Hi Harald,
Das Gegenteil von Humanismus ist nicht unmenschlich.
Ich kann mit einem menschlichen Gott nichts anfangen.
Ich brauch einen göttlichen Gott!!
Das ist eine Wortverdrehung, als wäre nur ein „inhumaner“ Gott wirklich göttlich. Ist für dich Gott nur dann göttlich, wenn er eiskalt und erhaben mit den Menschen herumfuhrwerkt? (Das war die Gottesvorstellung des Faschismus, nebstbei) Ist Gott - der doch nach deiner Bibel „ganz Licht ist und in ihm ist keine Finsternis“ ein Gott, der seine Freude daran hat, wenn Menschen massakriert werden?
Der Humanismus stellt den Menschen ins Zentrum, das
Christentum aber Gott.
Ja, und an der Geschichte des Christentums kann man sehen, wie oft ihm die Menschen scheißegal waren, weil es angeblich „Gottes Wille“ war, sie zu foltern, zu verbrennen, von Haus und Hof zu vertreiben. „Gott will es!“ Hexenverbrennungen, Judenpogrome, Inquisition, Vertreibung, Völkermord, alles mit dem Segen Gottes.
Etwas anderes ist es, wenn man die Opfer dieser
Unmenschlichkeit konkret vor Augen hätte, nicht wahr? Z.B. die
Ärzte und Frauen, die von christlichen Fanatikern erschossen
werden oder die Schwulen, die unter de,m Jubel frommer
Christen zu Tode geprügelt werden. Aber wie ich dich kenne,
könntest du auch nach einer Batholomäusnacht das Te Deum
Laudamus singen.
Das hat aber mit Christentum auch nichts mehr zu tun.
Ach so? Ich entnehme der Bibel, dass es gottgefällig ist, Schwule zu steinigen und Ungläubige abzuschlachten, auch mit Heimtücke und Hinterlist.
Da wurde es ein paar Nomaden in der Wüste zu staubig, also haben sie friedliche Ackerbauern überfallen, weil deren Land gute und reichliche Nahrung bot, haben sie inklusive der Säuglinge massakriert, ihre Städte angezündet und sich ins gemachte Nest gesetzt, und das alles selbstverständlich nur weil Gott die Götzendiener züchtigen wollte. (Elimelech: Nicht aufregen - ähnliches ist von Christen und Moslems auch zu berichten1!)
Die Menschen haben sich von Adams Zeiten an damit ein gutes Gewissen als sanftes Ruhekissen geholt, dass sie sich auf Gott ausredeten. Dann war es dann Gott, der wollte, dass die Juden die Kanaaniter massakrieren, später dann die Juden die Christen, die Christen die Juden, die Moslems die Christen und Juden, die Christen die Moslems und Christen, Moslems und Juden untereinander, Todfeinde innerhalb derselben Religion. Immer wieder wurde mit Bibel und Koran bewiesen, dass es eine gute, gottgefällige Sache ist, Menschen zu überfallen, ihnen ihren Besitz wegzunehmen, ihre Häuser anzuzünden und sie in die Sklaverei zu verschleppen.
Diese Dinge habe ich auch immer deutlich abgelehnt.
Ich nehme auch nicht an, dass du persönlich jemanden den Schädel einschlagen oder die Wohnung anzünden würdest. Aber weil du von der Vorstellung nicht wegkommst, dass alles, was irgendwo in der Bibel ist, so auch richtig und großartig sein muss, kommst du zu sehr gefährlichen Ansichten. Es gibt nämlich auch heute noch Leute, und zwar gar nicht so wenige, die zu einem Heiligen Krieg bereit sind und denen solche Ansichten die moralische Rechtfertigung in die Hand geben.
gruß,
bb
Gruss Harald