25% der Arbeitslosen wollen keinen Job

Hi!

Hi, wir naehern uns,
(d.h. reden nicht ganz aneinander vorbei:wink:

Wo siehst Du noch neuen Bedarf? Welcher Lebensbereich ist
warenmaessig noch nicht abgedeckt?

Es gibt immer mal wieder neue Lebensmittel, neue
Convenience-Produkte und auch neue technische Geräte, die alle
produziert werden wollen.

Und die andere Produkte verdraengen, die nicht mehr
hergestellt werden.

Stimmt oft nicht bzw. es gibt eine große Phasenverschiebung. Beispiel: DVD, Gasentladungslampen, TFT-Technologie.
Alles Dinge, in denen Deutsche in Entwicklung, Management und Produktion involviert sind.

Zudem werden die neuen Produkte auf dem
neuesten Stand der Technologie produziert, d.h. mit weniger
Arbeitskraeften als fuer die verdraengten noetig waren.

Das stimmt nur teilweise, denn wir haben bereits seit 25 Jahren ienen sehr hohen Automatisierungsgrad in der industriellen Fertigung.

Welcher Teil Deines Alltags ist noch nicht von Waren
ausgefuellt, wieviel Zeit vergeht am Tag, wo Du nicht in
irgendeiner Form Geld ausgibst, d.h. Waren und
Dienstleistungen konsumierst?

wenig.

Und wir haben einen
Weltmarkt, also ist es erstmal egal, in welcher
Industrienation etwas produziert wird.

Das stimmt nur für einen Teil der angebotenen Artikel.

Bei gleichem Technologischen Stand, auch in der
Qualitaetssicherung, ist es fuer den Konsumenten egal.

Nein, denn es gibt Transportkosten u.ä.

Ferner ist das absolut nicht egal, denn
Produktionsverlagerungen haben weitreichend Folgen.

Fuer die Angestellten, fuer lokale Zulieferer,…, richtig.

Richtig, nur werden andererseits durch neue Produkte auch
wieder neue Fabrieken us.w. mit neuen Arbeitsplätzen
geschaffen.

S.o., damit das in der von Dir gewuenschten Weise funktioniert
muesste eine bisher nicht kommerzialisierte Nische im
Konsumverhalten gefunden werden.

Das sehe ich anders wie gesagt. Es gibt in den vorhandenen Sparten noch viel Potential. V.a. im professionellen Bereich, d.h. bei nicht alltäglichen Gütern, Sondermaschinebau u.ä.

Und diese stellt die Norm. Alles was
mehr menschliche Arbeit fordert, muss mit Lohndumping
ausgeglichen werden.

Deutschland ist hierfür das beste Gegenbeispiel.

Produktion, die in Deutschland aufgebaut wird, findet auf dem
hoechsten verfuegbaren Niveau statt, was anderes wuerde auch
nicht finanziert werden.

Das verlangte Niveau ist insgesamt sehr hoch.
Superbilligschrott ist auch zu niedrigen Preisen kaum noch verkäuflich, denn die Konsumenteneinstellung zum Thema Qualität und Preis hat sich in den letzten 15 Jahren grundlegend verändert.

Das hat mit dem Produkt Tamagochi nicht direkt etwas zu tun.

Vielleicht ein schlechtes Beispiel, lassen wir das.

Der Punkt war einfach, dass die immer schnellere Innovation
ganze Produktionslinien wertlos machen kann, bevor diese sich
amortisiert haben. Der moralische Verschleiss kommt immer
weiter vor dem physischen Verschleiss. Extrembeispiel sind
Computer.

Das ist ein hausgemachtes Problem.
Die Automobilhersteller arbeiten in solchen Fällen mit künstlicher Verzögerung von Technologitransfers zwischen F&E und Produktion/Angebot.

Allerdings gehe ich konform mit der prinzipiellen Erkenntnis, daß zu kurze Produktlebenszyklen oftmals zu Schwierigkeiten bei der Refinanzierung führen.

In den Industrieländern steigt die Zahl der potentiellen
rechtsfähigen Käufer, da dort die Gesellschaften ein immer
höhreres Duchschnittsalter erreichen.

Aber es steigt nicht die Zahl der Einkommen, zumindest nicht
der Einkommen aus materieller Produktion. Wir koennen noch so
viele Konsumenten haben, wir koennen Saeuglinge als
vertragsfaehig erklaeren, wenn sie kein Geld haben, ist das
nur Augenauswischerei.

Richtig, aber der Wohlstand, die Einkommen im Land steigen doch!

Frage: Gibt es im Kommunismus noch Geld? Antwort: Nur noch.

…nur ist es dann nichts mehr wert.

Wenn man das nicht nur als Witz begreift, kann man sich
fragen, wie nahe wir heute diesem Zustand sind, mit dem ganzen
aufgeblaehten Geldvolumen auf den internationalen
Finanzmaerkten.

Einverstanden. Aber der Markt bereinigt sich meistens selbst, wie wir am Beispiel des Neuen Marktes beobachten durften.

Waren wurden mit Geld bezahlt,…

…sofern es welche gab.

Stell Dir vor, es gab Brot, Milch, Wohnungen, Strom,
Waschmaschinen, Radios, Staubsauger, Bekleidung in
ausreichender Menge (zumindest vor den EDV-Schildern am
Stadtrand von Berlin).

Aber es gab keine Autos und keine Bananen…

Wohin der Sozialismus uns führte hat man ja an der DDR
gesehen. Ein riesiger Pleiteladen.
Das System hat überhaupt nciht funktioniert, schon nach 40
Jahren war es handlungsunfähig.

Inwieweit unterscheidet sich das heutige System vom
Sozialismus?

Man lässt hier noch ein wenige Eigeninitiative zu, wobei ich zugeben muß, daß unser System nach 3 Jahren sozialistischer Regierung stramm auf rotem Kurs ist.

Das hatte nichts mit Kapitalismus zu tun.

Dann haben Aliens die Bomben geworfen? Oder Amazonas-Indianer?

Nein, aber auch keine Kapitalisten sondern dämliche Anwälte…

Der interessiert mich ehrlich gesagt nicht. Des weiteren hat
der auch nichts mit der Wirtschaftsform Kapitalismus zu tun.

Evtl. aber mit Demokratie, Menschenrechten,… Weil die haben
was mit der Wirtschaftsform zu tun.

Das erste Menschenrecht hier wird ja bereits konterkarriert indem der Staat den arbeitenden Bürger in einer vollkommen inakzeptabelen Weise schröpft. Freie Entfaltung ist so nicht mehr möglich, da für den Duchschnittsverdiener eine Familie zum unbezahlbaren Luxus geworden ist.

Mich stört die Formulierung.
Ich rede von denen, die denken nicht arbeiten zu müssen weil
die Stütze ja ausreicht.

D.h. sie benehmen sich ganz normal. Man braucht Geld zum
Ueberleben und man sollte sich dafuer nicht zu sehr abrackern.

Aber jemand anders muß sich für sie abrackern. Das ist nicht normal, sondern ablehnenswürdig.

Es ist auch eine (wert-lose oder -freie) Leistung, in dieser
Gesellschaft auf diesem niedrigen Niveau zu ueberleben und
evtl. sogar noch eine Familie mit Kindern durchzubringen.

…was aufgrund eines solchen Verhaltens einiger Leute und der daraus resultierenden hohen Abgabenbelastung für den normalen Arbeitnehmer nicht mehr drin ist.
Das ist ein Systemfehler, schätze ich…

Dann sind sie fuer die Nationaloekonomie/Sozialstat nicht
wesentlich, laufen unter ferner liefen.

Du hast leider nur teilweise zitiert. Sie sind wesentlich,
denn sie fallen dem Staat nicht mehr zur Last.

Das mag fuer den Einzelnen gelten, in der Gesamtheit wuerde
das nur gelten, wenn fuer einen absolut neuen Markt in der
entsprechenden Groessenordnung produziert werden koennte.
Alles andere wird indirekt, z.B. ueber kommunale Auftraege,
von der Allgemeinheit getragen, d.h. am Ende von Steuern oder
auf Staatskredit.

Schlechtes Beispiel.
Wie sieht es mit Autonavigations-Systemen,

Hochgradig automatisierte Herstellung, kaum Arbeitsplaetze.

Equipment für die
medizinische Forschung,

das Volumen ist zu klein. Fuer die medizinische Praxis ist das
Volumen dann wesentlich, aber diese Investitionen schraenken
dann anderen Konsum ein oder muessen von der Gesellschaft
getragen werden, also wieder Steuern und Kredite. Die
medizinische Praxis produziert keine Werte, ist rein
konsumptiv.

Sie produziert mittelbare Werte bei den Zulieferern.

Produktionsanlagen für Litiumbatterien

Ersetzen andere Produkte. War das die Fabrik, wo eine
arbeitsintensivere Fliessbandproduktion im lohnkostenbilligen
pazifischen Raum durch eine hochgradig automatisierte Anlage
in Deutschland mit nur wenigen Arbeitskraeften ersetzt wurde?
Dann ist es ein Beispiel fuer die Tendenzen, die ich
rueberbringen will.

Die Produktion von Litiumbatterien erfolgt mit einem niedrigeren Automatisierungsgrad als die nach wie vor parallel produzierten herkömmlichen NiCd-Batterien.
Neues Produkt, kein Ersatz, Tausende neuer Arbeitsplätze.

Alles neue Produkte, die eine gigantische Marktentwicklung
haben.

Der Automarkt ist gesaettigt,

Falsch, die Zahlen stagnieren bei ein paar mio. Neuzulassungen p.a.

die Belastung der Krankenkassen
in allen Industrienationen jenseits von Gut und Boese,

Nein, das gilt höchstens für ein paar europäische Länder.

und die
Batterien haengen ausserdem vom Markt der batteriegetriebenen
Produkte ab, wo ich auch nur Ersatzkaeufe sehe.

Falsch: Handies, Uhren, PCs, Autos, Heim-HiFi - alle benötigen solche Batterien.
Der Markt explodiert quasi.
Und das volkswirtschaftlich fast völlig sauber.

Oder glaubst
Du noch der Dotcom-Pleite noch an einen grossen Markt fuer
tragbare Mini-Computer? Der Haendie-Markt ist gesaettigt, hier
erfolgt also auch nur noch Ersatz. Embedded Devices haben eine
Stromversorgung entweder durch das umgebende System
(Waschmaschine, Fernseher,…) oder muessen erstmal beweisen,
dass sie mehr als elitaeres Spielzeug sind.

Wie gesagt, in vielen alltäglich genutzten Geräten findet man solche Systeme.

Was ist das denn jetzt?
Waren wir nicht bei Arbeitslosenzahlen?

Sicher. Es werden eher Ueberstunden in Kauf genommen, als das
ein Arbeitsloser eingestellt wird. Das ist nicht boeser Wille,
sondern betriebswirtschaftliches Denken.

Dioe Rechnung „35 Überstunden ist gleich ein Arbeitsplatz“ ist Quatsch. Bei unserem rigiden Arbeitsrecht ist eine temporäre Einstellung von Leuten für Spitzen nicht möglich. Außerdem fallen solche Mehrbelastungen oft nicht planbar und höchst temporär an.

Zunächst war das Ziel, eine Diktatur zu stürzen.

Das war die Propaganda ueber das Ziel. Die Regierung war
demokratisch gewaehlt. Jugoslawien war mit seinem Sonderweg
das sozialistische Land mit den meisten westlichen Tendenzen.
In etwa wie China jetzt, evtl. sogar weiter. Nur es herrschte
keine Demokratie/Rechtsstaat wie im westeuropaeischen Modell
des Kap., ausserdem frass die Protektion nach aussen
(Zoelle,…) und Subventionierung der Wirtschaft zunehmend die
Staatsfinanzen auf, bis der Staat im wesentlichen
handlungsunfaehig wurde. Um sich vor einer Welle von
Wirtschaftsfluechtlingen zu schuetzen, wurde dann Anfang der
90er vom Westen massiv der Zerfall Jugoslawiens betrieben,
u.a. um Kroatien und Slowenien als Schutzschild zu haben. Dass
Madame Albright die Serben hasst, hat dem Ganzen eine sehr
bedauerliche Wendung gegeben.

Auch das sind Vermutungen, wenn auch mit hoher Wahrscheinlichkeit versehene.
Mich stört hier die Verknüpfung und negative Belegung der Begriffe „Demokratie“ und „Kapitalismus“.
Unser System ist eine soziale Marktwirtschaft mit demokratisch gewählter Regierung.
Alles ander ebleibt zunächst Spekulation oder persönliche Ansicht.

Ferner stelle ich die Frage, was daran falsch sein soll, sein Land zu schützen so, wie Du es oben unterstellst.

Das Privateigentum ist geschuetzt, d.h. jeder Unternehmer kann
machen, was er will, der Rest der Gesellschaft hat ihm da
nicht reinzureden.

Sorry, das ist Quatsch.
Das Allgemeinwohl dient als Begründung für mannigfaltige
Einschränkungen der unternehmerischen Freiheit.

Eben. Die unternehmerische Freiheit wird eingeschraenkt. Aber
sie wird nicht an sich in Frage gestellt.

Natürlich nicht. Warum auch?

Ich halte mich da eher an die KMUs, s.o.

Haben die Gewinnraten von 20%?

Teilweise auch mehr.

Spielen sie fuer das
internationale Finanzsystem eine grosse Rolle?

Eine sehr große sogar. Ohne die KMUs hätten die Banken kaum Zinsgewinne und die „Großen“ keine Aufträge.

Fuer das, was
sich an den Boersen und in der Weltpolitik abspielt, bilden
diese KMU eine sehr notwendige Infrastruktur, die aber
marktwirtschaftlich nicht sehr sexy ist.

Das sehe ich anders, denn sie biten die meisten Arbeitsplätze und binden das meiste Kapital.

Uebrigens verhindern die Freiheit des Privateigentums und der
Schutz der koerperlichen Unversehrtheit jegliche tiefgehenden
Massnahmen gegen Deine arbeitsscheuen Sozialschmarotzer.

Das sehe ich anders.
Nichts mehr zu bezahlen affektiert keines dieser Rechte.

Doch. Die Garantie der koerperlichen Unversehrtheit. Die
Moeglichkeit, frei und unabhaengig die Waren im
Privateigentum, d.h. in diesem Fall die persoenliche
Arbeitskraft, am Markt anbieten zu koennen, dazu Vertraege
(Arbeitsvertrag) unter gleichen Rechtspersonen abschliessen zu
koennen, die nicht von einer persoenlichen Zwangslage
beeinflusst werden, d.h. nicht erpressbar zu sein.

Dieser Interpretation folge ich nicht.

Das koennte natuerlich auch ohne Geldzahlung, mit Naturalien
und Wohnheimen geleistet werden. Aber derartige Versuche waren
bisher immer mit noch hoeheren Kosten verbunden.

Wie gesagt: ich sehe keines der Grundrechte gefährdet durch die Maßnahme des Geldentzuges.
Schließlich könnte ich über Deine Argumentation jedwede Steuererhebungen in Frage stellen.

Solange das Erz in der Ader verbleibt, hat es keinen Wert.
Solange der Baum im Urwald stehen bleibt, hat er keinen Wert.

Sorry, das ist mir zu abstrakt.

Was ist daran abstrakt? Haben die Minaralvorkommen auf dem
Mars z.Z. irgendeinen Wert auf der Erde?

Nein. Und?

kann. Nicht nachpruefbare Risiken, die z.B. durch Kombination
verschiedener Faktoren entstehen, werden einfach ignoriert.

…klar, denn sie sind ja nun mal nicht nachprüfbar.

Aber vorhanden, indirekt, d.h. statistisch belegt oder sogar
praktisch nachweisbar im Einzelfall, aber nicht im Alltag.

…dann wohl auch nicht wichtig…

Tut man’s nicht, dann tut’s die Konkurrenz und verkauft
billiger. Die nachweisbare Qualitaet ist die gleiche.

Was nicht nachprüfbar ist, kann kaum einer Argumentation
zugrunde gelegt weren, denke ich.

Doch. Man koennte trotzdem nach vernuenftigen Massstaeben
produzieren, gerade in der Landwirtschaft.

Man könnte auch erwarten, daß jeder Mensch nach vernünftigen Maßstäben lebt und somit keine Sozialhilfe kassiert wenn er nicht muß.

Genveraenderte
Pflanzen zur Produktivitaetssteigerung per chemischer Keule
sind nicht wirklich notwendig.

Das ist eine Frage des Standpunktes. Solange 1 Mrd. Menschen hungern ist das evtl. zu kurz gedacht.

Die EU bezahlt Bauern, damit
diese Felder brach liegen lassen, die Milchseen und
Butterberge sind inzwischen schon legedaer,… Man muesste
nicht jeden technologischen Fortschritt sofort und in
maximaler Breite anwenden, es ist nur der Konkurrenzdruck, der
Zwang, mehr Profit machen zu muessen als die anderen, um das
nackte Ueberleben zu sichern, der diesen Irrsinn hervorbringt.

Amen…

Es widerstrebt mir, mein eigenes Tun als Irrsinn abzustempeln.
Das Problem sehe ich eher darin, daß die Industrienationen viel zu gierig sind und daher dieser große Gap zwischen 1. und 3. Welt besteht (gibt es noch eine 2. Welt?).
Das liegt allerdings auch daran, daß viele 3. Welt-Länder ihre U(Nabhängigkeit von den Kolonialherren erzwungen haben und dann in Korruption, Pseudo-Sozialismus, Stillstand und Armut versanken.
Vielleicht wäre die Lösung eine gesunde Kolonialpolitik.
Und natürlich die Konzentration auf das Leistungsprinzip…

Grüße,

Mathias

Hallo,

falls Du es noch nicht bemerkt haben solltest, wir diskutieren auf ideologisch verbranntem Territiorium, vielleicht ist ja der folgende Artikel verstaendlich, da sind die Argumente nur schaerfer formuliert:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/53/23.html
und vom selben Autor, weil das Thema auch vorkam:
http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2…

Stimmt oft nicht bzw. es gibt eine große Phasenverschiebung.
Beispiel: DVD, Gasentladungslampen, TFT-Technologie.

Aber die Maerkte sind rein vom Geldvolumen nicht gross genug, um z.B. fuer das an den Boersen geparkte Kapital interessant zu sein.

Alles Dinge, in denen Deutsche in Entwicklung, Management und
Produktion involviert sind.

Und ich rede von den westlichen bzw. noerdlichen Industrienationen. In der Wirtschaft noch irgendwelche Grenzen innerhalb der EU zu ziehen ist inzwischen laecherlich, und auch die wirtschaftlichen Interessen der USA und Japans sind die gleichen, was auch die heftigst diskutierte politische Seite der sog. Globalisierung ausmacht.

Zudem werden die neuen Produkte auf dem
neuesten Stand der Technologie produziert, d.h. mit weniger
Arbeitskraeften als fuer die verdraengten noetig waren.

Das stimmt nur teilweise, denn wir haben bereits seit 25
Jahren ienen sehr hohen Automatisierungsgrad in der
industriellen Fertigung.

Und jede neu gebaute Fertigungslinie ist wieder ein Stueck moderner, hat einen hoeheren Ausstoss bei gleichviel oder weniger menschliche Ueberwachern und Handlangern.

Welcher Teil Deines Alltags ist noch nicht von Waren
ausgefuellt, wieviel Zeit vergeht am Tag, wo Du nicht in
irgendeiner Form Geld ausgibst, d.h. Waren und
Dienstleistungen konsumierst?

wenig.

Deshalb Verdraengung. Jedes neue Produkt muss ein anderes aus Deiner Aufmerksamkeit verdraengen. Heutzutage hat man sogar so wenig Zeit, dass kaum noch die dicken Zeitungen (nicht yellow press) gelesen werden, geschweige denn anspruchsvollere Buecher.
Ausserdem, wenn Du Dich einem neuen Produkt zuwendest, muss etwas anderes aus Deiner Einkaufsliste gestrichen werden. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Nein, denn es gibt Transportkosten u.ä.

Das ist natuerlich richtig. Sind aber innerhalb Europas meist zu vernachlaessigen.

Das sehe ich anders wie gesagt. Es gibt in den vorhandenen
Sparten noch viel Potential. V.a. im professionellen Bereich,
d.h. bei nicht alltäglichen Gütern, Sondermaschinebau u.ä.

Ja, der Toyotismus. Definition und Beschreibung moeglicher Folgen in http://www.kritische-informatik.de/index.htm?algorev…
Kurz gesagt erfordert diese massenhafte Unikatherstellung untragbar hohe Investitionskosten und laesst sich ausserdem nicht mehr mit dem klassischen Lohnverhaeltnis abbilden. Der einzelne Beschaeftigte muss ein Mass unternehmerischer Verantwortung uebernehmen, welches ihn aus dem Arbeitsmarkt herauswirft (ueberqualifiziert u.a.). Umgekehrt wird auch das Unternehmen von seinen Arbeitern und Angestellten mit ihren persoenlichen Faehigkeiten so stark abhaengig, dass es auf dem Arbeitsmarkt immer weniger adequaten Ersatz findet, d.h. die Beziehung beider laesst sich nur noch schwer marktwirtschaftlich als Tausch Arbeitskraft gegen Lohn darstellen, der Arbeitsvertrag als Ausdruck dieser Marktbeziehung verliert an Sinn bzw. wird bis ins unleserliche ueberfrachtet.
Konsequent angewandt hebelt das die Grundlagen des Kapitalismus aus, kann also keinesfalls zu einem neuen Boom desselben fuehren.

Das verlangte Niveau ist insgesamt sehr hoch.
Superbilligschrott ist auch zu niedrigen Preisen kaum noch
verkäuflich, denn die Konsumenteneinstellung zum Thema
Qualität und Preis hat sich in den letzten 15 Jahren
grundlegend verändert.

Sie war schon immer die gleiche, moeglichst das Beste zum geringsten Preis. Nur das Bewusstsein, was denn das Beste sei, hat sich mit der Gewoehnung an einstmals neue Produkte gewandelt. Wann lief der letzte Haustuerverkaeufer fuer Staubsauger rum?

Aber ich sprach von der Produktion, nicht von den Produkten. Marktwirtschaftlich ist es egal, was produziert wird, Hauptsache es wird ein genuegend hoher Gewinn realisiert. Da dieser auf dem Markt realisiert wird, muessen die Produkte natuerlich verkauflich sein. Aber das ist sekundaer, d.h. wird in der Gewichtung immer von ersterem ueberlagert. Und wenn man billiger als die Konkurrenz produzieren kann, dann wird das zum MUSS. Das gibt einen Extra-Gewinn, bis die Konkurrenz technologisch gleichzieht.

Das ist ein hausgemachtes Problem.
Die Automobilhersteller arbeiten in solchen Fällen mit
künstlicher Verzögerung von Technologitransfers zwischen F&E
und Produktion/Angebot.

Das *glaube* ich nicht, dazu ist der Konkurrenzdruck viel zu gross. Aber bevor der Transfer in die Massenproduktion stattfindet, muss natuerlich gesichert sein, dass das Produkt auch verkaeuflich ist, d.h. durch die Innovation keine offensichtlichen Maengel entstehen. Ausserdem muss der Markt auch auf die Innovation vorbereitet werden, d.h. die Konsumenten muessen geschult werden.

Aber wieder meinte ich nicht das Produkt, sondern die Produktion. Und wenn in der Auto-Produktion ein Fertigungsschritt sinnvoll automatisiert oder technologisch verbessert werden kann, dann passiert das auch, meist unverzueglich. Bei solchen Rationalisierungsmassnahmen werden dann auch ab und zu ein paar Arbeitskraefte freigesetzt.

Richtig, aber der Wohlstand, die Einkommen im Land steigen
doch!

Wo? Stagnation bzw. Rueckgang der Kaufkraft ist immer wieder zu hoeren.

Einverstanden. Aber der Markt bereinigt sich meistens selbst,
wie wir am Beispiel des Neuen Marktes beobachten durften.

Da hat sich nichts gereinigt, DotKomm ist einfach zusammengebrochen, da es nie rentabel war und auch auf absehbare Zeit nicht wird.

Aber es gab keine Autos und keine Bananen…

Aber dafuer Diamant-Fahrraeder und Werder-Aepfel!

Inwieweit unterscheidet sich das heutige System vom
Sozialismus?

Man lässt hier noch ein wenige Eigeninitiative zu,

Innerhalb der Grenzen des Systems. Sag mal irgendwem, dass sein Boot ab morgen Dein Boot ist (Eigeninitiative), da er sowieso zu alt ist und es nicht mehr benutzen kann.

wobei ich
zugeben muß, daß unser System nach 3 Jahren sozialistischer
Regierung stramm auf rotem Kurs ist.

Rosa bitte, rot hat sich erledigt. Ausserdem hat Funktionstraeger Schroeder im wesentlichen nur die Politik der Kohl-Regierung fortgesetzt. In allen wesentlichen Debatten vertreten die Sozis liberale bis konservative Positionen, die Schwarzen haben den Sozialdemokraten Keynes ausgebuddelt.

Aber wie steht es um das (persoenliche) Privateigentum an Produktionsmitteln? Wem gehoeren die Maschinen bei Bosch, die Reagenzbottiche bei Hoechst,… ? Wem gehoeren die Aktienfonds, die in solche Unternehmen investieren?

Dann haben Aliens die Bomben geworfen? Oder Amazonas-Indianer?

Nein, aber auch keine Kapitalisten sondern dämliche Anwälte…

Der Nationalstaat vertritt die Wirtschaftsinteressen seiner Unternehmen nach aussen, die NATO die des Buendnisses. Also wurden die Bomben im Namen des Kapitalismus abgeworfen, egal wer nun persoenlich dies geplant hat.

Das erste Menschenrecht hier wird ja bereits konterkarriert
indem der Staat den arbeitenden Bürger in einer vollkommen
inakzeptabelen Weise schröpft.

„Der Staat“, das sind wir alle. Das meint schliesslich Demokratie. Mit Deiner Wortwahl bist Du dabei, eine irgendwie raffende, raubende, ausbeutende Gruppe zu suchen. Im harmlosen Fall fuehrt das zu den Illuminaten.

Freie Entfaltung ist so nicht
mehr möglich, da für den Duchschnittsverdiener eine Familie
zum unbezahlbaren Luxus geworden ist.

Wieso? Du kannst tun und lassen was Du willst. Du musst nur genug Geld haben. Meistens musst Du nichtmal geltendes Recht verbiegen. Wie Du an das Geld kommst, nun da kannst Du Dich frei entfalten.

D.h. sie benehmen sich ganz normal. Man braucht Geld zum
Ueberleben und man sollte sich dafuer nicht zu sehr abrackern.

Aber jemand anders muß sich für sie abrackern. Das ist nicht
normal, sondern ablehnenswürdig.

Wie steht es dann mit den Banken? Die machen Gewinn vom Zins auf Kredite an Wirtschaft und Privatpersonen, auch ohne sich abzurackern.

Es ist auch eine (wert-lose oder -freie) Leistung, in dieser
Gesellschaft auf diesem niedrigen Niveau zu ueberleben und
evtl. sogar noch eine Familie mit Kindern durchzubringen.

…was aufgrund eines solchen Verhaltens einiger Leute und der
daraus resultierenden hohen Abgabenbelastung für den normalen
Arbeitnehmer nicht mehr drin ist.
Das ist ein Systemfehler, schätze ich…

Du bist frei, einen hoeheren Lohn auszuhandeln, so dass diese Abgaben nicht mehr so druecken. Das ist eine Folge des Systems, aber diese Folge hat keiner konstruiert, sie kann also kein Fehler sein, es sei denn, man spricht auch von Fehlern der Evolution…

Das System funktioniert ganz einfach: Alles dreht sich ums Geld; alles, was ist, ist durch das Geld; wer kein Geld hat, ist Nichts; Geld ist an sich schon Kapital und muss daher Gewinn bringen, also zu mehr Geld werden.

Die
medizinische Praxis produziert keine Werte, ist rein
konsumptiv.

Sie produziert mittelbare Werte bei den Zulieferern.

Du meinst die Zulieferer produzieren Werte, die in der Medizin konsumiert werden. Aber die Medizin selbst produziert bei dieser Konsumation keine neuen Werte, d.h. dieser Wertverbrauch muss von woanders her ausgeglichen werden.

