4 Jahre und kein bißchen leise

Hallo,

Seine Frustrationstoleranz ist gleich null.

Das hast du schon mal gut erkannt. Woran könnte das liegen?
Hat er ältere Geschwister, mit denen er sich messen will?
Hat sich in letzter Zeit etwas verändert?
Steht er im Kindergarten unter Druck? Es gibt auch noch Erzieherinnen, die jedes „falsch“ angemaltes Kunststück kritisieren.
Bist du vielleicht selbst eine Perfektionistin und bist selbst hart mit dir?
Könnte ihn irgendetwas beschäftigen (Ausbildungsbeginn, Kindergartenwechsel, Streitereien der Eltern, Trennung der Eltern, Umzug…)? Auch das allgemeine Wohlbefinden (von Kindern meist nicht formulierbar und differenzierbar) hat Einfluss auf die Frustrationstoleranz.

Ist er vielleicht Entwicklungsverzögert und es klappt einfach noch nicht so gut, wie er will? Den Kinderarzt haben schon einige angesprochen.

Hinzu kommt, daß er sich seit einem Jahr täglich in die Hose
pinkelt, davor hat er es 4 Monate gepackt.

Das hört sich wieder nach einer Veränderung an…

Über konsequenten Umgang haben viele schon geschrieben. Ohne die Situation zu kennen, kann man nicht sagen: dein Sohn braucht Konsequenz. Vielleicht braucht er etwas ganz anderes?
Mehr Zeit mit dir? Du machst eine Ausbildung und hast vielleicht zu wenig Zeit für ihn?
Vielleicht braucht er nur ein paar Erfolgserlebnisse?
Vielleicht muss er zu viele Aufgaben übernehmen, weil du so beschäftigt bist und ist daher frustriert und überfordert?

Es gibt sooo viele Ansätze…

Wenn du hier nicht alles ausplaudern möchtest, kannst du mir auch gern eine Mail schreiben.

Gruß
Tato

Hallo D.K.,

Hallo Semjon,
meine Antworten habe ich mit einem Lächeln geschrieben, in Anerkennung für deinen feinen Sarkasmus…

ich muß sagen ich bin leicht entsetzt, wie viele
Antworten dir sofort die Verantwortung abnehmen wollen

Diesen Ansatz halte ich für unzutreffend. Niemand kann
„die Verantwortung abnehmen“. Die gute Frau hat sich
ja nun extra hier angemeldet, um ihr Problem zu
lösen bzw. einen Schritt dazu zu unternehmen.

Und prompt bekommt sie einen Lösungsvorschlag den ich aus ihrer Sicht sofort annehmen würde: Kind krank, ich hab nix falsch gemacht. --> Fachmann --> Verantwortung weg.

Was einige junge Männer, die in ihrem Leben vielleicht
einfach nur mehr Glück hatten, nicht davon abhalten kann,
kraft ihrer Wassersuppe primär den Zeigefinger zu erheben
und zu dokumentieren, wie „man es richtig macht“ - um dann
noch Abhandlungen über ihre Methoden abzuliefern.

(Danke für den jungen Mann) Nun das ist eben meine naive Art zu versuchen der Frau eine alternative Lösung vorzuschlagen. Klingt doch viel überzeugender wenn ich aus dem Nähkästchen plaudere. Und ein wenig angeben muß doch erlaubt sein.
Übrigens, nach wie vor kann ich dabei nicht an Glück glauben.

Aber so sind sie eben - aber nebenbei kümmern sie
sich ja auch ordentlich um ihre eigenen Familien,
so dass man das einfach so hinnehmen könnte :wink:

Wenn es aber dann auch zu solchen „Ansichten“ kommt:

und dich zum Kinderarzt und sogar zum Kinderpsychologen
(heftig!) schicken. Selbst wenn der Krankheitsansatz
richtig wäre, ist es dir dann lieber dein Kind mit
„Drogen“ ruhig zu stellen bzw. die Phase abzuwarten,
wenn du es auch evtl. mit Konsequenz schaffen könntest?

sollte aber dann doch darauf hingewiesen werden:

Ein krankes Kind, das aufrgund von Schmerzen einen
eingeschränkten Zugang zu seinem sozialen Umfeld hat,
willst Du mit „Konsequenzen ruhigstellen“?. Na dann.

Finde ich falsch wiedergegeben, ich hätte eher geschrieben „Mit Konsequenz unterstützen“.
Ich habe ja keine Erfahrung mit einem so erkrankten Kind, aber würde ich da wirklich so falsch liegen mit meinem Erziehungsbeispiel als unterstützende Maßnahme?

Hinzu kommt, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um eine Erkrankung handelt? Ich kenne (leider) genügend Kinder die sich ähnlich verhalten wie beschrieben, aber einfach nur falsch behandelt werden.

Gruß D.K.

Grüße & nix für ungut

CMБ

Hallo Du arme Stress-Mama,

ganz abgesehen davon, dass Du ja schon ne ganze Masse toller Tips bekommen hast fällt mir noch folgendes ein. Kann denn der Kerl seine Agressionen anderswo rauslassen? Also Toben bis er völlig ko ist? Radeln bis die Schwarte kracht? Fussballspielen? Im Schwimmbad Wasserschlachten machen? Beim Aufräumen Zettel zerfetzen? Im Garten Kirschkerne weitsprucken? Schauken/Rutschen? Rennen? Und das möglichst oft - so wie sich Deine Schilderung liest am besten jeden Tag.

