4 Jahre und kein bißchen leise

Hallo Andrea,

Seine Frustrationstoleranz ist gleich null.

Nun algemein deutet sowas auf Kinder denen lange viel
abgenommen wurde.

Ich habe immer versucht, ihn soviel wie möglich selbständig erledigen
zu lassen. Er ist auch ein pfiffiges Kerlchen und will halt „selber
machen“. Wäre gar nicht anders gegangen, sonst wäre das noch ein
Streßfaktor geworden.

Der Reißverschluß klemmt:er wirft sich auf den Boden und brüllt.

Seit wann macht er ihn denn selbst zu? Seit ca 2 Jahren

Und hinwerfen und

brüllen sollte ignoriert werden, oder

Auszeit.Wir machen Auszeit. Auszeit,Auszeit.Ständig!

Es fällt Essen vom Löffel: Löffel und restliches Essen fliegen

hinterher.

Nochmals die Frage seit wann ist er mit dem Löffel alleine,
passiert das auch bei der Gabel? Seit ca zweieinhalb Jahren.

Passiert mit allem.

Er macht ein Puzzle zum ersten mal und findet nicht sofort das

passende Teil:

Puzzle wird nach mir geworfen und ich bin ein „A…loch“.

Puzzelt er alleine oder mit dir zusammen? Wie kommuniziert ihr
dabei?
Mit Dingen werfen und Schipfwörter sagen - Auszeit.

Er puzzelt auch schon mal alleine, aber nur selten, weil ich ja weiß,
daß er ohne unterstützende Ruhe nicht weit kommt. Ich versuche ihm
Denkanstöße zu geben,(„wo könnte denn das hier mit dem glatten Rand
hinkommen…“)dann schaue ich teilweise wieder nur zu.
Irgendwann kippt die Stimmung dann trotzdem.

In unserer alten Wohnung hat er aus Frust schon das Metallbein vom

Trampolin

abgeschraubt(!)und die ganze Wand mit Löchern versehen.

Sorry, aber ein Bein vom Trampolin abzuschrauben kostet so
seine Zeit. Und dann noch unbemerkt Löcher in die Wand zu
machen ebenfalls. Wo warst du da?

Damals hat er ab und zu gegen die Wand gehauen wenn er wütend war,
und da unsere Nachbarn auch immer laut waren, hab ich ihn das tun
lassen. Das geklopfe habe ich sofort damit verbunden und als ich dann
nach 5 Minuten reinkam, war es passiert

Auszeit bedeutet immer so ca. 2 Minuten, dann kontrollieren
das er auch ja noch da sitzt wo man ihn hingesetzt hat für die
Auszeit. Die Auszeit wird am besten da gemacht wo man
mitbekommt das er was anderes tut als sitzen und einen aber
trotzdem nicht sieht (Flur). Gut wäre es wenn nicht in der
Nähe ist was er zerstören kann.

ich habe es mit dem Flur probiert, und dem sogenannten stillen Stuhl.
Er hat es einige Male akzeptiert, dann fing er an mit dem Stuhl
herumzurutschen und aufzustehen. Irgendwann setzte er sich nicht mal
mehr darauf. Das war mal so mal so, und nach zwei Monaten ohne
Besserung habe ich es gelassen. Das deutet zwar wieder auf die
gernbeschriebene Inkonsequenz aber wenn es nicht fruchtet…?

Hinzu kommt, daß er sich seit einem Jahr täglich in die Hose
pinkelt,
davor hat er es 4 Monate gepackt.

Hast du das einnässen mal ärztlich abchecken lassen, das
deutet entweder auf einen schmerzhafte Harnwegsinfektion
hin(was übrigens einige, nicht alle, Verhaltensmuster erklären
könnte) oder nässt er aufgrund einer gefühlsbedingten
Veränderung ein, also seelisch bedingt?

habe schonmal einen Kurzcheck machen lassen, gehe aber bald nochmal
zum Urologen.

In deiner Vika steht das du 22-23 bist das heißt du hast dein
Kind sehr früh bekommen, ausserdem steht da das du eine
Ausbildung zur Werbekauffrau machst/gemacht hast?
Jetzt muss ich raten, sowas zu packen mit Kind geht nur mit
entsprechender Hilfe (Oma/Opa?)