Die Produktion von Litiumbatterien erfolgt mit einem
niedrigeren Automatisierungsgrad als die nach wie vor parallel
produzierten herkömmlichen NiCd-Batterien.
Neues Produkt, kein Ersatz, Tausende neuer Arbeitsplätze.

O.k. wusste ich nicht. Nur ob das die Weltwirtschaft vor der Rezession rettet? Oder ernsthafter: Ob die Produkte, in denen diese Batterien eingsetzt werden, das tun?

Der Automarkt ist gesaettigt,

Falsch, die Zahlen stagnieren bei ein paar mio. Neuzulassungen
p.a.

Ersatzkaeufe und die auslaufende Ausruestung des ehem. Ostblocks. Wie Du sagst, die Zahlen stagnieren, die Produktivitaet steigt, der Arbeitseinsatz sinkt, damit auch der Gewinn.

die Belastung der Krankenkassen
in allen Industrienationen jenseits von Gut und Boese,

Nein, das gilt höchstens für ein paar europäische Länder.

GBritan, Frankreich und Deutschland reichen mir fuer Westeuropa. Die USA, sofern die Grundversorgung in den Uni-Krankenhaeusern als Krankenkassenersatz herangezogen wird. Die Situation in Japan kenne ich nicht, nur ist mit Verzerrungen aufgrund der andauernden Bankenkrise zu rechnen. In der 3. Welt gibt es kein oeffentliches, gemeinschaftlich getragenes Gesundheitswesen, bzw. die Rudimente davon wurden auf Anraten der Weltbank abgeschafft.

Falsch: Handies, Uhren, PCs, Autos, Heim-HiFi - alle benötigen
solche Batterien.

Pfennigartikel.

Der Markt explodiert quasi.

Aber nur quasi, also nicht genug.

Und das volkswirtschaftlich fast völlig sauber.

Wie gesagt, in vielen alltäglich genutzten Geräten findet man
solche Systeme.

Um Dir die Wiederholung des Gegenarguments zu sparen.

„35 Überstunden ist gleich ein Arbeitsplatz“ ist
Quatsch. Mehrbelastungen oft nicht planbar

Meine Rede.

Mich stört hier die Verknüpfung und negative Belegung der
Begriffe „Demokratie“ und „Kapitalismus“.

Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Eigentlich ist es fast unmoeglich geworden, sich eine andere stabile Kombination von Staat und Wirtschaft unter Beibehaltung des herrschenden Lebensstandards vorzustellen.

Unser System ist eine soziale Marktwirtschaft mit demokratisch
gewählter Regierung.

Das Parlament ist gewaehlt, die Regierung wird vom Parlament bestimmt. Aber das sind Feinheiten, die auch anders geloest werden koennten, die aber mit ihrer Klarheit das System stabilisieren.

Ferner stelle ich die Frage, was daran falsch sein soll, sein
Land zu schützen so, wie Du es oben unterstellst.

Ich unterstelle gar nichts, auch nicht, das Patriotismus schlecht ist. Nur mit der Einmischung in Jugoslawien wurde keines der NATO-Laender geschuetzt, der Einsatz in Afghanistan ist praktisch fehlgeschlagen, er war am Anfang kaum zu begruenden, bin Ladens Aufenthaltsort ist weiterhin unbekannt, islamische Terroristen gibt es immer noch, es herrschen immer noch Fundamentalisten, und nun die der mafieusen Sorte, im Lande.

Mit der Schwaechung der Polaritaet von Innen und Aussen in der Politik ist auch der Begriff der Landesverteidigung etwas schwammig geworden, wie es an der schwammigen Diskussion um Bundeswehr und Wehrpflicht zu sehen ist, und auch an der Diskussion um die Rolle der Nato.

Eben. Die unternehmerische Freiheit wird eingeschraenkt. Aber
sie wird nicht an sich in Frage gestellt.

Natürlich nicht. Warum auch?

Weil sie evtl. schon an sich, unabhaengig vom Einzelfall, das Ueberleben der Gesellschaft gefaehrdet? O.k., so weit sind wir noch nicht, aber was ist mit Argentinien?

Haben die Gewinnraten von 20%?

Teilweise auch mehr.

Und im Durschschnitt? In boersenrelevanten Groessenordnungen? Und nach Abzug aller Steuern, Ruecklagen, Erhaltungsnvestitionen?

Fuer das, was
sich an den Boersen und in der Weltpolitik abspielt, bilden
diese KMU eine sehr notwendige Infrastruktur, die aber
marktwirtschaftlich nicht sehr sexy ist.

Das sehe ich anders, denn sie biten die meisten Arbeitsplätze
und binden das meiste Kapital.

Eben, sie binden es, und das langfristig, da es sich um reale Produktion handelt. Nach heutigen Boersenmassstaeben muss das investierte Kapital aber kurzfristig wieder aktiviert werden koennen und trotzdem astronomische Renditen aufweisen.

Auch ich hoffe, dass Deine Situationsbeschreibung noch moeglichst lange gueltig bleibe. Nur sie gilt nur fuer unseren kleinen Teil der Welt.

Doch. Die Garantie der koerperlichen Unversehrtheit. Die
Moeglichkeit, frei und unabhaengig die Waren im
Privateigentum, d.h. in diesem Fall die persoenliche
Arbeitskraft, am Markt anbieten zu koennen, dazu Vertraege
(Arbeitsvertrag) unter gleichen Rechtspersonen abschliessen zu
koennen, die nicht von einer persoenlichen Zwangslage
beeinflusst werden, d.h. nicht erpressbar zu sein.

Dieser Interpretation folge ich nicht.

Das ist Dein Recht, es ist ein freies Land. Aber es ist nur eine logische Folge der Menschenrechte, so wie sie auch im Grundgesetz stehen.

Das koennte natuerlich auch ohne Geldzahlung, mit Naturalien
und Wohnheimen geleistet werden. Aber derartige Versuche waren
bisher immer mit noch hoeheren Kosten verbunden.

Wie gesagt: ich sehe keines der Grundrechte gefährdet durch
die Maßnahme des Geldentzuges.

Wenn der Geldentzug durch eine andere Art der Minimalstversorgung ersetzt wird, dann ja.

Schließlich könnte ich über Deine Argumentation jedwede
Steuererhebungen in Frage stellen.

Wenn man von der Seite der Wirtschaft argumentiert, ja. Das ist der liberale Standpunkt des freien Marktes. Es hat sich nur herausgestellt, dass selbst der freie Markt staatlich garantierte Spielregeln braucht. Dieser Schutz, diese Sicherheiten muessen finanziert werden. Da sie keine Waren sind, kann ihnen auch kein Preis zugeordnet werden, bzw. wo das moeglich wird, wird der Ruf nach Privatisierung laut. Die Finanzierung erfolgt daher durch das Umlage-/Pauschal-/Solidarprinzip, also durch Steuern. Und zwar dem Gleichheitsprinzip folgend. Also jeder zahlt seiner Funktion entsprechend, und innerhalb dieser Funktion in einheitlicher Weise.

Was ist daran abstrakt? Haben die Minaralvorkommen auf dem
Mars z.Z. irgendeinen Wert auf der Erde?

Nein. Und?

Was ist der Unterschied zwischen Mars und Himalaja? Und sollte Erz mitten im Himalaja abgebaut werden, dann wird dieses teuer sein, da ein hoher Arbeits- und Technikaufwand noetig ist, d.h. solange es anderswo weniger arbeitsaufwendig gewonnen werden kann, bleibt es entsprechend billiger und im Himalaja liegen.

Der Schnee auf der Alm ist wertlos. Wird er zur Skipiste gekarrt, dann erhaelt er durch den Transport Wert, und zwar soviel, wie der Transport kostet (genuegend Konkurrenz vorausgesetzt).

Aber vorhanden, indirekt, d.h. statistisch belegt oder sogar
praktisch nachweisbar im Einzelfall, aber nicht im Alltag.

…dann wohl auch nicht wichtig…

Das sagst Du einem Allergiker. Und nun kommen wir zurueck zum erdnussfreien Schokoriegel.

Doch. Man koennte trotzdem nach vernuenftigen Massstaeben
produzieren, gerade in der Landwirtschaft.

Man könnte auch erwarten, daß jeder Mensch nach vernünftigen
Maßstäben lebt und somit keine Sozialhilfe kassiert wenn er
nicht muß.

Woran willst Du Beduerftigkeit festmachen? Und zwar ganz demokratisch-allgemeingueltig. Und die Marktgesetze hebeln jede Vernunft aus, wenn sie stoert. Solange sie gelten.

Genveraenderte
Pflanzen zur Produktivitaetssteigerung per chemischer Keule
sind nicht wirklich notwendig.

Das ist eine Frage des Standpunktes. Solange 1 Mrd. Menschen
hungern ist das evtl. zu kurz gedacht.

Koennen 1 Mrd. Menschen in der 3. Welt genetisch „optimiertes“ Saatgut kaufen? Und zwar jedes Jahr neu, da anders als die traditionellen Saaten die industriellen nicht zur Reproduktion geeignet sind. Und wenn diese landwirtschaftlichen Produkte dann gewinnbringend verkauft werden, wer kann sie sich dann leisten in der 3. Welt? Und werden sie billiger sein als das exportsubventionierte Getreide aus der EU?

Man muesste
nicht jeden technologischen Fortschritt sofort und in
maximaler Breite anwenden,
Irrsinn

Amen…

Es widerstrebt mir, mein eigenes Tun als Irrsinn abzustempeln.

Das ist reine Selbsterhaltung. Absolut „wertfrei“.

Das Problem sehe ich eher darin, daß die Industrienationen
viel zu gierig sind und daher dieser große Gap zwischen 1. und
3. Welt besteht (gibt es noch eine 2. Welt?).

Es gibt niemanden, der gierig ist. Das System bringt Erscheinungen hervor, die wie Gier wirken, in der Marktlogik und in ihren Einzelteilen sind es aber ganz kuehle, rationale Entscheidungen. Die 2. Welt war der Ostblock.

Das liegt allerdings auch daran, daß viele 3. Welt-Länder ihre
U(Nabhängigkeit von den Kolonialherren erzwungen haben und
dann in Korruption, Pseudo-Sozialismus, Stillstand und Armut
versanken.

Sie wurden in die Unabhaengigkeit entlassen, da die nach dem 2. Weltkrieg notwendige Demokratisierung (mit ihren Sozialsystemen) in den Kolonien schlicht zu teuer gewesen waere. Die Kolonialverwaltung war am Ende z.B. in GB ein Verlustgeschaeft. Alle anderen Erscheinungen sind Marktwirtschaft in Reinkultur bzw. der Versuch der Mobilisierung aller Reserven, um irgendwoher eine eigenstaendige Industrie herzuzaubern. Das fuehrte auch in Europa waehrend der Industrialisierung zu barbarischen Zustaenden.

Vielleicht wäre die Lösung eine gesunde Kolonialpolitik.

Kann sich keiner leisten, nicht mal in den Protektoraten in Ex-Jugoslawien und in Afghanistan.

Und natürlich die Konzentration auf das Leistungsprinzip…

Wer essen will, muss Geld haben. Wer Geld will, muss arbeiten, also sein eigenes lebendiges Kapital gewinnbringend verwerten. Wer laengerfristig totes Kapital uebrig hat, kann auch versuchen, dieses gewinnbringend zu verwerten, indem er es z.B. aufs Sparkonto bringt. Meinst Du das?

Ich geh’ mal mein Handtuch suchen… (How to leave the planet.)

Ciao Lutz

Hi!

falls Du es noch nicht bemerkt haben solltest, wir diskutieren
auf ideologisch verbranntem Territiorium, vielleicht ist ja
der folgende Artikel verstaendlich, da sind die Argumente nur
schaerfer formuliert:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/53/23.html
und vom selben Autor, weil das Thema auch vorkam:
http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2…

Stimmt oft nicht bzw. es gibt eine große Phasenverschiebung.
Beispiel: DVD, Gasentladungslampen, TFT-Technologie.

Aber die Maerkte sind rein vom Geldvolumen nicht gross genug,
um z.B. fuer das an den Boersen geparkte Kapital interessant
zu sein.

Sony, Time Warner, Siemens, Toshiba sind also nicht groß genug? Das sind allein ein paar wenige der ganz großen Firmen, die hier mitmischen. Wieviele KMUs daran hängen kann man sich denken.

Alles Dinge, in denen Deutsche in Entwicklung, Management und
Produktion involviert sind.

Und ich rede von den westlichen bzw. noerdlichen
Industrienationen. In der Wirtschaft noch irgendwelche Grenzen
innerhalb der EU zu ziehen ist inzwischen laecherlich,

Richtig, denn nur D und F sind interessant.

und
auch die wirtschaftlichen Interessen der USA und Japans sind
die gleichen, was auch die heftigst diskutierte politische
Seite der sog. Globalisierung ausmacht.

Das ist nicht richtig.
USA und Japan sind teilweise verknüpft, verfolgen jedoch verschiedenen Interessen.

Zudem werden die neuen Produkte auf dem
neuesten Stand der Technologie produziert, d.h. mit weniger
Arbeitskraeften als fuer die verdraengten noetig waren.

Das stimmt nur teilweise, denn wir haben bereits seit 25
Jahren ienen sehr hohen Automatisierungsgrad in der
industriellen Fertigung.

Und jede neu gebaute Fertigungslinie ist wieder ein Stueck
moderner, hat einen hoeheren Ausstoss bei gleichviel oder
weniger menschliche Ueberwachern und Handlangern.

Die Änderungen in diesem Bereich sind marginal. Der große Schritt wurde diesbtg. schon 1960 getan.
Heute gleichen Mehrbedarf, Neuentwicklungen und die Verschiebung der Qualifikation hin zu mehr Fachausbildung das locker aus.

Welcher Teil Deines Alltags ist noch nicht von Waren
ausgefuellt, wieviel Zeit vergeht am Tag, wo Du nicht in
irgendeiner Form Geld ausgibst, d.h. Waren und
Dienstleistungen konsumierst?

wenig.

Deshalb Verdraengung. Jedes neue Produkt muss ein anderes aus
Deiner Aufmerksamkeit verdraengen.

Ich will mich nicht nochmal wiederholen und die absolut neuen Produkte ohne Verdrängungswirkung aufzeigen.
Es wird langweilig.
Ich arbeite in einer Branche, in der ich jeden Tag solche Entwicklungen beobachten darf. Das Potential reicht noch locker für den rest meines Arbeitslebens und ich bin 29.

Heutzutage hat man sogar so
wenig Zeit, dass kaum noch die dicken Zeitungen (nicht yellow
press) gelesen werden, geschweige denn anspruchsvollere
Buecher.

Zu pauschal.
In meinem Kollegen- und Bekanntenkreis wird viel gelesen und auch darüber diskutiert.

Ausserdem, wenn Du Dich einem neuen Produkt zuwendest, muss
etwas anderes aus Deiner Einkaufsliste gestrichen werden.
Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Das gilt nur bei 100% Investition des Gehaltes.
Ich brauche nicht mein ganzes Gehalt und habe daher noch Luft für neues.

Nein, denn es gibt Transportkosten u.ä.

Das ist natuerlich richtig. Sind aber innerhalb Europas meist
zu vernachlaessigen.

Falsch. Sie steigen massiv, auch aufgrund verfehlter Steuerpolitik.

Das sehe ich anders wie gesagt. Es gibt in den vorhandenen
Sparten noch viel Potential. V.a. im professionellen Bereich,
d.h. bei nicht alltäglichen Gütern, Sondermaschinebau u.ä.

Ja, der Toyotismus. Definition und Beschreibung moeglicher
Folgen in
http://www.kritische-informatik.de/index.htm?algorev…
Kurz gesagt erfordert diese massenhafte Unikatherstellung
untragbar hohe Investitionskosten und laesst sich ausserdem
nicht mehr mit dem klassischen Lohnverhaeltnis abbilden. Der
einzelne Beschaeftigte muss ein Mass unternehmerischer
Verantwortung uebernehmen, welches ihn aus dem Arbeitsmarkt
herauswirft (ueberqualifiziert u.a.).

Falsch, klassisch geprägte Industrieunternehmen können so etwas leisten. Wir tun es ja auch.
Und wir arbeiten mit einem Verhältnis Akademiker - sonstige von ca. 20 - 80.

Umgekehrt wird auch das
Unternehmen von seinen Arbeitern und Angestellten mit ihren
persoenlichen Faehigkeiten so stark abhaengig, dass es auf dem
Arbeitsmarkt immer weniger adequaten Ersatz findet, d.h. die
Beziehung beider laesst sich nur noch schwer
marktwirtschaftlich als Tausch Arbeitskraft gegen Lohn
darstellen, der Arbeitsvertrag als Ausdruck dieser
Marktbeziehung verliert an Sinn bzw. wird bis ins unleserliche
ueberfrachtet.

Kann ich bei uns ebenfalls nicht erkennen.
Sie Entwicklungsleistung wird von einigen Vordenkern gemacht, die sich ihren nachwuchs nebenbei selbst ausbilden. Der Rest ist fast normale industrielle Arbeit.

Konsequent angewandt hebelt das die Grundlagen des
Kapitalismus aus, kann also keinesfalls zu einem neuen Boom
desselben fuehren.

Reine Theorie.
In der Praxis sind kleine aber feine Firmen, die von F&E bis zur Produktion alles leisten können die Zukunft.

Das verlangte Niveau ist insgesamt sehr hoch.
Superbilligschrott ist auch zu niedrigen Preisen kaum noch
verkäuflich, denn die Konsumenteneinstellung zum Thema
Qualität und Preis hat sich in den letzten 15 Jahren
grundlegend verändert.

Sie war schon immer die gleiche, moeglichst das Beste zum
geringsten Preis. Nur das Bewusstsein, was denn das Beste sei,
hat sich mit der Gewoehnung an einstmals neue Produkte
gewandelt. Wann lief der letzte Haustuerverkaeufer fuer
Staubsauger rum?

Vorgestern.

Das Bewußtsein, das beste kaufen zu wollen ist definitiv keine 15 Jahre alt. Das ist ganz einfache Marketing-Forschung. Kann man sogar bei Meffert nachlesen. Das ist mein Job, sorry, aber wenigstens davon verstehe ich etwas.

Aber ich sprach von der Produktion, nicht von den Produkten.
Marktwirtschaftlich ist es egal, was produziert wird,
Hauptsache es wird ein genuegend hoher Gewinn realisiert. Da
dieser auf dem Markt realisiert wird, muessen die Produkte
natuerlich verkauflich sein. Aber das ist sekundaer, d.h. wird
in der Gewichtung immer von ersterem ueberlagert. Und wenn man
billiger als die Konkurrenz produzieren kann, dann wird das
zum MUSS. Das gibt einen Extra-Gewinn, bis die Konkurrenz
technologisch gleichzieht.

…und genau hier liegt die Chance. Technologischer Vorsprung und die Konzentration auf neue Märkte, die auch etwas mehr hergeben als „I don´t create, I own…“.

Das ist ein hausgemachtes Problem.
Die Automobilhersteller arbeiten in solchen Fällen mit
künstlicher Verzögerung von Technologitransfers zwischen F&E
und Produktion/Angebot.

Das *glaube* ich nicht, dazu ist der Konkurrenzdruck viel zu
gross.

Salopp gesagt ist es hier nicht wichtig was Du glaubst, sondern was reell jeden Tag passiert.
Belegbar ist z.B., daß Baupläne und Patente für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb bereits in den 70ern von der Autolobby aufgekauft und weggeschlossen worden sind, um den eigenen, ca. 10-15 Jährigen Entwicklungsvorlauf nicht wertlos zu stellen.
derer Beispiele gibt es viele.

Aber bevor der Transfer in die Massenproduktion
stattfindet, muss natuerlich gesichert sein, dass das Produkt
auch verkaeuflich ist, d.h. durch die Innovation keine
offensichtlichen Maengel entstehen. Ausserdem muss der Markt
auch auf die Innovation vorbereitet werden, d.h. die
Konsumenten muessen geschult werden.

Das stimmt.
Nur kann ich das im Hinblick auf alternative Antriebsformen (was ja wirklich etwas soanneder ist als Idrive…) nicht erkennen. Mometan kommuniziert man im Autobereich Power, Speed und Status.
Neue Entwicklungen hält man zurück, bis man das Business mit dem alten Mist den man hat gemacht hat.

Aber wieder meinte ich nicht das Produkt, sondern die
Produktion. Und wenn in der Auto-Produktion ein
Fertigungsschritt sinnvoll automatisiert oder technologisch
verbessert werden kann, dann passiert das auch, meist
unverzueglich. Bei solchen Rationalisierungsmassnahmen werden
dann auch ab und zu ein paar Arbeitskraefte freigesetzt.

…und neue eingestellt, denn es geht heute weniger um Rationalisierung, sondern um Qualitätssicherung und -verbesserung.
Das schafft eher Arbeitsplätze als daß welche zerstört werden. Wie ich ja bereits anführte ist die große Entlassungswelle wegen Automatisierung schon lange vorbei.

Richtig, aber der Wohlstand, die Einkommen im Land steigen
doch!

Wo? Stagnation bzw. Rueckgang der Kaufkraft ist immer wieder
zu hoeren.

Wieso wächst dann der Tourismussektor, wieso gab es einen stetigen Aufschwung von VW, Porschew, Audi, BMW und DC bis 2001 und wieso befinden sich BMW und Porsche nach wie vor im Aufwind?
Der Grund ist einfach: wir befinden uns am Anfang der Periode, in der die Generation der Erben zuschlägt. Stagnierende Nettoeinkommen interessieren einen 30-jährigenm mit zwei vermieteten Immobilien nicht.

Einverstanden. Aber der Markt bereinigt sich meistens selbst,
wie wir am Beispiel des Neuen Marktes beobachten durften.

Da hat sich nichts gereinigt, DotKomm ist einfach
zusammengebrochen, da es nie rentabel war und auch auf
absehbare Zeit nicht wird.

Also eine Bereinigung des Bestandes an AGs an den Börsen. Ganz einfach.

Aber es gab keine Autos und keine Bananen…

Aber dafuer Diamant-Fahrraeder und Werder-Aepfel!

Ich vergaß: außerdem gab es keine Freiheit, daher auch keinen wachsenden Tourismus-Sektor…

Inwieweit unterscheidet sich das heutige System vom
Sozialismus?

Man lässt hier noch ein wenige Eigeninitiative zu,

Innerhalb der Grenzen des Systems. Sag mal irgendwem, dass
sein Boot ab morgen Dein Boot ist (Eigeninitiative), da er
sowieso zu alt ist und es nicht mehr benutzen kann.

Auf der Isar kann man nicht ordentlich Boot fahren.
Außerdem sind solöche Grenzen nötig. Ein grenzenloses System muß zu Vernichtung und Chaos führen. Daher suchen wir eben die maximale Freiheit innerhalb unserer selbst gesteckten Grenzen.

wobei ich
zugeben muß, daß unser System nach 3 Jahren sozialistischer
Regierung stramm auf rotem Kurs ist.

Rosa bitte, rot hat sich erledigt. Ausserdem hat
Funktionstraeger Schroeder im wesentlichen nur die Politik der
Kohl-Regierung fortgesetzt. In allen wesentlichen Debatten
vertreten die Sozis liberale bis konservative Positionen,

Das sehe ich nicht ganz so positiv, denn ich denke eher, daß die aktuelle Regierung überhaupt keine Position bezieht und sich in Machtsicherungsmaßnahmen ergeht. Dies äußert sich v.a. darin, daß jedem alles versprochen wurde und nun, wo Zahltag ist, die Versprechen platzen und die Belastung der Bevölkerung auf 120% dreht.

die
Schwarzen haben den Sozialdemokraten Keynes ausgebuddelt.

Stimmt. Nur hätte Keynes nach heutigen Maßstäben den Stoiber noch rechts überholt…

Aber wie steht es um das (persoenliche) Privateigentum an
Produktionsmitteln? Wem gehoeren die Maschinen bei Bosch, die
Reagenzbottiche bei Hoechst,… ? Wem gehoeren die
Aktienfonds, die in solche Unternehmen investieren?

Den Investoren. Und das ist mittelbar ja wieder der Bürger. Kleinaktionär sein ist nach wie vor populär.

Dann haben Aliens die Bomben geworfen? Oder Amazonas-Indianer?

Nein, aber auch keine Kapitalisten sondern dämliche Anwälte…

Der Nationalstaat vertritt die Wirtschaftsinteressen seiner
Unternehmen nach aussen, die NATO die des Buendnisses. Also
wurden die Bomben im Namen des Kapitalismus abgeworfen, egal
wer nun persoenlich dies geplant hat.

Da unsere Regierung beispielsweise im Namen des Sozialismus agiert, relativiert sich das wieder.

Das erste Menschenrecht hier wird ja bereits konterkarriert
indem der Staat den arbeitenden Bürger in einer vollkommen
inakzeptabelen Weise schröpft.

„Der Staat“, das sind wir alle. Das meint schliesslich
Demokratie. Mit Deiner Wortwahl bist Du dabei, eine irgendwie
raffende, raubende, ausbeutende Gruppe zu suchen. Im harmlosen
Fall fuehrt das zu den Illuminaten.

Gut gekontert!
Sagen wir es anders: Schröder, Scharping und Trittin sowie auch Schily haben durch ihr Verhalten in den letzten Jahren praktisch das Statement „L´état, cest moi" bzw. "Létat, c´est nous“ gemacht.
„Der Staat“ ist im gängigen Sprachgebrauch der Bevölkerung ein Abstraktum, quasi eine Personifizierung „der oberen Leitung des Landes“.
Er vertritt das Gesetz, auch das Grundgesetz. Und konterkarriert es wiederum, indem (wie ja auch in Einzelfällen von der neutralen Kontrollinstanz Bundesverfassungsgericht erkannt) er die Rechte und Bedürfnisse seiner Bürger (die ihn ja eigentlich selbst ausmachen sollten) mißachtet.

Freie Entfaltung ist so nicht
mehr möglich, da für den Duchschnittsverdiener eine Familie
zum unbezahlbaren Luxus geworden ist.

Wieso? Du kannst tun und lassen was Du willst. Du musst nur
genug Geld haben. Meistens musst Du nichtmal geltendes Recht
verbiegen. Wie Du an das Geld kommst, nun da kannst Du Dich
frei entfalten.

Beispielsweise kann ich mir nciht einfach ein Haus in den Wald bauen. Ich kann nicht sagen, ich brauche dieses Jahr mein ganzes Einkommen selbst, ich zahle erst nächstes Jahr wieder Steuern.

D.h. sie benehmen sich ganz normal. Man braucht Geld zum
Ueberleben und man sollte sich dafuer nicht zu sehr abrackern.

Aber jemand anders muß sich für sie abrackern. Das ist nicht
normal, sondern ablehnenswürdig.

Wie steht es dann mit den Banken? Die machen Gewinn vom Zins
auf Kredite an Wirtschaft und Privatpersonen, auch ohne sich
abzurackern.

Sie tragen das Kreditrisiko…

Es ist auch eine (wert-lose oder -freie) Leistung, in dieser
Gesellschaft auf diesem niedrigen Niveau zu ueberleben und
evtl. sogar noch eine Familie mit Kindern durchzubringen.

…was aufgrund eines solchen Verhaltens einiger Leute und der
daraus resultierenden hohen Abgabenbelastung für den normalen
Arbeitnehmer nicht mehr drin ist.
Das ist ein Systemfehler, schätze ich…

Du bist frei, einen hoeheren Lohn auszuhandeln, so dass diese
Abgaben nicht mehr so druecken. Das ist eine Folge des
Systems, aber diese Folge hat keiner konstruiert, sie kann
also kein Fehler sein, es sei denn, man spricht auch von
Fehlern der Evolution…

Meine Freiheit, einen höhren Lohn auszuhandeln ist rein theoretisch. Praktisch sollte eher abgewogen werden, welche Löhne bezahlbar sind und was davon dem Allgeinwohl zur Verfügung gestellt werden kann.

Das System funktioniert ganz einfach: Alles dreht sich ums
Geld; alles, was ist, ist durch das Geld; wer kein Geld hat,
ist Nichts; Geld ist an sich schon Kapital und muss daher
Gewinn bringen, also zu mehr Geld werden.

Richtig. Das System ist wachstumsbasiert.

Die
medizinische Praxis produziert keine Werte, ist rein
konsumptiv.

Sie produziert mittelbare Werte bei den Zulieferern.