*wink*

Petzi

Wutkissen
Hi!

Bei meinem Zwerg haben wir ein Wutkissen eingeführt!
Er hat in seiner Kuschelhöhle ein großes stabiles Kissen, dass er bei Bedarf so lange malträtieren kann, bis er sich wieder beruhigt hat. Das hat sich schon nicht selten ausgezahlt!

Ob das Ganze bei Deinem Kind eine gesundheitliche Ursache hat, solltest Du imho aber trotzdem feststellen lassen (wenn Du es nicht eh schon gemacht hast).

Eins ist mir aber aufgefallen, als Du unten von Deinen „Strafen“ berichtet hast.
Bei Wutausbruch kein Fernsehen…

Mal ein unverbindlicher Tipp:
Wenn Du strafst (oder die Konsequenzen ziehst), dann sollte die Strafe (oder Konsequenz) in Zusammenhang mit der „Tat“ stehen!
Und das muss erklärbar sein! Eine Verbndung zwischen Fernsehverbot und Ausrasten kann ich jetzt nicht wirklich konstruieren!
Ein „In Ruhe lassen“, in dem man das Zimmer so lange verlässt, bis das Kind sich wieder beruhigt hat, weil es nicht auf Kommunikation reagiert, dagegen schon.
Nur mal als Tipp, den ich selbst erst lernen musste (fahre sehr viel besser damit!)

LG
Guido, der leider keine Möglichkeit mehr für einen Sandsack zu Hause hat (hilft nämlich nicht nur bei Kindern) :wink:

Hallo,

Mal ein unverbindlicher Tipp:
Wenn Du strafst (oder die Konsequenzen ziehst), dann sollte
die Strafe (oder Konsequenz) in Zusammenhang mit der „Tat“
stehen!

Jepp. Da hast du Recht.
Manche Experten sagen argumentieren etwas anders. Sie sagen, dass das Zusammenleben eine Art Wohngemeinschaft ist. Der Erwachsene will etwas von dem Kind. Das Kind will nicht. Gut, sagt der Erwachsene, dann will ich nachher vielleicht auch nicht. Später, wenn das Kind etwas vom Erwachsenen will (Fernsehen), sagt dieser nein. Es ist umstritten, diese Herangehensweise ok ist oder nicht. Für mich ist sie nicht das Wahre.
Ich lege auch Wert auf einen Zusammenhang zwischen Regelverstoß und Konsequenz.

Die Idee mit dem Wutsack ist gut. Hätte von mir sein können. Einen Wutsack kann man immer haben, egal welche Ursache die Wut hat.

Gruß
Tato

Hallo,

ich muß sagen ich bin leicht entsetzt, wie viele Antworten dir
sofort die Verantwortung abnehmen wollen und dich zum
Kinderarzt und sogar zum Kinderpsychologen (heftig!) schicken.

Der Tipp ist an sich gut, denn leider werden immer noch einige Krankheiten viel zu spät erkannt. Davon kenne ich einige. Unbehandelte Knochenbrüche, Farbenblindheit nicht erkannt uvm. Dann lieber einmal öfter fragen. Zudem nimmt der Arzt nicht die Verantwortung ab. Die Mutter hat die Verantwortung für ihr Kind, daher ist es ihre „Pflicht“ den Kinderarzt um Rat zu fragen.
Wahrscheinlich liegt hier keine Erkrankung vor, allerdings kennen wir das Kind ja gar nicht. Da wir es auch nie kennenlernen werden und die Mutter anscheinend ratlos, wird sie selbst einscheiden können, ob ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Selbst wenn der Krankheitsansatz richtig wäre, ist es dir dann
lieber dein Kind mit „Drogen“ ruhig zu stellen bzw. die Phase
abzuwarten, wenn du es auch evtl. mit Konsequenz schaffen könntest?

Wenn das Kind krank ist, dann kann man wenigstens erzieherisch darauf eingehen. Das bedeutet nicht automatisch Konsequenz. Solange man von der Krankheit noch nichts weiß, kann man dem Kind auch schaden. Verlange mal von einem farbenblinden Kind die Farben zu benennen o.ä.
Bei manchen Krankheiten können Medikamente das Leben des Kindes erleichtern. Trotzdem muss ich dir zustimmen, dass sie auch eine Menge Schaden anrichten können.

Ich würde auch niemals zum Opa sagen er soll hier
erzieherisch einwirken, aber wenn ich dabei bin, weise ich
meine Tochter klar darauf hin, daß ich das nicht dulde und
nenne sofort oder später Gründe dafür.

Ich würde in diesem Fall mit dem Kind vor die Tür gehen und die Situation dort klären. Nicht erst später (hat sie wieder vergessen) oder vor den Augen der Verwandtschaft (Würde respektieren).

