Alkohol in Maßen gesund?

Hallo,

jetzt habe ich gehört, dass täglich z. B. 200 ml Wein oder 400 ml Bier gesund sein sollen.

Ist das korrekt?
Wenn ja, gibts dazu eine aktuelle Studie?
Wenn ja, wo finde ich die im www?

Bitte um eure Antworten.

Vielen Dank im Voraus.

Schöne Grüße

Marcel

Hallo Marcel.

Nein! Alkohol ist IMMER ungesund - Alkohol ist Gift für den Körper. Was an Wein angeblich „gesund“ sein soll ist sein Gehalt an diversen sekundären Pflanzenstoffen. Diese kann man auch ohne den Zusatz von Alkohol zu sich nehmen - also ohne die schädliche Wirkung des Alkohols.

Beste Grüße
Lothar

Hallo Lothar,

Nein! Alkohol ist IMMER ungesund - Alkohol ist Gift für den
Körper.

sag nie immer!

Das Alkohol immer ein Gift ist ist sicher unrichtig.
In Obst ist meist Alkohol drin, in vielen anderen Lebensmitteln auch.
Daß der Körper ein eigenes Enzymsystem hat, um Alkohol selektiv zu eliminieren zeigt auch, daß er ihn kennt.

In der Ernährungswissenschaft gibt es nun mal regelrechte Modeerscheinungen und momentan sieht es so aus, als wenn der Alkohol eine Teilabsolution erhält, sprich, daß geringe Mengen nicht nur nicht schädlich sondern sogar bedingt gut sind.
Bei Herzgeschichten soll das der Fall sein, unabhgängig von den anderen Sachen die in Bier und/oder Wein drin sind.

Die Geschichte mit Belzebub und Engel hat sich ja schon beim Salz, dem Cholesterin, der Ölsäure und einigen anderen Sachen mehr gezeigt.
Öfters mal was neues, sonst wird es langweilig :wink:

Gandalf

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hallo marcel,

ja, das ist richtig. aber die betonung liegt bei maßvoll. leute mit diesem alkoholkonsum sind ja nachweislich geünder als abstinenzler.
als quelle gelten über 100 wissenschaftliche, sogar prospektiv durchgeführte studien. berühmtestes beispiel ist die monica-studie der WHO.
wird die obergrenze von 80 g jedoch überschritten, kommt es wiederum zu schädlichen wirkungen.

strubbel
W:open_mouth:)

Hallo!

wird die obergrenze von 80 g jedoch überschritten…

80 Gramm reinen Alkohols täglich sollen unbedenklich sein? Solche Studie hat ein Winzerverein, ein Brauereiverband oder Underberg gesponsert, anders ist solcher Unfug nicht möglich.

Gruß
Wolfgang

hallo wolfgang,

es ist die höchstgrenze überhaupt. wie männlich , groß und dick der mensch dafür sein muss, entzieht sich meiner kenntnis. aber wenn du die oben angegebene durchschnittsmenge siehst, weißt du, daß es sowohl nach oben und nach unten ausreißer gibt. das ist aber immer so bei durchschnittsbildungen.

strubbel
d:open_mouth:)

Hallo Marcel,
dieser maaßvolle Konsum von Alkohol, der aus Gärung entsteht
(insbesondere Rotwein) ist bei einem kleinen Glas am Tag wohl gut
fürs Herz, fürs allgemeine Wohlbefinden und verursacht bestimmt keine
Schäden.

Interessant wäre es zu wissen, warum du fragst. Es gibt sicherlich
Menschen, die Alkoholiker sind/waren oder gefährdet sind und bereits
einen erheblichen Alkoholkonsum hinter sich gebracht haben, der als
Folge die Leber geschädigt hat. Für solchen Menschen ist auch ein
Fingerhut Wein am Tag schädlich. Und die Erkenntnis, dass es gesund
sein sollte wird als Proargument benutzt um weiter trinken zu können.
Das gleiche gilt für Schwangere, Menschen die aus anderen Gründen
Leberschäden haben, bestimmte Medikamente vertragen sich auch nicht
mit Alkohol.

Ein Glas roter Weintraubensaft hat den gleichen positiven Effekt, nur
dass der keinen Alkohol enthält.

