25% der Arbeitslosen wollen keinen Job

Möchte mich an deiner VIka vergreifen, nein nicht vergreifen, aber trotzdem danke. war sehr aufschlußreich.

wer einen job will kriegt auch einen ! vielleicht nicht den den er will aber vielleicht einen mit dem man etwas verdienen kann.
Beispiel: wenn mir ein junger mann sagt, so cir. 28, aus BRHV geh ich nich weg - da bleib ich lieber arbeitslos. dann ist das für mich einer von denen die sich in der sozialen hängematte und bei mutti durchschmarotzen. die gehören auf den grund der weser.
bei der alternative kommen die dann ganz schnell ans arbeiten.

ich habe selbst erlebt wie in den usa 180 mann entlassen wurden.
dauerte keine 15 min. da war das thema erledigt.
was haben die jungs gemacht ? another day another dollar.
Thats it.

friedrich

und kriegen keinen!

Hallo und Grüße
Michael

kein Thema
Die Zahlen stammen mal wieder aus einem Heftchen des IDW (neulich auch schon mal draus zitiert). Leider haben die ausgerechnet in dem Jahr inkonsistente Daten gehabt.

Daß die Daten so eigentlich nicht verwertbar sind, ist mir klar, deswegen habe ich es auch extra markiert.

Auch die Erfassung der Arbeitslosenzahlen kann sich von 1993
auf 2001 verändert haben.

Letztlich ist es so, daß bei keiner Statistik so häufig manipuliert, die Berechnung umgestellt oder schlichtweg gelogen wir, wie bei der AL-Zahl.

Bei aller Unsicherheit aufgrund Deiner Zahlen (keine Kritik,
ich sagte ja schon, dass es sehr schwer ist, diese Zahlen im
Internet zu finden. Ich habe es ja auch nicht geschafft.)

Hab ich auch nicht so aufgefaßt. Im Notfall wird man die Zahlen auch bei der Bundesanstalt für Arbeit bekommen können, aber das würde wohl etwas zu weit gehen.

spricht diese Differenz klar für Stoiber.

Ich weiß nicht, so weit würde ich nicht gehen. Siginfikant ist die unterschiedliche Entwicklung m.E. nicht.

Gruß
Christian

die differenzen sind ja nun nicht so das man vor freude an die decke springt !

trau keiner statistik die du nicht selbst erstellt (gefälscht) hast.

und mit statistiken kenn ich ich aus.

friedrich

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ist in dieser Studie eigentlich zwischen
Arbeitslosenversicherung und Arbeitslosenhilfe unterschieden
worden? Ansonsten kann man die Zahlen nicht sonderlich ernst
nehmen.

Hi,

natürlich wird nicht unterschieden. Auch sind in dieser
Statistik jene enthalten, die im Vorruhestand sind, weiterhin
arbeitslos gemeldet sind, obwohl nicht mehr mit einer
Beschäftigung zu rechnen ist. Man hat doch diesen
Vorruheständlern ab 55. Lebensjahr gegen Entschädigung und
Bezug des Arbeitslosengeldes den Ruhestand schmackhaft gemacht
und jetzt, nachdem die Bankrotterklärung von Riester in seienr
Arbeitsmarktpolitik offenbar sind, werden jene angegriffen und
beschimpft, die vor Jahre aufgefordert wurden, den
Arbeitsplatz aufzugeben und sich nach der Ruhestandserklärung
beim Arbeitsamt statistisch erfassen zu lassen.

Wir werden in den kommenden Monaten noch viele Schuldige
finden, das es Schröder nicht gelungen ist, die Arbeitslosen
zu senken. Man wird - von links - Arbeitslose verstärkt als
Faulenzer uns darzustellen versuchen, damit verschleiert
werden kann, dass ein Gewerkschaftssekretär nicht
Arbeitsmarktpolitik sondern klar und deutlich
Besitzstandswahrung für die Gewerkschaftesmitglieder auf dem
Rücken der Arbeitslosen betreiben kann. Riester ist ein
behältnis, dass man mit Korken versehen jederzeit als …Post
auf den Weg im Ozean gerne als Minister verschmerzen kann.

Und selbstverständlich werden selbsternannte Wissende ihre
Ratschläge nun überall, in Leserbriefen, im Internet
verbreiten und Maßnahmen fordern. Wer aber Massnahmen fordert,
muss die Ursachen kennen. Riesters dummes Gewäsch
nachzuplappern scheint mir unangebracht. Riester hat erst vor
kurzewr Zeit eingestehen müssen, dass sein Ministerium grob
fahrlässig und mutwillig Steuergelder verschwendet und anch
Gutdünken und Gutherrenart handelt. Wer soviel Dreck vor der
Haustüre hat, sollte zuerst bei sich kehren. HInweis: Ich
arbeite, mich regt aber langsam diese Diskussion über
„Faulenzer“ auf.


… das kann man nicht dick genug unterstreichen !
… vor allen dingen wenn es dabei noch leute gibt die bar
… jeder sachkenntnis sich austoben (ausruhen) dürfen !
… wie sagte doch mein großveter irischer abstammung immer ?
… einen dummen verträgt jede firma - schlimm wirds nur
… wenn der fleißig ist.

Die einzigen Faulenzer, die ich kenne, sitze

in der Regierung. Sonst , hätten sie gearbeitet, würden wir
einen Erfolg erkennen.

Gruss Günter

ich habe selbst erlebt wie in den usa 180 mann entlassen
wurden.
dauerte keine 15 min. da war das thema erledigt.
was haben die jungs gemacht ? another day another dollar.
Thats it.

Ihr könnt die USa noch so sehr bewundern, ich möchte dies nicht erleben. Wieviele haben denn den „another dollar“ bekommen?

Grüße
Michael

An Camilla und Uschi
Hi!

Was soll ich denn noch tun außer genauestens zu beschreiben, um welche Leute es mir hier geht?
Camilla, ich meinte nicht die Leute, die aufgrund einer ungünstigen „Phase“ temporär die AL-Versicherung nutzen müssen.
Uschi, ich sprach unzweideutig von Leuten die einen Job hatten und ihn mit Gewalt wieder „verloren“ haben.

Ich will also nicht den 58-jährigenm Kohlekumpel auf die Straße jagen sondern den offensichtlichen Schmarotzer die Grenzen setzen.

Grüße,

Mathias

Möchte mich an deiner VIka vergreifen, nein nicht vergreifen,
aber trotzdem danke. war sehr aufschlußreich.

wer einen job will kriegt auch einen ! vielleicht nicht den
den er will aber vielleicht einen mit dem man etwas verdienen
kann.
Beispiel: wenn mir ein junger mann sagt, so cir. 28, aus BRHV
geh ich nich weg - da bleib ich lieber arbeitslos. dann ist
das für mich einer von denen die sich in der sozialen
hängematte und bei mutti durchschmarotzen. die gehören auf den
grund der weser.
bei der alternative kommen die dann ganz schnell ans arbeiten.

Ja, die Diskussion hatte ich schon mal mit Mathias. Der argumentiert ähnlich menschenverachtend wie du. Erstens: bei wie vielen 28-jährigen ist das der Fall. Zweitens: was weißt Du von deren sozialen Umfeld? Soll wirklich einer eine Halbtagsstelle als Verkäufer in München (z.B.) annehmen, wenn er in BRHV ein Kind hat und die Ehefrau auch nicht mehr verdient. Tägliche Wochenendheimfahrten sind dann nicht mehr möglich. Die Ehe kannst Du vergessen und das Kind wächst ohne Vater auf.

Nur so als Beispiel.

ich habe selbst erlebt wie in den usa 180 mann entlassen
wurden.
dauerte keine 15 min. da war das thema erledigt.
was haben die jungs gemacht ? another day another dollar.
Thats it.

Ja, da gab es in den letzten Jahren auch genügend andere Stellen. Mal sehen wie die Amis jetzt reagieren werden, wenn die Leute nicht einfach von Job zu Job springen können sondern (weitgehend) ohne Unterstützung auf der Straße stehen.

Patentrezepte…
Hallo Mathias,

Was soll ich denn noch tun außer genauestens zu beschreiben,
um welche Leute es mir hier geht?

Ich habe genau verstanden, um welche Leute es dir geht: um diejenigen, die gemeinhin als Drückeberger und Arbeitsverweigerer bezeichnet werden.
Du solltest mich auch nicht falsch verstehen:
Ich heiße das Verhalten dieser Leute auch nicht gut, ganz und gar nicht.
Mir geht es aber um praktikable Lösungen dieses Problems, und solche habe ich bis jetzt noch nirgends gelesen, auch von dir nicht.

Ich habe auch keine Lösung anzubieten. Aber mich ärgern solche populistischen und billigen Aussagen (mit denen man natürlich jeden „gerecht“ denkenden und fleißig arbeitenden Menschen ködern kann), dass diesen Drückebergern nur das Geld weggenommen werden muss und dann hätten sie ganz schnell wieder einen Job.

