Abstillen

Hallo!

Durch den Satz von Simsi-Mone (Thea) weiter unten gedanklich angestoßen (sie schrieb sinngemäß, dass Abstillen ein Kampf sei, außer die Kinder seien schon recht groß, um alles zu verstehen), wollte ich folgendes aufgreifen:

  1. Ich finde es schade und zugleich schlimm, wenn so etwas Wichtiges wie das Stillen als „Hindernis“ dargestellt wird. Etwa so, wie ein Schnuller, der oft schwer abgewöhnt werden kann. Aber das Stillen lässt sich doch mit so etwas nicht vergleichen…

  2. Man kann schon mit einjährigen Kindern darüber reden, dass es jetzt keine Brust mehr gibt! Das hab ich bei meiner 13 Monate alten Tochter auch so gemacht. Zugegeben, ist sie immer schon sehr verständig. Trotzdem: Ich habe ihr abends vor dem Bettgehen gesagt, dass es ab heute nacht nix mehr gibt und sie hat es akzeptiert. Es folgte ein fünfminütiges Protestgeschrei - aber eher halblebig - dann hat sie weitergeschlafen und ab der nächsten Nacht durchgeschlafen!

Lg, Iris

Hallo,

  1. Ich finde es schade und zugleich schlimm, wenn so etwas
    Wichtiges wie das Stillen als „Hindernis“ dargestellt wird.
    Etwa so, wie ein Schnuller, der oft schwer abgewöhnt werden
    kann. Aber das Stillen lässt sich doch mit so etwas nicht
    vergleichen…

Ist es nicht so, daß Stillen, rein wissenschaftlich gesehen, das Zuführen von optimal auf das Kind abgestimmter Nahrung ist? Somit würde ich Stillen nicht unbedingt als Hindernis, aber vielleicht als Notwendigkeit sehen, und Notwendigkeiten müssen ja nicht für jeden angenehm sein.
Ich finde nichts Schlimmes daran eine Notwendigkeit aufzugeben, wenn sich ihr Zweck erfüllt hat, in dem Falle, wenn das Kind mit anderer Nahrung versorgt werden kann,
a) weil es diese inzwischen verträgt, was durchaus schon recht früh der Fall ist!!!
b)diese vorhanden ist, was ja in unseren Breitengraden durchaus auch meist der Fall ist.
Die Notwendigkeit des Stillens zwecks Auffbau des Immunsystems des Kindes ist nach dem 6.Monat abgeschlossen.

Schlimm finde ich, wenn mit Gefühlen belastete Notwendigkeiten wie Schwangerschaft, Geburt, Stillen, als zwingend positiv zu empfinden dargestellt werden und so als Grundlage oder Voraussetzung für ein zufriedenes, glückliches und optimales Eltern-Kind-Verhältnis verallgemeinert werden.

Auch pragmatisch denkende Mütter/Väter, die eine Schwangerschaft und Geburt als notwendiges Übel oder, weniger negativ, als Notwendigkeit empfinden, die das Sillen als Mittel zum Zweck sehen, können durchaus liebevolle und fürsorgliche Eltern sein.

Iris

Hallo,

Voraussetzung für ein zufriedenes, glückliches und optimales
Eltern-Kind-Verhältnis verallgemeinert werden.

Stimmt!
Diese Voraussetzung ist meiner Meinung nach nur sinnvoll,wenn die Mutter gerne stillt und nicht unter Zwang,weil es das Beste ist oder weil Großeltern,Verwandte u.s.w es erwarten.Eine Mutter sollte das selbst entscheiden,leider ist es oft so,das man schief angeguckt wird,wenn man nicht stillen möchte,finde ich sehr schade.
Wenn eine Mutter stillt ,obwohl sie es innerlich ablehnt,spürt dies auch das Baby und fühlt sich vielleicht auch abgelehnt,ich finde ein liebevoll gegebenes Fläschchen in diesen Fall besser.

