Akzente

hallo.

wenn unsere spanischen kollegen englisch sprechen, wird z.b. aus „software“ sowas wie „sohwerr“, wenn sie deutsch reden, kriegen sie kein „sch“ zusammen. franzosen dagegen machen aus der „kirche“ eine „kirsche“. engländer haben wieder ganz andere schwierigkeiten mit dem „ch“, asiaten hören kaum einen unterschied zwischen l und r…

alles wegtrainierbar, oder sind bestimmte aspekte aufgrund der jeweiligen muttersprache einfach „fest eingebrannt“?
und womit haben die deutschen mühe? (vom englischen „th“ mal abgesehen)

gruß

michael

der leider nur englisch detailliert kennt

Hallo Michael,

alles wegtrainierbar, oder sind bestimmte aspekte aufgrund der
jeweiligen muttersprache einfach „fest eingebrannt“?

das ist individuell sehr unterschiedlich.
Ich kenne Leute, die innerhalb weinger Jahre eine völlig akzentfreie Aussprache einer Fremdsprache/Dialektes hinkriegen, auch wenn sie die Sprache erst als Erwachsener lernen. Andere haben nach vielen Jahren einen Akzent, daß es donnert.
Es hängt nach meiner Beobachtung mit der Musikalität zusammen. Die, die schnell akzentfreies Sprechen lernen sind häufig auhc recht musikalisch und umgekehrt. Ich hatte einen Prof, der trotz vieler Jahre Sprachpraxis einen fast schon peinlichen Akzent hatte. Er war nicht in der Lage eine Trommel gerade zu halten.

und womit haben die deutschen mühe? (vom englischen „th“ mal
abgesehen)

Die Zischlaute der slavischen Sprachen.
Die Betonung im Schwedischen (dort werden häufig die Endsilben eines Wortes beton)
Einige Eigenheiten asiatischer Sprachen werden Europäern allgemein wohl meist ein Rätsel bleiben.

Gandalf

Hallo,

Ich habe mir sagen lassen, dass die Deutschen den Kehlkopf anders einsetzen als die Englaender (beim Englisch sprechen). Waehrend bei denen alles wie auf einer Perlenkette aufgezogen klingt, „hackt“ es beim Deutschen durch Kehlkopf oeffnen und schliessen (? oder so aehnlich), so dass man bei den meisten auch nach Jahren, und gutem AKZENT an sich, raushoert, wo sie herkommen.

A.

Hallo Anja,

so dass man bei den meisten
auch nach Jahren, und gutem AKZENT an sich, raushoert, wo sie
herkommen.

als ich mal eine Weile in GB war, wurde ich immer wieder gefragt, ob ich aus Canterbury käme :wink:
Vielleicht sprechen die dort Rheinisches Idiom?!

Gandalf

als ich mal eine Weile in GB war, wurde ich immer wieder
gefragt, ob ich aus Canterbury käme :wink:

das ist mir leider nie passiert… die erste frage in england war immer: where are you from?
in kanada haben sie mich allerdings dauernd gefragt, ob ich aus england käme… auch wieder eine nettes kompliment :wink:

und womit haben die deutschen mühe? (vom englischen „th“ mal
abgesehen)

da fällt mir einiges ein :wink:

auf deutsch ist die unterscheidung zwischen stimmlosen und stimmhaften konsonanten oft ziemlich schlampig… das gilt für p, t, k bzw. b, d, g; aber im noch stärkeren maß fürs stimmhafte s (in den meisten anderen sprachen mit z bezeichnet) und das stimmlose s. ich kenne viele, die ßingen statt singen und ßagen statt sagen… dementsprechend kommt es auch bei fremdsprachen zu dieser schlampigkeit.

ähnliches gilt für bestimmte vokale… zwischen einem offenen o (wie in roß) und einem geschlossenen (wie in rose) gibt es zwar einen unterschied, aber fast niemand macht ihn sich bewußt, da ja in schrift keine unterscheidung erfolgt.

ganz unmöglich für die meisten sind beispielsweise die ungarischen palatalisierten konsonanten (ty und vor allem gy) sowie das a.