Viele Grüße

Hallo Marcel!

jetzt habe ich gehört, dass täglich z. B. 200 ml Wein oder 400
ml Bier gesund sein sollen.

Diverse Bestandteile in alkoholischen Getränken mögen für den Stoffwechsel unbedenkliche oder sogar positive Wirkungen haben. Das ändert aber nichts daran, daß Alkohol ein Zellgift ist. Ob und mit welchen Folgen der Organismus mit dem Gift fertig wird, ist eine Frage der Dosis. Offenkundig ist der Organismus eines gesunden Menschen in der Lage, kleine Mengen Alkohol rasch abzubauen. Das mag sogar auf Dauer unbedenklich sein. Daraus aber auf die gesundheitsfördernde Wirkung der zelltötenden Substanz zu schließen, kommt den einschlägigen Wirtschaftszweigen und weit verbreiteter Gewohnheit entgegen, geht aber trotzdem am Sachverhalt vorbei.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Das ändert aber nichts daran, daß Alkohol ein Zellgift
ist.

eines der ärgsten Zellgift die es gibt ist Sauerstoff!
Dafür haben aerobe Zellen einen sehr effektiven Schutzmechanismus entwickelt, um die vom Sauerstof stammenden Gifte zu eliminieren.
(Katalase etc.)

Das gleiche gilt für Wasser.
Das schädigt die Zelle, weil es die Biopolymere hydrolysiert, aber auch dagegen hat die Zelle einen Schutzmechanismus entwickelt.

Nun kann sich ein Organismus auch recht effektiv gegen Ethanol schützen, weil er ein recht effektives Enzymsystem besitzt, das Ethanol ziemlich spezifisch abbaut. Das legt den Schluß nahe, daß Ethanol kein Unbekannter ist und auch wenn er in hohen Konzentrationen durchaus Zellen schädigt, kann er doch in geringen Konzentrationen unschädliches bis gutes tun.

In der Biologie darf man nichts einseitig betrachten :wink:

Gandalf

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Hallo Chili

Ein Glas roter Weintraubensaft hat den gleichen positiven
Effekt

Nicht ganz. Der cardioprotektive, positive Effekt kommt ja durch die Flavonoide zustande.
Im Traubensaft sind sie geringer als im Wein. Im Rotwein sind mehr Flavonoide als im Weißwein. Im barrique-gelagerten Rotwein gar haben wir dann richtig schön viele Flavonoide.
Ergo ist der in Eichenfässern gelagerte, starke, südliche Rotwein der beste (und das nicht nur fürs Herz…)
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

Ergo ist der in Eichenfässern gelagerte, starke, südliche
Rotwein der beste (und das nicht nur fürs Herz…)

Prima, der schmeckt mir auch am besten :smile:)

Gruß Chili

Prima, der schmeckt mir auch am besten :smile:)

Na, dann ist doch alles bestens!
Habe auch gerade wieder Madiran Charelle l’enclos 1996 getrunken, die Flasche 18,50 Euronen, aber er schmeckt auch wuuuuuunderbar…
Salute!,
Branden

Hallo Gandalf,

Das Alkohol immer ein Gift ist ist sicher unrichtig.
In Obst ist meist Alkohol drin, in vielen anderen
Lebensmitteln auch.

Nur weil er wo drin ist, wird Alkohol nicht wirklich ungiftiger.

Daß der Körper ein eigenes Enzymsystem hat, um Alkohol
selektiv zu eliminieren zeigt auch, daß er ihn kennt.

Der Körper kennt keinen Alkohol. Das von Dir genannte Enzym ist nicht zum eliminieren von Alkohol vorhanden, sondern um Bestandteile der Muttermilch aufspalten und verdauen zu können. Daß dieses Enzym in der Lage ist Alkohol abzubauen ist purer Zufall und eine Sekundärerscheinung.

Es gibt Indianerstämme, deren Körper dieses Enzym nicht produzieren. Die Kinder werden nicht gestillt, bekommen Wasser statt Milch, weil diese für sie unverdaulich ist.

Eben diese Indianer sind auch nicht in der Lage Alkohol im Körper abzubauen und müssen diesen abatmen um ihn überhaupt wieder loszuwerden.

