Hi zusammen,
ein Arbeitgeber (AG) betreibt ein Ladenbauunternehmen. Geschäftszweck ist die handwerkliche Ausgestaltung von Läden und Messeständen. Zu diesem Zweck werden diverse Handwerker der unterschiedlichsten Fachrichtungen wie Maurer, Schreiner, Elektriker etc. beschäftigt. Insgesamt sind 19 AN angestellt.
Bei einem Auftrag wird der vor Ort eingesetzte Schreiner krank. Der AG beordert einen seiner Maurer zum vertretungsweisen Einsatz, der die Schreinerarbeiten erledigen soll. Der Maurer weist darauf hin, dass er die Schreinerarbeiten nicht professionell erledigen könne, weil dies nicht sein Gebiet sei. Der AG wiegelt und ab und vertröstet mit den Worten „Du schaffst das schon, sreng Dich an. Sag aber keinem, dass Du Maurer bist“.
Als der Maurer einige Tage vor Ort mehr schlecht als recht gearbeitet hat, kommt der Auftraggeber des neuen Ladengeschäfts zu ihm und will einige geplante Änderungen am Holzgewerk besprechen. Der Maurer weist darauf hin, dass er dazu keine qualifizierte Aussage treffen könne, weil er nur Maurer, aber nicht Schreiner sei. Der Auftraggeber des neuen Ladengeschäfts ist erstaunt, hat ihm der AG doch im Vorfeld versichert, einen Schreiner zu senden. Der Maurer verweist an den AG. Er beschwert sich daraufhin beim AG und als dieser sich herausreden will, entzieht er dem Unternehmen den Auftrag.
Der Maurer wird daraufhin zum persönlichen Gespräch mit dem AG eingeladen und erhält eine Abmahnung. Inhalt: Er habe sich kundenunfreundlich verhalten und habe die Arbeit verweigert. Er habe zudem Firmeninterna an Dritte herausgeplaudert. Er habe dadurch dem Unternehmen immens geschadet. Im übrigen ist die Abmahnung formell vollständig.
Welche Chance hat der Maurer auf Entfernung der Abmahnung aus seiner Personalakte?