Habe keine Hilfe, außer Kindergarten. Meine Mutter wohnt zu weit weg,
sein Vater kommt alle zwei Wochen, wenn überhaupt. Suche zur Zet eine
Tagesmutter und er ist oft bei verschiedenen Bekannten. Was natürlich
bei der Problemlage nicht förderlich sein kann, aber es geht nicht
anders. Mir ist klar, das die ganze Lage, so schwer sie für mich ist,
noch schwieriger für meinen Sohn sein muß, aber ich muß es auch unter
diesen Umständen doch irgendwie schaffen, ihn eine schöne Kindheit
erfahren zu lassen.

Frag dich doch bitte mal was denn zu der Zeit passiert ist als
dein Sohn wieder angefangen hat einzunässen?

Ich habe ihm seinen Schnuller nachts abgewöhnt, doch ich kann mir
nicht vorstellen, daß das ihm ein Jahr hinterherhängt!

Hallo Semjon,

Ich habe ja keine Erfahrung mit einem so erkrankten Kind,
aber würde ich da wirklich so falsch liegen mit meinem
Erziehungsbeispiel als unterstützende Maßnahme?

Das haben ja auch eine
Reihe von Lesern durch Resonanz in der Wertung
bekräftigt.

Mein Einwand ist nun, dass es bezogen auf den
geschilderten Fall ineffektiv ist, den Zeige-
finger und eine Latte „Erfolgslösungen“ vorzu-
bringen. Es hat keinen Effekt, ausser für den
Schreiber und seine ‚followers‘.

Hier scheint mir doch ein ernsteres Prooblem
vorzuliegen, möglicherweise eine nicht-ideal-
Konfiguration bzw. Kommunikationsstörung. In
so einem Fall kann man imho nur sehr behutsam
vorgehen und in der positiven Kooperation
schrittweise auf eine Lösung hinarbeiten.
Unter Wahrung der Autorität und des Kompetenz-
gefühls der in diesem Falle ausschlaggebenden
Person, der Mutter.

Und dieses hast Du (imho) nicht beachtet - und
dieses Nichtbeachten wird überdeutlich von
vielen anderen hier geteilt. Deshalb meine
Einwände.

Wow, vielleicht sollte ich Erziehungsminister werden oder eine Religion gründen. :smile: Ob da 7 Sternchen reichen?

Ernsthaft, ging es mir ähnlich wie dir und ich bin auch bestrebt gewesen das Ganze in der goldenen Mitte zu halten. Ich hatte eben den Eindruck, daß der jungen Mutter zu viel von dem „Geh zum Fachmann“ um die Ohren gehauen wurde, wo IMHO eigentlich der gesunde Menschenverstand mehr bringen würde.

Übrigens, was z.H. bedeutet eigentlich IMHO. Meine Gefühl sagt es hat was mit „meiner Meinung nach“ zu tun. Kannst du mich aufklären?

Gruß D.K.

wie benimmt er sich denn im Kindergarten ?

Aus erzählungen heraus würde ich sagen: ähnlich, aber abgeschwächt.

Haqllo Mama22,

habe schonmal einen Kurzcheck machen lassen, gehe aber bald
nochmal
zum Urologen.

Das ist vielleicht ein sinnvoller Gedanke, beim durchlesen der anderen Postings und deiner Antworten hab ich mir so meine Gedanken gemacht.
Und da du unten die Tagesmutter erwähnt hast ist mir dann noch etwas eingefallen. Durch meine Tagesmutter damals habe ich bei meinem Großen (damals 2 1/2) erst den Hinweis auf eine Mögliche Allergie erhalten, man ist ja als junge Mutter manchmal echt blind und unerfahren :smile:
Er war auch unruhig und etwas „unausgeglichen“ um es mal so zu nennen. Er hatte eine Weizen- und Zuckerallergie, die ich mit Bioresonanztherapie hab behandeln lassen. Während der Behandlungszeit mussten wie weitesgehends die Allergene meiden, oh gott war das schwer. Vor allen Brot zu bekommen ohne Weizen und Zucker, war der Hammer (Ich hatte aber einen netten Bäcker in der Nähe, danke nochmal an dieser Stelle). Ergebnis war das mein großer viel ruhiger und ausgeglichener wurde, auch in Stresssituaionen war er umgänglicher.

