Ägyptische Mordopfer

Gott hat für die Passage der Israeliten – im Ostergottesdienst wird daran erinnert – das Meer geteilt und danach die ägyptischen Sicherheitskräfte, die er vorher aus seiner Feuersäule heraus verwirrt hatte, ertränkt.

Hätte er sie nicht verwirrt, dann wären sie wohl dem Meeresboden ferngeblieben, bis das Meer zurückkam. Hätte er sie stärker und lange genug verwirrt, dann wären die Passage der Israeliten ebenso sicher gewesen. Hätte Gott die Krieger des Pharaos aber bekehrt, dann wären sie Hand in Hand gegangen.

Warum hörte ich in der heutigen Messe kein Wort des Bedauerns über die von Gott heimtückisch ohne explizite Notwendigkeit ermordeten ägyptischen Militärangehörigen, und stattdessen hämische Schilderungen über Wasserleichen am Strand? Warum bedauern wir nicht – in Dankbarkeit dafür, daß Jesus es geschafft hat, Mord als Bestandteil göttlichen Handelns auszuräumen?

Berger

Warum hörte ich in der heutigen Messe kein Wort des Bedauerns

über die von Gott heimtückisch ohne explizite Notwendigkeit
ermordeten ägyptischen Militärangehörigen, und stattdessen
hämische Schilderungen über Wasserleichen am Strand? Warum
bedauern wir nicht – in Dankbarkeit dafür, daß Jesus es
geschafft hat, Mord als Bestandteil göttlichen Handelns
auszuräumen?

Da mir katholische Gegebenheiten und Inhalte nicht vertraut sind, kann ich Ihnen aus dieser Perspektive nicht antworten.

Eine wirklich schwierige Frage für die es keine einfachen Antworten gibt (auch wenn mir die Art von Polemik, die in Ihrer Fragestellung mitschwingt, zuwider ist). Ein Midrasch (rabbinische Auslegung) erzählt:

Als die Israeliten durch das Meer gezogen waren und die Ägypter in den Wassermassen ertrunken waren, wollten die Engel anfangen zu jubeln wegen der Rettung des Volkes Israel. Gott untersagte ihnen diesen Jubel aus Trauer um die Ägypter, denn „auch sie (die Ägypter) sind das Werk meiner Hände - und ihr wollt Jubelgesänge anstimmen?".

Besser kann man eigentlich die Ambivalenz in diesem Geschehen nicht zum Ausdruck bringen.

"daß Jesus es

geschafft hat, Mord als Bestandteil göttlichen Handelns
auszuräumen?"

Hier wird indirekt unterstellt, daß vorher Menschenopfer legitim gewesen seien. Wenn Sie bereit sind, Ihre Fehlwahrnehmung und Ihre Vorurteile abzubauen, empfehle ich Ihnen den Artike
„Opfer im Judentum“:
http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/pessach/op…

Iris

hallo iris!

auch bei mir hat die art der fragestellung ein unbehagen verursacht, aber das:

"daß Jesus es

geschafft hat, Mord als Bestandteil göttlichen Handelns
auszuräumen?"

habe ich anders verstanden. ich denke nicht, daß es hier um eine unterstellung von menschenopfern geht.

im alten testament ist oft von einem zornigen, sogar rächendem gott die rede. ein gott, der plagen und nöte sendet; der engel mit blutigen schwertern töten läßt und (fast) die ganze menschheit mit einer sintflut auslöscht.
während wir bei jesus von einem gütigen, barmherzigen, eben einem „lieben“ gott hören.

der link ist jedenfalls nicht uninteressant!

mfg stare

Hallo Stare,

Du schreibst:

im alten testament ist oft von einem zornigen, sogar rächendem
gott die rede. ein gott, der plagen und nöte sendet; der engel
mit blutigen schwertern töten läßt und (fast) die ganze
menschheit mit einer sintflut auslöscht.
während wir bei jesus von einem gütigen, barmherzigen, eben
einem „lieben“ gott hören.

und genau das ist einseitig, weil es auch im Neuen Testament dunkle Stellen gibt. Die von Dir geschilderte Wahrnehmung läuft dann darauf hinaus, daß die hebräische Bibel (altes Testament) vom rächenden Gott und das NT vom liebenden Gott spricht, was eine antijudaistische Auslegungstradition zur folge hat.

