Alles Lüge, Gerhard!

Hallo nochmal,

Übrigens würde so
manchem, der das Wort Faschismus in den Mund nimmt, ein Blick
ins Lexikon guttun.

Du kannst sicher sein, ich habe viel genug darüber gelesen, um
zu wissen, worum es geht.

dann wundert mich Deine Aussage bzgl. Stoiber. Am Faschismus ist die bunte Regierung zumindest bei einigen Kriterien deutlich näher dran.

Vielleicht solltest Du doch mal das Lexikon…?

Wie sollte dieser Test verlaufen? Gott sei Dank leben wir noch
in einer Demokratie und es ist richtig, dass JEDER - auch wenn
du oder ich ihn/sie für bescheuert halten - wählen darf und
seine Meinung damit zum Ausdruck bringen darf.
Glaub mir, ich habe bestimmt keine hohe Meinung von den
meisten Menschen/Wählern. Trotzdem ist wählen ein Recht, dass
niemendem weggenommen werden darf.

Das sehe ich anders. Wer dieses Recht mißbraucht, und das tut man, wenn man einfach nur ein Kreuz macht, ohne die leiseste Ahnung von dem zu haben, was man gerade anrichtet, hat es eigentlich nicht wirklich verdient.

Dieses Prinzip gibt es übrigens in Deutschland sehr wohl. Wer nämlich neu in einen Wahlkreis gezogen ist, der ist innerhalb einer bestimmten Frist (6 Monate in NRW, wenn ich nicht irre) bei Kommunalwahlen nicht wahlberechtigt, eben weil man unterstellt, daß er von den lokalen Angelegenheiten in so kurzer Zeit noch keinen hinreichenden (d.h. für eine „vernüftige“ Wahlentscheidung ausreichenden) Plan erlangen kann.

Gruß
Christian

Das Recht, an den Folgen der Wahl zu partizipieren
Hallo nochmal,

klar, du hättest nicht gerne, dass Leute wie ich wählen, da
ich eindeutig links wählen würde.

dann wünsche ich Dir viel Spaß mit Deiner neuen Steuer- und Abgabenlast, die Du ja, wie Du so treffend bemerkt hast, mittragen darfst. Insofern bekommst Du ja doch genau das, was Du gewählt hättest und alles ist im Lack :wink:

Gruß
Christian

Alternative: Volk abschaffen
Hallo,

  1. brauchen wir ein so riesiges parlament ?

nö. Aber schon jetzt wurde z.B. am Niederrhein über die neuen Wahlkreise mächtig gejammert, weil man sich jetzt ungenügend repräsentiert fühlt. (Eigentlich war es ja nur eine Parteigeschichte. Ein SPD-Wahlkreis wurde mit einem CDU-Wahlkreis verschmolzen, aber so, daß eine leichte Mehrheit für wen auch immer dabei rauskam.)

  1. brauchen wir die Länderstruktur ( in ihrer Anzahl ) wie
    jetzt ?

Nö, aber die Fusion Berlin/Brandenburg wurde ja per Volksentscheid gekippt.

Will sagen: Selbst wenn mal gespart werden soll, hat der blöde Wahlbürger irgendein Problem damit.

Gruß
Christian

Auf jeden Fall hat der SPD-Wahlkampf gewirkt -owT
.

Hallo Christian,

auch wenn ich Dir im Prinzip absolut zustimme, dass es manchmal eine „Zumutung“ ist, wessen Stimme genausoviel zählt wie die meine:smile:, muss ich Dir bei einem ebenfalls widersprechen:

Das sehe ich anders. Wer dieses Recht mißbraucht, und das tut
man, wenn man einfach nur ein Kreuz macht, ohne die leiseste
Ahnung von dem zu haben, was man gerade anrichtet, hat es
eigentlich nicht wirklich verdient.

Nicht zu wissen, was man anrichtet, ist in der Demokratie noch immer kein Rechtsmissbrauch. Und mir sind diejenigen allemal lieber, die nicht wissen, was sie tun, das aber richtig, als die, die mit vollstem Wissen das falsche tun. Und auch davon hatten (und haben) wir genug auf allen Seiten…

Grüße
Jürgen

Hallo Juergen,

Viel Spass beim Gürtel enger schnallen und Steuern zahlen!