Gruß,
Gerhard

Hallo Gerhard,

Der Körper kennt keinen Alkohol.

ich habe mal gelernt, daß der Grundspiegel von Alkohol im Blut ca. 0,01 Promill beträgt, weil Ethanol auch in einigen körpereigenen Prozessen auftritt.

Das von Dir genannte Enzym
ist nicht zum eliminieren von Alkohol vorhanden, sondern um
Bestandteile der Muttermilch aufspalten und verdauen zu
können. Daß dieses Enzym in der Lage ist Alkohol abzubauen ist
purer Zufall und eine Sekundärerscheinung.

Es ist aber ein komplettes Enzymsystem, das Ethanol erst mal zu Acetaldehyd oxidiert (Alkoholdehydrogenase) und diesen dann wiederum zu Essigäure (Acetaldehyddehydrogenase), die über die üblichen Stoffwechselwege (Citratcyclus) verdaut wird.
Dieses Enzymsystem ist in der Tierwelt und auch bei nicht säugenden Tieren recht verbreitet, speziell Fruchtfresser haben ein seeeehr effektives System.

?

Es gibt Indianerstämme, deren Körper dieses Enzym nicht
produzieren. Die Kinder werden nicht gestillt, bekommen Wasser
statt Milch, weil diese für sie unverdaulich ist.

Und sie werden durch blankes Wasser stramme Indianer?
Mir ist nicht ganz klar, welche Bestandteile der Muttermilch durch Alkoholdehydrogenase aufgeschlossen werden soll, klär mich bitte auf. Oder meinst Du die Lactase, die Milchzucker in Galactose und Glucose spaltet
Asiaten und Indianer haben häufig (aber als Erwachsene) einen Lactasemangel.

Eben diese Indianer sind auch nicht in der Lage Alkohol im
Körper abzubauen und müssen diesen abatmen um ihn überhaupt
wieder loszuwerden.

Das ist mir neu, hast Du da Belege für?
Asiaten und Indianer sind meines Wissens durchaus in der Lage den Ethanol zum Acetaldehyd zu oxidieren, dieser kann sich aber anreichern und deshalb haben sie nach Alkoholgenuß schnell einen Kater.
Die Alkoholdehydrogenase ist bei vielen Asiaten und Indianern aber in geringerer Menge vorhanden als bei Europäern, daher ‚vertragen‘ sie weniger bzw. werden schneller betrunken.

Gandalf

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Hallo Gandalf,

Der Körper kennt keinen Alkohol.

ich habe mal gelernt, daß der Grundspiegel von Alkohol im Blut
ca. 0,01 Promill beträgt, weil Ethanol auch in einigen
körpereigenen Prozessen auftritt.

mich hat man Anderes gelehrt. Es hieß, daß es dem menschlichen Körper lediglich möglich sei, Alkohol abzubauen. Selbst produzieren könne er ihn nicht.

Nun befasse ich mich nicht von ungefähr mit Alkohol. Bin trockener Alkoholiker, leb zwischenzeitlich 27 Jahre ohne einen Tropfen :smile:
Aber keine Angst, ich habe weder eine Botschaft zu verkünden, noch eine Mission zu erfüllen. Ich, für mich, trinke nicht. Alle anderen sollen, wenn sie gerne mögen.

Es ist aber ein komplettes Enzymsystem, das Ethanol erst mal
zu Acetaldehyd oxidiert (Alkoholdehydrogenase) und diesen dann
wiederum zu Essigäure (Acetaldehyddehydrogenase), die über die
üblichen Stoffwechselwege (Citratcyclus) verdaut wird.
Dieses Enzymsystem ist in der Tierwelt und auch bei nicht
säugenden Tieren recht verbreitet, speziell Fruchtfresser
haben ein seeeehr effektives System.

Das ist wohl in der Tat so.

Es gibt Indianerstämme, deren Körper dieses Enzym nicht
produzieren. Die Kinder werden nicht gestillt, bekommen Wasser
statt Milch, weil diese für sie unverdaulich ist.

Und sie werden durch blankes Wasser stramme Indianer?

Ich denke, daß sie nicht mit Wasser allein ernährt werden. Da würde man tatsächlich vom Wasser wohl zu viel erwarten. Ich weiß jetzt auch nicht mehr genau, ob es generell keine Milch gab oder eben nur keine Muttermilch. Bin mir aber fast sicher, daß es eine generelle Milchunverträglichkeit gewesen sein soll.

