Ab wann Eingreifen ?

hallo Marion,

Theoretisch besteht Handlungsbedarf, und praktischen macht man als Außenstehende/r immer einen Fehler, wenn man für sein (wirklich selbstloses?) Ideal Kinder in solche Ausnahmesituation manövriert. Danach muss man sich nämlich fragen, ob der Ausflug oder die 1 Stunde Sportunterricht die Woche der Kraftakt wert ist, und ob der Versuch das Kind in die schulische Gemeinschaft zu integrieren den Nachteil mit sich bringt, dass es in Gewissenskonflikte ihrer Familie gegenüber gerät, mit den dazu gehörigen Konsequenzen. In manchen Religionen wird von „Verzicht“ gepredigt, so dass für die Kinder bei allem „schade“ aus dem Bauch raus, der Verzicht zum Alltag gehört, es also eine Selbstverständlichkeit ist an der Unternehmung nicht teilzunehmen. Wem ist also gedient? Nichts tun ist genauso ungut wie etwas zu unternehmen.

Besser wäre es, wenn Institutionen wie z.B. Schulen bei aller freiheitlichen Einstellung Religionen gegenüber von vorne herein Bedingungen stellen, also die Familien dazu verpflichten, ihre Kinder an den gemeinschaftlichen Unternehmungen teilnehmen zu lassen, weil die zur schulischen Erziehung dazu gehören. Aber dieses Hausrecht können wohl nur private Institutionen geltend machen.

Vor kurzem habe ich von einer Ausländerbeauftragten gehört, dass unsere Gesellschaft mit seinen vielen verschiedenen Religionen sich immer mehr vermischt, es immer seltener vorkommt dass gebietsweise nur Katholiken oder Evangelen leben. Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur Toleranz für andere Religionen aufgebracht wird, sondern auch die Bereitschaft sich mit seiner Religion in die Gemeinschaft einzufügen oder anzupassen. Aber das läßt sich nur auf politischem Wege beeinflussen, sei es für Institutionen, Firmen oder die gesamte Gesellschaft. Da liegen andere Größenordnungen und Rahmenbedingungen vor.
Im privaten Bereich halte ich mich mit meiner Meinung konsequent zurück, auch wenn es mich in den Fingern juckt die Ärmel hochzukrempeln.

viele Grüße
grilla

Hallo Marion,

Damit unterstellst du, dass freie Entscheidung grundsätzlich
möglich ist.

Ja. Auf eine grundsätzliche theoretische Diskussion der Frage möchte ich hier gerne verzichten - mir fehlen auch zu viele der in der Philosophie präzise definierten Begriffe, um zu einer solchen etwas anderes als Salbader beizutragen. Freiheit der Entscheidung betrachte ich erstmal ganz naiv aus der Lebenserfahrung heraus: Es gibt keine Möglichkeit, mich an einer Entscheidung zu hindern, solange mein Großhirn funktioniert. Einschränkungen meiner Freiheit durch dritte beziehen sich immer auf mein Handeln, nie auf Gedanken.

Insbesondere denke
ich hier z.B. auch an Kinder, die in restriktiven
Gemeinschaften mit totalitären Zügen groß werden (müssen).

Mit oder ohne totalitäre Züge: Das ist bis mindestens 1789 während der letzten zweitausend Jahre das Schicksal aller Kinder gewesen. Einige davon waren trotzdem in der Lage, als Erwachsene die heutigen Grundbegriffe von bürgerlichen Freiheiten, Menschenrechten, staatsbürgerlichen Rechten und dergleichen nicht nur gedanklich zu entwickeln, sondern auch mehr oder weniger zu realisieren.

Diese haben selten (auch später nicht) überhaupt eine echte
Chance, sich frei zu entscheiden.

Insbeondere was Kinder betrifft, ist diese Frage und diese Problematik ganz grundsätzlicher Natur: Wie sieht eine Erziehung in diesem Sinn überhaupt aus? Ich postuliere nicht, dass Erziehung automatisch und immer entmündigen muss - dennoch beobachte ich rund um mich in so großem Umfang Erziehung von Kindern in gänzlicher Unmündigkeit (sei es in Glaubens- oder anderen Angelegenheiten) einschließlich deren Folgen, daß ich diese Frage nicht auf Religionsgemeinschaften beschränken würde, die sich in der Minderheit befinden. Was, außer den Mehrheitsverhältnissen, unterscheidet eine „unzulässige“ Sekte von einer „zulässigen“ Religion? Ohne dass ich sie hier werten will: Die mir am relativ besten bekannten Ausprägungen des Christentums sind jedenfalls nicht liberal oder freiheitlich geprägt, wollen/sollen das ja auch nicht sein.

Schöne Grüße

MM

Dann müßtest du versuchen ihnen das zu geben was ihnen fehlt. Gemeinschaft, Zusammenhang, Geborgenheit. Wenn du dabei keine Alternative bieten kannst wird es sehr sehr schwierig bis unmöglich.
Die Glaubensinhalte zu hinterfragen mag in leichten Fällen genügen und dein Interesse aufzeigen, mit einem Lacher und ach war ich blöd, kehren sie dann zu dir zurück. In harten Fällen nützt dies nicht, weil der Wunsch nach Zusammenhang mit anderen Menschen stärker ist als die Vernunft.
Um auf deine Frage zu antworten: das hat etwas mit deiner eigenen Sensibilität zu tun, eine Regel gibt es da nicht. Wenn du dir über jemanden sorgen machst, und etwas tun willst, schaff Alternativen unternimm etwas mit ihm/ihr. Rede über die Probleme und grenz dabei nicht ab, zeig Widersprüche auf. Das setzt allerdings schon einiges Wissen über die Mechanismen des Glaubens voraus. Eine andere Möglichkeit seh ich nicht.
T.