Die jüdische Tradition muß dann als dunkle Folie herhalten für den strahlenden „lieben“ Gott des Neuen Testaments - eine gefährliche Sache!

Viele Grüsse

Iris

Werte Iris,

Da mir katholische Gegebenheiten und Inhalte nicht vertraut
sind, kann ich Ihnen aus dieser Perspektive nicht antworten.

… stattdessen reagieren Sie auf meine völlig unpolemische Frage nach dem Umgang der Katholiken mit jenem Thema mit einer Polemik, in der bereits ein Hauch von Verleumdung mitschwingt, der mir zuwider ist.

Antworten gibt (auch wenn mir die Art von Polemik, die in
Ihrer Fragestellung mitschwingt, zuwider ist). Ein Midrasch
(rabbinische Auslegung) erzählt:

(…)
Wenn Sie das anbieten, diskutiere ich auch gerne über die jüdische Sichtweise dieses Themas und über das von Ihnen zitierte Midrasch, obwohl mich das eher am Rande interessiert.

Hier wird indirekt unterstellt, daß vorher Menschenopfer
legitim gewesen seien. Wenn Sie bereit sind, Ihre
Fehlwahrnehmung und Ihre Vorurteile abzubauen, empfehle ich

Daß Sie mir nun direkt unterstellen, ich würde rituelle Menschenopfer meinen, wenn ich über Kriegführung spreche, dann ist das eine ganz offensichtliche Fehlwahrnehmung, die wohl ein Symptom dafür ist, daß Sie wohl tiefsitzende Vorurteile haben.


MOD: Bemerkungen, die als Beleidigung verstanden werden könnten, wurden gelöscht

Hallo!

und genau das ist einseitig, weil es auch im Neuen Testament
dunkle Stellen gibt.

Ja und in der Torah gibt es wunderschöne Stellen eines liebenden G’ttes - alleine so etwas wie das Hohelied sucht man im sogenannten „Neuen Testament“ vergeblich. Ich will jetzt aber nicht die ganze Sache auf den Kopf stellen, sondern nur das Anliegen von Iris unterstützen, dass alleine aufgrund der Schriften diese Zuweisungen nicht haltbar sind und allmählich wirklich in der Mottenkiste verschwinden sollten.
Oder anders gefragt, müssen die Christen den G’tt Awraham, Isaak und Jakow immer schlecht darstellen, um besser darzustehen? Hat das Christentum keine eigenen Qualitäten?

Schalom,
Eli

Hallo Elimelech!

Ja und in der Torah gibt es wunderschöne Stellen eines
liebenden G’ttes - alleine so etwas wie das Hohelied sucht man
im sogenannten „Neuen Testament“ vergeblich.

Menschen, die die Bibel aufmerksam lesen, werden nie auf die Idee kommen, G’tt könnte böse sein.

Das AT ist voll von Beweisen für Seine Liebe.

Oder anders gefragt, müssen die Christen den G’tt Awraham,
Isaak und Jakow immer schlecht darstellen, um besser
darzustehen? Hat das Christentum keine eigenen Qualitäten?

Es sind nicht „die Christen“, es sind eher jene, die sich einen humanistischen Gott wünschen.

