Abtreibung - (spätere) Schuldgefühle beim Mann ?

Hallo,

beim Durchlesen fast aller Beiträge zu der ungewollten Schwangerschaft weiter unten fehlte mir der Aspekt der Spätfolgen für den Mann.

Viele (vermutlich nicht alle ) Frauen, die abgetrieben haben, leiden gleich oder irgendwann später in ihrem Leben unter Schuldgefühlen. Bei aller Erleichterung spüren wohl auch sehr viele Frauen nach dem Eingriff tiefe Trauer.

Was ist mit den Männern ? Mir scheint, sie stecken das einfach weg. Hormone hin oder her, es war doch auch ein Teil von IHM ! Ich kann dieses lockere Entsorgen nicht so ganz nachvollziehen.

Ist das Erziehungssache ? Mangelnde Aufklärung, Oberflächlichkeit ? Erleichterung, Kohle gespart zu haben ?

Und warum sind (oft) nur die Frauen die Bösen dabei, Männer, die Frauen zu einer Abtreibung nötigen, „lösen nur ein Problem“ ?

Ich selbst war nie ungewollt schwanger, finde, jede Abtreibung ist eine zu viel, ABER die Entscheidung für/gegen Abtreibung sollte die Frau treffen, idealerweise zusammen mit dem Mann. Allerdings unter sorgfältiger Abwägung der Möglichkeiten, das Kind zu bekommen.

Und falls eines meiner Kinder zur Unzeit schwanger wird/ein Kind zeugt, werde ich ganz sicher Unterstützung anbieten - hoffe aber, dass dieser Fall nicht eintritt :smile:

Neugierige Grüße,

Sylvia (mit speziellen Grüßen an Nina *winke*)

Hallo,

Ich denke Männer stellen schlicht keine persönliche Verbindung zu einem ungeborenen Kind her. Das liegt wohl in der Natur der Sache. Sie tragen es einfach nicht mit sich herum, sie sehen es nicht, sie fühlen es nicht - es ist nicht Realität. Sie können auch nicht wirklich sicher sein, dass es ihres ist.

Vielleicht bauen Männer, selbst in funktionierenden Partnerschaften und bei einem Wunschkind, die Verbindung zwischen sich und einem Kind zunächst über die Frau auf. Und wenn es keine Beziehung zu der Frau gibt, ist das Kind nicht wirklich ihres. Was ja auch durchaus sein könnte.

Der Vater meines Sohnes hat niemals Kontakt zu dem Kind aufgenommen. Was für mich unvorstellbar wäre. Ich würde doch wissen wollen, wie es aussieht, wie es ist. Oder ?
Es ist sogar so, dass er die Unterhaltszahlungen kürzen wollte, weil er für die Betreuung seiner „eigenen“ beiden Kinder soviel bezahlen mußte. Die Wortwahl fand ich sehr erhellend.

Grüsse

Heike

Hallo,

Schulgefühle nach einer Abtreibung sind eine recht individuelle Sache. Bei Männern wie bei Frauen.
Ich kenne Männer, die es nicht verkraftet hätten, wenn ihre Frau ein Kind abgetrieben hätten. Auch jemanden, der seine Frau unter Druck gesetzt hat, das Kind zu bekommen.

Es ist fraglich, ob die Schuldgefühle natürlicher Art sind oder anerzogen. Ich vermute, dass bei zunehmender Liberalisierung auch die Schuldgefühle bei Frauen abnehmen und wenn Männer dazu verpflichtet würden, bei der Abtreibung anwesend zu sein, würde bei ihnen das Schuldgefühl zunehmen.

Auch die Eigenart vieler Frauen, leidensbereit zu sein und Schuld immer erst bei sich zu suchen, auf der anderen Seite die der Männer, leidensunwillig und die Schuld immer bei anderen zu suchen, scheint ürsächlich für dieses unterschiedliche Verhalten zu sein.

Ich glaube, dass die Verdrängung von Schuldgefühlen bei Männern einfach besser klappt als bei Frauen. Allerdings wenn Männer mal richtig Schuldgefühle haben, hat es oft fatale Folgen.