Habe meine Kinder gestillt,weil ich es schön fand.Meine Tochter habe ich 1,5 Jahre gestillt(ab 9 mon mit Zusatzkost),und ich hatte damit kein Problem,nur die anderen.:0)
Meine Nachbarin hat das Stillen nach 3 Monaten aufgegeben,weil die Kleine alle 1,5 Stunden trinken wollte,sie war total ausgelaugt,stand eines Abends heulend vor der Tür.Wir haben am nächsten Tag Babynahrung gekauft,jetzt ist sie wieder ausgeglichener und das ist das wichtigste.Eine ausgeglichene Mami braucht das Kind. :0)

LG Sabine

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Hallo,

Ist es nicht so, daß Stillen, rein wissenschaftlich gesehen,
das Zuführen von optimal auf das Kind abgestimmter Nahrung
ist?

Auch aber - Zitat der WHO - „Stillen …ist die natürliche und optimale Art, einen Säugling zu ernähren und eine einzigartige biologische und EMOTIONALE BASIS für die Entwicklung des Kindes.“

Ich finde nichts Schlimmes daran eine Notwendigkeit
aufzugeben, wenn sich ihr Zweck erfüllt hat, in dem Falle,
wenn das Kind mit anderer Nahrung versorgt werden kann,
a) weil es diese inzwischen verträgt, was durchaus schon recht
früh der Fall ist!!!

vertragen heißt aber nicht, dass es unbedingt gut tut.

b)diese vorhanden ist, was ja in unseren Breitengraden
durchaus auch meist der Fall ist.

Stimmt

Die Notwendigkeit des Stillens zwecks Auffbau des Immunsystems
des Kindes ist nach dem 6.Monat abgeschlossen.

Nein, da liegst du falsch. Deshalb wird auch das Zustillen bis mindestens zum 2. Geburtstag empfohlen. Nincht nur von der WHO, auch von Medizinern. Nachzulesen z. B. auf der Seite
von www.kinder-nuernberg.de

Schlimm finde ich, wenn mit Gefühlen belastete Notwendigkeiten
wie Schwangerschaft, Geburt, Stillen, als zwingend positiv zu
empfinden dargestellt werden und so als Grundlage oder
Voraussetzung für ein zufriedenes, glückliches und optimales
Eltern-Kind-Verhältnis verallgemeinert werden.

Würde ich nie. Es soll niemand falsch verstehen: Ich würde niemals jemandem, der nicht stillt einen Vorwurf machen. Ich weiß nämlich, was es heißt, zu stillen. Es verdient Respekt. Aber genau das ist das Problem: Es wird nicht respektiert, und das traurigerweise oft nicht einmal von anderen Müttern

Auch pragmatisch denkende Mütter/Väter, die eine
Schwangerschaft und Geburt als notwendiges Übel oder, weniger
negativ, als Notwendigkeit empfinden, die das Sillen als
Mittel zum Zweck sehen, können durchaus liebevolle und
fürsorgliche Eltern sein.

Oh ja, selbstverständlich!

Iris

Auch Iris

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Hallo Iris,

Ist es nicht so, daß Stillen, rein wissenschaftlich gesehen,
das Zuführen von optimal auf das Kind abgestimmter Nahrung
ist? Somit würde ich Stillen nicht unbedingt als Hindernis,
aber vielleicht als Notwendigkeit sehen, und Notwendigkeiten
müssen ja nicht für jeden angenehm sein.

ich finde es schade, wenn Mütter so falsch beraten werden, dass sie Stillen als eine Notwendigkeit und nicht als eine Annehmlichkeit sehen.

Wenn ich für mich den Trara vergleiche, den nichtstillende Mütter mit Fläschchen-Sterilisation, Abgekochtes Wasser beschaffen, nachts Tee bereiten treiben müssen, da war ich doch als vollstillende Mutter (übrigens nach Anlaufschwierigkeiten durch überlangen Klinikaufenthalt) viel besser dran: Das Essen des Kindes war immer bereit, steril und in der passenden Menge vorhanden. Ich brauchte nur meine Tochter dabei zu haben. Und dass sie sich zu einem Menschen entwickelt hat, der in der Lage ist, sich aufgrund ihres natürlichen Essbedarfs richtig zu ernähren, ist sicher auch auf die Stillzeit (8 Monate voll, mit 1,5 Jahren freiwillig abgestillt) zurückzuführen. Wenn kein Fläschchen immer leer getrunken wird, sondern einfach „gesoffen, was Muttern grade bereitstellt“, ist Überfütterung im Babyalter einfach leichter zu vermeiden.