Da Erzieherische Ansätze anscheinend nicht richtig helfen, würde ich auch mal in dieser Richtung testen lassen. Eine Freundin von uns hat es heute (sie ist mittlerweile über 50) noch das, wenn sie zuviel Zucker zu sich nimmt, sie quasi hyperaktiv wird. Sie weiß darum und kann deshalb damit gut umgehen, und es ist keine Allergie. Ihr Körper verarbeitet Zucker halt anders.
Solche Zusammenhänge kann man nur durch gezielte Beobachtung herrausfinden und das weißt du eh am besten.

Ach ja der Rat deines Kinderarztes einen Kinderpsychologen aufzusuchen ist ein guter. Denn die sind speziell für Kinder ausgebildet und haben meist mehr Erfahrung was die Diagnosenstellung ADS oder ADHS angeht. Und auch wenn die Erziehungsberatung nur die Möglichkeit bietet das du dir Luft machen kannst, so ist das schon viel wert.

In deiner Vika steht das du 22-23 bist das heißt du hast dein
Kind sehr früh bekommen, ausserdem steht da das du eine
Ausbildung zur Werbekauffrau machst/gemacht hast?
Jetzt muss ich raten, sowas zu packen mit Kind geht nur mit
entsprechender Hilfe (Oma/Opa?)

Habe keine Hilfe, außer Kindergarten. Meine Mutter wohnt zu
weit weg,
sein Vater kommt alle zwei Wochen, wenn überhaupt. Suche zur
Zet eine
Tagesmutter und er ist oft bei verschiedenen Bekannten. Was
natürlich
bei der Problemlage nicht förderlich sein kann, aber es geht
nicht
anders. Mir ist klar, das die ganze Lage, so schwer sie für
mich ist,
noch schwieriger für meinen Sohn sein muß, aber ich muß es
auch unter
diesen Umständen doch irgendwie schaffen, ihn eine schöne
Kindheit
erfahren zu lassen.

So jetzt drück ich dich mal ganz fest, ich kenne das Problem mit Betreuung und dem schlechten Gewissen das man dann hat. Aber aus heutiger Sicht kann ich nur sagen das das größte Geschenk das ich meinen Kindern trotz meiner Vollzeitbeschäftigung gemacht habe die Zeit und Liebe war und ist die ich ihnen spende (Auch wenn der Haushalt darunter leiden muss *breit grins*) Meine beiden sagen mir immer wieder das ich die beste Mama der Welt bin *Brust schwell*, trotz der kleinen oder größeren Meinungsverschiedenheiten zwischen uns :smile:
Klar ist da ja auch noch der Papa und deshalb hab ich es sicherlich einfacher als du, aber damals mussten wir beide aus finanziellen Gründen arbeiten und wir haben es trotzdem geschafft.

Ich hab damals meine Tagesmutter übrigens über das Jugendamt vermittelt bekommen, bei uns in Kiel gab es über das Jugendamt geschulte Tagesmütter, war zwar teurer aber dafür hatten wir eine ganz tolle naja eigentlich Tagesomi samt Tagesopi. Sie hat insgesamt 6 Kinder von 9 Monaten bis 12 Jahren betreut und hatte 3 eigene große Kinder. Vielleicht gibt es sowas ja auch bei euch, vielleicht auch über die Arbeiterwohlfahrt oder die Diakonie.

Frag dich doch bitte mal was denn zu der Zeit passiert ist als
dein Sohn wieder angefangen hat einzunässen?

Ich habe ihm seinen Schnuller nachts abgewöhnt, doch ich kann
mir
nicht vorstellen, daß das ihm ein Jahr hinterherhängt!

Das kommt darauf an wie wichtig ihm der Schnuller als Ausgleich war, das Schnuller befriedigt ja nicht nur das Saugbedürfnis sondern auch ein gewisses Gefühl der Geborgenheit. Hat er ein Kuscheltier das er nicht missen möchte? Manche Kinder brauchen auch mehr als nur eine Sache zum Wohlfühlen. *schmunzel* Kann mich da an die Tochter einer Freundin erinnern die grundsätzlich „10“ Schnuller brauchte zum schlafen, an jedem Finger einen. Als sie ihr das Schnullern abgewöhnen wollten hat es Wochen gedauert, die Schnullerzahl wurde jeden 2-3 Tag reduziert und merkwürdiger Weise hatte sie am nächsten Morgen wieder 10 Stück!!! Und ehrlich die Schnuller wurden konfiziert und draußen in Müll geworfen, trotzdem hatte sie irgenwo immer noch welche gehabt :smile:

Kopf hoch du schaffst es bestimmt den Ursachen auf den Grund zu gehen du musst nur beharrlich genug bleiben.

