teilweise Übereinstimmung
Moin Winkel!
sehr schönes Beispiel, an dem man darstellen kann, wie in
Schule versäumt wird, den Lerneffekt den Schülern
nahezubringen:
Ja, das kann ich 100%ig bestätigen.
Bei mir war’s damals auch schon so, dass viele Lehrer einfach nur ihr Curriculum durchgezogen haben, ohne auf die Reaktionen (und damit verbunden den eigentlich zu erreichenden Lernerfolg) der Schüler zu achten.
Gehst du in ein Kommunikations oder rhetorickseminar wirst du
sehe, daß dort allerortens von Textanalyse und Interpretation
gesprochen wird.
Wobei sich dabei noch die Frage stellt inwiefern das tatsächlich so viel bringt.
Ich habe mehrere Seminare besucht, weil es mich einfach interessiert hat und ich damals auch gewisse Hemmungen mit dem Sprechen vor Leuten hatte.
Insgesamt muss ich sagen, dass mir persönlich die Veranstaltungen, bei denen (natürlich zusätzlich zur Textanalyse, die unbestritten wichtig ist) auch auf sowas wie Präsentationsmethoden eingegangen wurde (u.a. sogar Atemübungungen, weil dadurch der Stimmklang sehr stark beeinflusst wird) viel mehr gebracht haben.
Kannst du also ein Gedicht gut interpretieren
( oder einen beliebigen anderen Text) wirst du sicherlich die
Feinheiten der Wortwahl, die Hervorhebung der Bedeutung durch
den Satzbau, Spannungsrahmen udn Spannungsaufbau kinderleicht
in deine eigenen Vorträge übertragen können. Ohne Spezailkurs
Rhetorik und Kommunikation!!!
Meiner Erfahrung nach eignen sich dafür Gedichte nur als zusätzliches Thema, wichtiger finde ich ganz allgemein lyrische Texte (solche ohne Reim, aber trotzdem mit Spannungsbogen etc.) und auch Sachtexte sollten eine bedeutende Rolle spielen.
Schliesslich sollte es dem Schüler und evtl. späteren Studenten möglich sein einen wissenschaftlichen und vielleicht ziemlich drögen Sachverhalt interessant, logisch und verständlich zu präsentieren (sowohl in gesprochenem Wort als auch in schriftlicher Ausarbeitung).
Das sollte auch nicht nur für den Deutschunterricht gelten, sondern auch natürlich für alle Sprachen.
Was bringt es z.B. Shakespeare repetieren zu können, wenn man es nicht gebacken bekommt in England klar und verständlich ein Busticket zu bestellen? Hab ich bei einer Exkursion leider so erleben müssen.
Ebenso wichtig in den Naturwissenschaften - leider sind sehr viele Menschen (leider auch incl. der Lehrer) nicht in der Lage eine Tafel voll mit Berechnungen dem Schüler verständlich und nachvollziehbar nahezubringen.
Hat da nicht der Schüler versagt, wenn er diese Techniken, die
doch ab Jahrgang 7 (bis zum erbrechen) geübt werden als
angehender Student immer noch nicht beherrscht?
Wenn Du auf einer Schule warst, auf der das tatsächlich sehr viel geübt wurde, dann beneide ich Dich ernsthaft!
Diese Erfahrung kann ich leider nicht bestätigen.
Ich habe in der 12 im Englisch-LK mal ein Referat über den Bombenangriff auf Dresden im 2. Weltkrieg gehalten und der Lehrer sagte im Vorfeld es sollte sehr ausführlich sein.
Ich habe damals sogar Folien eingesetzt, auf denen ich die Flugroute der Bomber aufgezeichnet hatte und hatte mich bemüht das Ganze nicht nur runterzurasseln, sondern wirklich logisch und verständlich aufzubauen.
Alle Mitschüler waren begeistert. Der Lehrer aber gab mir dafür nur eine 3.
Begründung: So etwas wie die Folien sei absolut unnötig und die Fakten wären zwar vorhanden gewesen, aber seiner Meinung nach zu locker präsentiert worden. ;-(
Das ist doch echt die Höhe!
(Ich habe mich natürlich darüber beschwert und die Note ist auf eine 2+ revidiert worden, aber es war ein schönes Beispiel für die Inkompetenz einiger Lehrer!)
Vielleicht sollten die Prüfungen nicht fachbezogen sein,
sondern wer nicht Texte verfassen und interpretieren kann,
sollte nicht studieren. dies ist nicht als Strafe gedacht,
sondern in der Art, daß wer nicht schreiben (Niederbringen von
Schriftzeichen) kann, auch schlecht Journalist werden kann.
Fachbezogen würde ich dort, wo es möglich ist, schon lassen.
Aber es kann wohl wirklich nicht schaden generell auch die allgemeine Befähigung (eben in Form von solchen Rethorik/Kommunikationstests) zu testen, wäre vielleicht tatsächlich ein guter Ansatz.
Allerdings sollte dann auf jeden Fall die Möglichkeit gegeben werden, dass der Studienbewerber bei nicht ausreichenden Kenntnissen diese erwerben kann.
Ich weiss zufällig, dass beim Fach Wirtschaftsinformatik angeboten wird vor Beginn des Studiums ein Semester lang Vorbereitungskurse in Mathe zu belegen (und sicherlich gibt es das bei anderen Fächern auch).
So etwas sollte dann nicht als Verlängerung des Studiums angesehen werden (bezüglich BaföG und Studiengebühren), sondern als freiwillig erbrachte Leistungen, die ja letztendlich das Ziel eines besseren und vielleicht auch schnelleren Studienverlaufs verfolgen und dementsprechend gewertet werden sollten.
