Agnostizismus

Nicht jeder wird mit dem Wort etwas anfangen können.
Agnostiker zu sein bedeutet, daran zu glauben, daß nicht bewiesen werden kann (starker Agnostizismus) oder nur daß noch nicht bewiesen ist (schwacher Agnostizismus), ob es einen Gott bzw. mehrere Götter gibt…

Ich persönlich ordne mich der starken Form des Agnostizismus zu und lehne daher jede Form von organisierter Religion ab.

Organisierte Religion führt bloß zu unnötigen Konflikten und oft auch zu sogenannten „heiligen Kriegen“ (die Kreuzzüge waren auch nichts anderes), in deren Verlauf den Unterlegenen der Glaube oder die Religion des Siegers aufgezwungen wird. Ich lehne dies strikt ab, denn keine der „Weltreligionen“ macht hierbei eine Ausnahme. Noch extremer und totalitärer sind natürlich Sekten, die fast ausnahmslos für sich allein beanspruchen, den einzig richtigen Glauben zu haben.

Für mich ist das Bekenntnis zu einer Kirche oder Religion ein Zeichen von Schwäche oder mangelndem Selbstvertrauen. Ich will hier niemanden zum Agnostiker machen, es soll weiterhin jeder glauben, was er oder sie will, aber ich behaupte, daß der Glaube etwas sehr persönliches ist und dementsprechend die Organisation desselben nur zu nicht notwendigen Konflikten führt.

Ich kann es auch nicht gutheißen, daß - um ein Beispiel zu nennen in Afrika - nach wie vor eine rege Missionierung betrieben wird. Die Leute, die so zum Christentum gebracht werden, waren vorher mit ihren Stammesgöttern oder was immer sie hatten auch nicht glücklicher oder unglücklicher.

Übrigens denke ich, daß ich mir insbesondere über das Christentum ein Urteil erlauben kann, da ich erstens (was wohl nur wenige „Ungläubige“ von sich behaupten können) die Bibel komplett gelesen habe, und zwar in Teilen sogar mehrmals; und zweitens einige Zeit selbst an den Mist geglaubt habe (Ich wurde getauft, ging zur „heiligen“ Kommunion und als Kind in die Kirche. Das ging so lange, bis ich irgendwann anfing, die Aussagen dieser Kirche, an die ich glauben sollte, zu hinterfragen, wobei ich auf etliche Widersprüche stieß. Das war der Punkt, an dem ich damit begann, mich mehr und mehr von der Kirche zu distanzieren.

Seit meinem 16.Lebensjahr bin ich überzeugter Agnostiker und bis jetzt hat es niemand geschafft, mich von etwas anderem zu überzeugen.
Ina

Nur ein paar kleine Fragen…
Hallo Ina,

Dein Statement kann ich ohne kritischen Kommentar und ohne Vorwürfe so stehen lassen. Mich würde nur interessieren, welche Antworten Du Dir selbst (nicht mir als einem überzeugten Christen) auf folgende Fragen gibst:

  1. An was glaubst Du?
  2. Wo kommst Du her?
  3. Wo wirst Du nach Deinem Tod sein?
  4. Wie gehst Du mit der Frage der Schuld um, die die Bibel aufwirft?
  5. Was ist das Ziel und der Sinn Deines Lebens?

Herzliche Grüße,

Alex

Die Kernfrage sollte eigentlich hierhin.

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Hallo Alexander!
Da ich in einem Postig versuche mich möglichst kurz zu fassen bitte ich Dich ganz einfach nochmals zu fragen, wenn Dich eine Antwort nicht befriedigt.

  1. An was glaubst Du?

Das der Mensch seine geistigen Fähigkeiten noch lange nicht ausgeschöpft hat und sich noch weiterentwickeln wird (vorest hat sich nur die Technik schnell weiterentwickelt)

  1. Wo kommst Du her?

Die Evolution ist eine Wissenschaft die wie jede andere Wissenschaft auch immer wieder neue Erkenntnisse bringt und da die Geschichte der Menschen noch lange nicht abgeschlossen ist, es werden noch immer neue Entdeckungen gemacht, wird es durch die verbesserten Techniken möglich sein genauere Informationen zu finden.