Hallo,

es gibt im Tschechischen einen Buchstaben, der vielen Ausländern Probleme bereitet, das ř. (Diesen Buchstaben gibts weltweit nur dort, noch nicht einmal in der verwandten slowakischen Sprache)

Man spricht es mit der Zunge am vorderen Gaumen ganz locker rdsch aus, aber nur flüchtig. Ich habe zu Zeiten meines Tschechisch-Lernens bemerkt, dass mit ein paar Gläsern pivo (Bier) intus der Buchstabe viel „flüssiger“ kommt.

Einige Deutsche mühen sich ja auch hier ab, z.B. dann, wenn es um Antonín Dvořák geht. Die Aussprechversuche sind für den geübten Hörer recht interessant…

Gruss Hans-Jürgen
***

alles wegtrainierbar, oder sind bestimmte aspekte aufgrund der
jeweiligen muttersprache einfach „fest eingebrannt“?

da alle menschen einen mund, lippen und eine zunge haben, kann jeder jede sprache akzentfrei sprechen. es gibt keine physischen grenzen. die muttersprache ist nicht angeboren sondern erlernt.

für „trainierbar“ halte ich neue akzente allerdings nicht, sondern nur für „automatisch mit der zeit kommend“ und im gegentum - unvermeidbar.

und womit haben die deutschen mühe?

du meinst die deutschsprachigen :wink:

am deutlichsten ist der „deutsche akzent“ bei den punkten:

  1. die unterscheidung von stimmhaften und stimmlosen lauten (d - t, s - ss usw.) ist ein problem.

  2. die auslautverhärtung ist schwer wegzukriegen. im deutschen gibt es keine weichen konsonanten am ende eines wortes. aus „love“ wird „laff“ und tel aviv ist tel awiff.

  3. der ach-laut nach e und i wird immer zum ich-laut, weil das im deutschen so die regel ist.

  4. das th, das es nicht gibt, wird zu S. (schlimm).

  5. die anderen r-laute (spanisch, englisch), die es nicht gibt.

  6. das englische L zb bei „people“ am ende. das kann schwarzenegger zb. überhaupt nicht. er spricht immer ein offenes L wie in hallo.

gruß
dataf0x

es gibt im Tschechischen einen Buchstaben, der vielen
Ausländern Probleme bereitet, das ř. (Diesen Buchstaben
gibts weltweit nur dort, noch nicht einmal in der verwandten
slowakischen Sprache)

im polnischen doch auch, oder?

Es hängt nach meiner Beobachtung mit der Musikalität zusammen.

das habe ich auch beobachtet.

musik und sprache sind nunmal im gehör verankert und werden durch zuhören erlernt.

gruß
dataf0x

  1. das th, das es nicht gibt, wird zu S. (schlimm).

Schlimmer finde ich es, wenn das „th“ zum „d“ wird. *grusel*

  1. das th, das es nicht gibt, wird zu S. (schlimm).

Schlimmer finde ich es, wenn das „th“ zum „d“ wird. *grusel*

Wäre aber sprachwissenschaftlich gesehen regulärer als s. :wink:

  1. die auslautverhärtung ist schwer wegzukriegen. im deutschen
    gibt es keine weichen konsonanten am ende eines wortes. aus
    „love“ wird „laff“ und tel aviv ist tel awiff.

Ich meine, dass es im amerikanischen Englisch bei s auch eine Auslautverhärtung gibt.

1 „Gefällt mir“

Ich meine, dass es im amerikanischen Englisch bei s auch eine
Auslautverhärtung gibt.

interessant. wo zum beispiel?

dataf0x

Hallo Michael,

abgesehen von Einzellauten finde ich es liegt viel
eher an der Sprachmelodie, ob jemand als Anders-
sprachler erkannt wird oder nicht.
Und ich glaube nicht wirklich an den perfekten
Akzent. Ab einem gewissen Alter (irgendwann in
der Pubertaet) isses vorbei.

