Nicht jeder wird mit dem Wort etwas anfangen können.
Agnostiker zu sein bedeutet, daran zu glauben, daß nicht bewiesen werden kann (starker Agnostizismus) oder nur daß noch nicht bewiesen ist (schwacher Agnostizismus), ob es einen Gott bzw. mehrere Götter gibt…
Ich persönlich ordne mich der starken Form des Agnostizismus zu und lehne daher jede Form von organisierter Religion ab.
Organisierte Religion führt bloß zu unnötigen Konflikten und oft auch zu sogenannten „heiligen Kriegen“ (die Kreuzzüge waren auch nichts anderes), in deren Verlauf den Unterlegenen der Glaube oder die Religion des Siegers aufgezwungen wird. Ich lehne dies strikt ab, denn keine der „Weltreligionen“ macht hierbei eine Ausnahme. Noch extremer und totalitärer sind natürlich Sekten, die fast ausnahmslos für sich allein beanspruchen, den einzig richtigen Glauben zu haben.
Für mich ist das Bekenntnis zu einer Kirche oder Religion ein Zeichen von Schwäche oder mangelndem Selbstvertrauen. Ich will hier niemanden zum Agnostiker machen, es soll weiterhin jeder glauben, was er oder sie will, aber ich behaupte, daß der Glaube etwas sehr persönliches ist und dementsprechend die Organisation desselben nur zu nicht notwendigen Konflikten führt.
Ich kann es auch nicht gutheißen, daß - um ein Beispiel zu nennen in Afrika - nach wie vor eine rege Missionierung betrieben wird. Die Leute, die so zum Christentum gebracht werden, waren vorher mit ihren Stammesgöttern oder was immer sie hatten auch nicht glücklicher oder unglücklicher.
Übrigens denke ich, daß ich mir insbesondere über das Christentum ein Urteil erlauben kann, da ich erstens (was wohl nur wenige „Ungläubige“ von sich behaupten können) die Bibel komplett gelesen habe, und zwar in Teilen sogar mehrmals; und zweitens einige Zeit selbst an den Mist geglaubt habe (Ich wurde getauft, ging zur „heiligen“ Kommunion und als Kind in die Kirche. Das ging so lange, bis ich irgendwann anfing, die Aussagen dieser Kirche, an die ich glauben sollte, zu hinterfragen, wobei ich auf etliche Widersprüche stieß. Das war der Punkt, an dem ich damit begann, mich mehr und mehr von der Kirche zu distanzieren.
Seit meinem 16.Lebensjahr bin ich überzeugter Agnostiker und bis jetzt hat es niemand geschafft, mich von etwas anderem zu überzeugen.
Ina
)))