Utemaus

Schade eigentlich…
…Du hast nämlich ein gutes Thema angerissen.
Aber Du sprichst vom „lockeren Entsorgen“… interessante - wenn auch nicht ungewöhnliche - Wortwahl! Das heißt für mich, daß Du den Komplex für Dich zum Dogma erklärt hast. Nina hast Du ja schon gegrüßt.
Eine andere Meinung als Deine ist Dir nicht den Dreck unter den Fingernägeln wert. Was willst Du also? Eine Diskussion sicherlich nicht.
Deine Meinung - die sowieso einzig richtige - breittreten? Hast Du hiermit getan.
Reicht. Danke.

Gruß!
Tino

Und falls eines meiner Kinder zur Unzeit schwanger wird/ein
Kind zeugt, werde ich ganz sicher Unterstützung anbieten -
hoffe aber, dass dieser Fall nicht eintritt :smile:

Wirst Du Deinem Kind auch unterstützend zur Seite stehen, wenn es sich für eine Abtreibung entscheidet?

Hi,

Du hast Recht!

Mein Beispiel:

Ich habe zwei Töchter, 15 Monate und gut 4 Wochen alt. Bei dieser Schwangerschaft habe ich regen anteil gehabt und daher ein recht inniges Verhältnis auch zum Kind schon aufgebaut noch als es im Mutterleib war. Weil es meine damals noch Freundin nach der Geburt sehr schlecht ging, habe ich mich allein um die Kleine gekümmert, im Krankenhaus. Ich war damals gerade arbeitslos geworden und hatte das Studium abgebrochen und daher den Kopf voller Sorgen - trotzdem ist das Verhältnis zum Kind sehr eng geworden.

Tja, dann ist meine dann Frau wieder schwanger geworden und mein zweites Kind entstanden. An der Schwangerschaft konnte ich aus zwei Gründen nicht so eng teilhaben:

  1. Ich habe mich sehr viel um Julia (meine ältere Tochter) gekümmert
  2. Ich muss ziemlich viel arbeiten um die Familie durchzubringen.

Infolgedessen baue ich erst jetzt sehr viel schwerer ein inniges Verhältnis zu meiner 2. Tochter auf - auch weil ich mich besonders um die ältere kümmere, zum einen damit sie nicht eifersüchtig wird (klappt ganz gut!) zum anderen weil meine Frau stillt und nun mal nicht so viel Zeit für alles hat.

Was ich sagen will: Wenn der Mann von Anfang an richtig am werdenden Kind teilhat, dann ist das Verhältnis von Anfang an inniger. Und wenn er es nicht tut, dann kann er auch leichter die Verantwortung wegschieben. Diese Wahl hat eine Frau eben nicht!

Und zu jedem, der da meintz es sei ein Zellhaufen:

Genau das ist es ab einem gewissen Punkt eben nicht mehr. In der Sekunde, wo die Abtreibungspille nicht mehr funktioniert, ist es für mich eben KEIN Zellhaufen mehr.

Wenn eine Abtreibung nur die Beseitigung eines „Zellhaufen“ wäre, warum hat dann ausnahmslos jede Frau irgendwann Gewissensbisse?

Eine Abtreibung ist grausam - es gibt fast immer einen besseren Weg. In unserem Fall eben das Wachsen an der Verantwortung und damit bekommen wir (meine Frau und ich) das auch in den Griff.

Und ich, der nie Kinder wollte, möchte um nichts in der Welt mehr meine Kinde missen!!!

Danke fürs Lesen,
Frank

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Klare Antwort:
Klipp und klar: JA.

Aus zwei Gründen:

Erstens bemühe ich mich, meinen Kindern gewisse Werte mitzugeben. Somit denke ich, dass sie sich eine Abtreibung gut überlegen werden (ich beziehe das übrigens auch auf meinen Sohn, falls er ungewollt „co-schwanger“ wird).

Zweitens habe ich dann meine Hilfe angeboten. Mehr kann ich nicht tun.