NB: Das ist nur auf eigene Beobachtungen gegruendet,
aber ich kenne NIEMAND, der deutsch spaeter als
15 gelernt hat und es perfekt spricht. Das gleiche
gilt fuer Dialekte.
Im Englischen werde ich selbst zwar oft von Englaendern
fuer Suedafrikaner gehalten, aber nicht von Suedafrikanern
selbst. Und je mueder ich bin, desto mehr geht mein
Akzent floeten.

Man verbessert natuerlich schon unmerklich mit der Zeit
seine Aussprache und die Sprachmelodie, man kann das auch
forcieren (siehe Schauspieler), aber so richtig, ganz 100%ig
kenne ich es nicht - auch nicht bei SChauspielern. Bei den
besten geht vielleicht der Ursprungsakzent weg - aber dann
bleibt im angelernten Dialekt immer etwas Fremdartiges, nicht
ganz Rundes.

Gruesse
Elke

abgesehen von Einzellauten finde ich es liegt viel
eher an der Sprachmelodie, ob jemand als Anders-
sprachler erkannt wird oder nicht.

was ich noch witzig finde, sind die füllsel und verlegenheitslaute, die in jeder sprache einzigartig sind. die "aaaah"s, "aaaahm"s, „öööööhs“ und "äääähh"s sind meistens die deutlichsten kennzeichen für einen anderssprecher überhaupt, selbst wenn sprachmelodie und laute sitzen! :wink:

gruß
dataf0x

Ich meine, dass es im amerikanischen Englisch bei s auch eine
Auslautverhärtung gibt.

interessant. wo zum beispiel?

Oft habe ich bei amerikanischen Sprechern am Wortende eher ein stimmloses s anstatt eines stimmhaften gehört.

Schau mal auf dieser Seite über das Englisch Singapurs
http://www.une.edu.au/langnet/singlish.htm#sounds-SCE

Dort heißt es unter Consonants gar erstaunlicherweise:
„In some accents of English, RICE and RISE sound different.“ (!)

Hallo,

es gibt im Tschechischen einen Buchstaben, der vielen
Ausländern Probleme bereitet, das ?. (Diesen Buchstaben
gibts weltweit nur dort, noch nicht einmal in der verwandten
slowakischen Sprache)

Man spricht es mit der Zunge am vorderen Gaumen ganz locker
rdsch aus, aber nur flüchtig. Ich habe zu Zeiten meines
Tschechisch-Lernens bemerkt, dass mit ein paar Gläsern pivo
(Bier) intus der Buchstabe viel „flüssiger“ kommt.

Einige Deutsche mühen sich ja auch hier ab, z.B. dann, wenn es
um Antonín Dvo?ák geht. Die Aussprechversuche sind für
den geübten Hörer recht interessant…

Gruss Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen

Ich spreche das ? in Dvo?ák als stimmhaftes sch (Im Deutschen ist sch
ja immer stimmlos.) Ich spreche es also wie das franz. je (ich).
Wie weit ist das von der richtigen Aussprache entfernt?

Gruss, Tychi

Ein tschechischer Freund sagte mir, dass der Laut die gleichzeitige Aussprache eines stimmhaften sch und eines gerollten r’s ist.

hallo.

wenn unsere spanischen kollegen englisch sprechen, wird z.b.
aus „software“ sowas wie „sohwerr“, wenn sie deutsch reden,
kriegen sie kein „sch“ zusammen. franzosen dagegen machen aus
der „kirche“ eine „kirsche“. engländer haben wieder ganz
andere schwierigkeiten mit dem „ch“, asiaten hören kaum einen
unterschied zwischen l und r…

alles wegtrainierbar, oder sind bestimmte aspekte aufgrund der
jeweiligen muttersprache einfach „fest eingebrannt“?