Noch einmal zur Verdeutlichung die simple Rechnung:
4 Mio Arbeitslose, 400.000 offene Stellen. Bestenfalls reduzierst du also die Anzahl der Arbeitslosen im Idealfall (und den gibt es nicht) auf 3,6 Mio. Unter diesen 3,6 Mio. gibt es dann zwar immer noch eine größere Anzahl von Arbeitsunwilligen, aber selbst, wenn sie denn wollten, würden sie doch keinen Job finden. Es gibt einfach nicht genug Jobs!

Auch der Vorschlag weiter oben von Heinrich, dass man Arbeitslose zu gemeinnützigen Tätigkeiten heranziehen soll, halte ich nicht für ein geeignetes Mittel.

Zitat:
Ähnliches wäre doch hier bei uns auch denkbar. Wenn ein Dauerarbeitsloser die Blumenrabatte auf dem Rathausplatz pflegt, oder eben als Schülerlotse tätig ist, beim örtlichen Sportverein hilft, oder dem Pfarrer der Dorfkirche beim Anpinseln der Kirchentür. Oder man hilft im Krankenhaus aus, und wenn es nur das Vorlesen von Märchen in der Kinderabteilung ist, oder man geht mit den Alten aus dem Altersheim einfach nur spazieren. Oder hilft im Tierheim beim Füttern und Gassi gehen.
Zitatende.

Zum großen Teil handelt es sich hier um bezahlte Tätigkeiten, die beispielweise von Zivildienstleistenden gemacht werden, bzw. es sind Tätigkeiten, für die man wenigstens ein paar „soziale Kompetenzen“ mitbringen muss. Ehrlich gesagt, wäre mir nicht wohl bei dem Gedanken, jemanden, der eigentlich bewiesen hat, dass ihm soziale Verantwortung fehlt, dazu zu zwingen, mit alten Leuten spazieren zu gehen oder auf Kinder loszulassen…

Ich befürchte einfach, dass wir dieses Problem des „Sozialschmarotzertums“ (um es mal ganz krass auszudrücken) mit einfachen Rezepten nicht in den Griff bekommen werden. Wir müssen in unserem Staat wohl oder übel damit leben und kein Politiker wird hierfür die Patentlösung haben, wenn er nicht das Sozialstaatsprinzip vollkommen aushebeln will. Missbrauch wird es leider immer geben, das ist systembedingt.

Oder möchtest du einen ganz anderen Staat? Ich nicht, ehrlich gesagt.

Gruß
Uschi

Auf freiwilliger Basis …
… wird das wohl nicht funktionieren, da in unserer Gesellschaft der Egoismus als höchstes Gut propagiert wird. Soziales Engagement hat bei uns seltsamerweise ein äußerst negatives Image. Man verbindet damit die frustrierte Lehrerin, die keinen Mann abgekriegt hat und sich einer Beschäftigungstherapie hingibt, weil sie nichts Besseres zu tun hat. Okay, ich habe mit meinem letzten Satz etwas übertrieben, aber ehrenamtliche Tätigkeit gilt halt als uncool.

Verdammter Hedonismus!

Gruß Dirk

die gehören auf den
grund der weser.

Hi Malthus II,

gehoerst Du zu denen, die wenn’s mal Spass macht mit der Axt losrennen, Arbeitslose halbieren?

Jeder kann sich ausrechnen, dass mit steigender Produktivitaet, auf die wir ja so stolz sind, die Zahl der Produzenten gegenueber der Zahl Konsumenten immer weiter sinken muss. Zumal eine entsprechende Arbeitszeitverkuerzung nicht drin ist, siehe die Ueberstundenproblematik.

Die Produzenten brauchen aber ihre Konsumenten, da diese den Markt darstellen, also muss dieser Teil des Konsums von der Allgemeinheit, also dem Staat finanziert werden. Ein Teil als Pseudo-Produzenten (pseudo, da nicht rentabel nach Marktlogik) in der Infrastruktur (Bildung, Recht, Kommunikation, Verwaltung, Strassen,…), ein Teil in subventionierter, nicht mehr rentabler Produktion, wie Landwirtschaft, Kohlebergbau,…, und ein Teil eben ganz ohne Job.

Da das ganze nicht mehr aus Steuereinnahmen finanziert werden kann, wird es mit Krediten finanziert. Da diese aber aus zukuenftigen Steuereinnahmen rueckgezahlt werden sollen, darf die Zinslast nicht ueber die Staatseinnahmen steigen. Spaetestens an diesem Punkt ist Schluss mit lustig.

Daran sind dann aber nicht die arbeitsscheuen Sozialschmarotzer schuld, diese Entwicklung folgt aus dem gemeinsamen Willen aller.

Ciao Lutz

Hi!

gehoerst Du zu denen, die wenn’s mal Spass macht mit der Axt
losrennen, Arbeitslose halbieren?

Besser vierteln…

Jeder kann sich ausrechnen, dass mit steigender
Produktivitaet, auf die wir ja so stolz sind, die Zahl der
Produzenten gegenueber der Zahl Konsumenten immer weiter
sinken muss. Zumal eine entsprechende Arbeitszeitverkuerzung
nicht drin ist, siehe die Ueberstundenproblematik.

Dies gilt nur für den Fall eines konstanten Outputs und Bedarfes.
Beides haben wir nicht, vielmehr steigen Output sowie Bedarf an.

Die Produzenten brauchen aber ihre Konsumenten, da diese den
Markt darstellen, also muss dieser Teil des Konsums von der
Allgemeinheit, also dem Staat finanziert werden. Ein Teil als
Pseudo-Produzenten (pseudo, da nicht rentabel nach Marktlogik)
in der Infrastruktur (Bildung, Recht, Kommunikation,
Verwaltung, Strassen,…), ein Teil in subventionierter, nicht
mehr rentabler Produktion, wie Landwirtschaft,
Kohlebergbau,…, und ein Teil eben ganz ohne Job.

Das stimmt nur, solange die Verhältnisse gesund sind.
5,7 Mio. Arbeitslose (inkl. aller ABMs und geschätzter Dunkelziffer) sind nciht mehr gesund. Daher müssen die, die etwas tun könnten, eben motiviert werden.

Da das ganze nicht mehr aus Steuereinnahmen finanziert werden
kann, wird es mit Krediten finanziert. Da diese aber aus
zukuenftigen Steuereinnahmen rueckgezahlt werden sollen, darf
die Zinslast nicht ueber die Staatseinnahmen steigen.
Spaetestens an diesem Punkt ist Schluss mit lustig.

Und was ist dann die logische Konsequenz…?

Daran sind dann aber nicht die arbeitsscheuen
Sozialschmarotzer schuld, diese Entwicklung folgt aus dem
gemeinsamen Willen aller.

Das möchte ich bezweifeln.
An dieser Entwicklung sind die „arbeitsscheuen Sozialschmarotzer“, die Schwarzgeldexporteure, die Wirtschafts- und Steuerpolitik sowie auch externe Einwirkungen wie z.B. die WTC-Geschichte schuld.
Eben nicht einer alleine, aber jeder zum teil.

Grüße,

Mathias

Hi Uschi!

Was soll ich denn noch tun außer genauestens zu beschreiben,
um welche Leute es mir hier geht?

Ich habe genau verstanden, um welche Leute es dir geht: um
diejenigen, die gemeinhin als Drückeberger und
Arbeitsverweigerer bezeichnet werden.

Richtig.

Du solltest mich auch nicht falsch verstehen:
Ich heiße das Verhalten dieser Leute auch nicht gut, ganz und
gar nicht.
Mir geht es aber um praktikable Lösungen dieses
Problems, und solche habe ich bis jetzt noch nirgends gelesen,
auch von dir nicht.

Dann lies nochmal nach.

Ich habe auch keine Lösung anzubieten. Aber mich ärgern solche
populistischen und billigen Aussagen (mit denen man natürlich
jeden „gerecht“ denkenden und fleißig arbeitenden Menschen
ködern kann), dass diesen Drückebergern nur das Geld
weggenommen werden muss und dann hätten sie ganz schnell
wieder einen Job.

Falsch: man sollte ihnen androhen, das Geld zu streichen, dann würden sie sich ganz schnell wieder einen Job suchen.
Finden sie nachweislich (natürlich nach neu zu erarbeitenden Kriterien) keinen Job, bekommen sie eben weiterhin Stütze. Nur muss zunächst einmal die Motivation dazu geschaffen werden, einen Job zu suchen.

Noch einmal zur Verdeutlichung die simple Rechnung:
4 Mio Arbeitslose, 400.000 offene Stellen. Bestenfalls
reduzierst du also die Anzahl der Arbeitslosen im Idealfall
(und den gibt es nicht) auf 3,6 Mio. Unter diesen 3,6 Mio.
gibt es dann zwar immer noch eine größere Anzahl von
Arbeitsunwilligen, aber selbst, wenn sie denn wollten, würden
sie doch keinen Job finden. Es gibt einfach nicht genug Jobs!