Gruß
Tato

Hi Guido,

Eins ist mir aber aufgefallen, als Du unten von Deinen
„Strafen“ berichtet hast.
Bei Wutausbruch kein Fernsehen…

Mal ein unverbindlicher Tipp:
Wenn Du strafst (oder die Konsequenzen ziehst), dann sollte
die Strafe (oder Konsequenz) in Zusammenhang mit der „Tat“
stehen!
Und das muss erklärbar sein! Eine Verbndung zwischen
Fernsehverbot und Ausrasten kann ich jetzt nicht wirklich
konstruieren!

die Verbindung liegt da, wo die meisten sie nicht sehen. Fernsehen bedeutet eine große Reizüberflutung, somit ist Fernsehverbot wegen Wutausbruch durchaus denkbar. Schließlich soll das Kind zur Ruhe kommen und nicht noch hibbeliger werden.

Und glaub mir ich habe das schon bei meinen beobachten können, das es so ist. Meist bei schnellen Bild- und Szenenwechseln.

Gruß Andrea

Hallo,

die Verbindung liegt da, wo die meisten sie nicht sehen.

Wir sehen die Verbindung, die Kinder jedoch nicht.
Für das Kind muss die Strafe eine Verbindung haben und am besten auch noch kindgerecht begründbar sein.

Gruß
Tato

Hallo Andrea,

die Verbindung liegt da, wo die meisten sie nicht sehen.
Fernsehen bedeutet eine große Reizüberflutung, somit ist
Fernsehverbot wegen Wutausbruch durchaus denkbar. Schließlich
soll das Kind zur Ruhe kommen und nicht noch hibbeliger
werden.

ob diese Verbindung auch für das Kind nachvollziehbar ist?

Den Fernsehkonsum einzuschränken ist eine gute Sache, aber ich finde, sie sollte unabhängig von konkreten Situationen (also nicht als Strafe) geschehen. Das hat AUCH den Hintergrund, dass die Mutter durch eine solche Strafe die Bedeutung des Fernsehens in den Augen des Kindes hervorhebt. Nun ist der Fernseher aber, wie du schon selbst anmerkst, nicht gerade förderlich für die Gesundheit und die Entwicklung des Kindes…

Liebe Grüße,
Anja

Hallo Petzi,

stimmt, den Tipp finde ich gut. Mein Bruderherz (laut den Erzählungen meiner Eltern ein ziemliches Problemkind) durfte seinerzeit jedes Mal, wenn seine Energie mal wieder übersprudelte, ein paar Laufrunden ums Haus drehen und schon konnte man normal mit ihm reden. :smile: (allerdings war er da vermutlich schon ein wenig älter)

Später betrieb er dann Kampfsport. Vielleicht wäre das auch etwas für das Kind? Immerhin kann es sich da nicht nur auspowern, sondern lernt auch, seine Aggressionen in gelenkten Bahnen auszuleben. Ich vermute, dass es solche Kurse auch schon für Vorschulkinder gibt.

Liebe Grüße,
Anja

1 „Gefällt mir“

Hallo Tato,

Seine Frustrationstoleranz ist gleich null.

Das hast du schon mal gut erkannt. Woran könnte das liegen?
Hat er ältere Geschwister, mit denen er sich messen will?
Hat sich in letzter Zeit etwas verändert?
Steht er im Kindergarten unter Druck? Es gibt auch noch
Erzieherinnen, die jedes „falsch“ angemaltes Kunststück
kritisieren.
Bist du vielleicht selbst eine Perfektionistin und bist selbst
hart mit dir?
Könnte ihn irgendetwas beschäftigen (Ausbildungsbeginn,
Kindergartenwechsel, Streitereien der Eltern, Trennung der
Eltern, Umzug…)? Auch das allgemeine Wohlbefinden (von
Kindern meist nicht formulierbar und differenzierbar) hat
Einfluss auf die Frustrationstoleranz.

endlich mal eine Antwort, die die Probleme in der Erwartungshaltung der Umgebung des Kindes und damit in der Kommunikationsstruktur zwischen Mutter und Kind sucht und nicht -wie es in diesem Thread auf Super-Nanny-Niveau so oft geschehen ist- entweder beim Kind selbst oder beim (falschen) Verhalten der Mutter.

Ich könnte mir sogar darüber hinaus vorstellen (mehr als „Vorstellen“ kann ich ja mangels Info nicht), dass die Aggression des Kindes in erster Linie seine Strategie ist, sein Versagen (denn möglicherweise empfindet er es ja als ein Versagen gemessen an den von ihm wahrgenommenen Ansprüchen der Mutter) daduch zu verbergen bzw. von der eigenen Person abzulenken, dass er es auf die Sache, bei deren Handhabung er versagt, selbst schiebt, weshalb er sie -als sichtbares Zeichen für die Mutter- zur „Strafe“ zerstört.

Viele Grüße
franz

hallo D.K.

ich muß sagen ich bin leicht entsetzt, wie viele Antworten dir
sofort die Verantwortung abnehmen wollen und dich zum
Kinderarzt und sogar zum Kinderpsychologen (heftig!) schicken.

ich finde das nicht heftig, denn dieses kind hat ein problem,. jedes kind zickt gerne mal herum und schmollt, aber wenn dann noch einnässen und andere auffälligkeiten dazu kommen, würde ich professionellen rat einholen.
ich sehe es an unserem beispiel, hätte man uns eher zu einem psychologen geschickt, dann wäre vielleicht einiges nicht passiert.