Schlimm finde ich, wenn mit Gefühlen belastete Notwendigkeiten
wie Schwangerschaft, Geburt, Stillen, als zwingend positiv zu
empfinden dargestellt werden und so als Grundlage oder
Voraussetzung für ein zufriedenes, glückliches und optimales
Eltern-Kind-Verhältnis verallgemeinert werden.

Da hingegen kann ich Dir nur beipflichten. Mir tun die Mütter leid, die nicht stillen konnten, aber weniger aus medizinischen Gründen, sondern weil ihnen offenbar nicht die ausführliche und gute Beratung sowie die notwendige Zuwendung ihrer Umgebung (Stichwort: Stillen ist anstrengend, zumindestens in Zeiten, wo die Milchproduktion angeregt werden muss) zuteil geworden ist.

Gruß, Karin

Hallo Karin und Iris

ich finde es schade, wenn Mütter so falsch beraten werden,
dass sie Stillen als eine Notwendigkeit und nicht als eine
Annehmlichkeit sehen.

Eine Annehmlichkeit hat als Ursprung ein Gefühl, und zu dem kann frau sich nicht beraten lassen, das empfindet sie.

Ich habe meine beiden Kinder völlig problemlos gestillt, fand das praktisch und auch in Ordnung, habe dabei jedoch nie irgendwelche euphorischen Glücksgefühle empfunden, nur weil ich jetzt stille.

Ich halte Stillen durchaus für eine sinnvolle Einrichtung, finde jedoch dass darum zuviel Gefühlsduselei betrieben wird.
Was das Überfütterrisiko im Babyalter durch falsch dosierte Fläschchennahrung angeht, stimme ich dir zu.

An Iris:

Wenn Stillen wirklich als emotionale Basis für eine gute Entwicklung der Kinder notwendig ist, wundert es mich allerdings, dass in vielen unserer europäischen Nachbarländer, wo es üblich ist recht früh abzustillen, da Frau arbeiten geht und nicht immer ihren Säugling zur Stillzeit parat hat, überhaupt noch „normalentwickelte“ Menschen rumlaufen.

Ich bin vielmehr der Überzeugung, dass ein allgemein liebevoller Umgang mit den Zwergen sie nachhaltig emotional prägt und das völlig unabhängig davon, ob die Schwangerschaft als positiv oder negativ empfunden wurde, ob die Geburt schön oder einfach nur … war und ob man 4, 6 oder 24 Monate gestillt hat.

Ich glaube dass die WHO eine Menge empfiehlt, jedoch ist für mich nicht immer ersichtlich, worauf die Empfehlungen beruhen.
Meine nur 4 Monate gestillten Kinder (inzwischen 8 und 10 Jahre alt), waren und sind nicht infektanfälliger als länger gestillte des gleichen Alters, haben keine Allergien entwickelt und sind auch sonst nicht auffälliger oder unauffälliger in ihrer Entwicklung als gleichaltrige länger gestillte Kinder.
Ich weiß natürlich, das meine Erfahrungen nicht das Maß aller Dinge sind, aber verwunderlich finde ich es schon, daß man oft im alltäglichen Leben so gar keine Verbindung herstellen kann, zwischen dem was empfohlen wird, oder irgendeine Statistik herausgefunden hat.

Gruß Iris

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Hallo Mamis und Papis,

Meine Nachbarin hat das Stillen nach 3 Monaten aufgegeben,weil
die Kleine alle 1,5 Stunden trinken wollte,sie war total
ausgelaugt,stand eines Abends heulend vor der Tür.Wir haben am
nächsten Tag Babynahrung gekauft,jetzt ist sie wieder
ausgeglichener und das ist das wichtigste.Eine ausgeglichene
Mami braucht das Kind. :0)

Wollte nur noch sagen ,das meine Nachbarin,sehr wohl Bescheid wußte über Wachtumsschübe und mehr anlegen,aber was bringt das ,wenn man körperlich und seelisch am Ende ist.