Innerhalb eines größeren Maßnahmenpaketes halte ich 800.000 offene Stellen für kurzfristig realisierbar.
Den einen oder anderen würde ich auch noch einstellen wenn die arbeitsrechtlichen Regelungen etwas flexibler wären.
Damit hätten wir im Idealfall 5.7 Mio. (was die echte Zahl ist) Arbeitslose abzüglich 800.000, ergibt 4,9 Mio.
Das wäre ein Riesenerfolg.
Nur kommt man über die dreifache Sozialhängematte und unsere Gewerkschaftsklassenkämpfer nicht zu solchen progressiven Regelungen.

Auch der Vorschlag weiter oben von Heinrich, dass man
Arbeitslose zu gemeinnützigen Tätigkeiten heranziehen soll,
halte ich nicht für ein geeignetes Mittel.

Zitat:
Ähnliches wäre doch hier bei uns auch denkbar. Wenn ein
Dauerarbeitsloser die Blumenrabatte auf dem Rathausplatz
pflegt, oder eben als Schülerlotse tätig ist, beim örtlichen
Sportverein hilft, oder dem Pfarrer der Dorfkirche beim
Anpinseln der Kirchentür. Oder man hilft im Krankenhaus aus,
und wenn es nur das Vorlesen von Märchen in der
Kinderabteilung ist, oder man geht mit den Alten aus dem
Altersheim einfach nur spazieren. Oder hilft im Tierheim beim
Füttern und Gassi gehen.

Zitatende.

Zum großen Teil handelt es sich hier um bezahlte Tätigkeiten,
die beispielweise von Zivildienstleistenden gemacht werden,
bzw. es sind Tätigkeiten, für die man wenigstens ein paar
„soziale Kompetenzen“ mitbringen muss. Ehrlich gesagt, wäre
mir nicht wohl bei dem Gedanken, jemanden, der eigentlich
bewiesen hat, dass ihm soziale Verantwortung fehlt, dazu zu
zwingen, mit alten Leuten spazieren zu gehen oder auf Kinder
loszulassen…

Es gibt mannigfaltige Aufgaben die aufgrund Geldmangels nicht getan werden. Ich nenne ein paar Beispiele:

  • 8-spuriger Ausbau der A8 M-KA
  • 10-spuriger Ausbau der A99 / A9 M-N
  • Fassadenpflege öffentlicher Gebäude
  • Nächtliche Überwachung öffentlicher Verkehrsmittel / allg. öffentl. Orte
  • Reinigung öffentlicher Anlagen
  • Schülerlotsen
  • Nachmittägliche Kinderbetreuung (es gibt genug arbeitslose Leute, die das machen könnten, v.a. die Älteren mit eigenen Kinder-Erfahrungen)

u.s.w.

Dies nur als kurzes Brainstorming. Es gibt noch hunderte weitere Möglichkeiten.
Einige dieser Tätigkeiten werden natürlich momentan bereits von Lohnempfängern ausgeführt, aber was ist gegen eine bessere weil häufigere Erledigung zyklischer Jobs einzuwenden?

Ich befürchte einfach, dass wir dieses Problem des
„Sozialschmarotzertums“ (um es mal ganz krass auszudrücken)
mit einfachen Rezepten nicht in den Griff bekommen werden. Wir
müssen in unserem Staat wohl oder übel damit leben und kein
Politiker wird hierfür die Patentlösung haben, wenn er nicht
das Sozialstaatsprinzip vollkommen aushebeln will. Missbrauch
wird es leider immer geben, das ist systembedingt.

Das sehe ich ähnlich.
Nur denke ich könnte man etwas mehr gegen diese Art Mißbrauch unternehmen.

Oder möchtest du einen ganz anderen Staat? Ich nicht, ehrlich
gesagt.

Ich wünsche mir etwas mehr Basisdemokratie und eine deutlichere Ausrichtung nach dem Leistungsprinzip.
Unter Stoiber haben wir vielleicht eine Chance. Mal sehen.

Grüße,

Mathias

Nach den mir bekannten Studien hat die Quote der ehrenamtlichen Tätigkeiten der Deutschen in den letzten Jahren nicht abgenommen. Allerdings:

  • gehen die Leute mehr in kleine Vereine (die sie überblicken können), Großorganisationen verlieren und
  • man geht nicht mehr aus Pflichtgefühl dahin (insofern hast du recht), sondern man will dabei (auch) Spaß haben, Freunde finden etc.
  • man verbindet sich nicht mehr auf Lebenszeit für einen Verein. Sondern wenn man ein bestimmtes Projekt hat, das ein in der Regel auch ganz persönlich anspricht, tritt man dem Verein bei. Wenn das Projekt zuende ist, verläßt man den Verein auch wieder.

Aber dennoch: die Zahl der ehrenamtlich geleisteten Stunden hat in Deutschland meines Wissens nicht abgenommen.

Hi!

gehoerst Du zu denen, die wenn’s mal Spass macht mit der Axt
losrennen, Arbeitslose halbieren?

Besser vierteln…

Jeder kann sich ausrechnen, dass mit steigender
Produktivitaet, auf die wir ja so stolz sind, die Zahl der
Produzenten gegenueber der Zahl Konsumenten immer weiter
sinken muss. Zumal eine entsprechende Arbeitszeitverkuerzung
nicht drin ist, siehe die Ueberstundenproblematik.

Dies gilt nur für den Fall eines konstanten Outputs und
Bedarfes.
Beides haben wir nicht, vielmehr steigen Output sowie Bedarf
an.

Nein, das gilt auch relativ wenn beides steigt. Die Grenze ist der Bedarf der Weltbevoelkerung, dieser ist beschraenkt durch deren moegliches Einkommen, beim realen Einkommen ist es eher der Bedarf der Industrielaender.
Und der Bedarf, gemessen in Geld, steigt nicht an, die Kaufkraft stagniert seit Jahren. Die meisten Neuerungen sind schon bei ihrer Produktion Muell (Tamagotchi, diverse Merchandising-Produkte), oder ersetzen bisherige Produkte bei geringeren Herstellungskosten. Gentechnisch veraendertes Getreide verdraengt herkoemmliches bei geringeren Produktionskosten (da brutalerer Chemieeinsatz moeglich), ohne dass sich etwas an der Welternaehrungssituation aendert. Eher werden die Maerkte der Entwicklungslaender weiter zerstoert.

Die Produzenten brauchen aber ihre Konsumenten,
…Staat finanziert werden.

Das stimmt nur, solange die Verhältnisse gesund sind.

Was ist am Kapitalismus gesund? Die Lebensmittelskandale ziehen sich wie ein roter Faden durch dessen Geschichte.

5,7 Mio. Arbeitslose (inkl. aller ABMs und geschätzter
Dunkelziffer) sind nciht mehr gesund. Daher müssen die, die
etwas tun könnten, eben motiviert werden.

Eher um die 10Mio, wenn die „faulen“ Beamten dazugezaehlt werden. Nochmals, sie werden vom System als Markt gebraucht, wuerden sie in die Wueste geschickt, muesste die Produktion gedrosselt werden, was wieder Arbeitslose produziert, noch weniger Produktion,… Real passiert das auch, wenn nicht Arbeitende mit Sozialhilfe gerade ihr Ueberleben (Wohnen, Essen, Kleidung, Hygiene) sichern koennen. Dann fallen sie naemlich auch aus unserer bunten Warenwelt heraus.

Wuerden sie motiviert, und wuerden alle wie durch ein Wunder einen produktiven Job finden, dann muesste zur Realisation des produzierten Warenwerts ein entsprechend groesserer Markt gefunden werden. Wenn wir dazu nicht schnell ein paar Aliens auftreiben, die auf unsere Waren scharf sind, und dafuer bezahlen, dann heisst das einfach Ueberproduktion.

Und was ist dann die logische Konsequenz…?

Rate mal, Armageddon ist eine Variante, wenn die gesamte Welt in die weitere Prosperitaet von Markt und Demokratie gebombt werden soll.

An dieser Entwicklung sind die „arbeitsscheuen
Sozialschmarotzer“, die Schwarzgeldexporteure, die
Wirtschafts- und Steuerpolitik sowie auch externe Einwirkungen
wie z.B. die WTC-Geschichte schuld.

In gewissem Sinne schon. Aber auch die Manager, die immer weiter fusionieren, die Fonds-Manager, die dazu im Namen des Shareholder-Value anstiften, die Shareholder, die dies durch ihre Investitionen honorieren, die Industriekapitaene, die Rationalisierung bis zum Wahnsinn vorantreiben,…

Sie alle folgen einem Prinzip: Mit moeglichst wenig Einsatz und unter Ausnutzung aller Moeglichkeiten ein Hoechstmass an Geldgewinn herauszuholen. Dieses Prinzip wird von der Verfassung und den Grund- bzw. Menschenrechten geschuetzt. Wenn Du also restriktiv vorgehen willst, dann musst Du erst diese aendern.