Hi

wenn er Anfängt in Badewannen mit silbernen Löffeln rumzurühren, dann solltest du
mal mit ihm reden.

Julia

Moin T.

tja, statt gegen etwas wettern, positive Alternativen schaffen und anbieten…das sollte ich mir vielleicht öfters mal hinter die Löffel schreiben.

Danke
Gruß
Marion

Und ich lerne langsam Dinge so zu formulieren dass sie nicht die Grundlage für sinnlose Dispute werden können. Dazu hast du, habt ihr mich gebracht…
T.

Hi!

Ich seh das so wie datafox. Wer bestimmt was gut oder schlecht ist? Nur jeder für sich selbst. Solange keine dritten mit reingezogen werden soll er/sie tun können was sie wollen.

Die Christen haben sich für ihre Sekte und Ideologie sogar töten lassen.

Grüße Dusan

Hi Marion!

Vermutlich, aber das hilft mir nicht wirklich weiter. Ich
denke, das Problem sind nicht unbedingt die religiösen
Gruppen, sondern die Persönlichkeit des einzelnen. Ein
entsprechend „labiler“ Mensch kann unter ungünstigen Umständen
auch in nicht als bedenklich eingestuften Gemeinschaften
abdrehen. Ich möchte nur mal an die zwei Frauen erinnen, die
kürzlch mit einem nackten Kleinkind im Koffer zu einer
christlichen Kirche unterwegs waren, um dieses „gesundbeten“
zu lassen.

Das verstehe ich schon, nur kann man Leute nicht vor sich selbst beschützen. Wer auf Abdrehkurs ist, wird auch eine Titanic finden, auf der er fahren kann. Ist es keine religiöse Gruppe, dann halt etwas anderes…

Jedoch denke ich, dass es in bestimmten Gemeinschaften
Strukturen gibt, die bestimmten Veranlagungen entgegenkommen
oder diese sogar verschärfen. Da ich bezüglich der jeweiligen
Gemeinschaft aber meistens zu wenig Ahnung habe, bleibt mir
nur das andere Ende der Fahnenstange, nämlich der
Feund/Verwandte, um den ich mich sorge. Draum geht es mir.

Verstehe dich schon, leider habe ich wenig positive Erfahrungen in dieser Hinsicht. Man macht sich solche Leute eher zum Feind, als dass man sie von etwas überzeugt. Die Selbstverantwortung kann man niemand abnehmen. Manchmal braucht man auch „negative“ Erfahrungen, an denen man lernen und wachsen kann. Das Problem, du hast es ja schon gesagt ist der Mensch selbst, nicht etwaige Gruppierungen. An einem starken, selbstbewußten Menschen scheitern Einvernehmungen ohnehin. Ab wann eingreifen ist eine schwere Frage, ich würde aber erweitern zu „nicht im Stich lassen“, mit oder ohne Gruppe. Das Gefühl selbsloser um einen selbstdrehende Solidarität, hebt schlussendlich jede auf Ausnutzung ausgerichtete Tendenz aus den Angeln.

Gruß
Junktor

hi datafox

jeder mensch hat das recht so zu leben wie er es für richtig
hält. wenn er alles verkauft und ins kloster geht - warum
nicht. wenn er deiner meinung nach wirre ideen hat - warum
nicht. wenn er sich eigenartig kleidet und eigenartige rituale
verrichtet - warum nicht. jede einflußnahme ist anmaßend.

da geb ich dir im prinzip recht.
doch gibt es für mich noch eine weitere ausnahme als dein „sichselbstindieluftsprengen“.
dann mämlich, wenn ich feststelle, dass er/sie nur noch aus angst dabei ist. sprich wenn diese gruppe massiv psychisch/physisch einschüchtert und das „opfer“ in seiner angst gar nicht mehr in der lage ist, sich lösen zu können, ob es will oder nicht.
ein beispiel wären berüchtigte „drückerkolonnen“!
oder wenn zb dein kind in die fänge eines üblen drogendealers oder zuhälters gerät(und ich schließe missionare religiöser wahnvorstellungen dabei nicht aus)!
es wäre mir egal, ob mir der/die jenige versichert schon alles im „griff“ zu haben und ich mich ja nicht einmischen soll in seinem/ihrem leben…das leben aber nur noch aus angst besteht und die daraus resultierenden entscheidungen auch (nämlich auch die, mir nicht zu vertrauen,helfen zu können ihn/sie aus dieser lage wieder heraus zu bringen…)!
dann maße ich mir an, „einfluß“ in das leben des anderen zu nehmen und gegebenenfalls auch sehr massiv!
zumindest wenn mir der/die jenige etwas bedeutet.

mit lieben grüßen
nadir

hi,

sprich wenn diese gruppe massiv
psychisch/physisch einschüchtert und das „opfer“ in seiner
angst gar nicht mehr in der lage ist, sich lösen zu können, ob
es will oder nicht.

von außen sieht man die dinge immer anders als von innen, besonders wenn es um eine gruppe geht, deren weltanschauung einem gegen den strich geht. aber auch hier bin in radikal liberal: solange dritte nicht gefährdet oder belästigt werden (zb. durch volksverhetzung, politische agitation) darf jeder jeden glauben ausüben den er will.

oder wenn zb dein kind in die fänge eines üblen drogendealers
oder zuhälters gerät

punkt 1: ein „Kind“ steht unter der aufsichtspflicht der eltern.
punkt 2: drogen- und menschenhandel sind illegale aktivitäten, bei denen man die pflicht hat einzuschreiten, wenn man sich selbst nicht gefährdet. für religiöse gruppen gilt das nicht.