Du meinst die Zulieferer produzieren Werte, die in der Medizin
konsumiert werden. Aber die Medizin selbst produziert bei
dieser Konsumation keine neuen Werte, d.h. dieser
Wertverbrauch muss von woanders her ausgeglichen werden.

Stimmt.

Die Produktion von Litiumbatterien erfolgt mit einem
niedrigeren Automatisierungsgrad als die nach wie vor parallel
produzierten herkömmlichen NiCd-Batterien.
Neues Produkt, kein Ersatz, Tausende neuer Arbeitsplätze.

O.k. wusste ich nicht. Nur ob das die Weltwirtschaft vor der
Rezession rettet? Oder ernsthafter: Ob die Produkte, in denen
diese Batterien eingsetzt werden, das tun?

Da das fast alle technischen Produkte sind und der Batteriemarkt selbst schon dreistellige Milliardenbeträge erwirtschaftet halte ich das für durchaus interessant. Und wir sprechen hier nur von einer einzlenen Branche.

Der Automarkt ist gesaettigt,

Falsch, die Zahlen stagnieren bei ein paar mio. Neuzulassungen
p.a.

Ersatzkaeufe und die auslaufende Ausruestung des ehem.
Ostblocks. Wie Du sagst, die Zahlen stagnieren, die
Produktivitaet steigt, der Arbeitseinsatz sinkt, damit auch
der Gewinn.

Wie erklärst Du Dir dann die Situation bei BMW, Porsche und teilweise VW?

die Belastung der Krankenkassen
in allen Industrienationen jenseits von Gut und Boese,

Nein, das gilt höchstens für ein paar europäische Länder.

GBritan, Frankreich und Deutschland reichen mir fuer
Westeuropa.

Wie sieht es denn in F aus?

Die USA, sofern die Grundversorgung in den
Uni-Krankenhaeusern als Krankenkassenersatz herangezogen wird.

Eine full-size Versicherung in den USA kosten 120 USD.

Die Situation in Japan kenne ich nicht, nur ist mit
Verzerrungen aufgrund der andauernden Bankenkrise zu rechnen.

In Japan kostet die KV ca. 200€.

Alle Beispiele für einen 40-jährigen.

In der 3. Welt gibt es kein oeffentliches, gemeinschaftlich
getragenes Gesundheitswesen, bzw. die Rudimente davon wurden
auf Anraten der Weltbank abgeschafft.

Bei einer Aidsrate von bis zu 90% macht das auch keinen Sinn.

Falsch: Handies, Uhren, PCs, Autos, Heim-HiFi - alle benötigen
solche Batterien.

Pfennigartikel.

Die Masse macht´s.
Nicht nur teure Produkte sind gute Produkte.

Der Markt explodiert quasi.

Aber nur quasi, also nicht genug.

Wann ist „genug“?

Und das volkswirtschaftlich fast völlig sauber.

Wie gesagt, in vielen alltäglich genutzten Geräten findet man
solche Systeme.

Um Dir die Wiederholung des Gegenarguments zu sparen.

„35 Überstunden ist gleich ein Arbeitsplatz“ ist
Quatsch. Mehrbelastungen oft nicht planbar

Meine Rede.

Mich stört hier die Verknüpfung und negative Belegung der
Begriffe „Demokratie“ und „Kapitalismus“.

Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Eigentlich ist es
fast unmoeglich geworden, sich eine andere stabile Kombination
von Staat und Wirtschaft unter Beibehaltung des herrschenden
Lebensstandards vorzustellen.

Das liegt nur daran, daß man sich auf das aktuelle System geeinigt hat. Das könnte theoretisch auch anders aussehen und unsere Staatstheorie, auf die sich ja unsere Demokratie stützt, geht eindeutig von einer sozialen Ausrichtung der Marktwirtschaft aus. Also trotz Wachstumsorientierung nicht von reinem Kapitalismus.

Unser System ist eine soziale Marktwirtschaft mit demokratisch
gewählter Regierung.

Das Parlament ist gewaehlt, die Regierung wird vom Parlament
bestimmt. Aber das sind Feinheiten, die auch anders geloest
werden koennten, die aber mit ihrer Klarheit das System
stabilisieren.

Welche Lösung wäre günstiger?

Ferner stelle ich die Frage, was daran falsch sein soll, sein
Land zu schützen so, wie Du es oben unterstellst.

Ich unterstelle gar nichts, auch nicht, das Patriotismus
schlecht ist. Nur mit der Einmischung in Jugoslawien wurde
keines der NATO-Laender geschuetzt,

Doch, man schützte Italien. Der Krieg war ein Unsicherheitsfaktor. Eher natürlich bevölkerungspolitisch als außenpolitisch, aber die Bedrohung war vorhanden.

der Einsatz in Afghanistan
ist praktisch fehlgeschlagen, er war am Anfang kaum zu
begruenden, bin Ladens Aufenthaltsort ist weiterhin unbekannt,
islamische Terroristen gibt es immer noch, es herrschen immer
noch Fundamentalisten, und nun die der mafieusen Sorte, im
Lande.

Richtig.

Mit der Schwaechung der Polaritaet von Innen und Aussen in der
Politik ist auch der Begriff der Landesverteidigung etwas
schwammig geworden, wie es an der schwammigen Diskussion um
Bundeswehr und Wehrpflicht zu sehen ist, und auch an der
Diskussion um die Rolle der Nato.

Das findet seine Begründung in der langen Friedensphase, welche das Interesse der Wähler an militärischen Themen schrumpfen lässt.
Eine ordentliche Auseinandersetzung und das Blatt wendet sich. In den USA ist es bereits soweit, daß der ohnehin schon umfangreiche Militäretat nun nicht mehr verringert bzw. eine Ausweitung nicht mehr kritisiert werden kann, ohne als Landesverräter dazustehen.

Eben. Die unternehmerische Freiheit wird eingeschraenkt. Aber
sie wird nicht an sich in Frage gestellt.

Natürlich nicht. Warum auch?

Weil sie evtl. schon an sich, unabhaengig vom Einzelfall, das
Ueberleben der Gesellschaft gefaehrdet? O.k., so weit sind wir
noch nicht, aber was ist mit Argentinien?

Nein, sie sichert sie. Vorausgesetzt ist aber ein gemeinsames Wertesystem von Staatlicher Führung, wirtschaftlicher Führung und Bevölkerung.
Und genau daran hängt es bei uns. Die USA sind hier m.E. weiter, denn sie fröhnen voll und ganz dem Leistungsprinzip als gemeinschaftlichem Wert.
Natürlich ist dies auch wieder ein Schritt hin zum Kapitalismus, aber eben auch ein Schritt hin zur Sicherung menschenwürdiger Lebensverhältnisse für die Mehrzahl einer wachsenden Bevölkerung.
Da hier die Bevölkerungszahl sinkt, würde das wohl noch besser funktionieren.
o,

falls Du es noch nicht bemerkt haben solltest, wir diskutieren
auf ideologisch verbranntem Territiorium, vielleicht ist ja
der folgende Artikel verstaendlich, da sind die Argumente nur
schaerfer formuliert:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/53/23.html
und vom selben Autor, weil das Thema auch vorkam:
http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2…

Stimmt oft nicht bzw. es gibt eine große Phasenverschiebung.
Beispiel: DVD, Gasentladungslampen, TFT-Technologie.

Aber die Maerkte sind rein vom Geldvolumen nicht gross genug,
um z.B. fuer das an den Boersen geparkte Kapital interessant
zu sein.

Alles Dinge, in denen Deutsche in Entwicklung, Management und
Produktion involviert sind.

Und ich rede von den westlichen bzw. noerdlichen
Industrienationen. In der Wirtschaft noch irgendwelche Grenzen
innerhalb der EU zu ziehen ist inzwischen laecherlich, und
auch die wirtschaftlichen Interessen der USA und Japans sind
die gleichen, was auch die heftigst diskutierte politische
Seite der sog. Globalisierung ausmacht.

Zudem werden die neuen Produkte auf dem
neuesten Stand der Technologie produziert, d.h. mit weniger
Arbeitskraeften als fuer die verdraengten noetig waren.

Das stimmt nur teilweise, denn wir haben bereits seit 25
Jahren ienen sehr hohen Automatisierungsgrad in der
industriellen Fertigung.

Und jede neu gebaute Fertigungslinie ist wieder ein Stueck
moderner, hat einen hoeheren Ausstoss bei gleichviel oder
weniger menschliche Ueberwachern und Handlangern.

Welcher Teil Deines Alltags ist noch nicht von Waren
ausgefuellt, wieviel Zeit vergeht am Tag, wo Du nicht in
irgendeiner Form Geld ausgibst, d.h. Waren und
Dienstleistungen konsumierst?

wenig.

Deshalb Verdraengung. Jedes neue Produkt muss ein anderes aus
Deiner Aufmerksamkeit verdraengen. Heutzutage hat man sogar so
wenig Zeit, dass kaum noch die dicken Zeitungen (nicht yellow
press) gelesen werden, geschweige denn anspruchsvollere
Buecher.
Ausserdem, wenn Du Dich einem neuen Produkt zuwendest, muss
etwas anderes aus Deiner Einkaufsliste gestrichen werden.
Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Nein, denn es gibt Transportkosten u.ä.

Das ist natuerlich richtig. Sind aber innerhalb Europas meist
zu vernachlaessigen.

Das sehe ich anders wie gesagt. Es gibt in den vorhandenen
Sparten noch viel Potential. V.a. im professionellen Bereich,
d.h. bei nicht alltäglichen Gütern, Sondermaschinebau u.ä.

Ja, der Toyotismus. Definition und Beschreibung moeglicher
Folgen in
http://www.kritische-informatik.de/index.htm?algorev…
Kurz gesagt erfordert diese massenhafte Unikatherstellung
untragbar hohe Investitionskosten und laesst sich ausserdem
nicht mehr mit dem klassischen Lohnverhaeltnis abbilden. Der
einzelne Beschaeftigte muss ein Mass unternehmerischer
Verantwortung uebernehmen, welches ihn aus dem Arbeitsmarkt
herauswirft (ueberqualifiziert u.a.). Umgekehrt wird auch das
Unternehmen von seinen Arbeitern und Angestellten mit ihren
persoenlichen Faehigkeiten so stark abhaengig, dass es auf dem
Arbeitsmarkt immer weniger adequaten Ersatz findet, d.h. die
Beziehung beider laesst sich nur noch schwer
marktwirtschaftlich als Tausch Arbeitskraft gegen Lohn
darstellen, der Arbeitsvertrag als Ausdruck dieser
Marktbeziehung verliert an Sinn bzw. wird bis ins unleserliche
ueberfrachtet.
Konsequent angewandt hebelt das die Grundlagen des
Kapitalismus aus, kann also keinesfalls zu einem neuen Boom
desselben fuehren.

Das verlangte Niveau ist insgesamt sehr hoch.
Superbilligschrott ist auch zu niedrigen Preisen kaum noch
verkäuflich, denn die Konsumenteneinstellung zum Thema
Qualität und Preis hat sich in den letzten 15 Jahren
grundlegend verändert.

Sie war schon immer die gleiche, moeglichst das Beste zum
geringsten Preis. Nur das Bewusstsein, was denn das Beste sei,
hat sich mit der Gewoehnung an einstmals neue Produkte
gewandelt. Wann lief der letzte Haustuerverkaeufer fuer
Staubsauger rum?

Aber ich sprach von der Produktion, nicht von den Produkten.
Marktwirtschaftlich ist es egal, was produziert wird,
Hauptsache es wird ein genuegend hoher Gewinn realisiert. Da
dieser auf dem Markt realisiert wird, muessen die Produkte
natuerlich verkauflich sein. Aber das ist sekundaer, d.h. wird
in der Gewichtung immer von ersterem ueberlagert. Und wenn man
billiger als die Konkurrenz produzieren kann, dann wird das
zum MUSS. Das gibt einen Extra-Gewinn, bis die Konkurrenz
technologisch gleichzieht.

Das ist ein hausgemachtes Problem.
Die Automobilhersteller arbeiten in solchen Fällen mit
künstlicher Verzögerung von Technologitransfers zwischen F&E
und Produktion/Angebot.

Das *glaube* ich nicht, dazu ist der Konkurrenzdruck viel zu
gross. Aber bevor der Transfer in die Massenproduktion
stattfindet, muss natuerlich gesichert sein, dass das Produkt
auch verkaeuflich ist, d.h. durch die Innovation keine
offensichtlichen Maengel entstehen. Ausserdem muss der Markt
auch auf die Innovation vorbereitet werden, d.h. die
Konsumenten muessen geschult werden.

Aber wieder meinte ich nicht das Produkt, sondern die
Produktion. Und wenn in der Auto-Produktion ein
Fertigungsschritt sinnvoll automatisiert oder technologisch
verbessert werden kann, dann passiert das auch, meist
unverzueglich. Bei solchen Rationalisierungsmassnahmen werden
dann auch ab und zu ein paar Arbeitskraefte freigesetzt.

Richtig, aber der Wohlstand, die Einkommen im Land steigen
doch!

Wo? Stagnation bzw. Rueckgang der Kaufkraft ist immer wieder
zu hoeren.

Einverstanden. Aber der Markt bereinigt sich meistens selbst,
wie wir am Beispiel des Neuen Marktes beobachten durften.

Da hat sich nichts gereinigt, DotKomm ist einfach
zusammengebrochen, da es nie rentabel war und auch auf
absehbare Zeit nicht wird.

Aber es gab keine Autos und keine Bananen…

Aber dafuer Diamant-Fahrraeder und Werder-Aepfel!

Inwieweit unterscheidet sich das heutige System vom
Sozialismus?

Man lässt hier noch ein wenige Eigeninitiative zu,

Innerhalb der Grenzen des Systems. Sag mal irgendwem, dass
sein Boot ab morgen Dein Boot ist (Eigeninitiative), da er
sowieso zu alt ist und es nicht mehr benutzen kann.

wobei ich
zugeben muß, daß unser System nach 3 Jahren sozialistischer
Regierung stramm auf rotem Kurs ist.

Rosa bitte, rot hat sich erledigt. Ausserdem hat
Funktionstraeger Schroeder im wesentlichen nur die Politik der
Kohl-Regierung fortgesetzt. In allen wesentlichen Debatten
vertreten die Sozis liberale bis konservative Positionen, die
Schwarzen haben den Sozialdemokraten Keynes ausgebuddelt.

Aber wie steht es um das (persoenliche) Privateigentum an
Produktionsmitteln? Wem gehoeren die Maschinen bei Bosch, die
Reagenzbottiche bei Hoechst,… ? Wem gehoeren die
Aktienfonds, die in solche Unternehmen investieren?

Dann haben Aliens die Bomben geworfen? Oder Amazonas-Indianer?

Nein, aber auch keine Kapitalisten sondern dämliche Anwälte…

Der Nationalstaat vertritt die Wirtschaftsinteressen seiner
Unternehmen nach aussen, die NATO die des Buendnisses. Also
wurden die Bomben im Namen des Kapitalismus abgeworfen, egal
wer nun persoenlich dies geplant hat.

Das erste Menschenrecht hier wird ja bereits konterkarriert
indem der Staat den arbeitenden Bürger in einer vollkommen
inakzeptabelen Weise schröpft.

„Der Staat“, das sind wir alle. Das meint schliesslich
Demokratie. Mit Deiner Wortwahl bist Du dabei, eine irgendwie
raffende, raubende, ausbeutende Gruppe zu suchen. Im harmlosen
Fall fuehrt das zu den Illuminaten.

Freie Entfaltung ist so nicht
mehr möglich, da für den Duchschnittsverdiener eine Familie
zum unbezahlbaren Luxus geworden ist.

Wieso? Du kannst tun und lassen was Du willst. Du musst nur
genug Geld haben. Meistens musst Du nichtmal geltendes Recht
verbiegen. Wie Du an das Geld kommst, nun da kannst Du Dich
frei entfalten.

D.h. sie benehmen sich ganz normal. Man braucht Geld zum
Ueberleben und man sollte sich dafuer nicht zu sehr abrackern.

Aber jemand anders muß sich für sie abrackern. Das ist nicht
normal, sondern ablehnenswürdig.

Wie steht es dann mit den Banken? Die machen Gewinn vom Zins
auf Kredite an Wirtschaft und Privatpersonen, auch ohne sich
abzurackern.

Es ist auch eine (wert-lose oder -freie) Leistung, in dieser
Gesellschaft auf diesem niedrigen Niveau zu ueberleben und
evtl. sogar noch eine Familie mit Kindern durchzubringen.

…was aufgrund eines solchen Verhaltens einiger Leute und der
daraus resultierenden hohen Abgabenbelastung für den normalen
Arbeitnehmer nicht mehr drin ist.
Das ist ein Systemfehler, schätze ich…

Du bist frei, einen hoeheren Lohn auszuhandeln, so dass diese
Abgaben nicht mehr so druecken. Das ist eine Folge des
Systems, aber diese Folge hat keiner konstruiert, sie kann
also kein Fehler sein, es sei denn, man spricht auch von
Fehlern der Evolution…

Das System funktioniert ganz einfach: Alles dreht sich ums
Geld; alles, was ist, ist durch das Geld; wer kein Geld hat,
ist Nichts; Geld ist an sich schon Kapital und muss daher
Gewinn bringen, also zu mehr Geld werden.

Die
medizinische Praxis produziert keine Werte, ist rein
konsumptiv.

Sie produziert mittelbare Werte bei den Zulieferern.

Du meinst die Zulieferer produzieren Werte, die in der Medizin
konsumiert werden. Aber die Medizin selbst produziert bei
dieser Konsumation keine neuen Werte, d.h. dieser
Wertverbrauch muss von woanders her ausgeglichen werden.

Die Produktion von Litiumbatterien erfolgt mit einem
niedrigeren Automatisierungsgrad als die nach wie vor parallel
produzierten herkömmlichen NiCd-Batterien.
Neues Produkt, kein Ersatz, Tausende neuer Arbeitsplätze.

O.k. wusste ich nicht. Nur ob das die Weltwirtschaft vor der
Rezession rettet? Oder ernsthafter: Ob die Produkte, in denen
diese Batterien eingsetzt werden, das tun?

Der Automarkt ist gesaettigt,

Falsch, die Zahlen stagnieren bei ein paar mio. Neuzulassungen
p.a.

Ersatzkaeufe und die auslaufende Ausruestung des ehem.
Ostblocks. Wie Du sagst, die Zahlen stagnieren, die
Produktivitaet steigt, der Arbeitseinsatz sinkt, damit auch
der Gewinn.

die Belastung der Krankenkassen
in allen Industrienationen jenseits von Gut und Boese,

Nein, das gilt höchstens für ein paar europäische Länder.

GBritan, Frankreich und Deutschland reichen mir fuer
Westeuropa. Die USA, sofern die Grundversorgung in den
Uni-Krankenhaeusern als Krankenkassenersatz herangezogen wird.
Die Situation in Japan kenne ich nicht, nur ist mit
Verzerrungen aufgrund der andauernden Bankenkrise zu rechnen.
In der 3. Welt gibt es kein oeffentliches, gemeinschaftlich
getragenes Gesundheitswesen, bzw. die Rudimente davon wurden
auf Anraten der Weltbank abgeschafft.

Falsch: Handies, Uhren, PCs, Autos, Heim-HiFi - alle benötigen
solche Batterien.

Pfennigartikel.

Der Markt explodiert quasi.

Aber nur quasi, also nicht genug.

Und das volkswirtschaftlich fast völlig sauber.

Wie gesagt, in vielen alltäglich genutzten Geräten findet man
solche Systeme.

Um Dir die Wiederholung des Gegenarguments zu sparen.

„35 Überstunden ist gleich ein Arbeitsplatz“ ist
Quatsch. Mehrbelastungen oft nicht planbar

Meine Rede.

Mich stört hier die Verknüpfung und negative Belegung der
Begriffe „Demokratie“ und „Kapitalismus“.

Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Eigentlich ist es
fast unmoeglich geworden, sich eine andere stabile Kombination
von Staat und Wirtschaft unter Beibehaltung des herrschenden
Lebensstandards vorzustellen.

Unser System ist eine soziale Marktwirtschaft mit demokratisch
gewählter Regierung.

Das Parlament ist gewaehlt, die Regierung wird vom Parlament
bestimmt. Aber das sind Feinheiten, die auch anders geloest
werden koennten, die aber mit ihrer Klarheit das System
stabilisieren.

Ferner stelle ich die Frage, was daran falsch sein soll, sein
Land zu schützen so, wie Du es oben unterstellst.

Ich unterstelle gar nichts, auch nicht, das Patriotismus
schlecht ist. Nur mit der Einmischung in Jugoslawien wurde
keines der NATO-Laender geschuetzt, der Einsatz in Afghanistan
ist praktisch fehlgeschlagen, er war am Anfang kaum zu
begruenden, bin Ladens Aufenthaltsort ist weiterhin unbekannt,
islamische Terroristen gibt es immer noch, es herrschen immer
noch Fundamentalisten, und nun die der mafieusen Sorte, im
Lande.

Mit der Schwaechung der Polaritaet von Innen und Aussen in der
Politik ist auch der Begriff der Landesverteidigung etwas
schwammig geworden, wie es an der schwammigen Diskussion um
Bundeswehr und Wehrpflicht zu sehen ist, und auch an der
Diskussion um die Rolle der Nato.

Eben. Die unternehmerische Freiheit wird eingeschraenkt. Aber
sie wird nicht an sich in Frage gestellt.

Natürlich nicht. Warum auch?

Weil sie evtl. schon an sich, unabhaengig vom Einzelfall, das
Ueberleben der Gesellschaft gefaehrdet? O.k., so weit sind wir
noch nicht, aber was ist mit Argentinien?

Haben die Gewinnraten von 20%?

Teilweise auch mehr.

Und im Durschschnitt? In boersenrelevanten Groessenordnungen?
Und nach Abzug aller Steuern, Ruecklagen,
Erhaltungsnvestitionen?

Fuer das, was
sich an den Boersen und in der Weltpolitik abspielt, bilden
diese KMU eine sehr notwendige Infrastruktur, die aber
marktwirtschaftlich nicht sehr sexy ist.

Das sehe ich anders, denn sie biten die meisten Arbeitsplätze
und binden das meiste Kapital.

Eben, sie binden es, und das langfristig, da es sich um reale
Produktion handelt. Nach heutigen Boersenmassstaeben muss das
investierte Kapital aber kurzfristig wieder aktiviert werden
koennen und trotzdem astronomische Renditen aufweisen.

Auch ich hoffe, dass Deine Situationsbeschreibung noch
moeglichst lange gueltig bleibe. Nur sie gilt nur fuer unseren
kleinen Teil der Welt.

Doch. Die Garantie der koerperlichen Unversehrtheit. Die
Moeglichkeit, frei und unabhaengig die Waren im
Privateigentum, d.h. in diesem Fall die persoenliche
Arbeitskraft, am Markt anbieten zu koennen, dazu Vertraege
(Arbeitsvertrag) unter gleichen Rechtspersonen abschliessen zu
koennen, die nicht von einer persoenlichen Zwangslage
beeinflusst werden, d.h. nicht erpressbar zu sein.

Dieser Interpretation folge ich nicht.

Das ist Dein Recht, es ist ein freies Land. Aber es ist nur
eine logische Folge der Menschenrechte, so wie sie auch im
Grundgesetz stehen.

Das koennte natuerlich auch ohne Geldzahlung, mit Naturalien
und Wohnheimen geleistet werden. Aber derartige Versuche waren
bisher immer mit noch hoeheren Kosten verbunden.

Wie gesagt: ich sehe keines der Grundrechte gefährdet durch
die Maßnahme des Geldentzuges.

Wenn der Geldentzug durch eine andere Art der
Minimalstversorgung ersetzt wird, dann ja.

Schließlich könnte ich über Deine Argumentation jedwede
Steuererhebungen in Frage stellen.

Wenn man von der Seite der Wirtschaft argumentiert, ja. Das
ist der liberale Standpunkt des freien Marktes. Es hat sich
nur herausgestellt, dass selbst der freie Markt staatlich
garantierte Spielregeln braucht. Dieser Schutz, diese
Sicherheiten muessen finanziert werden. Da sie keine Waren
sind, kann ihnen auch kein Preis zugeordnet werden, bzw. wo
das moeglich wird, wird der Ruf nach Privatisierung laut. Die
Finanzierung erfolgt daher durch das
Umlage-/Pauschal-/Solidarprinzip, also durch Steuern. Und zwar
dem Gleichheitsprinzip folgend. Also jeder zahlt seiner
Funktion entsprechend, und innerhalb dieser Funktion in
einheitlicher Weise.

Was ist daran abstrakt? Haben die Minaralvorkommen auf dem
Mars z.Z. irgendeinen Wert auf der Erde?

Nein. Und?

Was ist der Unterschied zwischen Mars und Himalaja? Und sollte
Erz mitten im Himalaja abgebaut werden, dann wird dieses teuer
sein, da ein hoher Arbeits- und Technikaufwand noetig ist,
d.h. solange es anderswo weniger arbeitsaufwendig gewonnen
werden kann, bleibt es entsprechend billiger und im Himalaja
liegen.

Der Schnee auf der Alm ist wertlos. Wird er zur Skipiste
gekarrt, dann erhaelt er durch den Transport Wert, und zwar
soviel, wie der Transport kostet (genuegend Konkurrenz
vorausgesetzt).

Aber vorhanden, indirekt, d.h. statistisch belegt oder sogar
praktisch nachweisbar im Einzelfall, aber nicht im Alltag.

…dann wohl auch nicht wichtig…

Das sagst Du einem Allergiker. Und nun kommen wir zurueck zum
erdnussfreien Schokoriegel.

Doch. Man koennte trotzdem nach vernuenftigen Massstaeben
produzieren, gerade in der Landwirtschaft.

Man könnte auch erwarten, daß jeder Mensch nach vernünftigen
Maßstäben lebt und somit keine Sozialhilfe kassiert wenn er
nicht muß.

Woran willst Du Beduerftigkeit festmachen? Und zwar ganz
demokratisch-allgemeingueltig. Und die Marktgesetze hebeln
jede Vernunft aus, wenn sie stoert. Solange sie gelten.

Genveraenderte
Pflanzen zur Produktivitaetssteigerung per chemischer Keule
sind nicht wirklich notwendig.

Das ist eine Frage des Standpunktes. Solange 1 Mrd. Menschen
hungern ist das evtl. zu kurz gedacht.

Koennen 1 Mrd. Menschen in der 3. Welt genetisch „optimiertes“
Saatgut kaufen? Und zwar jedes Jahr neu, da anders als die
traditionellen Saaten die industriellen nicht zur Reproduktion
geeignet sind. Und wenn diese landwirtschaftlichen Produkte
dann gewinnbringend verkauft werden, wer kann sie sich dann
leisten in der 3. Welt? Und werden sie billiger sein als das
exportsubventionierte Getreide aus der EU?

Man muesste
nicht jeden technologischen Fortschritt sofort und in
maximaler Breite anwenden,
Irrsinn

Amen…

Es widerstrebt mir, mein eigenes Tun als Irrsinn abzustempeln.

Das ist reine Selbsterhaltung. Absolut „wertfrei“.

Das Problem sehe ich eher darin, daß die Industrienationen
viel zu gierig sind und daher dieser große Gap zwischen 1. und
3. Welt besteht (gibt es noch eine 2. Welt?).

Es gibt niemanden, der gierig ist. Das System bringt
Erscheinungen hervor, die wie Gier wirken, in der Marktlogik
und in ihren Einzelteilen sind es aber ganz kuehle, rationale
Entscheidungen. Die 2. Welt war der Ostblock.

Das liegt allerdings auch daran, daß viele 3. Welt-Länder ihre
U(Nabhängigkeit von den Kolonialherren erzwungen haben und
dann in Korruption, Pseudo-Sozialismus, Stillstand und Armut
versanken.

Sie wurden in die Unabhaengigkeit entlassen, da die nach dem
2. Weltkrieg notwendige Demokratisierung (mit ihren
Sozialsystemen) in den Kolonien schlicht zu teuer gewesen
waere. Die Kolonialverwaltung war am Ende z.B. in GB ein
Verlustgeschaeft. Alle anderen Erscheinungen sind
Marktwirtschaft in Reinkultur bzw. der Versuch der
Mobilisierung aller Reserven, um irgendwoher eine
eigenstaendige Industrie herzuzaubern. Das fuehrte auch in
Europa waehrend der Industrialisierung zu barbarischen
Zustaenden.

