Hallo hab da mal ne Frage und zwar war der 30-jährige Krieg ein Religionskrieg?
Gruß
Ryo
Hallo hab da mal ne Frage und zwar war der 30-jährige Krieg ein Religionskrieg?
Gruß
Ryo
Hallo hab da mal ne Frage und zwar war der 30-jährige Krieg
ein Religionskrieg?Gruß
Ryo
Hallo, in der Tat, das war er.
„Gustav Adolf, Christ und Held, rettete bei Breitenfeld Glaubensfreiheit für die Welt“
Diese Inschrift an einem Denkmal ist nur ein Beispiel für die relegiöse Motivation der Parteien. Katholiken gegen Protestanten, ein wenig wie Nordirland, nur nicht so lange, dafür aber auf grösserer Fläche.
MfG Goetz
Hallo Ryo,
Gegenfrage: wie sollte man auf diese Frage anders als mit „Jein“ antworten?
Für „Ja“: Ohne die Frage „Reformation oder Rekatholisierung des ganzen Reiches“ hätte er so nicht stattgefunden.
Für „Nein“: Die verschiedenen Territorialfragen, die Frage nach der Bedeutung Frankreichs, Habsburgs und Schwedens, auch die nach dem Verhältnis der deutschen Fürsten zu Kaiser und Reich, selbst die ganz alte nach dem Verhältnis von Kaiser und Reich zu Rom, hätten auch ohne die religiösen Aspekte im Raum gestanden. Auch die wirtschaftlich-technische Entwicklung des 15./16. Jahrhunderts in Bergbau, Metallverarbeitung, Waffentechnik und Landwirtschaft (Ernährbarkeit von Söldnerheeren) ist vielleicht von der Reformation beschleunigt worden, aber nicht durch sie veranlasst.
„Hätte“ und „würde“ ist in der Geschichte schwierig bis unsinnig. Ob ohne die konfessionellen Motive der Krieg so flächendeckend stattgefunden hätte, oder in verschiedenen kleineren, mehr regional begrenzten Teilen, kann man wohl von heute aus nicht sagen.
Man darf davon träumen, was bei (gar nicht unwahrscheinlichem) anderem Ausgang der Schlacht am Weißen Berg aus dem Reich werden hätte können: Ein zügig fortschreitender, lutherisch geprägter Staat ohne Fürstentümelei, der an der Seite der neuen Großmacht Schweden die katholischen Capetinger und Habsburger schnell zur Bedeutungslosigkeit absinken lässt?? Mit der Spätwirkung, daß Deutschland nicht zu den ewig Zuspätkommenden hätte gehören können, sondern politisch und wirtschaftlich die Führung in Europa übernommen hätte? Bürgerliche Revolution in D, im XX. Jahrhundert Faschismus in F??
Alles Spekulationen, alles Unsinn.
Schöne Grüße
MM
Hallo hab da mal ne Frage und zwar war der 30-jährige Krieg
ein Religionskrieg?
Hi
er begann als Religionskrieg und endete als Territorialkrieg.
nähere Ausführunge dazu erspare ich mir, sondern verweise auf das immer noch vorzügliche Werk von C V Wedgwood
Der 30-jährige Krieg.
ISBN: 3471791698 Buch anschauen
Gruß
Mike
Hallo,
jein.
Natürlich spielte die Religion dabei eine gewisse Rolle, im Volksverständnis war es ein Krieg der evang. Schweden gegen den Katholischen Habsburger.
Auf höherer Ebene sah das etwas anders aus. Da kämpfte zeitweise der calvinistzische Brandenburger mit dem kathlischen Kaiser gegen die Schweden und das katholische Frankreich trat dann auch noch als Bündnispartner der protestantischen Schweden in den Kampf gegen den katholischen Kaiser ein.
Da ging es um ganz knallharte politische Machtinteressen und Einflußgebiete. Denn natürlich hätte ein Sieg der Habsburger nicht nur zu einer Niederlage des Protestantentums geführt - die entsprechenden deutschen Ländchen wären dann nicht nur katholisch sondern damit auch wieder treue Gefolgsleute des katholischen Kaisers geworden. Und Schweden wäre rausgeflogen aus Deutschland - die saßen ja in Pommern.
Und genau so wollte natürlich Schweden seinen Einfluß im SOtseeraum und in Deutschland ausbauen und erhalten - und das ging nur im Gegensatz zum katholischen deutschen Kaiser.
Am deutlichsten wird das Ganze mit dem Eintritt Frankreichs in den Krieg: Frankreich befand sich fast immer im Gegensatz zu den HAbsburgern. Erstens wegen Spanien und der damit drohenden Umklammerung von zwei Seiten und zweitens wegen der rheinischen Besitzungen der Habsburger (spanische Niederlande z.B.). Deshalb traten sie an der Seite der Schweden in den Krieg ein, da war denen die Tatsache, daß die Schweden eigentlich ihre Glaubensgegner und die Habsburger ihre Glaubensbrüder waren, völlig egal.
Und die deutschen Fürsten… die waren eh nur Stimmvieh. Die wurden samt ihren Untertanen gar nicht erst um ihre meinung gefragt und durften den ganzen Scheiß bezahlen - kriege führt man ja bekanntlich eh am besten auf Kosten anderer…
Gernot Geyer