(und ich schließe missionare religiöser
wahnvorstellungen dabei nicht aus)!

jedes kloster und jedes priesterseminar würden dann auch unter diese definition fallen! die missionieren auch, vermitteln „wahnvorstellungen“ und zwingen die „insassen“ zu „unnatürlichem lebenswandel“ (keine familie haben dürfen), isolieren sie von „normalen freunden“ und bringen sie dazu „alles aufzugeben und in armut zu leben“. nu?

dann maße ich mir an, „einfluß“ in das leben des anderen zu
nehmen und gegebenenfalls auch sehr massiv!
zumindest wenn mir der/die jenige etwas bedeutet.

wer erwachsen ist entscheidet selbst wie, wo und mit wem er leben will. die „wahnvorstellungen“ und „missionarischen eifer“ haben oft die anderen, die meinen alles besser zu wissen. ich verbitte mir diese ratschläge für mich selbst und gleichzeitig lasse ich auch andere so leben wie sie wollen.

gruß
datafox

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Was ist eine Sekte und was nicht?
Eine ideologische oder religiöse Erfahrung bringt immer persönliche Veränderungen mit sich, aber Persönlichkeitsveränderungen sind auch das Hauptmerkmal einer Sekte.

Ich würde sagen, es besteht Handlungsbedarf, wenn mehrere bis alle der folgenden Warnlampen aufblinken:

  1. Persönlichkeitsveränderungen

Gemeint ist, daß die betreffende Person befremdlich erscheint, kühler/distanzierter geworden ist oder nur noch zweckorientiert kommuniziert. Ein Sektenmitglied sieht sich als „besser“ als den Rest der Welt an.

  1. Identitätsverlust

Ein Sektenmitglied denkt nur noch über sich innerhalb der Gruppe nach, nicht mehr über sich selbst. Einige ändern sogar ihre Namen als Zeichen ihrer Gruppenaffinität.

  1. Paranoia - „Sie sind gegen uns!“

Jeder, der etwas Negatives über die Gruppe sagt wird sofort als „Verleumder“ oder zumindest als jemand, der „alles nur mißversteht“ abgestempelt.
Jegliche Aktion die der Betroffene als Angriff gegen seine Weltanschauung empfindet, wird als „Verfolgung“ angesehen.

  1. Soziale Verirrung

Das Individuum sucht keine sozialen Kontakte mehr außerhalb der Gruppe (außer zum „Missionieren“).

Oft wird auch die gesamte Weltanschauung von einem Anführer vorgegeben und unhinterfragt übernommen.

  1. Schuldgefühle

Oft verbunden mit dem Gefühl, „mehr leisten zu müssen“ um die eigene Position innerhalb der Gruppe zu rechtfertigen/untermauern etc. Das Mitglied einer ideologisch mißbräuchlichen Gruppe (Sekte) hat ständigen Leistungsdruck wenn es nicht dem Standard der Gruppe konform lebt.

Web-Quelle:
http://www.caic.org.au/zgeneral.htm ---- Cults and Spiritual Issues (englisch)

Wenn Du weitergehende Informationen willst schick’ mir eine Email.

hi datafox

ich glaube wir reden, mit gunst und verlaub,„etwas“ aneinander vorbei!?

du sprichst von einem „gefestigten“ charakter und ich spreche von dem gegenteil.
hier wurde ja schon festgestellt das es auf den menschen selber ankommt.
in diesem fall, was tust du wenn du es mit einen noch „labilen“ charakter zu tun hast, mit einem noch sehr ängstlichen menschen?

und was bedeutet der begriff „einfluss“?
ist es überhaupt möglich, nicht „einfluss“ zu nehmen?
ich selbst glaube nicht!
alles nimmt in irgendeiner weise einfluss auf das andere!
in unserem fall zb wäre es massiv ein „schlechter“ priester der auf einen nicht in sich gefestigten menschen einwirkt. du würdest doch nicht meinen das er das „recht“ hat einfluss zu nehmen, du aber in deiner „liberalen“ vorstellung nicht!? nicht „einfluss“ nehmen, würde dann aber bedeuten, dass du bestehenden „schlechten“ einfluss unterstützt! dein „nicht-wirken“ wollen wirkt sich trotzdem auf das wirken aus was „wirkt“.

nun wäre natürlich auch die frage, was ist ein „gutes“ und ein „schlechtes“ wirken?
kann sich jemand anmaßen dies zu wissen?
ich behaupte, im „letzten“ resultat, nein!
jedoch ja, im bemühen nach allen informationen die mir zu grunde liegen! insofern maß ich mich dann auch an…

praxis:
meine mutter hatte sich 12 jahre nicht getraut, sich von meinem vater zu trennen, weil er drohte uns alle dann umzubringen und sie verbat sich aus ihrer angst auch jegliche einmischung von außen. auch hatte sich sowieso nie jemand „eingemischt“, wenn unüberhörbar für alle die schreie von mutter und kindern in die welt drangen. ich habe mich schon als kind gefragt, warum die „welt“ derart interessenlos ist.
dies hat mich sicher geprägt, mich in allem einzumischen, wo ich unrecht für mich erkennne (und der „ganzheitsbewußte“ wird jetzt vielleicht sagen, dass es für mich ja dann doch gut war, das sich niemand eingemischt hat…denn wenn ich meine das ein „gutes“ aus mir geworden ist, dann war der weg ja ein „richtiger“…??..).

mit 19 war ich mit meinen „freunden“ kurze zeit „aufpasser“ in einem nachtclub.
als mir eine damals 22jährige auffiel, die immer wieder mit blauen flecken und geschwollenen gesicht
im club erschien, stellte sich heraus, dass ihr eigener vater sie schon mit 16 janhren! anschaffen schickte. sie verbat sich aber jede „einmischung“- aus reiner angst vor ihrem vater wie ich für mich erkannte.
ich nahm mich trotzdem ihres vaters an und sie erschien in meiner zeit nie wieder mit einem geschwollenen gesicht und begann nach 2 monaten meiner geringen „einflussnahme“ eine lehre als „friseuse“…( da ich nicht weiß, was aus ihr dann noch geworden ist, weiß ich natürlich auch nicht, ob meine einflussnahme denn nun wirklich ein „gutes“ war…andererseits-aus der sicht des „ganzheitlichen-eso“ war mein wirken teil des ganzen und damit wieder „legitimiert“!).

