Ab wann Eingreifen ?

hi,

Wer der Ansicht ist, besser zu sein als der Rest der Welt,
sich von allen „mißverstanden“ oder „verfolgt“ fühlt und
unbedingt meint, daß jede Meinung außer der von seinem „Guru“
eh nur banane ist, der braucht Hilfe.

wieso? die meisten denken so. die gurus heißen halt nur anders, zb. bild, rtl, das wissenschaftsmagazin, man’s health und die frauenzeitschrift.

IMO ist die Aufgabe der Religion zwar schon, den Menschen
einen Halt und Werte zu vermitteln, aber wenn die Religion den
Menschen als „Preis“ für ihren Halt aus der Gesellschaft
herausisoliert, dann wäre doch die Frage, ist die Gesellschaft
als solches komplett falsch oder ist die Anschauung falsch?

das argument läuft nur, wenn du voraussetzt, daß „unsere gesellschaft“ die „richtige“ ist. genau dieser meinung ist der typische religiöse mensch nämlich nicht. er hat andere wertvorstellungen und andere lebensziele als der säkuläre. und ich meine: beide haben genau dieselben rechte diese zu verwirklichen. bedingung: keinen schaden anrichten.

Sekten sind dann gefährlich, wenn sie das Denken und Handeln
des Individuums zurückstellen, tadeln oder sogar verbieten und
eine diktierte, konforme Lebensweise vorgeben.

wir alle leben eine diktierte konforme lebensweise. „wir haben scheißjobs die wir nicht mögen, damit wir uns scheißsachen kaufen können die wir nicht brauchen.“ (daß ich den film gesehen habe, zeugt auch von meiner konformität!) der klassische „religiöse“ tanzt hier aus der reihe. er hat einen job den er mag (er ist klassischerweise lehrer für religion), hat 21 kinder und wenig geld, weil gott das so will. WER ist also konformistisch und wer nicht? :smiley:

ein normales Nachdenken an den Tag legt

was ist das?

bei einem darunter leidenden Menschen

das ist eine GANZ andere geschichte. bisher war ich der meinung wir sprechen von menschen, die nicht unter ihrer lebensweise leiden. sobald jemand leidet und dies sichtbar wird, ist einschreiten - also hilfe - angesagt.

gruß
datafox

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hi,

wenn ich dich nämlich richtig verstanden habe, dann ist es für
dich völlig ok , dass ein ängstlicher, leidgeprüfter mensch,
von „schlechten kräften“ dahin gehend manipuliert wird, sich
eines tages selbst in die luft zu sprengen.

völlig ok? das ist alles andere als ok. es ist ein widerliches verbrechen an jungen menschen, wie es es seit dem mittelalter nicht mehr gab.

du selbst
also erst bedroht sein könntest!?

[Team: politisch extreme Meinung gelöscht]

s kann für mich „illegal“ nicht
die hauptprämisse sein, bei meiner entscheidung zu handeln!

irgendeinen maßstab muß man haben. es gab hier mal einen thread über prostitution (die NICHT illegal ist). ich meinte, ich würde meine tochter, wenn ich eine hätte die da reinrutschte, da rausboxen, mit allen mitteln der gewalt. ich wurde als „spießer“ beschimpft…! da versteh einer die welt.

doch nun gut, bleiben wir bei „eigenartigen“
glaubensgemeinschaften. hast du dich nun schon mit dem
thelema-orden etwas befasst?..oder die moon-sekte! soll auch
sehr zweifelhafte praktiken gehabt haben!?

nee kenn ich nicht. aber religiöse spinner gibts hier genug. und noch dazu brandgefährliche.

was machst du also, wenn ein lieber mensch aus deiner nähe in
den einfluss solcher „glaubensgemeinschaften“ gerät?

jetzt plötzlich ist es ein „lieber mensch“. bisher war von bekannten die rede. bei lieben freunden sieht es anders aus. siehe andere antwort weiter oben.

und warum willst du mich dann auch noch bloßstellen?

du hast mich persönlich angegriffen. ziemlich plump wie ich meine. das war peinlich.

gruß
datafox

bei einem darunter leidenden Menschen

das ist eine GANZ andere geschichte. bisher war ich der
meinung wir sprechen von menschen, die nicht unter ihrer
lebensweise leiden. sobald jemand leidet und dies sichtbar
wird, ist einschreiten - also hilfe - angesagt.

Tja, und das ist das Problem.
Wenn Du Dich ein bisschen mit Sekten auskennst und weißt, was in einem Sektenmitglied vorgeht, dann ist „Leiden“ nämlich genau der richtige Term.
Aber zugeben tun die meisten es trotzdem nicht. Sie behaupten, alles sei okay, sie sagen das ist nur temporär, sie denken, sie können sich „bessern“ um alles ok zu machen (wodurch es oft noch schlimmer wird).
Einige Sekten lassen die Leute quasi ihre „Seele als Pfand abliefern“, d.h. nach einer gewissen Zeit werden von dem Sektenmitglied derhart üble Opfer gefordert, daß ein „Zurück“ einfach nicht mehr möglich ist, selbst wenn es gewünscht wäre, Dinge wie Studienabbruch, Übergabe aller Finanzen, eine Zweckehe etc. Alles schon dagewesen. Zu dem Zeitpunkt geht es garnicht mehr darum, was das Individuum *will*, sondern daß es ohne außenstehende Hilfe garnicht mehr *geht*, zurück zu kommen.

Ich möchte noch einmal klarifizieren: was ich aufgelistet hatte, sind WARNsignale, keine eindeutigen Indikatoren.
Du hast ja wunderbar Fälle aufgezeigt, wo es für Menschen überhaupt nicht wünschenswert wäre, daß jemand eingreift. Es gibt auch jene, die in einer Sekte wirklich und ernsthaft ihr Glück finden. Und die sollten das auch haben dürfen, denn wir leben in einer freien Gesellschaft. Man sollte dann ehrlich zu ihnen sein und sagen daß man ihre Ansichten für falsch erachtet (so man es denn tut) aber es damit dann auch beruhen lassen.

Aber wie gesagt - oftmals sieht es in einem Menschen drinnen doch ganz anders aus als außen. Man muß einem Sektenmitglied schon wirklich extrem nahe stehen, um zu sehen ob der Anschein von Freude, Jubel, Sonnenschein Wahrheit oder nur gespielt ist.
Viele Sektenführer befehlen ihren Mitgliedern Fröhlichkeit, quasi als Zeichen des „Glaubens“ (bist Du nicht fröhlich, dann glaubst Du nicht blah blah) und da muß man mehr sehen als einen Blick um zu wissen ob das echt ist.
Wie gesagt, es sind Zeichen, wann evtl. ein Eingreifen nötig ist, mit dem Zusatz des „evtl.“

Aus allgemeiner sozialer Perspektive sollte man Leuten ermöglichen, alles das zu tun was sie glücklich macht und dann, wenn sie gegen ihren Willen zu was gezwungen werden ihnen Alternativen bieten so es denn geht. Und wenn sie eine freie Entscheidung treffen, diese Alternativen nicht zu nutzen, sollte man das halt auch respektieren.