Ich würde es zutiefst bedauern, wenn eines meine Kinder abtreiben würde, aber ich würde auch in dieser Situation zum Kind halten. Und ich würde bei späteren Schuldgefühlen NICHT mit dem Spruch kommen „Hab ich ja schon damals gesagt…“.

Gruß, Sylvia

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Genauer lesen !
Hallo Tina,

Aber Du sprichst vom „lockeren Entsorgen“… interessante -
wenn auch nicht ungewöhnliche - Wortwahl! Das heißt für mich,
daß Du den Komplex für Dich zum Dogma erklärt hast.

Nein, das beinhaltet lediglich eine Wertung - Abtreibung ist für mich keine Kleinigkeit. Aber es ist kein Dogma, dazu habe ich mich ganz eindeutig geäußert. Ich bin keine militante Abtreibungsgegnerin, aber finde durchaus, dass man sorgfältig abwägen sollte, was man da tut. Es geht, wie schon andere geschrieben haben, eben NICHT um einen kurzen Reset, und alles ist vergessen.

Nina hast

Du ja schon gegrüßt.

*ggg*. Ich kenne Nina schon sehr lange, wir liebe beide unsere Kinderschar, aber zum Thema Abtreibung haben wir dann doch unterschiedliche Ansichten und uns an anderer Stelle schon heftigst gezofft.

Eine andere Meinung als Deine ist Dir nicht den Dreck unter
den Fingernägeln wert. Was willst Du also? Eine Diskussion
sicherlich nicht.
Deine Meinung - die sowieso einzig richtige - breittreten?
Hast Du hiermit getan.
Reicht. Danke.

Mir scheint eher, DU hast die alleinige richtige Meinung gepachtet ? Auf andere Ansichten reagierst Du ziemlich heftig. Niemand zwingt Dich, Kinder zu bekommen, jedem das seine :wink:, manche bleiben ja auch selbst ewig Kind *sfg*.

Gruß, Sylvia

*winke* Sylvia :smile:
Hallö,

na du, so sehen wir uns wieder…erinnert mich an den Anfang *fg*

Also, ich denke schon, daß es auch Männer gibt die sehr darunter leiden und seelische Schäden davontragen.

Den anderen Männern denen es am Hinterteil vorbei geht, DIE sind in meinen Augen oberflächlich, meistens nicht sehr gebildet, emotional verarmt und haben keine tiefgründige Erziehung genossen.

Mangelnde Aufklärung? Nein, glaube ich nicht! Heutzutage wird SOVIEL über Sex, Verhütung,Schwangerschaft und Beseitigungsmethoden berichtet und zwar in allen Formen, NEIN, ich bezweifle das.

Das ist diese Wegwerf-Mentalität. Und die Geringschätzung des Lebens.

Aber um noch mal auf die leidenden Männer zurückzukommen:

in unserem Verwandeskreis hatten wir diesen unendlich traurigen „Fall“. Der Mann kommt nach über 10 Jahre nicht darüber hinweg :frowning:(

LG,

Nina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Partnerschaft

Wirst Du Deinem Kind auch unterstützend zur Seite stehen, wenn
es sich für eine Abtreibung entscheidet?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Leute, für die schon ein erzieherischer Klaps ein Gewaltverbrechen ist, die Tötung des ungeborenen Kindes mit anschließender industrieller Verwertung des Leichnams als eine Sache ansehen, „für die man sich entscheidet“.

Gruß,

Wolfgang Berger

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Hallo Heike,

diese Theorie hört sich (leider) stimmig an.

Der Vater meines Sohnes hat niemals Kontakt zu dem Kind
aufgenommen. Was für mich unvorstellbar wäre. Ich würde doch
wissen wollen, wie es aussieht, wie es ist. Oder ?

Genau. Das ist auch so etwas, was ich oft höre, aber absolut nicht nachvollziehen kann.

Es ist sogar so, dass er die Unterhaltszahlungen kürzen
wollte, weil er für die Betreuung seiner „eigenen“ beiden
Kinder soviel bezahlen mußte. Die Wortwahl fand ich sehr
erhellend.