punkt 1: ein „Kind“ steht unter der aufsichtspflicht der
eltern.

klingt wirklich schön…
meine tochter wird immer meine tochter sein und ich werde ihre meinung immer als gleichwertig respektieren, egal wie alt sie ist. doch nehme ich „einfluss“ auch gegen ihren willen, wenn ich merke, dass ihr „wille“ nur aus angst resultiert, ihre „entscheidung“ nur furcht und abhängigkeit ist…jennseits allem freien…egal wie alt sie ist!

punkt 2: drogen- und menschenhandel sind illegale aktivitäten,
bei denen man die pflicht hat einzuschreiten, wenn man sich
selbst nicht gefährdet.

„illegal“ klingt schön! und was heißt das jetzt?
in meiner kindheit klingelte 2x die polizei an unserer tür- wegen ruhestörung! (wir hatten dann doch zu laut geschrien…)
mit 18 stand ich vor dem selben richter (wegen körperverletzung gegen meinen vater) der meinen vater dereinst wegen kindesmißhandlung zu einer geldstrafe verurteilt hatte ( ich erfuhr, dass mein sportlehrer eine anzeige gemacht hatte und begriff dann endlich, warum mein vater uns nach seinen exessen immer krank für die schule schrieb…die geldstrafe hinderte ihn aber dereinst nicht, uns weiter zu „erziehen“…).

und „wenn man sich selbst nicht gefährdet“ - ich schätze mal, dass es deswegen auch möglich ist, ein mädchen in einer vollbesetzten s-bahn zu vergewaltigen! wir rufen einfach die polizei wenn wir bei unserer station aussteigen…is ja illegal was der mann da gerade mit dem mädchen macht…

solange dritte nicht gefährdet oder belästigt werden

…tja wenn`s tatsächlich nur darauf für dich ankommt, dann hast du in deinem sinne natürlich recht…und wir rufen die polizei, wenn wir uns in unserer ruhe gestört fühlen…

für religiöse gruppen gilt das nicht.

ich hatte mich anfang 20 auch sehr stark mit magie befasst (mit „priesterfunktion“ in einer gruppe).
dabei lernte ich auch zwei „aussteigerinnen“ des thelema ordens kennen. fand ich nicht sehr schön was sie durchgemacht hatten!..google mal unter „thelema“ und wenn du auch nur einen bruchteil davon glauben solltest, reicht das schon um sich zu übergeben (wobei ich nicht prinzipiell jede schwarzmagische glaubensgemeinschaft über einen kamm scheren würde).

soweit mal ´n bißchen praxis und keine theorie…

aber auch hier bin in radikal
liberal

in einer heilen welt mag dies ja auch funktionieren, aber ich selbst empfinde die welt als nicht so heil!
wir reden für mich doch hier nicht über solch banalem wie „haus/auto/arbeit/vermögen“ aufgeben, dass ist doch lächerlich. ich selbst habe dreimal schon in meinem leben „alles aufgegeben“. das materielle kannst du überall und zu jeder zeit wieder erreichen wenn dich danach gelüstet (zumindest wenn du deutscher bist!).
ich dachte es geht hier um ängste und dem daraus resultierenden „freien willen“.

ich verbitte mir diese ratschläge für mich selbst…

was sollte ich dir auch schon für ratschläge geben? (gings hier überhaupt um dich?)

gleichzeitig lasse ich auch andere so leben wie sie wollen.

schöner satz…so theoretisch…
du lebst doch nach deiner vita im augenblick in israel!?
wirklich faszinierendes land. habe dort zwischen 98/99 selbst 7 monate garbeitet als zimmermann mit palästinensern zusammen für einen deutsch-israelischen bauunternehmer. und ich kann sagen, auf all meinen reisen überhaupt, haben keine länder soviel eindruck auf mich hinterlassen wie indien und israel!
„gleichzeitig lasse ich auch andere so leben wie sie wollen“ …damit kann man dieses land auch wunderbar genießen, wie man überhaupt alles genießen kann, wenn man nicht den anspruch hat, auch nur irgend etwas verändern zu wollen, dabei sich nicht von zweiten und dritten stören zu lassen, bei seinem „spaß“ haben wollen die welt zu genießen.
tue ich ja sogar auch! habe mir längst abgeschminkt die welt verändern zu können, „einfluss“ zu nehmen. doch in meiner unmittelbaren „außenwelt“?..kann ich nicht über meinen „schatten“ springen!..muß ich mich „einmischen“…stellung beziehen!?!..hab ich mir immer noch nicht abgewöhnt!..
hast du schon gaza besucht? (zu meiner zeit konnte da nicht „jeder“ hin…wohl aus „guten?“ grund…)…hast du dich schon mal eingehender mit dortigen europäischen hilfsorganisationen aller colour unterhalten…eingehender auch mit palästinensern???..

gleichzeitig lasse ich auch andere so leben wie sie wollen.

absolut ich auch! nur eben mit der „kleinen“ einschränkung, dass auch kein anderer darunter leiden muß!

die frage „wann eingreifen“ stellt sich für mich nicht auf „religiöse“ gruppen bezogen- sie stellt sich mir grundsätzlich!