Selbst wenn der Krankheitsansatz richtig wäre, ist es dir dann
lieber dein Kind mit „Drogen“ ruhig zu stellen bzw. die Phase
abzuwarten, wenn du es auch evtl. mit Konsequenz schaffen
könntest?

krankheitsansatz??? was glaubst du wie die psychologen, die etwas von ihrem fach verstehen, ein kind auf „modekrankheiten“ testen? indem sie es sich mal eben nur anschauen? oh nein, die werden da auseinander gepflückt, werden stresssituationen ausgesetzt um genauestens zu sehen, wie sie reagieren.

DROGEN??? Ich schick dir mal meinen großen vorbei, eine woche mit tabletteneinnahme und dann setz für zwei tage ab. du wirst den unterschied merken.unausgeglichen, überfordert von den einfließenden reizen, extrem aktiv,etc.
sicherlich sind die medikamente kein klacks, aber bevor man diese verteufelt sollte man sich erst informieren. darüber welche wirkstoffe enthalten sind, was sie bewirken und welche hilfe sie bedeuten.
auch sollte man sich im klaren darüber sein welche krankheit sich hinter ADHS verbirgt. welchen leidensdruck sie bei dem betroffenen und den angehörigen hervorrufen kann.
spätestens wenn ein kind der meinung ist, auf grund seiner andersartigkeit, die irgendwann später oder früher auffällt, fehl am platze und unnötig zu sein, dann hat man die wichtigste phase der hilfe verpasst.
diese medikamente stellen ein kind NICHT ruhig, auch wenn es den ersten anschein macht. diese tabletten bewirken, dass die reizüberflutung im gehirn besser kontrolliert wird, und dadurch werden die kinder ausgeglichener und ruhiger. sie sind durch die einnahme des MPH ( Methylphenidat) aufnahmefähiger und daher verändert sich auch ihr verhalten in der umgebung.

Alle Eltern in meinem Umfeld glauben fest sie sind konsequent,
doch die wenigsten sind es tatsächlich. Viele verwechseln
Streng sein mit Konsequenz. Doch konsequent sein bedeutet
bestimmte Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen, zu
seinen Aussagen zu stehen, eine klare und deutliche Vorgabe zu
machen die zwar verhandelbar ist aber trotzdem klar und
deutlich bleiben muß.

gerade bei den vielverschrieenen Modekrankheiten bleibt betroffenen eltern nichts anderes übrig als konsequent zu sein. den der atgesablauf muss nach strengen regeln erfolgen. jede noch so unbedeutende veränderung wirft manchmals große problem bei der verarbeitung des kindes vor.
doch nur mit konsequenz allein kann man ein krankes kind nicht zu einer verhaltensänderung bringen. da spielen mehrere faktoren eine rolle. zum ersten medikamentöse unterstützung, um das kind aufnahmeempfänglicher zu machen ( denn es sollte für nachfolgende punkte optimale startbedingungen haben), zweitens eine psychologische verhaltenstherapie, drittens eine klar struktuierte umgebung und tagesablauf, feste regeln und konsequenz. am besten alles auf einmal nicht nach wichtigkeit geordnet ( also diese aufzählung nicht falsch verstehen)

Meine Tochter würde sich zwar nicht so verhalten wie von dir
beschrieben.

sei froh darüber, denn an einem gewissen punkt würdest du verzweifeln…

Trotzdem gibt es auch Momente in denen ich klare

Vorgaben machen muss.
Beispiel: Wir spielen und sie fühlt sich ungerecht behandelt,
Reaktion: Trotz, Schmollen, Tränen.
Meine Reaktion: Ich nehme sie ernst, ich will wissen warum sie
so reagiert, mit ihr drüber reden aber so lange sie trotzt,
schmollt und weint, ist das nicht möglich, weiterspielen auch
nicht, dann mache ich eben was anderes, wenn ich auch gern
gespielt hätte, außerdem stört mich trotzen und weinen und sie
soll das doch bitte woanders machen oder mit mir normal reden
damit wir danach weiterspielen können. Wenn sie darauf eingeht
ist schnell alles wieder gut. Wenn nicht sind die Konsequenzen
klar, Spiel zuende und ich mache was anderes, sie muß sich mit
sich selbst beschäftigen.

siehst du, da ist der unterschied, deine tochter trotzt und lässt nicht mit sich reden, die gemeinsame aktivität wird unterbrochen. auch wenn deine tochter noch weiterschmollt, sie kriegt sich jedoch wieder ein.
manche kinder, so auch mein ältester sohn, kriegen sich nicht mehr ein. ob ich ihn links liegen lasse oder rede.
nur dass das reden nicht beim reden bleibt, sie versuchen auszubrechen, weil sie das gerede nicht hören können, weil das gehirn anfängt zu streiken, weil sie überfordert sind. sie versuchen gerade noch mit ihren gefühlen klar zu kommen, mit ihrem ausbruch und dann will noch jemand reden und diskutieren? das geht nicht.