  1. Wo wirst Du nach Deinem Tod sein?

Nach meinem Tod werde ich zwar in der Erinnerung in den Menschen sein die mich lieben, doch ich selbst werde einem anatomischen Institut - Medizinern durch meinem Körper helfen, Krankheiten besser heilen zu können. Ein geistiges Weiterleben wird nur durch meine Schriften die ich hinterlasse exestieren.

  1. Wie gehst Du mit der Frage der Schuld
    um, die die Bibel aufwirft?

Die Bibel habe ich gerne gelesen, aber sie ist ein Werk welches Menschen geschrieben haben. Im Vatikan liegen noch tausende Schriften die (nur) die Kirche kennt und die kirchlichen Würdenträger haben bestimmt welche Schriften in die uns bekannte Bibel aufgenommen werden sollen. Das hatte auch oft mit politischen Gründen zu tun.
Aus diesem Grund ist für mich die Bibel kein Beweis, das dieses Buch durch ein „höheres Wesen“ in unsere Welt gebracht wurde. Vor ca.3000Jahren vor unserer Zeitrechnung also lange vor Abraham entstand das Gilgamesch-Epos und 1985v.u.Z. schrieb ein König (Amenemhet) für seinen Sohn (Sesostris) in Ägypten eine Weisheitslehre die den Textpasagen im alten Testament gleichen.
Es ist also mit Sicherheit anzunehmen, das Abraham (1800v.u.Z.) sehr wohl diese Werke gelesen hat.
Die Schuld welche die Bibel aufwirft ist also für mich nicht relevant.

  1. Was ist das Ziel und der Sinn Deines
    Lebens?

Das Ziel im Leben ist meine eigenen Fähigkeiten als Mensch zu erforschen und zu erkennen ob bei meinen Handlungen die Gene oder mein Verstand eine Rolle spielen.
Den Sinn im Leben sehe ich darin, frei von den uns aufoktruierten Wertvorstellungen die Phantasie mit der Realität in Einklang zu bringen, damit wir Menschen uns endlich weiterentwickeln können.

Mit den allerliebsten Grüssen Ina

dass alles, was Du tust, für die Entwicklung der Menschheit ist, wovon Du letztendlich überhaupt nichts hast, weil es Dich ja dann gar nicht mehr gibt. Alles völlig uneigennützig, im Vergleich zum Beispiel zu mir, da ich immer an meiner eigenen persönlichen Entwicklung arbeite mit dem Ziel, irgendwann eine vollkommene Stufe zu erreichen.

Gruss
Jolanda

Natürlich habe ich etwas davon - sehr viel sogar, denn ich lebe jetzt und ich freue mich zum Beispiel wenn ich sehe wie viele junge intelligente Menschen Ideen durchsetzen obwohl die „Erwachsenen“ versuchen es ihnen auszureden weil sie meinen das funktioniert nicht.
Jolanda ich finde es genauso bewundernswert wenn Du an Deiner Entwicklung arbeitest!
Eine vollkommene Stufe zu erreichen ist ein sehr erstrebenswertes Ziel, denn das heißt soviel, daß Du Dein Bestes gibst, um in Deiner Persönlichkeit Vollkommen zu werden.
diese Vollkommenheit bedeutet doch ein Mensch zu sein der die niederen Instinkte die jeder Mensch hat ganz bewußt zu erkennen und zu vermeiden. Das ist auf keinen Fall Eigennützig: Je besser wir sind - desto besser werden die Menschen in unserem Umfeld!
Lieben Gruß Ina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Was wäre wenn…
Schön, dass Du trotzdem Freude an Deinem kurzen, sinnvollen Leben hast - aber haben das alle? Was wäre, wenn Du geistig behindert auf die Welt gekommen wärst? Wäre dann der Sinn Deines Lebens gewesen, Psychiatern und Aerzte Gelegenheit zu geben, neue Forschungen zu betreiben und neue Medikamente zu erfinden, um in der Zukunft zu verhindern, dass es Behinderte gibt? Das gleiche würde für Säuglinge gelten, die sterben. Was für einen Sinn hat deren Leben denn sonst, wenn Du glaubst, dass es nach dem Tode aus ist?
Jolanda