Und die WTC-Katastrophe hat nur aus bestehenden Spekulationsblasen etwas Luft herausgelassen, aber bei weitem nicht soviel, wie es vorher angenommen war (z.B. in Russland im Sommer 2001, in USA im Fruehjahr 2000: dass eine solche Katastrophe zum Zusammenbruch des Weltfinanzsystems fuehren wuerde).

Eben nicht einer alleine, aber jeder zum teil.

Jeder seinen kleinen Teil. Ein abstraktes/ideales Prinzip des Kapitalismus ist die Abspaltung der Wirtschaft von der Gesellschaft (z.B. Trennung von Arbeits- und Freizeit), mit der sie nur ueber den Markt mittels Konkurrenzprinzip kommuniziert. Als abstraktes Gegenprinzip bildet sich der Nationalstaat, der die Konflikte von Wirtschaft und Gesellschaft vermittelt, aber damit auch nur abstrakt wirtschaftliche Begriffe kennt, wie z.B. die (vertrags-)freie und gleiche (unabhaengige) Rechtperson als maximale Annaeherung an die auf dem (idealen/abstrakten) Markt agierenden Menschen. Naehert man sich diesem idealen Prinzip real zu sehr an, dann zerstoert die Wirtschaft die Gesellschaft, denn der Markt der Konkurrenz kennt keine geldlosen=wertlosen Dinge, wie soziales Handeln, Geselligkeit, Liebe, Natur,… die gesamte biologische Reproduktion.

Ciao Lutz

…wollen keinen VERGÜTETEN job. arbeit ist nicht weniger wert, wenn du sie ohne gegenleistung erbringst. meine eltern leisten viel, auch zu meinen gunsten, was ich ihnen so nie vergüten kann. meine mutter und meine schwiegermutter hatten ihren job aufgegeben, um für meine kinder da zu sein, sobald sie gebraucht werden. kostenlose nannies. ihre arbeit ist mir mehr wert, als die fremder tagesmütter, auf deren tagesablauf ich vergleichsweise wenig einfluss nehmen kann. solange familie einen höheren stellenwert hat als wirtschaftliche selbständigkeit, solange ist das gelaber von arbeitsrechtlichen pekuniären sanktionen nur wichtigtuerei, die nichts mit langfristiger sozial- oder mit wirtschaftspolitik zu tun hat. es projeziert nur heimische machtkämpfe auf das öffentliche parkett. soziale marktwirtschaft wird wirtschafts- und sozialpolitik nie harmonisieren, auch dank der eigentumsverhältnisse an den produktionsmitteln. nicht zuletzt deshalb sind gerade die, die in matriarchal organisierten familienstrukturen den hut aufhaben, gezwungen, als existenzgründer in die selbständigkeit zu gehen, um wirtschaftlicher fremdbestimmung zu entgehen.

Tach auch!

Jeder kann sich ausrechnen, dass mit steigender
Produktivitaet, auf die wir ja so stolz sind, die Zahl der
Produzenten gegenueber der Zahl Konsumenten immer weiter
sinken muss. Zumal eine entsprechende Arbeitszeitverkuerzung
nicht drin ist, siehe die Ueberstundenproblematik.

Dies gilt nur für den Fall eines konstanten Outputs und
Bedarfes.
Beides haben wir nicht, vielmehr steigen Output sowie Bedarf
an.

Nein, das gilt auch relativ wenn beides steigt. Die Grenze ist
der Bedarf der Weltbevoelkerung, dieser ist beschraenkt durch
deren moegliches Einkommen, beim realen Einkommen ist es eher
der Bedarf der Industrielaender.

Will man an die Bedarfsgrenze gehen, die wir bei weitem noch nicht mit deutschen Produkten abdecken, steigt natürlich auch die Menge der zu leistenden Arbeit.
Also ist hier doch noch einiges offen.

Und der Bedarf, gemessen in Geld, steigt nicht an, die
Kaufkraft stagniert seit Jahren. Die meisten Neuerungen sind
schon bei ihrer Produktion Muell (Tamagotchi, diverse
Merchandising-Produkte)

schaffen aber Arbeitsplätze und werden gekauft!

, oder ersetzen bisherige Produkte bei
geringeren Herstellungskosten. Gentechnisch veraendertes
Getreide verdraengt herkoemmliches bei geringeren
Produktionskosten (da brutalerer Chemieeinsatz moeglich), ohne
dass sich etwas an der Welternaehrungssituation aendert. Eher
werden die Maerkte der Entwicklungslaender weiter zerstoert.

Das mag sein, führt mir hier allerdings etwas zu weit.
Die Kaufkraft des einzelnen stagniert, das ist richtig. Nur es werden immer mehr einzelne…

Die Produzenten brauchen aber ihre Konsumenten,
…Staat finanziert werden.

Das stimmt nur, solange die Verhältnisse gesund sind.

Was ist am Kapitalismus gesund? Die Lebensmittelskandale
ziehen sich wie ein roter Faden durch dessen Geschichte.

Ich sehe dies nicht als ein Probloem des Kapitalismus an.
Im Sozialismus giobt es fast gar nichts, im Kommunismus gibt es gar nichts und in einer Diktatur/Monarchie gibt es alles für wenige.
Da ist mir unser System des, ich nenen es mal sanften Kapitalismus, deutlich lieber.

5,7 Mio. Arbeitslose (inkl. aller ABMs und geschätzter
Dunkelziffer) sind nciht mehr gesund. Daher müssen die, die
etwas tun könnten, eben motiviert werden.

Eher um die 10Mio, wenn die „faulen“ Beamten dazugezaehlt
werden. Nochmals, sie werden vom System als Markt gebraucht,
wuerden sie in die Wueste geschickt, muesste die Produktion
gedrosselt werden, was wieder Arbeitslose produziert, noch
weniger Produktion,… Real passiert das auch, wenn nicht
Arbeitende mit Sozialhilfe gerade ihr Ueberleben (Wohnen,
Essen, Kleidung, Hygiene) sichern koennen. Dann fallen sie
naemlich auch aus unserer bunten Warenwelt heraus.

Nein, denn die Leute von denen ich spreche arbeiten nach 8 Wochen wieder ganz normal.
Sie können dann noch mehr konsumieren, denn sie verdienen ja dann etwas mehr (wenn auch nur 100 Mark, sonst würde sich der ALG-Bezug ja nicht lohnen, aber 100 x 800.000 ergeben immerhin schon 80 Mio. mehr Mittel für Konsum).

Wuerden sie motiviert, und wuerden alle wie durch ein Wunder
einen produktiven Job finden, dann muesste zur Realisation des
produzierten Warenwerts ein entsprechend groesserer Markt
gefunden werden. Wenn wir dazu nicht schnell ein paar Aliens
auftreiben, die auf unsere Waren scharf sind, und dafuer
bezahlen, dann heisst das einfach Ueberproduktion.

Das ist ein rein mathematisches Argument.
Es greift nicht, denn 1.) ist noch Raum für neue Produkte und 2.) werden einige Leute eingestellt, die zur Entlastung anderer, also zur sozialen (arbeitszeitlichen) Normalisierung in der Firma dienen sollen.

Und was ist dann die logische Konsequenz…?

Rate mal, Armageddon ist eine Variante, wenn die gesamte Welt
in die weitere Prosperitaet von Markt und Demokratie gebombt
werden soll.

Ist mir zu radikal.

An dieser Entwicklung sind die „arbeitsscheuen
Sozialschmarotzer“, die Schwarzgeldexporteure, die
Wirtschafts- und Steuerpolitik sowie auch externe Einwirkungen
wie z.B. die WTC-Geschichte schuld.

In gewissem Sinne schon. Aber auch die Manager, die immer
weiter fusionieren, die Fonds-Manager, die dazu im Namen des
Shareholder-Value anstiften, die Shareholder, die dies durch
ihre Investitionen honorieren, die Industriekapitaene, die
Rationalisierung bis zum Wahnsinn vorantreiben,…

Richtig.

Sie alle folgen einem Prinzip: Mit moeglichst wenig Einsatz
und unter Ausnutzung aller Moeglichkeiten ein Hoechstmass an
Geldgewinn herauszuholen. Dieses Prinzip wird von der
Verfassung und den Grund- bzw. Menschenrechten geschuetzt.
Wenn Du also restriktiv vorgehen willst, dann musst Du erst
diese aendern.

Weshalb? Allein schon innerhalb dieser Rahmenbedingungen, welche ja vielfältig begrenzt sind (z.B. Kartellrecht), kann viel geschehen. Man muß nicht den 6. Schritt vor dem 1. gehen.