Das gleiche Schema würde ich auch durchziehen wenn ich dein
Problem hätte. Ich bin überzeugt das funktioniert.

mit verlaub, ich nicht. denn bei dem 1000sten vorfall, und glaub mir der wird kommen, egal wie konsequent du bist, gibst du auf. weil deine nerven nicht mehr die besten sind, weil du mehr zeit zum regenerieren brauchst als dir zur verfügung steht.

außerdem weißt du nichts über dieses kind, also warum nicht die vermutung er hat ADHS? und da funktioniert dein schema allein nicht!

Konsequenz bedeutet aber auch, wenn ich dabei bin, wird mein
Erziehungskonzept gelebt. Beispiel: Der Opa findet es
vielleicht lustig als „dicker, fetter Opi“ tituliert zu
werden. Ich würde auch niemals zum Opa sagen er soll hier
erzieherisch einwirken, aber wenn ich dabei bin, weise ich
meine Tochter klar darauf hin, daß ich das nicht dulde und
nenne sofort oder später Gründe dafür.

nein, konsequenz bedeutet, dass auch opa und oma sich nach deinen regeln richten, nicht nur wenn du dabei bist. was zuhause verboten ist und nicht geduldet wird sollte auch bei oma und opa so gelten. natürlich sollte opa erzieherisch einwirken, allerdings erfordert so etwas ganz klare absprachen. denn er ist der betroffene und kann deiner tochter eher klar machen, wie sehr er dadurch verletzt ist.

Das wichtigste bei der Konsequenz ist der Tonfall und die
Körpersprache. Es muß glasklar sein, daß es dir ernst ist, daß
es so umgesetzt wird und nicht diskutkierbar ist. Und
natürlich daß es erklärt wird wenn Erklärungsbedarf besteht
und daß das Kind nicht wirklich etwas falsch gemacht hat,
sondern einfach eine Regel nicht beachtet oder gewußt hat.

ich denke schon, dass man dem kind ganz klar machen sollte, dass es etwas FALSCH gemacht hat, denn nur so kann es ihm bewusst werden. allerdings sollte man das klipp und klar sagen, ohne es zu einem märchen zu machen. knapp und präzise und danach versuchen mit dem kind gemeinsam andere lösungswege finden.

hört sich alles schön an, aber wie erklären, wenn das kind gerade total konfus ist und erst einmal zeit für sich braucht. es ist ein spagat auf drahtseil. du weißt nie genau welches verhalten deinerseits auf ein total neben sich stehendem kind richtig ist.

ach ja, ich wollte auch noch erwähnen, dass ich keinem die verantwortung abnehme oder abspreche. nur kann es nicht sein, dass immer nur die eltern alles falsch machen, inkonsequent sind oder die sozialen verhältnisse nicht stimmen.
es gibt in geordneten verhältnissen lebenden und liebevoll, gerecht und konsequent lebenden familien eben kinder die aus dem schema fallen, sowie es in familien, die sozial mehr als schwach sind, nette „normale“ kinder gibt. ( wobei unser sohn auch nett ist, also nicht dass hier jemand den verdacht hegt alle kranken kinder wären schrecklich böse und garnicht nett und hilfsbereit)

auffällige kinder gab es auch schon zu meines opas zeiten, nur wurde da nicht lange gefackelt und die unarten herausgeprügelt, mit dm ergebnis, dass es heutzutage mehr kaputte seelen gibt als amn vermuten möchte.

noch einaml angemerkt, ich möchte nicht behaupten, dass das kind ADHS oder vergleichbaren krankheiten erkrankt ist, nur möchte ich es auch nicht ganz ausschließen. aber da ich das kind nicht kenne, ist mir eine diagnose auch verwehrt, zudem ich auch nicht psychologin bin.

manche eltern brauchen auch einfach etwas verständnis, denn unverständnis wird einem überall entgegen gebracht. und mit meinen erfahrungen in unserer familei wird ihr der schritt vielleicht leichter gemacht, professionelle hilfe in anspruch zu nehmen, denn das ist keine schande. schande wäre trotz besserem wissen aus feigheit KEINE hilfe anzunehmen.

so und nun mache ich mich dran die morgige planung zu stellen und mich aif das hilfeplangespräch vorzubereiten, um noch bessere möglichkeiten für unseren sohn und der gesamten familie herauszufinden.

nichts für ungut und in der hoffnung etas denkanstösse gegeben zu haben

lg tanya

Gruß D.K.

6 „Gefällt mir“

Wutkissen
Hi Andrea!

die Verbindung liegt da, wo die meisten sie nicht sehen.

Und erst recht keine Kinder!

Fernsehen bedeutet eine große Reizüberflutung, somit ist
Fernsehverbot wegen Wutausbruch durchaus denkbar. Schließlich
soll das Kind zur Ruhe kommen und nicht noch hibbeliger
werden.

Womit wir beim nächsten Thema wären: Zeitnähe!
Wenn ein Kind um 3 Uhr randaliert - was bringt es dann, es um 6 nicht fernsehen zu lassen?
Hier gleich doppelt: Zum einen ist es vermutlich längst wieder ruhig, zum anderen weiß es gar nicht mehr, WARUM es kein fern sehen darf…

Und glaub mir ich habe das schon bei meinen beobachten können,
das es so ist. Meist bei schnellen Bild- und Szenenwechseln.