Was geistig Behinderte fühlen oder denken kann noch immer kein Mensch beantworten.
Aber glaubst Du, daß eine Rose nur blüht um uns Menschen zu erfreuen? Welchen Sinn des Lebens erfüllt eine Stubenfliege? Haben Tiere den gleichen Gott oder Götter wie Menschen? Warum erfüllen sie nicht die Gebote (egal von welcher Religion)?man sollte nicht immer nur nach dem Sinn des Lebens suchen - der Sinn liegt im leben selbst und die zeit ist ein relativer Begriff. Alles was uns wunderschön vorkommt ist meist nur ein flüchtiger Augenblick, aber im Regen auf den Bus zu warten dauert ewig. Die Menschen nehmen sich selbst so wichtig, daß sie den Gedanken nicht ertragen, daß nach dem Tod nichts mehr kommt. Aber der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod macht auch den Verlust eines geliebten Menschen erträglicher. Es wäre zynisch zu behaupten, daß der Glaube dazu dient den Menschen den Gedanken an den Tod erträglicher zu machen, denn ich bin überzeugt, der Mensch ist noch nicht reif für die Realität und darum brauchen fast alle Menschen einen Glauben (wobei es nicht wichtig ist woran sie glauben).Für mich selbst ist die Frage nach dem Sinn des Lebens sinnlos, weil ich der Meinung bin, daß diese Frage den Menschen daran hindert sich geistig weiterzuentwickeln. Geistig gesehen ist der Mensch in der Evolution stehengeblieben.
Ina

Was wäre, wenn Du geistig
behindert auf die Welt gekommen wärst?
Wäre dann der Sinn Deines Lebens gewesen,
Psychiatern und Aerzte Gelegenheit zu
geben, neue Forschungen zu betreiben und
neue Medikamente zu erfinden, um in der
Zukunft zu verhindern, dass es Behinderte
gibt? Das gleiche würde für Säuglinge
gelten, die sterben. Was für einen Sinn
hat deren Leben denn sonst, wenn Du
glaubst, dass es nach dem Tode aus ist?
Jolanda

Hallo Ina

Agnostiker zu sein bedeutet, daran zu
glauben, daß nicht bewiesen werden kann
(starker Agnostizismus) oder nur daß noch
nicht bewiesen ist (schwacher
Agnostizismus), ob es einen Gott bzw.
mehrere Götter gibt…

Wichtig wäre, darauf hinzuweisen, daß Agnostik auch eine GLAUBENS-Richtung ist und jeder hat selbstverständlich völlige Glaubensfreiheit.
Interessant wäre es, wenn man über den Begriff „Beweis“ ein wenig nachdenkt. Wie verstehst Du ihn?
Ich bin auch davon überzeugt, daß es einen objektiven - also für alle Menschen, zu allen Zeiten, an allen Orten gleichermaßen geltenden - Beweis nicht gibt und niemals geben wird. Es gibt zwar eine Reihe von Indizien, aber die stellen keinen Beweis da.
Aber es gibt den SUBJEKTIVEN Beweis, das ist der Beweis, daß es Gott gibt, für mich und nur für mich. Ich kann von diesem Beweis erzählen, aber für andere ist dies kein Beweis, sondern nur eine Geschichte. Einen solchen Beweis für mich habe ich (und auch noch Millionen andere) gefunden. Insofern scheint mir die Existenz von subjektiven Beweisen objektiv nachweisbar. So etwas scheint mir Deinem starkem Agnostizismus zu widersprechen.

Ich persönlich ordne mich der starken Form
des Agnostizismus zu und lehne daher jede
Form von organisierter Religion ab.