Vielleicht wäre die Lösung eine gesunde Kolonialpolitik.

Kann sich keiner leisten, nicht mal in den Protektoraten in
Ex-Jugoslawien und in Afghanistan.

Und natürlich die Konzentration auf das Leistungsprinzip…

Wer essen will, muss Geld haben. Wer Geld will, muss arbeiten,
also sein eigenes lebendiges Kapital gewinnbringend verwerten.
Wer laengerfristig totes Kapital uebrig hat, kann auch
versuchen, dieses gewinnbringend zu verwerten, indem er es
z.B. aufs Sparkonto bringt. Meinst Du das?

Ich geh’ mal mein Handtuch suchen… (How to leave the
planet.)

Sorry, die Hälfte wurde von diesem dämlichen Wer-weiss-was-Textsystem gelöscht. Ich spechere ab und an zwioschen, hatte aber nicht alles.
Evtl. finde ich nachher die Zeit, auf den rest einzugehen.
Aufgrund des „Pastens“ ist einiges doppelt.

Grüße,

Mathias

Hi,

eigentlich wollte ich weiter oben weiter machen, aber das hier sieht immer noch interessant aus.

Sony, Time Warner, Siemens, Toshiba sind also nicht groß
genug?

Nein. Sie sind schon voll ausgeruestet mit Kapital. Es geht um neue Moeglichkeiten, das an den Boersen, in den Geldmaerkten, im internationalen Finanzsystem geparkte Kapital sinnvoll, d.h. mit kurzfristigen Gewinnen oberhalb 13%, zu investieren.

Das sind allein ein paar wenige der ganz großen Firmen,
die hier mitmischen. Wieviele KMUs daran hängen kann man sich
denken.

Von allen dreien hoere ich in letzter Zeit immer von Problemen, Arbeitsplatzabbau…

Grenzen
innerhalb der EU zu ziehen ist inzwischen laecherlich,

Richtig, denn nur D und F sind interessant.

Wie das? Ich meinte die EU als Ganzes.

auch die wirtschaftlichen Interessen der USA und Japans sind
die gleichen,

Das ist nicht richtig.
USA und Japan sind teilweise verknüpft, verfolgen jedoch
verschiedenen Interessen.

Das mag fuer die Aussenpolitik und kulturelle Traditionen gelten. Die Wirtschaften und Finanzsysteme sind inzwischen eng verwoben.

Und jede neu gebaute Fertigungslinie ist wieder ein Stueck
moderner, hat einen hoeheren Ausstoss bei gleichviel oder
weniger menschliche Ueberwachern und Handlangern.

Die Änderungen in diesem Bereich sind marginal. Der große
Schritt wurde diesbtg. schon 1960 getan.

Die Steuerung durch Mikroprozessoren war nur ein kleiner Schritt? Oder fand der Uebergang von eletromechanischer zu mikroelektronischer Steuerung schon in den 60ern statt?

Deshalb Verdraengung. Jedes neue Produkt muss ein anderes aus
Deiner Aufmerksamkeit verdraengen.

Ich will mich nicht nochmal wiederholen und die absolut neuen
Produkte ohne Verdrängungswirkung aufzeigen.
Es wird langweilig.

Sicher. Evtl. reden wir hier aneinander vorbei. Ich meinte den Alltag des „Durchschnitts“, d.h. die Befriedigung der biologischen Beduerfnisse. Dieser ist IMO fast vollstaendig durchkommerzialisiert.

Ich arbeite in einer Branche, in der ich jeden Tag solche
Entwicklungen beobachten darf. Das Potential reicht noch
locker für den rest meines Arbeitslebens und
ich bin 29.

Ebenfalls. Ich behaupte ja nicht, dass der technologische Fortschritt aufhoert. „Nur“, dass er mit der Zeit immer weniger rentabel ist.

Zu pauschal.
In meinem Kollegen- und Bekanntenkreis wird viel gelesen und
auch darüber diskutiert.

Gilt das auch fuer den typischen Couch-Potato, dessen geistiger Horizont die Bundesliga und die Lottozahlen sind?

Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Das gilt nur bei 100% Investition des Gehaltes.
Ich brauche nicht mein ganzes Gehalt und habe daher noch Luft
für neues.

Das gilt fuer Dich. Fuer wieviele noch? Die Ueberschuldung der Privathaushalte nimmt auch in D zu.

Nein, denn es gibt Transportkosten u.ä.

Das ist natuerlich richtig. Sind aber innerhalb Europas meist
zu vernachlaessigen.

Falsch. Sie steigen massiv, auch aufgrund verfehlter
Steuerpolitik.

Aber nicht stark genug, um den Verkehr auf die Schiene zu bringen. Bzw. da dies nicht flexibel genug waere, darf die sog. Oekosteuer nur homoeopatische Dosen annehmen (Man erinnere sich an 5DM pro Liter)

Kurz gesagt erfordert diese massenhafte Unikatherstellung
untragbar hohe Investitionskosten und laesst sich ausserdem
nicht mehr mit dem klassischen Lohnverhaeltnis abbilden. Der
einzelne Beschaeftigte muss ein Mass unternehmerischer
Verantwortung uebernehmen, welches ihn aus dem Arbeitsmarkt
herauswirft (ueberqualifiziert u.a.).

Falsch, klassisch geprägte Industrieunternehmen können so
etwas leisten. Wir tun es ja auch.

Aber zunehmend weniger. Man denke an Profit-Center, Lean Management, gleitende Arbeitszeit, der ganze Zauber des Controling, der jeden Einzelnen an der Verwaltung des Arbeitsprozesses beteiligt. Das ist noch nicht die Norm, aber die Tendenz, d.h. das was als „modern“ gilt. Auf keinen Fall ist das klassische Industriproduktion, wo man notfalls die gesamte Belegschaft kurzfristig austauschen konnte („Streikbrecher“).

Und wir arbeiten mit einem Verhältnis Akademiker - sonstige
von ca. 20 - 80.

Eben. Ein Akademiker ist kein einfacher Arbeiter, er ist nicht einfach auf dem Arbeitsmarkt durch einen beliebigen anderen ersetzbar.

Umgekehrt wird auch das
Unternehmen von seinen Arbeitern und Angestellten mit ihren
persoenlichen Faehigkeiten so stark abhaengig, dass es auf dem
Arbeitsmarkt immer weniger adequaten Ersatz findet, d.h. die
Beziehung beider laesst sich nur noch schwer
marktwirtschaftlich als Tausch Arbeitskraft gegen Lohn
darstellen, der Arbeitsvertrag als Ausdruck dieser
Marktbeziehung verliert an Sinn bzw. wird bis ins unleserliche
ueberfrachtet.

Kann ich bei uns ebenfalls nicht erkennen.
Sie Entwicklungsleistung wird von einigen Vordenkern gemacht,
die sich ihren nachwuchs nebenbei selbst ausbilden. Der Rest
ist fast normale industrielle Arbeit.

Du schraenkst es mit dem „fast“ ja selbst ein. Es ist ein Prozess der Entwicklung, der sich von der „normalen industriellen Arbeit“, d.h. am Fliessband orientierten Produktionsprozessen, wegbewegt. Was nicht heisst, dass die Fliessbaender verschwinden, aber die Produktionsschritte werden von (mikroprozessorgesteuerten, da sonst nicht moeglich) Maschinen ausgefuehrt, nicht von Lohnarbeitern. Und die Arbeiter, die so ein Fliessband ueberwachen, muessen die Anlage sehr genau kennen, da kann man nicht einen beliebigen vom Arbeitsmarkt nehmen und mal eine halbe Stunde anlernen, wie das bei den urspruenglichen Fliessbandjobs noch moeglich war.

In der Praxis sind kleine aber feine Firmen, die von F&E bis
zur Produktion alles leisten können die Zukunft.

F&E (nicht Design) koennen sich nicht mal die grossen mehr leisten. Das muss von vorne bis hinten subventioniert werden bzw. wird gleich an staatliche Forschungsstellen delegiert, die sich dann mit „Drittmitteln“ bruesten koennen.

Nix gegen Deine Vision (in der die „normale industrielle Fertigung“ ja auch nur eine Nebenrolle einnnimmt), der technologische Trend geht dahin, nur funktioniert das in einer Marktwirtschaft, in der alles ausschliesslich am Geld/Profit/ShareholderValue gemessen wird?

Sie war schon immer die gleiche, moeglichst das Beste zum
geringsten Preis. Nur das Bewusstsein, was denn das Beste sei,
hat sich mit der Gewoehnung an einstmals neue Produkte
gewandelt. Wann lief der letzte Haustuerverkaeufer fuer
Staubsauger rum?

Vorgestern.

Eben. Die maschinelle Ausstattung des Privathaushaltes, bis hin zur „Privateisenbahn“, ist zur Normalitaet geworden. Das ist mit dem Boom des Fordismus gemeint, welcher aber in etwa vor den erwaehnten 15 (bis 20) Jahren zu Ende ging. Die darauffolgende Saettigungskrise loeste die derzeitige Aktienblase aus.

Das Bewußtsein, das beste kaufen zu wollen ist definitiv keine
15 Jahre alt.

Sag ich doch. Ist wesentlich aelter, aber damals auf weniger Produkte, wie Kleidung, Nahrungsmittel, Wohnraum bezogen gewesen.

Das ist ganz einfache Marketing-Forschung.

Sorry wenn das zu nahe geht, aber diese Art der „Forschung“ liegt bei mir dicht an der Astrologie.

Marktforschung, die sich auch mit den Grundlagen dessen, wer oder was der Markt eigentlich ist, befasst, muesste sofort bei den alten Nationaloekonomen (Hobbes, Smith, Ricardo) anschliessen, und dann konsequenterweise zu den Individuen des Marktes kommen, wie es Kant und Hegel taten, und Gott bewahre sich auch noch mit Marx (als Hegelianer) beschaeftigen.

Gluecklicherweise bietet die VWL eine alltagstaugliche religieus–dogmatische Grundlage fuer den allgemeinen Glauben ans Geld, so dass man solche metaphysische Spekulation links liegen lassen kann.

Und wenn man
billiger als die Konkurrenz produzieren kann, dann wird das
zum MUSS. Das gibt einen Extra-Gewinn, bis die Konkurrenz
technologisch gleichzieht.

…und genau hier liegt die Chance. Technologischer Vorsprung
und die Konzentration auf neue Märkte, die auch etwas mehr
hergeben als „I don´t create, I own…“.

Zum x-ten Male: Technologischer Vorsprung heisst Erhoehung der Produktivitaet, heisst mehr Produktion mit weniger Arbeitern. Alles, was den Materialkosten an „Wert“ zugesetzt ist, ist im langfristigen Mittel proportional zur menschlichen Arbeitszeit, d.h. wenn die Lohnkosten pro Stueck Ware sinken, dann sinkt auch der moegliche Gewinn pro Stueck Ware, fuer den gesamten (Welt-)Markt (nicht unbedingt fuer das einzelne Unternehmen) sinkt die Profitmasse in diesem Marktsegment. Wenn nicht in gleichem Umfange neue Marktsegmente hinzukommen, die entsprechend viel Arbeitskraft „aufsaugen“, dann sinkt auch auf dem gesamten Markt die Profitmasse, bis der gesamte Wirtschaftsapparat (in evtl. gar nicht ferner Zukunft) unrentabel wird.

Wird ein Segment unrentabel, d.h. Investitionen bringen keinen Profit mehr (wenigstens das aktuelle mittelfristige Zinsniveau muss erreicht werden), dann findet auf diesem Segment gar keine Produktion mehr statt. Entscheidet der Staat, dass das Segment fuer ihn ueberlebenswichtig ist, dann muss subventioniert werden, und zwar dauerhaft. Dieser Zustand ist derzeit in D bei der Steinkohle und in der EU in der Landwirtschaft zu beobachten.

Belegbar ist z.B., daß Baupläne und Patente für Fahrzeuge mit
Brennstoffzellenantrieb bereits in den 70ern von der Autolobby
aufgekauft und weggeschlossen worden sind, um den eigenen, ca.
10-15 Jährigen Entwicklungsvorlauf nicht wertlos zu stellen.
derer Beispiele gibt es viele.

Ich kenne derlei Verschwoerungstheorien auch, z.B. den Nur-Kolben-linear-Schwingungsmotor, der viel effektiver als die Rotationmotoren sein soll… Koenntest Du Dir nicht vorstellen, dass damals und auch heute die Brennzellen viel zu klobig und in der Herstellung gegenueber den Otto-Motoren viel zu teuer gewesen sind? So wie die Lithiumbatterien, die ja auch viel Handarbeit erfordern und keine Chance haetten, wenn herkoemmliche Batterien den selben Zweck erfuellen wuerden? D.h. dass in einer Konkurrenzsituation die Produktion unrentabel gewesen waere? In der Marktwirtschaft wird, ohne dass da boeser Wille dahinter steckt, nur das am meisten profitable gemacht, nicht das technologisch oder sonstwie sinnvolle.

Nur kann ich das im Hinblick auf alternative Antriebsformen
(was ja wirklich etwas soanneder ist als Idrive…) nicht
erkennen. Mometan kommuniziert man im Autobereich Power, Speed
und Status.

Weil Marktwirtschaft einfach sein muss. Weil jeder Marktteilnehmer, jeder Konsument, auch die, die nichtmal den Hauptschulabschluss geschafft hat, die Marktregeln und das Verhalten auf dem Markt verinnerlicht haben muss.

Und das Prinzip ist einfach, dass die wichtigste Eigenschaft einer Ware ihr Preis ist. Wenn vor dieser alles ueberstrahlenden Zahl etwas anderes noch sichtbar sein will, dann muss es ebenso einfach sein, ebenso als aussagekraeftige Zahl darstellbar sein. Und Dein Tripel ist einfach: PS-Zahl, Maximalgeschwindigkeit, Preis (plus Markenbewusstsein).

Verbrauch ist eine Prozessgroesse, fuer den Alltag viel zu abstrakt, kompliziert (Buchfuehrung und, igitt, Bruchrechnung). Umweltverhalten kann gar nicht am einzelnen Auto festgemacht werden, interessiert ausser ein paar „Spinnern“ beim Kauf gar keinen.

Neue Entwicklungen hält man zurück, bis man das Business mit
dem alten Mist den man hat gemacht hat.

Nein. Bis der neue Mist mindestens genauso rentabel produziert werden kann, wie der alte. Wobei aber auch die Produktivitaet der alten Produktion mit dem technologischen Fortschritt steigt.

Bei solchen Rationalisierungsmassnahmen werden
dann auch ab und zu ein paar Arbeitskraefte freigesetzt.

…und neue eingestellt, denn es geht heute weniger um
Rationalisierung, sondern um Qualitätssicherung und
-verbesserung.
Das schafft eher Arbeitsplätze als daß welche zerstört werden.

Und wenn die Qualitaetssicherung per Computer-Vision effektiver, d.h. rationeller gemacht werden kann, dann verschwinden auch hier Arbeitsplaetze. Die Qualitaetssicherung tritt ja nur deshalb so in den Vordergrund, weil der Rest der Produktion schon fast vollautomatisch erfolgt. Aber wie gesagt, unter Konkurrenzbedingungen haengt der moegliche Gewinn linear von der Anzahl der Arbeiter ab. Weniger Arbeiter, weniger Gewinn, egal wie gross der Umsatz oder das Produktionsvolumen ist.

Wie ich ja bereits anführte ist die große Entlassungswelle
wegen Automatisierung schon lange vorbei.

Und wo sind die vielen Entlassenen hin? Uebrigens gab es nach 911, genauer bei dem Boersencrash letzten Sommer, nochmal eine groessere Entlassungswelle, Fusionen und Sanierung heisst immer auch Entlassung mit geringerer Neueinstellung danach. Nur dass heute meist nicht mehr rationalisiert, sondern der Laden einfach dicht gemacht wird.

Richtig, aber der Wohlstand, die Einkommen im Land steigen
doch!

Wo? Stagnation bzw. Rueckgang der Kaufkraft ist immer wieder
zu hoeren.

Wieso wächst dann der Tourismussektor, wieso gab es einen
stetigen Aufschwung von VW, Porschew, Audi, BMW und DC bis
2001 und wieso befinden sich BMW und Porsche nach wie vor im
Aufwind?

Wieviel Prozent der Weltbevoelkerung beteiligen sich am Tourismus, d.h. verreisen? Ausserdem wurde der Tourismussektor durchrationalisiert, industrialisiert, so dass die Preise sanken. Der Umsatz steigt, der Gewinn sinkt, auch fuer die Urlaubsgebiete. Wer es sich leisten kann, wie Mallorca, wehrt sich.

Der Autosektor konnte sich noch ein Stueck weit nach Osten erweitern (auch indirekt per "Schrott"export und Diebstahl), ausserdem fanden Konzentrationen statt. Wer nicht waechst, notfalls per Uebernahme der Konkurrenz, der verschwindet vom Markt. Und diese ehemalige Konkurrenz ist dann eben weg, d.h. maximal in Markennamen zu finden.
Der Markt insgesamt stagniert oder wird kleiner, von den realisierbaren Gewinnen ganz zu schweigen. Und Firmenbilanzen werden mit allen rechtlich erlaubten Mitteln geschoent, z.B. dass man Gewinne sofort angibt, Verluste in Bereichen versteckt, die man ueber mehrere Jahre strecken kann.

Der Grund ist einfach: wir befinden uns am Anfang der Periode,
in der die Generation der Erben zuschlägt. Stagnierende
Nettoeinkommen interessieren einen 30-jährigenm mit zwei
vermieteten Immobilien nicht.

Wieviele 30-Jaehrige mit 2 vermieteten Immobilien gibt es? Wieviele Autos koennen die sich leisten? (Erinnert an eine alte Billy-Wilder-Anekdote, wo 80mio Deutsche jeder auf dem Dachboden… aber das fuehrt vom Thema weg)

Also eine Bereinigung des Bestandes an AGs an den Börsen. Ganz
einfach.

Aber nicht in dem Sinne, dass veraltete Produktivmittel aus der Produktion verschwinden, um neuen Platz zu machen (was auf die Menschen bezogen barbarisch ist), d.h. dass alte Produktivitaet neuer Platz macht.

Aber es gab keine Autos und keine Bananen…

Aber dafuer Diamant-Fahrraeder und Werder-Aepfel!

Ich vergaß: außerdem gab es keine Freiheit, daher auch keinen
wachsenden Tourismus-Sektor…

Natuerlich gab es Tourismus, wenn auch wie alles andere eingeschraenkt und stark buerokratisiert. Und die Freiheit, naja, die Illusion des freien Willens ist im voll ausgebildeten Kap. naturgemaess staerker (s. Hobbes, Kant, Hegel und -pfui- Marx).

Oder hast Du die reale Freiheit, Deinen Blutstrom anzuhalten, den Berg zum Tal zu machen, allen Menschen dieser Welt Nahrung zu geben?

Eigeninitiative

Innerhalb der Grenzen des Systems.

Außerdem sind solöche Grenzen nötig. Ein grenzenloses System
muß zu Vernichtung und Chaos führen. Daher suchen wir eben die
maximale Freiheit innerhalb unserer selbst gesteckten Grenzen.

Willkommen in der Staats- und Rechtsphilosophie. Ein Herr Hegel hat darueber ein ganzes Buch geschrieben. Vor Vernichtung und Chaos bei freiem Willen ohne Grenzen hat vorher schon Hobbes im Leviathan gewarnt und de Sade hat dies etwas moderner durchexerziert. Nachzulesen bei Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklaerung, Exkurs II.

Das Setzen von Grenzen beruht auf reiner Willkuer, hat keine irgendwie natuerlich-sittliche oder naturgesetzliche Grundlage, so zumindest praezisierte Hegel Kant.

Das sehe ich nicht ganz so positiv, denn ich denke eher, daß
die aktuelle Regierung überhaupt keine Position bezieht und
sich in Machtsicherungsmaßnahmen ergeht.

Sagen wir Notstandsverwaltung, ohne oeffentlich zuzugeben, dass ein Notstand herrscht. Evtl. fehlt tatsaechlich das Bewusstsein vom Ausmass der Krise.

Dies äußert sich v.a.
darin, daß jedem alles versprochen wurde und nun, wo Zahltag
ist, die Versprechen platzen und die Belastung der Bevölkerung
auf 120% dreht.

Sicher. Da aber die Bevoelkerung von der Wirtschaft ihr Einkommen bezieht, und wo das nicht geht, vom Staat, und der Staat all dies Geld ja auch wieder ausgibt, heisst das schlicht und ergreifend, dass die Wirtschaft, nach ihren eigenen Rentabilitaetskriterien, die Gesellschaft nicht mehr „ernaehren“ kann. Die Loehne koennen nicht steigen, da dies die Rentabilitaet der Wirtschaft unterwandert, genausowenig koennen Steuern in groesserem Umfang erhoeht werden, Infrastruktur und Sozialsysteme muessen aber trotzdem bezahlt werden, da sonst Buergerkrieg und Barbarei droht. Ein Teufelskreis… (Warum wurde TV-Kaiser abgesetzt? Zynischer als H. Schmidt)

Aber wie steht es um das (persoenliche) Privateigentum an
Produktionsmitteln? Wem gehoeren die Maschinen bei Bosch, die
Reagenzbottiche bei Hoechst,… ? Wem gehoeren die
Aktienfonds, die in solche Unternehmen investieren?

Den Investoren. Und das ist mittelbar ja wieder der Bürger.
Kleinaktionär sein ist nach wie vor populär.

Dann besteht aber kein persoenliches Eigentum an den Produktionmitteln, keine persoenliche Verfuegungsgewalt. Unternehmen, etwa ab der Groesse die eine Sekraeterin fuer Buchhaltung erfordert, sind automatisch schon gesellschaftliche Institutionen, mithin das Firmeneigentum gesellschaftliches Eigentum. Die Regeln der Firmenverwaltung, die Rechtsverhaeltnisse in der Firma, die Trennung des Firmeneigentums vom Investor, der nur noch einen formalen Rechtstitel darauf besitzt (verstoesst er dagegen, gibt’s Aerger mit dem Finanzamt), das alles ist gesellschaftlich, d.h. staatlich geregelt. Wird der Investor in der Firma taetig, d.h. ist er Unternehmer, dann erfolgt das hoechstens in der Funktion des obersten Managers, er ist in seinem Tun nicht nur sich selbst, sondern auch der Firma und der Gesellschaft (mindestens in Form des Finanzamtes) Rechenschaft pflichtig.

[Bomben usw.]

Da unsere Regierung beispielsweise im Namen des Sozialismus
agiert, relativiert sich das wieder.

Nein. Unsere Regierung handelt im Namen des Volkes, und dieses Volk ist in einer demokratischen Marktwirtschaft organisiert, was das sozial schon einschliesst.

Im harmlosen
Fall fuehrt das zu den Illuminaten.

Gut gekontert!
Sagen wir es anders: Schröder, Scharping und Trittin sowie
auch Schily haben durch ihr Verhalten in den letzten Jahren
praktisch das Statement „L´état, cest moi" bzw. "Létat,
c´est nous“ gemacht.

Nein. Sie haben nur die Funktionen, die sie innehaben, perfekt ausgefuellt. Der Medienkanzler als oberster Repraesentant, der ueberkanterte Schily als Fortsetzung der Stammtischstimmung, die auch Du ausgedrueckt hast, Trittin hat Interessenausgleich betrieben bis zur Selbstverleugnung, Scharping wurde zwischen Erhalt der Funktionsfaehigkeit der Bundeswehr und den knappen Staatsfinanzen fast vollstaendig aufgerieben. Mein je, die privaten Eskapaden. Stoff fuer eine Woche BILD.

„Der Staat“ ist im gängigen Sprachgebrauch der Bevölkerung ein
Abstraktum, quasi eine Personifizierung „der oberen Leitung
des Landes“.

Abstrakt ja, aber als Verkoerperung des allgemeinen Willens, der allgemeinen Vernunft der Gesellschaft. Auch an diesem Punkt war schon Kant angekommen, eigentlich schon Rousseau. Im realen Leben muss diese Abstraktion von Menschen mit Leben erfuellt werden, aber mit dem Zwang, sich im Rahmen der Logik dieser Abstraktion zu bewegen.
Auch Du koenntest Dich in der Funktionaershierarchie einer Partei nach oben arbeiten. Noetig sind nur der Wille und einige Befaehigungen wie Kompromissfaehigkeit bis zum Rande der Korruption, Rhetorik zur Darstellung der Kompromisse als absolute und allen nuetzende Notwendigkeit, etwas Ellenbogen,…

Er vertritt das Gesetz, auch das Grundgesetz. Und
konterkarriert es wiederum, indem (wie ja auch in Einzelfällen
von der neutralen Kontrollinstanz Bundesverfassungsgericht
erkannt) er die Rechte und Bedürfnisse seiner Bürger (die ihn
ja eigentlich selbst ausmachen sollten) mißachtet.

Ja, denn die Politiker muessen in der sich staendig veraendernden Gesellschaft nach immer neuem Ausgleich suchen. Das erfolgt blind, muss blind erfolgen wie in einer Art Brown’scher Bewegung, staendig angestossen von Lobbies und Interessenvertetungen bis hin zu „Hydra“. Dieses Trial-and-Error-Verfahren muss staendig korrigiert werden, notfalls eben auch vom BVG.

Missachtet werden auf lange Sicht nur Beduerfnisse von Minderheiten. Verschaffe Deinen Beduerfnissen eine Mehrheit und sie werden – im Rahmen des Systems, d.h. der waltenden Sachzwaenge – bereitwillig beruecksichtigt. In NY wurden ganz offiziell Standpunkte der Globalisierungskritiker diskutiert, da diese eine hinreichend grosse Basis in der Bevoelkerung nachweisen konnten (nicht sie, sondern Meinungsumfragen) bzw. da diese kritischen Standpunkte auf inzwischen offensichtlich systemgefaehrdende Tendenzen hinwiesen.

Wieso? Du kannst tun und lassen was Du willst. Du musst nur
genug Geld haben. Meistens musst Du nichtmal geltendes Recht
verbiegen. Wie Du an das Geld kommst, nun da kannst Du Dich
frei entfalten.

Beispielsweise kann ich mir nciht einfach ein Haus in den Wald
bauen.

Kauf den Wald, oder lass ihn zu Bauland erklaeren. Jedem Investor mit genug Geld wird ein roter Teppich ausgerollt. Rund um Athen und auf Korsika wird der Wald/das Buschland einfach abgefackelt, um es danach mit "Wert"steigerung zu Bauland zu erklaeren. Erwischt wird kaum jemand.

Ich kann nicht sagen, ich brauche dieses Jahr mein
ganzes Einkommen selbst, ich zahle erst nächstes Jahr wieder
Steuern.

Mit genug Einkommen kann ein guter Steuerberater die Zahlung ans Finanzamt auf Null reduzieren.

Wie steht es dann mit den Banken? Die machen Gewinn vom Zins
auf Kredite an Wirtschaft und Privatpersonen, auch ohne sich
abzurackern.

Sie tragen das Kreditrisiko…

Wie sieht das konkret aus? Haben Sie eine Riege Atlasse engagiert?
Ausserdem traegt im Extremfall, falls das gegenseitige Sicherungssystem versagt, der Staat das Risiko, wie in Japan oder auch den USA, bzw. ganz aktuell in Argentinien.

Du bist frei, einen hoeheren Lohn auszuhandeln, so dass diese
Abgaben nicht mehr so druecken. Das ist eine Folge des
Systems, aber diese Folge hat keiner konstruiert, sie kann
also kein Fehler sein, es sei denn, man spricht auch von
Fehlern der Evolution…

Meine Freiheit, einen höhren Lohn auszuhandeln ist rein
theoretisch. Praktisch sollte eher abgewogen werden, welche
Löhne bezahlbar sind und was davon dem Allgeinwohl zur
Verfügung gestellt werden kann.

Du Sozialdemokrat Du!
Und wer hat zuletzt auf’s Allgemeinwohl geachtet, als es um SEIN Geld ging?

Das System funktioniert ganz einfach: Alles dreht sich ums
Geld; alles, was ist, ist durch das Geld; wer kein Geld hat,
ist Nichts; Geld ist an sich schon Kapital und muss daher
Gewinn bringen, also zu mehr Geld werden.

Richtig. Das System ist wachstumsbasiert.