Ich sehe das bei meinem auch - allerdings unabhängig von der Bildfolge, abhängig von der Spannung.

LG
Guido

2 „Gefällt mir“

Hallo Tanja,
ich denke wir haben hier einen Konsenz.
Ich wollte selbstverständlich nicht so verstanden werden, daß man in einer solchen Sache nie zum Arzt oder zum Psychologen gehen solle und alles mit Erziehung zu regeln sei.
Wie ich auch bei dir raushöre, kann der „Fels ind der Brandung“ - Konsequenz durchaus unterstützend wirken, auch im Krankeitsfall.
Ein Indikator für eine Krankheit könnte vielleicht sein, daß sich das Kind dann nicht nur bei mir so verhält sondern auch bei anderen, in Schule bzw. Kindergarten.

Ich kenne eben viele Kinder, Freunde meiner Tochter, die sich in Anwesenheit ihrer Eltern, wie kleine Teufel verhalten und wenn sie in der Schule oder bei uns sind, wie brave Lämmer.
Der Umgang der Eltern mit diesen Kindern ist aber so offensichtlich daneben und inkonsequent, daß ich das Verhalten der Kinder fast schon als Hilferuf ansehe. Wenn man mit diesen Eltern spricht oder sie über ihre „misratenen Kinder“ sprechen, halten die Eltern sich für sehr konsequent, meinen damit ihre willkürliche Strenge und rennen mit ihren Kindern auch von Arzt zu Arzt in der Hoffnung, ein Arzt bescheinigt endlich mal irgendeinen Grund für das Verhalten und sagt damit, sie, die Eltern hätten nichts falsch gemacht.

Noch kurz zu dem Opa-Beispiel.
Beide Elternteile Vollzeitjob, da waren tagsüber die Großeltern eine große Hilfe für uns. Wir haben wirklich lange darüber nachgedacht, wie wir da mit der Erziehung umgehen sollen und uns dagegen entschieden, den Großeltern unser Konzept aufzupflanzen. Und wenn sie sich bemüht hätten, es wäre für sie nicht möglich gewesen, das so umzusetzen. Die Gefahr war uns durchaus bewußt und vor allem die Angst, daß wir immer die bösen sind weil die Großeltern zu allem Ja sagen.
Die Erfahrung ist, daß unsere Tochter sehr genau unterscheiden konnte und kann, wo sie was darf und was die wirklich wichtigen Erziehungselemente sind. Mama und Papa sind trotzdem Bezugsperson No. 1 und als Nebeneffekt gab es nie Konflikte und Reibereien zwischen den Großeltern und uns.
Wenn der Opa also über „dicker, fetter Opa“ lacht und das ganz toll findet, ist es mein Job meiner Kleinen klar zu machen was es bedeutet so etwas zu sagen. Wenn die Oma alle paar Tage mit einem neuen Diddl-Irgendwas daherkommt, schimpfe ich nicht mit der Oma, sondern spreche mit meiner Kleinen, sie soll sich mal überlegen ob sie das wirklich braucht und ob die Oma eigentlich genug Geld hat und siehe da mein Töchterchen sagt zur Oma, daß sie sich das nächste Diddl-Geschenk für den Geburtstag aufsparen soll.
Unterm Strich hat sich also eine fragwürdige Entscheidung als gut herausgestellt.

Gruß D.K.

1 „Gefällt mir“

Hi!

Bei meinem Zwerg haben wir ein Wutkissen eingeführt!
Er hat in seiner Kuschelhöhle ein großes stabiles Kissen, dass
er bei Bedarf so lange malträtieren kann, bis er sich wieder
beruhigt hat. Das hat sich schon nicht selten ausgezahlt!

Das haben wir auch schon gemacht. Er ist in diesen Situationen so
außer sich, daß es ihn noch wütender macht, wenn ich ihn an sein
Kissen erinnere. Von alleine nutzt er es auch nicht. Wir haben schon
oft in ruhigen Momenten über diese Möglichkeit gesprochen, und er
zeigt sich auch immer sehr einsichtig. Sobald aber die Situation
eskaliert, ist alles wieder vergessen.

Ob das Ganze bei Deinem Kind eine gesundheitliche Ursache hat,
solltest Du imho aber trotzdem feststellen lassen (wenn Du es
nicht eh schon gemacht hast).

Eins ist mir aber aufgefallen, als Du unten von Deinen
„Strafen“ berichtet hast.
Bei Wutausbruch kein Fernsehen…

Mal ein unverbindlicher Tipp:
Wenn Du strafst (oder die Konsequenzen ziehst), dann sollte
die Strafe (oder Konsequenz) in Zusammenhang mit der „Tat“
stehen!
Und das muss erklärbar sein! Eine Verbndung zwischen
Fernsehverbot und Ausrasten kann ich jetzt nicht wirklich
konstruieren!
Ein „In Ruhe lassen“, in dem man das Zimmer so lange verlässt,
bis das Kind sich wieder beruhigt hat, weil es nicht auf
Kommunikation reagiert, dagegen schon.
Nur mal als Tipp, den ich selbst erst lernen musste (fahre
sehr viel besser damit!)