und ich weiß sehr wohl, dass ein „nichteingreifen“ das leben und die welt für einen durchaus viel „angenehmer“ macht…aber was soll ich machen, ich stehe hier und kann doch noch nicht anders…

mit lieben grüßen
nadir

ps: und ich weiß, dass ich mich mal wieder „etwas“ provozierend äußere…doch bin ich dem menschen „datafox“ durchaus lieb gesonnen…nur in der sache, bin ich zuweilen manchmal auch „provokant“, geht es für mich doch um nicht geringes, als das ich es unter dem motto „das mag deine meinung sein, meine ist eine andere“ so ohne weiteres stehen lassen könnte!..

jetzt mal halblang…
hi,

in einer heilen welt mag dies ja auch funktionieren, aber ich
selbst empfinde die welt als nicht so heil!

gings dabei um dich?? es war meine meinung gefragt - wie die meinung aller hier - und ich habe geantwortet.

ich verbitte mir diese ratschläge für mich selbst…

was sollte ich dir auch schon für ratschläge geben?

daß ich gefälligst nachhause kommen sollte, daß ich mich nicht indoktrinieren lassen darf usw. ROTLFMAO. meine familiengeschichte breite ich nicht hier öffentlich aus. wenn es dich interessiert, email.

(gings
hier überhaupt um dich?)

so wenig wie um dich. die frage war allgemein und jeder schrieb aus SEINER sicht.

hast du schon gaza besucht?

bin ich lebensmüde?

(zu meiner zeit konnte da nicht
„jeder“ hin…wohl aus „guten?“ grund…)…hast du dich schon
mal eingehender mit dortigen europäischen hilfsorganisationen
aller colour unterhalten…eingehender auch mit
palästinensern???..

kannst du nicht sachlich argumentieren OHNE auf nahostpolitisch moralinsauer einzugehen? hast du schonmal israel besucht? dort mit den menschen geredet?

gleichzeitig lasse ich auch andere so leben wie sie wollen.

absolut ich auch! nur eben mit der „kleinen“ einschränkung,
dass auch kein anderer darunter leiden muß!

und habe ich was anderes gesagt? was soll das eigentlich? du hast dich eben ganz schön blamiert.

datafox

hi,

die punkte treffen auf alle exponenten einer „stark religiösen weltanschauung“ zu. ich habe esoteriker getroffen die exakt so waren, christen, juden. keiner war „bei einer sekte“. so what? es gibt menschen die leben eben anders, haben ihre freunde, ihre ideen, ihre persönlichen ziele die sie erreichen wollen. solange man mich in frieden läßt, soll jeder tun was er möchte.

gruß
datafox

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Weltanschauung

–>die punkte treffen auf alle exponenten einer „stark religiösen weltanschauung“ zu. ich habe esoteriker getroffen die exakt so waren, christen, juden.

Ich weiß nicht, eigentlich sollten die Religionen den Menschen mit seiner Umwelt vereinen, ihn zum Nachdenken bringen und so was.
Wer der Ansicht ist, besser zu sein als der Rest der Welt, sich von allen „mißverstanden“ oder „verfolgt“ fühlt und unbedingt meint, daß jede Meinung außer der von seinem „Guru“ eh nur banane ist, der braucht Hilfe.

IMO ist die Aufgabe der Religion zwar schon, den Menschen einen Halt und Werte zu vermitteln, aber wenn die Religion den Menschen als „Preis“ für ihren Halt aus der Gesellschaft herausisoliert, dann wäre doch die Frage, ist die Gesellschaft als solches komplett falsch oder ist die Anschauung falsch?

Sekten sind dann gefährlich, wenn sie das Denken und Handeln des Individuums zurückstellen, tadeln oder sogar verbieten und eine diktierte, konforme Lebensweise vorgeben. Die vorgenannten Punkte sind lediglich Symptome dessen, was innerhalb einer Sekte vorgeht.

Das Problem ist, daß wir hier eine „aus A folgt B“ Sache haben, dadurch daß B gegeben ist, muß A noch lange nicht gegeben sein, aber wenn B gegeben ist, sollte man nachhaken.
Was ich meine, wenn ein Mensch sich seiner Umwelt gegenüber positiv verhält und auch ein ausgewogenes Selbstwertgefühl, und ein normales Nachdenken an den Tag legt, dann gibt es keinen Grund zur Sorge.
Aber wenn eine Religionsgemeinschaft oder eben auch eine andere Vereinigung einem Menschen diese Dinge als „Frevel“ auslegt und ihn aus der Gesellschaft herausisoliert, dann sollte man skeptisch werden und es ist evtl. (nicht unbedingt!) nötig zu handeln, alleine aus Achtung vor dem was der Mensch eigentlich ist!

–>es gibt menschen die leben eben anders, haben ihre freunde, ihre ideen, ihre persönlichen ziele die sie erreichen wollen.

Das ist klar, und das ist jedermanns Recht. Wie gesagt, die Symptome, die ich aufgezählt hatte sprechen bei einem darunter leidenden Menschen eher darauf, daß sie vermutlich nicht Herr ihrer selbst sind, sondern nur gesteuert und manipuliert werden. Das kann auch außerhalb einer Sekte passieren, aber wenn eine Gruppierung es sich zum Ziel gesetzt hat, Leuten das freie Denken abzunehmen, dann sollte man, wenn man einen Freund hat, der in diese Gruppierung gerät, ernsthaft fragen ob man *Freunden* so etwas zustoßen lassen will.

Ein Mensch, der sich wirklich einer Gruppe unterwirft, die ein derart mißbräuchliches Verhalten an den Tag legt, wird über kurze oder lange Sicht seines Denkens beraubt, oft fesseln sich diese Leute dann sogar selbst in einer Gedankenwelt, die einfach nicht zerbrechen *DARF* selbst wenn sie noch so falsch ist. Ich habe es oft genug erlebt, und ein dermaßen „gefangener“ Mensch leidet oftmals selbst darunter, daß er nicht anders sein und denken kann als er es muß (die Leute zwingen sich oft selbst).
Würdest Du Deine *Freunde* in so was reinlassen? Wären sie dann wirklich Deine Freunde wenn Du sie sowas machen läßt?