Was aber, wenn es kein Wachstum mehr geben kann, wenn das System selbst mit seiner ureigenen Dynamik sich eine Barriere aufbaut? Weil diese Welt eben ganz materielle Grenzen hat, die sich im System widerspiegeln?

Da das fast alle technischen Produkte sind und der
Batteriemarkt selbst schon dreistellige Milliardenbeträge
erwirtschaftet

Aehm, ist das Umsatz oder Gewinn/Profit?

Wie erklärst Du Dir dann die Situation bei BMW, Porsche und
teilweise VW?

Konzentration, Wachstum auf Kosten anderer Marktteilnehmer. Das ist an sich nicht schlimm, aber bedenklich, wenn es die einzige Wachstumsquelle ist.

die Belastung der Krankenkassen

Wie sieht es denn in F aus?

Das Gesundheitssystem wird massiv staatlich subventioniert. Wobei ich die konkrete Abrechnung, die jeder Patient in die Hand bekommt, zur Kostenkontrolle besser als das hiesige Wischiwaschi finde.

Die USA, sofern die Grundversorgung in den
Uni-Krankenhaeusern als Krankenkassenersatz herangezogen wird.

Eine full-size Versicherung in den USA kosten 120 USD.

Kann sich trotzdem nicht jeder leisten. Gerade in den Armenvierteln sind die Leute auf diese erweiterte Notversorgung angewiesen. Und da diese zuviel Geld kostet, wird sie langsam abgebaut. Die Konsequenzen wurden kurz mal waehrend der Anthrax-Hysterie wahrgenommen (mangelhafte Seuchenueberwachung)

In der 3. Welt gibt es kein oeffentliches, gemeinschaftlich
getragenes Gesundheitswesen, bzw. die Rudimente davon wurden
auf Anraten der Weltbank abgeschafft.

Bei einer Aidsrate von bis zu 90% macht das auch keinen Sinn.

Da bist Du zuviel Propaganda aufgesessen. Haupttodesursache sind immer noch die klassischen Seuchen wie Malaria, TB und Unterernaehrung/Buergerkriege. Und selbst wenn man diese Hochrechnungen ernst nimmt, dann sind es die vermuteten HIV-Infektionen, nicht der Anteil Immunschwacher an den Toten. Offiziell wurden aus Afrika bisher insgesamt etwa 800.000 Tote mit AIDS-Klassifizierung gemeldet, eine aussagekraeftige HIV-Statistik gibt es nicht, alles andere sind Horrormeldungen und Spekulationen.

Und es macht Sinn, ein gebrochenes Bein unter sterilen Umstaenden zu schienen, Malaria mit Medikamenten zu behandeln, die Hygiene so zu heben, dass Cholera und Typhus der Vergangenheit angehoeren. Aber das kostet alles Geld, welches immer weniger zur Verfuegung steht.

Der Markt explodiert quasi.

Aber nur quasi, also nicht genug.

Wann ist „genug“?

Wenn es nicht mehr „quasi“ ist?

Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Eigentlich ist es
fast unmoeglich geworden, sich eine andere stabile Kombination
von Staat und Wirtschaft unter Beibehaltung des herrschenden
Lebensstandards vorzustellen.

Das liegt nur daran, daß man sich auf das aktuelle System
geeinigt hat.

Niemand hat sich geeinigt. Es war eine blutige blinde Suche mit Jakobinerterror, Cromwell nicht zu vergessen, den napoleonischen Kriegen, den Anwandlungen des deutschen Maerzes, verschiedenen Anlaeufen von Populismus bis hin zum Faschismus und dessen Steigerungen, die Grausamkeiten der sozialistische Revolutionen und der vulgaersozialistischen Bewegungen…
Es blieb einfach nichts anderes uebrig.

Das könnte theoretisch auch anders aussehen und
unsere Staatstheorie, auf die sich ja unsere Demokratie
stützt, geht eindeutig von einer sozialen Ausrichtung der
Marktwirtschaft aus.

Womit sie den Ist-Zustand beschreibt und ihm ein theoretisches Maentelchen strickt.

Also trotz Wachstumsorientierung nicht
von reinem Kapitalismus.

Den gab es nie und kann es nur kurz vor einem Buergerkrieg geben. Denn der reine Kapitalismus ist der Zustand anarchischer Barbarei, der Krieg jeder gegen jeden.

Das Parlament ist gewaehlt, die Regierung wird vom Parlament
bestimmt. Aber das sind Feinheiten, die auch anders geloest
werden koennten, die aber mit ihrer Klarheit das System
stabilisieren.

Welche Lösung wäre günstiger?

Wieso guenstiger? Die anderen Systeme, wie das US-amerikanische, sind einfach nur anders.

Doch, man schützte Italien. Der Krieg war ein
Unsicherheitsfaktor. Eher natürlich bevölkerungspolitisch als
außenpolitisch, aber die Bedrohung war vorhanden.

Womit Du Dir selbst widersprichst. Es erfolgte kein Angriff von aussen, man wollte nur die Krise draussen halten, uebrigens nicht nur in Italien, Hauptmigrationsziel ist immer noch D. Man hat also selbst angegriffen (wogegen sich Herr M. uebrigens voellig zu Recht verteidigen durfte), wie immer man das jetzt rhetorisch umbenennt.

Mit der Schwaechung der Polaritaet von Innen und Aussen in der
Politik ist auch der Begriff der Landesverteidigung etwas
schwammig geworden, wie es an der schwammigen Diskussion um
Bundeswehr und Wehrpflicht zu sehen ist, und auch an der
Diskussion um die Rolle der Nato.

Das findet seine Begründung in der langen Friedensphase,
welche das Interesse der Wähler an militärischen Themen
schrumpfen lässt.

Warum diese laengere Friedensphase (zwischen den Industrienationen, Kriege gab es genug)? Eben weil die Polaritaet von Innen und Aussen nicht mehr stark genug ist, kriegerische Auseinandersetzungen zu befoerdern. Und daran ist die Vernetzung der Wirtschaften ueber nationale Grenzen hinweg „schuld“ (ohne dass das zu einer Weltnation fuehrt).

Eine ordentliche Auseinandersetzung und das Blatt wendet sich.
In den USA ist es bereits soweit, daß der ohnehin schon
umfangreiche Militäretat nun nicht mehr verringert bzw. eine
Ausweitung nicht mehr kritisiert werden kann, ohne als
Landesverräter dazustehen.

Oekonomisch ist das Keynes in Reinstkultur. Nur dass keine Pyramiden auf Staatskredit gebaut werden, sondern es wird eben modernstes Toetungswerkzeug aufgehaeuft, natuerlich auf dem letzen Stand der Produktivitaet. Und was ist an diesem Minimalsteinsatz (aus US-amerikanischer Sicht) „ordentlich“?

Nein, sie sichert sie. Vorausgesetzt ist aber ein gemeinsames
Wertesystem von Staatlicher Führung, wirtschaftlicher Führung
und Bevölkerung.

Eben. Nur dann muss man sich fragen, was dieses gemeinsame "Werte"system jeden Tag neu erzeugt. Es ist ja nichts real materielles, real ist es nur als eine allen gemeinsame Fiktion, als massenhafte Wahnvorstellung. Und wenn die Grundlagen der materiellen Reproduktion gestoert sind, dann schlaegt es sich auch auf diese fragile ideelle Konstruktion durch.

Und genau daran hängt es bei uns. Die USA sind hier m.E.
weiter, denn sie fröhnen voll und ganz dem Leistungsprinzip
als gemeinschaftlichem Wert.

Mit allen barbarischen Konsequenzen. Oder wie bezeichnest Du einen Zustand, der ueberfuellte Gefaengnisse produziert.

Natürlich ist dies auch wieder ein Schritt hin zum
Kapitalismus, aber eben auch ein Schritt hin zur Sicherung
menschenwürdiger Lebensverhältnisse für die Mehrzahl einer
wachsenden Bevölkerung.

Wenn man die Lebensbedingungen des „white trash“ als menschenwuerdig bezeichnen will…

Da hier die Bevölkerungszahl sinkt, würde das wohl noch besser
funktionieren.

Im Gegenteil. Schrumpfende Maerkte sind extrem unattraktiv.

Ciao Lutz

Hi!

eigentlich wollte ich weiter oben weiter machen, aber das hier
sieht immer noch interessant aus.

Sony, Time Warner, Siemens, Toshiba sind also nicht groß
genug?

Nein. Sie sind schon voll ausgeruestet mit Kapital. Es geht um
neue Moeglichkeiten, das an den Boersen, in den Geldmaerkten,
im internationalen Finanzsystem geparkte Kapital sinnvoll,
d.h. mit kurzfristigen Gewinnen oberhalb 13%, zu investieren.

Was bei kurzfristigen Investitionen mit 13% + Renditen herauskam, ist bekannt. Ich denke langfristig und investiere in mich selbt. Das ist immer noch die beste Methode und die jenige welche am meisten Arbeitsplätze schafft. 100% Plus in 4 Jahren.

Das sind allein ein paar wenige der ganz großen Firmen,
die hier mitmischen. Wieviele KMUs daran hängen kann man sich
denken.

Von allen dreien hoere ich in letzter Zeit immer von
Problemen, Arbeitsplatzabbau…

Das ist nicht wichtig. Interessant sind die KMUs, die daran hängen. Sie bieten über 60% der deutschen Arbeitsplätze und schaffen weitere.

Grenzen
innerhalb der EU zu ziehen ist inzwischen laecherlich,

Richtig, denn nur D und F sind interessant.

Wie das? Ich meinte die EU als Ganzes.

Ich nicht. Es gibt keine „EU als ganzes“.
Es gibt eine Häufung von Einzelinteressen, die hier oft genug kollidieren.
An der EU ernsthaft interessiert, d.h. mit allen Konsequenzen, ist wohl nur Deutschland (und hier auch nur die Politik).

auch die wirtschaftlichen Interessen der USA und Japans sind
die gleichen,

Das ist nicht richtig.
USA und Japan sind teilweise verknüpft, verfolgen jedoch
verschiedenen Interessen.

Das mag fuer die Aussenpolitik und kulturelle Traditionen
gelten. Die Wirtschaften und Finanzsysteme sind inzwischen eng
verwoben.

Das gilt für die Wirtschaft auf der ganzen Welt.

Und jede neu gebaute Fertigungslinie ist wieder ein Stueck
moderner, hat einen hoeheren Ausstoss bei gleichviel oder
weniger menschliche Ueberwachern und Handlangern.

Die Änderungen in diesem Bereich sind marginal. Der große
Schritt wurde diesbtg. schon 1960 getan.

Die Steuerung durch Mikroprozessoren war nur ein kleiner
Schritt? Oder fand der Uebergang von eletromechanischer zu
mikroelektronischer Steuerung schon in den 60ern statt?

Dieser Schritt war arbeitplatztechnisch nicht mehr wichtig. Die 80er brachten uns schon die ersten Ansätze des wirklichen Problems: staatliche Lenkungsversuche über die Steuerpolitik.

Deshalb Verdraengung. Jedes neue Produkt muss ein anderes aus
Deiner Aufmerksamkeit verdraengen.

Ich will mich nicht nochmal wiederholen und die absolut neuen
Produkte ohne Verdrängungswirkung aufzeigen.
Es wird langweilig.

Sicher. Evtl. reden wir hier aneinander vorbei. Ich meinte den
Alltag des „Durchschnitts“, d.h. die Befriedigung der
biologischen Beduerfnisse. Dieser ist IMO fast vollstaendig
durchkommerzialisiert.

Ich habe das für alltägliche Produkte widerlegt.
Rein biologische Bedürfnisse sind schon seit dem 15. Jahrhundert „durchkommerzialisiert“. Es kamen eigentlich nur die Tiefkühlpizza und das Wasserklosett hinzu.

Ich arbeite in einer Branche, in der ich jeden Tag solche
Entwicklungen beobachten darf. Das Potential reicht noch
locker für den rest meines Arbeitslebens und
ich bin 29.

Ebenfalls. Ich behaupte ja nicht, dass der technologische
Fortschritt aufhoert. „Nur“, dass er mit der Zeit immer
weniger rentabel ist.

Das liegt in der Natur einer auf (technologischem) Wachstum basierenden Welt.

Ich vermute wir sind uns hier prinzipiell einig, was die theoretisch mögliche Sättigung betrifft. Nur streiten wir uns noch darüber, wo auf dem Zeitstrahl sich unser System momentan befindet.

Zu pauschal.
In meinem Kollegen- und Bekanntenkreis wird viel gelesen und
auch darüber diskutiert.

Gilt das auch fuer den typischen Couch-Potato, dessen
geistiger Horizont die Bundesliga und die Lottozahlen sind?

Auch solche Leute lesen.

Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Das gilt nur bei 100% Investition des Gehaltes.
Ich brauche nicht mein ganzes Gehalt und habe daher noch Luft
für neues.

Das gilt fuer Dich. Fuer wieviele noch? Die Ueberschuldung der
Privathaushalte nimmt auch in D zu.

…was keinen davon abhält, wie blöd Geld auszugeben.
Ich durfte das erst gestern wieder auf dem Heimweg vom Büro auf der A99 beobachten…
Hier wird gerade der Innovationsgrad des österreichischen Gesamttourismus-Konzeptes getstet. Auch hier ist offensichtlich noch ungeahntes Wachstumspotential.

Nein, denn es gibt Transportkosten u.ä.

Das ist natuerlich richtig. Sind aber innerhalb Europas meist
zu vernachlaessigen.

Falsch. Sie steigen massiv, auch aufgrund verfehlter
Steuerpolitik.

Aber nicht stark genug, um den Verkehr auf die Schiene zu
bringen. Bzw. da dies nicht flexibel genug waere, darf die
sog. Oekosteuer nur homoeopatische Dosen annehmen (Man
erinnere sich an 5DM pro Liter)

Ich kann das aus persönlicher Sicht nur unterstützen, denn dann ist endlich Ruhe auf der Autobahn und ich kann iweder gemütlich Freitag nachmittag an den Gardasee fahren. Gesamtwirtschaftlich gesehen wäre ein solcher Alleingang Deutschlandsa allerdings der Tod der inländischen Wirtschaft.

Kurz gesagt erfordert diese massenhafte Unikatherstellung
untragbar hohe Investitionskosten und laesst sich ausserdem
nicht mehr mit dem klassischen Lohnverhaeltnis abbilden. Der
einzelne Beschaeftigte muss ein Mass unternehmerischer
Verantwortung uebernehmen, welches ihn aus dem Arbeitsmarkt
herauswirft (ueberqualifiziert u.a.).

Falsch, klassisch geprägte Industrieunternehmen können so
etwas leisten. Wir tun es ja auch.

Aber zunehmend weniger. Man denke an Profit-Center, Lean
Management, gleitende Arbeitszeit, der ganze Zauber des
Controling, der jeden Einzelnen an der Verwaltung des
Arbeitsprozesses beteiligt. Das ist noch nicht die Norm, aber
die Tendenz, d.h. das was als „modern“ gilt. Auf keinen Fall
ist das klassische Industriproduktion, wo man notfalls die
gesamte Belegschaft kurzfristig austauschen konnte
(„Streikbrecher“).

Das stimmt. Allerdings sind beide zugrundegelegte Modelle unvorteilhaft. Manchester-Kapitalismus sowie Sozialismus haben m.E. in einer Wirklich(!) modernen Arbeitswelt nichts zu suchen.

Und wir arbeiten mit einem Verhältnis Akademiker - sonstige
von ca. 20 - 80.

Eben. Ein Akademiker ist kein einfacher Arbeiter, er ist nicht
einfach auf dem Arbeitsmarkt durch einen beliebigen anderen
ersetzbar.

Es sind jedoch nur 20% Akademiker, wie gesagt.
Und gerade die halte ich bei uns für eher ersetzbar als einen Top-Gruppenleiter in der Produktion.
Controller arbeiten doch nach standardisierten Zahlenwerken. Ein neuer findet sich in den Job des alten in 4 Wochen hinein.
In der spezialisierten Produktion sieht das schon anders aus.

Nur die wirklichen Lenker sind schwer ersetzbar. Aber auch das geht mit einem gewissen Vorlauf.

Umgekehrt wird auch das
Unternehmen von seinen Arbeitern und Angestellten mit ihren
persoenlichen Faehigkeiten so stark abhaengig, dass es auf dem
Arbeitsmarkt immer weniger adequaten Ersatz findet, d.h. die
Beziehung beider laesst sich nur noch schwer
marktwirtschaftlich als Tausch Arbeitskraft gegen Lohn
darstellen, der Arbeitsvertrag als Ausdruck dieser
Marktbeziehung verliert an Sinn bzw. wird bis ins unleserliche
ueberfrachtet.

Kann ich bei uns ebenfalls nicht erkennen.
Sie Entwicklungsleistung wird von einigen Vordenkern gemacht,
die sich ihren nachwuchs nebenbei selbst ausbilden. Der Rest
ist fast normale industrielle Arbeit.

Du schraenkst es mit dem „fast“ ja selbst ein. Es ist ein
Prozess der Entwicklung, der sich von der „normalen
industriellen Arbeit“, d.h. am Fliessband orientierten
Produktionsprozessen, wegbewegt. Was nicht heisst, dass die
Fliessbaender verschwinden, aber die Produktionsschritte
werden von (mikroprozessorgesteuerten, da sonst nicht
moeglich) Maschinen ausgefuehrt, nicht von Lohnarbeitern.

…wie gesagt: seit Jahrzehnten bereits.

Und
die Arbeiter, die so ein Fliessband ueberwachen, muessen die
Anlage sehr genau kennen, da kann man nicht einen beliebigen
vom Arbeitsmarkt nehmen und mal eine halbe Stunde anlernen,
wie das bei den urspruenglichen Fliessbandjobs noch moeglich
war.

Korrekt.

In der Praxis sind kleine aber feine Firmen, die von F&E bis
zur Produktion alles leisten können die Zukunft.

F&E (nicht Design) koennen sich nicht mal die grossen mehr
leisten. Das muss von vorne bis hinten subventioniert werden
bzw. wird gleich an staatliche Forschungsstellen delegiert,
die sich dann mit „Drittmitteln“ bruesten koennen.

Kann ich so nur teilweise bestätigen. Ich sehe viel F&E bei Unternehmen.

Nix gegen Deine Vision (in der die „normale industrielle
Fertigung“ ja auch nur eine Nebenrolle einnnimmt), der
technologische Trend geht dahin, nur funktioniert das in einer
Marktwirtschaft, in der alles ausschliesslich am
Geld/Profit/ShareholderValue gemessen wird?

Offensichtlich ja.
Ich verweise hier mal auf die Tigerstaaten, um einen neuen Denkanstoß zu geben.
Hier erfährt man einen unsäglichen Boom, da man sich auf KMUs stützen muß.
Und dies mittlerweile bei akzeptablen sozialen Bedingungen.

Sie war schon immer die gleiche, moeglichst das Beste zum
geringsten Preis. Nur das Bewusstsein, was denn das Beste sei,
hat sich mit der Gewoehnung an einstmals neue Produkte
gewandelt. Wann lief der letzte Haustuerverkaeufer fuer
Staubsauger rum?

Vorgestern.

Eben. Die maschinelle Ausstattung des Privathaushaltes, bis
hin zur „Privateisenbahn“, ist zur Normalitaet geworden. Das
ist mit dem Boom des Fordismus gemeint, welcher aber in etwa
vor den erwaehnten 15 (bis 20) Jahren zu Ende ging. Die
darauffolgende Saettigungskrise loeste die derzeitige
Aktienblase aus.

Das Bewußtsein, das beste kaufen zu wollen ist definitiv keine
15 Jahre alt.

Sag ich doch. Ist wesentlich aelter, aber damals auf weniger
Produkte, wie Kleidung, Nahrungsmittel, Wohnraum bezogen
gewesen.

Ich meinte mit „keine 15 Jahre alt“, daß die Entwicklung nicht älter als 15 Jahr ist.

Das ist ganz einfache Marketing-Forschung.

Sorry wenn das zu nahe geht, aber diese Art der „Forschung“
liegt bei mir dicht an der Astrologie.

Deine Meinung in allen Ehren, allerdings würde ich gerne ein paar Belege für diese Einschätzung sehen.
Marketingforschung ist eine nüchterne, belegbare Wissenschaft. Absolut nachvollziehbar.

Marktforschung, die sich auch mit den Grundlagen dessen, wer
oder was der Markt eigentlich ist, befasst, muesste sofort bei
den alten Nationaloekonomen (Hobbes, Smith, Ricardo)
anschliessen, und dann konsequenterweise zu den Individuen des
Marktes kommen, wie es Kant und Hegel taten, und Gott bewahre
sich auch noch mit Marx (als Hegelianer) beschaeftigen.

„Marktforschung“ und „Marketingforschung“ sind zwei verschiedene Begriffe.

Gluecklicherweise bietet die VWL eine alltagstaugliche
religieus–dogmatische Grundlage fuer den allgemeinen Glauben
ans Geld, so dass man solche metaphysische Spekulation links
liegen lassen kann.

Gut gesagt.
Wie würdest Du das durchbrechen? Wie wäre die Versorgung aller, auch unter Berücksichtigung des erwiesenermaßen unzerstörbaren Drangs nach Individualität der Menschen, Deiner Ansicht nach ohne Profitstreben möglich?

Und wenn man
billiger als die Konkurrenz produzieren kann, dann wird das
zum MUSS. Das gibt einen Extra-Gewinn, bis die Konkurrenz
technologisch gleichzieht.

…und genau hier liegt die Chance. Technologischer Vorsprung
und die Konzentration auf neue Märkte, die auch etwas mehr
hergeben als „I don´t create, I own…“.

Zum x-ten Male: Technologischer Vorsprung heisst Erhoehung der
Produktivitaet, heisst mehr Produktion mit weniger Arbeitern.

Nein.

Alles, was den Materialkosten an „Wert“ zugesetzt ist, ist im
langfristigen Mittel proportional zur menschlichen
Arbeitszeit, d.h. wenn die Lohnkosten pro Stueck Ware sinken,
dann sinkt auch der moegliche Gewinn pro Stueck Ware, fuer den
gesamten (Welt-)Markt (nicht unbedingt fuer das einzelne
Unternehmen) sinkt die Profitmasse in diesem Marktsegment.

Dies gilt nur für eine statische Situation bei den verfügbaren Produkten.
Und genau das haben wir ja nicht.

Wenn nicht in gleichem Umfange neue Marktsegmente hinzukommen,
die entsprechend viel Arbeitskraft „aufsaugen“, dann sinkt
auch auf dem gesamten Markt die Profitmasse, bis der gesamte
Wirtschaftsapparat (in evtl. gar nicht ferner Zukunft)
unrentabel wird.

Du setzt eine konstante Entwicklung „Limes gegen 100%“ Automatisierung voraus.
Der Automatisierungstrend ist ausgelebt, es entwickeln sich neue Segmente und in den alten Segmenten ist noch Potential. Was die Schaffung neuer Arbeitsplätze verhindert ist nur die Investitionshemmung durch zu starke staatliche Eingriffe.

Wird ein Segment unrentabel, d.h. Investitionen bringen keinen
Profit mehr (wenigstens das aktuelle mittelfristige Zinsniveau
muss erreicht werden), dann findet auf diesem Segment gar
keine Produktion mehr statt. Entscheidet der Staat, dass das
Segment fuer ihn ueberlebenswichtig ist, dann muss
subventioniert werden, und zwar dauerhaft. Dieser Zustand ist
derzeit in D bei der Steinkohle und in der EU in der
Landwirtschaft zu beobachten.

Richtig.
Das liegt an der alten soziaölistischen Traumvorstellung der Selbstversorgung.
Auch nur eine Art staatlicher Einfgriff, den ich ja ablehne.

Belegbar ist z.B., daß Baupläne und Patente für Fahrzeuge mit
Brennstoffzellenantrieb bereits in den 70ern von der Autolobby
aufgekauft und weggeschlossen worden sind, um den eigenen, ca.
10-15 Jährigen Entwicklungsvorlauf nicht wertlos zu stellen.
derer Beispiele gibt es viele.

Ich kenne derlei Verschwoerungstheorien auch, z.B. den
Nur-Kolben-linear-Schwingungsmotor, der viel effektiver als
die Rotationmotoren sein soll… Koenntest Du Dir nicht
vorstellen, dass damals und auch heute die Brennzellen viel zu
klobig und in der Herstellung gegenueber den Otto-Motoren viel
zu teuer gewesen sind?

Nur weil gar nicht erst entwickelt worden ist. Am Anfang ist ein Produkt immer nur eine Fiktion oder noch nicht marktreif u.s.w. Die Arbeit daran macht es dann brauchbar oder eben auch nicht.

So wie die Lithiumbatterien, die ja
auch viel Handarbeit erfordern und keine Chance haetten, wenn
herkoemmliche Batterien den selben Zweck erfuellen wuerden?

Möglicherweise.

D.h. dass in einer Konkurrenzsituation die Produktion
unrentabel gewesen waere? In der Marktwirtschaft wird, ohne
dass da boeser Wille dahinter steckt, nur das am meisten
profitable gemacht, nicht das technologisch oder sonstwie
sinnvolle.

Das stimmt bis zu einem gewissen Punkt in der Theorie.
In der Praxis haben wir viel Wirtschaft auf Basis des Allgemeinwohls wie Altenpflege, Müllbeseitigung u.s.w. die ohne Zwang wohl unrentabel wäre.

Nur kann ich das im Hinblick auf alternative Antriebsformen
(was ja wirklich etwas soanneder ist als Idrive…) nicht
erkennen. Mometan kommuniziert man im Autobereich Power, Speed
und Status.

Weil Marktwirtschaft einfach sein muss. Weil jeder
Marktteilnehmer, jeder Konsument, auch die, die nichtmal den
Hauptschulabschluss geschafft hat, die Marktregeln und das
Verhalten auf dem Markt verinnerlicht haben muss.

Da gehe ich mit.

Und das Prinzip ist einfach, dass die wichtigste Eigenschaft
einer Ware ihr Preis ist. Wenn vor dieser alles
ueberstrahlenden Zahl etwas anderes noch sichtbar sein will,
dann muss es ebenso einfach sein, ebenso als aussagekraeftige
Zahl darstellbar sein. Und Dein Tripel ist einfach: PS-Zahl,
Maximalgeschwindigkeit, Preis (plus Markenbewusstsein).

Gilt nur für einen bestimmten Kreis an Kunden, aber das ist graue Theorie.
Nur soviel: in meinem Segmant ist der Preis natürlich wichtig, jedoch vielleicht an 10. Stelle. Die wichtigste Eigenschaft eines Produktes ist sein Nutzen. Und beim Produktnutzen ist der Preis nur eine Komponente, nicht die allein bestimmende.

Verbrauch ist eine Prozessgroesse, fuer den Alltag viel zu
abstrakt, kompliziert (Buchfuehrung und, igitt,
Bruchrechnung). Umweltverhalten kann gar nicht am einzelnen
Auto festgemacht werden, interessiert ausser ein paar
„Spinnern“ beim Kauf gar keinen.

Neue Entwicklungen hält man zurück, bis man das Business mit
dem alten Mist den man hat gemacht hat.

Nein. Bis der neue Mist mindestens genauso rentabel produziert
werden kann, wie der alte. Wobei aber auch die Produktivitaet
der alten Produktion mit dem technologischen Fortschritt
steigt.

Gerade im Automobilsektor wurden doch Arbeitsplätze geschaffen.
Ich schätze, das Verhältnis Angestellte - produzierte Autos p.a. ist bei Ford in den letzten 70 Jahren deutlich gestiegen…
Produktivität bedeutet also nicht zwangsläufig auch Arbeitsplatzabbau.

Bei solchen Rationalisierungsmassnahmen werden
dann auch ab und zu ein paar Arbeitskraefte freigesetzt.

…und neue eingestellt, denn es geht heute weniger um
Rationalisierung, sondern um Qualitätssicherung und
-verbesserung.
Das schafft eher Arbeitsplätze als daß welche zerstört werden.

Und wenn die Qualitaetssicherung per Computer-Vision
effektiver, d.h. rationeller gemacht werden kann, dann
verschwinden auch hier Arbeitsplaetze. Die Qualitaetssicherung
tritt ja nur deshalb so in den Vordergrund, weil der Rest der
Produktion schon fast vollautomatisch erfolgt.

Das würde ich nicht unterschreiben.
Qualitätssicherung entstand wohl eher aus der dem Menschen innewohnenden Unzufriedenheit mit dem Vorhandenen und somit dem Zwang zur Optimierung.