Und die WTC-Katastrophe hat nur aus bestehenden
Spekulationsblasen etwas Luft herausgelassen, aber bei weitem
nicht soviel, wie es vorher angenommen war (z.B. in Russland
im Sommer 2001, in USA im Fruehjahr 2000: dass eine solche
Katastrophe zum Zusammenbruch des Weltfinanzsystems fuehren
wuerde).

Eben nicht einer alleine, aber jeder zum teil.

Jeder seinen kleinen Teil. Ein abstraktes/ideales Prinzip des
Kapitalismus ist die Abspaltung der Wirtschaft von der
Gesellschaft (z.B. Trennung von Arbeits- und Freizeit), mit
der sie nur ueber den Markt mittels Konkurrenzprinzip
kommuniziert. Als abstraktes Gegenprinzip bildet sich der
Nationalstaat, der die Konflikte von Wirtschaft und
Gesellschaft vermittelt, aber damit auch nur abstrakt
wirtschaftliche Begriffe kennt, wie z.B. die (vertrags-)freie
und gleiche (unabhaengige) Rechtperson als maximale
Annaeherung an die auf dem (idealen/abstrakten) Markt
agierenden Menschen. Naehert man sich diesem idealen Prinzip
real zu sehr an, dann zerstoert die Wirtschaft die
Gesellschaft, denn der Markt der Konkurrenz kennt keine
geldlosen=wertlosen Dinge, wie soziales Handeln, Geselligkeit,
Liebe, Natur,… die gesamte biologische Reproduktion.

Das ist nur in der Theorie richtig, da Natur vermarktet werden kann und die biologische Reproduktion selbst zum Business geworden ist.
Dies zwingt oftmals bereits zu gewissenhaftem Handeln.

Grüße,
Mathias

kleiner Einwurf
Hallo Uschi

laut Statistik gibt es in Deutschland ca. 400.000 offene
Stellen.

das sind die gemeldeten offenen Stellen. Die tatsächliche Zahl der offenen Stellen dürfte weit höher liegen. Und zwar u.a. aus dem Grund, der hier so oft angeführt wurde, weil vom Arbeitsamt nämlich oft Leute vermittelt werden, die dann für ein paar Tage da sind und es letztlich auf eine Kündigung anlegen, um zuhause weiter rumliegen zu können.

Allein bei jobpilot.de liegen derzeit über 60.000 offene Stellen herum, das als Anhaltspunkt. Dazu sollte man nicht vergessen, daß jede Stelle auch noch vor Meldung ans Arbeitsamt intern ausgeschreiben werden muß. Bewirbt sich ein Interner, rückt evtl. ein Interner nach usw. und erst der letzte Posten der Kette wird dann von außen besetzt.

Beispiel für die IT-Branche:
Für Computerfachleute existierten im Februar 2000 10.800 gemeldete offene Stellen, für die computernahen Berufe 1.800 (vgl. Dostal 2000b). Der tatsächliche ungedeckte Bedarf für 1999 wird auf 75.000 Personen quantifiziert und eine weitere Steigerung erwartet (vgl. Bitkom 2000a).
http://www.frankfurt-main.ihk.de/kammer/abteilungen/…

Hier beträgt der (geschätzte) Faktor gemeldet zu tatsächlich offen liegt hier 1:7,5!. Da muß erlaubt sein, für den gesamten Arbeitsmarkt 1:3 anzunehmen. Allein schon von den niedrig qualifizierten Stellen (Kassierer, Lagerarbeiter, Feldarbeiter usw.) dürfte wohl nur ein sehr geringer Teil über Arbeitsamt oder per Anzeige besetzt werden. Und das sind ja eigentlich auch die Jobs, die man den Langezeitarbeitslosen und angeblichen Schmarotzern andrehen möchte.

Gruß
Christian

Einen schoenen Tach auch Dir,

Nein, das gilt auch relativ wenn beides steigt. Die Grenze ist
der Bedarf der Weltbevoelkerung, dieser ist beschraenkt durch
deren moegliches Einkommen, beim realen Einkommen ist es eher
der Bedarf der Industrielaender.

Will man an die Bedarfsgrenze gehen, die wir bei weitem noch
nicht mit deutschen Produkten abdecken, steigt natürlich auch
die Menge der zu leistenden Arbeit.
Also ist hier doch noch einiges offen.

Wo siehst Du noch neuen Bedarf? Welcher Lebensbereich ist warenmaessig noch nicht abgedeckt? Und wir haben einen Weltmarkt, also ist es erstmal egal, in welcher Industrienation etwas produziert wird. Und der Trend geht zu mehr Produktion bei weniger Arbeit, also in Richtung vollautomatischer Fabrik. Und diese stellt die Norm. Alles was mehr menschliche Arbeit fordert, muss mit Lohndumping ausgeglichen werden.

Muell (Tamagotchi, diverse
Merchandising-Produkte)

schaffen aber Arbeitsplätze und werden gekauft!

Sicher, ueber 1-2 Jahre. Haben sich in diesem Zeitraum die Vorkosten fuer deren Produktion (inkl. Kredite) amortisiert? Siehe Bankenkrise in Japan.

, oder ersetzen bisherige Produkte bei
geringeren Herstellungskosten.

Das mag sein, führt mir hier allerdings etwas zu weit.
Die Kaufkraft des einzelnen stagniert, das ist richtig. Nur es
werden immer mehr einzelne…

Sicher? Die dritte Welt, inkl. Balkan, wird z.Z. in verstaerktem Tempo aus dem Weltmarkt katapultiert, selbst die entwickelteren Laender wie Argentinien. In den Industrienationen sinken die Bevoelkerungszahlen und steigt die „neue“ Armut. Ich sehe nicht, wo die einzelnen herkommen.

Was ist am Kapitalismus gesund? Die Lebensmittelskandale
ziehen sich wie ein roter Faden durch dessen Geschichte.

Ich sehe dies nicht als ein Probloem des Kapitalismus an.
Im Sozialismus giobt es fast gar nichts, im Kommunismus gibt
es gar nichts und in einer Diktatur/Monarchie gibt es alles
für wenige.

Frage: Gibt es im Kommunismus noch Geld? Antwort: Nur noch.

Der real existierende Sozialismus war eine Form der Marktwirtschaft mit dem Generaleigentuemer Staat, einem Aufsichtsrat namens Politbuero und einer riesigen schwerfaelligen Buerokratie. Ansonsten gab es ganz „normal“ Lohnarbeit, das Bismark’sche System sozialer Sicherungen, Waren wurden mit Geld bezahlt,…

Da ist mir unser System des, ich nenen es mal sanften
Kapitalismus, deutlich lieber.

Wo ist dieser Kapitalismus sanft? Ich erinnere nur an die humanitaeren Bomben auf Jugoslawien. Wenn Konzerne fusionieren, wird i.A. der Arbeitsplatzabbau als wertsteigernd bejubelt. Und letztens dieser Knast auf Kuba…

Nein, denn die Leute von denen ich spreche arbeiten nach 8
Wochen wieder ganz normal.

Nochmal, sprachen wir nicht von denen, die ihre Beduerfnisse soweit zurueckgeschraubt haben, dass sie von Sozialhilfe leben koennen und nicht wie die Lemminge einen Job suchen muessen?

Sie können dann noch mehr konsumieren, denn sie verdienen ja
dann etwas mehr (wenn auch nur 100 Mark,

Dann sind sie fuer die Nationaloekonomie/Sozialstat nicht wesentlich, laufen unter ferner liefen.

Das ist ein rein mathematisches Argument.
Es greift nicht, denn 1.) ist noch Raum für neue Produkte und

Das bezweifle ich. Selbst fuer UMTS wird noch ein Verkaufsargument gesucht, damit sich die Investition in die Infrastruktur potentiell lohnt.

2.) werden einige Leute eingestellt, die zur Entlastung
anderer, also zur sozialen (arbeitszeitlichen) Normalisierung
in der Firma dienen sollen.

Jeder zusaetzlich Eingestellte ist ein unbekanntes Geschaeftsrisiko. Z.B. ist die Einarbeitungszeit nicht optimal produktiv, damit sind kurzfristig Ueberstunden rentabler als Neueinstellungen. Und es kann nur kurzfristig gedacht werden.
Sonst tut es die Konkurrenz und uebernimmt ein paar Marktanteile.

Ist mir zu radikal.

Aber das Ziel der Bombardierung Jugoslawiens war doch die Einfuehrung der freien Marktwirtschaft, die spaeter dann vielleicht mal sozial wird. In Afghanistan gab es aehnliche Motive, u.A.

Sie alle folgen einem Prinzip: Mit moeglichst wenig Einsatz
und unter Ausnutzung aller Moeglichkeiten ein Hoechstmass an
Geldgewinn herauszuholen. Dieses Prinzip wird von der
Verfassung und den Grund- bzw. Menschenrechten geschuetzt.
Wenn Du also restriktiv vorgehen willst, dann musst Du erst
diese aendern.