Stimmt.

Viele Grüße,

Sylvia

Auch ich…

Und ich, der nie Kinder wollte, möchte um nichts in der Welt
mehr meine Kinde missen!!!

…wollte früher (bevor ich meinen Mann kannte) nie Kinder :smile:

Heute bin ich froh, dass ich meine Meinung geändert habe !

Danke für Deinen interessanten Erfahrungsbericht !

Viele Grüße,

Sylvia

Hallo Ute,

Es ist fraglich, ob die Schuldgefühle natürlicher Art sind
oder anerzogen. Ich vermute, dass bei zunehmender
Liberalisierung auch die Schuldgefühle bei Frauen abnehmen und
wenn Männer dazu verpflichtet würden, bei der Abtreibung
anwesend zu sein, würde bei ihnen das Schuldgefühl zunehmen.

Das könnte zutreffen und auch erklären, warum (nach meinen Erfahrungen mit Mitmenschen) tendenziell Frauen aus den nicht mehr so neuen neuen Bundesländern oft leichter an eine Abtreibung denken als Frauen aus den „alten“ Bundesländern.

Bezeichnende Szene: Ich verkünde in unserer Spielgruppe, dass Kind Nr. 3 unterwegs ist, ohne die Zusatzerklärung, dass es geplant war. Kommentar einer Mutter (neue Bundesländer): „Und - kriegste es ?“. Da herrschte erst einmal total betretenes Schweigen im Raum, so eine Reaktion wäre für die anderen undenkbar gewesen.

Auch die Eigenart vieler Frauen, leidensbereit zu sein und
Schuld immer erst bei sich zu suchen, auf der anderen Seite
die der Männer, leidensunwillig und die Schuld immer bei
anderen zu suchen, scheint ürsächlich für dieses
unterschiedliche Verhalten zu sein.

Da ist was dran :wink:

Viele Grüße,

Sylvia

Hallo Tino (oder?),

Aber Du sprichst vom „lockeren Entsorgen“… interessante -
wenn auch nicht ungewöhnliche - Wortwahl! Das heißt für mich,
daß Du den Komplex für Dich zum Dogma erklärt hast.

Für sehr viele Menschen trifft die Bezeichnung absolut zu. Für sie ist eine Abtreibung eine Alternative zu der Verhütung, wenn sie versagt hat :frowning:

Nein, das beinhaltet lediglich eine Wertung - Abtreibung ist
für mich keine Kleinigkeit. Aber es ist kein Dogma, dazu habe
ich mich ganz eindeutig geäußert. Ich bin keine militante
Abtreibungsgegnerin, aber finde durchaus, dass man sorgfältig
abwägen sollte, was man da tut. Es geht, wie schon andere
geschrieben haben, eben NICHT um einen kurzen Reset, und alles
ist vergessen.

Nina hast

Du ja schon gegrüßt.

Ja und? Wir kennen uns *g* aus alten Tagen. Und ja, wir haben uns auch schon gefetzt. Jeder vertritt seine Meinung und das ist gut so.

*ggg*. Ich kenne Nina schon sehr lange, wir liebe beide unsere
Kinderschar, aber zum Thema Abtreibung haben wir dann doch
unterschiedliche Ansichten und uns an anderer Stelle schon
heftigst gezofft.

Eine andere Meinung als Deine ist Dir nicht den Dreck unter
den Fingernägeln wert. Was willst Du also? Eine Diskussion
sicherlich nicht.
Deine Meinung - die sowieso einzig richtige - breittreten?
Hast Du hiermit getan.
Reicht. Danke.

Tz, gilt nur DEINE Meinung oder was? Gar nicht arrogant, was?

Mir scheint eher, DU hast die alleinige richtige Meinung
gepachtet ? Auf andere Ansichten reagierst Du ziemlich heftig.
Niemand zwingt Dich, Kinder zu bekommen, jedem das seine :wink:,
manche bleiben ja auch selbst ewig Kind *sfg*.