Gruß Andrea

hallo D.K.

Ich wollte selbstverständlich nicht so verstanden werden, daß
man in einer solchen Sache nie zum Arzt oder zum Psychologen
gehen solle und alles mit Erziehung zu regeln sei.

nun, ich habe eben deinen satz, dass du es erschreckend findest, dass viele zur hilfe eines psychologen raten, so verstanden, dass du eher der meinung bist, dass das beschriebene verhalten an der erziehung liegt.
und genau diese reaktion brachten mir damals auch viele kinderärzte rüber, die das allesamt unnötig fanden. mich und die probleme erst ernst nahmen, als das kind schon in den brunnen gefallen war. trotz liebevoller umgebung und gesunder konsequenz.

Wie ich auch bei dir raushöre, kann der „Fels ind der
Brandung“ - Konsequenz durchaus unterstützend wirken, auch im
Krankeitsfall.

iich habe nie behauptet, dass es ohne konsequenz funktioniert. im gegenteil ich finde es wichtig gerade dies in die therapie mit einzubeziehen.

Ein Indikator für eine Krankheit könnte vielleicht sein, daß
sich das Kind dann nicht nur bei mir so verhält sondern auch
bei anderen, in Schule bzw. Kindergarten.

nun, gewissermaßen hast du recht, obwohl es auch kranken kindern teilweise leichter fällt sich an andere geltende regeln in fremden haushalten zu halten, da der aufenthalt meist nur von kurzer dauer ist.

in unserem fall verhält es sich tatsächlich so, dass unser großer bei unternehmungen der allerliebste ist, und selten jemand glaubt, wie er sonst sein kann. nur darf eben keine stress-situation auftreten, aus der er nicht flüchten kann.
und bei häuslichem stress geht das nun mal selten, da eltern meist das bedürfnis haben alles sofort ausdiskutieren zu müssen.

Ich kenne eben viele Kinder, Freunde meiner Tochter, die sich
in Anwesenheit ihrer Eltern, wie kleine Teufel verhalten und
wenn sie in der Schule oder bei uns sind, wie brave Lämmer.
Der Umgang der Eltern mit diesen Kindern ist aber so
offensichtlich daneben und inkonsequent, daß ich das Verhalten
der Kinder fast schon als Hilferuf ansehe.

du hast es richtig erfasst, solche auffälligkeiten sind hilferufe, ob aus mangel der erziehung oder inkonsequenz oder eben krankheit. und da in diesem forum eben nicht die möglichkeit gegeben ist, jemand unbekanntes zu beurteilen, kann man weder etwas bestätigen noch ausschließen.
meine beiträge hier sind aufjeden fall so gedacht, dass ich anreize zur hilfesuche geben möchte, und falls die mutter/eltern nicht total bei der erziehung daneben lagen mut zu machen.
als betroffene eltern, die immer diesselbe reaktion ihrer mitmenschen trifft, nämlich kommentare wie :du bist nicht konsequent genug, hast dies und jenes falsch gemacht, willst dich vor der verantwortung für deinen erzieherischen murks hinter einer ärztlichen diagnose verstecken, etc., weiß ich dass nichts mehr hilft als verständnis für die situation und das wissen wieviel noch betroffen sind.

und obwohl es für uns ärgerlich war, lange nach einem therapieplatz, stationär als auch ambulant suchen zu müssen, war es eine erleichterung zu wissen, es gibt noch mehr eltern mit problemkindern, wir sind nicht alleine. denn gäbe es die nicht, dann hätten wir ratzfatz einen platz gehabt.