Mir ist nicht ganz klar, welche Bestandteile der Muttermilch
durch Alkoholdehydrogenase aufgeschlossen werden soll, klär
mich bitte auf. Oder meinst Du die Lactase, die Milchzucker in
Galactose und Glucose spaltet

Das mag durchaus so sein. Ich las im Wartezimmer eines Arztes darüber, wurde aber mitten drin aufgerufen. Als ich dann bei Doc wieder herauskam, wollte ich den Artikel zuende lesen. Leider hatte sich inzwischen eine Dame die Zeitschrift gegriffen.

Aber ich hatte nen Blutentnahmetermin für den folgenden Tag, wollte dann weiter lesen und stellte enttäuscht fest, daß der komplette Lesezirkel ausgetauscht worden war. Die Sprechstundenhilfe bestätigte mir dann meine Annahme. Leider wußte ich anschließend dann nicht mal mehr welche Illustrierte genau darüber berichtet hat. Es war im Dezember des letzten Jahres.

Dumm gelaufen, werde aber mal recherchieren. Auf jeden Fall war der Bericht glaubwürdig, also jetzt nicht so eine Räubergeschichte aus der SuperIllu. Ich weiß noch, daß es ein „seriöses“ Blatt war.

Asiaten und Indianer haben häufig (aber als Erwachsene) einen
Lactasemangel.

Eben diese Indianer sind auch nicht in der Lage Alkohol im
Körper abzubauen und müssen diesen abatmen um ihn überhaupt
wieder loszuwerden.

Das ist mir neu, hast Du da Belege für?

Leider nur den Bericht aus dem Wartezimmer. Aber darüber müßte auch im Internet was zu finden sein. Werde mich bei Fündigkeit melden.

Asiaten und Indianer sind meines Wissens durchaus in der Lage
den Ethanol zum Acetaldehyd zu oxidieren, dieser kann sich
aber anreichern und deshalb haben sie nach Alkoholgenuß
schnell einen Kater.
Die Alkoholdehydrogenase ist bei vielen Asiaten und Indianern
aber in geringerer Menge vorhanden als bei Europäern, daher
‚vertragen‘ sie weniger bzw. werden schneller betrunken.

Und der Stamm, über den ich las, verträgt den Alkohol überhaupt nicht, kann ihn nicht über die Leber abbauen, nur abatmen. Mehr darübe, wenn ich fündig geworden bin.

Gruß,
Gerhard

hallo branden,

die entzündungshemmende wirkung in den blutgefäßen wurde auch durch anderen alkohol nachgewiesen, nicht durch flavanoide.
-> verbundstudie ernährungserhebung und risikofaktoren analytik.
es ist schlicht überholt zu sagen, es sind die stoffe im alkohol, nein, es ist der alkohol selbst.

strubbel
8:open_mouth:)

es ist schlicht überholt zu sagen, es sind die stoffe im
alkohol, nein, es ist der alkohol selbst.

Auch gut, Strubbel. Auch gut.
:wink:
Gruß,
Branden

Tja, Branden

es ist schlicht überholt zu sagen, …

irgendwann werden/sind wir alle überholt.
Nur noch knappe 2 Jahre, dann darf ich oder muß im Generationen Plus 50 - Brett posten.
Falls es noch da ist.
BW

Schon klar, BW

es ist schlicht überholt zu sagen, …

irgendwann werden/sind wir alle überholt.

Wohl wahr, Bullwinkel. Was soll man machen!
(Unter uns Pfarrerstöchter: Ich bin mir garnicht so sicher, ob dieses neue, von strubbel Gelesene, wirklich so erwiesen ist bzw. lange hält…Ich habe schon den Eindruck, dass die vielen Studien -auch gerade bei den Franzosen, den alten Weinkennern- speziell auf Wein hinweisen…die Biertrinker halten nicht so lange :wink: und die Whiskeytrinker leider auch nicht…mein Vater trank gern Whiskey…er wurde nur 41 Jahre alt und tarb an Herzinfarkt)…
Gruß,
Branden

Vielleicht hilfts …
nicht glesen:

http://daa.amerikanistik.net/daa11/seite_06.html

Gruß,
Anja

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