Du verwechselst - wie die meisten Agnostiker und Atheisten - Gott und Kirche. Die Kirche ist primär eine menschliche Organisation. Selbst wenn es Menschen desselben Bekenntnisses sind und Gott besondere Aussagen für diese menschliche Organisation gemacht hat, so bleibt es eine menschliche Organisation und ist damit (nachweislich) anfällig für die üblichen Mechanismen der Verkrustung, des Machtmissbrauchs und der Schwerfälligkeit.

Für mich ist das Bekenntnis zu einer
Kirche oder Religion ein Zeichen von
Schwäche oder mangelndem Selbstvertrauen.
Ich will hier niemanden zum Agnostiker
machen, es soll weiterhin jeder glauben,
was er oder sie will, aber ich behaupte,
daß der Glaube etwas sehr persönliches ist
und dementsprechend die Organisation
desselben nur zu nicht notwendigen
Konflikten führt.

Du hast recht, Glaube ist sehr persönlich. Aber Glaube, der nur im Inneren kocht, verkümmert, Glaube sucht automatisch Gleichgesinnte und man muß wohl mit den leidigen Konsequenzen solchen Verlangens umgehen (Kirchenbildung und so). Das gilt übrigens für jede Form des Glaubens, wie Dein Posting beweist.

Übrigens denke ich, daß ich mir
insbesondere über das Christentum ein
Urteil erlauben kann, da ich erstens (was
wohl nur wenige „Ungläubige“ von sich
behaupten können) die Bibel komplett
gelesen habe,

Das ehrt Dich, sagt aber wenig. Wer die Bibel mit einem festgefahrenen Urteil liest, wird dieses bestätigen, das gilt für beide Seiten.

Seit meinem 16.Lebensjahr bin ich
überzeugter Agnostiker und bis jetzt hat
es niemand geschafft, mich von etwas
anderem zu überzeugen.

Keine Angst, das kann auch niemand außer Dir selbst. Und ich verspreche Dir, daß Du das schaffst, wenn Du nicht einfach in der Bequemlichkeit Deiner festgefahrenen Meinung verharrst, sondern auch bereit bist, kritischen Fragen zu begegnen und Dich selbst in Frage zu stellen. Ich spreche hier aus Erfahrung, denn ich war auch mal Atheist.

Nach meinem Tod werde ich zwar in der
Erinnerung in den Menschen sein die mich
lieben, doch ich selbst werde einem
anatomischen Institut - Medizinern durch
meinem Körper helfen, Krankheiten besser
heilen zu können. Ein geistiges
Weiterleben wird nur durch meine Schriften
die ich hinterlasse exestieren.

Ich kann daraus nur vermuten, daß Du Dir noch keine Gedanken darüber gemacht hast, warum Du eigentlich Du bist, was Dich nun genau ausmacht, wofür Du eigentlich nötig bist (der menschliche Genpool ist nun wirklich groß genug) und wie es sich denn „anfühlt“ tod zu sein.

Den Sinn im Leben sehe ich darin, frei von
den uns aufoktruierten Wertvorstellungen
die Phantasie mit der Realität in Einklang
zu bringen, damit wir Menschen uns endlich
weiterentwickeln können.

Nach der Evolution wäre der einzige Sinn, Deine Gene weiterzugeben und für alle Zukunft überlebensfähig zu machen - Leute bekommt doch mehr Kinder!!

Herzliche Grüße
Thomas

Warum hindert die Frage nach dem Sinn des Lebens den Menschen an seiner Entwicklung? Du selbst hast ja Deinem Leben auch einen Sinn gegeben, den Du mit Deiner Lebensphilosophie ausdrückst. Widersprichst Du Dir da nicht selbst? Ob Du nun an Gott glaubst oder an Deine Philosophie, spielt übrigens keine Rolle. Beweisen lässt sich beides nicht. Wichtig ist doch nur, dass man an etwas glaubt, und somit ein Ziel hat.
Jolanda

Liebe Ina,

also, die ganz Christlichen hier in diesem Bereich sind mir etwas zu einfach gestrickt. Wenn jemand dich auffordert, über den Begriff „Beweis“ nachzudenken und dann vom „subjektiven Beweis“ daherredet, disqualifiziert er sich.