Wenn man mit diesen

Eltern spricht oder sie über ihre „misratenen Kinder“
sprechen, halten die Eltern sich für sehr konsequent, meinen
damit ihre willkürliche Strenge und rennen mit ihren Kindern
auch von Arzt zu Arzt in der Hoffnung, ein Arzt bescheinigt
endlich mal irgendeinen Grund für das Verhalten und sagt
damit, sie, die Eltern hätten nichts falsch gemacht.

fehler in der erziehung macht jeder, selbst eltern, die superbrave mit keinen oder nur minimalen verhaltensstörungen zeigen. nur leider machen sich die fehler bei einem kranken kind extremer bemerkbar. und ist die situation dann endgültig verfahren, dann hilft eben nur noch der weg zum psychologen, der nicht nur dem auffälligen kind hilft sondern der ganzen familie zur seite steht.
außerdem sollte nie ein kinderarzt allein eine diesbezügliche diagnose stellen, sondern nur in kooperation mit einem kinderpsychologen. und die zeit bis zu einer diagnose kann variieren und etwas länger dauern. dafür sind diese dann aber auch stichhaltig.
diese diagnose sollte auch nicht mal eben den eltern vermittelt werden, sondern in einem längeren gespräch und es wird auch darauf hingewiesen, was von den eltern falsch gemacht wurde und wo bedarf an veränderung besteht. das setzt voraus, dass intensive gespräche mit den eltern geführt wurden, und die eltern ganz ehrlich sind.

Noch kurz zu dem Opa-Beispiel.
Beide Elternteile Vollzeitjob, da waren tagsüber die
Großeltern eine große Hilfe für uns. Wir haben wirklich lange
darüber nachgedacht, wie wir da mit der Erziehung umgehen
sollen und uns dagegen entschieden, den Großeltern unser
Konzept aufzupflanzen. Und wenn sie sich bemüht hätten, es
wäre für sie nicht möglich gewesen, das so umzusetzen. Die
Gefahr war uns durchaus bewußt und vor allem die Angst, daß
wir immer die bösen sind weil die Großeltern zu allem Ja
sagen.

nun, ich gehe aber dennoch davona us, dass die großeltern euer grundkonzept einhalten, oder zieht da jeder sein eigenes ding durch?

nun ja, das mag ja bei euch alles passen, was ich auch sehr schön und gut finde, nur darst du von deiner gesunden tochter nicht verallgemeinernd ausgehen. denn sie ist gesund und reagiert auch gesund. sie hätte mit der situation auch anders umgehen können, wenn ihr gehirn nicht mitgespielt hätte ( bzw mitspielen würde)
außerdem möchte ich noch hinzufügen, dass statistisch gesehen, weniger mädchen diese störungen aufweisen, als jungs. obwohl auch mädchen ganz stark im vormarsch sind.

Unterm Strich hat sich also eine fragwürdige Entscheidung als
gut herausgestellt.

das wollte ich auch nie in frage stellen. fragwürdig finde ich diese entscheidung nicht wirklich, nur gehört dazu eben m.e. ein sehr ausgeklügeltes konzept, da ich selbst die ersten sechs lebensjahre bei meinen großeltern aufwuchs( von mo-fr) und ich teilweise probleme mit der umstellung hatte. die ganze woche war etwas erlaubt, was dann am wochenende verpöhnt war. manche kinder schaffen diese umstellung problemlos, manch andere nicht.
und für hyperkinetische kinder ist so eine umstellung mitunter ein echtes problem.

nicht böse sein, aber ich denke, man muss schon intensiv eine zeit mit hyperkinetischen und anderen verhaltensauffälligen kinder verbracht haben, bevor man sich ein urteil bilden kann.
alles andere was man als gutgemeinten rat gibt, kommt bei betroffenen eltern, die zumeist mit den nerven runter sind, weil sie wirklich alles probiert haben, als leichtfertigen vorwurf rüber. und das finde ich persönlich nicht sehr förderlich.

was ich noch erwähnen wollte zu den offensichtlichen inkosequenten eltern in der öffentlichkeit. da gab es eine sehr aufschlussreiche studie,die meisten eltern tun das um der öffentlichkeit extreme verhaltensstörungen zu ersparen, weil meist schon negative kommentare von wildfremden rüber kamen. es ist ein ewiger kreislauf, den zu durchbrechen bedarf es sehr starke nerven und mehr als eine portion optimismus, doch wer hat das noch nach teilweise jahrelangem spießrutenlauf mit der zeit, den auffälligkeiten, abwertenden ärzten und mitmenschen und der eigenen verzweiflung???

lg tanya

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In My Humble Opinion (owt)
imho

Hallo Andrea,

Durch meine Tagesmutter damals habe ich bei

meinem Großen (damals 2 1/2) erst den Hinweis auf eine
Mögliche Allergie erhalten, man ist ja als junge Mutter
manchmal echt blind und unerfahren :smile:

Das mit der möglichen Allergie ist ein guter Tip. Ich werde das auf
jeden Fall checken lassen.