Aus christlicher Perspektive sehe ich das alles recht anders, aber darum geht es hier garnicht, deswegen halte ich mich damit zurück.

Gruß,
Michael

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Welche Gesellschaft?

wieso? die meisten denken so. die gurus heißen halt nur
anders, zb. bild, rtl, das wissenschaftsmagazin, man’s health
und die frauenzeitschrift.

Ich denke Du verstehst da etwas völlig falsch. Sicher gibt es auch die Leute, die sich ihre Weltanschauung diktieren lassen („Bild sagt Dir Deine Meinung“) aber ich rede von etwas ziemlich Anderem.
Im Prinzip hast Du Recht, wer lang genug Glotze guckt wird auch manipuliert wie ihn die Medienlandschaft haben sollte.
Aber mal ehrlich: wenn jemand eigentlich völlig anders ist, und durch den Konsum einer bestimmten Form von Material zurechtgestutzt wird, dann verliert er automatisch einen Teil seiner Freiheit.
Wir driften übel ins Philosophische ab, wenn wir diskutieren ob der Mensch in der Lage ist, seine Freiheit zu nutzen oder ob er sie überhaupt will.
Aber weder RTL noch Men’s blah noch das Goldene Blatt verlangen von Dir, daß Du Dir *ausschließlich* von ihnen anhörst, was Du zu denken hast.
In vielen religiösen Sondergemeinschaften hat der Anführer eine „göttliche Offenbarung“, und weil NUR die „heilig“ ist, ist es ein Frevel, sich Informationen andererorts zu beschaffen.
Ein Sektenmitglied wird dahin indoktriniert, daß es ein Fehler ist, mehr als eine Informationsquelle (den Guru im Normalfall) zu konsultieren und daß man das einfach nicht darf.
Hier ist der kleine aber feine Unterschied: RTL hat nichts dagegen, wenn Du mal auf Sat1 zappst und Men’s Health wird Dir nicht mit ewiger Verdammnis drohen weil Du mal die Bunte gekauft hast.

Und das ist eben die Gefahr der Sekten: wenn jemand am Punkt angekommen ist, wo er auf niemanden als den Guru mehr hören *will*, ist es auch zu spät für Veränderungen. Und ich denke mal, Du wirst mir auch nicht viele Fälle nennen können von Leuten, die NUR Men’s Health lesen und nicht auch mal die Tageschau im Ersten gucken.
Einige Sekten zensieren aber rigoros. Da wird Dir gesagt, wen Du wählen mußt, was Andere (angeblich) gesagt haben, etc. Und es wird Dir untersagt, zu überprüfen, ob das überhaupt stimmt.

das argument läuft nur, wenn du voraussetzt, daß „unsere
gesellschaft“ die „richtige“ ist. genau dieser meinung ist der
typische religiöse mensch nämlich nicht. er hat andere
wertvorstellungen und andere lebensziele als der säkuläre. und
ich meine: beide haben genau dieselben rechte diese zu
verwirklichen. bedingung: keinen schaden anrichten.

Nein, das siehtst Du völlig falsch. Du verwechselst scheinbar „religiöse Menschen“ und Fanatiker. Sehr viele tiefst religiöse Menschen erkennst Du nichtmal, da sie z.B. Fernsehschauspieler, Kindergärtner, Professoren, etc. sind.
Ich war auch sehr erstaunt, daß einer meiner Professoren an der Uni zutiefst gläubig war obwohl seine Vorlesungen immer eher auf einer existentialistischen Schiene gehalten waren. Und dabei ist es auch egal, ob Du einen Schamanisten, einen Esoteriker, Christen, Muslim, Juden, Hindu, Buddhisten, Taoisten etc. betrachtest. Meine Erfahrung ist eigentlich eher, je religiöser diese Menschen *wirklich* sind, desto weniger Probleme haben sie, sich in die Gesellschaft einzufügen.
Als Beispiel: ein gewisser BinLaden sagt, daß Amerika die Verkörperung des Bösen sei. Ein Muslim, der wirklich von ganzem Herzen glaubt, mit dem ich gesprochen habe, hat gemeint, daß die amerikanische Rechtsprechung im Wesentlichen mit dem Koran übereinstimmt, viel mehr als es im Irak oder Iran zB der Fall sei.
Denn eigentlich haben alle „Mainstream“ Religionen das Ziel, die Menschen zu einen. Wirklich - völlig egal welche es ist.
Und es sind eigentlich nur Sekten, die eine Gesellschaft, die eine andere Weltordnung als die von ihnen intern ausgeübte als derart negativ erachtet, daß sie sich und ihre Mitglieder gänzlich daraus lösen und teilweise auch gegen diese vorgehen.

Es driftet wieder ins Philosophische ab, wenn man darüber diskutiert, welches die „beste“ oder „richtige“ Weltordnung (Gesellschaft) sei - aber wenn Du die Religionsgeschichte der großen Weltreligionen studierst, wirst Du merken, daß keine von ihnen darauf aus war, sich der Gesellschaft zu entfremden sondern mit ihnen trotz der Differenzen in Einklang zu leben.

Sicher haben viele religiösen Menschen andere Ziele, aber auch hier hast Du wieder das Problem: was glaubt ein Mensch *wirklich*, und was ist ihm nur aufgezwungen worden zu glauben daß er will?
Das alles zu unterscheiden erfordert halt sehr viel Menschenkenntnis und denke ich auch mal Religionskenntnis. Eine pauschale „Der wird schon wissen was er will“ Erklärung ist zwar pragmatisch nicht abwegig, aber objektiv einfach oftmals falsch.

Und die Frage ist: wann wird denn Schaden angerichtet? Schaden am Selbst, Schaden an Anderen, Schaden an der Gesellschaft, Schaden an Material? Was ist das?
Der schlimmste Schaden, den ein Mensch doch anrichten kann ist doch als allererstes mal der an sich selbst und Anderen. Und genau das ist ja das Problem mit Sekten (bedenke: eine Sekte muß nicht religiöser Natur sein!) - daß sie der Psyche der Menschen durch gezielte Manipulation zum Eigennutz Schaden zufügen. Kann man einen Menschen in einer Sekte lassen, die ihm schadet mit der Begründung, daß er selbst ja keinem schadet? Vielleicht noch nicht, aber später bringt er Andere in die Sekte und dann fügt er Schaden zu. Wäre es nicht Schadensminimierung, ihn gleich davon fernzuhalten?

