hallo D.K.
ich muß sagen ich bin leicht entsetzt, wie viele Antworten dir
sofort die Verantwortung abnehmen wollen und dich zum
Kinderarzt und sogar zum Kinderpsychologen (heftig!) schicken.
ich finde das nicht heftig, denn dieses kind hat ein problem,. jedes kind zickt gerne mal herum und schmollt, aber wenn dann noch einnässen und andere auffälligkeiten dazu kommen, würde ich professionellen rat einholen.
ich sehe es an unserem beispiel, hätte man uns eher zu einem psychologen geschickt, dann wäre vielleicht einiges nicht passiert.
Selbst wenn der Krankheitsansatz richtig wäre, ist es dir dann
lieber dein Kind mit „Drogen“ ruhig zu stellen bzw. die Phase
abzuwarten, wenn du es auch evtl. mit Konsequenz schaffen
könntest?
krankheitsansatz??? was glaubst du wie die psychologen, die etwas von ihrem fach verstehen, ein kind auf „modekrankheiten“ testen? indem sie es sich mal eben nur anschauen? oh nein, die werden da auseinander gepflückt, werden stresssituationen ausgesetzt um genauestens zu sehen, wie sie reagieren.
DROGEN??? Ich schick dir mal meinen großen vorbei, eine woche mit tabletteneinnahme und dann setz für zwei tage ab. du wirst den unterschied merken.unausgeglichen, überfordert von den einfließenden reizen, extrem aktiv,etc.
sicherlich sind die medikamente kein klacks, aber bevor man diese verteufelt sollte man sich erst informieren. darüber welche wirkstoffe enthalten sind, was sie bewirken und welche hilfe sie bedeuten.
auch sollte man sich im klaren darüber sein welche krankheit sich hinter ADHS verbirgt. welchen leidensdruck sie bei dem betroffenen und den angehörigen hervorrufen kann.
spätestens wenn ein kind der meinung ist, auf grund seiner andersartigkeit, die irgendwann später oder früher auffällt, fehl am platze und unnötig zu sein, dann hat man die wichtigste phase der hilfe verpasst.
diese medikamente stellen ein kind NICHT ruhig, auch wenn es den ersten anschein macht. diese tabletten bewirken, dass die reizüberflutung im gehirn besser kontrolliert wird, und dadurch werden die kinder ausgeglichener und ruhiger. sie sind durch die einnahme des MPH ( Methylphenidat) aufnahmefähiger und daher verändert sich auch ihr verhalten in der umgebung.
Alle Eltern in meinem Umfeld glauben fest sie sind konsequent,
doch die wenigsten sind es tatsächlich. Viele verwechseln
Streng sein mit Konsequenz. Doch konsequent sein bedeutet
bestimmte Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen, zu
seinen Aussagen zu stehen, eine klare und deutliche Vorgabe zu
machen die zwar verhandelbar ist aber trotzdem klar und
deutlich bleiben muß.
gerade bei den vielverschrieenen Modekrankheiten bleibt betroffenen eltern nichts anderes übrig als konsequent zu sein. den der atgesablauf muss nach strengen regeln erfolgen. jede noch so unbedeutende veränderung wirft manchmals große problem bei der verarbeitung des kindes vor.
doch nur mit konsequenz allein kann man ein krankes kind nicht zu einer verhaltensänderung bringen. da spielen mehrere faktoren eine rolle. zum ersten medikamentöse unterstützung, um das kind aufnahmeempfänglicher zu machen ( denn es sollte für nachfolgende punkte optimale startbedingungen haben), zweitens eine psychologische verhaltenstherapie, drittens eine klar struktuierte umgebung und tagesablauf, feste regeln und konsequenz. am besten alles auf einmal nicht nach wichtigkeit geordnet ( also diese aufzählung nicht falsch verstehen)
Meine Tochter würde sich zwar nicht so verhalten wie von dir
beschrieben.
sei froh darüber, denn an einem gewissen punkt würdest du verzweifeln…
Trotzdem gibt es auch Momente in denen ich klare
Vorgaben machen muss.
Beispiel: Wir spielen und sie fühlt sich ungerecht behandelt,
Reaktion: Trotz, Schmollen, Tränen.
Meine Reaktion: Ich nehme sie ernst, ich will wissen warum sie
so reagiert, mit ihr drüber reden aber so lange sie trotzt,
schmollt und weint, ist das nicht möglich, weiterspielen auch
nicht, dann mache ich eben was anderes, wenn ich auch gern
gespielt hätte, außerdem stört mich trotzen und weinen und sie
soll das doch bitte woanders machen oder mit mir normal reden
damit wir danach weiterspielen können. Wenn sie darauf eingeht
ist schnell alles wieder gut. Wenn nicht sind die Konsequenzen
klar, Spiel zuende und ich mache was anderes, sie muß sich mit
sich selbst beschäftigen.
siehst du, da ist der unterschied, deine tochter trotzt und lässt nicht mit sich reden, die gemeinsame aktivität wird unterbrochen. auch wenn deine tochter noch weiterschmollt, sie kriegt sich jedoch wieder ein.
manche kinder, so auch mein ältester sohn, kriegen sich nicht mehr ein. ob ich ihn links liegen lasse oder rede.
nur dass das reden nicht beim reden bleibt, sie versuchen auszubrechen, weil sie das gerede nicht hören können, weil das gehirn anfängt zu streiken, weil sie überfordert sind. sie versuchen gerade noch mit ihren gefühlen klar zu kommen, mit ihrem ausbruch und dann will noch jemand reden und diskutieren? das geht nicht.