Weshalb? Allein schon innerhalb dieser Rahmenbedingungen,
welche ja vielfältig begrenzt sind (z.B. Kartellrecht), kann
viel geschehen. Man muß nicht den 6. Schritt vor dem 1. gehen.

Das Privateigentum ist geschuetzt, d.h. jeder Unternehmer kann machen, was er will, der Rest der Gesellschaft hat ihm da nicht reinzureden. Die Bestrebungen, das Kartellrecht zu umgehen, sind dementsprechend vielfaeltig, sichtbar z.B. im Vitaminskandal, die von der EU abgemahnten Preisabsprachen; an den Tankstellen, wo Kartellabsprachen dementiert werden, die Preise sich trotzdem gleichzeitig aendern; Microsoft und der Monopolprozess,…

Uebrigens verhindern die Freiheit des Privateigentums und der Schutz der koerperlichen Unversehrtheit jegliche tiefgehenden Massnahmen gegen Deine arbeitsscheuen Sozialschmarotzer.

Jeder seinen kleinen Teil. Ein abstraktes/ideales Prinzip des
Kapitalismus ist die Abspaltung der Wirtschaft von der
Gesellschaft

freies Unternehmertum, siehe auch Schutz des Privateigentums, ist mir erst spaeter eingefallen.

Das ist nur in der Theorie richtig, da Natur vermarktet werden
kann und die biologische Reproduktion selbst zum Business
geworden ist.

Erstens sagte ich, dass dies der Idealzustand von Markt und Demokratie waere, und zweitens ist reine Natur wert-los. Solange das Erz in der Ader verbleibt, hat es keinen Wert. Solange der Baum im Urwald stehen bleibt, hat er keinen Wert. Wert hat nur, was Menschen aus Natur machen, und da gehen die Moeglichkeiten
wie Du sagst schon sehr weit. Nur kann das Business nur da funktionieren, wo Natur eben bearbeitet wird. Und das ist z.B. bei kuenstlicher Befruchtung der Fall. Das extrem waere, dass wir eine Pauschale fuer jede Zellteilung bezahlen, da dabei Genpatente beruehrt werden.

Dies zwingt oftmals bereits zu gewissenhaftem Handeln.

Nur insofern, als die Folgen unter Garantieleistung fallen, bzw. schlechte Qualitaet rechtsverwertbar nachgewiesen werden kann. Nun such mal erdnussbutterfreie Suesswaren, Zuckerfreie Backwaren, generell jodfreie Lebensmittel, schadstofffreie Bekleidung, chemiefreies Trinkwasser, tiermehlfreies Tierfutter, damit erzeugtes Fleisch, gensojafreies Fett,… Erstens muss all das per Gesetz reglementiert und durch diverse Institutionen staendig geprueft werden, und es wird nur Sorgfaltfalt auf das verwandt, was nachgewiesen werden kann. Nicht nachpruefbare Risiken, die z.B. durch Kombination verschiedener Faktoren entstehen, werden einfach ignoriert.

Tut man’s nicht, dann tut’s die Konkurrenz und verkauft billiger. Die nachweisbare Qualitaet ist die gleiche.

Ciao Lutz

Hi!

Nein, das gilt auch relativ wenn beides steigt. Die Grenze ist
der Bedarf der Weltbevoelkerung, dieser ist beschraenkt durch
deren moegliches Einkommen, beim realen Einkommen ist es eher
der Bedarf der Industrielaender.

Will man an die Bedarfsgrenze gehen, die wir bei weitem noch
nicht mit deutschen Produkten abdecken, steigt natürlich auch
die Menge der zu leistenden Arbeit.
Also ist hier doch noch einiges offen.

Wo siehst Du noch neuen Bedarf? Welcher Lebensbereich ist
warenmaessig noch nicht abgedeckt?

Es gibt immer mal wieder neue Lebensmittel, neue Convenience-Produkte und auch neue technische Geräte, die alle produziert werden wollen.

Und wir haben einen
Weltmarkt, also ist es erstmal egal, in welcher
Industrienation etwas produziert wird.

Das stimmt nur für einen Teil der angebotenen Artikel.
Ferner ist das absolut nicht egal, denn Produktionsverlagerungen haben weitreichend Folgen.

Und der Trend geht zu
mehr Produktion bei weniger Arbeit, also in Richtung
vollautomatischer Fabrik.

Richtig, nur werden andererseits durch neue Produkte auch wieder neue Fabrieken us.w. mit neuen Arbeitsplätzen geschaffen.

Und diese stellt die Norm. Alles was
mehr menschliche Arbeit fordert, muss mit Lohndumping
ausgeglichen werden.

Deutschland ist hierfür das beste Gegenbeispiel.

Muell (Tamagotchi, diverse
Merchandising-Produkte)

schaffen aber Arbeitsplätze und werden gekauft!

Sicher, ueber 1-2 Jahre. Haben sich in diesem Zeitraum die
Vorkosten fuer deren Produktion (inkl. Kredite) amortisiert?
Siehe Bankenkrise in Japan.

Das hat mit dem Produkt Tamagochi nicht direkt etwas zu tun.
Die Firma, die dieses Produkt hergestellt und vertrieben hat, macht heute eben Star-Wars Figuren o.ä. Das ist nichts anderes als bei einem Autohersteller, der zyklisch neue Modelle anbietet. Nur ist bei Trendariklnder Produktlebenszyklus entsprechend kürzer.

, oder ersetzen bisherige Produkte bei
geringeren Herstellungskosten.

Das mag sein, führt mir hier allerdings etwas zu weit.
Die Kaufkraft des einzelnen stagniert, das ist richtig. Nur es
werden immer mehr einzelne…

Sicher? Die dritte Welt, inkl. Balkan, wird z.Z. in
verstaerktem Tempo aus dem Weltmarkt katapultiert, selbst die
entwickelteren Laender wie Argentinien. In den
Industrienationen sinken die Bevoelkerungszahlen und steigt
die „neue“ Armut. Ich sehe nicht, wo die einzelnen herkommen.

In den Industrieländern steigt die Zahl der potentiellen rechtsfähigen Käufer, da dort die Gesellschaften ein immer höhreres Duchschnittsalter erreichen.
D.h. im Klartext, die Gruppe der bis 16 Jährigen (noch nciht rechtsfähigen) nimmt ab, während die Gruppe der über 50-jährigen massiv zunimmt, welche ja sehr konsumstark ist.

Was ist am Kapitalismus gesund? Die Lebensmittelskandale
ziehen sich wie ein roter Faden durch dessen Geschichte.

Ich sehe dies nicht als ein Problem des Kapitalismus an.
Im Sozialismus gibt es fast gar nichts, im Kommunismus gibt
es gar nichts und in einer Diktatur/Monarchie gibt es alles
für wenige.

Frage: Gibt es im Kommunismus noch Geld? Antwort: Nur noch.

…nur ist es dann nichts mehr wert.

Der real existierende Sozialismus war eine Form der
Marktwirtschaft mit dem Generaleigentuemer Staat, einem
Aufsichtsrat namens Politbuero und einer riesigen
schwerfaelligen Buerokratie. Ansonsten gab es ganz „normal“
Lohnarbeit, das Bismark’sche System sozialer Sicherungen,
Waren wurden mit Geld bezahlt,…

…sofern es welche gab.
Wohin der Sozialismus uns führte hat man ja an der DDR gesehen. Ein riesiger Pleiteladen.
Das System hat überhaupt nciht funktioniert, schon nach 40 Jahren war es handlungsunfähig.

Da ist mir unser System des, ich nenen es mal sanften
Kapitalismus, deutlich lieber.

Wo ist dieser Kapitalismus sanft? Ich erinnere nur an die
humanitaeren Bomben auf Jugoslawien.

Das hatte nichts mit Kapitalismus zu tun.

Wenn Konzerne
fusionieren, wird i.A. der Arbeitsplatzabbau als wertsteigernd
bejubelt.

Das ist nur bei der Großindustrie so. Der Großteil der Arbeitsplätze und va.a. der Steuerleistung muß allerdings bei den KMUs gesucht werden.
Und die benehmen sich meistens deutlich anständiger.

Und letztens dieser Knast auf Kuba…

Der interessiert mich ehrlich gesagt nicht. Des weiteren hat der auch nichts mit der Wirtschaftsform Kapitalismus zu tun.

Nein, denn die Leute von denen ich spreche arbeiten nach 8
Wochen wieder ganz normal.

Nochmal, sprachen wir nicht von denen, die ihre Beduerfnisse
soweit zurueckgeschraubt haben, dass sie von Sozialhilfe leben
koennen und nicht wie die Lemminge einen Job suchen muessen?

Mich stört die Formulierung.
Ich rede von denen, die denken nicht arbeiten zu müssen weil die Stütze ja ausreicht.