*unterschreib*

Nina

Und falls eines meiner Kinder zur Unzeit schwanger wird/ein
Kind zeugt, werde ich ganz sicher Unterstützung anbieten -
hoffe aber, dass dieser Fall nicht eintritt :smile:

Wirst Du Deinem Kind auch unterstützend zur Seite stehen, wenn
es sich für eine Abtreibung entscheidet?

Klipp und klar: JA.

Aus zwei Gründen:

Erstens bemühe ich mich, meinen Kindern gewisse Werte
mitzugeben. Somit denke ich, dass sie sich eine Abtreibung gut
überlegen werden (ich beziehe das übrigens auch auf meinen
Sohn, falls er ungewollt „co-schwanger“ wird).

Zweitens habe ich dann meine Hilfe angeboten. Mehr kann ich
nicht tun.

Ich würde es zutiefst bedauern, wenn eines meine Kinder
abtreiben würde, aber ich würde auch in dieser Situation zum
Kind halten. Und ich würde bei späteren Schuldgefühlen NICHT
mit dem Spruch kommen „Hab ich ja schon damals gesagt…“.

Das liest sich vernünftig. Ich hab da gestern noch drüber nachgedacht, welche Reaktionen einem da eigentlich als Elternteil zu stehen, aus meiner Sicht. Ich meine, jeder hat dazu eine eigene Meinung, das ist auch weitesgehend in Ordnung, und die darf und soll man natürlich auch äußern. Aber ich denke, daß man als Vater/Mutter auch in der Pflicht steht, seinem Kind die Vor- und nachteile beider Möglichkeiten zu erklären - es soll schliesslich selbst entscheiden, und muß selbst damit leben. Daraus ergibt sich dann schon zwingend die Konsequenz, die Du ja auch schon schilderst.

Bei Menschen, die sich da derart militant äußern, wie das weiter unten geschehen ist, würde mich die Antwort auf diese Frage auch interessieren - Widerspruch und Gewissenskonflikt sind unlösbar vorprogrammiert, wie ich meine. Ähnlich sieht es bei Fällen aus, in denen eine Fortsetzung der Schwangerschaft eine Lebensgefahr für die Schwangere bedeuten würden, bspw. Darum ging es hier zwar nicht konkret, aber die gemachten Äußerungen sind so absolut und fanatisch, daß sie das implizieren.

Achja, eins noch zum Thema „keine andere Meinung zulassen“: Wenn es um die Freiheit der eigenen Entscheidung geht, um das Recht, über den eigenen Körper bestimmen zu dürfen, ist es dann nicht nur legitim, sondern auch wichtig und richtig, da keine andere Meinung zuzulassen?

Die Frage ist ja nicht

„nur Abtreibung ist okay“ oder „nur austragen ist okay“,

sondern

„nur austragen ist okay“ oder „Die Betroffene muß das allein (unter Hinzuziehung des Partners) entscheiden“

Daher seh ich Militanz nur auf der Seite der krassen Abtreibungsgegner. Meinungen?

Gruß,

Doc.

Och Wolle,…

Wirst Du Deinem Kind auch unterstützend zur Seite stehen, wenn
es sich für eine Abtreibung entscheidet?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Leute, für die schon ein
erzieherischer Klaps ein Gewaltverbrechen ist, die Tötung des
ungeborenen Kindes mit anschließender industrieller Verwertung
des Leichnams als eine Sache ansehen, „für die man sich
entscheidet“.

…das eine und das andere haben nur am Rande miteinander zu tun.

Wie ich weiter unten schon schrieb, ist der Knackpunkt dieses Themas die Frage „Ab wann ist ein Mensch ein Mensch?“.

Und genau diese Frage ist letztlich nicht lösbar. Ich erinnere mich noch sehr gut an eine eindrucksvolle Vorlesung eines ehemaligen Anatomieprofessors von mir, die die Definition von „Leben“ zum Thema hatte. Fazit: Wir _können_ es nicht definieren. Es bleibt philosophisch, und strittig.

