben, dass ihr Kind sich sonst langweilt usw., und dann kommen diese - doch absehbaren - Probleme!
Das ist kein Vorwurf an dich, Mücke, denn das ist bei euch seit langem gelaufen, es bringt nichts, im Nachhinein den Zeigefinger zu heben. Aber du zeigst hier ein gutes Beispiel dafür, wie es sich auswirkt, wenn ein Kind in der Klasse immer zu den jüngsten gehört. Uund ich möchte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, wenigstens andere Eltern, die die Entscheidung, wann ihr Kind in die Schule kommt noch vor sich haben, darauf aufmerksam zu machen.