So jetzt drück ich dich mal ganz fest, ich kenne das Problem
mit Betreuung und dem schlechten Gewissen das man dann hat.

Danke fürs Drücken. Kann ich gebrauchen:smile:

Ich hab damals meine Tagesmutter übrigens über das Jugendamt
vermittelt bekommen, bei uns in Kiel gab es über das Jugendamt
geschulte Tagesmütter, war zwar teurer aber dafür hatten wir
eine ganz tolle naja eigentlich Tagesomi samt Tagesopi.

Wir haben hier auch zwei vergleichbare Stellen, in denen ich mich
habe einschreiben lasse. Ich wollte eigentlich eine Tagesmama finden,
die ihn vom Kindi abholt, da er dort schon über ein Jahr ist und so
viele Freunde gefunden hat. Das ist aber recht kompliziert, die
meisten haben entweder zu viele andere Kinder oder kein Auto. So muß
ich ihn also jetzt noch aus seinem Umfeld reißen, was mir wirklich
leid tut.

Grüßle Mama22

Hi,
nach Deinen Antworten gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass Dein Sohn AD(H)S hat.

(Ich hab auch ADS, aber ohne H - aber das wusste in meiner Kindheit & Jugend natürlich keiner).

Und ja, ein Kinderpsychater wäre schon die beste Idee.
Du solltest wohl versuchen, Dir von ihm Ergotherapie verschreiben zu lassen. Das mit dem Spielen (eines nicht mal altersgerechten Spiels!) hört sich für mich sehr seltsam an. Und nicht viele Ergotherapeuten kennen sich spezifisch mit ADS aus. Es gibt aber in vielen Orten Elterngruppen von ‚Betroffenen‘. (Mail mir mal, wo Du bist - vielleicht kann ich Dir Adressen besorgen).

Mir ist noch eine Sache eingefallen, die man eventuell probieren könnte, um ihn davon abzuhalten, seine Frustgrenze zu erreichen:

Er wird frustriert, wenn ER was tut, und es nicht klappt. Also, ich will das JETZT und SOFORT!

Probier mal, ihn ab und zu zu bitten, was für DICH zu tun, weil DU nicht weiterkommst. Also, zB, DU puzzelst, nicht er, und Du KANNST einfach ein Puzzleteil nicht finden (oder so tun, als ob…).

Dann bittest Du ihn, sag mal, ich such das Teil, das HIER hin passt, das müsste ungefähr so-und-so aussehen…

Wenn er kein Bock hat, dann sag halt, kein Problem.

Aber FALLS er anfängt, Dir zu helfen, dann schau mal, ob er genauso schnell frustriert wird, oder ob er anders reagiert.

Weil, he is once removed - also, es ist nicht direkt SEINE Sache, und ein ADSler geht dann im Allgemeinen anders an die Sache ran, weil er nicht ‚direkt betroffen‘ ist.

Kann Dir nicht versprechen, dass es einen Unterschied macht - aber es ist einen Versuch wert.

Dass er auch mal stillhalten kann ist nicht weiter verwunderlich.
ADSler zeichnen sich nicht NUR durch eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, und somit geringere Frustschwelle aus, sondern können in bestimmten Situationen (nämlich, wenn sie was WIRKLICH interessiert) konzentrierter bei einer Sache sein als ein Nicht-ADSler.

Ansonsten wäre es noch wichtig, nach Lebensmittelallergien bzw -unverträglichkeiten zu schauen. Viele ADSler werden von Weizenprodukten hyperaktiv, oder auch von Zucker.

Dann gäbe es da noch Neurofeedback, aber das würde ich mal später, wenn Du einen guten Kinderpsychater gefunden hast, und wenn die Diagnose definitiv ADS lautet, irgendwann mal ansprechen.