Hab ich…

Ich freue mich mit Dir über Deinen Spass, wenn Du meine Steuern gleicht mitzahlst. Vielleicht hast Du dann nochmehr Spass. :wink:

Ich mag mich ja langsam wiederholen, aber solche polemischen,
politisch grob einseitigen Postings gehen mir langsam auf die
Nerven…

Mit geht’s auf die Nerven, wenn die Politik zu billiger Polemik greift. Erst diese international auf völliges Unverständnis stossende „Ohne-uns-und-Deutschlands-Weg“-Politk, mit der man aus Wahlkampfgründen leichtfertig seine eigenen Verbündeten verärgerte und dann eben noch diese leidliche Abgabengeschichte.

Wo bitte sind Deine Verbesserungsansätze?
Und wo bitte hat die Opposition bezahlbare und durchsetzbare
Verbesserungsansätze gehabt?

Es geht nicht um Verbesserungsansätze. Es geht darum, dass die Regierung (vor der Wahl) das Volk wissentlich falsch informiert hat, obgleich viele Wirtschaftsexperten bereits ihre, wie sich zeigte, berechtigten Zweifel öffentlich äusserten. Insofern würde ich einen Verbesserungsansatz lediglich dort sehen, als dass man vor der Wahl etwas hard-talk gegenüber dem Volk unternommen hätte. Es kann nicht sein, dass der noch wählende Otto-Normal-Verbraucher für naiv gehalten werden muss, wenn er glaubt, er könne sich auf Wahlaussagen verlassen. Damit trägt die Regierung momentan sehr zur allgemeinen Wahlmüdigkeit bei, wenn sie deutlich zeigt, dass der Wähler nach der Wahl nicht das bekommt, was ihm vor der Wahl zugesagt wurde, oder vielmehr das bekommt, was ihm vor der Wahl nicht gesagt wurde. Und dies übrigens im durchaus negativen Sinne. Die künftige Politik der Regierung enthält also vielmehr arglistig versteckte „Mängel“, die zwar der Fachmann erkennen konnte, welche allerdings gegenüber dem ebenso wahlberechtigten Laien bewusst verschleiert wurden. Und das ist wohl nicht der richtige Weg.
Wer soll zudem wissen, ob die veränderten und neueren Massnahmen zu einer Verbesserung führen? Das ist der Regierung schon seit 1998 nur sehr mässig gelungen, obwohl so bereits damals mit fast unglaublichen Wahlvorhaben antrat. Diesmal genehmigt sie sich einen weiteren Griff in unsere Taschen und keiner kann mit Bestimmtheit sagen, ob das Geld, was uns definitv am Monatsende fehlt, auch definitiv gut investiert ist? Ich emphatisiere dabei: man hätte das Volk vorher aufklären müssen.

Gruss
Bark

Super gut!!! (owT)
.

Hi Camilla,

Glaub mir, ich habe bestimmt keine hohe Meinung von den
meisten Menschen/Wählern. Trotzdem ist wählen ein Recht, dass
niemendem weggenommen werden darf.

Es ist aber durchaus nicht unüblich, bestimmte Rechte über einen Test zu erlangen. Das weiss der Student, der eine bestimmte Reifeprüfung ablegen musste, obwohl jeder einen Anspruch auf Bildung hat. Und einen Wahltest, oder zumindest ein Kurzseminar (und wenn es nur zwei Stunden dauert), halte ich ebenfalls durchaus für sinnvoll. Chris ist schon im Recht. Manche Leute sind echt zu blöd, ein Loch in den Schnee zu pinkeln oder einen Eimer Wasser umzukippen. Trotzdem aber dürfen sie die Gesellschaftsentwicklung beeinflussen. Frag’ doch mal rum. Es gibt Jugendliche, die die DVU wählen, weil sie stumpf der Meinung sind, Deutschland sollte ein nationalistischer Staat werden. Fragst Du sie aber nach dem Grund, dann kommt ein ebenso stumpfes: „Ausländer raus. Die baggern immer deutsche Frauen an und nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“. Der Typ selbst aber ist nur von Arbeitslosigkeit betroffen, weil er mit Springerstiefeln, Glatze und Alkfahne zum Vorstellungsgespräch kommt oder seinen fehlerbehafteten Lebenslauf mit Bleistift auf sein Brotpapier geschrieben hat.
Auf der anderen Seite stehen wiederum jene, die eine bestimmte Partei nur deshalb wählen, weil sie „immer so gewählt haben“. Dabei interessiert es sie nur sehr mässig, was diese Partei überhaupt an Politik im „Angebot“ hat.
Für junge Leute wäre es mithin kein Problem, über den gemeinschaftskundlichen Unterricht in der Schule eine derartige Wahlberechtigung zu erlangen. Ich würde es im gesellschaftlichen Sinne als nützlich und zumutbar erachten, wenn jeder Wähler einmal im Leben einen derartigen Kurzkurs zu besuchen hätte, der mit einer kleinen Prüfung abschliesst. Natürlich kostenlos und beliebig oft wiederholbar. Warum nicht?