Das macht Dein Argument halt des Laissez-faire halt schwer nachvollziehbar, denn wo fängt Schaden an und richtet man selbst durch Untätigkeit nicht auch Schaden an?

wir alle leben eine diktierte konforme lebensweise. „wir haben
scheißjobs die wir nicht mögen, damit wir uns scheißsachen
kaufen können die wir nicht brauchen.“

Nein, das ist so nicht im Allgemein wahr. Das mag für einige gelten, aber: schonmal nachgedacht, daß auch Leute ihre Arbeit lieben und darin aufgehen? Es ist die Frage, ob man sich soweit anpaßt wie es zum eigenen Wohlbefinden nötig ist oder ob man sich anpaßt weil man einen auf den Deckel bekommt, wenn man es nicht tut.
Es geht in dieser Diskussion ja ursprünglich nur darum, ob ein Mensch der einen Freund in einer evtl. bedenklichen Gruppe hat, daraus holen soll oder nicht. Und sogar auf den Job bezogen würde ich sagen: wenn Du nen miesen Job hast und Dein bester Freund hat die *Möglichkeit*, Dir nen besseren zu verpassen, würdest Du sagen daß Dein Freund ihn Dir anbieten soll oder daß er den Job anderweitig vergibt weil ist ja Deine Sache daß Du ned happy mit Deinem alten Job bist?
Es geht hierbei prinzipiell um die Frage
a)wo wirklich Gefahr im Verzug ist und
b) wie weit die Freundschaft geht und gehen darf.
Und ich hoffe, Du stimmst mir mal darin zu, daß Freunde helfen sollten wenn es nötig ist, aber ihre Hilfe nicht aufdrängen sollten wenn sie unerwünscht und fehl am Platze ist. Okay?

der klassische „religiöse“ tanzt hier aus der reihe. er hat einen
job den er mag (er ist klassischerweise lehrer für religion),
hat 21 kinder und wenig geld, weil gott das so will. WER ist
also konformistisch und wer nicht? :smiley:

Du überspitzt bewußt. Ich hoffe, Du weißt, daß z.B. Bayern ein klassisches, sehr religiöses (katholisches) Land ist bzw. war. Und die leute da haben zwar ihre eigene Kultur aber sind quasi in keiner Hinsicht das was Du Dir darunter vorstellst :wink:

Gruß,
Michael

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hi,

Aus christlicher Perspektive …

das ist ein gutes stichwort. für mich sind alle glaubenssysteme gleichberechtigt nebeneinander. und solange man sich nicht belästigend ins gehege kommt, soll jeder tun was er möchte. ich denke das ist der kleinste gemeinsame nenner aller weltanschauungen, die sich freiheitlich und demokratisch nennen. nur wer aktiv gegen diese grundfeste steht, den bekämpfe ich. ansonsten ist es mir gleich, ob jemand christlich ist oder bei einer „sekte“. der ausdruck „sekte“ - immer fälschlicherweise abwertend verstanden und oft gewollt so gemeint - wird meistens von christlichen kirchen für alles benutzt, was außerhalb ihrer eigenen „sekte“ steht.

gruß
datafox

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Hi,

Die Selbstverantwortung kann man niemand abnehmen. Manchmal
braucht man auch „negative“ Erfahrungen, an denen man lernen
und wachsen kann. Das Problem, du hast es ja schon gesagt ist
der Mensch selbst, nicht etwaige Gruppierungen.

Nein, dem kann ich nicht wirklich zustimmen…

Bist du denn nicht selbstsicherer und stäker geworden durch deine Erfahrung? Hätte heute eine solche Sekte nocheinmal die Chance dich einzuvernehmen?

An einem starken, selbstbewußten Menschen scheitern Einvernehmungen ::ohnehin.

Nicht ganz. Die Frage ist nur, wer was mit wem macht. Ein
geschulter Psychologe könnte, so er denn wollte und das Umfeld
hätte, (ein „guter“ würde es nicht mit seinem Berufsethos
vereinen können, aber es gibt immer solche und solche) einen
Menschen komplett umpolen - dazu ist nicht wirklich viel
erforderlich außer der Kenntnis, wie man das machen muß.

Na übertreib mal nicht! Stell diese Frage doch mal den Psychologen im Psychologiebrett. Die Leute von Scientology haben es trotz massiver Versuche nicht geschafft mich für ihre Gemeinschaft zu gewinnen. Und Zauberer sind Psychologen auch nicht. Wenn ich etwas nicht will, dann scheitert jeder Versuch.

Auch da kann ich wiedersprechen. Das gilt für „normale
Menschen“. Es gibt auch weniger normale Menschen. Aber im
Allgemeinen hast Du recht.

Was ist ein unnormaler oder wenig normaler Mensch?

Im übrigen möchte ich dein emotionales statement gerne unkommentiert so stehen lassen, auch wenn ich dir in manchem nicht zustimmen kann.
Und herzlichen Glückwunsch zu deiner Abkehr!

Gruß
Junktor

Indoktrination vs. Freiheit
hi,

Aber weder RTL noch Men’s blah noch das Goldene Blatt
verlangen von Dir, daß Du Dir *ausschließlich* von ihnen
anhörst, was Du zu denken hast.

doch genau DAS verlangen sie. und um das durchzusetzen geben sie millionen aus (man nennt das werbung, oder in anderen worten propaganda, vom lateinischen „de propaganda fide“ = titel einer papstenzyklika (?)). es ist eine illusion, daß ein mensch völlig losgelöst freie entscheidungen trifft. er ist immer beeinflußt, indoktriniert, von der „mode“, dem zeitgeist, der gesellschaft in der er lebt.

In vielen religiösen Sondergemeinschaften hat der Anführer
eine „göttliche Offenbarung“, und weil NUR die „heilig“ ist,
ist es ein Frevel, sich Informationen andererorts zu
beschaffen.

was unterscheidet eine sondergemeinschaft zb. von der katholischen kirche? meine meinung: die anzahl der mitglieder.

dasselbe gilt für politische parteien u.a.

RTL hat nichts
dagegen, wenn Du mal auf Sat1 zappst und Men’s Health wird Dir
nicht mit ewiger Verdammnis drohen weil Du mal die Bunte
gekauft hast.

doch. wer xy nicht kauft, ist sexuell weniger attraktiv. nur wer z kauft, ist angesehen und modern. usw. schaust du nie werbung? :smiley:

Und ich denke
mal, Du wirst mir auch nicht viele Fälle nennen können von
Leuten, die NUR Men’s Health lesen und nicht auch mal die
Tageschau im Ersten gucken.

ich kann dir eine latte von menschen auflisten, die zb. niemals amerikanische medien konsumieren würden. das ist genau der punkt.

Einige Sekten zensieren aber rigoros. Da wird Dir gesagt, wen
Du wählen mußt, was Andere (angeblich) gesagt haben, etc. Und
es wird Dir untersagt, zu überprüfen, ob das überhaupt stimmt.

auch medien zensieren.

Nein, das siehtst Du völlig falsch. Du verwechselst scheinbar
„religiöse Menschen“ und Fanatiker.

teifreligiös heißt doch nicht, daß derjenige im kloster sitzt oder in der einöde lebt oder sowas.

je religiöser diese Menschen *wirklich* sind, desto
weniger Probleme haben sie, sich in die Gesellschaft
einzufügen.

was ist wirklich was ist unwirklich? vielleicht hast du eine andere vorstellung von „religiös“ als ich. ein typischer religiöser kommt mit „der gesellschaft“ zurecht, arrangiert sich mit ihr, lebt aber eigentlich neben ihr.