Liebe Grüsse Sabine

Hallo Iris,

  1. Ich finde es schade und zugleich schlimm, wenn so etwas
    Wichtiges wie das Stillen als „Hindernis“ dargestellt wird.

Ist es nicht, allein seeligmachend ist es aber auch nicht.

Etwa so, wie ein Schnuller, der oft schwer abgewöhnt werden
kann.

Stimmt auch nicht immer. Bei meiner Großen hat der Weihnachtsmann als sie 2,5 Jahre alt war, die Nuckel (es waren mehrer) gegen ein kleines Geschenk getauscht. Ging recht problemlos.

Aber das Stillen lässt sich doch mit so etwas nicht
vergleichen…

Stimmt, die Brust kann der Weihnachtsmann nicht mitnehmen.*g* SCNR

  1. Man kann schon mit einjährigen Kindern darüber reden, dass
    es jetzt keine Brust mehr gibt!

Ach, kann man das bei Flasche oder Nuckel etwa nicht?

Mal ernsthaft: Muttermilch ist das Original, keine Frage. Stillen ist gut, aber wenn die Eltern sich dagegen entscheiden, dann sollte das genau so kommentarlos akzeptiert werden, als wenn die Mutter ihr Kind stillt (egal wie lange).

Meine Große habe ich leider nur sehr kurz gestillt, was ich im Nachhinein als schade empfinde (und mit dem Wissen von heute auch anders gemacht hätte), aber sie ist auch nicht anfälliger als die Kleine, die ich 1/2 Jahr lang gestillt habe (mit Beikost nach dem 4. Monat). Dann hat sie sich übrigens selbst abgestillt. Auch gut.

Nicht jede Hebamme ist auch eine gute Stillberaterin. Die Hebamme bei meiner Großen ging mir, ehrlich gesagt, eher auf den Keks als dass sie geholfen hätte.

Ach ja, auf das Durchschlafen hatte das Abstillen keinen Einfluss.

Die Flasche wurden wir jedenfalls mit gut 1 1/4 Jahren bei beiden Kindern los (problemlos). Das Nuckel wird bei der Kleinen dieses Jahr der Weihnachtsmann holen.

Viele Grüße, Heike

Hallo Iris,

ich finde es schade, wenn Mütter so falsch beraten werden,
dass sie Stillen als eine Notwendigkeit und nicht als eine
Annehmlichkeit sehen.

Eine Annehmlichkeit hat als Ursprung ein Gefühl, und zu dem
kann frau sich nicht beraten lassen, das empfindet sie.

ausdrücklicher Widerspruch: Eine Annehmlichkeit ist eine Einrichtungsart im Leben, die mir einen Haufen Stress erspart. Und hat nur im Nachhinein mit Gefühl zu tun.

Und eine Frau kann sich nach einer Geburt nur schlecht „beraten lassen“, da sind schon die Berater selber gefragt, ob so Sätze wie: „Zu langes Stillen kann aber der Mutter schaden!“ und „Wenn das Kind nicht bei jeder Mahlzeit ausreichend (gemeint war immer die gleiche Menge) trinkt, dann muss sofort zugefüttert werden.“

Beide „Beratungssätze“ fielen in unserer Familie von Ärzten/Neugeborenenschwestern gegenüber jungen Müttern. Und das meinte ich mit „schlecht beraten.“ Und: Die Mütter haben Pech, wenn ihnen nichts anderes übrig bleibt, als das zu glauben, sie haben keine Schuld (von wegen „sich beraten lassen“) daran.