Gruss Harald

Hallo Wolfgang,

Ihr Beitrag wurde durch die Überschrift „ägyptische Mordopfer“ eingeleitet und abgeschlossen durch:

„Warum bedauern wir nicht – in Dankbarkeit dafür, daß Jesus es geschafft hat, Mord als Bestandteil göttlichen Handelns auszuräumen?“

Ich kann also nicht sehen, wo hier eine Fehlwahrnehmung meinerseits oder gar eine Verleumdung vorliegen soll. Soweit ich weiß, deutet christliche Theologie den Tod Jesu als ein Opfer, das erforderlich war um Gott mit der Welt zu versöhnen. Dann wäre also - konsequent weitergedacht - der von Gott gewollte Tod von Jesus auch ein Mord als Bestandteil göttlichen Handelns.

Und wieviele Menschen sind danach im Namen der christlichen Religion, weil es für Gottes Willen gehalten worden ist, ermordet worden: Kreuzzüge, Hexenverfolgung, Ketzer, Pogrome.

Ich kann weder vor der Zeit Jesu noch danach Mord als Bestandteil göttlichen Handelns sehen.

Iris

Werte Iris

Ihr Beitrag wurde durch die Überschrift „ägyptische Mordopfer“
eingeleitet und abgeschlossen durch:

In dem Wort „Mordopfer“ die Bedeutung einer rituellen Opferhandlung zu sehen ist eine Fehlwahrnehmung.

Ich kann also nicht sehen, wo hier eine Fehlwahrnehmung
meinerseits oder gar eine Verleumdung vorliegen soll. Soweit

Die Verleumdungstendenz besteht darin, daß Sie meine Äußerungen auf ein Thema beziehen, nämlich rituelle Opferhandlungen, das von mir mit keinem Worte und auch nicht implizit gemeint sein konnte, und daß Sie mich damit in die Nähe eines strafbaren Propagandadelikts ziehen.

ich weiß, deutet christliche Theologie den Tod Jesu als ein
Opfer, das erforderlich war um Gott mit der Welt zu versöhnen.
Dann wäre also - konsequent weitergedacht - der von Gott
gewollte Tod von Jesus auch ein Mord als Bestandteil
göttlichen Handelns.

Und noch einmal: Opferhandlungen waren nie mein Thema, und das Wort „Mordopfer“ gibt diese Bedeutung auch nicht her.

Und wieviele Menschen sind danach im Namen der christlichen
Religion, weil es fE Gottes Willen gehalten worden ist,
ermordet worden: KreuzzEe, Hexenverfolgung, Ketzer, Pogrome.

Und wieder: Themaverfehlung!

Ich kann weder vor der Zeit Jesu noch danach Mord als
Bestandteil göttlichen Handelns sehen.

Ich habe es eigentlich schon prägnant genug gesagt:
Gott hat sich als Massenvernichtungswaffe einsetzen lassen. Das ist ein Kriegsverbrechen.
Wie die jüdische Religion dazu steht ist natürlich auch sehr interessant. Ich hatte danach nicht gefragt, allerdings haben Sie mir eine Interpretation genannt, wonach Gott auf recht selbstgerechte Weise seinen Engeln das Jubilieren verboten, selbst aber keine Reue empfunden haben soll…

Erneut: Mehr würde mich die katholische Sicht interessieren.

Wolfgang Berger

hallo iris!

und genau das ist einseitig, weil es auch im Neuen Testament
dunkle Stellen gibt. Die von Dir geschilderte Wahrnehmung
läuft dann darauf hinaus, daß die hebräische Bibel (altes
Testament) vom rächenden Gott und das NT vom liebenden Gott
spricht, was eine antijudaistische Auslegungstradition zur
folge hat.

Die jüdische Tradition muß dann als dunkle Folie herhalten für
den strahlenden „lieben“ Gott des Neuen Testaments - eine
gefährliche Sache!

da hast du völlig recht! so war es natürlich nicht von mir gemeint. das war nur eine interpretation von wolfgang´s text, um von den legitimierten menschenopfern wegzukommen.

ich hoffe doch, daß meine sichtweise noch nicht (nicht mehr) so eingeschränkt ist!

viele grüsse stare

Hallo Harald,

du hast recht mich darauf aufmerksam zu machen. Ich meinte auch nicht die Christen, sondern aus meiner Wahrnehmung nur, dass es oft passiert. Dieses betrifft aber nicht alle.