Meine MEinung:
Weiss nicht, ob ich das mit dem starken Agnostizismus richtig verstanden habe, aber es leuchtet mir ein, dass nichts bewiesen werden kann. Allerdings muss man ihn im Alltag außen vor lassen, meine ich. Beispiele: Du setzt dich auf einen Stuhl, obwohl nicht bewiesen ist, dass er nicht zusammenbricht. Du verlässt dich einfach aus Erfahrung darauf. Du schüttest Müsli und Milch in deinen Teller, obwohl nicht bewiesen ist, dass es dich sättigen wird und dass es nicht giftig ist. Wieder verlässt du dich auf deine Erfahrung und darauf, dass der fürsorgliche Staat schon dafür sorgt, dass nur selten schädliche Lebensmittel in den Handel gelangen…undsoweiter. Im Alltag also kann man mit Agnostizismus nichts anfangen.

Das Christentum geht meiner Meinung nach noch einen Schritt weiter. Du musst nicht nur auf Dinge vertrauen, die zwar nicht beweisbar sind, aber aufgrund der Erfahrung wahrscheinlich bestimmte Eigenschaften haben. Sondern du musst sogar Dinge glauben, die der Alltagserfahrung fundamental widersprechen.
Drei Beispiele.

  1. Christen glauben an einen liebenden und allmächtigen Gott, obwohl uns täglich Erfahrungen ungerechten Leides ins Auge springen (wenn wir nicht regelrecht Verdrängung trainiert haben).
  2. Christen fordern dazu auf, einander zu helfen, obwohl dies meist sehr anstrengend ist, zu zweifelhaften Resultaten führt und durchaus den Verlust von eigenen Lebenschancen bedeuten kann. Man muss ihnen aber lassen, dass sie in diesem Bereich immerhin achtbare Erfolge erzielt haben, zum Beispiel die tätigen Orden oder den fürsorglichen Staat. Aber auch dagegen kann man einiges einwenden.
  3. Christen erheben den Anspruch, friedfertig und ohne Gewalt für Wahrheit und Mitmenschlichkeit einzutreten, obwohl dies schon in kleinsten Zusammenhängen kaum geht, noch viel weniger in grösseren, wie der Kosovo-Krieg wieder gezeigt hat. In diesem Bereich haben sich ja auch die Christen am deutlichsten von ihrem Ursprung entfernt, woran dein Hinweis auf heilige Kriege völlig richtig erinnert. Übrigens ist ja daran auch schon Jesus gescheitert, er ist ja auch innerhalb von nur drei Jahren wegen ein paar Worten hingerichtet worden. Die Christen glauben zwar daran, dass er auferstanden ist, aber das bestätigt nur wieder meine These, dass sie eben an Dinge glauben, die es in der Erfahrungswelt nicht gibt.

ALso, Nicht-Christsein hat meiner Meinung nach wenig mit Agnostizismus zu tun, dagegen aber viel mit dem Ernstnehmen von Alltagserfahrungen. Es gibt nämlich nicht den kleinsten Fetzen eines Beweises für die Richtigkeit der christlichen Botschaft, dafür aber jede Menge Hinweise darauf, dass sie nicht „funktionieren“ kann.

Es ist wirklich schade - wie vor allem auch aus diesem Brett deutlich wird - dass so viele Christen den Quatsch mit den Beweisen nachplappern. Was soll das denn für ein „Glaube“ sein, der sich beweisen lässt? Sollen die Christen doch dazu stehen, dass sie etwas Unbeweisbares glauben! Was wäre denn daran schlimm? Sie müssten ein wenig Charakter zeigen, na und? Solange das Christentum von solchen Weichdenkern beherrscht wird, vergehts doch auch dem Gutwilligsten.