Und die Frage ist: wann wird denn Schaden angerichtet? Schaden
am Selbst, Schaden an Anderen, Schaden an der Gesellschaft,
Schaden an Material? Was ist das?

was ein schaden ist, bestimmt die gesellschaft selbst. durch mehrheitsbeschluß, durch ausprobieren. wenn die mehrheit keine kopftücher öffentlich duldet (wie in der türkei), dann fügt kopftuchtragender islam einen schaden zu. wenn die mehrheit keine missionierung duldet, dann ist missionierung schädlich.

Und ich hoffe, Du stimmst mir mal darin zu, daß Freunde helfen
sollten wenn es nötig ist, aber ihre Hilfe nicht aufdrängen
sollten wenn sie unerwünscht und fehl am Platze ist.

absolut.

Du überspitzt bewußt.

natürlich :smiley:

Ich hoffe, Du weißt, daß z.B. Bayern ein
klassisches, sehr religiöses (katholisches) Land ist bzw. war.
Und die leute da haben zwar ihre eigene Kultur aber sind quasi
in keiner Hinsicht das was Du Dir darunter vorstellst :wink:

huch das fragst du mich als österreicherin?

gruß
datafox

hi junktor

Na übertreib mal nicht! Stell diese Frage doch mal den
Psychologen im Psychologiebrett. Die Leute von Scientology
haben es trotz massiver Versuche nicht geschafft mich für ihre
Gemeinschaft zu gewinnen. Und Zauberer sind Psychologen auch
nicht. Wenn ich etwas nicht will, dann scheitert jeder
Versuch.

denk ich im prinzip auch.
doch mehr als der einfluss „geschulter“ psychologen macht wohl der einfluss der ganzen gruppe aus.
eine taktik zweifelhafter gruppen ist ja oft auch, dich von deinem bisherigen zu isolieren.
und wenn du dann ganz allein stehst, bedarf es schon einiger stärke, dich der „gruppendynamik“ zu entziehen.
mit herzlichen grüßen
nadir

jetzt plötzlich ist es ein „lieber mensch“. bisher war von
bekannten die rede. bei lieben freunden sieht es anders aus.

es war hier von anfang an von einem freund die rede! ein mensch also der mir nahe steht…

siehe andere antwort weiter oben.

also du würdest exekutieren!?

und warum willst du mich dann auch noch bloßstellen?

du hast mich persönlich angegriffen. ziemlich plump wie ich
meine. das war peinlich.

ich habe dich überhaupt nicht persönlich angegriffen!
ganz im gegenteil habe ich in meinem „ps“ ausdrücklich gesagt das ich dem menschen datafox wohlgesonnen bin und es mir nur in der sache selber geht. ich habe also versucht, von anfang an möglich mißverständnisse in diesen bezug zu vermeiden.
aber es scheint wohl eher, dass du widerspruch zu deiner meinung grundsätzlich als angriff auf deine person erachtest. unter dieser voraussetzung habe ich auch gar keine lust weiter mit dir zu diskutieren!
und peinlich kann dir wohl nur sein, wenn du selber denkst/spürst das du „mist“ gemacht hast, ansonsten dürfte es dafür wohl auch keine grund geben!

wenn ich deinen weiteren ausführungen hier folge, dann scheinst du mir ein noch recht widersprüchlicher mensch zu sein- womit ich selbst nicht mal probleme hätte.
doch wenn du dazu neigst alles persönlich zu nehmen, habe ich keine lust auf einen austausch mit dir
in diesen sinne
mit gunst und verlaub
nadir

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Hallo Michael,

Und die Frage ist: wann wird denn Schaden angerichtet? Schaden
am Selbst, Schaden an Anderen, Schaden an der Gesellschaft,
Schaden an Material? Was ist das?

„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ (Matth.16,26)

Du siehst, alles im Leben (Geld, Job, Freunde) sollte man „opfern“, um seine Seele zu erretten. Und davon willst Du jemanden abhalten?

Gruss Harald

das ist ein gutes stichwort. für mich sind alle glaubenssysteme gleichberechtigt nebeneinander.

Sie haben ihre Berechtigung, sofern sie sich gleichberechtigt verhalten (sogar dann, wenn sie für sich einen Absolutheitsanspruch behaupten aber die Koexistenz der Anderen nicht bewußt untergraben) aber ein Glaubenssystem wird dann unberechtigt, wenn es eben die Grundsätze des menschlichen Zusammenlebens, nicht respektiert und auch dagegen ankämpft.
Wem man gleiches Recht zuspricht und wen man bis aufs Messer bekämpft, das ist sehr subjektiv und genau darin fangen die Probleme an. Es gibt nichtmal einen Mehrheitsgrundsatz bei solchen Fragen, was richtig oder falsch ist.
Und darum sagte ich ja schon, daß man eine Sekte durch sein eigenes Handeln Lügen strafen muß. Wenn man das einfach nicht kann, gibt man dieser Gruppe ihre Berechtigung. Wenn man jedoch klar aufzeigen kann, daß es dieser Gruppe um Täuschung, Ausnutzung, Mißbrauch geht, dann hat man der Gruppe auch gleich seine Berechtigung genommen.
Und auch dann ist noch die Frage, ob es lediglich die Praxis der Gruppe ist, die falsch ist oder ob ihre intrinsische Lehre falsch ist. Wenn letzteres der Fall ist, sollte diese Gruppe besser garnicht existieren. Aber das können dann wieder nur irgendwelche Experten innerhalb der eigenen Reihe der Gruppe entscheiden (und die weigern sich oftmals einfach, über sowas nachzudenken).

und solange man sich nicht belästigend ins gehege kommt, soll jeder tun was er möchte.

Das ist die demokratische Grundordnung, und in gewisser Weise auch okay. Aber wie gesagt, wo zieht man die Grenze, wo Belästigung anfängt? Das ist eben auch wieder sehr subjektiv.
Das Prinzip des „Lovebombing“ ist im Prinzip übelste Belästigung, nur da man die Absichten des „Täters“ nicht kennt, fühlen sich viele der Opfer erstmal garnicht „belästigt“. Ob es trotzdem eine gute Praxis ist? Subjektiv.

nur wer aktiv gegen diese grundfeste steht, den bekämpfe ich.

Nun, wer gibt Dir das Recht zu entscheiden, wann diese Grenze überschritten ist? Es gibt unzählige Gruppen, die behaupten, sie seien kulant gegenüber Anderen, aber intern speien sie Gift und Galle gegen alles, was nicht zu ihnen gehört.
So eine Gruppe, die nach außen hin behauptet, sie sei einfach eine christliche Gemeinde wie alle, behauptet aber intern, zB. daß die Pfingstbewegung „ein Hexentanz“ sei etc. - da unterscheidet sich eben das was sie nach außen vorgeben und das, was sie intern lehren und praktizieren. Wo triffst Du die Entscheidung?

ansonsten ist es mir gleich, ob jemand christlich ist oder bei einer „sekte“.