Gruß, Karin

Hallo Sabine,

bin zwar keine Mami (ich hasse den Ausdruck, mir war immer lieber, dass meine Tochter Mutti sagt, was nach ca. 15 Jahren zu Mutschka und ähnlich lustigem verballhornt wurde), aber ich wollte auch nicht unterstellen, dass Deine Nachbarin keine Ahnung von Wachstumsschüben und dergl. hatte. Hier meinte ich eher, dass das Umfeld gefehlt hat, der Frau ein „Stillen und sonst nichts“ zu ermöglichen, um in ein entspanntes Stillen hineinzukommen. Ich hatte selber so Phasen mit meiner Tochter, als wir gleichzeitig die Zufütterungsentwöhung und den Wachsstumsschub bewältigen mussten, dass ich nichts anderes tat als Stillen, Essen und Trinken sowie schlafen. Aber es gibt natürlich auch Lebensumstände, die so etwas nicht über zwei Wochen (so lange hat das bei mir gedauert) ermöglichen.

Gruß, Karin

Hallo Karin,

das war auf kein Posting bezogen,war nur eine Ergänzung von mir.

Liebe Grüsse Sabine

Hallo Katrin,

ich finde es schade, wenn Mütter so falsch beraten werden,
dass sie Stillen als eine Notwendigkeit und nicht als eine
Annehmlichkeit sehen.

Finde ich auch, aber:

Wenn ich für mich den Trara vergleiche, den nichtstillende
Mütter mit Fläschchen-Sterilisation, Abgekochtes Wasser
beschaffen, nachts Tee bereiten treiben müssen, da war ich
doch als vollstillende Mutter (übrigens nach
Anlaufschwierigkeiten durch überlangen Klinikaufenthalt) viel
besser dran: Das Essen des Kindes war immer bereit, steril und
in der passenden Menge vorhanden. Ich brauchte nur meine
Tochter dabei zu haben.

Das stimmt so nicht. Ich habe meine Tochter 6 Monate voll gestillt, danach aus beruflichen Gründen abgestillt und mit Fläschchen weiter gemacht. Ich kenne also beides! (Hast Du jemals Fläschchen gegeben?).
Ich hatte am Anfang wahnsinnige Schmerzen beim Stillen (nein, keine wunden Brustwarzen), und niemand konnte mir sagen, was das ist, ob das wieder weggeht und wie ich mich am besten verhalten soll. Ich habe damals nur durchgehalten, weil ich mir die Sache mit den Fläschchen genauso schlimm ausgemalt hatte wie Du, zumal meine Tochter keinen festen Rhytmus hatte. Hätte ich damals schon gewust, wie einfach Fläschchen sind, ich hätte sofort abgestillt, denn jede Mahlzeit war ein Horror und wenn ich das Kind angeschaut habe, dann nur in der Angst, es könnte aufwachen und ich müsste wieder stillen. Ich bereue nicht, dass ich durchgehalten habe, aber heute weiss ich auch, dass die Schmerzen irgendwann weggegangen sind und das Stillen dann auch schön wurde. Die Schmerzen hatten übrigens nichts mit schlechter Beratung zu tun, meine Hebamme hat eine super Stillberatung gemacht und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um herauszufinden, was los war.

Und dass sie sich zu einem Menschen

entwickelt hat, der in der Lage ist, sich aufgrund ihres
natürlichen Essbedarfs richtig zu ernähren, ist sicher auch
auf die Stillzeit (8 Monate voll, mit 1,5 Jahren freiwillig
abgestillt) zurückzuführen. Wenn kein Fläschchen immer leer
getrunken wird, sondern einfach „gesoffen, was Muttern grade
bereitstellt“, ist Überfütterung im Babyalter einfach leichter
zu vermeiden.

Würde ich von mir auch behaupten, wurde aber nicht gestillt.

Die Vor- und Nachteile:

Die Fläschchen-Sterilisation und das Abkochen von Wasser fällt beim Stillen weg. Dafür muss man wie in der Schwangerschaft auf seine Ernährung achten und darf nie das Trinken vergessen, sonst stockt die Produktion.

Beim Stillen hat die Milch immer die richtige Temperatur. Für Fläschchen muss man erst das Wasser kochen, dann abkühlen lassen und das Pulver damit anrühren. Man kann aber das Wasser abkochen, abkühlen lassen und in eine Thermoskanne füllen, dann hat es auch lange Zeit die richtige Temperatur und man kann es einfach auf das Milchpulver geben, von dem bereits die richtige Menge in einem Fläschchen vorportioniert ist, schütteln, fertig.