Ciao
Bark

Hi Juergen,

Nicht zu wissen, was man anrichtet, ist in der Demokratie noch
immer kein Rechtsmissbrauch.

Das macht die Sache aber auch noch lange nicht zu einer tollen Angelegenheit. Vorallem dann nicht, wenn alle anderen davon betroffen sind. Und man kann durchaus etwas dagegen unternehmen. Warum also nicht? Und es geht ja auch nicht darum, die Demokratie abzuschaffen. Es geht darum, die Demokratie wertvoller zu machen.

Vielleicht nennen wir es einfach nicht Rechtsmissbrauch, sondern Rechtsvergeudung.

Und mir sind diejenigen allemal
lieber, die nicht wissen, was sie tun, das aber richtig, als
die, die mit vollstem Wissen das falsche tun. Und auch davon
hatten (und haben) wir genug auf allen Seiten…

Stimmt natürlich.

Gruss
Bark

Hier…
Hi!

Also, nochmal für alle und zum mitschreiben:

Es gibt 2 Grundsätzliche Richtungen aus der Finanzkriese:

SPD/Grüne:
Steuern erhöhen und damit die Wirtschaft lahmlegen und und und…etc. (wurde schon soooooo unendlich oft diskutiert)

CDU/CSU/FDP:
Steuern senken und damit die Wirtschaft ankurbeln: weniger Arbeitslose, mehr Steuereinnahmen und und und… etc.

Und wie es sich immer mehr abzeichnet, haben wir mit SPD/Grün die falsche Richtung eingeschlagen!

Rupert

Hi,

leider bist Du auch jemand, der auf eine Hetzkampanie und Lügenmärchen der politischen Gegenern reingefallen ist. Oder wie erklärst Du Dir sonst, daß sich soviele EU Länder enttäuscht zeigten, daß es Schröder wurde? Alles Faschistenm, oder?

Rupert

Hallo Rupert,

leider bist Du auch jemand, der auf eine Hetzkampanie und
Lügenmärchen der politischen Gegenern reingefallen ist.

Ich muss bei dieser Aussage ein wenig schmunzeln, da ich grundsätzlich skeptisch und politisch nicht leicht zu beeinflussen bin.

Aber auf deine Frage zurückzukommen: Mit den restlichen EU-Ländern kenne ich mich nicht sehr gut aus, aber Italien hat definitiv eine faschistische Regierung - kein Wunder, dass sie eine Wahlsieg der SPD/Grünen nicht begrüsst.

Übrigens hatte sich der Blair auch einen Wahlsieg von Schröder gewünscht, damit er in Europa nicht „völig isoliert´“ bleibt.

Ciao
Camilla

Hallo Rupert,

CDU/CSU/FDP:
Steuern senken und damit die Wirtschaft ankurbeln: weniger
Arbeitslose, mehr Steuereinnahmen und und und… etc.

Wo hast Du denn diese Neuigkeit her? Ich habe davon in den letzten Jahren inkl. des Wahlkampfs eigentlich nichts mitbekommen…
Und ehrlich gesagt finde ich es sehr belustigend, wenn sich jetzt aktuell ein Herr Waigl in der „Zeit“ als Kritiker von Eichel kapriziert von wegen mangelndem Sparkurs. Da kann ich wirkllich nur noch lachen…
Und wenn selbst Stoiber bei seinen Wahlkampfaussagen von seinem sogenannten Wirtschaftsfachmann Späth zurückgepfiffen werden muss wegen Unbezahlbarkeit der Wahlkampf-Vorschläge (ist ja wohl schon vergessen, oder?), da ist es für mich mit der wirtschaftlichen Kompetenz dieser Fraktion auch nicht gerade weit her.