Das ist die freie Entscheidung jeden Einzelnen. Sofern diese Entscheidung auch frei war, und nach wie vor ist, gibt es dagegen prinzipiell nichts einzuwenden, auch wenn man es anders sehen mag.
Das Problem ist, wenn Du Dir mal genau ansiehst, was in Sekten tatsächlich abläuft, der Manipulationsprozeß ist dermaßen übel teilweise, daß eine freie Entscheidung überhaupt nicht mehr möglich ist, da den Mitgliedern eine Realität vorgegaukelt wird, die sich mit dem Alltag nicht im Mindesten deckt. Und sie bemerken das nichtmal, weil sogar Dinge wie der allgemeine Sprachgebrauch umdefiniert wurden.

der ausdruck „sekte“ - immer fälschlicherweise abwertend verstanden und oft gewollt so gemeint -

Sicher ist er das. Jedoch hat er in der Religionspsychologie eine klare, eindeutige Definition. Im englischen benutzt man den Term „Cult“ gegenüber aberranten Gruppen, das Wort „sect“ existiert dort auch und hat nichtmal eine negative Bedeutung.
Ich greife auf das Wort „Sekte“ zurück, da es eine allgemein bekannte Definition hatund sehr vielfältig verwendet werden kann ohne daß man es erklären muß.
Wenn man tiefer ins Detail geht, müßte man unterscheiden zwischen „ideologisch verirrten Gruppen“, „geistlich mißbräuchlichen Gruppen“ und einfachen Geldschaffungssystemen.
Alle diese fallen in die klassische Definition der „Sekte“, teilweise erfüllen sie alle Kategorien (zB. Moonies), teilweise sind sie nichtmal religiös (wie zB ein Multi Level Marketing Unternehmen für Nahrungsergänzungsmittel).
Unter „Sekte“ versteht man allgemein eine Struktur, die eben Menschen gezielt ihre Freiheit einschränkt, sie ausbeutet und mißbraucht. Das trifft meist auf die einzeln studierten Gruppen in nur geringem Maße zu, aber mit dem Begriff kann man halt erstmal eine Kommunikation aufbauen.
Wenn Du jemandem sagst, „Hey, ich bin in eine potentiell geistlich mißbräuchliche Gruppe geraten“ dann guckt der erstmal dumm. Aber wenn Du sagst, „Es deutet einiges darauf hin, daß ich mich in einer Sekte befinde“ dann weiß er sofort, was Sache ist.

wird meistens von christlichen kirchen für alles benutzt, was außerhalb ihrer eigenen „sekte“ steht.

Es gibt etliche Definitionen für den Sektenbegriff, die im Volksmund einfach durcheinandergeworfen werden, oftmals kennen die Leute ncihtmal eine ordentliche Definition und verwenden den Begriff trotzdem, beladen mit den negativen Gefühlen die man dank Jonestow, Hale-Bopp etc. hat.
Aber das ist nichtmal so schlimm.
Die erste, allgemein angenommene Definition kommt vom lateinischen „secare“, einfach „trennen“. Damit ist eine Sekte eine Abspaltung vom „mainstream“. Bezogen auf christliche Gruppen, gerne verwendet insbesondere von den großen Kirchen weil damit jede „Sekte“ automatisch zu „Abtrünnigen“ wird. Sehr praktisch.
Eine andere Definition kommt einfach von „seculus“, irgendwas wie „folgen“ … damit ist eine „Sekte“ eine Gruppe von Leuten, die etwas folgt. Das ist ein wunderbar neutraler Begriff, mit der jede „Sekte“ erstmal eine Existenzberechtigung erhält, und nach der auch der Islam, das Christentum, Taoismus, Esoterik etc. eine Sekte ist. Dieser Begriff ist nicht sehr hilfreich, da damit auch der Deutsche Bundestag essentiell eine Sekte von Gerhard Schröder ist.

Während erstere Definition inhärent negativ konnotiert wird und eben gerne benutzt wird um andere Gruppen zu diskreditieren, neigen viele, die sich etwas mehr damit beschäftigt haben, dazu, den zweiten, historisch „eigentlichen“ Sektenbegriff zu verwenden.
Er ist neutral, aber dummerweise inhärent wertlos als Abgrenzungskriterium.

Wie gesagt, wer genau sein will, der muß etwas als „geistlich mißbräuchliche Gruppe“ klassifizieren, wenn er wirklich genau sein will. Aber das klingt erstmal sehr geschwollen und zweitens ist es für Außenstehende (und auch Neulinge in der Gruppe) oftmals unverständlich, woher die Klassifikation kommt und wieso sie zutrifft.

Die Frage darum, was eine Sekte ist und was nicht, habe ich schon sehr oft (besonders mit Mitglieder von solchen Gruppen) diskutiert und am Ende einigt man sich dann darauf, daß es im Endeffekt auf internen Mißbrauch innerhalb der Gruppe rausläuft. Und Mißbrauch kann Dinge wie die demokratische Freiheit, Finanzen und materielle Dinge, die Psyche, Leib und Leben und alles Andere umfassen.
Und genau diesen Mißbrauch zu bekämpfen, darin sehe *ich* *meine* Aufgabe.

Gruß,
Michael

Team: Artikel aufgrund der Nennung von Unternehmensname geändert

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Bist du denn nicht selbstsicherer und stäker geworden durch
deine Erfahrung? Hätte heute eine solche Sekte nocheinmal die
Chance dich einzuvernehmen?

Eine egnau gleich aufgebaute sicher nicht. Da ich gelernt habe.
Aber ich würde mich nicht als „immun“ betrachten.
Und mit dem „Was Dich nicht umbringt macht Dich stärker“ Prinzip kann man alles, aber auch wirklich alles gutheißen.
Damit könntest Du sogar kleine Kinder nach jedem Mal, wo sie sich verhaspelt haben, windelweich prügeln und sie hinterher als Erwachsene fragen, ob sie nicht durch ihre Erziehung zu entschlosseneren Menschen wurden als sie es früher waren. Sorry, das zieht einfach nicht.

Na übertreib mal nicht! Stell diese Frage doch mal den Psychologen im Psychologiebrett. Die Leute von Scientology haben es trotz massiver Versuche nicht geschafft mich für ihre Gemeinschaft zu gewinnen. Und Zauberer sind Psychologen auch nicht. Wenn ich etwas nicht will, dann scheitert jeder Versuch.

Die Amerikaner glauben, der Irakkrieg sei gerechtfertigt. Sie glauben, daß die USA den Vietnamkrieg gewonnen haben.
Es gab Fälle, in denen im Koreakrieg gefangene US-Amerikaner Soldaten als überzeugte Kommunisten heimkehrten.
Psychologen sind keine Zauberer, aber über Zeit und mit dem richtigen Umfeld kann man sehr sehr viel machen.
Absolut wichtig für eine erfolgreiche Manipulation ist erstmal „Umfeldkontrolle“ und zwar absolute. Dann braucht es meist nur noch Zeit.

Und was Deinen Rekrutierungsversuch bei Scientology angeht - die hatten sicherlich nicht a priori schon totale Kontrolle über Dich, oder?

