A propos nette Diktatur

Hallo,

im Zuge der Diskussion um die derzeitige Situation in D (Wirtschaft, Arbeitslose, Gesundheitsreform etc.) habe ich mal scherzhaft die These aufgestellt, dass zur Lösung der Probleme eine „nette, geplante Diktatur“ vielleicht gar keine schlechte Idee wäre.

Die Grundidee war, dass aufgrund der kurzen Legislaturperiode keine Regierung es zeitlich schafft, ihre Pläne auch wirklich durchzusetzen. Außerdem wagt es keiner, sich durch harte, aber nötige Reformen unbeliebt zu machen, weil man ja wiedergewählt werden muss. Demokratie ist ja so etwas wie „die Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners“.

Mein diabolischer Plan war folgender: wir entscheiden uns für eine zeitlich begrenzte Diktatur.

  • Zeitraum ca. 10 Jahre
  • Vorgaben werden vorher festgelegt, also z.B. Arbeitslosigkeit runter auf x%, Preise dürfen nur um x% steigen. Gewisse Grenzen im sozialen Bereich dürfen nicht unterschritten werden
  • ein überparteilicher „Diktator“ wird Regierungschef und kann ohne Rücksicht auf Wiederwahl alle für den Aufschwung nötigen Reformen durchsetzen
  • nach Ablauf der Zeit wird normal gewählt

Kann das klappen? Was wären die Vorteile, was die Nachteile, was die Gefahren? Abgesehen davon, dass unsere Verfassung sowas nicht zulässt, woran würde es scheitern?

Gruß,

Myriam

Hatten wir schon mal. War zu erfolgreich - die anderen mußten uns deswegen töten befreien.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Das glaube ich jetzt echt nicht!

War zu erfolgreich - die anderen mußten
uns deswegen töten befreien.

Ich glaube, da verwechselst du was. Oder ist das deine Interpretation der Geschichte? Vielleicht solltest du dich besser informieren - oder vielleicht länger nachdenken, bevor du so etwas schreibst.

*kopfschüttel*
Camilla

  • Zeitraum ca. 10 Jahre
  • Vorgaben werden vorher festgelegt, also z.B.
    Arbeitslosigkeit runter auf x%, Preise dürfen nur um x%
    steigen. Gewisse Grenzen im sozialen Bereich dürfen nicht
    unterschritten werden

Wenn man die Vorgaben einfach festlegen könnte mit Aussicht auf Erfolg, dann könnte man das ja auch ohne „Diktatur“ tun. Aber man kennt eben das Rezept nicht. Bzw. Rotgrün kennt es nicht und hat zuviel versaubeutelt.

Chancen auf Besserung gibt es nur mit der CDU.

Gruß, Infotalk

alles schonmal dagewesen
Hallo,

Die Grundidee war, dass aufgrund der kurzen Legislaturperiode
keine Regierung es zeitlich schafft, ihre Pläne auch wirklich
durchzusetzen. Außerdem wagt es keiner, sich durch harte, aber
nötige Reformen unbeliebt zu machen, weil man ja wiedergewählt
werden muss. Demokratie ist ja so etwas wie „die Politik des
kleinsten gemeinsamen Nenners“.

Das ist allerdings ein erhebliches Problem der Demokratie geworden, seit Politik zu 80% Parteipolitik und zu 20% Landespolitik geworden ist. Wenn man noch die ganzen Kommunal-, Landtags- und Europawahlen dazu zählt, dann kommt vielleicht noch auf 1 1/2 bis 2 Jahre pro Legislaturperiode, in der kein Wahlkampf gemacht wird.

Mein diabolischer Plan war folgender: wir entscheiden uns für
eine zeitlich begrenzte Diktatur.

Die Idee hatten andere vor Dir schon: Im alten Rom war so eine Diktatur ausdrücklich vorgesehen. Die war begrenzt auf 6 Monate und sollte vor allem im Krieg eine straffe Führung gewährleisten.

Kann das klappen? Was wären die Vorteile, was die Nachteile,
was die Gefahren?

Das kann klappen - kommt auf den Diktator an.

Die Vorteile wären, daß sich vielleicht endlich mal etwas tun würde, wenn der Diktator wie ein absolutistischer König auf keinerlei Pressuregroups Rücksicht nehmen müsste.

Denn, hätte es unseren bundesdeutschen Staat schon in der Steinzeit gegeben, dann müssten wir uns unser Abendessen immer noch mit Hand fangen, weil das mit dem Ackerbau und der Viehzucht, das ist ja was neues, da kennt ja keiner die Risiken, besonders langfristig.

Nachteile gäbe es eigentlich keine, solange gesichert ist, daß die Grundrechte nicht angetastet werden.