Also, und dass du dich auf diese inquisitorischen Fragen eingelassen hast…naja, musst du selbst wissen.

Grüße, Juliane

Dem Leben einen Sinn zu geben ist keine Frage des Glaubens oder einer Philosophie.
Der Glaube oder die Philosophie sind ja die Fragen nach dem Sinn des Lebens und diese Fragen stelle ich nicht!
Es klingt vielleicht profan, trotzdem für mich ist der Weg das Ziel und der Sinn
Ina

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da ich erst in zwei Tagen wieder kommen kann
muß ich meine Antworten später schreiben.
Bis dahin eine kleine Klarstellung zum Agnostizismus (weil er schon mit dem Atheismus verwechselt wurde:

1869 geprägte Bezeichnung von T.H.Huxley, für die Überzeugung, daß die metaphysische Frage nach der Existenz Gottes unlösbar ist. Agnostizismus ist die allgemeine Bezeichnung für religiöse oder philosophische Lehren, die die Erkennbarkeit transempirischer Realitäten leugnen, nicht aber deren Existenz. Dies steht im Widerspruch zum Atheismus, der die Existenz eines Gottes leugnet.
bis bald liebe Grüsse Ina

Angenommen,
Jesus wäre eine Frau gewesen, hätte man Frau Jesus dann auch ans Kreuz geschlagen oder nur aufs Kreuz gelegt und genagelt? :smile:)))

derungläubigenorbert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Angenommen,
Jesus wäre eine Frau gewesen, hätte man
Frau Jesus dann auch ans Kreuz geschlagen
oder nur aufs Kreuz gelegt und genagelt?

-))))

derungläubigenorbert

Warum - um Himmels Willen - kann ich das nicht komisch finden? Hätten mir doch Gott oder die Evolution nur ein bißchen mehr Humor gegeben.

Wenn Du soviel Freude am Provozieren hast, könntest Du dieses Posting ja auch gleich noch in „Frauen und Feminismus“ veröffentlichen.

Gruß
Michael

Subjektiver Beweis
Hi Thomas,

an dem Punkt waren wir - glaube ich - schon mal und ich habe nach wie vor Probleme mit dieser Verwendung des Begriffs „Beweis“. Natürlich ist es so, daß alles, was wir von der Welt wissen oder über sie glauben, in einem gewissen Sinne „subjektiv“ ist.

Aber es gibt den SUBJEKTIVEN Beweis, das
ist der Beweis, daß es Gott gibt, für
mich und nur für mich. Ich kann von
diesem Beweis erzählen, aber für andere
ist dies kein Beweis, sondern nur eine
Geschichte.

Es gibt viele Menschen, die mehr oder weniger häufig von sehr merkwürdigen Erlebnissen berichten, die man als déjà-vue-Phänomen bezeichnet: in bestimmten Situationen tritt bei ihnen das Gefühl auf, diese bereits zuvor exakt so schon einmal erlebt zu haben. Hier haben wir es also mit subjektiven Erlebnissen von Personen zu tun, und diese Erlebnisse werden von vielen Menschen berichtet. Diese Tatsache läßt aber keinerlei Rückschluß darüber zu, ob sie sich tatsächlich schon einmal in der betreffenden Situation befunden haben (in der Regel ist dies nicht der Fall).

Ich kann daraus nur vermuten, daß Du Dir
noch keine Gedanken darüber gemacht hast,
warum Du eigentlich Du bist, was Dich nun
genau ausmacht, wofür Du eigentlich nötig
bist (der menschliche Genpool ist nun
wirklich groß genug) und wie es sich denn
„anfühlt“ tod zu sein.

WARUM wir sind? Du denkst wohl nicht an eine wissenschaftliche Erklärung, sondern an eine Antwort, die den SINN unserer Existenz betrifft? Ist es denn so, daß für Dich die Antwort auf diese Warum-Frage darin besteht, daß Gott in seiner unendlichen Liebe und Weisheit beschloß, daß diese Welt ohne Thomas Millack und Michael Niepel einfach noch nicht wirklich gut ist, mit diesen beiden aber wohl?