Gruß,
Michael

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Hi,

Eine egnau gleich aufgebaute sicher nicht. Da ich gelernt
habe.
Aber ich würde mich nicht als „immun“ betrachten.
Und mit dem „Was Dich nicht umbringt macht Dich stärker“
Prinzip kann man alles, aber auch wirklich alles gutheißen.
Damit könntest Du sogar kleine Kinder nach jedem Mal, wo sie
sich verhaspelt haben, windelweich prügeln und sie hinterher
als Erwachsene fragen, ob sie nicht durch ihre Erziehung zu
entschlosseneren Menschen wurden als sie es früher waren.
Sorry, das zieht einfach nicht.

Du suchst nichts als Ausreden! Ein hilfloses, abhängiges Kind mit den freien Eintritt eines Erwachsenen in eine Gruppe zu vergleichen, das schlägt aber schon dem Faß den Boden aus! So eine böse, böse Welt und der hilflose darin ausgesetzt. Da ich nicht glaube, dass eine Diskussion mit dir etwas bringt, weil du nicht neutral sein kannst, breche ich jetzt hier ab!

Die Amerikaner glauben, der Irakkrieg sei gerechtfertigt. Sie
glauben, daß die USA den Vietnamkrieg gewonnen haben.
Es gab Fälle, in denen im Koreakrieg gefangene US-Amerikaner
Soldaten als überzeugte Kommunisten heimkehrten.

Bist du wirklich so naiv oder tust jetzt hier nur so? Hast du z.B. einmal ein Rede des Gegenkandidaten von Bush angehört?
Und wieviele Stimmen hatte Al Gore?

Psychologen sind keine Zauberer, aber über Zeit und mit dem
richtigen Umfeld kann man sehr sehr viel machen.
Absolut wichtig für eine erfolgreiche Manipulation ist erstmal
„Umfeldkontrolle“ und zwar absolute. Dann braucht es meist nur
noch Zeit.

Was glaubst du wen du vor dir hast?

Und was Deinen Rekrutierungsversuch bei Scientology angeht -
die hatten sicherlich nicht a priori schon totale Kontrolle
über Dich, oder?

Natürlich nicht, so weit lass ich es nicht kommen, dass mir jemand meine geistige Autarkie nimmt!

Leb wohl
Junktor

Wenn ich etwas nicht will, dann scheitert jeder Versuch.

Sofern man denn weiß, was da passiert. Wie aus vorigen Postings wohl klargeworden sein sollte, besteht die Problematik doch in subtiler Manipulation, die das Opfer nicht mal wissen läßt, daß es manipuliert wird.
Es ist ja nicht so, daß ich am Hauptbahnhof angesprochen werde „Ey, wir sind ne krasse Sekte, komm mal zu uns, wir unterziehn Dich ner Gehirnwäsche, plündern Dich aus und danach darfste unser Arbeitssklave sein“… denke, so ne Sekte hätte wohl nicht sonderlich Erfolg.
In der Tat läuft es ja alles so, daß man langsam aber sicher in ein Umfeld gebracht wird, wo man der Meinung ist, daß man noch Herr über seine eigenen Entscheidungen ist, obwohl dies bei weitem nicht mehr der Fall ist (wie ja auch schon das Beispiel RTL glotzen gebracht wurde) - je mehr man sich hineinbegibt, desto mehr bekommt man auch zurück. So ist der erste Anschein.
Und wenn Du Dich dann fallen läßt, weil Du überzeugt worden bist „Es kann ja nichts passieren“, dann fällst Du — und fällst — und fällst … und bekommst von Leuten wie Junktor auch noch gesagt, daß Du es eh nur selbst schuld bist also komm auch selbst aus dem Schlamassel wieder raus.

Die manipulative Phase einer Sekte nennt sich meistens „Love Bombing Phase“, und je mehr man darauf eingeht, desto mehr entfremdet man sich von seinem bisherigen Umfeld, desto mehr begibt man sich in ein gezielt der Manipulation dienendes Umfeld etc.
Sicher, wenn ich dem Sektenrekrutierer gleich am ersten Tag sage „Mach daß Du wegkommst, sonst benutze ich mein In-Sekten-Vernichtungs-Mittel“ dann hat der keine Chance, einen von was zu überzeugen, was man nicht will.
Aber wenn man erstmal in einer Umgebung ist, wo alle so freundlich zu einem sind, wo alle so hilfsbereit sind, wo das Wort des Gurus Ja und Amen ist und immer in Erfüllung geht… da zweifelt man schnell an sich selbst, wenn man es anders sieht als der Rest.

Sicher ist es ein netter absoluter Blocker, sich auf keinerlei soziales Umfeld einzulassen, weil man dann auch nicht manipulierbar ist. Aber schon eine einzige Freundschaft macht im Prinzip angreifbar. Und je mehr einem die Freundschaft bedeutet, desto mehr ist man auch bereit, seine eigenen Interessen für diese Freundschaft zurückzustellen. Und Sekten nutzen das gezielt aus. Eine regelrechte „Liebesbeziehung“ zur Gruppe wird aufgebaut, ein Feindbild wird in Menschen ausserhalb der Gruppe kreiert, und dann soll ein Mensch noch objektiv entscheiden? Es wird ja ohnehin angezweifelt hier, daß Menschen überhaupt objektiv bleiben *können*. Das Umfeld läßt sie immer subjektiv entscheiden.

Und was Leute schon alles gegen ihren eigentlichen Willen und ihre eigentlichen Ideale getan haben: ich sage nur „Milgram Experiment“, aber das wird sicher auch gleich wieder in Zweifel gezogen weil die Supermänner, die ja sicher sind, daß jeder nur soweit manipulierbar ist wie er will, niemals da mitgemacht hätten, oder?

doch mehr als der einfluss „geschulter“ psychologen macht wohl der einfluss der ganzen gruppe aus.

Ein Psychologe, der es drauf ansetzt, der kann eine Gruppe schaffen. Er kann ein Umfeld entsprechend seinen Bedürfnissen erstellen, um dort diese Kontrolle auszuüben. Sicher werden sich einige immer wiedersetzen, aber man muß nur totalitär genug sein, dann kann man diese Menschen entweder brechen oder dermassen diskreditieren, daß ihr Wort nichts mehr wert ist.
Beispiel: „Die Welle“.

eine taktik zweifelhafter gruppen ist ja oft auch, dich von deinem bisherigen zu isolieren. und wenn du dann ganz allein stehst, bedarf es schon einiger stärke, dich der „gruppendynamik“ zu entziehen.

Eben, das gehört aber zur psychischen Manipulation genauso hinzu.
Deswegen sagte ich ja, das Umfeld ist wichtig.
Wenn Du mit einem Sektenmitglied an einem neutralen Ort bist, dann ist er schonmal in Bredoullie, weil er nicht den Rückhalt der Gruppe spürt. Aber in seinem Sektenumfeld kann er alles verdrängen und auf den Rückhalt der Gruppe zurückgreifen.
Und genau so arbeiten ja viele dieser Gruppen: Konferenzen, Ferienlager, Freizeiten, geschlossene Versammlungen. Da hat man keinerlei externen Rückhalt, jeder bestätigt die eine diktierte Meinung, und allein psychologisch ist das „999:1“ Problem das, was manipulierbar macht. Sicher gibt es da zynische Sprichworte, die sich darüber lustig machen, aber in der Praxis ist es eben selbst für Leute, die wissen was eigentlich passiert, schwer. Alle Zweifel werden von dem was eigentlich geschieht auf das zweifelnde Individuum zurückprojiziert, und sich einer derartigen Sache zu entziehen - schwer, wenn man keinen externen Maßstab nutzen kann.