–>solange man mich in frieden läßt, soll jeder tun was er möchte.

Damit hast Du in gewisser Weise Recht, aber es ist auch die Frage, ob die Menschen Dir etwas bedeuten. Würdest Du Deinen besten Freund von der Brücke springen lassen, solange er Dich damit in Ruhe läßt? Oder würdest Du versuchen, ihm zu zeigen, daß es andere Wege gibt?
Wenn man wirklich ein Problem bei einem Menschen sieht, der einem etwas bedeutet, sollte man nicht untätig bleiben.

Für mich gehört manchmal es zu einer Freundschaft dazu, daß man seine Frunde vor drohendem Unheil warnt oder ihnen in der Not hilft, selbst wenn sie der Ansicht sind, daß sie überhaupt kein Problem haben… aber das ist nur meine subjektive Meinung!

Gruß,
Michael

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Eine Sektenliste
–>Gibt es eigentlich so eine Art rote Liste? Also eine Warnung des Bundes vielleicht, wo gefährliche oder bedenkliche Gemeinschaften oder Sekten aufgeführt sind?

Schau mal diese Website:

http://www.agpf.de/inhalt.htm#Kulte

Was natürlich kein „grünes Licht“ für nicht hier vertretene Gruppen darstellt.

–>Von solchen mal abgesehen, bin ich tolerant. Das eigene Seelenheil ist jedermanns/fraus persönliche Sache, die mich nichts angeht.

Auch hier ist wieder die Frage: wo zieht man die Grenze, läßt man Freunde/Familie in etwas Bedenkliches hineinrutschen mit der Begründung „Ist nicht mein Bier“?
Die Problematik die sich eigentlich stellt ist nicht was die einzelnen Menschen glauben, sondern wenn es augenscheinlich ist, daß sie sich kaputtmachen oder von Anderen kaputtgemacht werden. Und was man selbst empfindet, wenn es einem Menschen passiert, der einem etwas bedeutet.

Gruß,
Michael

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hi datafox, nun mal piano…(für uns beide!)

in einer heilen welt mag dies ja auch funktionieren, aber ich
selbst empfinde die welt als nicht so heil!

gings dabei um dich?? es war meine meinung gefragt - wie die
meinung aller hier - und ich habe geantwortet.

es ging doch darum, dass einer sich vielleict berechtigte sorge um einen anderen macht und ab wann „eingfreifen“ sollte. dein grundtenor ist dabei wohl, dass niemand das recht hat „einzugreifen“ weil dies eine „einflussnahme“ wäre! und nur diese aussage stelle ich in zweifel

ich verbitte mir diese ratschläge für mich selbst…

daß ich gefälligst nachhause kommen sollte, daß ich mich nicht
indoktrinieren lassen darf usw.

mir selbst gibst du aber den „ratschlag“, blamage zu empfinden!?..

(gings
hier überhaupt um dich?)

so wenig wie um dich. die frage war allgemein und jeder
schrieb aus SEINER sicht.

mit „gings hier überhaupt um dich?“ meinte ich, dass ich oberflächlich der meinung bin, dass du ein in dich schon gefestigter mensch scheinst. hier ging es aber um menschen, die ganz und gar noch nicht in sich gefestigt sind. insofern brauch man sich doch um dich auch gar keine sorgen machen- nur das meinte ich damit!

hast du schon gaza besucht?

bin ich lebensmüde?

tja und genau das wird da auch hunderttausenden zugemutet!

kannst du nicht sachlich argumentieren OHNE auf
nahostpolitisch moralinsauer einzugehen? hast du schonmal
israel besucht? dort mit den menschen geredet?

wenn du mein posting etwas aufmerksamer gelesen hättes, dann wüßtest du, dass ich 7monate in israel gearbeitet habe. ich habe mich in dieser zeit eingehend mit allen! menschen ausgetauscht die mir begegneten und ich wollte vielen begegnen um fundierter zu erfahren. doch hast du recht, dass „nahostpolitik“ hier nicht hingehört!..(warum hab ich eigentlich überhaupt das beispiel gebrach?..achja! weil du ja in israel lebst und dein motto „lebenundlebenlassen“ ist und weil israel für mich ein land ist, wo dieses motto leider sehr stark zu lasten millionen anderer menschen geht…aber das wollen wir hier nicht weiter ausbreiten)

gleichzeitig lasse ich auch andere so leben wie sie wollen.

absolut ich auch! nur eben mit der „kleinen“ einschränkung,
dass auch kein anderer darunter leiden muß!

und habe ich was anderes gesagt?

ja IMHO! deine kette beginnt erst bei dritten! dafür hast du ja dein „selbstmordattentäter“ beispiel herangezogen (wo du dann schon vom „gesetz“ verpflichtet wärst, einzugreifen) und ich sehe das wie pendragon! ich halte das eingreifen dann auch schon für zu spät.
wenn ich dich nämlich richtig verstanden habe, dann ist es für dich völlig ok , dass ein ängstlicher, leidgeprüfter mensch, von „schlechten kräften“ dahin gehend manipuliert wird, sich eines tages selbst in die luft zu sprengen. du siehst also erst ein notwendiges handeln, wenn derjenige dann tatsächlich sich einen sprengstoffgürtel um den bauch schnallt? du selbst also erst bedroht sein könntest!?

