Hallo zusammen,
ich habe für meine Tochter (21 Monate) das alleinige Sorgerecht. Seit der Schwangerschaft sind wir allein.
Mit dem Kindesvater bin ich so verblieben, dass er alle zwei Wochen kommt und die Kleine für 2-3 Stunden mitnimmt, was er auch mehr oder weniger regelmässig macht.
Da ich mit dem KV nicht mehr auskomme, handhabe ich es mittlerweile so, dass nur meine Eltern anwesend sind, wenn er die Kleine holt (mir gegenüber ist er wegen 20 Jahre Altersunterschied nur noch respektlos).
Bis dato hat sie noch nie bei ihm übernachtet.
Nun fordert er, dass er die Kleine mitnimmt… über das ganze Wochenende (alle 2 Wochen).
Aus folgenden Gründen lehne ich dies strikt ab:
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Meine Tochter und ich sind Anfang diesen Jahres (berufsbedingt) in eine andere Stadt gezogen, seit Januar geht sie in die Kindertagesstätte und sieht ihre Großeltern nur noch am Wochenende. Diese Veränderungen waren viel für sie und aufgrund dessen, dass sie in der Kita wegen Personalproblemen öfters die Bezugspersonen wechseln musste, ist sie erst vor kurzem richtig dort eingewöhnt worden.
Sie ist momentan sehr auf mich fixiert und ich merke, dass sie mich sehr braucht. -
Wenn ich den KV fragte, ob er auch mal unter der Woche (was nur wenige Male vorkam, als ich berufliche Termine wahrnehmen musste) für ein bis zwei Stunden für die Kleine kommen könnte, lehnte er dies ab mit der Begründung, dass wenn es um meine Bedürfnisse gehen würde, er dies nicht einsieht.
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Es gab in der Zeit nur wenige Male, in denen er die Kleine pünktlich abholte und auch pünktlich wieder zurück brachte (wobei ersteres so gut, wie gar nicht vorkam und letzteres nur, wenn sie mal etwas quengelig war (genervter O-Ton: „Heute ist sie aber besonders anstrengend!“))
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Jedesmal, wenn er sie abholt, rennt sie erstmal weg und versteckt sich.
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Einmal war er mit ihr im Schwimmbad (ist jetzt ca. 10 Monate her) und seitdem brüllt sie beim Baden (vorher war sie eine Wasserratte und hat fröhlich in der Badewanne geplanscht). Auf Nachfrage wurde ich nur beleidigt und bekam unterstellt, dass ich eine traumatische Art des Badens haben müsse.
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Ich habe mir angewöhnt, dass - für den Fall meine Eltern sind mal nicht da, wenn er die Kleine zurück bringt - ich bei jeder Art von Konfrontation seinerseits ihm freundlich die Tür weise. In solchen Situationen schreit er mich vor dem Kind immer an, demütigt mich und wendet sich mit den Worten: „Welch eine bösartige, verzogene Mutter Du doch hast!“ an das Kind. Dieses Szenario hat sich dieses Jahr schon 4-5 mal abgespielt.
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Ich habe ihm gesagt, dass - solange die Kleine nicht sprechen kann und klar sagt, dass sie bei ihm übernachten will - ich die Entscheidungen für sie treffen werde. Daraufhin meinte er: „Das wird dann wohl nie zutreffen, da sie ja von Euch (gemeint sind meine Eltern und ich) negativ getrimmt werden wird, so etwas nicht zu sagen!“ --> Wie soll ich denn mit dieser bodenlosen Unterstellung umgehen?
Ich habe nach vielen Gesprächen, Texten im Internet, Berichten im Fernsehen den Entschluss gefasst, dass ich nie in der Lage sein will, dass mein Kind mich eines Tages fragt: „Wer ist mein Papa?“ oder „Mama, warum durfte ich meinen Papa nie kennen lernen?“ etc. pp.
und habe deswegen beschlossen, dass das Thema Kindesvater nicht in meiner Familie besprochen wird, sondern, dass es ein Bereich im Leben meiner Tochter sein wird, den sie ganz für sich allein von Grund auf aufbauen wird. -
Er ist für ein Kleinkind zu Hause nicht ausgestattet. Da er vor dem JA immer behauptet, bei seiner selbständigen Tätigkeit als Architekt nicht genug Geld zu verdienen (Markenklamotten und dickes Auto statt Unterhaltszahlungen), bezweifle ich stark, dass er richtig (Bett, Spielzeug, evtl. Wickeltisch, etc.) ausgestattet ist bzw. sein wird.
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Sie hätte in seiner Wohnung nur zwei Schlafgelegenheiten: In seinem kleinen Schlafzimmer oder in seiner Wohnküche.
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Meine Gründe akzeptiert er nicht. Er hat mir gestern eine E-Mail geschrieben und mich aufgefordert, bis zum kommenden Montag eine schriftliche Stellungnahme zu verfassen. Sollte diese nicht positiv sein, werde er sich an das JA wenden, um seine Interessen durchzusetzen.
Wenn meine Tochter klipp und klar sagen würde, dass sie bei ihm übernachten wolle, dann würde ich das akzeptieren. Aber so fühle ich mich unwohl.
Nun meine Frage(n):
Wie läuft das ab, wenn er das JA einschaltet?
Zählt meine Meinung gar nicht? Ich verwehre ihm doch das Umgangsrecht nicht, aber über Nacht ist mir das momentan zu früh. Letztens hatte ich sie übers Wochenende bei meinen Eltern und obwohl sie meine Eltern sehr gut kennt und auch gerne bei ihnen ist, hat sie zu Hause eine Woche gebraucht, um nachts wieder durchzuschlafen.
Wie verhalte ich mich, wenn er mich (mal wieder) vor dem JA schlecht macht?
Vielen Dank im voraus.
MfG
stupsi :o)