Gruß,
Michael

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Hi!

Ich habe einige ältere Damen in meinen Konversationskursen.
5 davon wurden von ihren Ehemännern verlassen - wegen einer jüngeren Frau.

Alle 5 traten entweder den Zeugen Jehovas oder Freie Evangelische Gemeinde etc bei.

Ich redete mit ihnen- aber es brachte nichts.

Ich habe ihnen verboten während meines Seminars Werbematerial zu verteilen.

Ich fühlte mich aber doch hilflos…

Was hätte ich sonst machen können?
Gespräche anbieten - vor oder nach dem Seminar - wollten die nicht!

Ich weiss aber 100% wenn der Ehemann sie nicht verlassen hätte nach zig Jahren wären sie NIEMALS solchen Glaubensgemeinschaften beigetreten!

LG
ratlose
Siân

Du suchst nichts als Ausreden! Ein hilfloses, abhängiges Kind
mit den freien Eintritt eines Erwachsenen in eine Gruppe zu
vergleichen, das schlägt aber schon dem Faß den Boden aus! So
eine böse, böse Welt und der hilflose darin ausgesetzt.

Tja, ich weiß nicht als was Du einen Menschen bezeichnen würdest, der kein eigenes Besitztum hat, der im Haus einer Sekte wohnt, mit einer Sektenfrau verheiratet ist und Sektenkinder hat… der ist ABSOLUT FREI, zu tun und zu lassen, was er will. Abgesehen davon, daß er ja keinerlei psychischen Druck verspürt, hat er auch keinerlei Verantwortung gegenüber jemandem.
Was meinst Du, wie spassig es ist, wenn man keinerlei Freunde außerhalb der Gruppe aber viele innerhalb hat, keinen sozialen Rückhalt und man dann gesagt bekommt „Wenn Dir was nicht paßt, kannste ja gehen.“ Das stellst Du Dir so leicht vor. Ist es aber nicht. Und nicht nur für labile Personen.

Da ich nicht glaube, dass eine Diskussion mit dir etwas bringt, weil du nicht neutral sein kannst, breche ich jetzt hier ab!

Und Du bist neutral… sicher?

Was glaubst du wen du vor dir hast?

Einen Menschen, der behauptet, es gibt keine Manipulation, da jeder Mensch alles für sich selbst entscheidet, und auch für sich alleine verantwortlich ist. Einen Menschen, der behauptet, jeder, der manipuliert wird, will das auch. Einen Menschen, der Opfer zu Tätern macht und einen Menschen, der Neutralität verlangt und im gleichen Atemzug eine sehr subjektive Meinung als Absolutum anpreist.

Im Übrigen versuche ich nur zu erklären, daß es Situationen gibt, in denen es alleine aus zwischenmenschlicher Fürsorge absolut notwendig ist, Anderen unterstützend zur Seite zu stehen und Du versuchst das zu diskreditieren und einfach abzutun indem Du behauptest, daß jeder für sich selbst verantwortlich ist.
Ach übrigens: das wird sehr oft vor Gericht von wirklich bösartigen Sekten gebracht „Es war seine freie Entscheidung, das Gift zu nehmen. Okay, wir haben ihm gesagt, wenn er’s nicht tut dann kommt er in die Hölle aber er hat’s immerhin selbst gesoffen“…

Gruß,
Michael

Alle 5 traten entweder den Zeugen Jehovas oder Freie
Evangelische Gemeinde etc bei.

Ein bißchen undifferenziert. FEG ist ein Sammelbegriff für jede evangelisch (also nicht katholische) Gemeinde, die nicht zur Lutherkirche gehört. Nicht unbedingt negativ. Sollte man nicht alle in einen Topf werfen, das ist genauso wie zu sagen „Der hat Gift gegessen, naja okay ich weiß nicht ob es Gift war, aber es waren nicht Kartoffeln oder Nudeln“.

Ich habe ihnen verboten während meines Seminars Werbematerial zu verteilen.

Dein Recht, ist auch ein bißchen dreist sowas zu tun.

Ich fühlte mich aber doch hilflos…
Was hätte ich sonst machen können?

Wenn Du Skepsis hast bezüglich der weltanschaulichen Orientierung von Leuten, also als erstes Mal: wenn Du nicht mit ihnen direkt affiliiert bist (d.h. nicht verwandt/befreundet oder in der gleichen weltanschaulichen Gemeinschaft) dann ist es als allererstes mal nicht Deine Sache. Sobald sie anfangen, es Dir aufzudrängen, wird es Deine Sache ob Du willst oder nicht, aber auch dann kannst Du Dich distanzieren indem Du sagst, daß Du damit nichts zu tun haben willst. Das müssen sie respektieren. Wenn nicht, wird’s schon kompliziert.
Aber allgemein ist es die Aufgabe des unmittelbaren Bekanntenkreises einer „gefährdeten“ Person, Maßnahmen zu ergreifen, und die sind einfach gesagt am effektivsten, indem man durch seine Worte und Taten die bezügliche Lehre der suspekten Gruppierung wiederlegt.
Als „Fremder“ (d.h. Seminarleiter/-teilnehmer oder sowas) kannst Du recht wenig tun, im Normalfall ist das vergebene Liebesmüh. Wenn es Dir wirklich ernst erscheint, solltest Du evtl. Verwandte (bei direkter körperlicher/seelischer Gefährdung evtl. sogar die Behörden) informieren, mehr kannst Du nicht tun.

Ich weiss aber 100% wenn der Ehemann sie nicht verlassen hätte nach zig Jahren wären sie NIEMALS solchen Glaubensgemeinschaften beigetreten!

Man weiß nie was wenn. Wenn sie ein Problem mit ihrer Gruppenaffinität haben, dann ist wohl eine Therapie angesagt.
Wenn sie kein Problem haben und auch keines verursachen - wo ist dann das Problem?

Gruß,
Michael

hi,

Aber wie gesagt, wo zieht man die Grenze, wo
Belästigung anfängt?

auch das sehe ich positivistisch: die mehrheit entscheidet das durch den demokratischen prozeß. die einen empfinden türklopfen als belästigend, die anderen bereits das öffentliche verkünden religiöser inhalte.

eine christliche Gemeinde wie alle, behauptet aber intern, zB.
daß die Pfingstbewegung „ein Hexentanz“ sei etc.

dies ist unter umständen durch die freie meinungsäußerung gedeckt. die pfingstbewegung kann aber auch klagen (volksverhetzung, beschimpfung von religionsgemeinschaften), wenn sie erfolg sieht…

Wo triffst Du die
Entscheidung?

je nachdem wie sie MIR erscheinen. mehr kann ich allein nämlich nicht entscheiden.

ansonsten ist es mir gleich, ob jemand christlich ist oder bei einer „sekte“.