Also das mit der Pubertät hab ich auch schon oft gehört und ich glaub auch, dass es wohl mit der Zeit immer schwerer wird eine Sprache akzentfrei zu lernen (man hört’s auch manchmal stark raus, wenn jemand erst im Erwachsenenalter eine Sprache gelernt hat, obwohl derjenige die Sprache fließend spricht). Allerdings hab ich mal was interessantes im Fernsehen gesehen: Es gibt einen Deutschen, der erst ne steile Tenniskarriere vor sich hatte, die dann aber gescheitert ist und dieser Herr (ca.30) lebt inzwischen in den USA und ist Schauspieler geworden und um Schauspieler in den USA zu werden, musste er seinen Akzent komplett wegkriegen, da er schwarz ist (sorry farbig is find ich ein blödes Wort) und gemeint hat, dass das mit einem deutschen Dialekt in Hollywood nicht besonders gut ankommt (da er nicht den atypischen Deutschen, wie ihn die Amis zu kennen glauben verkörpert). Dafür hat er dann täglich stundenlang Sprachtraining genommen (und zwar sogar über Jahre hinweg glaub ich) um seine deutsch gefärbte Englischaussprache der des Amerikanischen so sehr zu nähern wie nur irgendmöglich und hat’s geschafft, den Akzent ganz zu beseitigen und hat inzwischen auch Erfolg in Hollywood (in irgendwelchen kleineren Serien) :smile:.

Auf CNN hab ich auch mal gesehen, dass einige Inder(innen) Sprachtraining nehmen bei der nur die Aussprache mit amerikanischem Akzent geübt wird (hab’s mir allerdings nicht wirklich lange angeschaut).

Was jetzt genau stimmt weiß ich nicht, aber ob’s unmöglich ist bezweifel ich mal. Die Leute die immer behaupten, dass man ab einem bestimmten Alter eine Sprache nicht mehr richtig lernen kann (bzw. in diesem Fall akzentfrei) stützen sich ja auch nur auf irgendwelche Studien von denen sie mal gehört haben. Es heißt ja auch, dass das Erlernen einer Sprache in der Kindheit wahnsinnig leicht geht und dann immer schwerer wird (Ich hab auch mal von einer Studie gelesen, laut der das Alter KEINERLEI Rolle für das Erlernen der Sprache spielt und 30-40 Jährige sogar schneller lernten als Jüngere Teilnehmer…aber inwieweit solche Studien stimmen und was berücksichtigt worden ist, weiß man ja nie. Von mir muss ich z.B. sagen, dass ich früher in der Schule in Englisch immer Mittelmaß war und in Französisch immer ne 4 hatte und in der 10. / 11. Klasse hab ich auf einmal angefangen in Englisch und Französisch nur noch gute und dann sogar nur noch 1er zu schreiben (obwohl ich mich da noch nicht so für Sprachen interessiert hatte). Das war für mich irgendwie ein nicht nachvollziehbarer Wandel…zu Beginn isses mir relativ schwer gefallen Grammatik zu verstehen und dann mit über 16 hab ichs plötzlich immer ziemlich schnell begriffen…Ich glaub auch, dass sich viele Erwachsene durch solche Studien entmutigen lassen…ich hör manchmal von 30 bis 40jährigen: Ne ich bin ja sowieso schon zu alt diese Sprache zu lernen…oder: Kinder lernen das so wahnsinnig schnell bei uns geht das nur schleppend voran (vielleicht liegt das einfachd aran, dass Kinder da unbeholfener zur Sache gehen und weniger Schamgefühl haben, aber nicht unbedingt, weil sie’s leichter „verstehen“ können)…

Das mit dem Akzent stimmt aber glaub ich weitgehend…ich denk je früher man beginnt, desto muttersprachenähnlicher (von der Aussprache her) kann man eine Sprache lernen und irgendwann geht das vielleicht gar nicht mehr, aber ob das wirklich auf’s Erlernen zutrifft wag ich ein bisschen zu bezweifeln (jedenfalls ob der Einfluss des Alters so enorm ist :smile:)

Gruß

und womit haben die deutschen mühe? (vom englischen „th“ mal
abgesehen)

gruß

michael

der leider nur englisch detailliert kennt