Hallo,
ich bin inzwischen dreifache Großmutter. Kann mich trotzdem noch daran erinnern wie das bei mir gewesen war.
Trotz „reinschaufeln“ bis kurz vor dem Platzen war ich klapperdürr gewesen und dementsprechend hatte ich nicht gerade „viel Holz vor der Hütte“.
Mein Entwickeln in Richtung Frau begann zwar sehr früh, machte dann aber eine längere Pause.
Damit das meine Schulkolleginnen nicht mitbekamen habe ich mich damals mit Taschentücher vorne drin ausgestopft.
Jahre später bei einem Klassentreffen kam heraus, dass die andern Mädels auch nicht soweit gewesen waren, wie sie optisch dargestellt hatten. ALLE hatten ausgestopft.
War vor über vierzig Jahren gewesen. Lass sie machen und ignoriere es einfach. Irgendwann kann sie darüber offen sprechen und lachen, wie ich auch über meine Ausstopferei.
In einem gewissen Alter will man kein kleines Kind mehr sein. Kinder machen das aber nicht an innerer Reife fest, sondern an Äußerlichkeiten.
Bei den Mädchen ist es die Brust und bei den Jungs die Stimme und der Bartwuchs.
Da sich bei den Jungs letzteres, trotz dem morgendlichen Rasieren von nicht vorhandenen Bartwuchs nix vortäuschen lässt, laufen dann viele Jungs mit Zigaretten rum und paffen obwohl ihnen dabei reichlich schlecht wird. Sie denken dann, dass man sie für erwachsener hält.
Ich war der Überflieger bei meinen Nichten gewesen, als ich ihnen, als sie etwa 8 Jahre alt waren, kleine BH’s geschenkt habe. Sie gab es für diese Altersgruppe bei C&A. Meine Schwester musste sie zum Waschen in der Nacht heimlich aus dem Zimmer klauen. War echt so schlimm gewesen, so dass ich die Auflage erhielt noch eine Garnitur anzuschaffen, damit sie abwechselnd in die Waschmaschine wandern konnten. Heute sind beide Erzieherinnen und es hat ihnen in keinster Weise geschadet.
Mach sie nicht zum Mauerblümchen und zur Außenseiterin bei ihren Klassenkameradinnen. Ich durfte mich von meiner Mutter aus nie schminken. Alle Mädels in der Klasse hatten ihr Schminkzeug und legten mehr - meist weniger - gekonnt Farbe auf. Ich gehörte nicht dazu, konnte nicht mitreden.
Damals bekam das Verhältnis zu meiner Mutter einen weiteren (bis heute nicht reparierbaren) Knacks.
So lange etwas nicht schädlich (Alkohol, Drogen usw.) oder nicht mehr abänderbar (Tattoo, kosmetische Eingriffe usw.) ist, sind das Phasen die jedes Mädchen (in anderer Form jeder Junge) in irgendeiner Form mitgemacht hat. Ich schon vor über 40 Jahren und ich habe es überlebt und stehe mit beiden Beinen auf der Erde.
Mich würde als Eltern bedenklich stimmen, wenn mein Kind da nicht mitmachen würde.
Gruß
Ingrid
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