Hey,
ich habe seit vielen Jahren Gewichtsprobleme. Zu Anfang war es ein „tolerierbarer Bereich“, aber irgendwann wurde es langsam immer mehr. Ich habe zwar nie viel zugenommen, mal ein Kilo hier, mal ein Kilo da… aber leider diese ein zwei Kilo nie abegenommen. So kommt in rd. 10 Jahren schon was zusammen. Meine Diätversuche sind immer kläglich gescheitert. Irgendwann hab ich dann auch den Kampf abgegeben und versucht mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Was auch ganz gut geklappt hat, aber gesundheitliche Probleme wollte ich nicht wahrhaben.
Wir hatten für diesen Sommer 2 Wochen Ibiza gebucht. Ich wollte da eigentlich eh nicht hin. Und Anfang Februar hat es dann (auch noch aus andren Gründen) „Klick“ gemacht. Ich bin regelmäßig ins Fitness-Studio und habe die Brigitte-Diät angefangen. Ich wußte, von früher, dass mich dieser Berg, den ich vormir sah, immer frustrierte. Deswegen habe ich mir immer nur die nächsten 5 Kilo vorgenommen. Und dann gab es auch eine kleine Belohnung
. Nichts großes, was was ich mir sonst auch gekauft hätte, mir aber immer erst an dieser Grenze „gönnte“ (eine schöne Zimmerpflanze, ein hübsches Haarschleifchen, ein Friseurbesuch, eine Solariumkarte… und auf keinen Fall was zum naaschen *g) Immerhin hatte ich so bis zum Urlaub 20 kg weg, vorher erschien mir das als unmenge. Jezt habe ich eine weile pausiert… aber es geht weiter, wenn der Stress im Beruf ein bisschen nachlässt… hab im Moment keine Lust auf Training und täglich kochen, aber ich fange es wieder an.
Ich habe ein Ziel… eigentlich sind es mehrere:
nächstes Jahr will ich im Urlaub einen Bikini tragen,
ich möchte einmal mit einem Mini-Rock rumlaufen
ich möchte im Sommer zum Training auch mal was leichtes, bauchfreies Tragen.
Und ich weiss, ich werde es schaffen. Es hat mir soviel Selbstbewusstsein gebracht, ich habe am Anfang (jetzt nicht mehr) von so vielen Menschen Komplimente bekommen, Nachbarn, Kollegen, Familie, Bäcker um die Ecke etc. Das war schon sehr motivierend und ich weiss, dass ich auch den Rest noch schaffe. Ich darf nur nicht den ganzen Weg betrachten… der ist lange… nur die nächsten paar Kilos.
Ich habe mir aber nie alles verboten. Ich hatte Angst, ich könnte sonst Heißhunger bekommen. Eine „süsse“ Weile lang, habe ich mir z.B. abends einen „Smarties-Keks“ gegönnt. Den habe ich dann so richtig genussvoll verzehrt und mir auch gegönnt- ohne schlechtes Gewissen. Und dann sagte ich mir… und die anderen schmecken genauso. Einer reicht, es muss nicht die ganze Tüte sein.
Ich müsste auch wieder Sport machen, aber ich bin sehr faul.
Nun ich hatte es mal über 2 Monate geschafft mich jeden Tag
auf mein Trainingsrad zu schwingen. Dann wurde der Sommer heiß
und unsere Dachwohnung hatte Temperaturen von 38° C. Nö, dann
doch kein Training.
Das ging mir genauso… ich konnte echt nicht trainieren, mein Kreislauf wollte da auch nicht so wie ich. Ich hatte es einmal probiert, aber das war ne Katastrophe und der Wiedereinstieg fällt mir schon schwer… einfach wieder den Rhythmus finden. Aber ich hadere nicht mit mir, sondern ich weiss, das wird schon wieder, ich muss mir halt auch mal Zeit geben.
lief es auch echt toll. Ich nahm ab und ab und landete nach 1
1/2 Jahren bei 108 kg. Trotz damaligen Fitness-Center Besuch
hing meine Haut in Falten. Besonders an den Beinen.
Ich sollte ja dann noch eine Hautstraffungs-OP bekommen, aber
erst wenn ich die 80 kg erreicht hatte. Das fand ich sehr
frustierend. Dann ging das tolle Ärtze-Team vom UKE nach
Witten. Noch mehr Frust. Und so wurden die Pfunde langsam und
stetig wieder mehr. Bis ich letztes Jahr wieder 142 kg wog.
Ich kann das gut nachvollziehen, dass es für Dich frustrierend und demotivierend ist. Ich würde mir den „Weg“ in kleine Stücke teilen… erst abnehmen, 5-Kilo weise … oder 10-Kilo weise, nur die nächsten 10 vornehmen. Das ist klein und überschaubar.
Wie ich zu dieser blöden Theorie komme: Ich war mit einer Gruppe wandern. Ich hatte damals viel Gewicht, der Weg war lang, aber laufen für mich kein Problem. Wir liefen schon eine Weile, ich war schon ausser Puste und dann kam ein Berg. Ca. nach nem drittel- ich hab immer nach oben geschaut und gesehen was vor mir liegt, das war so schlimm, das ich total hysterisch anfing zu weinen, ich wusste, dass schaffst Du nie. Nach dem ich mich beruhigt hatte lief ich weiter, schaute nur auf meinen Weg- also nicht nach oben, was vor mir liegt, sondern direkt vor mich, was ich jetzt mache. Und ich lief und lief. Anschließend haben mir Mitwanderer erzählt, dass sie auch ganz schön fertig waren (schlanke) und sich dann dachten… also, wenn die Sarah das schafft, dann schaff ich das doch auch.
Das habe ich mir dann mitgenommen und übertrage es auch auf mein Berufsleben. 
Ich habe mir angewöhnt nur das nächst zu sehen und mich darauf zu konzentrieren und nicht den ganzen Berg. Das schafft doch eh kein Mensch.
Nimm Dir nur ne kleine Portion vor, das motiviert viel mehr, wenn man das gesteckte Ziel erreicht hat, und dann kommt das nächste.
Und dann, wenn Du bei 80 bist, kannst Du ja ne Alternative überlegen, oder warum sollte Witten nicht gehen? erkundige Dich, das ist doch sicherlich machbar.
Dann wieder Diät schon auf 126 kg wieder runter und jetzt
letzte Woche wieder auf 139 kg. Und bis heute wieder 4 kg
abgenommen.
Vergiss vergangene Pannen… Was gestern war, kannst Du heute nicht ändern. Hadere nicht mit dem, was Du gestern nicht erreicht hast, heute kannst Du es ändern.
Ich wünsch Dir ganz viel Stärke, Du schaffst das, Du darfst nicht an Dir zweifeln, jeder hat „Rückfälle“ das ist nicht schlimm. Du musst nur an Dich glauben. Du hast schon viel erreicht *mal großes Lob aussprech, das ist schon eine Superleistung
Herzlichst
Sarah