Es sind nicht „die Christen“, es sind eher jene, die sich
einen humanistischen Gott wünschen.

Bezogen auf die Zuweisung von „gutem“ und „bösem“ G’tt (-esbild) ist dieses erst einmal richtig, aber auch an vielen anderen Stellen der christlichen Theologie wird und muss zwangsläufig auf das Judentum zurückgegriffen werden. Eine Änderungen ist halt nur erklärbar, wenn ich den Ausgangspunkt darstelle. Hierbei ergibt sich aber das Problem, dass hierbei schnell Wertungen vorgenommen werden, um zu verdeutlichen, dass die Änderung sinnvoll ist. Aus jüdischer Sicht wird es hier aber problematisch, da dieses auch als „Kritik“ und Verurteilung des Judentums wahrgenommen wird. Dieses Problem steht auch immer wieder jedem Dialog im Weg, deswegen meine Nachfrage, ob Christen nicht versuchen können, darauf zu verzichten und ihren Glauben in sich zu begründen.

Schalom,
Eli

Hallo Eli,

Ich meinte
auch nicht die Christen, sondern aus meiner Wahrnehmung nur,
dass es oft passiert. Dieses betrifft aber nicht alle.

vielen Dank für diese Klarstellung.

Bezogen auf die Zuweisung von „gutem“ und „bösem“ G’tt
(-esbild) ist dieses erst einmal richtig, aber auch an vielen
anderen Stellen der christlichen Theologie wird und muss
zwangsläufig auf das Judentum zurückgegriffen werden.

Genau das ist das Problem. Vielen Christen ist nicht wirklich bewußt, dass Jesus und seine Jünger Juden waren.

Eine
Änderungen ist halt nur erklärbar, wenn ich den Ausgangspunkt
darstelle. Hierbei ergibt sich aber das Problem, dass hierbei
schnell Wertungen vorgenommen werden, um zu verdeutlichen,
dass die Änderung sinnvoll ist. Aus jüdischer Sicht wird es
hier aber problematisch, da dieses auch als „Kritik“ und
Verurteilung des Judentums wahrgenommen wird.

Ja leider, Wertungen sind hier aber fehl am Platz.
Ich glaube, dass Judentum und Christentum nebeneinander bestehen können. Paulus warnt in seinen Briefen ausdrücklich davor, das jüdische Volk gering zu achten.

Dieses Problem
steht auch immer wieder jedem Dialog im Weg, deswegen meine
Nachfrage, ob Christen nicht versuchen können, darauf zu
verzichten und ihren Glauben in sich zu begründen.

Vielleicht könnten wir uns darauf einigen, dass Juden und Christen versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen dem Ewigen zu dienen.

Aber um die Tatsache, dass wir dem selben G’tt dienen, werden wir nicht umhin können.

Gruss Harald

,

Hi Harald,

Es sind nicht „die Christen“, es sind eher jene, die sich
einen humanistischen Gott wünschen.

Du kannst offenbar sehr gut mit einem inhumanen, also unmenschlichen Gott leben. Zu dir ist er ja gut, die Anderen interessieren sowieso nicht, die kommen eh in die Hölle.
Es ist leicht hier lässig dahinzureden, dass Gott schon mal unmenschlich sein könne, warum denn nicht, ist ja alles urlange her. Etwas anderes ist es, wenn man die Opfer dieser Unmenschlichkeit konkret vor Augen hätte, nicht wahr? Z.B. die Ärzte und Frauen, die von christlichen Fanatikern erschossen werden oder die Schwulen, die unter de,m Jubel frommer Christen zu Tode geprügelt werden. Aber wie ich dich kenne, könntest du auch nach einer Batholomäusnacht das Te Deum Laudamus singen.
gruß,
bb

während wir bei jesus von einem gütigen, barmherzigen, eben
einem „lieben“ gott hören.

