Aflatoxine, hitzebeständig?

Hi,
auch wenn der eigentliche Patient ein Papagei ist, ist die Frage hier vielleicht besser aufgehoben.
Der Vogel frißt extrem gerne Erdnüsse, die der Tierarzt jetzt verboten hat, auf Nachfrage meinte er aber, das Kochen und Trocknen in der Mikrowelle diese zerstört.
Der „Kollege“ Brockhaus sagt aber, dass sie gegen Hitze resistent sind.
Und nun?
Weiss jemand, wie man diese Toxine unschädlich machen kann?
(Auch ich esse gerne Erdnüsse!)
Danke für eure Tipps.

Gruß Volker

Hi Volker,

Aflatoxine werden in der Hitze nur sehr wenig abgebaut.
Viele Herstellerländer prüfen die Ware inzwischen unter UV-Licht. Mit Erdnüssen aus den USA bist Du weitgehend auf der sicheren Seite, denn mit Aflatoxinen befallene (Erd-)Nüsse leuchten unter UV-Licht. Sie werden daher beim Abfüllen von einer Maschine aussortiert. Von Nüssen aus anderen Ländern (z.B. Türkei) rate ich ab, da diese noch sehr häufig mit hohen Toxinmengen belastet sein können. Ansonsten kommt Schätzungen zufolge in Dt auf 10.000 Erdnüsse nur eine mit Aflatoxinen belastete Nuss. Du kannst die Nüsse auch noch vorm Füttern in Augenschein nehmen, jede „irgendwie komisch“ aussehende Nuss kannst Du zur Vorsicht aussortieren.
Liebe Grüße an den Papagei und Dich,
Nicky

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Hi Volker,
ich hab über axlatoxine noch folgendes rausbekommen:

Von den Aspergillus-Pilzen (Schimmelpilz) werden die verschiedenen Aflatoxine gebildet. Die stärkste krebserzeugende Wirkung ist dem Aflatoxin B1 zugeschrieben worden. Sie liegt bei 10 µg/kg KG.

Vor allem Nüsse, Erdnüsse, Mohn, Sesam, Getreide, Aprikosenkerne und Pfirsichkerne sind mit dem Pilz kontaminiert. In Untersuchungen hat man festgestellt, dass auf eine kontaminierte Frucht 10.000 pilzfreie Früchte kommen.

Prinzipiell gilt, dass verschimmelte Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden dürfen. Die Toxine sind gegenüber hohen Temperaturen immun.

Über die Futtermittel können Tiere Aflatoxine aufnehmen und dann über die Milch oder die Innereien weitergeben. In Mitteleuropa ist die Gefahr sehr gering, da durch die klimatischen Bedingungen der Wachstum der Pilze nicht so stark gefördert wird.

Die gesetzlich festgelegten Höchstmengen an Aflatoxin sind sehr streng, vor allem bei Milch und Milchprodukten. Insgesamt ist die Kontamination mit Aflatoxinen stark zurückgegangen.

Mein Nachbar hat mir gesagt, der ist auch tierart, dass man diese aflatoxine nicht erstören kann. sonst würde man in deutschland nicht so strenge kontrollen führen.

für deinen papagei, würde ich ernüsse wirklich reduieren. wäre schade wenn er in ukunft gar keine mehr essen würde.

gib ihm lieber etwas anderes oder seltener erdnüsse.

schade dass ich dir nichts positiveres sagen kann.

Mfg
highspeed24

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Hallo Volker!

Die Lösung könnten Erdnüsse aus’m Bioladen sein, die sind garantiert aflatoxinfei!

Liebe Grüße
Fabi

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Hallo nicky,

Danke, auch an die anderen, für die zügigen Antworten.
Das Aussortieren per UV ist einleuchtend, aber gilt das nicht nur für „geschälte“ Erdnüsse?. Der Kerl liebt es aber die Dinger selber aus der Schale zu fummeln, genauso wie meine Krähe, die ich vergessen habe zu erwähnen, es ist also ein Artenübergreifendes Problem.

Gruß Volker

Hallo Fabi,

Die Lösung könnten Erdnüsse aus’m Bioladen sein, die sind
garantiert aflatoxinfei!

Wie kommst Du auf die Idee?? Da Bio-Produkte tendentiell nicht konserviert werden, sind sie sogar empfindlicher gegenüber Verpilzung. d.h. Aspergillus-Arten können sich dort noch viel ungestörter ausbreiten.

Beste Grüße,

Stephan

Hallo beide,

die Behauptung „garantiert frei von Aflatoxinen“ ist eine sehr schlechte Werbung für „Bio“-Produkte. Das sind sie natürlich nicht. Mehr oder weniger weit unterhalb der erlaubten Grenzen kann man sich sicherlich bewegen, aber „garantiert frei“ wird bei einem so verbreiteten Problem kein Hersteller oder Händler anbieten. Auch bei sorgfältiger Kontrolle beim Abpacken kann man ehrlicherweise höchstens von extrem geringer Belastung sprechen.

In den Anfängen der letzten und noch andauernden Bio-Modewelle war das Gegenteil der Fall, es gab wegen zu warmer, feuchter und sonst unsachgemäßer Lagerung in der Müsli-Szene tendenziell mehr Aflatoxin-Probleme.

Ich hab grade mal so geschaut und im Web ein paar jüngere Untersuchungen aus Österreich und der Schweiz gefunden, wo von tendenziell etwas niedrigeren gefundenen Aflatoxin-Werten bei Nüssen, Trockenobst und dergleichen die Rede ist. Dieses ist aber sicherlich kein Effekt von „Bio“, sondern die Folge davon, daß Produzenten und Großhandel bei hochpreisigen Produkten anders arbeiten als bei der Belieferung von Discountern. Wenn man mit dem letzten Cent auch noch mithalten muss, liegen Provisorien bei Lagerung und Transport viel näher, als wenn man weiß, dass der Kunde weg ist, wenn die Qualität nicht stimmt.

Grundsätzlich ist Aspergillusbefall eine Frage der Lagerung, nicht der Produktion.

Schöne Grüße

MM

Ergebnis
Hallo,
vielen Dank an alle.
Weitere Infos (Uni, Lebensmittelüberwachung etc.) laufen alle darauf hinaus:

  • hitzebeständig
  • Belastung gering, streng überwacht
  • eine belastete Nuss kann aber die Allergie wieder aufflammen lassen.
    Folge:
    keine Nüsse mehr, ein bestimmtes Knabergebäck scheint angenommen zu werden, vielleicht der bessere Weg (Wenn da nicht auch irgendwo die A. drin sind ???)
    Allen eine schöne Weihnachtszeit!
    Gruß Volker