Die Gefahren liegen da, wo sie auch im alten Rom lagen: was wenn der Diktator nicht mehr gehen will, bzw. die Leute nicht mehr wollen, daß er geht? Dann haben wir am Ende wieder eine Monarchie, wo der nächste Alleinherrscher durchaus schwachsinnig sein kann.

Abgesehen davon, dass unsere Verfassung
sowas nicht zulässt, woran würde es scheitern?

Wieso muß es scheitern? Ach so, ja: weil niemand die Risiken vorhersagen kann, vor allem langfristig.

viele Grüße,

Ralf

Hallo!

Das Problem hier sehe ich in den verschiedenen Lösungsansätzen. Die Richtung, in welche Reformen in D gehen müssten, ist klar. Nur die verschiedenen Möglichkeiten der Lastenverteilung müssen eruiert und verabschiedet werden. Soll einer allein diese Entscheidung treffen…?

Ferner müsste man diese Diktatur zunächst durch Volksentscheid ermöglichen. Dies würde natürlich scheitern, da es dann definitv jedem irgendwie an den Kragen gehen würde. Der Deutsche jedoch ist nur solange reformfähig und -willig, wie es ihn selbst nicht trifft. Frei nach dem Motto: „reformen? Klar. aber bloss nicht bei mir selbst sparen!“.

Das System muss also zunächst an die Wand fahren, so dass sich ein neues Gefühl der Gemeinschaft bei den Deutschen einstellt. Das „gemeinsam schaffen wir das“ muss zum Zwang werden, vorher passiert hier gar nichts.

Grüße,

Mathias

hallo camilla,

wie andere postings gezeigt haben, weiss man, wes kindes geistes und so weiter,

viele gruesse, peter

Selten so gelacht…
Hi infotalk,

Chancen auf Besserung gibt es nur mit der CDU.

Hahahahahahahaha…
War ein gelungener Scherz!

Gruß Henning.

Hallo,

Chancen auf Besserung gibt es nur mit der CDU.

*LOL*
Manchmal wundere ich mich, dass es noch erwachsene Menschen gibt, die an den Weihnachtsmann glauben.

Camilla

Ach Camilla,

Du weißt nicht, daß es in der Politik auch anders gehen kann :smile:

In den Nachkriegsjahren war Deutschland unter der CDU-Regierung ein freies, glückliches und aufstrebendes Land. Bis dann die 68-er kamen - und deren Kinder.

Gruß, Infotalk

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Wirklich, ich frage mich, was daran so lustig ist ? ? ? In den Umfragen zumindest liegt die CDU doch haushoch vorne. Da scheint es noch ein paar mehr zu geben, die so denken wie ich.

In einem Punkt hast Du natürlich recht: Rotgrün hat ein paar Sachen bewirkt, die irreversibel sind.

Gruß, Infotalk

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Deutsches Volk…
„Deutsches Volk! Gib uns vier Jahre Zeit, dann richte und urteile über uns. Deutsches Volk, gib uns vier Jahre, und ich schwöre dir: So wie wir, und so wie ich in dieses Amt eintrat, so will ich dann gehen. Ich tat es nicht um Gehalt und nicht um Lohn, ich tat es um deiner selbst wegen“ Adolf Hitler

Hallo Miriam,

so wie oben beschrieben klang es das letzte mal, als so ein Vorschlag in Planung war. Das war direkt nach der Machtergreifung, also noch deutlich vor dem Ermächtigungsgesetz. Wie bekannt ist, war nach gut einem der vier darin vorgesehenen vier Diktaturjahren keine schlagkräftige Opposition mehr vorhanden. Vermutlich hat man - zu recht - davor Angst.

Gruß
L.

Knee-jerk reactions …
Hallo,

meine Idee hatte als Voraussetzung, dass der „Diktator auf Zeit“ kein halbirrer, machtgeiler Massenmörder ist, sondern ein parteiloser Experte für Wirtschaft und Soziales. Vielleicht hätte ich das mehr betonen sollen …

Gruß,

Myriam

Hallo,

In den Nachkriegsjahren war Deutschland unter der
CDU-Regierung ein freies, glückliches und aufstrebendes Land.

Bis dann die 68-er kamen - und deren Kinder.

Abgesehen davon, dass ich anderer Meinung bin, sprichst du von den 50er Jahren. Jetzt würde eine CDU/CSU-Regierung Leute wie Merkl, Stoiber & Co. bedeuten. Sicher, dass es Deutschland gut tun würde?

Gruß
Camilla

Hallo Infotalk,

Umfragen zumindest liegt die CDU doch haushoch vorne. Da
scheint es noch ein paar mehr zu geben, die so denken wie ich.

die Tatsache, dass viele Millionen Menschen das denken, ist doch keine Garantie dafür, dass es stimmt und das es gut ist. Viele Millionen Menschen lesen auch täglich die Bildzeitung.