Beim Stillen ist man flexibel, muss nur das Kind dabei haben. Bei Fläschchen muss man zusätzlich noch die Thermoskanne und die Fläschchen (mit Milchpuler) mitnehmen, aber Gepäck hat man ja eh immer (Windeln etc.). So ausgerüstet kann man auch sehr flexibel sein, je nach Typ sogar noch flexibler, denn man muss sich für Fläschchen nicht entblößen. Das stört einige Frauen ja nicht, andere brauchen aber zum Stillen immer ein ruhiges Plätzchen, die sind mit Flasche wesentlich flexibler. Mich hat das übrigens nicht mehr gestört, als es warm genug war, vorher kannte ich jede Bank in warmen Einkaufszentren.

Wenn der Vater mal auf das Kind aufpassen soll, ist es mit Fläschchen irgendwie auch praktischer.

Die Sache mit der Trinkmenge ist übrigens auch mehr von der Einstellung als von der Art der Ernährung abhängig. Ich habe meiner Tochter auch mit Fläschchen immer die Menge angeboten, die sie wollte. Auch mit Stillen kann man Rhytmus und Menge vorgeben, wenn man will (Kind vorher und nachher wiegen, leidige Erfahrungen aus der Klinik). Natürlich muss man mit Fläschchen eher auf die Flüssigkeitsaufnahme achten, ja, muss man später wenns Brei gibt aber auch.

Alles in allem ist Stillen nicht eindeutig bequemer, es gibt für beide Arten gute Gründe, sie bequemer zu finden.

Viele Grüße

Bianca

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Abstillen und Durchschlafen
Hallo Heike,

ich wollte einen kleinen Widerspruch einlegen, nicht aus Fachwissen, aber aus Erfahrung.

Ach ja, auf das Durchschlafen hatte das Abstillen keinen
Einfluss.

Das habe ich ganz anders erlebt. Sowohl meine Nichte, als auch meine Cousine schlafen erst durch (annähernd), seit sie nicht mehr gestillt werden. Dazu muss ich sagen, dass beide noch bis etwa 2 Jahre genuckelt haben, natürlich insbesondere zum Einschlafen und zum Trösten, nicht als Hauptnahrungsquelle.

Bei meiner Cousine war es besonders eklatant. Solange sie noch gestillt wurde, kam sie nachts bis zu 12 mal. Dann hat meine Tante einfach „den Hahn zugedreht“ (d.h., sie hat mit ihrer Tochter gesprochen, dass es jetzt nichts mehr gibt), und seitdem wacht das Kind nur noch 1-2 mal nachts auf.

Und die Flaschenkinder, die ich kenne, schlafen alle schon mit ein paar Monaten durch. Die sind halt richtig satt und „vollgefressen“ (ist nicht bös gemeint!), anders als Stillkinder.

Ich weiß ja nicht, worauf Deine Ansicht beruht, aber meinen Erfahrungen entspricht sie nicht.

VG,
Sibylle aus M

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off topic
Hi Karin,

bin zwar keine Mami (ich hasse den Ausdruck,

hier dachte ich: ihr geht’s wie mir!

mir war immer
lieber, dass meine Tochter Mutti sagt,

hier dachte ich: oh Graus! ist ja noch schlimmer!
Ich finde beides … nicht für mich gemacht.
Ich wollte das nur anmerken, da hier persönliche
Gefühle und Geschichte reinspielen.
Schlimm finde ich nur, wenn mich andere als „Mami“ ,
„Mutti“ oder was auch immer bezeichnen. Das hat
nichts damit zu tun, wie meine Kinder mich nennen.

Nebenbei: Stillen wird überschätzt.
Ich sehe das aus dem umgekehrten Blickwinkel:
ich konnte nicht stillen und habe mich fast mit
schlechtem Gewissen darauf eingerichtet, ein infekt-
anfälliges Kind mit Neigung zu Allergien, eventuell
noch übergewichtig und wasweißich noch zu haben.
Ist alles nicht eingetreten und das ungute Gefühl
hätte ich mir sparen können.

