Nein, sicher nicht. Schon die Einschränkung
(mal vielleicht jetzt von MAMS Beitrag abgesehen)?
ist ja durchaus keine eindeutige Distanzierung. Dieser Beitrag
ist, wie der gelöschte, ein undistanziertes Pro Ritalin, auf
Teufel komm raus.
Ich habe neutral geantwortet und muss mich daher weder der einen noch der anderen Seite anschliessen oder von ihr distanzieren.
Mir scheint doch, Du interpretierst Gelesenes evtl. auch unbewusst nach Deinen Ansichten.
Das „vielleicht“ kam daher, weil das der einzige Beitrag ist in dem ich eine ziemlich eindeutige Befürwortung erkennen kann, ich aber auch MAMS erstmal nicht die Absicht unterstellen möchte, die Ansicht zu haben Ritalin sollte flächendeckend verteilt werden.
Ich kann zumindest nachvollziehen, dass es Eltern gibt, die am Rande ihrer Leistungsfähigkeit stehen sich in die Ecke gedrängt fühlen und mangels besseren Wissens erstmal denken so ein Medikament könnte das schon richten.
Dem ist nicht so, das muss man ganz deutlich sagen.
Es gehört hier allerdings viel mehr Aufklärung dazu und nicht jemanden abzubügeln, nur weil er das Medikament erwähnt.
Wer kein ADS/ADHS hat kann sich nur sehr viel schwerer vorstellen, was in einem solchen Kopf den Tag über vor sich geht, wie man sich dabei wirklich fühlt. Er kann sich auch nicht vorstellen, dass die Betroffenen Regeln, Rituale und Kontrollmechanismen in ihr Leben einbauen müssen, weils sonst im Chaos endet.
Wenn man mit seinem Kind nicht mehr zurecht kommt, ist es ganz wichtig sich Hilfe zu holen, sei es man berät sich mit dem Kinderarzt (nicht irgendwelcher Medikamente wegen, sondern weil er viele Kinder kennt und evtl weiß welche beratend tätige Stellen hilfreich sein könnten) oder man wendet sich direkt an eine (Kinder Jugend Eltern) Beratungsstelle.
Dort wird vielleicht festgestellt, dass die Eltern ihre Erziehungsmethoden reflektieren sollten, dass sie konsequenter sein müssten, dass sie mehr mit dem Kind unternehmen müssen, dass mehr positives Feedback kommen muss und weniger Tadel, das Kind bessere Hilfsmittel an die Hand braucht…etc pp.
(Zum Reflektieren aus der Distanz eignet sich zB ganz gut das Video-Home-Training:
http://www.spindeutschland.de/ )
Gerade bei ADHS Kindern ist dies das A und O wie Yvisa in ihrem Beitrag schon erwähnte.
Die Lehrer sollten bei Schulkindern auf jeden Fall mit in die Verhaltensmaßnahmen einbezogen werden. Das fällt ihnen oftmals noch schwer, weil die Lehrer meist gar nicht geschult sind mit ADHS Kindern im Unterricht umzugehen.
Medikamente sollten immer der allerletzte Ausweg sein, der erst hinzugezogen wird, wenn alle anderen Maßnahmen so nicht greifen, oder Maßnahmen nur dann ergriffen werden können.
Das sind nur ganz wenige Fälle, aber es gibt sie dennoch.
Das muss man aber doch erstmal wissen!
Ich sehe hier vor allem die Ärzte in der Verantwortung sorfältiger zu entscheiden, wann und ob eine medikamentöse Unterstützung zusätzlich zu anderen Maßnahmen überhaupt sinnvoll und damit zu rechtfertigen ist.
Viel schlimmer finde ich wenn verzweifelte Eltern ihren Kindern irgendeine Ursuppe zweifelhafter Herkunft einflößen (weils ja aus der Natur kommt), denn da kann man weder die möglichen Nebenwirkungen einschätzen, noch sind diese „Wundermittelchen“ in irgendeiner Weise überhaupt medizinisch erforscht mal von Langzeitschäden abgesehen, die nocht nichteinmal bei Methylphenidat vorliegen trotz jahrzehntelanger Erfahrungswerte.
Abgesehen davon taucht der Begriff der „Medis“, einer von zwei
Aspekten in meiner Antwort, in mehreren Beiträgen auf.
Dass Du gegen die Begriffsverniedlichung bist verstehe ich und bin vollkommen Deiner Meinung.
Man muss sich schon klar machen, dass man damit aktiv in die Signalverarbeitung des Gehirns eingreift.
Gruß
M.