Nach der Evolution wäre der einzige Sinn,
Deine Gene weiterzugeben und für alle
Zukunft überlebensfähig zu machen - Leute
bekommt doch mehr Kinder!!

Nö, Thomas, da hast Du etwas nicht richtig verstanden. Die Sinnfrage stellt sich in der Evolutionstheorie überhaupt nicht; sie ist so mechanistisch, wie eine Theorie nur sein kann und kommt vollständig ohne die Annahme von Zielen oder Sinnsetzungen aus.

Gruß
Michael

Hallo Michael

an dem Punkt waren wir - glaube ich -
schon mal und ich habe nach wie vor
Probleme mit dieser Verwendung des
Begriffs „Beweis“. Natürlich ist es so,
daß alles, was wir von der Welt wissen
oder über sie glauben, in einem gewissen
Sinne „subjektiv“ ist.

Du hast Recht, den Punkt hatten wir schon einmal. Es ist richtig, daß ich hier den Begriff Beweis dehne, daher der Zusatz „subjektiv“. Aber wie sonst soll ich das nennen, was ich erlebt habe? Ich habe die Nähe Gottes erfahren, ich habe seine Liebe gespürt, ich habe mit ihm geredet, ohne ihn mit den Ohren hören zu können. Für mich war das der unerschütterliche, klare Beweis. Aber nur für mich, denn Du und andere werden das vermutlich Selbstsuggestionen, Halluzinationen oder sonstwie nennen. Ich kann meine Erfahrung also nicht auf andere ausdehnen. Ich kann nur feststellen, daß es viele Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben und ab wie vielen Personen beginnt Objektivität?

Es gibt viele Menschen, die mehr oder
weniger häufig von sehr merkwürdigen
Erlebnissen berichten, die man als
déjà-vue-Phänomen bezeichnet:
Diese Tatsache läßt
aber keinerlei Rückschluß darüber zu, ob
sie sich tatsächlich schon einmal in der
betreffenden Situation befunden haben (in
der Regel ist dies nicht der Fall).

Nun, die Anhänger der Theorie der Wiedergeburt freuen sich über solche Berichte. Aber Du hast recht, eine allgenmeine Argumentation, welche Erlebnisse der Realität zuzuordnen sind und welche nicht, gibt es nicht. Ich denke, jeder muß sich persönlich entscheiden, wie er sich dazu stellt - und akzeptieren, wenn andere sich anders entscheiden.

WARUM wir sind? Du denkst wohl nicht an
eine wissenschaftliche Erklärung, sondern
an eine Antwort, die den SINN unserer
Existenz betrifft? Ist es denn so, daß
für Dich die Antwort auf diese
Warum-Frage darin besteht, daß Gott in
seiner unendlichen Liebe und Weisheit
beschloß, daß diese Welt ohne Thomas
Millack und Michael Niepel einfach noch
nicht wirklich gut ist, mit diesen beiden
aber wohl?

Nun, ich würde sagen, Gott hat mich oder Dich gewollt, deswegen gibt es uns. Aus welchem Motiv er uns gewollt hat, läßt sich pauschal nicht sagen, das muß jeder im Gespräch mit Gott selbst herausfinden.

Nö, Thomas, da hast Du etwas nicht
richtig verstanden. Die Sinnfrage stellt
sich in der Evolutionstheorie überhaupt
nicht; sie ist so mechanistisch, wie eine
Theorie nur sein kann und kommt
vollständig ohne die Annahme von Zielen
oder Sinnsetzungen aus.

Allerdings kann man hier die Mechanik zum Ziel machen - also Anpassung und Auslese. Das Ziel ist es zu überleben und das ist dann auch der Sinn.

Gruß
Thomas

Warum - um Himmels Willen - kann ich das
nicht komisch finden?