Es widerspiegelt nur die Hoffnung, dass IRGENDEINE andere Partei etwas besser machen kann.

Gruß
Camilla

Hallo Camilla

Umfragen zumindest liegt die CDU doch haushoch vorne.

die Tatsache, dass viele Millionen Menschen das denken, ist
doch keine Garantie dafür, dass es stimmt und das es gut ist.
Viele Millionen Menschen lesen auch täglich die Bildzeitung.

Es widerspiegelt nur die Hoffnung, dass IRGENDEINE andere
Partei etwas besser machen kann.

Immerhin haben die „rotgrünen“ Polittrottel 6 Jahre gebraucht um einzusehen, das „Blümsche Rentenkonzept“ war wohl doch richtig. Ach, dann machen wir auch sowas.

Starker Denkvorgang.

Jede „Irgendeine“ kann „DAS“ besser.

Vanic.

Hallo Myriam,

keiner hat je behauptet, die Demokratie sei die optimale Staatsform, sie ist schlicht und ergreifend die beste, die wir haben…

Schon seit langer, langer Zeit wird von einem „guten“, wohlmeinenden und uneigennützigen Diktator geträumt, der schnell, effizient und ohne Rücksicht auf Partikularinteressen die ganzheitlich betrachtet richtige Entscheidungen fällt und durchsetzt.

Nur: Wer bitte schön soll das leisten können? Na?

Deutschland leidet nicht an der Demokratie im allgemeinen, sondern an fehlenden, durchsetzungsstarken Alpha-Tieren mit einer wiederum uneigennützigen Vision für das Deutschland in 20 Jahren. Denn diese „Führer“ könnten auch heute Mehrheiten schaffen, da bin ich mir absolut sicher!
Leider herrscht aber auf allen Seiten daran Defizit, was auch den CDU-Träumern gesagt sei, die sich allein von einem Machtwechsel Besserung erhoffen.
Da uns aber diese Kategorie Politiker (oder auch Manager!) fehlt, woher sollten wir dann einen solchen Diktator nehmen? Und einen unserer bestenfalls 2 Liga-Politiker mit solchen Rechten auszustatten, wäre mir deutlich zu mutig…

Grüße
Jürgen

Ja. Besser als Rotgrün wäre es auf jeden Fall. Es wird lange dauern, das zu reparieren, was die kaputt gemacht haben. Ein Teil davon ist ohnehin irreversibel.

Gruß, Infotalk

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Myriam,

ohne den ganzen Thread zu lesen, will ich mal kurz von Thema abweichen und in Frage stellen, was Du als gegeben voraussetzt.

harte, aber nötige Reformen

erst kommt die Frage auf, was uter diesen ‚Reformen‘ zu verstehen ist, im Moment scheinen ja alle eine Rückfall in die Mitte des 19. Jahrhunderts als Allheilmittel anzusehen. Keine Gewerkschaften, der Markt wird’s richten. das hat vor 150 Jahren nicht funktioniert und wird es auch künftig nicht.
Wieso nötige Reformen? Wer sagt das? Die, die in’s 19. Jahrhundert zurück wollen? Klar, die wollen das schon die ganze Zeit, die ganzen 150 Jahre. Wieso soll plötzlich die Meinung der ewig gestrigen Gewicht haben? Weil sie die macht verkörpern, die Politik lenken? Das machen sie auch schon die ganze Zeit.
Richtig wird’s davon nicht!

Meinst Du wirklich, daß die Abwendung von der paritätischen Finanzierung des Sozialsystems und die Reduzierung des Sozialsystems auf ein Minimum erstrebenswert ist?

Von den direkt betroffenen rede ich jetzt nicht, das wir langweilig.
Stell Dir amerikanische Verhältnisse vor. Stell Dir vor, Du könntest nach einbruch der Dämmerung das Haus nicht verlassen, weil Du dann Angst um Dein Leben haben mußt. Das viele Geld, das Du hast, kannst du noch nicht einmal verprassen, weil Du das nicht überleben würdest. Ist das Dein Ziel? Not, die die Gesetze uninteressant macht, weil der Hungertod droht?
Gestern habe ich hier im Forum von irgendeinem Doc gelesen, der vorgeschlagen hat, die Sozialhilfe auf ein Drittel herunter zu fahren und weitere Leistungen abzuschaffen. … Ein Reformvorschlag. …
Ich stelle mir das mal am eigenen Körper vor. …
Ich stelle mir vor, ich soll mit meiner Frau und meinen beiden Kindern ohne Mietkostenzuschuß und anderen Leistungen von 100 Euro leben. … (nein, ich habe einen Job, ich stelle mir das nur vor :wink:) … dann würde ich vor dem Verhungern oder Erfrieren eine Kanone kaufen und mir Dein geld nehmen! … Das hältst Du für erstrebenswert?
Viel Spaß dabei!

cu Rainer