wie lieb.

na ich weiss nicht, ich haette gern, dass es einen gerechten gott
gibt, und keinen barmherzigen, lieben, der allen alles verzeiht.
es geschieht soviel unrecht auf der welt, das niemals entdeckt
wird. diesen leuten sollte gott einmal eine lektion erteilen…

Humanismus
Hi bb,

Du kannst offenbar sehr gut mit einem inhumanen, also
unmenschlichen Gott leben.

Das Gegenteil von Humanismus ist nicht unmenschlich.
Ich kann mit einem menschlichen Gott nichts anfangen.
Ich brauch einen göttlichen Gott!!

Der Humanismus stellt den Menschen ins Zentrum, das Christentum aber Gott.

Etwas anderes ist es, wenn man die Opfer dieser
Unmenschlichkeit konkret vor Augen hätte, nicht wahr? Z.B. die
Ärzte und Frauen, die von christlichen Fanatikern erschossen
werden oder die Schwulen, die unter de,m Jubel frommer
Christen zu Tode geprügelt werden. Aber wie ich dich kenne,
könntest du auch nach einer Batholomäusnacht das Te Deum
Laudamus singen.

Das hat aber mit Christentum auch nichts mehr zu tun.
Diese Dinge habe ich auch immer deutlich abgelehnt.

Gruss Harald

Hi Harald,

Das Gegenteil von Humanismus ist nicht unmenschlich.
Ich kann mit einem menschlichen Gott nichts anfangen.
Ich brauch einen göttlichen Gott!!

Das ist eine Wortverdrehung, als wäre nur ein „inhumaner“ Gott wirklich göttlich. Ist für dich Gott nur dann göttlich, wenn er eiskalt und erhaben mit den Menschen herumfuhrwerkt? (Das war die Gottesvorstellung des Faschismus, nebstbei) Ist Gott - der doch nach deiner Bibel „ganz Licht ist und in ihm ist keine Finsternis“ ein Gott, der seine Freude daran hat, wenn Menschen massakriert werden?

Der Humanismus stellt den Menschen ins Zentrum, das
Christentum aber Gott.

Ja, und an der Geschichte des Christentums kann man sehen, wie oft ihm die Menschen scheißegal waren, weil es angeblich „Gottes Wille“ war, sie zu foltern, zu verbrennen, von Haus und Hof zu vertreiben. „Gott will es!“ Hexenverbrennungen, Judenpogrome, Inquisition, Vertreibung, Völkermord, alles mit dem Segen Gottes.

Etwas anderes ist es, wenn man die Opfer dieser
Unmenschlichkeit konkret vor Augen hätte, nicht wahr? Z.B. die
Ärzte und Frauen, die von christlichen Fanatikern erschossen
werden oder die Schwulen, die unter de,m Jubel frommer
Christen zu Tode geprügelt werden. Aber wie ich dich kenne,
könntest du auch nach einer Batholomäusnacht das Te Deum
Laudamus singen.

Das hat aber mit Christentum auch nichts mehr zu tun.