Ich habe ihn schon öfter in sein Zimmer geschickt, als ich zählen
kann.(Mit (auch anschließender) nochmaliger Erklärung)5 Minuten, wenn
er im Zimmer weiter Terror macht, 5 Minuten ab dem Zeitpunkt wo er
sich (einigermaßen) ruhig verhält. Ergebnis: Entweder ein Demolieren
im Zimmer oder aber er beruhigt sich, singt als ob nichts gewesen
wäre, dann hole ich ihn wieder und der Streß geht nach ein paar
Minuten von neuem los. So zieht sich das oft über einen ganzen Tag.
Entweder ist es ihm egal, oder (wobei ich mir zu 99% sicher bin), er
hat sich selber nicht unter Kontrolle.

LG
Guido, der leider keine Möglichkeit mehr für einen Sandsack zu
Hause hat (hilft nämlich nicht nur bei Kindern) :wink:

Hallo D.K.,

meine Antworten habe ich mit einem Lächeln geschrieben,
in Anerkennung für deinen feinen Sarkasmus…

Ich hatte erst erwogen, etwas „sachlicher“ zu
formulieren; da Du aber hier schon über genug
Prestige verfügst, kannst Du imho auch „normale
Sprache“ vertragen :wink:

Ich habe ja keine Erfahrung mit einem so erkrankten Kind,
aber würde ich da wirklich so falsch liegen mit meinem
Erziehungsbeispiel als unterstützende Maßnahme?

Im Prinzip ist das ja auf eine gewisse Art - und
bezogen auf Situationen, wie Du sie meinst und
kennst, durchaus richtig. Das haben ja auch eine
Reihe von Lesern durch Resonanz in der Wertung
bekräftigt.

Mein Einwand ist nun, dass es bezogen auf den
geschilderten Fall ineffektiv ist, den Zeige-
finger und eine Latte „Erfolgslösungen“ vorzu-
bringen. Es hat keinen Effekt, ausser für den
Schreiber und seine ‚followers‘.

Hier scheint mir doch ein ernsteres Prooblem
vorzuliegen, möglicherweise eine nicht-ideal-
Konfiguration bzw. Kommunikationsstörung. In
so einem Fall kann man imho nur sehr behutsam
vorgehen und in der positiven Kooperation
schrittweise auf eine Lösung hinarbeiten.
Unter Wahrung der Autorität und des Kompetenz-
gefühls der in diesem Falle ausschlaggebenden
Person, der Mutter.

Und dieses hast Du (imho) nicht beachtet - und
dieses Nichtbeachten wird überdeutlich von
vielen anderen hier geteilt. Deshalb meine
Einwände.

Grüße

CMБ

2 „Gefällt mir“

Hallo Du arme Stress-Mama,

ganz abgesehen davon, dass Du ja schon ne ganze Masse toller
Tips bekommen hast fällt mir noch folgendes ein. Kann denn der
Kerl seine Agressionen anderswo rauslassen? Also Toben bis er
völlig ko ist?

Radeln bis die Schwarte kracht?

Fussballspielen? Im Schwimmbad Wasserschlachten machen? Beim
Aufräumen Zettel zerfetzen? Im Garten Kirschkerne
weitsprucken? Schauken/Rutschen? Rennen? Und das möglichst oft

  • so wie sich Deine Schilderung liest am besten jeden Tag.

Er ist ein Energiebündel, und natürlich gebe ich ihm die
Möglichkeit, seine ganze Power rauszulassen: Im Kindi gibt es einen
großen Garten, unsere Wohnung wird oft zum Abenteuerspielplatz aus
Tunnel Matratze und Decken, wir gehen Schwimmen, machen
Kissenschlachten, fahren Rad, gehen auf den Bolzplatz. Und auch da
gibt es wieder Probleme: Er trifft mal das Tor nicht->heulen Er kommt
mit seinem Fahrrad nicht weiter->heulen usw

*wink*

Petzi

Später betrieb er dann Kampfsport. Vielleicht wäre das auch
etwas für das Kind? Immerhin kann es sich da nicht nur
auspowern, sondern lernt auch, seine Aggressionen in
gelenkten Bahnen
auszuleben. Ich vermute, dass es solche
Kurse auch schon für Vorschulkinder gibt.

Habe mich schon informiert: erst ab 6,7 Jahren

Hallo,

Seine Frustrationstoleranz ist gleich null.

Das hast du schon mal gut erkannt. Woran könnte das liegen?
Hat er ältere Geschwister, mit denen er sich messen will?
Hat sich in letzter Zeit etwas verändert?

Er hat keine Geschwister.
Es ändert sich ständig etwas bei uns. Als erstes, das ich seit
September eine Ausbildung mache. Außerdem sind wir vor ca 3 Monaten
in eine neue Wohnung gezogen. Aber die Probleme sind ja nicht erst
seit gestern da, sondern haben sich einfach von Geburt an
weiterentwickelt. Er war ein Schreikind, nicht so extrem wie andere
Babies aber doch auffallend. Mit drei Monaten hat er schon von 21.00
-9.00 durchgeschlafen, dafür tagsüber gerade mal 1-2 Stunden. Schon
mit 6 Monaten hat er gebrüllt, weil er etwas nicht haben durfte.