Aber wie
gesagt, unter Konkurrenzbedingungen haengt der moegliche
Gewinn linear von der Anzahl der Arbeiter ab. Weniger
Arbeiter, weniger Gewinn, egal wie gross der Umsatz oder das
Produktionsvolumen ist.

Wie ich ja bereits anführte ist die große Entlassungswelle
wegen Automatisierung schon lange vorbei.

Und wo sind die vielen Entlassenen hin? Uebrigens gab es nach
911, genauer bei dem Boersencrash letzten Sommer, nochmal eine
groessere Entlassungswelle, Fusionen und Sanierung heisst
immer auch Entlassung mit geringerer Neueinstellung danach.
Nur dass heute meist nicht mehr rationalisiert, sondern der
Laden einfach dicht gemacht wird.

Das ist eine Phase.
Man sieht es in den USA: die Leute werden gegangen und amchen morgen völlig leidenschaftslos eben etwas anderes.
Neu Zweige, Erweiterungen u.s.w. geben das ja her.

Richtig, aber der Wohlstand, die Einkommen im Land steigen
doch!

Wo? Stagnation bzw. Rueckgang der Kaufkraft ist immer wieder
zu hoeren.

Wieso wächst dann der Tourismussektor, wieso gab es einen
stetigen Aufschwung von VW, Porschew, Audi, BMW und DC bis
2001 und wieso befinden sich BMW und Porsche nach wie vor im
Aufwind?

Wieviel Prozent der Weltbevoelkerung beteiligen sich am
Tourismus, d.h. verreisen?

Das ist zu weit gefasst. Wir müssen uns schon auf die Leute beschränke, die an dem Wirtschaftssystem, das wir hier diskutieren, auch teilnehmen.

Ausserdem wurde der Tourismussektor
durchrationalisiert, industrialisiert, so dass die Preise
sanken. Der Umsatz steigt, der Gewinn sinkt, auch fuer die
Urlaubsgebiete. Wer es sich leisten kann, wie Mallorca, wehrt
sich.

…und würde in Armut zurückverfallen.

Der Autosektor konnte sich noch ein Stueck weit nach Osten
erweitern (auch indirekt per "Schrott"export und Diebstahl),
ausserdem fanden Konzentrationen statt. Wer nicht waechst,
notfalls per Uebernahme der Konkurrenz, der verschwindet vom
Markt. Und diese ehemalige Konkurrenz ist dann eben weg, d.h.
maximal in Markennamen zu finden.

Zu einfach:
der Konzentration folgt im Beispiel Autosektor oftmals eine Kannibalisierung der hauseigenen Produkte, sh. VW und Audi, Ford und Range Rover.
Und trotzdem wächst der Sektor insgesamt noch, wenn auch nur schwach und mit gewaltigen Kosten.

Der Markt insgesamt stagniert oder wird kleiner, von den
realisierbaren Gewinnen ganz zu schweigen. Und Firmenbilanzen
werden mit allen rechtlich erlaubten Mitteln geschoent, z.B.
dass man Gewinne sofort angibt, Verluste in Bereichen
versteckt, die man ueber mehrere Jahre strecken kann.

Ich weiß natürlich nichts über die Ausnutzung bilanzrechtlicher Wahlmöglichkeiten bei BMW oder Porsche, dennoch sehe ich hier noch keinen massiven Abwärtstrend. Vielleicht könnte man die aktuelle Situation eher als „Zwang zur Konzentration auf die Kerneigenschaften und Werte“ des einzelnen Produktes Auto sehen.

Der Grund ist einfach: wir befinden uns am Anfang der Periode,
in der die Generation der Erben zuschlägt. Stagnierende
Nettoeinkommen interessieren einen 30-jährigenm mit zwei
vermieteten Immobilien nicht.

Wieviele 30-Jaehrige mit 2 vermieteten Immobilien gibt es?

Sehr viele. Wie gesagt: die Generation der Erben.

Wieviele Autos koennen die sich leisten? (Erinnert an eine
alte Billy-Wilder-Anekdote, wo 80mio Deutsche jeder auf dem
Dachboden… aber das fuehrt vom Thema weg)

…arfarfarf!
O.K., der war gut!

Jeder Deutsche hat, so glaube ich mich an eine Statistik aus 2000 zu erinnern, 1,8 Autos. Jeder Italiener 2,9.
Da ist noch Luft drin!

Also eine Bereinigung des Bestandes an AGs an den Börsen. Ganz
einfach.

Aber nicht in dem Sinne, dass veraltete Produktivmittel aus
der Produktion verschwinden, um neuen Platz zu machen (was auf
die Menschen bezogen barbarisch ist), d.h. dass alte
Produktivitaet neuer Platz macht.

Ich sehe momentan eher den Trend, daß neue Produktivität alter Platz macht…
Und das meine ich ernst.

Aber es gab keine Autos und keine Bananen…

Aber dafuer Diamant-Fahrraeder und Werder-Aepfel!

Ich vergaß: außerdem gab es keine Freiheit, daher auch keinen
wachsenden Tourismus-Sektor…

Natuerlich gab es Tourismus, wenn auch wie alles andere
eingeschraenkt und stark buerokratisiert. Und die Freiheit,
naja, die Illusion des freien Willens ist im voll
ausgebildeten Kap. naturgemaess staerker (s. Hobbes, Kant,
Hegel und -pfui- Marx).

Ist ncht alles was wir glauben zu erleben eine einzige Illusion?

Oder hast Du die reale Freiheit, Deinen Blutstrom anzuhalten,
den Berg zum Tal zu machen, allen Menschen dieser Welt Nahrung
zu geben?

Ich persönlich nicht, aber die Gemeinschaft, zu der ich gehöre, ja.

Eigeninitiative

Innerhalb der Grenzen des Systems.

Außerdem sind solöche Grenzen nötig. Ein grenzenloses System
muß zu Vernichtung und Chaos führen. Daher suchen wir eben die
maximale Freiheit innerhalb unserer selbst gesteckten Grenzen.

Willkommen in der Staats- und Rechtsphilosophie. Ein Herr
Hegel hat darueber ein ganzes Buch geschrieben.

Ich kenne Hegel.

Vor
Vernichtung und Chaos bei freiem Willen ohne Grenzen hat
vorher schon Hobbes im Leviathan gewarnt und de Sade hat dies
etwas moderner durchexerziert. Nachzulesen bei
Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklaerung, Exkurs II.

Das Setzen von Grenzen beruht auf reiner Willkuer, hat keine
irgendwie natuerlich-sittliche oder naturgesetzliche
Grundlage, so zumindest praezisierte Hegel Kant.

Ich sehe hier eher eine Konkretisierung der allgemein gewünschten Grundwerte als Regel.

Das sehe ich nicht ganz so positiv, denn ich denke eher, daß
die aktuelle Regierung überhaupt keine Position bezieht und
sich in Machtsicherungsmaßnahmen ergeht.

Sagen wir Notstandsverwaltung, ohne oeffentlich zuzugeben,
dass ein Notstand herrscht. Evtl. fehlt tatsaechlich das
Bewusstsein vom Ausmass der Krise.

Das fehlt sicherlich, denn man hält, wie unter Juristen (die uns ja verwalten) leider oftmals üblich, die eigene beschränkte Welt für das Nonplusultra.
Das macht diese Leute so gefährlich - mangelnder Wille zur Weitsicht…

Dies äußert sich v.a.
darin, daß jedem alles versprochen wurde und nun, wo Zahltag
ist, die Versprechen platzen und die Belastung der Bevölkerung
auf 120% dreht.

Sicher. Da aber die Bevoelkerung von der Wirtschaft ihr
Einkommen bezieht, und wo das nicht geht, vom Staat, und der
Staat all dies Geld ja auch wieder ausgibt, heisst das
schlicht und ergreifend, dass die Wirtschaft, nach ihren
eigenen Rentabilitaetskriterien, die Gesellschaft nicht mehr
„ernaehren“ kann.

Oder die Gesellschaft hat sich „unernährbar“ gemacht.

Die Loehne koennen nicht steigen, da dies
die Rentabilitaet der Wirtschaft unterwandert, genausowenig
koennen Steuern in groesserem Umfang erhoeht werden,
Infrastruktur und Sozialsysteme muessen aber trotzdem bezahlt
werden, da sonst Buergerkrieg und Barbarei droht. Ein
Teufelskreis… (Warum wurde TV-Kaiser abgesetzt? Zynischer
als H. Schmidt)

zu unbequem.

Aber wie steht es um das (persoenliche) Privateigentum an
Produktionsmitteln? Wem gehoeren die Maschinen bei Bosch, die
Reagenzbottiche bei Hoechst,… ? Wem gehoeren die
Aktienfonds, die in solche Unternehmen investieren?

Den Investoren. Und das ist mittelbar ja wieder der Bürger.
Kleinaktionär sein ist nach wie vor populär.

Dann besteht aber kein persoenliches Eigentum an den
Produktionmitteln, keine persoenliche Verfuegungsgewalt.

Warum nicht?

Unternehmen, etwa ab der Groesse die eine Sekraeterin fuer
Buchhaltung erfordert, sind automatisch schon
gesellschaftliche Institutionen, mithin das Firmeneigentum
gesellschaftliches Eigentum. Die Regeln der Firmenverwaltung,
die Rechtsverhaeltnisse in der Firma, die Trennung des
Firmeneigentums vom Investor, der nur noch einen formalen
Rechtstitel darauf besitzt (verstoesst er dagegen, gibt’s
Aerger mit dem Finanzamt), das alles ist gesellschaftlich,
d.h. staatlich geregelt. Wird der Investor in der Firma
taetig, d.h. ist er Unternehmer, dann erfolgt das hoechstens
in der Funktion des obersten Managers, er ist in seinem Tun
nicht nur sich selbst, sondern auch der Firma und der
Gesellschaft (mindestens in Form des Finanzamtes) Rechenschaft
pflichtig.

Korrekt. Dies wurde nötig, als zu Beginn des 20. Jhdts. das Unternehmertum die Arbeiter ausbeutete.
Heute ist das umgekehrt und es funktioniert auch nicht…

[Bomben usw.]

Da unsere Regierung beispielsweise im Namen des Sozialismus
agiert, relativiert sich das wieder.

Nein. Unsere Regierung handelt im Namen des Volkes, und dieses
Volk ist in einer demokratischen Marktwirtschaft organisiert,
was das sozial schon einschliesst.

Moment: wir schließen bei der Charakterisierung unseres marktwirtschaftlichen Systems den Begriff „sozial“ ein. „Sozialistische“ Staatsführung hingegen ist kein Zwang aus der Verfassung.

Im harmlosen
Fall fuehrt das zu den Illuminaten.

Gut gekontert!
Sagen wir es anders: Schröder, Scharping und Trittin sowie
auch Schily haben durch ihr Verhalten in den letzten Jahren
praktisch das Statement „L´état, cest moi" bzw. "Létat,
c´est nous“ gemacht.

Nein. Sie haben nur die Funktionen, die sie innehaben, perfekt
ausgefuellt. Der Medienkanzler als oberster Repraesentant, der
ueberkanterte Schily als Fortsetzung der Stammtischstimmung,
die auch Du ausgedrueckt hast, Trittin hat Interessenausgleich
betrieben bis zur Selbstverleugnung, Scharping wurde zwischen
Erhalt der Funktionsfaehigkeit der Bundeswehr und den knappen
Staatsfinanzen fast vollstaendig aufgerieben. Mein je, die
privaten Eskapaden. Stoff fuer eine Woche BILD.

Nein, für 3 Jahre…

Ich wehre mich gegen den Begriff „perfekt augefüllt“.
Das Verhalten der Protagonisten der aktuellen Regierung ist als zutiefst stümperhaft zu bewerten, auch wenn man zu den theoretischen Grundsätzen dieser Leute steht.

„Der Staat“ ist im gängigen Sprachgebrauch der Bevölkerung ein
Abstraktum, quasi eine Personifizierung „der oberen Leitung
des Landes“.

Abstrakt ja, aber als Verkoerperung des allgemeinen Willens,
der allgemeinen Vernunft der Gesellschaft.

Reine Theorie. Die Gesellschaft im allgemeinen fühlt nicht so.

Auch an diesem
Punkt war schon Kant angekommen, eigentlich schon Rousseau. Im
realen Leben muss diese Abstraktion von Menschen mit Leben
erfuellt werden, aber mit dem Zwang, sich im Rahmen der Logik
dieser Abstraktion zu bewegen.
Auch Du koenntest Dich in der Funktionaershierarchie einer
Partei nach oben arbeiten. Noetig sind nur der Wille und
einige Befaehigungen wie Kompromissfaehigkeit bis zum Rande
der Korruption, Rhetorik zur Darstellung der Kompromisse als
absolute und allen nuetzende Notwendigkeit, etwas
Ellenbogen,…

Ich habe das mal versucht, leider fehlt mir die „Kompromissfaehigkeit bis zum Rande der Korruption“.
Ferner lehne ich das System, so wie man es momentan versteht, ab.

Er vertritt das Gesetz, auch das Grundgesetz. Und
konterkarriert es wiederum, indem (wie ja auch in Einzelfällen
von der neutralen Kontrollinstanz Bundesverfassungsgericht
erkannt) er die Rechte und Bedürfnisse seiner Bürger (die ihn
ja eigentlich selbst ausmachen sollten) mißachtet.

Ja, denn die Politiker muessen in der sich staendig
veraendernden Gesellschaft nach immer neuem Ausgleich suchen.
Das erfolgt blind, muss blind erfolgen wie in einer Art
Brown’scher Bewegung, staendig angestossen von Lobbies und
Interessenvertetungen bis hin zu „Hydra“. Dieses
Trial-and-Error-Verfahren muss staendig korrigiert werden,
notfalls eben auch vom BVG.

Korrekt. Nur stellst sich die Frage, ob das so sein muß, oder ob nicht die Leitung des Systems durch den „starken Mann“ (nicht im braunen Kontext) in der aktuellen Phase der Gesellschaft angeraten wäre.

Missachtet werden auf lange Sicht nur Beduerfnisse von
Minderheiten. Verschaffe Deinen Beduerfnissen eine Mehrheit
und sie werden – im Rahmen des Systems, d.h. der waltenden
Sachzwaenge – bereitwillig beruecksichtigt. In NY wurden ganz
offiziell Standpunkte der Globalisierungskritiker diskutiert,
da diese eine hinreichend grosse Basis in der Bevoelkerung
nachweisen konnten (nicht sie, sondern Meinungsumfragen) bzw.
da diese kritischen Standpunkte auf inzwischen offensichtlich
systemgefaehrdende Tendenzen hinwiesen.

Wieso? Du kannst tun und lassen was Du willst. Du musst nur
genug Geld haben. Meistens musst Du nichtmal geltendes Recht
verbiegen. Wie Du an das Geld kommst, nun da kannst Du Dich
frei entfalten.

Beispielsweise kann ich mir nciht einfach ein Haus in den Wald
bauen.

Kauf den Wald, oder lass ihn zu Bauland erklaeren. Jedem
Investor mit genug Geld wird ein roter Teppich ausgerollt.
Rund um Athen und auf Korsika wird der Wald/das Buschland
einfach abgefackelt, um es danach mit "Wert"steigerung zu
Bauland zu erklaeren. Erwischt wird kaum jemand.

Ich kann nicht sagen, ich brauche dieses Jahr mein
ganzes Einkommen selbst, ich zahle erst nächstes Jahr wieder
Steuern.

Mit genug Einkommen kann ein guter Steuerberater die Zahlung
ans Finanzamt auf Null reduzieren.

Hierzu sind Investitionen nötig.
Einfach Bargeld verprassen geht nicht.

Wie steht es dann mit den Banken? Die machen Gewinn vom Zins
auf Kredite an Wirtschaft und Privatpersonen, auch ohne sich
abzurackern.

Sie tragen das Kreditrisiko…

Wie sieht das konkret aus? Haben Sie eine Riege Atlasse
engagiert?
Ausserdem traegt im Extremfall, falls das gegenseitige
Sicherungssystem versagt, der Staat das Risiko, wie in Japan
oder auch den USA, bzw. ganz aktuell in Argentinien.

Korrekt. Meine Aussage war auch ironisch gemeint.
Banken sind nötig, um Konsum anzuheizen und abgehalfterte Politiker aufzuheben.

Du bist frei, einen hoeheren Lohn auszuhandeln, so dass diese
Abgaben nicht mehr so druecken. Das ist eine Folge des
Systems, aber diese Folge hat keiner konstruiert, sie kann
also kein Fehler sein, es sei denn, man spricht auch von
Fehlern der Evolution…

Meine Freiheit, einen höhren Lohn auszuhandeln ist rein
theoretisch. Praktisch sollte eher abgewogen werden, welche
Löhne bezahlbar sind und was davon dem Allgeinwohl zur
Verfügung gestellt werden kann.

Du Sozialdemokrat Du!
Und wer hat zuletzt auf’s Allgemeinwohl geachtet, als es um
SEIN Geld ging?

Sorry, aber Du hast Dir selbt geantwortet.
Ich meine nach wie vor, daß die Verhandlungsfreiheit besteht, sie aber nicht genutzt wird. Denn eine wichtige Komponente bei der Gehaltsverhandlung ist die Leistung.

Das System funktioniert ganz einfach: Alles dreht sich ums
Geld; alles, was ist, ist durch das Geld; wer kein Geld hat,
ist Nichts; Geld ist an sich schon Kapital und muss daher
Gewinn bringen, also zu mehr Geld werden.

Richtig. Das System ist wachstumsbasiert.

Was aber, wenn es kein Wachstum mehr geben kann, wenn das
System selbst mit seiner ureigenen Dynamik sich eine Barriere
aufbaut? Weil diese Welt eben ganz materielle Grenzen hat, die
sich im System widerspiegeln?

Dann kippt es. Nur werden wir das nicht mehr erleben.
Die nächste Stufe wird erst einmal sein, sich dem Egoismus hinzugeben und immer mehr soziale „Errungenschaften“ abzubauen. Das muß so sein, denn man hat das System bis über die Grenze hinaus belastet, nun orientiert man sich wieder um und orientiert sich am letzten Quäntchen noch möglichen Wachstums.
Irgendwann in den nächsten 50 Jahren kippt das dann, es gibt Chaos, evtl. Krieg und schließlich eine Neuausrichtung.

Da das fast alle technischen Produkte sind und der
Batteriemarkt selbst schon dreistellige Milliardenbeträge
erwirtschaftet

Aehm, ist das Umsatz oder Gewinn/Profit?

Ich interessiere mich nur für Gewinne…

Wie erklärst Du Dir dann die Situation bei BMW, Porsche und
teilweise VW?

Konzentration, Wachstum auf Kosten anderer Marktteilnehmer.
Das ist an sich nicht schlimm, aber bedenklich, wenn es die
einzige Wachstumsquelle ist.

Es handelt sich hier nicht um eine reine Umverteilung. Von wo aus wird denn auf Porsche umverteilt, wenn auch Ferrari, Maserati und Jaguar wachsen? Von VW?

die Belastung der Krankenkassen

Wie sieht es denn in F aus?

Das Gesundheitssystem wird massiv staatlich subventioniert.
Wobei ich die konkrete Abrechnung, die jeder Patient in die
Hand bekommt, zur Kostenkontrolle besser als das hiesige
Wischiwaschi finde.

Die USA, sofern die Grundversorgung in den
Uni-Krankenhaeusern als Krankenkassenersatz herangezogen wird.

Eine full-size Versicherung in den USA kosten 120 USD.

Kann sich trotzdem nicht jeder leisten. Gerade in den
Armenvierteln sind die Leute auf diese erweiterte
Notversorgung angewiesen. Und da diese zuviel Geld kostet,
wird sie langsam abgebaut. Die Konsequenzen wurden kurz mal
waehrend der Anthrax-Hysterie wahrgenommen (mangelhafte
Seuchenueberwachung)

So wird das bei uns auch kommen.
Zwei-Klassen-Medizin, Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Haben wir alles schon. Nur wirkt es sich noch(!) nicht allzu massiv aus.

In der 3. Welt gibt es kein oeffentliches, gemeinschaftlich
getragenes Gesundheitswesen, bzw. die Rudimente davon wurden
auf Anraten der Weltbank abgeschafft.

Bei einer Aidsrate von bis zu 90% macht das auch keinen Sinn.

Da bist Du zuviel Propaganda aufgesessen. Haupttodesursache
sind immer noch die klassischen Seuchen wie Malaria, TB und
Unterernaehrung/Buergerkriege.

Weil Aids noch zu jung ist. In 20 Jahren ist Aids die Nr. 1.

Und selbst wenn man diese
Hochrechnungen ernst nimmt, dann sind es die vermuteten
HIV-Infektionen, nicht der Anteil Immunschwacher an den Toten.
Offiziell wurden aus Afrika bisher insgesamt etwa 800.000 Tote
mit AIDS-Klassifizierung gemeldet, eine aussagekraeftige
HIV-Statistik gibt es nicht, alles andere sind Horrormeldungen
und Spekulationen.

Die 90% kommen aus bestimmten Gegenden in Südafrika.

Und es macht Sinn, ein gebrochenes Bein unter sterilen
Umstaenden zu schienen, Malaria mit Medikamenten zu behandeln,
die Hygiene so zu heben, dass Cholera und Typhus der
Vergangenheit angehoeren. Aber das kostet alles Geld, welches
immer weniger zur Verfuegung steht.

Klar. Das System polarisiert sich zunächt. Wie ich es oben für Deutschland intern beschrieben habe, so gilt das natürlich umso mehr für die Außenbeziehungen.
Warum Konkurrenz züchten?

Daher muß das System, so wie wir es kennen, irgendwann kippen.

Der Markt explodiert quasi.

Aber nur quasi, also nicht genug.

Wann ist „genug“?

Wenn es nicht mehr „quasi“ ist?

Dann ist noch Luft drin, richtig?

Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Eigentlich ist es
fast unmoeglich geworden, sich eine andere stabile Kombination
von Staat und Wirtschaft unter Beibehaltung des herrschenden
Lebensstandards vorzustellen.

Das liegt nur daran, daß man sich auf das aktuelle System
geeinigt hat.

Niemand hat sich geeinigt. Es war eine blutige blinde Suche
mit Jakobinerterror, Cromwell nicht zu vergessen, den
napoleonischen Kriegen, den Anwandlungen des deutschen
Maerzes, verschiedenen Anlaeufen von Populismus bis hin zum
Faschismus und dessen Steigerungen, die Grausamkeiten der
sozialistische Revolutionen und der vulgaersozialistischen
Bewegungen…
Es blieb einfach nichts anderes uebrig.

Also eine Art Einigung, oder nicht?

Das könnte theoretisch auch anders aussehen und
unsere Staatstheorie, auf die sich ja unsere Demokratie
stützt, geht eindeutig von einer sozialen Ausrichtung der
Marktwirtschaft aus.

Womit sie den Ist-Zustand beschreibt und ihm ein theoretisches
Maentelchen strickt.

Also trotz Wachstumsorientierung nicht
von reinem Kapitalismus.

Den gab es nie und kann es nur kurz vor einem Buergerkrieg
geben. Denn der reine Kapitalismus ist der Zustand
anarchischer Barbarei, der Krieg jeder gegen jeden.

Das Parlament ist gewaehlt, die Regierung wird vom Parlament
bestimmt. Aber das sind Feinheiten, die auch anders geloest
werden koennten, die aber mit ihrer Klarheit das System
stabilisieren.

Welche Lösung wäre günstiger?

Wieso guenstiger? Die anderen Systeme, wie das
US-amerikanische, sind einfach nur anders.

Doch, man schützte Italien. Der Krieg war ein
Unsicherheitsfaktor. Eher natürlich bevölkerungspolitisch als
außenpolitisch, aber die Bedrohung war vorhanden.

Womit Du Dir selbst widersprichst. Es erfolgte kein Angriff
von aussen, man wollte nur die Krise draussen halten,
uebrigens nicht nur in Italien, Hauptmigrationsziel ist immer
noch D. Man hat also selbst angegriffen (wogegen sich Herr M.
uebrigens voellig zu Recht verteidigen durfte), wie immer man
das jetzt rhetorisch umbenennt.

Es muß hier diskutiert werden, was eigentlich ein „Angriff“ ist und wie weit „Verteidigung“ gehen darf.
Das steht auf einem anderen Blatt.

Mit der Schwaechung der Polaritaet von Innen und Aussen in der
Politik ist auch der Begriff der Landesverteidigung etwas
schwammig geworden, wie es an der schwammigen Diskussion um
Bundeswehr und Wehrpflicht zu sehen ist, und auch an der
Diskussion um die Rolle der Nato.

Das findet seine Begründung in der langen Friedensphase,
welche das Interesse der Wähler an militärischen Themen
schrumpfen lässt.

Warum diese laengere Friedensphase (zwischen den
Industrienationen, Kriege gab es genug)? Eben weil die
Polaritaet von Innen und Aussen nicht mehr stark genug ist,
kriegerische Auseinandersetzungen zu befoerdern. Und daran ist
die Vernetzung der Wirtschaften ueber nationale Grenzen hinweg
„schuld“ (ohne dass das zu einer Weltnation fuehrt).

Ich denke der Krieg wird nur auf anderer Ebene geführt. Beispielsweise ist ein wichtiger Grund für die Mitgliedschaft Frankreichs in der europäischen Währungsunion die Abschaffung der D-Mark.

Eine ordentliche Auseinandersetzung und das Blatt wendet sich.
In den USA ist es bereits soweit, daß der ohnehin schon
umfangreiche Militäretat nun nicht mehr verringert bzw. eine
Ausweitung nicht mehr kritisiert werden kann, ohne als
Landesverräter dazustehen.

Oekonomisch ist das Keynes in Reinstkultur. Nur dass keine
Pyramiden auf Staatskredit gebaut werden, sondern es wird eben
modernstes Toetungswerkzeug aufgehaeuft, natuerlich auf dem
letzen Stand der Produktivitaet. Und was ist an diesem
Minimalsteinsatz (aus US-amerikanischer Sicht) „ordentlich“?

Die Unterstützung des eigenen Systems.
Auch wenn es ein zweifelhaftes System ist.

Nein, sie sichert sie. Vorausgesetzt ist aber ein gemeinsames
Wertesystem von Staatlicher Führung, wirtschaftlicher Führung
und Bevölkerung.

Eben. Nur dann muss man sich fragen, was dieses gemeinsame
"Werte"system jeden Tag neu erzeugt. Es ist ja nichts real
materielles, real ist es nur als eine allen gemeinsame
Fiktion, als massenhafte Wahnvorstellung. Und wenn die
Grundlagen der materiellen Reproduktion gestoert sind, dann
schlaegt es sich auch auf diese fragile ideelle Konstruktion
durch.

…wie wir es ja momentan bereits in HH betrachten dürfen.

Und genau daran hängt es bei uns. Die USA sind hier m.E.
weiter, denn sie fröhnen voll und ganz dem Leistungsprinzip
als gemeinschaftlichem Wert.

Mit allen barbarischen Konsequenzen. Oder wie bezeichnest Du
einen Zustand, der ueberfuellte Gefaengnisse produziert.

Ein solches System polarisiert zwangsläufig und einige kippen vom Rand.
Das ist nicht perfekt, ich persönlich jedoch bevorzuge ein derart starkes System, denn es wird am längstean von allen westlichen Systemen halten.
Das ist also reiner Selbstschutz.

Natürlich ist dies auch wieder ein Schritt hin zum
Kapitalismus, aber eben auch ein Schritt hin zur Sicherung
menschenwürdiger Lebensverhältnisse für die Mehrzahl einer
wachsenden Bevölkerung.

Wenn man die Lebensbedingungen des „white trash“ als
menschenwuerdig bezeichnen will…

Das ist Definitionssache. Im Vergleich zu einer namibischen Witwe sind sie es sicherlich.

Da hier die Bevölkerungszahl sinkt, würde das wohl noch besser
funktionieren.

Im Gegenteil. Schrumpfende Maerkte sind extrem unattraktiv.

Das ist die Crux: weniger Leute mit mehr Geld führen zu wachsenden Märkten. Wir erleben gerade den Beweis dafür.

