Hallo Jörg,
Ob es Dir passt oder nicht, so steht es aber in der Bibel (ihr
= die Apostel(nachfolger)):
Hmm? Dort steht definitiv nichts von Nachfolgern.
Die apostolische Sukzession kann im Zusammenhang mit der Sündenvergebung jedenfalls nicht zuständig sein.
Die geistlichen Amtsträger der RKK sind keine Apostelnachfolger in dem Sinne, als dass sie dieselben Vollmachten hätten wie die Apostel Christi.
„Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr
die Vergebung
verweigert, dem ist sie verweigert“ (Johannes 20 : 22)
Es gibt viele Auslegungen zu diesem Vers, auf die ich nicht im einzelnen eingehen möchte. Ich möchte sie nur kurz benennen:
a) Hier ist eine zwischenmenschliche Vergebung gemeint in dem Sinn, dass einer dem anderen vergeben kann, diese Sünden aber vor Gott dadurch nicht vergeben sind.
b) Oder: Jemand haut mir eine runter: Vergebe ich ihm nicht, bleibt ihm diese Sünde vor Gott behalten. Vergebe ich ihm doch, ist ihm auch vor Gott vergeben. Siehe hierzu auch das „Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht“ (Mt 18,21)
c) Jesus hat seinen Aposteln die Macht gegeben Sünden zu vergeben und zu behalten. (Zwinschenfrage: Welche Apostel Christi gäbe es heute noch?)
_d) Die verheißene Macht und gegebene Autorität steht im Zusammenhang mit der Predigt des Evangeliums, das verkündigt, zu welchen Bedingungen Sünden vergeben werden, und, wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, dass dann die Sünde behalten wird.
e) Jesus spricht zu den Jüngern als Gruppe (die Verben stehen im Plural). Obwohl der Mensch keine Macht hat, Sünden zu vergeben, kann er doch aufgrund dessen, was Gott in Christus getan hat, die Vergebung zusprechen. Er kann dies, sofern der Heilige Geist in ihm wirkt und ihn zum Boten Jesu Christi macht…Da Vers 23 dem Hinweis auf die Gabe des Geistes folgt, und die Worte nicht auf Apostel beschränkt sind, ist die hier gegebene Vollmacht eine allgemeine und nicht auf Christen in bestimmten Ämtern beschränkt; vgl. Mt 16,18-19; 18, 18-19 5)
Nur Gott kann Sünden vergeben!
Dass Menschen hier die Macht bekommen haben sollen, Sünden zu vergeben, in dem Sinne, dass durch ihr Wort die Schuld vor Gott getilgt ist und damit der Mensch nicht mehr unter die Folge der Sünde kommen muß, ist zu verwerfen, da die biblische Lehre dem entgegenspricht. Nur Gott kann Sünden vergeben! Das lehrt die Heilige Schrift unmißverständlich:
„Was redet dieser so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben außer einem, Gott?“ (Mk 2,7)
„Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!“ (Eph 4,32)
Weitere Textstellen, die diese Tatsache deutlich machen sind: 1.Joh. 1,9; Dan 9,9; s 130,4 usw. Nur der Herr selbst kann uns von unserer Schuld befreien. Kein Mensch kann sich auf Grund dieser klaren biblischen Aussagen anmaßen, Sünden im göttlichen Sinne vergeben zu wollen, dies ist etwas, dass im Hoheitsbereich unseres Herren liegt. Wie kommen wir dann unter die Vergebung der Sünden?
Durch den Glauben an Jesus Christus!
Durch den Glauben an Jesus Christus sind dem Menschen die Sünden vergeben. Er hat für die Menschen die Folge der Sünde auf sich genommen, er hat stellvertretend für uns gelitten, er hat unsere Seelen durch sein Blut erkauft, er hat den Tod auf sich genommen, weil wir sündigen und ansonsten keine Chance auf Errettung vor dem ewigen Tod -der Sünde Lohn- hätten. Wer seine Sünden bekennt, Buße tut und dieses Evangelium glaubt, dem sind die Sünden vergeben.
„Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen“ (Apg 10,43)
„Daher sagte ich euch, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben“ (Joh 8,24)
Weitere Stellen: Jak 5,15; Röm 3,25; Apg 13,38-39; Apg 26,18; usw.
Wer also dem Herrn nachfolgt, an ihn glaubt, der ist freigemacht und kann durch Jesus Christus zu Gott dem Vater kommen. So sagte auch Jesus Christus selbst: „…Niemand kommt zum Vater als durch mich“ (Joh 14,6)
Nehmen wir einmal an, den Jüngern wurde von Jesus tatsächlich die Macht gegeben im göttlichen Sinn Sünden zu vergeben. Was würde das bedeuten? Nichts weiter, als dass die Jünger des Herrn diese Macht besaßen. Nicht weniger und nicht mehr! Man kann aber keinesfalls im Hinblick auf die oben angeführte Tatsache, nämlich dass der Glaube an Jesus Christus die Vergebung bewirkt, einen Absolutheitsanspruch ableiten, der unabdingbar die Freisprache eines Amtsträgers notwendig macht. Aber selbst dieser Annahme spricht entgegen, dass nur der Herr Sünden vergeben kann!
Gruß
Mike_