Es ist eine Methode, das Gehirn des Betroffenen dazu zu bringen, die unteraktiven Bereiche zu aktivieren. Und zwar permanent, im Gegensatz zu Medizin, die nur so lange wirkt, wie man sie nimmt.

Ansonsten ist es schon mal sehr positiv, dass ihr noch jetzt, vor seiner Einschulung, das Problem angehen könnt.

(Übrigens fällt mir gerade etwas sehr unkonventionelles zu seinem in-die-Hose-machen ein: Kannste ihm nicht mal, wenn nicht Windel, ne Binde von Dir in die Unterhose tun? Wenn er dann nur die wechseln müsste, pinkelt er vielleicht seltener, weil er keine Angst mehr haben muss, in die Hose zu pinkeln???)

Alles Gute ansonsten,
Isabel

hej,
hier in dk ist man ausser adh noch auf was andeers aufmerksam: wahrnehmungsstörungen. (die können übrigens durchaus ein teil von adh sein). die behandlung ist nicht medikamentös, sondern kann oft auch von den eltern durchgeführt werden, nämlæich stimulation des taktilen, des vestubulären und des muskel und gelenksinns. was nun am besten wie viel stimuliert werden soll, da braucht’s schon einen fachmann, zb physioterapeut oder motopädin oder ergotherapeut.
wir haben unseren grossen geschaukelt und gebürstet, im kindergarten hat er motorisches training bekommen. ich bin selbst erzieherin und wir erleben, dass etwa 20 % von einem jahrgang in irgendeiner form wahrnehmungsstörungen hat.
natürlich ist es nur eine vermutung, dass dein kleiner zu den kindern mit wahrnehmungsstörungen gehört, aber einen versuch wär’s vielleicht wert. das problem ist, dass man das weder messen noch wiegen kann und die wenigsten ärzte deshalb was darüber wissen. wenn du mehr wissen willst, kannst du mich anmailen
hejhej, evi aus dk, wo plötzlich doch noch die sonne rausschaut

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Es ändert sich ständig etwas bei uns. Als erstes, das ich seit
September eine Ausbildung mache. Außerdem sind wir vor ca 3
Monaten in eine neue Wohnung gezogen.

Das sind aber sehr viele Veränderungen für so ein kleines Kind.

Aber die Probleme sind ja nicht erst seit gestern da, sondern haben :sich einfach von Geburt an weiterentwickelt.

Wo ist den der Vater von dem Jungen, du hast ihn bisher nicht erwähnt. Du brauchst nicht darauf antworten, aber solltet ihr euch getrennt haben, bekommt selbst ein Säugling Mama’s Traurigkeit mit.

Die Erzieherinnen sind klasse. Wir haben das Problem schon besprochen
und wir versuchen uns abzusprechen wie mit den einzelnen Situationen
umgegangen wird.

Das ist gut. Bespricht nicht nur, wie ihr handelt, sondern warum ihr so handelt. So besprecht ihr nicht nur die Maßnahme, sondern auch das Ziel.

Insofern bin ich hart zu mir,ja. So wie ich deine
Frage verstehe, soll sie auch auf meinen Sohn abzielen,
inwiefern ich auch ihn unter einen gewissen Leistungsdruck stelle.

Nein, eher nicht. Du bist das Vorbild von deinem Sohn. Wenn du alles sehr genau nimmt und selbst zum Perfektionismus neigst, dann wird er ähnliche Ansprüche an sich stellen, auch wenn du dies nicht von ihm erwartest.

Versuch dich mal 15 oder 20 mal am Tag zusammenzureißen.

Nur 20 Minuten? :wink:

Mit drei Jahren war ich mit ihm im pädiatrischen Zentrum.
Fünfmal waren wir dort, Spieltherapie… er sollte Spiele für
5-jährig spielen, bis es ihn genervt hat und er die Spielfiguren
rumgeschmisssen hat.

Wenn es für ihn zu schwer war, dann kann ich das verstehen. Kommt dies öfters vor, dann ist es kein Wunder, wenn er schnell resigniert. Er denkt einfach, er muss es können.
Da du sein Vorbild bist, lerne Fehler zu machen und ihn daran teilhaben zu lassen. Nimm deine Irrtümer locker hin. Heute hab ich den Namen eines Kindes verwechselt. Und? Ich habe mit ihm zusammen darüber gelacht. Ich hätte mich aber auch in Gegenwart des Kindes eine Stunde lang ärgern können. Fehler passieren. Jeder lässt mal etwas fallen. Nimm es mit Humor.