da es hier nafangs um „religiöse“ gruppen ging und sich deine meinung zwar auch darauf richtete, du aber dabei auch betontest, das du dir jede „einflussnahme“ berbitten tätest, habe ich mit erlaubt, ein paar beispiel aus dem leben und meinen erfahrungen zu bringen (die erstmal oberflächlich betrachtet, als unsachlich abegestempelt werden können).
dabei wollte ich wissen ob dein „verbitten auf jeden einfluss“ auch für andere dinge gilt!?
dabei brachtest du dann „illegalität“ ins spiel, also bestehende gesetze. ich wollte dann verdeutlichen, dass das mit „gesetzen“ so seine sache ist. ich selbst hinterfrage auch die bestehenden gesetze eines landes und sie gelten für mich nur, wenn ich sie für mich auch als richtig und notwendig erachte (hier bei uns war es ja auch mal gesetz, jüdische mitbürger „zu melden“…) . so kann für mich „illegal“ nicht die hauptprämisse sein, bei meiner entscheidung zu handeln!

doch nun gut, bleiben wir bei „eigenartigen“ glaubensgemeinschaften. hast du dich nun schon mit dem thelema-orden etwas befasst?..oder die moon-sekte! soll auch sehr zweifelhafte praktiken gehabt haben!?..„die aum-sekte“ zb, war ja auch anerkannter maßen nicht ganz koscher!?
was machst du also, wenn ein lieber mensch aus deiner nähe in den einfluss solcher „glaubensgemeinschaften“ gerät? wenn dieser mensch nicht datafox heißt, die sowieso nicht in einen solchen einfluss rein geraten könnte!?
willst du wirklich erst eingreifen, wenn dein eigenes leben durch giftgas oder sprengstoff bedroht ist?
die zerstörung der gruppe an deinen lieben freund zählt tatsächlich nicht für dich? weil es ja „nur“ sein leben ist?..
leben und leben lassen. klingt schön, aber so einfach ist es für mich nicht!

mit herzlichen grüßen
nadir

ps:

was soll das eigentlich? du
hast dich eben ganz schön blamiert.

was müsste mir denn peinlich sein? für was hätte ich mich denn zu schämen?
und warum willst du mich dann auch noch bloßstellen? noch dabei vor allen anderen?

sieh! du bedienst dich auch des gleichen, was du dir für dich selber „verbitten“ würdest…(das hat im bk thread auch schon nicki gemacht, nur leider scheint ihm das nicht aufzufallen).
aber ich nehm dir das gar nicht übel (auch nicht persönlich). ist schon ok für mich, weil ich glaube, dass du mich bewußt nicht verletzen willst (warum auch!?)…ich würde nur bitten, mir die selbe nachsicht zukommen zu lassen, denn auch ich will niemanden verletzen oder kränken, doch meine worte dies unter umständen auch mal unbewußt tun.
shalom

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Das verstehe ich schon, nur kann man Leute nicht vor sich
selbst beschützen. Wer auf Abdrehkurs ist, wird auch eine
Titanic finden, auf der er fahren kann. Ist es keine religiöse
Gruppe, dann halt etwas anderes…

Dem darf ich aber mal vehement wiedersprechen!
Als ehemaliges Mitglied einer religiös mißbräuchlichen Vereinigung kann ich klar bestätigen, daß man oftmals überhaupt nicht weiß, was da mit einem geschieht. Die Leute in Jonestown waren sicher nicht alle suizidgefährdet und haben nur auf den Befehl zum Umkippen gewartet. Nein, die Gedankenkontrolle, derer sich ideologische Vereinigungen oftmals bedienen, kann einem Menschen glauben machen, er glaube etwas was er eigentlich garnicht glaubt. Klingt konfus, ist aber einfach so.
Ohne in Goodwin’s Law stoßen zu wollen, möchte ich darauf hinweisen, daß viele Leute in einem kontrollierenden System Opfer sind, auch wenn sie selbst der Ansicht seien, das Richtige innerhalb des Systems zu tun. Und das hat uns die Geschichte auch oft genug bewiesen.
Es geht nicht darum, daß ein psychich labiler Mensch sich seine eigene Titanik sucht sondern oftmals *machen* Sekten (und nicht nur die religiösen, auch andere!) aus ihren Mitgliedern psychisch labile Personen, auch wenn sie es vorher garnicht waren. Okay, eine Tendenz ist oftmals da, aber dann werden andauernd Kerbe in eine Lücke geschlagen, bis es zum Bruch kommt. Und solange es keinen Bruch gab, kann man vieles ungeschehen machen. Danach - geht nichts mehr.

Verstehe dich schon, leider habe ich wenig positive
Erfahrungen in dieser Hinsicht. Man macht sich solche Leute
eher zum Feind, als dass man sie von etwas überzeugt.

Das hängt sehr davon ab, wie die Beziehung aussieht. Und natürlich auch davon, daß man weiß, was man tut.
Ich weiß wie sauer ich auf meine eigenen Eltern war, daß sie einen Pfarrer herbeizitiert hatten um mich aus meiner Sekte rauszuholen, und der Mensch fing gleich an, mich als psychisch labil, als unselbständig, als blah blah blah darzustellen. Und das entsprach nicht im Mindesten dem, was ich über mich selbst dachte und ich empfand es als tödliche Beleidigung! Mittlerweile sehe ich, daß dieser Pfarrer einfach seine Informationen aus einem allgemeinen Handbuch über Sekten bezogen hatte und dann etwas komplett Unzutreffendes auf mich projizierte. Das darf man nicht machen, damit vergrämt man die Leute sofort!
Beste Idee ist es, sich ein wenig (vorsichtig!) schlau zu machen was es mit der Gruppe auf sich hat, evtl. sogar ein paar mal hinzugehen, immer Notizen zu machen und alles was merkwürdig erscheint, GENAU zu merken und dann entsprechende Nachforschungen anzutreffen.
Eine informierte Konversation, die den Gesprächspartner respektiert und einbezieht, kann sehr wohl Erfolge haben (wenn auch nicht am ersten Tag!) aber wenn man uninformiert einfach seinen Gesprächspartner konfrontiert mit einem „Du bist in ner Sekte!“ dann ist das Gespräch vorbei, bevor es begonnen hat.