Grüße,

Mathias

Hi,

ich begleite Dich weiter auf Deinem Weg zum Kommunismus:wink: und drehe Dir dafuer weiterhin jedes Wort im Munde um. (ebenfalls:wink:

Sony, Time Warner, Siemens, Toshiba

sind schon voll ausgeruestet mit Kapital.
Gewinnen oberhalb 13%

Was bei kurzfristigen Investitionen mit 13% + Renditen
herauskam, ist bekannt. Ich denke langfristig und investiere
in mich selbt. Das ist immer noch die beste Methode und die
jenige welche am meisten Arbeitsplätze schafft. 100% Plus in 4
Jahren.

Die hoechste mittelfristige Rendite setzt die Norm. Auch wenn das „mittelfristig“ sich spaeter als Illusion herausstellt. (Leute mit Augen im Kopf haben die Illusion auch vorher zumindest geahnt.)
Und wenn man es schafft, kurzfristig die absolute Gier abzuschalten, dann spielt man nicht Lotto und macht nicht den jeweils gerade aktuellen Boersenhype mit, wie Du ja auch sagst. Und wenn man Deinen apokalyptischen Visionen weiter unten folgt: Den, der nuetzlich ist, laesst man vielleicht etwas laenger leben.

Von allen dreien hoere ich in letzter Zeit immer von
Problemen, Arbeitsplatzabbau…

Das ist nicht wichtig. Interessant sind die KMUs, die daran
hängen. Sie bieten über 60% der deutschen Arbeitsplätze und
schaffen weitere.

Und leiden bei den Problemen mit. Kann ja sein, dass die Medien, aus denen ich mein Weltbild diesbezueglich hauptsaechlich beziehe, die Katastrophen staerker betonen als die Erfolge. Aber die Assoziationen, die ich bei KMU’s habe, sind beschleunigtes Unternehmenssterben, Outsourcing und Scheinselbstaendigkeit, sowie schlechte Zahlungsmoral (unter der diese KMU leiden). Alles keine Gruende fuer Wirtschaftswachstum.

Wie das? Ich meinte die EU als Ganzes.

Ich nicht. Es gibt keine „EU als ganzes“.

Doch. So wie sie in Bruessel/Strassbourg verwaltet wird. Es gibt keine wirtschaftlichen Grenzen, nur „Stand|dort“-Unterschiede.

Es gibt eine Häufung von Einzelinteressen, die hier oft genug
kollidieren.

Interessenausgleich, um das Ganze zusammenzuhalten. Dazu muessen aber erstmal diese Interessen in aller Deutlichkeit formuliert und vertreten werden.

An der EU ernsthaft interessiert, d.h. mit allen Konsequenzen,
ist wohl nur Deutschland (und hier auch nur die Politik).

Und Frankreich, da sonst durch fehlende Agrarsubventionen ein Bauernaufstand droht, und… und nicht zu vergessen die Kandidaten wie die Tuerkei, die ganz scharf darauf sind, in die EU zu kommen. Und was ist die EU anderes, als Politik?

USA und Japan

Das mag fuer die Aussenpolitik und kulturelle Traditionen
gelten. Die Wirtschaften und Finanzsysteme sind inzwischen eng
verwoben.

Das gilt für die Wirtschaft auf der ganzen Welt.

Man merke sich diesen Satz.

Der große
Schritt wurde diesbtg. schon 1960 getan.

Die Steuerung durch Mikroprozessoren war nur ein kleiner
Schritt? Oder fand der Uebergang von eletromechanischer zu
mikroelektronischer Steuerung schon in den 60ern statt?

Dieser Schritt war arbeitplatztechnisch nicht mehr wichtig.
Die 80er brachten uns schon die ersten Ansätze des wirklichen
Problems: staatliche Lenkungsversuche über die Steuerpolitik.

Sagen wir so: Die Wirtschaftskrise, d.h. Stagnation in der realen, nicht der technologischen, Produktivkraftentwicklung, trat in den 80ern erstmals so massiv zu Tage, dass sich der Staat zum Eingreifen genoetigt sah. Sowohl Reagan als auch Thatcher (und wohl auch der Dicke) waren urspruenglich fuer den freien Markt, d.h. Deregulierung, Privatisierung, Buerokratieabbau. Was am Ende rauskam, die Politik der Sachzwaenge, dass die alles andere als „liberal“ ist, sehen wir ja. Nur wenn das nicht in einem abgelegenen kleinen Gebirgsstaat, sondern in den Wirtschaftszentren der Welt geschieht, dann sollte man doch etwas systematischere, systeminterne Gruende suchen, anstatt ueberall nur persoenliche Willkuer zu sehen.

Sicher. Evtl. reden wir hier aneinander vorbei. Ich meinte den
Alltag des „Durchschnitts“, d.h. die Befriedigung der
biologischen Beduerfnisse. Dieser ist IMO fast vollstaendig
durchkommerzialisiert.

Ich habe das für alltägliche Produkte widerlegt.
Rein biologische Bedürfnisse sind schon seit dem 15.
Jahrhundert „durchkommerzialisiert“. Es kamen eigentlich nur
die Tiefkühlpizza und das Wasserklosett hinzu.

Und die chipgesteuerte Waschmaschine, der Geschirrspueler, Videorekorder, Digitalradio (Information), MobilePhone(Kommunikation), Auto(Transport), Computer(Spiel und Freizeit),…

Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen benutzt Du Produkte, die Du fertig oder fast fertig gekauft hast. Der von Mutti gestrickte Pullover, selbstgesaegte Moebel, selbstgehaekelte Deckchen/Topflappen sind nur noch seltene Ausnahmen, selbst der Bauer kauft sein Brot im Laden.

Das ist der letztendliche Markt, auf den sich alle Produktion bezieht. Jede Expansion, die nicht nur Verdraengung ist, auch in den Investitionsguetern, basiert letztlich auf einer Expansion dieses Marktes.

Ich behaupte ja nicht, dass der technologische
Fortschritt aufhoert. „Nur“, dass er mit der Zeit immer
weniger rentabel ist.

Das liegt in der Natur einer auf (technologischem) Wachstum
basierenden Welt.

Ich vermute wir sind uns hier prinzipiell einig, was die
theoretisch mögliche Sättigung betrifft. Nur streiten wir uns
noch darüber, wo auf dem Zeitstrahl sich unser System momentan
befindet.

Zustimmung.
Nach saemtlichen klassischen Nationaloekonomen, nicht nur nach Marx, ist eine Finanzblase die Folge einer Saettigungskrise. Nun gucke man nach, wann die jetzige Finanzblase begann,… Natuerlich ist es rein theoretisch noch moeglich, dass sich wider Erwarten ein absolut neuer Markt mit zugehoeriger (Kolonialisierung) bzw. gleichzeitig erzeugter (Wirtschaftswunder) Finanzkraft auftut. Zur Zeit ist dieser nicht in Sicht.

Zu pauschal.
In meinem Kollegen- und Bekanntenkreis wird viel gelesen und
auch darüber diskutiert.

Gilt das auch fuer den typischen Couch-Potato, dessen
geistiger Horizont die Bundesliga und die Lottozahlen sind?

Auch solche Leute lesen.

Und BILDen sich eine Meinung. Warum wohl wurde der H.Potter-Hype so ueber den gruenen Klee gelobt? Doch nur, weil ansonsten Literatur zum Fremdwort geworden war.

Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Das gilt nur bei 100% Investition des Gehaltes.

Die Ueberschuldung der
Privathaushalte nimmt auch in D zu.

…was keinen davon abhält, wie blöd Geld auszugeben.

Aber das streckt den Kollaps nur, haelt ihn nicht auf. Dass bei 2,5 Geld Zinszahlung 6-7 Geld Neuschulden gemacht werden koennen, geht nur beim Staat, in diesem Fall dem Land Berlin. (Geld=Milliarden Euro)

Ich durfte das erst gestern wieder auf dem Heimweg vom Büro
auf der A99 beobachten…
Hier wird gerade der Innovationsgrad des österreichischen
Gesamttourismus-Konzeptes getstet. Auch hier ist
offensichtlich noch ungeahntes Wachstumspotential.

War das jetzt ironisch? Ich hab’s nicht so mit den Interna des Ski-Tourismus.

Transportkosten u.ä.

Sind aber innerhalb Europas meist
zu vernachlaessigen.

Falsch. Sie steigen massiv, auch aufgrund verfehlter
Steuerpolitik.

Aber nicht stark genug, um den Verkehr auf die Schiene zu
bringen. (Man erinnere sich an 5DM pro Liter)

Ich kann das aus persönlicher Sicht nur unterstützen, denn
dann ist endlich Ruhe auf der Autobahn und ich kann iweder
gemütlich Freitag nachmittag an den Gardasee fahren.

Sagte der Egomane.

Gesamtwirtschaftlich gesehen wäre ein solcher Alleingang
Deutschlandsa allerdings der Tod der inländischen Wirtschaft.

Das gilt in aller Wahrscheinlichkeit auch, wenn solche Massnahmen weltweit durchgesetzt wuerden. Die Profitrate sinkt nicht nur relativ unter die Rentabilitaet (die durch die Konkurrenz gegeben ist), sondern auch absolut (wo die Schranke wegen der Zinsen ueber Null liegt).

Aber zunehmend weniger. Man denke an Profit-Center, Lean
Management, gleitende Arbeitszeit, der ganze Zauber des
Controling, der jeden Einzelnen an der Verwaltung des
Arbeitsprozesses beteiligt. Das ist noch nicht die Norm, aber
die Tendenz, d.h. das was als „modern“ gilt. Auf keinen Fall
ist das klassische Industriproduktion, wo man notfalls die
gesamte Belegschaft kurzfristig austauschen konnte
(„Streikbrecher“).

Das stimmt. Allerdings sind beide zugrundegelegte Modelle
unvorteilhaft. Manchester-Kapitalismus sowie Sozialismus haben
m.E. in einer Wirklich(!) modernen Arbeitswelt nichts zu
suchen.

Beide wurden von der Realitaet „entwirklicht“. Sie sind also nicht mal mehr Denkmodelle.

Und wir arbeiten mit einem Verhältnis Akademiker - sonstige
von ca. 20 - 80.

Eben. Ein Akademiker ist kein einfacher Arbeiter, er ist nicht
einfach auf dem Arbeitsmarkt durch einen beliebigen anderen
ersetzbar.

Es sind jedoch nur 20% Akademiker, wie gesagt.

Dass Du hier „nur“ schreiben kannst, ist eine sehr moderne Entwicklung.

Und gerade die halte ich bei uns für eher ersetzbar als einen
Top-Gruppenleiter in der Produktion.

Aehm… Wieder ein Missverstaendnis. Ich meinte mit „Akademiker“ eigentlich nicht jemanden, der „nur“ an der Uni seine Berufsausbildung erlitten hat, sondern der einen Hauch kritisches Denken mitbekommen hat, was allgemein als Kreativitaet bezeichnet wird, d.h. das Hinausgehen ueber die Affirmation des Bestehenden. Ueblicherweise in der Forschung zu finden, aber zeitweise auch in einem „Top-Gruppenleiter“.

Controller arbeiten doch nach standardisierten Zahlenwerken.

Wenn sich ihre Taetigkeit darauf beschraenkt, dann fallen sie unter das Bild des klassischen Industriearbeiters mit Berufsausbildung. Ein „Akademiker“ waere einer, fuer den die Controlling-Werkzeuge wirklich nur Werkzeuge sind, mit denen er kreativ z.B. ein Gesamtmodell des Unternehmens und seiner (relativen) Stellung im Wirtschaftsgeflecht schafft, welches wirklich neue, profitwirksame Erkenntnisse liefert.

Ein neuer findet sich in den Job des alten in 4 Wochen hinein.

Der oben beschriebene „Akademiker“ mit seinem Gesamtbild des Unternehmens waere nicht so leicht zu ersetzen.

In der spezialisierten Produktion sieht das schon anders aus.

Nur die wirklichen Lenker sind schwer ersetzbar. Aber auch das
geht mit einem gewissen Vorlauf.

Meine Rede. Man findet sie eben nicht fertig auf dem Arbeitsmarkt vor, und wenn man es per Stellenanzeige versuchte, dann ist das reale „Marktangebot“ so klein (also ohne die, die sich „pro forma“ bewerben), dass es eigentlich eine Karikatur des Marktbegriffes ist.

Umgekehrt wird auch das
Unternehmen von seinen Arbeitern und Angestellten mit ihren
persoenlichen Faehigkeiten so stark abhaengig, dass es auf dem
Arbeitsmarkt immer weniger adequaten Ersatz findet, d.h. die
Beziehung beider laesst sich nur noch schwer
marktwirtschaftlich als Tausch Arbeitskraft gegen Lohn
darstellen,

==>

der Arbeitsvertrag als Ausdruck dieser
Marktbeziehung verliert an Sinn bzw. wird bis ins unleserliche
ueberfrachtet.

Der Rest ist fast normale industrielle Arbeit.

Prozess der Entwicklung, der sich von der „normalen
industriellen Arbeit“ wegbewegt.

…wie gesagt: seit Jahrzehnten bereits.

Und wie gesagt, die jetzige Krise besteht ja auch schon ein paar Jaehrchen.

In der Praxis sind kleine aber feine Firmen, die von F&E bis
zur Produktion alles leisten können die Zukunft.

F&E (nicht Design) koennen sich nicht mal die grossen mehr
leisten.

Kann ich so nur teilweise bestätigen. Ich sehe viel F&E bei
Unternehmen.

Womit man beim Henne-Ei-Problem der Abgrenzung von Forschung und Ingenieurskunst waere. Grundlagenforschung zumindest findet fast gar nicht mehr statt (kaum in der Industrie, und zunehmend weniger in der institutionellen Forschung).

Nix gegen Deine Vision (in der die „normale industrielle
Fertigung“ ja auch nur eine Nebenrolle einnnimmt), der
technologische Trend geht dahin, nur funktioniert das in einer
Marktwirtschaft, in der alles ausschliesslich am
Geld/Profit/ShareholderValue gemessen wird?

Offensichtlich ja.
Ich verweise hier mal auf die Tigerstaaten, um einen neuen
Denkanstoß zu geben.

Das ist aber traditionelle industrielle Fliessbandproduktion. Und derzeit auch in der Krise, nicht nur wegen der Spekulationswelle, sondern auch weil man jetzt massiv in die Infrastruktur investieren muesste. Und welchen Anteil haben diese Tigerstaaten an der Weltproduktion, bzw. an der Bevoelkerung Asiens?

Hier erfährt man einen unsäglichen Boom, da man sich auf KMUs
stützen muß.
Und dies mittlerweile bei akzeptablen sozialen Bedingungen.

In den Tigerstaaten, vielleicht. Aber nicht in der Masse Asiens, die ja den Markt fuer sie darstellt.

Das Bewußtsein, das beste kaufen zu wollen ist definitiv keine
15 Jahre alt.

Sag ich doch. Ist wesentlich aelter, aber damals auf weniger
Produkte, wie Kleidung, Nahrungsmittel, Wohnraum bezogen
gewesen.

Ich meinte mit „keine 15 Jahre alt“, daß die Entwicklung nicht
älter als 15 Jahr ist.

Das war mir durchaus bewusst. Nur: Wo auf dem Markt eine Auswahl herrscht, und der Markt ueber die Garantiekriterien (und sei es nur der Markenname) informiert ist, galt dies schon immer (in der Marktwirtschaft; z.B. ein Zuendnadelgewehr ist besser als ein Vorderlader).

Das ist ganz einfache Marketing-Forschung.

Sorry wenn das zu nahe geht, aber diese Art der „Forschung“
liegt bei mir dicht an der Astrologie.

Deine Meinung in allen Ehren, allerdings würde ich gerne ein
paar Belege für diese Einschätzung sehen.
Marketingforschung ist eine nüchterne, belegbare Wissenschaft.
Absolut nachvollziehbar.

Das sagen viele von der Astrologie auch. Und wo sie die Psychologie beruehrt (Leute verhalten sich nach ihrem Sternzeichen, einige Konsequenzen sind vorhersagbar, einiges ist allgemein gueltig) ist das auch nuechtern nachvollziehbar. In diesem Sinne ist der Vergleich nicht nur negativ gemeint.

Marktforschung, die sich auch mit den Grundlagen dessen, wer
oder was der Markt eigentlich ist, befasst, muesste sofort bei
den alten Nationaloekonomen (Hobbes, Smith, Ricardo)
anschliessen, und dann konsequenterweise zu den Individuen des
Marktes kommen, wie es Kant und Hegel taten, und Gott bewahre
sich auch noch mit Marx (als Hegelianer) beschaeftigen.

„Marktforschung“ und „Marketingforschung“ sind zwei
verschiedene Begriffe.

Warum? Was macht den Unterschied aus? Macht Markteingforschung auch Forschung ueber „Marketingforschung“? Warum hat sich die Philosophie so sehr aufgesplittet?

Gluecklicherweise bietet die VWL eine alltagstaugliche
religieus–dogmatische Grundlage fuer den allgemeinen Glauben
ans Geld, so dass man solche metaphysische Spekulation links
liegen lassen kann.

Gut gesagt.
Wie würdest Du das durchbrechen? Wie wäre die Versorgung
aller, auch unter Berücksichtigung des erwiesenermaßen
unzerstörbaren Drangs nach Individualität der Menschen, Deiner
Ansicht nach ohne Profitstreben möglich?

Gar nicht. Denn Individualitaet, so wie wir sie verstehen, als Entfaltung der persoenlichen Freiheit, ist direkt mit Profitstreben, dem kategorischen Imperativ des freien Willens, verbunden, fast identisch.

Und wenn man
billiger als die Konkurrenz produzieren kann, dann wird das
zum MUSS.

…und genau hier liegt die Chance. Technologischer Vorsprung
und die Konzentration auf neue Märkte,

Zum x-ten Male: Technologischer Vorsprung heisst Erhoehung der
Produktivitaet, heisst mehr Produktion mit weniger Arbeitern.

Nein.

Was ist technologische Entwicklung, technologischer Vorsprung sonst? Und wenn Material gespart wird, wenn Material billiger wird, dann hat Dein Lieferant eben fuer Deine Produktion des gleichen Produkts billiger, mit weniger Arbeitskraeften produziert. Wenn wir ueber die Krise des Gesamtsystems reden, dann muessen wir auch das Gesamtsystem betrachten.

Alles, was den Materialkosten an „Wert“ zugesetzt ist, ist im
langfristigen Mittel proportional zur menschlichen
Arbeitszeit,

Dies gilt nur für eine statische Situation bei den verfügbaren
Produkten.
Und genau das haben wir ja nicht.

An dieser einfachen Wahrheit ist die Theorie des (Klassenkampf-)Marxismus gescheitert. Es ist eine theoretische Deduktion, die sich mit Nichtmessbarem beschaeftigt und daher nicht messbar ist. Nur welches andere allgemeine Vergleichskriterium fuer die Waren verschiedenster Art als die aufgewandte menschliche Arbeitskraft gibt es sonst? Und das Wesen des Marktes, der Warenwirtschaft ist es, alle Produkte (und auch alle Menschen) gleichzumachen, vergleichbar zu machen. Daher der langfristige Trend, der sich empirisch nur sehr selten in Reinkultur feststellen laesst, weil sich die Empirie zu oft andert. Will man diese Anderungen real herauskuerzen, die Produktentwicklung ueber solche Aenderungen fortsetzen, verlassen wir die Marktwirtschaft, da wir nicht mehr blind gegen den Produktionprozess als Ganzes waeren, mithin der Markt ueberfluessig wuerde.

Wenn nicht in gleichem Umfange neue Marktsegmente hinzukommen,
die entsprechend viel Arbeitskraft „aufsaugen“, dann sinkt
auch auf dem gesamten Markt die Profitmasse, bis der gesamte
Wirtschaftsapparat (in evtl. gar nicht ferner Zukunft)
unrentabel wird.

Du setzt eine konstante Entwicklung „Limes gegen 100%“
Automatisierung voraus.

Nicht die Entwicklung, aber den Zwang in diese Richtung.

Der Automatisierungstrend ist ausgelebt, es entwickeln sich
neue Segmente und in den alten Segmenten ist noch Potential.

Nein. Die Automatisierung ist alltaeglich geworden und damit in den Hintergrund der Wahrnehmung getreten, der Trend besteht fort.

Was die Schaffung neuer Arbeitsplätze verhindert ist nur die
Investitionshemmung durch zu starke staatliche Eingriffe.

Weil die Deregulierung gescheitert ist, genauso wie die Re-Etablierung staatlicher Steuerung (Subventionen, Standortfoerderung, …) gescheitert ist.
Jegliches „Nachgeben“ fuehrt zur Gefahr des Zerreissens der Gesellschaft. Dass die Hemmung gegen den kategorischen Imperativ laeuft, erzeugt die von Dir beschriebenen Spannungen.

Wird ein Segment unrentabel, dann findet auf diesem Segment gar
keine Produktion mehr statt. ueberlebenswichtig ==>
subvention, und zwar dauerhaft. Steinkohle und Landwirtschaft

Richtig.
Das liegt an der alten soziaölistischen Traumvorstellung der
Selbstversorgung.

Diese ist nicht sozialistisch, sondern aus Kriegsnotwendigkeiten geboren. Und der Nationalstaat besteht aus der Notwendigkeit, schnell auf Kriegswirtschaft umstellen zu koennen. (Manche sagen, dass insbesondere die USA diesen Zustand seit WK II nicht mehr verlassen haben.)

Auch nur eine Art staatlicher Einfgriff, den ich ja ablehne.

Also gar keine Landwirtschaft, oder nur noch Oekologische Luxusproduktion, die sich nur wenige leisten koennen.

Nur weil gar nicht erst entwickelt worden ist. Am Anfang ist
ein Produkt immer nur eine Fiktion oder noch nicht marktreif
u.s.w. Die Arbeit daran macht es dann brauchbar oder eben auch
nicht.

Also, an Brennzellen wird nicht geforscht? Diese Technologie wird so unter Verschluss gehalten, dass man von ihr oder den moeglichen Anwendungen gar nichts weiss, ihre Brauchbarkeit gar nicht einschaetzen kann?

D.h. dass in einer Konkurrenzsituation die Produktion
unrentabel gewesen waere? In der Marktwirtschaft wird, ohne
dass da boeser Wille dahinter steckt, nur das am meisten
profitable gemacht, nicht das technologisch oder sonstwie
sinnvolle.

Das stimmt bis zu einem gewissen Punkt in der Theorie.

Also erstmal Zustimmung.

In der Praxis haben wir viel Wirtschaft auf Basis des
Allgemeinwohls wie Altenpflege, Müllbeseitigung u.s.w. die
ohne Zwang wohl unrentabel wäre.

Erstens zaehlt das Allgemeinwohl nicht zum Markt, sondern zur gesellschaftlichen Reparatur der Marktfolgen. Und auch in der Altenpflege ist der billigste am erfolgreichsten, diese Misere wird oefter mal dokumentiert. In der Muellbeseitigung sowieso, wie diverse (Sonder-)Muellskandale immer wieder verdeutlichen.
Die gesellschaftliche Notwendigkeit schafft eine Nachfrage. Kann diese rentabel erfuellt werden, dann wird sie privatwirtschaftlich befriedigt, mit allen Nachteilen des Marktes (Profit vor Qualitaet) oder sie muss durch staatliche Institutionen geleistet werden, was ihnen den Ruf eintraegt, unrentabel zu sein. Was ja auch stimmt. Sie liegen unter der Rentabilitaetschwelle, ab der der Markt erst ein Angebot (bei etwa gleicher Qualitaet) liefern kann.

Weil Marktwirtschaft einfach sein muss. Weil jeder
Marktteilnehmer, jeder Konsument, auch die, die nichtmal den
Hauptschulabschluss geschafft hat, die Marktregeln und das
Verhalten auf dem Markt verinnerlicht haben muss.

Da gehe ich mit.

Mal sehn, wie weit. Diese Prinzipien werden, mehr oder weniger gewaltsam, schon ab dem Saeuglingsalter antrainiert. Die ganzen Spielchen mit „Dein“ und „Mein“, bis zu der Schippe, mit der die eigenen Sandfoermchen verteidigt werden (dann ist dieses Prinzip des Privateigentums schon verinnerlicht) und das Theater im Supermarkt, welches so lange dauert, bis die Ware-Preis-Beziehung verinnerlicht ist (was bis ins Schulalter dauern kann, Ladendiebstahl als Mutprobe, gesellschaftliche Tabus zu verletzen).

Und das Prinzip ist einfach, dass die wichtigste Eigenschaft
einer Ware ihr Preis ist.

Gilt nur für einen bestimmten Kreis an Kunden, aber das ist
graue Theorie.

Dieser Kreis macht aber die Mehrheit (zumindest der Kaufsituationen) aus.

Nur soviel: in meinem Segmant ist der Preis natürlich wichtig,
jedoch vielleicht an 10. Stelle. Die wichtigste Eigenschaft
eines Produktes ist sein Nutzen. Und beim Produktnutzen ist
der Preis nur eine Komponente, nicht die allein bestimmende.

Es ist eine Abstraktion, die evtl. nicht bewusst ist, aber dieser Produktnutzen ist auch wieder ein Preis-Leistungsverhaeltnis, d.h. Gebrauchswert vs. Tauschwert. Und der Gebrauchswert bei Investitionsguetern ist die moegliche Mehrwertproduktion. Bei identischen Produkten, dem gleichen Nutzen, ist der Preis wieder das entscheidende, nicht die Nase oder die schoenen Augen des Anbieters. Nichtidentische Produkte muessen erst identisch gemacht werden, wozu die erwaehnten Kriterien wichtig sind, sie kommen tatsaechlich zuerst. Aber wenn die Konkurrenz zwei Maschinen anbietet, oder eine ganz andere Konfiguration, die fuer den Kunden den gleichen Gebrauchswert liefert wie eine Maschine von Dir, dann wird trotz des Unterschieds der Preis (des Gesamtpakets) entscheidend.

Nein. Bis der neue Mist mindestens genauso rentabel produziert
werden kann, wie der alte. Wobei aber auch die Produktivitaet
der alten Produktion mit dem technologischen Fortschritt
steigt.

Gerade im Automobilsektor wurden doch Arbeitsplätze
geschaffen.

Wann? D.h. in welcher Zeitperiode?

Ich schätze, das Verhältnis Angestellte - produzierte Autos
p.a. ist bei Ford in den letzten 70 Jahren deutlich
gestiegen…

Gerade das wuerde ich bezweifeln, aber dazu muesste man wohl praktisch werden und entsprechende Statistiken bemuehen. Wobei aber wieder die Gesamtheit des Produktionsprozesses zu betrachten waere, d.h. wieviele Arbeiter/Angestellte (bei 8h-Tag) pro Auto, oder pro 10.000 Autos, um nicht mit halben Menschen zu rechnen.

Produktivität bedeutet also nicht zwangsläufig auch
Arbeitsplatzabbau.

Im gesamten Prozess, von Rohstoffgewinnung bis zur Endmontage? Wie gesagt, nicht die einzelne Firma, sondern das Gesamtsystem zaehlt in dieser Diskussion.

Und wenn die Qualitaetssicherung per Computer-Vision
effektiver, d.h. rationeller gemacht werden kann, dann
verschwinden auch hier Arbeitsplaetze. Die Qualitaetssicherung
tritt ja nur deshalb so in den Vordergrund, weil der Rest der
Produktion schon fast vollautomatisch erfolgt.

Das würde ich nicht unterschreiben.
Qualitätssicherung entstand wohl eher aus der dem Menschen
innewohnenden Unzufriedenheit mit dem Vorhandenen und somit
dem Zwang zur Optimierung.

Aus dem Zwang von Massenproduktion und Massenkonsum, identische Produkte herzustellen. Dem Zwang, gebrauchsentscheidende Unterschiede aus dem einzelnen Produkt herauszudraengen, wodurch es erst zum einzelnen Produkt wird, und in die Unterschiede verschiedener Fabrikate zu verschieben. Dies aendert sich mit dem Uebergang zur massenhaften Unikatherstellung, aber diese ist nur begrenzt mit einem Markt abbildbar, mit der Marktwirtschaft kompatibel.

Und wo sind die vielen Entlassenen hin? Uebrigens gab es nach
911, genauer bei dem Boersencrash letzten Sommer, nochmal eine
groessere Entlassungswelle, Fusionen und Sanierung heisst
immer auch Entlassung mit geringerer Neueinstellung danach.
Nur dass heute meist nicht mehr rationalisiert, sondern der
Laden einfach dicht gemacht wird.