Das ist die freie Entscheidung jeden Einzelnen.

nein, das ist definitionssache!

Das Problem ist, wenn Du Dir mal genau ansiehst, was in Sekten
tatsächlich abläuft, der Manipulationsprozeß ist dermaßen übel
teilweise, daß eine freie Entscheidung überhaupt nicht mehr
möglich ist, da den Mitgliedern eine Realität vorgegaukelt
wird, die sich mit dem Alltag nicht im Mindesten deckt.

die argumentation wirkt lächerlich in einem land, das staatlichen religionsunterricht anbietet, kirchensteuer einzieht, bestimmte religionsgemeinschaften bevorzugt, staatlich unterstützt priester ausbildet, kreuze in klassenzimmer hängt usw usf. neutral betrachtet gibt es keinen unterschied zwischen „sekten“ und „religionsgemeinschaften“. alle mischen sich ins privatleben der anhänger massiv ein, greifen in freie entscheidungen ein, manipulieren, grenzen menschen vom alltag ab usw usf. entweder du argumentierst gegen jegliche art von religiöser einflußnahme oder du argumentierst für die freiheit der religionsausübung im rahmen der gesetze.

„ideologisch verirrten Gruppen“

das ist ein wiederum ideologisch gefärbter kampfbegriff. wer entscheidet, was „verirrt“ bedeutet?

„geistlich
mißbräuchlichen Gruppen“

was bedeutet das? ist ein kloster nicht auch sowas?

und einfachen Geldschaffungssystemen

von denen die meisten (zb. pyramidenspiel) ohnehin illegal sind, weil sie auf betrug und täuschung beruhen. darüber brauchen wir nicht zu reden.

daß es im
Endeffekt auf internen Mißbrauch innerhalb der Gruppe
rausläuft. Und Mißbrauch kann Dinge wie die demokratische
Freiheit, Finanzen und materielle Dinge, die Psyche, Leib und
Leben und alles Andere umfassen.

ja. damit wäre diese gruppe aber meiner meinung nach eben KEINE religiöse gruppe mehr, sondern eine form der organisierten kriminalität. mir fällt diese mühlsekte aus österreich ein, in der kinder systematisch vergewaltigt und ähnliche schlimme dinge getrieben wurden. ist doch klar, daß ich diese gruppen nicht gutheiße. darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.

Und genau diesen Mißbrauch zu bekämpfen, darin sehe *ich*
*meine* Aufgabe.

die aufgabe hat doch schon der staat übernommen! ich bin für freie religionsausübung im rahmen der gesetze. wer „verirrt“ ist und wer nicht, das hat der staat zwar nicht zu entscheiden, aber sobald menschen geschädigt werden, ist das stgb zuständig, und zwar unabhängig davon, ob der mißbrauch in einer sogenannten sekte oder in einer sogenannten kirche stattfindet.

gruß
datafox

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die aufgabe hat doch schon der staat übernommen! ich bin für freie religionsausübung im rahmen der gesetze. wer „verirrt“ ist und wer nicht, das hat der staat zwar nicht zu entscheiden, aber sobald menschen geschädigt werden, ist das stgb zuständig, und zwar unabhängig davon, ob der mißbrauch in einer sogenannten sekte oder in einer sogenannten kirche stattfindet.

Mal eine kleine Frage:
angenommen, ein ehemaliges Sektenmitglied verklagt den Sektenführer, weil der ihn geschlagen, getreten und gefoltert hat.
Dann angenommen, im Strafprozeß sagen alle momentanen Sektenmitglieder und der Sektenführer aus, daß kein Mißbrauch stattgefunden habe, sondern alles „freiwillig geschehen sei“.
Tjo, und schon steht einer alleine mit seiner Aussage gegen 50+ Zeugen da.
Verfahren wird mangels an Beweisen eingestellt und lecker.
Danke.

Ich persönlich kenne einen Fall, da war ein Sektenführer für den Tod von 2 Säuglingen direkt verantwortlich, für die grobe körperliche Mißhandlung von einigen weiteren und im Gerichtsprozeß wurde die gesamte Schuld von mehr als 30 „Zeugen“ auf die Eltern abgeladen.
Damit wurde das Verfahren gegen den Mann eingestellt, und er macht mit seinem Mißbrauch auch heute noch weiter. Wenn’s Ärger gibt, dann wandern halt die Eltern in den Bau… 30 gegen 2.
Im Rahmen der Gesetze ist der Mensch nicht zu fassen, da er immer auf eine Unmenge von Entlastungszeugen zurückgreifen kann die sogar noch dann für ihn lügen würden, wenn er vom Bundesinnenminister persönlich bei der Tat beobachtet wurde.
Also vollkommen okay, was der Kerl macht?
Was sagst Du dazu?

Und ja, es ist vollkommen egal, ob es sich um eine „Sekte“ oder „Kirche“ handelt, die den Mißbrauch ausübt, jedoch wenn es eine „Kirche“ ist, die das zuläßt und in ihren Reihen toleriert ist es laut der üblichen Definitorik eine „Sekte“ und keine „Kirche“, von daher eher ein müßiges Denkspiel. Ein Name schützt vor Strafe nicht, einfach gesagt.

Gruß,
Michael

hi,

Ich redete mit ihnen- aber es brachte nichts.

warum tatest du das? mir wäre das egal. u.u. würde ich mich sogar freuen, wenn sie in einer schwierigen lebenslage in solchen gruppen halt finden und nicht in wirklich gefährliche dinge reinrutschen wie zb. drogen.

Ich habe ihnen verboten während meines Seminars Werbematerial
zu verteilen.

das würde ich auch.

Ich fühlte mich aber doch hilflos…

weder ZJ noch freikirchliche gemeinden sind als schwerkriminell, gefährlich und politisch bösartig bekannt. ich verstehe also nicht, wo das problem liegt. manche menschen werden eben plötzlich religiös, wenn sich in ihrem leben was schlimmes ereignet. na und? die gründe dafür sollen psychologen untersuchen. aber es ist doch nicht meine oder deine aufgabe sie davon abzuhalten.

Gespräche anbieten - vor oder nach dem Seminar - wollten die
nicht!

du hast ihnen ja auch verboten, werbematerial zu verbreiten. also mußt du dich ebenso weltanschaulich zurückhalten. in so einem falle wäre das thema religion einfach für beide seiten tabu und man kann weiterhin netten kontakt pflegen, auch wenn man der meinung ist, „die ZJ sind spinner“ und „die freikirchler haben einen sprung in der schüssel“.

Ich weiss aber 100% wenn der Ehemann sie nicht verlassen hätte
nach zig Jahren wären sie NIEMALS solchen
Glaubensgemeinschaften beigetreten!

das kann schon sein. aber was hast du damit zu tun, vor allem wenn es fremde sind?

gruß
datafox