Guten Abend!
Sorry hier sind nur Engel :unterwegs…
Keineswegs! Bei mir kam es vor, daß ich oft 2 Mal, in Einzelfällen bis zu 3 Mal am Tag volltanken mußte. Das war bei meinem Mercedes, der bei meiner damaligen Fahrweise >>20 Liter auf 100 km schluckte, völlig normal. Aber es kam auch später mit meinem Diesel-Passat vor, wenn ich weit über 1.500 km am Tag auf der Uhr hatte. Ich hätte mich selbst nie als Raser bezeichnet, aber ich war ein solcher. Norditalien, Zürich, Wien - wo eben die Kunden sitzen und immer in einem Rutsch. Münschen-Hamburg in unter 6 Stunden mit 1,6 t-Tandemachser hinten dran, der zwar nur 80 km/h darf, aber auch bei 180 Sachen noch ganz ordentlich auf der Straße liegt … au weia. Kilometerlange Baustellen, verengte Fahrstreifen, Begrenzung auf 60 - egal - die Karre läuft über 200, also immer feste druff. Immer linke Spur, per Lichthupe und auf den Pelz rücken freigemacht und mit Vollgas weiter. So ähnlich hab ich auch gelebt, aber das ist ein anderes Thema (oder doch nicht?).
Es mag merkwürdig klingen, aber mir war mein Tun nicht bewußt. Es war in Jahrzehnten und auf weit mehr als einer Million Kilometern in Fleisch und Blut übergegangen, zur Gewohnheit geworden. Ich wurde nur in großen zeitlichen Abständen geblitzt, zahlte das Bußgeld, ärgerte mich kurz, aber das wars auch. Irgendwann wurde ich in kurzen Abständen erwischt. Autobahnbaustelle, Begrenzung 60, dann einer der Höllenritte mit dem Anhänger, kurz darauf auf der A7 innerhalb einer Geschwindigkeitsbegrenzung einem Zivilfahrzeug der Polizei auf die Pelle gerückt, die erst Platz machten, um mir dann hinterher zu rasen und schließlich auf nächtlicher Landstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die ich aus Gewohnheit ignorierte … der Lappen war weg.
Kann doch nicht wahr sein, ich brauch doch meinen Führerschein … Aufträge … Firma … Telefonate mit Behörden … Anwalt … das volle Programm. Nützte alles nichts. Die 4 Wochen waren zu überbrücken, einige Touren machte ich per Taxi und Flieger und meine damalige Lebensgefährtin nahm Urlaub, um mich zu fahren, wo es wegen viel Gepäck nur per Auto ging. Der Führerscheinentzug hatte bei mir im Kopf noch nichts bewegt. Aber der Punktestand. Ich weiß es nicht mehr genau, jedenfalls war ich hart an den 18 Punkten dran und es durfte für mehr als 2 Jahre nicht mehr das Geringste vorfallen.
In der ersten Folgezeit mußte ich mir immer wieder bewußt machen, um Himmels Willen auf Geschwindigkeitsbeschränkungen zu achten. Das tat ich denn auch unter regelmäßiger Benutzung des Tempomaten, um ja nicht versehentlich… Und - oh Wunder - auch das kann in Fleisch und Blut übergehen!
Inzwischen ist das Punktekonto blütenweiß und ich käme überhaupt nicht mehr auf die Idee, auf der Straße Terminprobleme lösen zu wollen. Es fährt sich sowas von entspannt, wenn der Diesel vor sich hin schnurrt und es mir einfach piepegal ist, ob irgendwo geblitzt wird oder in China fällt ein Sack Reis um.
Ach ja: Für die meisten Strecken brauche ich nur unwesentlich länger als früher und beim nächsten Reifenwechsel erspare ich mir den Erklärungsnotstand, weshalb ich für den Anhänger unbedingt 4 feinstens ausgewuchtete Hochgeschwindigkeitsreifen haben will
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Rate mal, weshalb ich mir für Dich die Finger wund schreibe: Du erzählst nämlich den gleichen Scheiß von Außendienst und Terminen, den ich früher auch zum Besten gab. Die Termine geben die Rechtfertigung für die Raserei und die angeblich erforderliche Raserei gibt die Rechtfertigung für nicht oder nur mit Ach und Krach gehaltene Termine. In Tagesablauf und Gewohnheiten steckt der Wurm. Ändere das!
Gruß
Wolfgang