Das ist eine Phase.
Man sieht es in den USA: die Leute werden gegangen und amchen
morgen völlig leidenschaftslos eben etwas anderes.

Dieses leidenschaftslose Ausfuellen einer Funktion ist ein Hauptmerkmal der Demokratie, welches auch fuer die hoechsten Politiker (s.u.) (immer mehr) zutrifft. Und als das Fehlen grosser Visionen wahrgenommen wird.

Neu Zweige, Erweiterungen u.s.w. geben das ja her.

Das bleibt abzuwarten. Insbesondere, ob sich der Lebensstandard halten laesst.

Wieviel Prozent der Weltbevoelkerung beteiligen sich am
Tourismus, d.h. verreisen?

Das ist zu weit gefasst. Wir müssen uns schon auf die Leute
beschränke, die an dem Wirtschaftssystem, das wir hier
diskutieren, auch teilnehmen.

Oben sagtest Du, dass das Wirtschaftssystem inzwischen die gesamte Welt umfasst. Also: Wie steht es mit dem Skiurlaub in den Alpen fuer den durchschnittlichen Zentralafrikaner?

Der Umsatz steigt, der Gewinn sinkt, auch fuer die
Urlaubsgebiete. Wer es sich leisten kann, wie Mallorca, wehrt
sich.

…und würde in Armut zurückverfallen.

Darin besteht die Aufgabe der Politik (in der Demokratie): Zwischen den Extremen einen Ausgleich zu finden. Ob das geht, ist eine andere Frage.

Der Autosektor konnte sich noch ein Stueck weit nach Osten
erweitern (auch indirekt per "Schrott"export und Diebstahl),
ausserdem fanden Konzentrationen statt. Wer nicht waechst,
notfalls per Uebernahme der Konkurrenz, der verschwindet vom
Markt. Und diese ehemalige Konkurrenz ist dann eben weg, d.h.
maximal in Markennamen zu finden.

Zu einfach:

Das hast Du weiter oben in diesem Thread selbst angegeben.

der Konzentration folgt im Beispiel Autosektor oftmals eine
Kannibalisierung der hauseigenen Produkte, sh. VW und Audi,
Ford und Range Rover.

D.h. der Markt wird kleiner. Das Bild der Kannibalisierung hast Du ins Spiel gebracht, ich habe mich vor diesem Extrem gedrueckt. (Obwohl es zutreffend ist.)

Und trotzdem wächst der Sektor insgesamt noch, wenn auch nur
schwach und mit gewaltigen Kosten.

Meine Rede: Investitionen, Ausweitung und zunehmend das Halten des Marktes werden unrentabel (die alte marxistische Fabel vom Kollaps durch den Fall der Profitrate).

Vielleicht könnte man die aktuelle Situation eher als „Zwang
zur Konzentration auf die Kerneigenschaften und Werte“ des
einzelnen Produktes Auto sehen.

Man konzentriert sich auf das, was noch rentabel ist.

Der Grund ist einfach: wir befinden uns am Anfang der Periode,
in der die Generation der Erben zuschlägt. Stagnierende
Nettoeinkommen interessieren einen 30-jährigenm mit zwei
vermieteten Immobilien nicht.

Wieviele 30-Jaehrige mit 2 vermieteten Immobilien gibt es?

Sehr viele. Wie gesagt: die Generation der Erben.

Fuer einen Massenmarkt nicht genug.

Jeder Deutsche hat, so glaube ich mich an eine Statistik aus
2000 zu erinnern, 1,8 Autos. Jeder Italiener 2,9.
Da ist noch Luft drin!

Jeder Deutsche (also auch Babies) oder jeder Haushalt? Und in Italien kommt hinzu, dass die Kinder laenger als in Deutschland, teilweise bis zum 40-jaehrigen, im Haushalt der Eltern verbleiben. Insofern waere eine Statistik Autos zu Erwachsenen mit eigenem Einkommen hilfreicher.

Ich sehe momentan eher den Trend, daß neue Produktivität alter
Platz macht…
Und das meine ich ernst.

Verstehe ich nicht.
In dem Sinne, dass in Asien (insb. China) Klitschen aufgemacht werden, die zu Hungerloehnen auf dem technologischen Stand von vor 60 Jahren produzieren?

die Illusion des freien Willens

Ist ncht alles was wir glauben zu erleben eine einzige
Illusion?

Das waere sowas wie der Solipsismus, eine extreme Version wird in S. Lem: „Sterntagebuecher“ geschildert. (Simulation der Realitaet in verschiedenen vernetzten Computern, setzt die gescheiterte KI voraus)

Oder hast Du die reale Freiheit, Deinen Blutstrom anzuhalten,
den Berg zum Tal zu machen, allen Menschen dieser Welt Nahrung
zu geben?

Ich persönlich nicht, aber die Gemeinschaft, zu der ich
gehöre, ja.

Also ist der freie Wille des Einzelnen nur in der Gemeinschaft, durch die abstrakte Vernunft, den abstrakten freien Willen der Gesellschaft, moeglich. (Wobei ich ernsthaft hoffe, die Gemeinschaft beschliesst nicht gerade, Deinen Blutstrom anzuhalten.)

Eigeninitiative

Innerhalb der Grenzen des Systems.

Außerdem sind solöche Grenzen nötig. Ein grenzenloses System
muß zu Vernichtung und Chaos führen. Daher suchen wir eben die
maximale Freiheit innerhalb unserer selbst gesteckten Grenzen.

Willkommen in der Staats- und Rechtsphilosophie. Ein Herr
Hegel hat darueber ein ganzes Buch geschrieben.

Ich kenne Hegel.

Ich noch nicht, d.h. nur aus Sekundaerquellen. Steht aber ganz oben auf der Liste.

Das Setzen von Grenzen beruht auf reiner Willkuer, hat keine
irgendwie natuerlich-sittliche oder naturgesetzliche
Grundlage, so zumindest praezisierte Hegel Kant.

Ich sehe hier eher eine Konkretisierung der allgemein
gewünschten Grundwerte als Regel.

Nur woher bestimmen sich die allgemeinen Grundwerte? Welche allgemeine Eigenschaft ist nicht nur eine Spinnerei von Phantasten, sondern so zwingend, dass ihr — auch blind — gefolgt wird, sie zum kategorischen Imperativ wird? Heutzutage doch nur das „Mach’ mehr Geld!“, mit allen abstrakten Kategorien von Geld, Wert, Arbeit, Markt, Recht, Staat,… die daran haengen.

Sagen wir Notstandsverwaltung, ohne oeffentlich zuzugeben,
dass ein Notstand herrscht. Evtl. fehlt tatsaechlich das
Bewusstsein vom Ausmass der Krise.

Das fehlt sicherlich, denn man hält, wie unter Juristen (die
uns ja verwalten) leider oftmals üblich, die eigene
beschränkte Welt für das Nonplusultra.

Das muss notwendig so sein, denn aus der Erkenntnis des Ganzen erwaechst die Unmoeglichkeit bzw. Unnoetigkeit von Politik. Wuerden die Beduerfnisse der Gesellschaft in ihrer vollen Gesamtheit und in den Verknuepfungen verschiedener Beduerfnisse bewusst erkannt, waere ein blinder Interessenausgleich nicht mehr noetig, es koennte rational entschieden werden.

Das macht diese Leute so gefährlich - mangelnder Wille zur
Weitsicht…

Nein, das macht sie ungefaehrlich, denn es verhindert die Durchsetung von falschen Utopien durch totalitaer-diktatorische Massnahmen.

dass die Wirtschaft, nach ihren
eigenen Rentabilitaetskriterien, die Gesellschaft nicht mehr
„ernaehren“ kann.

Oder die Gesellschaft hat sich „unernährbar“ gemacht.

Was in etwa auf das Gleiche hinauslaeuft, da Wirtschaft, trotz der abstrakten Trennung, immer ein Teil der Gesellschaft ist.

Dann besteht aber kein persoenliches Eigentum an den
Produktionmitteln, keine persoenliche Verfuegungsgewalt.

Warum nicht?

Weil Du darueber nicht mehr frei und unabhaengig entscheiden kannst, wie es z.B. bei Deinem Wohnungsinhalt der Fall ist. Du kannst Dein gesamtes Mobiliar zu Brennholz machen, ohne dass Dir einer reinredet, Du kannst gleiches mit der Einrichtung Deiner Firma nicht tun. Die Gesellschaft schuetzt die Mittel zu ihrer Reproduktion, in einem Mittelweg zwischen Manchester-Kap. und Staatseigentum, Interessenausgleich eben.

Unternehmen sind automatisch schon
gesellschaftliche Institutionen, mithin das Firmeneigentum
gesellschaftliches Eigentum. Die Regeln der Firmenverwaltung,…
das alles ist gesellschaftlich,
d.h. staatlich geregelt. Wird der Investor in der Firma
taetig, dann erfolgt das hoechstens
in der Funktion des obersten Managers, er ist in seinem Tun
nicht nur sich selbst, sondern auch der Firma und der
Gesellschaft (mindestens in Form des Finanzamtes) Rechenschaft
pflichtig.

Korrekt. Dies wurde nötig, als zu Beginn des 20. Jhdts. das
Unternehmertum die Arbeiter ausbeutete.

Abgesehen davon, dass dies auch das ganze 19. Jh. ueber galt,… wurde es notwendig, einmal die Reproduktion der Arbeiter zu schuetzen (nach dem Ende der Landflucht) und zum anderen, dem Arbeiter zu ermoeglichen, Konsument zu sein (Ausweitung der Maerkte, Du weisst…)

Heute ist das umgekehrt und es funktioniert auch nicht…

Nein, es ist nicht umgekehrt. Es wird immer noch Mehrwert, Profit produziert, der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft, neuen Wert zu schaffen, ist immer noch hoeher als ihr Tauschwert, d.h. die zu ihrer Reproduktion notwendigen Kosten. Dass das nicht mehr so richtig funktioniert, liegt nur zu einem kleinen Teil an der „Boshaftigkeit“ der Arbeitnehmer.

[Bomben usw.]

Da unsere Regierung beispielsweise im Namen des Sozialismus
agiert, relativiert sich das wieder.

Nein. Unsere Regierung handelt im Namen des Volkes, und dieses
Volk ist in einer demokratischen Marktwirtschaft organisiert,
was das sozial schon einschliesst.

Moment: wir schließen bei der Charakterisierung unseres
marktwirtschaftlichen Systems den Begriff „sozial“ ein.
„Sozialistische“ Staatsführung hingegen ist kein Zwang aus der
Verfassung.

Sozialdemokratische Staatsfuehrung schon. Der Nationalstaat ist nur so lange eine Einheit, wie die Lebensbedingungen der Mehrheit homogen sind. So ein paar Jet-Set-Typen und die Obdachlosen fallen als extremale Minderheiten aus dieser Homogenitaetbetrachtung heraus. Eine Zwei-Drittel-Gesellschaft waere das tatsaechliche Ende des Nationalstaates. (Und eine reale Bedrohung der EU-Erweiterung.)

Sie haben nur die Funktionen, die sie innehaben, perfekt
ausgefuellt. Der Medienkanzler als oberster Repraesentant, der
ueberkanterte Schily als Fortsetzung der Stammtischstimmung,
die auch Du ausgedrueckt hast, Trittin hat Interessenausgleich
betrieben bis zur Selbstverleugnung, Scharping wurde zwischen
Erhalt der Funktionsfaehigkeit der Bundeswehr und den knappen
Staatsfinanzen fast vollstaendig aufgerieben. Mein je, die
privaten Eskapaden. Stoff fuer eine Woche BILD.

Nein, für 3 Jahre…

Auf der Titelseite? Doch nur als historischer Rueckgriff bei neuen Affaeren. Wie lange waren die Kampfhunde aktuell, die Neonazis (im Osten) danach eine Bedrohung, wie lange hat sich die Erdrutschkatastrophe in Mittelamerika gehalten, wen interessiert noch Jugoslawien…

Ich wehre mich gegen den Begriff „perfekt augefüllt“.
Das Verhalten der Protagonisten der aktuellen Regierung ist
als zutiefst stümperhaft zu bewerten, auch wenn man zu den
theoretischen Grundsätzen dieser Leute steht.

Wie gesagt, stuemperhaft ist notwendig und tritt nach dem Ende der demokratischen Visionen, nachdem Freiheit und Gleichheit fuer alle zur (bitteren) Realitaet geworden sind, verstaerkt in den Vordergrund. Waeren sie keine Stuemper, keine Klein-Klein-Politiker, dann waeren sie Diktatoren.

„Der Staat“ ist im gängigen Sprachgebrauch der Bevölkerung ein
Abstraktum,

Abstrakt ja, aber als Verkoerperung des allgemeinen Willens,
der allgemeinen Vernunft der Gesellschaft.

Reine Theorie. Die Gesellschaft im allgemeinen fühlt nicht so.

Auch das ist notwendig so, der allgemeine Wille, die allgemeine Vernunft findet im Unbewussten statt, von Freud wurde sie als „Ueber-Ich“ bezeichnet, als den Teil der Gesellschaft, den jeder unbewusst in sich traegt. In etwa so wie eine Ameise, eine Biene die abstrakten Regeln ihrer „Staaten“ instinktiv, fest verdrahtet in sich haben, was diese komplexen Gebilde erst moeglich macht. Nur eben nicht mehr auf einer instinktiven, sondern einer erlernten und ins Unbewusste verdraengten Ebene.

Auch Du koenntest Dich in der Funktionaershierarchie einer
Partei nach oben arbeiten.

Ich habe das mal versucht, leider fehlt mir die
„Kompromissfaehigkeit bis zum Rande der Korruption“.
Ferner lehne ich das System, so wie man es momentan versteht,
ab.

Dann warst Du persoenlich eben nicht geeignet, rein theoretisch waere es aber gegangen. Die ganz nach oben kommen, wurden dazu nicht geboren, sondern haben sich als die Geeignetsten fuer diese Funktion erwiesen.

Ja, denn die Politiker muessen in der sich staendig
veraendernden Gesellschaft nach immer neuem Ausgleich suchen.
Das erfolgt blind wie in einer Art
Brown’scher Bewegung. Dieses
Trial-and-Error-Verfahren muss staendig korrigiert werden,
notfalls eben auch vom BVG.

Korrekt. Nur stellst sich die Frage, ob das so sein muß, oder
ob nicht die Leitung des Systems durch den „starken Mann“
(nicht im braunen Kontext) in der aktuellen Phase der
Gesellschaft angeraten wäre.

Auch das Prinzip des „wohlwollenden Diktators“ wurde mehrfach ausprobiert, gerade in Suedamerika (oder historisch z.B. bei Peter dem Grossen). Das ging immer eine Zeitlang gut, pervertierte sich aber entweder zu Lebzeiten oder bei den Nachfolgern stets in die blutige Alternative. Und auch der „braune Kontext“, in seinen Urspruengen in Italien und Spanien, manche zaehlen auch die Napoleons dazu, entstand durch den (populistischen) Mehrheitswillen nach eben diesem „wohlwollenden Diktator“.

Ich kann nicht sagen, ich brauche dieses Jahr mein
ganzes Einkommen selbst, ich zahle erst nächstes Jahr wieder
Steuern.

Mit genug Einkommen kann ein guter Steuerberater die Zahlung
ans Finanzamt auf Null reduzieren.

Hierzu sind Investitionen nötig.
Einfach Bargeld verprassen geht nicht.

Ja und? Dein Vermoegen bleibt Dein Vermoegen, auch wenn es investiert wird. Der Rest sind marktwirtschaftlich nicht erfassbare Gemeinkosten, die den stoerungsfreien Genuss Deines Einkommens erst ermoeglichen. Ausserdem gibt es immer noch die Cayman-Inseln und die Suedsee, falls genug Geld da ist.

Korrekt. Meine Aussage war auch ironisch gemeint.
Banken sind nötig, um Konsum anzuheizen und abgehalfterte
Politiker aufzuheben.

Und ganz unironisch, womit begruenden Banken ihre Existenz? Ersteres ist nur begrenzt moeglich (bis zum privaten Bankrott), das zweite ist eher eine unerfreuliche Randerscheinung.

Meine Freiheit, einen höhren Lohn auszuhandeln ist rein
theoretisch. Praktisch sollte eher abgewogen werden, welche
Löhne bezahlbar sind und was davon dem Allgeinwohl zur
Verfügung gestellt werden kann.

Du Sozialdemokrat Du!
Und wer hat zuletzt auf’s Allgemeinwohl geachtet, als es um
SEIN Geld ging?

Sorry, aber Du hast Dir selbt geantwortet.

Du Dir auch. Das Allgemeinwohl wird ganz demokratisch ueber Steuern finanziert. Die Grenze der Lohnverhandlung ist nach oben durch die Rentabilitaet, nach unten durch das nackte Ueberleben gesetzt.

Ich meine nach wie vor, daß die Verhandlungsfreiheit besteht,
sie aber nicht genutzt wird. Denn eine wichtige Komponente bei
der Gehaltsverhandlung ist die Leistung.

Was ist Leistung?

Richtig. Das System ist wachstumsbasiert.

Was aber, wenn es kein Wachstum mehr geben kann, wenn das
System selbst mit seiner ureigenen Dynamik sich eine Barriere
aufbaut? Weil diese Welt eben ganz materielle Grenzen hat, die
sich im System widerspiegeln?

Dann kippt es. Nur werden wir das nicht mehr erleben.

Das ist nicht so sicher. In der 3. Welt erleben wir (d.h. eher die Leute dort) es bereits.

Die nächste Stufe wird erst einmal sein, sich dem Egoismus
hinzugeben und immer mehr soziale „Errungenschaften“
abzubauen. Das muß so sein, denn man hat das System bis über
die Grenze hinaus belastet, nun orientiert man sich wieder um
und orientiert sich am letzten Quäntchen noch möglichen
Wachstums.

Auch richtig. Nur bedeutet das in letzter Konsquenz den Zerfall der Gesellschaft in verschiedene Banden, in viele kleine Mobs, also den totalen Buergerkrieg, jeder Buerger gegen jeden anderen Buerger.

Irgendwann in den nächsten 50 Jahren kippt das dann, es gibt
Chaos, evtl. Krieg und schließlich eine Neuausrichtung.

Neuausrichtung worauf? (Nicht dass ich auch nur den Hauch einer Ahnung haette.) Ein Neuanfang in den bestehenden Kategorien wuerde sehr schnell zur Reproduktion der jetzigen Krise fuehren (es sei denn, der Zusammenbruch fuehrt zu einem totalen geselllschaftlichen Gedaechtnisverlust, also mindestens in die Steinzeit).

Konzentration, Wachstum auf Kosten anderer Marktteilnehmer.
Das ist an sich nicht schlimm, aber bedenklich, wenn es die
einzige Wachstumsquelle ist.

Es handelt sich hier nicht um eine reine Umverteilung. Von wo
aus wird denn auf Porsche umverteilt, wenn auch Ferrari,
Maserati und Jaguar wachsen? Von VW?

Wachsen die Stueckzahlen oder die Gewinne? Waechst der Gewinn noch proportional zur Stueckzahl? Inwiefern druecken diese Zahlen noch das Wesentliche des Produktionsprozesses aus? Und bei der heutigen Vernetzung — die man auch Vergesellschaftung nennen kann — der Produktion zaehlen auch saemtliche Zulieferer, und deren Zulieferer,… zum Produktionsprozess dazu, koennen aber nicht mehr als Teil der Produktion, der Wertbildung erfasst werden. (Das ist ja auch die letztliche Ursache der Einfuehrung des Controlling, auch wenn diese V/BWL-Abteilung das nicht in dieser Konsequenz sieht.)

So wird das bei uns auch kommen.
Zwei-Klassen-Medizin, Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Haben wir alles schon. Nur wirkt es sich noch(!) nicht allzu
massiv aus.

Wie gesagt, kommt es soweit, zerreisst es die Gesellschaft. So wie es in der Sowjetunion „von selbst“ passierte, in Jugoslawien mit Nachhilfe von aussen; Kolumbien (Suedamerika) kennt diese (territoriale) Zersplitterung ebenfalls. Und am Ende stehen keine neuen Nationalstaaten mehr, nur Staatsruinen und Anarchie.

Da bist Du zuviel Propaganda aufgesessen. Haupttodesursache
sind immer noch die klassischen Seuchen wie Malaria, TB und
Unterernaehrung/Buergerkriege.

Weil Aids noch zu jung ist. In 20 Jahren ist Aids die Nr. 1.

Nach den Prognosen, denen bis heute nicht widersprochen wurde, muesste halb Europa ausgestorben sein. Aber das gehoert nicht hierher. Falls Dich an dem Thema trotzdem der nichtorthodoxe Standpunkt interessiert:
http://www.rethinkingaids.de/afrika/botswana.html
http://www.rethinkingaids.de/afrika/malan.htm

Klar. Das System polarisiert sich zunächt. Wie ich es oben für
Deutschland intern beschrieben habe, so gilt das natürlich
umso mehr für die Außenbeziehungen.
Warum Konkurrenz züchten?

Eben. Nur wenn man nicht am Aufbau von Konkurrenz interessiert ist, kann man nationalstaatliche Stabilitaet, gar Demokratie in Afghanistan, Russland, dem Balkan,… am besten gleich vollstaendig vergessen.

Daher muß das System, so wie wir es kennen, irgendwann kippen.

Nur freu Dich nicht auf diese Perspektive. Beim jetzigen Stand des „Bewusstseins“ wird die biblische Apokalyopse harmlos erscheinen. Stell Dir nur mal den Zerfall der Atommacht USA vor… eine Atommacht Texas, oder die marodierenden Reste von Mikrosoft im Besitz von Atomwaffen…

Der Markt explodiert quasi.

Aber nur quasi, also nicht genug.

Wann ist „genug“?

Wenn es nicht mehr „quasi“ ist?

Dann ist noch Luft drin, richtig?

Die aber eher abgelassen wird. Wenn ein Markt nicht mehr exponentiell explodiert, dann ist er gesaettigt, damit zunehmend uninteressant.

Niemand hat sich geeinigt. Es war eine blutige blinde Suche
mit Jakobinerterror,…
Es blieb einfach nichts anderes uebrig.

Also eine Art Einigung, oder nicht?

Nein, denn Einigung setzt einen bewussten Prozess voraus, eine bewusste Planung der Zukunft, nicht nur das Vermeiden der (erkannten) Fehler der Vergangenheit.

[Jugoslawien] Doch, man schützte Italien. Der Krieg war ein
Unsicherheitsfaktor. Eher natürlich bevölkerungspolitisch als
außenpolitisch, aber die Bedrohung war vorhanden.

Womit Du Dir selbst widersprichst. Es erfolgte kein Angriff
von aussen, man wollte nur die Krise draussen halten,
uebrigens nicht nur in Italien, Hauptmigrationsziel ist immer
noch D. Man hat also selbst angegriffen (wogegen sich Herr M.
uebrigens voellig zu Recht verteidigen durfte), wie immer man
das jetzt rhetorisch umbenennt.

Es muß hier diskutiert werden, was eigentlich ein „Angriff“
ist und wie weit „Verteidigung“ gehen darf.
Das steht auf einem anderen Blatt.

Wenn man, ohne auf eigenem Territorium militaerisch angegriffen worden zu sein, dies auf einem fremden Territorium tut. Eine Verteidigung fand nicht statt. Oder meinst Du die Polizeiaktionen jugoslawischer Sicherheitskraefte? Darf Jugoslawien kein Aequivalent der GSG 9 haben?

Warum diese laengere Friedensphase (zwischen den
Industrienationen, Kriege gab es genug)? Eben weil die
Polaritaet von Innen und Aussen nicht mehr stark genug ist,
kriegerische Auseinandersetzungen zu befoerdern. Und daran ist
die Vernetzung der Wirtschaften ueber nationale Grenzen hinweg
„schuld“ (ohne dass das zu einer Weltnation fuehrt).

Ich denke der Krieg wird nur auf anderer Ebene geführt.
Beispielsweise ist ein wichtiger Grund für die Mitgliedschaft
Frankreichs in der europäischen Währungsunion die Abschaffung
der D-Mark.

Und den Ossies Nostalgie vorwerfen… Auch die deutsche (wirtschaftliche:wink: Mehrheit wollte den Euro. Und wieweit sich die franzoesische Politik an den Sentimentalitaeten bzgl. der D-Mark ausrichtete… Der Euro war nur die Konsequenz, die letztendliche Materialisierung einer jahrzehntelangen Politik der Waehrungskopplung.

Eine ordentliche Auseinandersetzung und das Blatt wendet sich.
In den USA ist es bereits soweit, daß der ohnehin schon
umfangreiche Militäretat nun nicht mehr verringert bzw. eine
Ausweitung nicht mehr kritisiert werden kann, ohne als
Landesverräter dazustehen.

Oekonomisch ist das Keynes in Reinstkultur. Nur dass keine
Pyramiden auf Staatskredit gebaut werden, sondern es wird eben
modernstes Toetungswerkzeug aufgehaeuft, natuerlich auf dem
letzen Stand der Produktivitaet. Und was ist an diesem
Minimalsteinsatz (aus US-amerikanischer Sicht) „ordentlich“?

Die Unterstützung des eigenen Systems.
Auch wenn es ein zweifelhaftes System ist.

Alle Industrienationen gehoeren zu diesem System, auch wenn die „uneingeschraenkte Solidaritaet“ eine Uebertreibung war.

Nein, sie sichert sie. Vorausgesetzt ist aber ein gemeinsames
Wertesystem von Staatlicher Führung, wirtschaftlicher Führung
und Bevölkerung.

Eben. Nur dann muss man sich fragen, was dieses gemeinsame
"Werte"system jeden Tag neu erzeugt. Es ist ja nichts real
materielles, real ist es nur als eine allen gemeinsame
Fiktion, als massenhafte Wahnvorstellung. Und wenn die
Grundlagen der materiellen Reproduktion gestoert sind, dann
schlaegt es sich auch auf diese fragile ideelle Konstruktion
durch.

…wie wir es ja momentan bereits in HH betrachten dürfen.

Und in Argentinien. Und in Kolumbien, Peru,… Und in Russland. Und auf dem Balkan. Guck mal ueber den Tellerrand.

Und genau daran hängt es bei uns. Die USA sind hier m.E.
weiter, denn sie fröhnen voll und ganz dem Leistungsprinzip
als gemeinschaftlichem Wert.

Mit allen barbarischen Konsequenzen. Oder wie bezeichnest Du
einen Zustand, der ueberfuellte Gefaengnisse produziert.

Ein solches System polarisiert zwangsläufig und einige kippen
vom Rand.

Wie willst Du die Konsequenzen solcher Barbarei im Rest der Gesellschaft abfedern, verhindern, dass die Gesellschaft als Ganzes in die Barbarei absinkt?

Das ist nicht perfekt, ich persönlich jedoch bevorzuge ein
derart starkes System, denn es wird am längstean von allen
westlichen Systemen halten.

Das ist keine Staerke. Das ist ein Eingestaendnis von Schwaeche, naemlich der Schwaeche der Gesellschaft, nicht mehr alle ihrer Mitglieder materiell absichern zu koennen.

Das ist also reiner Selbstschutz.

Des Obdachlosen (als Teil der Gesellschaft) gegen sich selbst?

Natürlich ist dies auch wieder ein Schritt hin zum
Kapitalismus, aber eben auch ein Schritt hin zur Sicherung
menschenwürdiger Lebensverhältnisse für die Mehrzahl einer
wachsenden Bevölkerung.

Wenn man die Lebensbedingungen des „white trash“ als
menschenwuerdig bezeichnen will…

Das ist Definitionssache. Im Vergleich zu einer namibischen
Witwe sind sie es sicherlich.

Und im Vergleich zum eigenen Umfeld? Zu den zivilisatorischen Moeglichkeiten der eigenen Gesellschaft?

Da hier die Bevölkerungszahl sinkt, würde das wohl noch besser
funktionieren.

Im Gegenteil. Schrumpfende Maerkte sind extrem unattraktiv.

Das ist die Crux: weniger Leute mit mehr Geld führen zu
wachsenden Märkten. Wir erleben gerade den Beweis dafür.

Das setzt einen statischen Geldwert voraus. Wenn viel Geld da ist, aber wenig produziert wird, ist Inflation das wahrscheinlichere Ergebnis.

Und den Beweis moechte ich wenigstens mal angedeutet sehen.

Ciao Lutz