Unstrittig allerdings ist, daß ein Kind ein Kind ist und das ein „erzieherischer Klaps“ eine Gewaltanwendung ist. Aber dieses Thema hatten wir zur Genüge und ich werd mich dazu hier jetzt nicht weiter äußern.

Doc.

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@Syl: Abtreibung - (spätere) Schuldgefühle beim M
Hi,

Das könnte zutreffen und auch erklären, warum (nach meinen
Erfahrungen mit Mitmenschen) tendenziell Frauen aus den nicht
mehr so neuen neuen Bundesländern oft leichter an eine
Abtreibung denken als Frauen aus den „alten“ Bundesländern.

woran könnte das liegen?

Bezeichnende Szene: Ich verkünde in unserer Spielgruppe, dass
Kind Nr. 3 unterwegs ist, ohne die Zusatzerklärung, dass es
geplant war. Kommentar einer Mutter (neue Bundesländer): "Und

  • kriegste es ?". Da herrschte erst einmal total betretenes
    Schweigen im Raum, so eine Reaktion wäre für die anderen
    undenkbar gewesen.

Ja, deine geschilderte Szene habe ich noch gut in Erinnerung *W*

Eine Szene von einer Bekannten möchte ich auch schildern (nur 1 von vielen Szenen):

Sie 35, gepflecht, gut bürgerlich, 3 Kinder und sichtbar schwanger geht in Kreis Filderstadt zum KIGA um das 3.Kind abzuholen. An der Türe steht ein Grüppchen Mütter die sich schon mit unbeschreibaren Gesichtsausdrücke empfangen mit folgenden geistreichen Sätzen: „naaaa, wie gots dir, wann isch es denn soweit? *im gleichem Atemzug*, mensch du Armeeeee, was hascht du dir da nur angetan *mit blick auf den schönen bauch*? (3.Kind ist zwischenzeitlich an der Türe angelangt), also, wenn ich an deiner Stelle wär *mit blick auf das 3.Kind* , dann hätt ich scho sie abgetriebe…“ *bum* DIESE dreiste Bemerkung saß und das vor einigen anderen Müttern. Du merkst schon am Dialekt, daß diese Frau KEINE Östlerin war.

Ist das nicht frech?

Auch die Eigenart vieler Frauen, leidensbereit zu sein und
Schuld immer erst bei sich zu suchen, auf der anderen Seite
die der Männer, leidensunwillig und die Schuld immer bei
anderen zu suchen, scheint ürsächlich für dieses
unterschiedliche Verhalten zu sein.

Ursächlich? Dann ist bei der Erziehung mächtig was falsch gelaufen. Ich werde meine Söhne hoffentlich anders erziehen bzw. ich versuche derzeit mein Bestes, daß auch sie verantwortlich sind.

lg,

Nina

Da ist was dran :wink:

Viele Grüße,

Sylvia

Es ist fraglich, ob die Schuldgefühle natürlicher Art sind
oder anerzogen. Ich vermute, dass bei zunehmender
Liberalisierung auch die Schuldgefühle bei Frauen abnehmen und
wenn Männer dazu verpflichtet würden, bei der Abtreibung
anwesend zu sein, würde bei ihnen das Schuldgefühl zunehmen.

Das könnte zutreffen und auch erklären, warum (nach meinen
Erfahrungen mit Mitmenschen) tendenziell Frauen aus den nicht
mehr so neuen neuen Bundesländern oft leichter an eine
Abtreibung denken als Frauen aus den „alten“ Bundesländern.

War Thema Abtreibung in der der DDR nicht eh „unkomplizierter“?
Also, dass man ohne viel Worte den Abruch durchführen lassen konnte.
Kann mich auch irren, war noch zu jung, um das damals mitzukriegen.
Aber das würde das „anerzogene“ oder „so erlebte“ erklären, warum andere Menschen eine andere Haltung dazu haben.

„Und- kriegste es ?“. Da herrschte erst einmal total betretenes
Schweigen im Raum, so eine Reaktion wäre für die anderen
undenkbar gewesen.