Seit einem halben Jahr gehen wir regelmäßig zum Jugendamt,
Erziehungsberatung. Bringt nicht wirklich was, außer daß ICH
mich mal ausreden kann.

Das ist schon viel Wert!

Nach der Beobachtung zuhause hatte er den „starken Verdacht auf ADHS“,

im Kindergarten sagte er dann (aus der Beobachtung heraus, daß mein :Sohn auch mal stillsitzen kann), „unter keinen Umständen ADHS“.

Wie wäre es, einen anderen Experten zu befragen?
Ich würde aber vorher mit deinem Sohn kindgerecht darüber sprechen. Manche Kinder haben bei so vielen Ärzten und Tests Angst, anders bzw. behindert zu sein.
Auch würde ich vorher mit dem Experten darüber reden, was er mit deinem Sohn machen will. Es hat keinen Sinn, eine Therapie bzw. eine Untersuchung anzufangen, von der du nicht überzeugt bist (wie es im pädiatrischen Zentrum der Fall war). Auch das würde dein Sohn merken und einen entsprechenden Aufstand machen.

Viel Glück bei der Suche nach dem richtigen Experten.

Gruß
Tato

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Hallo Tanya,
tut mir leid aber ich glaube ich weiß wohl wovon ich rede.
Bis zur zweiten Klasse nannte man mich lebhaft.
Von der dritten bis zur siebten Klasse galt ich als Verhaltensgestört. (Zeitraum gesamt 1970-1977) Gottseidank hat unser Kinderarzt mit einem „Paperlapap“ sämtliche Therapie und „mein Kind ist was besonderes“ Bestrebungen meiner Mutter abgelehnt. Er riet zu einer Beschäftigung außerhalb der Schule die mich mehr fordert, meine Phantasie beansprucht und empfahl einen Malkurs bei einem lokalen Künstler und die Beteiligung in einem Verein oder bei den Pfadfindern o.ä.
Zu diesen Zeiten wußte noch niemand daß es ADS üßberhaupt gibt. Trotzdem hat mir diese „Therapieform“ am meisten geholfen meinen Platz in der normalen Welt zu finden, meine Verhaltensschwäche in eine Stärke zu verwandeln.
Meine Mutter startete selbstverständlich trotzdem den Versuch mich zu einem Therapeuten zu schleppen, aber schon damals mit 8 Jahren als ich mit diesem Herrn Doktor redete hatte ich das Gefühl ich muß mich entscheiden ob ich lernen will mich mit der Welt zu arrangieren oder ob ich zulasse, daß meine Mutter und der Therapeut mir eine Paralellwelt basteln. Ich habe mich für die echte Welt entschieden. Vor allem die Konsequenz, der gesunde Menscheverstand und die Gradlinigkeit meines Vaters haben dazu beigetragen, daß es ab der 7. Klasse kein Problem mehr gab.
Gruß D.K.

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Hi DK,

Zu diesen Zeiten wußte noch niemand daß es ADS üßberhaupt
gibt.

Das ist schlichtweg falsch. Ritalin wurde in den USA
1955 zugelassen und dort seither gegen ADD und ADHD
verschrieben.
Deine empirische Erfahrung in allen Ehren, sie ist
jedoch nicht zu verallgemeinern.

Grüße
Elke

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Hi!

Bei meinem Zwerg haben wir ein Wutkissen eingeführt!
Er hat in seiner Kuschelhöhle ein großes stabiles Kissen, dass
er bei Bedarf so lange malträtieren kann, bis er sich wieder
beruhigt hat. Das hat sich schon nicht selten ausgezahlt!

So was ist klasse. HAb ich heute noch. Ein Wunder, dass es noch „lebt“. So oft, wie ich es schon angeschrieen hab und auf den Boden geworfen usw.
IKEA macht sehr gute Qualtität *schleichwerbung*

Ob das Ganze bei Deinem Kind eine gesundheitliche Ursache hat,
solltest Du imho aber trotzdem feststellen lassen (wenn Du es
nicht eh schon gemacht hast).

Würde ich Dir auch empfehlen

Viel Glück mit deinem Kind.
Gruß
Fee