Wahrscheinlich eine rundherum gelungene links-liberale-post-68er Sozialisation :smile:.
Formal ist "an’s Kreuz nageln - auf’s Kreuz legen und nageln’ doch sehr elegant.

Grüße Paul

Hallo Ina

Für mich ist das Bekenntnis zu einer
Kirche oder Religion ein Zeichen von
Schwäche oder mangelndem Selbstvertrauen.
Ich will hier niemanden zum Agnostiker
machen, es soll weiterhin jeder glauben,
was er oder sie will, aber ich behaupte,
daß der Glaube etwas sehr persönliches
ist und dementsprechend die Organisation
desselben nur zu nicht notwendigen
Konflikten führt.

Schwäche? Mangelndes Selbstvertrauen?
Hüstel…

Also mal ehrlich, und zwar von jetzt an für immer, aber es kann doch wohl nur derjenige mit reinem Gewissen und ohne sich einen Zacken aus der Krone zu brechen einer Kirche und einer Religion angehören, der sehr genau weiß, wer er ist, der demnach stark ist und auf sich und vor allem sein Urteil oder meinetwegen seinem Instinkt vertraut. All die anderen Pappköppe, die in die Kirchen rennen und weder etwas mitbringen noch etwas mitnehmen sind auch nicht besser als die Heerscharen von Nörglern und Jammerern, die völlig unreflektiert an Gott und Kirche rummäkeln. Beide Sorten Mensch haben weder Saft in den Lenden noch Selbstvertrauen. Die sehen nur, daß man mit relativ wenig Aufwand (1.) mal eben in die Kirche gekniet/2.) mal eben dem Papst und den Priestern eins reingewürgt) für zielmlich viel Hallo und Akzeptanz bei einer im ersten Falle leider immer schmaler, im zweiten Fall leider immer breiter werdenen Masse in der Bevölkerung rechnen kann.
Traurig, aber wahr.

Ich kann es auch nicht gutheißen, daß -
um ein Beispiel zu nennen in Afrika -
nach wie vor eine rege Missionierung
betrieben wird. Die Leute, die so zum
Christentum gebracht werden, waren vorher
mit ihren Stammesgöttern oder was immer
sie hatten auch nicht glücklicher oder
unglücklicher.

Glücklich soll man auch nicht werden, nur erlöst. Als strammer Katholik habe ich da leider die Verpflichtung, dies kundzutun. Klar schreien jetzt wieder alle Nicht-Katholiken, wie ich es mir erlauben kann, dieses Monopol für meine Kirche zu beanspruchen. Ganz einfach: Ich habe gar keine andere Wahl. Wenn ich glaube, daß Gott mir Gnade und Erlösung zuteil werden läßt, dann wäre es doch eine feige und schreckliche Verleugnung, enthielte ich anderen Menschen dieses Wissen vor. Du siehst, der Glaube ist tatsächlich etwas sehr persönliches. Er wird allerdings durch eine, wie Du es nennst „Organisation“ nicht verwässert.

…und zweitens einige Zeit selbst
an den Mist geglaubt habe (Ich wurde
getauft, ging zur „heiligen“ Kommunion
und als Kind in die Kirche)

Das ist genau der Punkt. Du hast nicht an den Mist geglaubt, weil Du getauft wurdest und zur Kommunion gingst. Du gehörtest nur für die wenigen seligen Jahre zur Kirche. Das ist natürlich hervorrgaend, aber nutzlos, wenn in Dir nicht das kleine entscheidende Fünkchen aufgeht. Daß du, anstatt zu versuchen, das Heil zu erkennen, welches in greifbarer Nähe lag, stattdessen lieber nach Makeln in der Kirche gesucht hast ist natürlich tragisch. Schließlich werden weder die Natur der Kirche noch ihr Ursprung nicht durch vermeintlich fehlerhaftes verhalten ihrer Pirester verändert. Solange sie mit den Sakramenten rausrücken und die Botschaft verkünden dürfen sie so menschlich sein, wie sie wollen.

Tschö
Claus

Treffer!
68 - 08/15: versenkt!

MN