Steht er im Kindergarten unter Druck? Es gibt auch noch
Erzieherinnen, die jedes „falsch“ angemaltes Kunststück
kritisieren.

Die Erzieherinnen sind klasse. Wir haben das Problem schon besprochen
und wir versuchen uns abzusprechen wie mit den einzelnen Situationen
umgegangen wird.

Bist du vielleicht selbst eine Perfektionistin und bist selbst
hart mit dir?

Natürlich mache ich mir viele Vorwürfe, weil es meinen Sohn wohl am
meisten mitnimmt. Insofern bin ich hart zu mir,ja. So wie ich deine
Frage verstehe, soll sie auch auf meinen Sohn abzielen, inwiefern ich
auch ihn unter einen gewissen Leistungsdruck stelle. Es ist sicher
so, daß ich unter dem ganzen Streß mal zusammenbreche und mich dann
ärgere, wenn er sich z.B. zum vierten Mal in die Hose macht, obwohl
wir gerade erst eine frische angezogen haben und er vor 10 Minuten
auf dem Klo war. Ich versuche aber mich zusammenzureißen, und ich muß
sagen es fällt mir immer schwerer. Versuch dich mal 15 oder 20 mal am
Tag zusammenzureißen. Das reißt dich irgendwann auseinander.

Ist er vielleicht Entwicklungsverzögert und es klappt einfach
noch nicht so gut, wie er will? Den Kinderarzt haben schon
einige angesprochen.

Ja, der Kinderarzt. Dieses Thema interessiert ja schon einige:
Mit drei Jahren war ich mit ihm im pädiatrischen Zentrum. Fünfmal
waren wir dort, Spieltherapie… er sollte Spiele für 5-jährige
spielen, bis es ihn genervt hat und er die Spielfiguren
rumgeschmisssen hat. Zwei, drei Spiele MUßTE er machen, hat er nicht
mitgespielt, mußte er dabeisitzen, bis die Heilpädagogin und ich das
Spiel zu ende gespielt hatten(?!) Danach durfte er sich etwas zum
Spielen aussuchen. Ich denke, er sollte so lernen, Streßsituationen
auszuhalten. Ich habe mir gesagt, das muß er zuhause genauso, und
habe die „Behandlung“ abgebrochen. Die Frau konnte mir auch nicht
genau erklären, wie der weitere Verlauf sein würde und was ich zu
hause besser machen kann.

Seit einem halben Jahr gehen wir regelmäßig zum Jugendamt,
Erziehungsberatung. Bringt nicht wirklich was, außer daß ICH mich mal
ausreden kann.

Vor drei Monaten habe ich sogar einen Psychologen zu Rate gezogen.
Ich habe das Thema „Krankheit“ lange vor mir hergeschoben, da ich
meistens mir die Schuld gegeben habe. Ich möchte auch nicht, daß er
vielleicht mal Medikamente nehmen muß. Aber da einige Bekannte mich
auf ADHS angesprochen haben, habe ich mich erst über diese Krankheit
informiert, und nachdem ich so viele Parallelen ziehen konnte, habe
ich es dann gewagt, einen Kinderpsychologen zu fragen. Er war bei uns
daheim, und auch im Kindergarten. Nach der Beobachtung zuhause hatte
er den „starken Verdacht auf ADHS“, im Kindergarten sagte er dann
(aus der Beobachtung heraus, daß mein Sohn auch mal stillsitzen
kann), „unter keinen Umständen ADHS“.
Danach sprach ich nochmal den Kinderarzt an, der sagte wiederum, ich
solle zu einem Kinderpsychiater gehen.
Soweit bin ich jetzt.

endlich mal eine Antwort, die die Probleme in der
Erwartungshaltung der Umgebung des Kindes und damit in der
Kommunikationsstruktur zwischen Mutter und Kind sucht
und nicht -wie es in diesem Thread auf Super-Nanny-Niveau so
oft geschehen ist- entweder beim Kind selbst oder
beim (falschen) Verhalten der Mutter.

Ich könnte mir sogar darüber hinaus vorstellen (mehr als
„Vorstellen“ kann ich ja mangels Info nicht), dass die
Aggression des Kindes in erster Linie seine Strategie ist,
sein Versagen (denn möglicherweise empfindet er es ja als ein
Versagen gemessen an den von ihm wahrgenommenen
Ansprüchen der Mutter) daduch zu verbergen bzw. von der
eigenen Person abzulenken, dass er es auf die Sache, bei deren
Handhabung er versagt, selbst schiebt, weshalb er sie -als
sichtbares Zeichen für die Mutter- zur „Strafe“ zerstört.

OK, hier Info:wink:
Ständig erkläre ich ihm, daß jeder Mensch erstmal lernen muß, wie man
bestimmte Dinge tut. Selbst Oma konnte mal keine Schleife und Mama
mußte auch erst pfeifen lernen.
Ich lobe ihn wenn er etwas neues schafft, und auch schon gelernte
Dinge bedürfen natürlich ab und zu wieder der Anerkennung.

Viele Grüße
franz