Aber eine Sache ist absolut notwendig, wenn man mit Leuten in Sekten spricht, dann in einem *neutralen* Umfeld - in einer Umgebung, die sie nur im Entferntesten an die Sekte erinnert, können automatisch psychologische Block- und Abwehrmechanismen einsetzen, die ein Gespräch untergraben.

Die Selbstverantwortung kann man niemand abnehmen. Manchmal
braucht man auch „negative“ Erfahrungen, an denen man lernen
und wachsen kann. Das Problem, du hast es ja schon gesagt ist
der Mensch selbst, nicht etwaige Gruppierungen.

Nein, dem kann ich nicht wirklich zustimmen. Bestimmte Menschen sind zwar anfälliger, aber wenn Du Dir mal anschaust, was zB. die Moonies alles an Rang und Titeln vorzuweisen haben, dann sollte einem doch klar werden, daß es primär um Täuschung und schrittweise Indoktrinierung geht.
Die Methoden der kultischen Gedankenkontrolle werden zB. auch in Nordkorea höchst effektiv angewandt, und wer behauptet, daß ein ganzes Volk nur aus labilen Menschen besteht, der geht doch etwas weit.
Evtl. sollte man sich mal schlau machen darüber, wie Indoktrinierung, „Gedankenreform“ überhaupt funktioniert, bevor man es auf das Opfer schiebt!

Das ist übrigens das allerletzte, was man als Opfer einer solchen Gruppe gebrauchen kann, daß einem noch gesagt wird man sei für alles allein verantwortlich! Weil genau DAS erzählen die einem drinnen auch andauernd! Das nagt am Selbstwertgefühl, das bringt zur Verzweiflung! Man wird manipuliert, kontrolliert, gesteuert und dann bekommt man doch noch gesagt, man muß seine Suppe alleine auslöffeln wenn was schiefgeht!

was sehr wichtig ist, ist einem in einer Sekte befindlichen Menschen ein Freund zu bleiben. Ihm zu zeigen, daß es nicht nur die Sekte ist, die zu ihm hält. Sonst fühlt er sich darin bestätigt, wenn die Gruppe ihm erzählt, daß alle Menschen „gegen ihn“ sind nur weil er die „neue Hoffnung trägt“. Man muß die Lehren einer irrlehrenden Gruppe durch Wort und Tat Lügen strafen, man darf sie nicht bestätigen!

Man muß einem Menschen sagen, daß er eben manipuliert wird wenn dies der Fall ist anstatt ihm vorzuwerfen daß es im Endeffekt seine eigene Schuld ist.
Man muß zu ihm stehen, nicht ihm sagen „Du mußt schon allein klarkommen“ wenn er dringend Halt braucht!

Sorry, so verliert man seine Freunde an die Sekten, und selbst wenn sie da jemals rausfinden, werden sie einem die vielen Jahre des Leidens und der Entbehrung vielleicht nie verzeihen, die man ihnen aufgebürdet hat weil man ihnen gesagt hat „Du mußt das alleine wissen“.
Bei mir war das der Fall. Ich weiß wovon ich spreche.
Die Bitterkeit gegenüber den Leuten, die mich in der Sekte ausgenutzt und manipuliert hatten, war schnell vergessen. Aber die Bitterkeit über die vielen Freunde, die mich haben abdriften sehen und mir nicht geholfen haben, das tut viel mehr weh!
Wem die Freundschaft etwas bedeutet, der bleibt immer ein Freund, egal was der Andere gerade tut.

An einem starken, selbstbewußten Menschen scheitern Einvernehmungen ohnehin.

Nicht ganz. Die Frage ist nur, wer was mit wem macht. Ein geschulter Psychologe könnte, so er denn wollte und das Umfeld hätte, (ein „guter“ würde es nicht mit seinem Berufsethos vereinen können, aber es gibt immer solche und solche) einen Menschen komplett umpolen - dazu ist nicht wirklich viel erforderlich außer der Kenntnis, wie man das machen muß.

Ab wann eingreifen ist eine schwere Frage, ich würde aber erweitern zu „nicht im Stich lassen“, mit oder ohne Gruppe.

Ein absolutes Muß, und darin sind wir uns einig :smile:

Das Gefühl selbsloser um einen selbstdrehende Solidarität, hebt schlussendlich jede auf Ausnutzung ausgerichtete Tendenz aus den Angeln.

Auch da kann ich wiedersprechen. Das gilt für „normale Menschen“. Es gibt auch weniger normale Menschen. Aber im Allgemeinen hast Du recht.

Übrigens braucht dieses „aus-den-Angeln-heben“ manchmal sehr viel Zeit, eventuell sogar Jahrzehnte. Weil sehr vieles vom Umfeld und vom Charakter des Betreffenden abhängt.

Gruß,
Michael

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Auch hier ist wieder die Frage: wo zieht man die Grenze, läßt
man Freunde/Familie in etwas Bedenkliches hineinrutschen mit
der Begründung „Ist nicht mein Bier“?
Die Problematik die sich eigentlich stellt ist nicht was die
einzelnen Menschen glauben, sondern wenn es augenscheinlich
ist, daß sie sich kaputtmachen oder von Anderen kaputtgemacht
werden. Und was man selbst empfindet, wenn es einem Menschen
passiert, der einem etwas bedeutet.

seh ich ganz genauso!
mit lieben grüßen
nadir

hi michael

das nenn ich sachlich und vor allem besonnen!
da könnt ich mir doch glatt ein scheibe abschneiden von dir…
wenn ich schon sternchen vergeben könnte, würdest du jetzt eins bekommen.
vielen dank für dein posting
mit herzlichen grüßen
nadir