Aber er sollte vielleicht schon mal wissen was Noten und
Kadenzen sind und wie Dur und Moll enstehen.
Für Musikwissenschaft kann man sich bisher ohne Eignungstests einschreiben, man geht halt davon aus, das sich niemand einschreiben wird, der die musikalische Elementarlehre (das ist ja Notenlehre, Dur/Moll etc.) nicht beherrscht.
Trotzdem könnte man das natürlich abfragen, das ist korrekt.
Allerdings weiss man dann immer noch nicht, ob der Studienbewerber auch damit klarkommen wird, dass man sich beinahe ausschliesslich nur mit der sog. „ernsten Musik“ beschäftigt - Noten, Dur/Moll, Kadenzen und Harmonielehre sind schliesslich auch das Grundelement der Rockmusik.
Der Hauptgrund, dass viele Studenten nach dem ersten Semester MuWi den Studiengang wechseln, ist nämlich tatsächlich die Tatsache, dass von vielen Dozenten sämtliche moderne oder auch als „Unterhaltungsmusik“ bezeichnete Musik stur abgeblockt wird.
Was würde denn funktionieren?
Ich hätte nichts dagegen das sog. „Schnupperstudium“ für alle Fächer einzusetzen.
Gerade weil die Kluft zwischen Schule und Universität so gross ist, bietet es sich an erstmal den Uniablauf kennenzulernen. Daran kann man immerhin erkennen, ob man überhaupt mit dem wissenschaftlichen Arbeiten und der in einigen Fächern starken Selbstbestimmung des Studienverlaufs klarkommt, oder ob man doch lieber einen schulischen (also vorgegebenen) Stundenplan und die praktische Tätigkeit bevorzugt und sich für eine Ausbildung entschliesst.
Zusätzlich lernt man entsprechend die Lerninhalte des Faches/der Fächer kennen - und zwar in einem viel deutlicherem und praktischerem Rahmen als ein Infoheft oder eine Studienordnung dies vermitteln kann.
Um beim Beispiel zu bleiben: Das würde viele angehende MuWi-Studenten dazu bewegen doch von Anfang an ein anderes Haupt- bzw. Nebenfach zu wählen, der Standardspruch der Wechsler ist nämlich „Scheisse, hätte ich das bloss vorher gewusst!“.
es ist halt
ein immerwiederkehrendes Argument der Hilflosigkeit der
Politiker.
Kurz, prägnant und treffend!
Warum geht Student nicht hin und fordert und
verlangt was er sich wünscht, natürlich sollte er es vorher
schon verstädnlich formulieren können.
Das wird ja ständig versucht, nur leider es ist es nicht so einfach als Student (selbst als Fachschaftsvorsitzender und Studentenvertreter) ernst genommen zu werden.
Aber Du hast natürlich recht, man sollte dennoch die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen und dranbleiben!
Und nutzt Student das auch entsprechend?
Tja, die meisten leider nicht.
Allerdings sollten diese Angebote auch nicht nur auf einem kleinen farblosen Zettel stehen, der bei der Studienberatung ausliegt.
Es gibt in jedem Institut Möglichkeiten Bekanntmachungen und Veranstaltungshinweise auszuhängen, da gehört das auch dran. Die Unis haben Geld dafür Aushänge für kulturelle Veranstaltungen farblich und ansprechend zu gestalten - das sollte auch bei solchen Hilfsangeboten so aussehen.
Natürlich sollten sich aber auch die Studenten selbst darum kümmern.
Man erzählt sich doch so vieles in den Pausen zwischen den Seminaren und Vorlesungen - da sollte man, wenn das Thema Studienprobleme zur Sprache kommt, auf jeden Fall darauf hinweisen, dass die Uni Hilfe und Unterstützung bietet.
Gut, aber warum übernimmst du die Arbeitseinstellung der
Dozenten, anstatt dagegen zu rebellieren und dein Recht
einzufordern?
Das versuche ich seit 1 1/2 Jahren!
Bisher bin ich (und die anderen, die sich auch daran beteiligen) bis auf wenige Ausnahmen nur gegen Mauern gerannt. 
Ich habe jetzt schon viel erlebt, von leeren Versprechungen (deren Inhalte stark den weiteren Studienverlauf beeinflussen - oder eben nicht, weil sich doch nichts ändert, *schnaub*!) seitens eines Dozenten bis hin zur Nichteinhaltung von getroffenen Vereinbarungen (was auch mal wieder den Studienverlauf verzögert, *noch-mehr-schnaub*!).
Vor ein paar Tagen hat sogar der Dekan unseres Fachbereichs aufgegeben und ist zurückgetreten.
Der stand aber wenigstens hinter den Studenten, wenn es Missstände und ernstzunehmende konstruktive Kritik gab.
Aber selbst er biss leider sehr oft auf Granit.
Jetzt wird sich erst noch zeigen müssen wie es weitergehen wird/soll/kann…
Aber: Aufgeben ist nicht!
Das wäre natürlich der total falsche Weg, ganz klar.
Ach ja, das wollte ich auch noch loswerden:
Sorry, wenn meine Antwort provokant und überspitzt auf Dich wirkte.
Durch einige Ereignisse der letzten Zeit (s.o. und anderes) war ich einfach total genervt und habe des wegen auch nicht weiter darüber nachgedacht, dass Deine Fragen nicht Deine Meinung widerspiegeln.
Hab mich da fast schon angegriffen gefühlt, aber jetzt weiss ich ja, dass Du es anders gemeint hast.
Bitte nicht übelnehmen 
Gruss
Lanzelot