Gruß
Elke

Hallo Sybille,

Ich weiß ja nicht, worauf Deine Ansicht beruht, aber meinen
Erfahrungen entspricht sie nicht.

Nein, aber meinen Erfahrungen entsprechen sie eben.

Es kann sein, dass ein Kind nach dem Abstillen durchschläft (besonders wenn es schon 2 Jahre alt ist), eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

Meine Große wurde nur wenige Wochen gestillt und schlief mit etwa 2 Jahren ansatzweise durch. Richtig durchschlafen war dann mit etwa 2 1/2 Jahren angesagt, als sie auch nachts trocken war.
Meine Kleine fing mit etwa 10 Monaten an, nachts durchzuschlafen (ab und zu, nicht immer). Gestillt wurde sie 1/2 Jahr (dann stillte sie sich selbst ab).

Einfach nur „vollgefressen“ zu sein, reicht also nicht aus. Jedes Kind hat ein individuelles Entwicklungsprogramm. In allen anderen Bereichen wird das doch auch akzeptiert, warum also nicht beim Thema Schlafen?

Viele Grüße, Heike

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Hallo Heike nochmal!

Nein, aber meinen Erfahrungen entsprechen sie eben.

Habe ich mir gedacht. :smile:

Es kann sein, dass ein Kind nach dem Abstillen durchschläft
(besonders wenn es schon 2 Jahre alt ist), eine Garantie dafür
gibt es aber nicht.

Nö. Eigentlich wollte ich Deinem Satz:

Ach ja, auf das Durchschlafen hatte das Abstillen keinen Einfluss

auch nur mal gegenteilige Erfahrungsberichte entgegenstellen.

Einfach nur „vollgefressen“ zu sein, reicht also nicht aus.
Jedes Kind hat ein individuelles Entwicklungsprogramm. In
allen anderen Bereichen wird das doch auch akzeptiert, warum
also nicht beim Thema Schlafen?

Eben. Meinte ja auch nur, dass es durchaus Kinder gibt, bei denen das Stillen/Nichtstillen und (Durch)Schlafen zusammenhängt. Leider gibt’s ja keine Gebrauchsanleitung, an die sich alle lieben Kleinen halten würden … :wink:

Grüße zurück,
Sibylle aus M

Hallo Karin,

Eine Annehmlichkeit hat als Ursprung ein Gefühl, und zu dem
kann frau sich nicht beraten lassen, das empfindet sie.

ausdrücklicher Widerspruch: Eine Annehmlichkeit ist eine
Einrichtungsart im Leben, die mir einen Haufen Stress erspart.
Und hat nur im Nachhinein mit Gefühl zu tun.

nein, kein Widerspruch: eine Annehmlichkeit wird von demjenigen als solche definiert, der die Einrichtung der Natur als angenehm EMPFINDET, für andere kann es einfach eine Einrichtung der Natur sein, die Sinn macht, aber nicht als besonders angenehm empfunden wird.

Und eine Frau kann sich nach einer Geburt nur schlecht
„beraten lassen“, da sind schon die Berater selber gefragt, ob
so Sätze wie: „Zu langes Stillen kann aber der Mutter
schaden!“ und „Wenn das Kind nicht bei jeder Mahlzeit
ausreichend (gemeint war immer die gleiche Menge) trinkt, dann
muss sofort zugefüttert werden.“

Beide „Beratungssätze“ fielen in unserer Familie von
Ärzten/Neugeborenenschwestern gegenüber jungen Müttern. Und
das meinte ich mit „schlecht beraten.“ Und: Die Mütter haben
Pech, wenn ihnen nichts anderes übrig bleibt, als das zu
glauben, sie haben keine Schuld (von wegen „sich beraten
lassen“) daran.

Ich streite nicht ab, dass es immer irgendwo schlechte Berater gibt, aber ich weigere mich zu akzeptieren, dass man diesen glauben muss, wer bitte will mich denn dazu zwingen, zumal man als werdende Mutter eh soviele verschiedene Berater, gewollte und ungewollte, hat, wie Menschen um einen herumturnen!