Das gleiche Schema würde ich auch durchziehen wenn ich dein
Problem hätte. Ich bin überzeugt das funktioniert.
mit verlaub, ich nicht. denn bei dem 1000sten vorfall, und glaub mir der wird kommen, egal wie konsequent du bist, gibst du auf. weil deine nerven nicht mehr die besten sind, weil du mehr zeit zum regenerieren brauchst als dir zur verfügung steht.
außerdem weißt du nichts über dieses kind, also warum nicht die vermutung er hat ADHS? und da funktioniert dein schema allein nicht!
Konsequenz bedeutet aber auch, wenn ich dabei bin, wird mein
Erziehungskonzept gelebt. Beispiel: Der Opa findet es
vielleicht lustig als „dicker, fetter Opi“ tituliert zu
werden. Ich würde auch niemals zum Opa sagen er soll hier
erzieherisch einwirken, aber wenn ich dabei bin, weise ich
meine Tochter klar darauf hin, daß ich das nicht dulde und
nenne sofort oder später Gründe dafür.
nein, konsequenz bedeutet, dass auch opa und oma sich nach deinen regeln richten, nicht nur wenn du dabei bist. was zuhause verboten ist und nicht geduldet wird sollte auch bei oma und opa so gelten. natürlich sollte opa erzieherisch einwirken, allerdings erfordert so etwas ganz klare absprachen. denn er ist der betroffene und kann deiner tochter eher klar machen, wie sehr er dadurch verletzt ist.
Das wichtigste bei der Konsequenz ist der Tonfall und die
Körpersprache. Es muß glasklar sein, daß es dir ernst ist, daß
es so umgesetzt wird und nicht diskutkierbar ist. Und
natürlich daß es erklärt wird wenn Erklärungsbedarf besteht
und daß das Kind nicht wirklich etwas falsch gemacht hat,
sondern einfach eine Regel nicht beachtet oder gewußt hat.
ich denke schon, dass man dem kind ganz klar machen sollte, dass es etwas FALSCH gemacht hat, denn nur so kann es ihm bewusst werden. allerdings sollte man das klipp und klar sagen, ohne es zu einem märchen zu machen. knapp und präzise und danach versuchen mit dem kind gemeinsam andere lösungswege finden.
hört sich alles schön an, aber wie erklären, wenn das kind gerade total konfus ist und erst einmal zeit für sich braucht. es ist ein spagat auf drahtseil. du weißt nie genau welches verhalten deinerseits auf ein total neben sich stehendem kind richtig ist.
ach ja, ich wollte auch noch erwähnen, dass ich keinem die verantwortung abnehme oder abspreche. nur kann es nicht sein, dass immer nur die eltern alles falsch machen, inkonsequent sind oder die sozialen verhältnisse nicht stimmen.
es gibt in geordneten verhältnissen lebenden und liebevoll, gerecht und konsequent lebenden familien eben kinder die aus dem schema fallen, sowie es in familien, die sozial mehr als schwach sind, nette „normale“ kinder gibt. ( wobei unser sohn auch nett ist, also nicht dass hier jemand den verdacht hegt alle kranken kinder wären schrecklich böse und garnicht nett und hilfsbereit)
auffällige kinder gab es auch schon zu meines opas zeiten, nur wurde da nicht lange gefackelt und die unarten herausgeprügelt, mit dm ergebnis, dass es heutzutage mehr kaputte seelen gibt als amn vermuten möchte.
noch einaml angemerkt, ich möchte nicht behaupten, dass das kind ADHS oder vergleichbaren krankheiten erkrankt ist, nur möchte ich es auch nicht ganz ausschließen. aber da ich das kind nicht kenne, ist mir eine diagnose auch verwehrt, zudem ich auch nicht psychologin bin.
manche eltern brauchen auch einfach etwas verständnis, denn unverständnis wird einem überall entgegen gebracht. und mit meinen erfahrungen in unserer familei wird ihr der schritt vielleicht leichter gemacht, professionelle hilfe in anspruch zu nehmen, denn das ist keine schande. schande wäre trotz besserem wissen aus feigheit KEINE hilfe anzunehmen.
so und nun mache ich mich dran die morgige planung zu stellen und mich aif das hilfeplangespräch vorzubereiten, um noch bessere möglichkeiten für unseren sohn und der gesamten familie herauszufinden.
nichts für ungut und in der hoffnung etas denkanstösse gegeben zu haben
lg tanya
Gruß D.K.