Bedenke aber, dass auch das Klischee der Mutter & Hausfrau mit >1 Kind aus den alten BL herrscht, während die ostdt. Frau sich mit 1 Kind begnüge und schaffen geht.
Ich betone nochmal: Klischee, in den Köpfen zu finden, und sind ja schon wieder 13 Jahre vergangen.

Hm, mal abgesehn davon, dass mein Mann beim 3. Kind ziemlich gut verdienen müsste, und die paar staatl. Zuschüsse nun ja.

So, jetzt triften wir wieder ab :smile:

Tschüss,
Nicole

@Kroeti
Hallo nochmal,

War Thema Abtreibung in der der DDR nicht eh
„unkomplizierter“?
Also, dass man ohne viel Worte den Abruch durchführen lassen
konnte.
Kann mich auch irren, war noch zu jung, um das damals
mitzukriegen.
Aber das würde das „anerzogene“ oder „so erlebte“ erklären,
warum andere Menschen eine andere Haltung dazu haben.

Ja, so wurde mir das auch erklärt.

Bedenke aber, dass auch das Klischee der Mutter & Hausfrau mit
>1 Kind aus den alten BL herrscht, während die ostdt. Frau
sich mit 1 Kind begnüge und schaffen geht.
Ich betone nochmal: Klischee, in den Köpfen zu finden, und
sind ja schon wieder 13 Jahre vergangen.

Das mag ja sein, nur hatte besagte Mutter auch 2 Kinder (aus jeder Ehe eines - auch irgendwie „typisch“, da Scheidungen in der Ex-DDR aus verschiedenen Gründen auch häufiger waren als hier im Schwabenländle), und ich selbst entspreche nicht dem Klischee, da immmer berufstätig (das kannst Du natürlich nicht wissen, aber sie wußte es). Ansonsten hast Du sicher recht mit den Klischees *seufz*, ich bin - siehe oben - ja auch nicht frei davon.

Hm, mal abgesehn davon, dass mein Mann beim 3. Kind
ziemlich gut verdienen müsste, und die paar staatl.
Zuschüsse nun ja.

So, jetzt triften wir wieder ab :smile:

Bevor wir rausfliegen wegen Themaabweichung: Nee, Zuschüsse kriegen wir gar nicht (okay, Kindergeld - dazu muss ich sicher nix sagen *g*). Wir sind tatsächlich in der glücklichen Lage (und das schätze ich auch sehr), dass wir uns Nr. 3 leisten konnten. Ob’s für meine Nerven gut war, ist eine andere Sache *ggg*. Und natürlich leben wir nicht im (materiellen) Luxus, 'ne Reise in die Karibik ist nicht geplant :smile:

So, ich muss unbedingt noch was tun für mein Geld, in einer halben Stunde füllt sich das Haus wieder…

Viele Grüße,

Sylvia

@ Nina
Hi noch auf die Schnelle,

Eine Szene von einer Bekannten möchte ich auch schildern (nur
1 von vielen Szenen):

Sie 35, gepflecht, gut bürgerlich, 3 Kinder und sichtbar
schwanger geht in Kreis Filderstadt zum KIGA um das 3.Kind
abzuholen. An der Türe steht ein Grüppchen Mütter die sich
schon mit unbeschreibaren Gesichtsausdrücke empfangen mit
folgenden geistreichen Sätzen: „naaaa, wie gots dir, wann isch
es denn soweit? *im gleichem Atemzug*, mensch du Armeeeee, was
hascht du dir da nur angetan *mit blick auf den schönen
bauch*? (3.Kind ist zwischenzeitlich an der Türe angelangt),
also, wenn ich an deiner Stelle wär *mit blick auf das 3.Kind*
, dann hätt ich scho sie abgetriebe…“ *bum* DIESE dreiste
Bemerkung saß und das vor einigen anderen Müttern. Du merkst
schon am Dialekt, daß diese Frau KEINE Östlerin war.

Ist das nicht frech?

Das kann ich mir sehr, sehr gut bildlich vorstellen *schäum* !

Eilige Grüße,

Sylvia