Sie können dann noch mehr konsumieren, denn sie verdienen ja
dann etwas mehr (wenn auch nur 100 Mark,

Dann sind sie fuer die Nationaloekonomie/Sozialstat nicht
wesentlich, laufen unter ferner liefen.

Du hast leider nur teilweise zitiert. Sie sind wesentlich, denn sie fallen dem Staat nicht mehr zur Last.

Das ist ein rein mathematisches Argument.
Es greift nicht, denn 1.) ist noch Raum für neue Produkte und

Das bezweifle ich. Selbst fuer UMTS wird noch ein
Verkaufsargument gesucht, damit sich die Investition in die
Infrastruktur potentiell lohnt.

Schlechtes Beispiel.
Wie sieht es mit Autonavigations-Systemen, Equipment für die medizinische Forschung, Produktionsanlagen für Litiumbatterien u.s.w. aus?
Alles neue Produkte, die eine gigantische Marktentwicklung haben.

2.) werden einige Leute eingestellt, die zur Entlastung
anderer, also zur sozialen (arbeitszeitlichen) Normalisierung
in der Firma dienen sollen.

Jeder zusaetzlich Eingestellte ist ein unbekanntes
Geschaeftsrisiko. Z.B. ist die Einarbeitungszeit nicht optimal
produktiv, damit sind kurzfristig Ueberstunden rentabler als
Neueinstellungen. Und es kann nur kurzfristig gedacht werden.
Sonst tut es die Konkurrenz und uebernimmt ein paar
Marktanteile.

Was ist das denn jetzt?
Waren wir nicht bei Arbeitslosenzahlen?

Ist mir zu radikal.

Aber das Ziel der Bombardierung Jugoslawiens war doch die
Einfuehrung der freien Marktwirtschaft, die spaeter dann
vielleicht mal sozial wird. In Afghanistan gab es aehnliche
Motive, u.A.

Zunächst war das Ziel, eine Diktatur zu stürzen.

Sie alle folgen einem Prinzip: Mit moeglichst wenig Einsatz
und unter Ausnutzung aller Moeglichkeiten ein Hoechstmass an
Geldgewinn herauszuholen. Dieses Prinzip wird von der
Verfassung und den Grund- bzw. Menschenrechten geschuetzt.
Wenn Du also restriktiv vorgehen willst, dann musst Du erst
diese aendern.

Weshalb? Allein schon innerhalb dieser Rahmenbedingungen,
welche ja vielfältig begrenzt sind (z.B. Kartellrecht), kann
viel geschehen. Man muß nicht den 6. Schritt vor dem 1. gehen.

Das Privateigentum ist geschuetzt, d.h. jeder Unternehmer kann
machen, was er will, der Rest der Gesellschaft hat ihm da
nicht reinzureden.

Sorry, das ist Quatsch.
Das Allgemeinwohl dient als Begründung für mannigfaltige Einschränkungen der unternehmerischen Freiheit.

Die Bestrebungen, das Kartellrecht zu
umgehen, sind dementsprechend vielfaeltig, sichtbar z.B. im
Vitaminskandal, die von der EU abgemahnten Preisabsprachen; an
den Tankstellen, wo Kartellabsprachen dementiert werden, die
Preise sich trotzdem gleichzeitig aendern; Microsoft und der
Monopolprozess,…

Ich halte mich da eher an die KMUs, s.o.

Uebrigens verhindern die Freiheit des Privateigentums und der
Schutz der koerperlichen Unversehrtheit jegliche tiefgehenden
Massnahmen gegen Deine arbeitsscheuen Sozialschmarotzer.

Das sehe ich anders.
Nichts mehr zu bezahlen affektiert keines dieser Rechte.

Jeder seinen kleinen Teil. Ein abstraktes/ideales Prinzip des
Kapitalismus ist die Abspaltung der Wirtschaft von der
Gesellschaft

freies Unternehmertum, siehe auch Schutz des Privateigentums,
ist mir erst spaeter eingefallen.

Das ist nur in der Theorie richtig, da Natur vermarktet werden
kann und die biologische Reproduktion selbst zum Business
geworden ist.

Erstens sagte ich, dass dies der Idealzustand von Markt und
Demokratie waere, und zweitens ist reine Natur wert-los.
Solange das Erz in der Ader verbleibt, hat es keinen Wert.
Solange der Baum im Urwald stehen bleibt, hat er keinen Wert.
Wert hat nur, was Menschen aus Natur machen, und da gehen die
Moeglichkeiten
wie Du sagst schon sehr weit. Nur kann das Business nur da
funktionieren, wo Natur eben bearbeitet wird. Und das ist z.B.
bei kuenstlicher Befruchtung der Fall. Das extrem waere, dass
wir eine Pauschale fuer jede Zellteilung bezahlen, da dabei
Genpatente beruehrt werden.

Sorry, das ist mir zu abstrakt.

Dies zwingt oftmals bereits zu gewissenhaftem Handeln.

Nur insofern, als die Folgen unter Garantieleistung fallen,
bzw. schlechte Qualitaet rechtsverwertbar nachgewiesen werden
kann. Nun such mal erdnussbutterfreie Suesswaren, Zuckerfreie
Backwaren, generell jodfreie Lebensmittel, schadstofffreie
Bekleidung, chemiefreies Trinkwasser, tiermehlfreies
Tierfutter, damit erzeugtes Fleisch, gensojafreies Fett,…
Erstens muss all das per Gesetz reglementiert und durch
diverse Institutionen staendig geprueft werden, und es wird
nur Sorgfaltfalt auf das verwandt, was nachgewiesen werden
kann. Nicht nachpruefbare Risiken, die z.B. durch Kombination
verschiedener Faktoren entstehen, werden einfach ignoriert.

…klar, denn sie sind ja nun mal nicht nachprüfbar.

Tut man’s nicht, dann tut’s die Konkurrenz und verkauft
billiger. Die nachweisbare Qualitaet ist die gleiche.

Was nicht nachprüfbar ist, kann kaum einer Argumentation zugrunde gelegt weren, denke ich.

Grüße,

Mathias

Hi, wir naehern uns,
(d.h. reden nicht ganz aneinander vorbei:wink:

Wo siehst Du noch neuen Bedarf? Welcher Lebensbereich ist
warenmaessig noch nicht abgedeckt?

Es gibt immer mal wieder neue Lebensmittel, neue
Convenience-Produkte und auch neue technische Geräte, die alle
produziert werden wollen.

Und die andere Produkte verdraengen, die nicht mehr hergestellt werden. Zudem werden die neuen Produkte auf dem neuesten Stand der Technologie produziert, d.h. mit weniger Arbeitskraeften als fuer die verdraengten noetig waren. Welcher Teil Deines Alltags ist noch nicht von Waren ausgefuellt, wieviel Zeit vergeht am Tag, wo Du nicht in irgendeiner Form Geld ausgibst, d.h. Waren und Dienstleistungen konsumierst?

Und wir haben einen
Weltmarkt, also ist es erstmal egal, in welcher
Industrienation etwas produziert wird.

Das stimmt nur für einen Teil der angebotenen Artikel.

Bei gleichem Technologischen Stand, auch in der Qualitaetssicherung, ist es fuer den Konsumenten egal.

Ferner ist das absolut nicht egal, denn
Produktionsverlagerungen haben weitreichend Folgen.

Fuer die Angestellten, fuer lokale Zulieferer,…, richtig.

Richtig, nur werden andererseits durch neue Produkte auch
wieder neue Fabrieken us.w. mit neuen Arbeitsplätzen
geschaffen.

S.o., damit das in der von Dir gewuenschten Weise funktioniert muesste eine bisher nicht kommerzialisierte Nische im Konsumverhalten gefunden werden.

Und diese stellt die Norm. Alles was
mehr menschliche Arbeit fordert, muss mit Lohndumping
ausgeglichen werden.

Deutschland ist hierfür das beste Gegenbeispiel.

Produktion, die in Deutschland aufgebaut wird, findet auf dem hoechsten verfuegbaren Niveau statt, was anderes wuerde auch nicht finanziert werden.

Das hat mit dem Produkt Tamagochi nicht direkt etwas zu tun.

Vielleicht ein schlechtes Beispiel, lassen wir das.

Der Punkt war einfach, dass die immer schnellere Innovation ganze Produktionslinien wertlos machen kann, bevor diese sich amortisiert haben. Der moralische Verschleiss kommt immer weiter vor dem physischen Verschleiss. Extrembeispiel sind Computer.

In den Industrieländern steigt die Zahl der potentiellen
rechtsfähigen Käufer, da dort die Gesellschaften ein immer
höhreres Duchschnittsalter erreichen.

Aber es steigt nicht die Zahl der Einkommen, zumindest nicht der Einkommen aus materieller Produktion. Wir koennen noch so viele Konsumenten haben, wir koennen Saeuglinge als vertragsfaehig erklaeren, wenn sie kein Geld haben, ist das nur Augenauswischerei.

Frage: Gibt es im Kommunismus noch Geld? Antwort: Nur noch.