Genauso schlecht finde ich Berater, die die eine Sicht als das Non plus Ultra darstellen, aber vernachlässigen, dass Mutter und Kind Individuen sind, die aus welchen Gründen auch immer mit dem angeblich Besten für Mutter und Kind nicht klar kommen oder kommen wollen!

Nochmal: Ich bin nicht gegen das Stillen, ich bin nur dagegen mir auferlegen zu lassen, dass ich Stillen als angenehm und toll zu empfinden habe weil es für mein Kind das Beste ist.

Niemand hat mich dahingehend beraten, dass ich Stillen als irgendwie zu empfinden habe, beraten wurde ich von allen Seiten mit dem pro und contra den wir ja nur zur Genüge kennen.

Also: ich habe meine Schwangerschaften und Geburten als Notwendigkeit gesehen um mein Ziel, Kinder zu haben, zu erreichen. Ich habe Stillen als Notwendigkeit gesehen um meine Kinder mit den wichtigsten Stoffen zu versorgen, die eine körperlich unproblematische Entwicklung ermöglichen.
Um meine Kinder mit den notwendigen emotionalen Stoffen zu versorgen, gebe ich ihnen Zuneigung, Liebe und Geborgenheit, und dafür muss ich nicht Stillen, bzw. das Stillen toll finden.

Gruß
Iris

Hallo Katrin,

Hallo Bianca,

ich glaube, Du meinst mich, obwohl Du ein „t“ in meinen Namen geschmuggelt hast.

Das stimmt so nicht.
(Hast Du jemals Fläschchen gegeben?).

Ja, ich musste zufüttern, als ich nach 6 Wochen wegen Problemen mit der Dammnaht aus der Klinik kam.

Ich hatte am Anfang wahnsinnige Schmerzen beim Stillen

Möglicherweise verklürt Dir dieses die Fläschchen-Problematik, aber für mich war es einfach nur grausam lästig.

Gruß, Karin

Hi Elke,

Ich finde beides … nicht für mich gemacht.

so hat jede ihre Vorlieben.

Schlimm finde ich nur, wenn mich andere als „Mami“ ,
„Mutti“ oder was auch immer bezeichnen.

Ja, ich habe mich auch bei Christophs Eltern äh, nee nicht unbeliebt, aber unbequem gemacht, weil ich mich absolut weigerte, Otto als Opa und Rosemarie als Oma zu bezeichnen.

„Meine Oma und mein Opa sind schon lange tot.“

Daraus wurde dann, dass ich sie wohl nicht möge… Aber das ist eine andere Geschichte und soll auch nicht ein anderes mal erzählt werden (nach Michael Ende)

Gruß, Karin

Hallo Karin (sorry)

Möglicherweise verklürt Dir dieses die Fläschchen-Problematik,
aber für mich war es einfach nur grausam lästig.

Nee, glaub ich nicht, denn als ich abgestillt habe waren die Schmerzen schon lange vorbei. Vorher habe ich ausschließlich gestillt (auch gerne, als es ohne Schmerzen ging). Ich fand Fläschchen nicht sehr lästig (lange nicht so, wie ich es mir vorgestellt hätte). Allerdings hätte ich es sehr lästig gefunden, wenn ich zum Stillen jedesmal nach Hause gemusst hätte, ich kenne viele Mütter, die das so gehandhabt haben (warum auch immer). Daher kann Stillen auch sehr unpraktisch sein, und es ist eben unterschiedlich, was man als bequemer empfindet. Nur eins ist sicher: Stillen ist preisgünstiger.

Ich würde übrigens wieder stillen, jetzt weiss ich zwar, dass Fläschchen auch ganz praktisch sind, aber auch, dass die Schmerzen, sollten sie wieder kommen, nach ein paar Wochen verschwinden.

Jeder wie er mag. Aber in einem Punkt hast Du absolut recht: Abstillen wegen schlechter Stillberatung sollte heute nicht mehr sein. (Meine Frauenärztin bei der Nachuntersuchung: Stillen Sie noch? Reichts denn noch? Immer schön leerpumpen!)

Viele Grüße

Bianca