Ach so? Ich entnehme der Bibel, dass es gottgefällig ist, Schwule zu steinigen und Ungläubige abzuschlachten, auch mit Heimtücke und Hinterlist.
Da wurde es ein paar Nomaden in der Wüste zu staubig, also haben sie friedliche Ackerbauern überfallen, weil deren Land gute und reichliche Nahrung bot, haben sie inklusive der Säuglinge massakriert, ihre Städte angezündet und sich ins gemachte Nest gesetzt, und das alles selbstverständlich nur weil Gott die Götzendiener züchtigen wollte. (Elimelech: Nicht aufregen - ähnliches ist von Christen und Moslems auch zu berichten1!)
Die Menschen haben sich von Adams Zeiten an damit ein gutes Gewissen als sanftes Ruhekissen geholt, dass sie sich auf Gott ausredeten. Dann war es dann Gott, der wollte, dass die Juden die Kanaaniter massakrieren, später dann die Juden die Christen, die Christen die Juden, die Moslems die Christen und Juden, die Christen die Moslems und Christen, Moslems und Juden untereinander, Todfeinde innerhalb derselben Religion. Immer wieder wurde mit Bibel und Koran bewiesen, dass es eine gute, gottgefällige Sache ist, Menschen zu überfallen, ihnen ihren Besitz wegzunehmen, ihre Häuser anzuzünden und sie in die Sklaverei zu verschleppen.

Diese Dinge habe ich auch immer deutlich abgelehnt.

Ich nehme auch nicht an, dass du persönlich jemanden den Schädel einschlagen oder die Wohnung anzünden würdest. Aber weil du von der Vorstellung nicht wegkommst, dass alles, was irgendwo in der Bibel ist, so auch richtig und großartig sein muss, kommst du zu sehr gefährlichen Ansichten. Es gibt nämlich auch heute noch Leute, und zwar gar nicht so wenige, die zu einem Heiligen Krieg bereit sind und denen solche Ansichten die moralische Rechtfertigung in die Hand geben.
gruß,
bb

Gruss Harald

Hi bb,

Du kannst offenbar sehr gut mit einem inhumanen, also
unmenschlichen Gott leben.

Das Gegenteil von Humanismus ist nicht unmenschlich.
Ich kann mit einem menschlichen Gott nichts anfangen.
Ich brauch einen göttlichen Gott!!

Oh… war da nicht mal ein Gott, der Mensch geworden ist? Und hat sich dieser etwa auf einen Thron gesetzt und gesagt: „So, jetzt rottet mal alle aus, die nicht vor mir knien wollen,
bloß keine Gefühlsduselei!“
War es nicht dieser Jesus, der Petrus anwies, das Schwert zurückzustecken, und der ganz menschlich litt und starb, der nicht bereit war Feuer vom Himmel herabzurufen, weil jemand seinen Jüngern auf den Schlips getreten war? Und hat nicht ebendieser gesagt: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut …“
und „tut wohl denen, die euch hassen“?
Hmmm?
gruß,
bb

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Hi bb,

Das Gegenteil von Humanismus ist nicht unmenschlich.
Ich kann mit einem menschlichen Gott nichts anfangen.
Ich brauch einen göttlichen Gott!!

Das ist eine Wortverdrehung, als wäre nur ein „inhumaner“ Gott
wirklich göttlich.

Du bist doch die Meisterin der Wortverdrehung :wink:
Ich habe Gott nicht als „inhuman“ bezeichnet.

Aber solange der Mensch wichtiger ist als Gott, kann sich der Mensch nicht dazu bequemen, sich Gottes Willen unterzuordnen.

Und wenn dann Gott nicht nach dem Willen des Menschen handelt, wird er als „böse“ kritisiert. Das ist das Gottesbild, das ich ablehne.

Der Humanismus stellt den Menschen ins Zentrum, das
Christentum aber Gott.

Ja, und an der Geschichte des Christentums kann man sehen, wie
oft ihm die Menschen scheißegal waren, weil es angeblich
„Gottes Wille“ war, sie zu foltern, zu verbrennen, von Haus
und Hof zu vertreiben. „Gott will es!“ Hexenverbrennungen,
Judenpogrome, Inquisition, Vertreibung, Völkermord, alles mit
dem Segen Gottes.

Wieder eine Verdrehung der Tatsachen.
An diesen Beispielen kann man lediglich sehen, wie oft den Menschen Gottes Wille sch***egal ist.