…nur ist es dann nichts mehr wert.

Wenn man das nicht nur als Witz begreift, kann man sich fragen, wie nahe wir heute diesem Zustand sind, mit dem ganzen aufgeblaehten Geldvolumen auf den internationalen Finanzmaerkten.

Waren wurden mit Geld bezahlt,…

…sofern es welche gab.

Stell Dir vor, es gab Brot, Milch, Wohnungen, Strom, Waschmaschinen, Radios, Staubsauger, Bekleidung in ausreichender Menge (zumindest vor den EDV-Schildern am Stadtrand von Berlin).

Wohin der Sozialismus uns führte hat man ja an der DDR
gesehen. Ein riesiger Pleiteladen.
Das System hat überhaupt nciht funktioniert, schon nach 40
Jahren war es handlungsunfähig.

Inwieweit unterscheidet sich das heutige System vom Sozialismus?

Das hatte nichts mit Kapitalismus zu tun.

Dann haben Aliens die Bomben geworfen? Oder Amazonas-Indianer?

Der interessiert mich ehrlich gesagt nicht. Des weiteren hat
der auch nichts mit der Wirtschaftsform Kapitalismus zu tun.

Evtl. aber mit Demokratie, Menschenrechten,… Weil die haben was mit der Wirtschaftsform zu tun.

Mich stört die Formulierung.
Ich rede von denen, die denken nicht arbeiten zu müssen weil
die Stütze ja ausreicht.

D.h. sie benehmen sich ganz normal. Man braucht Geld zum Ueberleben und man sollte sich dafuer nicht zu sehr abrackern. Es ist auch eine (wert-lose oder -freie) Leistung, in dieser Gesellschaft auf diesem niedrigen Niveau zu ueberleben und evtl. sogar noch eine Familie mit Kindern durchzubringen.

Dann sind sie fuer die Nationaloekonomie/Sozialstat nicht
wesentlich, laufen unter ferner liefen.

Du hast leider nur teilweise zitiert. Sie sind wesentlich,
denn sie fallen dem Staat nicht mehr zur Last.

Das mag fuer den Einzelnen gelten, in der Gesamtheit wuerde das nur gelten, wenn fuer einen absolut neuen Markt in der entsprechenden Groessenordnung produziert werden koennte. Alles andere wird indirekt, z.B. ueber kommunale Auftraege, von der Allgemeinheit getragen, d.h. am Ende von Steuern oder auf Staatskredit.

Schlechtes Beispiel.
Wie sieht es mit Autonavigations-Systemen,

Hochgradig automatisierte Herstellung, kaum Arbeitsplaetze.

Equipment für die
medizinische Forschung,

das Volumen ist zu klein. Fuer die medizinische Praxis ist das Volumen dann wesentlich, aber diese Investitionen schraenken dann anderen Konsum ein oder muessen von der Gesellschaft getragen werden, also wieder Steuern und Kredite. Die medizinische Praxis produziert keine Werte, ist rein konsumptiv.

Produktionsanlagen für Litiumbatterien

Ersetzen andere Produkte. War das die Fabrik, wo eine arbeitsintensivere Fliessbandproduktion im lohnkostenbilligen pazifischen Raum durch eine hochgradig automatisierte Anlage in Deutschland mit nur wenigen Arbeitskraeften ersetzt wurde? Dann ist es ein Beispiel fuer die Tendenzen, die ich rueberbringen will.

Alles neue Produkte, die eine gigantische Marktentwicklung
haben.

Der Automarkt ist gesaettigt, die Belastung der Krankenkassen in allen Industrienationen jenseits von Gut und Boese, und die Batterien haengen ausserdem vom Markt der batteriegetriebenen Produkte ab, wo ich auch nur Ersatzkaeufe sehe. Oder glaubst Du noch der Dotcom-Pleite noch an einen grossen Markt fuer tragbare Mini-Computer? Der Haendie-Markt ist gesaettigt, hier erfolgt also auch nur noch Ersatz. Embedded Devices haben eine Stromversorgung entweder durch das umgebende System (Waschmaschine, Fernseher,…) oder muessen erstmal beweisen, dass sie mehr als elitaeres Spielzeug sind.

Was ist das denn jetzt?
Waren wir nicht bei Arbeitslosenzahlen?

Sicher. Es werden eher Ueberstunden in Kauf genommen, als das ein Arbeitsloser eingestellt wird. Das ist nicht boeser Wille, sondern betriebswirtschaftliches Denken.

Zunächst war das Ziel, eine Diktatur zu stürzen.

Das war die Propaganda ueber das Ziel. Die Regierung war demokratisch gewaehlt. Jugoslawien war mit seinem Sonderweg das sozialistische Land mit den meisten westlichen Tendenzen. In etwa wie China jetzt, evtl. sogar weiter. Nur es herrschte keine Demokratie/Rechtsstaat wie im westeuropaeischen Modell des Kap., ausserdem frass die Protektion nach aussen (Zoelle,…) und Subventionierung der Wirtschaft zunehmend die Staatsfinanzen auf, bis der Staat im wesentlichen handlungsunfaehig wurde. Um sich vor einer Welle von Wirtschaftsfluechtlingen zu schuetzen, wurde dann Anfang der 90er vom Westen massiv der Zerfall Jugoslawiens betrieben, u.a. um Kroatien und Slowenien als Schutzschild zu haben. Dass Madame Albright die Serben hasst, hat dem Ganzen eine sehr bedauerliche Wendung gegeben.

Das Privateigentum ist geschuetzt, d.h. jeder Unternehmer kann
machen, was er will, der Rest der Gesellschaft hat ihm da
nicht reinzureden.

Sorry, das ist Quatsch.
Das Allgemeinwohl dient als Begründung für mannigfaltige
Einschränkungen der unternehmerischen Freiheit.

Eben. Die unternehmerische Freiheit wird eingeschraenkt. Aber sie wird nicht an sich in Frage gestellt.

Ich halte mich da eher an die KMUs, s.o.

Haben die Gewinnraten von 20%? Spielen sie fuer das internationale Finanzsystem eine grosse Rolle? Fuer das, was sich an den Boersen und in der Weltpolitik abspielt, bilden diese KMU eine sehr notwendige Infrastruktur, die aber marktwirtschaftlich nicht sehr sexy ist.

Uebrigens verhindern die Freiheit des Privateigentums und der
Schutz der koerperlichen Unversehrtheit jegliche tiefgehenden
Massnahmen gegen Deine arbeitsscheuen Sozialschmarotzer.

Das sehe ich anders.
Nichts mehr zu bezahlen affektiert keines dieser Rechte.

Doch. Die Garantie der koerperlichen Unversehrtheit. Die Moeglichkeit, frei und unabhaengig die Waren im Privateigentum, d.h. in diesem Fall die persoenliche Arbeitskraft, am Markt anbieten zu koennen, dazu Vertraege (Arbeitsvertrag) unter gleichen Rechtspersonen abschliessen zu koennen, die nicht von einer persoenlichen Zwangslage beeinflusst werden, d.h. nicht erpressbar zu sein.

Das koennte natuerlich auch ohne Geldzahlung, mit Naturalien und Wohnheimen geleistet werden. Aber derartige Versuche waren bisher immer mit noch hoeheren Kosten verbunden.

Solange das Erz in der Ader verbleibt, hat es keinen Wert.
Solange der Baum im Urwald stehen bleibt, hat er keinen Wert.

Sorry, das ist mir zu abstrakt.

Was ist daran abstrakt? Haben die Minaralvorkommen auf dem Mars z.Z. irgendeinen Wert auf der Erde?

kann. Nicht nachpruefbare Risiken, die z.B. durch Kombination
verschiedener Faktoren entstehen, werden einfach ignoriert.

…klar, denn sie sind ja nun mal nicht nachprüfbar.

Aber vorhanden, indirekt, d.h. statistisch belegt oder sogar praktisch nachweisbar im Einzelfall, aber nicht im Alltag.

Tut man’s nicht, dann tut’s die Konkurrenz und verkauft
billiger. Die nachweisbare Qualitaet ist die gleiche.

Was nicht nachprüfbar ist, kann kaum einer Argumentation
zugrunde gelegt weren, denke ich.

Doch. Man koennte trotzdem nach vernuenftigen Massstaeben produzieren, gerade in der Landwirtschaft. Genveraenderte Pflanzen zur Produktivitaetssteigerung per chemischer Keule sind nicht wirklich notwendig. Die EU bezahlt Bauern, damit diese Felder brach liegen lassen, die Milchseen und Butterberge sind inzwischen schon legedaer,… Man muesste nicht jeden technologischen Fortschritt sofort und in maximaler Breite anwenden, es ist nur der Konkurrenzdruck, der Zwang, mehr Profit machen zu muessen als die anderen, um das nackte Ueberleben zu sichern, der diesen Irrsinn hervorbringt.

Ciao Lutz