Hai, lehitraot,
in diesen fällen wäre es aufgabe des sozialsystems diese
frauen zu unterstützen! hier versagt das gesetz und nicht die
frau. wenn die frau genug unterstützung von familie und staat
bekäme, wäre in diesen fällen keine abtreibung nötig.
Richtig! In einer idealen Gesellschaft wären Abtreibungen aus diesen Gründen nicht notwendig. Frauen würden geehrt und bewundert werden, wenn sie ein Kind austrügen und die gesamte Gesellschaft würde zur Aufzucht der Kleinen Beitrag leisten, nicht nur in geldlichen Dingen, aber wir leben nicht in einer solchen Gesellschaft und darum muß es einen Ausweg geben, der nicht im Untergang von Frau UND Kind, oder gar einer ganzen Familie liegt. Und ich stehe auf dem Standpunkt, daß nur derjenige das Recht hat, Frauen wegen Abtreibungen zu kritisieren, der ihnen im Falle eines Falles uneingeschränkte Unterstützung zukommen lässt - also ich ärger mich hier über so Leute, wie den Papst (oder sonstige Hüter der Moral), der ohne rot zu werden juwelenbehangen die Empfängnisverhütung verbietet, während 100m von ihm entfernt ein Kind jämmerlich verhungert, oder Politiker, die von christlicher Nächstenliebe faseln (und das C ganz fett im Parteinamen haben), und verhindern wollen, daß eine Frau Ministerin wird, weil sie es wagt, schwanger, aber nicht verheiratet zu sein, oder eben jemand, der abtreibende Frauen mit den Nazis gleichstellt, ohne ihnen reelle Hilfe zu bieten. Es wäre auch mir lieber, wenn junge Mädchen schwanger werden könnten (wäre biologisch besser) und trotzdem ihre Ausbildung abschließen könnten, weil ihre Kinder gut versorgt sind. Wenn eine Frau ein dutzend Kinder von ebensovielen Vätern haben könnte, ohne sich dadurch die Verachtung der Gesellschaft zuzuziehen und an den Rand des Existenzminimums zu geraten - aber die Realität sieht anders aus.
Niemand hat das Recht, diejenigen zu verurteilen, die nichts anderes versuchen, als in dieser Realität zu überleben.
freundlichen Gruß
Sibylle