Gruss Harald

Hi,

Aber solange der Mensch wichtiger ist als Gott, kann sich der
Mensch nicht dazu bequemen, sich Gottes Willen unterzuordnen.

Ahhja, und natürlich denen die Gottes Willen exekutieren? Denn darum geht es ja, dass Menschen rauben, brandschatzen, foltern und morden mit der Begründung, Gott habe ihnen das nicht nur erlaubt sondern auch befohlen!

Und wenn dann Gott nicht nach dem Willen des Menschen handelt,
wird er als „böse“ kritisiert. Das ist das Gottesbild,
das ich ablehne.

Auch eine kleine Verdrehung …
Es ging hier darum, dass Menschen Böses angetan wird mit der Begründung, Gott wolle das so. Und wenn es denen nicht passt, massakriert zu werden, dann sind sie „böse“ und „stellen sich gegen Gottes Willen“. Während die Massakrierer natürlich ganz in Gottes Willen sind.

Der Humanismus stellt den Menschen ins Zentrum, das
Christentum aber Gott.

Das Christentum stellt oft genug genauso den Menschen ins Zentrum, nur mit dem kleinen Schnörkel, dass der dann eben von Gott dazu auserwählt wurde ins Zentrum gestellt zu werden. Mit genau dieser Begründung durften die „Heiligen Gottes“ andere unterdrücken und verfolgen: „Wir machen ja gar nicht das, was wir wollen, wir machen bloß ganz demütig, was Gott will!“

Wieder eine Verdrehung der Tatsachen.
An diesen Beispielen kann man lediglich sehen, wie oft den
Menschen Gottes Wille sch***egal ist.

Nein, das ist keine Verdrehung, denn gerade in diesen Dingen wurde mit der Bibel, dem Lehramt, den Apostelbriefen, weiß der T*** was noch bewiesen, dass genau diese Taten von Gott gewünscht und gesegnet werden.
Ich kenne das Christentum lange und gut genug um zu wissen, wie schnell man bereit ist zu sagen: „Es ist Gottes Wille dass ich dich in den Hintern trete, also halte mal schön still!“
gruß,
bb

Will Gott böses?
AuchmalmeinenSenfdazugeb

Hi allerseits

Wenn jemand entsetzliche Verbrechen unter dem Deckmäntelchen „Gott will es“ unternimmt, dann ist das nicht Gottes Wille!

Ich sags auch ganz ehrlich, mir sind gewisse Stellen im AT höchst unsymphatisch. Sie sind m.E. nur aus der Zeit heraus verständlich und stellen tatsächlich so etwas wie Rechtfertigungsversuche dar.

Aus die Gefahr hin, jetzt als Ketzer gesteinigt zu werden: Die Bibel ist für mich nicht der Weisheit letzter Schluss! Ich bezweifle sogar in weiten Teilen ihre „göttliche Inspiration“
Sie ist nämlich in sich inkonsistent!

Nächster Punkt: Natürlich haben Humanismus und Christentum einiges miteinander zu tun. Christentum (echtes) ist Humanismus mit einem Theologischen Überbau!

Noch einer: Die Definition „Gott“ als „höchstes Wesen“ schliest aus, das wir in der Lage sein werden, Seine (eventuellen) Handlungen vollständig zu erfassen. Denn sonst wäre er nicht Gott. Wer sich vornimmt, stets nach „Gottes Wille“ zu handeln, nimmt für dich in Anspruch, diesen Tatsächlich zu kennen. (Ich beneide solche Leute) Aber sie glauben eben nur, Gottes Wille zu kennen.

By the way, das „Böse“ ist eine logische Konsequenz des jedem von uns gegebenen relativen freien Willens. Oft ist gerade der fanatische (!) Glaube die Kraft, die stets das Gute will und doch das Böse schafft…
Ob Gott das will?

Euer Reliamateur
Mike

P.S.
Und immer dran denken: „Liebet einander“
Wird viel zu oft vergessen!
-mkl-