Versteh mich bitte nicht falsch: Selbstverständlich müssen wir sparen, wir müssen die Staatsquote runterbringen, wir brauchen mehr Eigeninitiative…

Was mích an Deinen (und vieler anderer hier) Aussagen stört, ist die politische Einseitigkeit, als hätte die CDU/FDP in letzter Zeit irgendwelche Vorschläge gemacht, die vernünftig, umsetzbar und zielgerichtet wären. Von der sich jetzt abzeichnenden, primitiven Mauerhaltung dieser Fraktionen, die auch geringeste positive Änderungen zum Scheitern verurteilt, will ich gar nicht reden.

Und wenn man mich hier noch als dumm hinstellt, weil ich das für mich geringere Übel gewählt habe, und das mit polemischen Aussagen, die IMHO nicht im mindesten belegbar sind, dann reichts mir einfach mit der dummdreisten Polemik.

Nichts für ungut
Jürgen

Hallo Bark,

Ich emphatisiere dabei: man hätte das Volk vorher
aufklären müssen.

dann erinnere ich Dich an unser intellentes Volk nach der Wiedervereinigung. Es gab damals die Auswahl zwischen „blühenden Landschaften“ und „es wird verdammt teuer!“. Wer wurde gewählt? Und was war das Ergebnis? Etwa blühende Landschaften? Soviel zum Erfolg von Ehrlichkeit…

Und erzähl mir bitte nicht, dass die Stoiber-Fraktion im Wahlkampf ehrlicher gewesen ist, als die Schröder-Fraktion!
Mal ehrlich: Jeder halbwegs vernünftige Bürger weiss, dass es nicht billiger wird in nächster Zeit, egal was alle Politiker sagen. Und wenn Du Dir mal die Neuverschuldungskurve anschaust, dann wirst Du feststellen, dass erst nach 98 ein Knick in die richtige Richtung eingetreten ist. Davor wurde von den selben Leuten, die mir jetzt einreden wollen, sie seien wirtschaftskompetent mein Geld sinnlos zum Fenster raus gejubelt. Aber das ist ja alles bereits vergessen… Wie kurz ist eigentlich die Erinnerung des CDU/FDP-Fanclubs hier?

Grüße
Jürgen

Hallo Juergen,

dann erinnere ich Dich an unser intellentes Volk nach der
Wiedervereinigung. Es gab damals die Auswahl zwischen
„blühenden Landschaften“ und „es wird verdammt teuer!“. Wer
wurde gewählt?

Diese Auswahl stand aber nicht direkt vor der Wahl zur Debatte, sondern zunächst vielmehr direkt vor der Wiedervereinigung.

Und was war das Ergebnis? Etwa blühende
Landschaften? Soviel zum Erfolg von Ehrlichkeit…

Ich glaube, darin einen wichtigen Unterschied erkennen zu können. Welcher Politiker hatte schonmal jemals zuvor die Aufgabe zu bewältigen, zwei Staaten zusammenzuführen? Zudem zwei Staaten, die aus zwei diametral entgegengesetzten Wirtschaftssystemen hervorgingen, zwei Staaten, von denen einer tatsächlich über eine blühende Wirtschaft verfügte und der andere am wirtschaftlichen Tropf hing. Ausserdem war diese Lüge, wenn man es überhaupt Lüge nennen kann, recht zweckmässig. Gorbi’s Position in der Sowjetunion war unter den Altkommunisten sowieso schon geschwächt. In seinem Buch „Taking Action“ schreibt er selbst, dass er quasi als „Vernichter der Werktätigen“ verschrien war. Zudem gab es eine relativ starke Lobby, die für eine Wiedervereinigung nach weiteren zehn Jahren plädierte. Andere bevorzugten gar die Persistenz zweier Staaten.
Hätte man die Wiedervereinigung schlecht machen sollen, um zu warten, bis es eine neue Sowjetführung hätte geben können, die alle Träume nach einem vereinten Deutschland zerstört hätte? Vielleicht erinnerst Du Dich noch daran, wie in der Zeit, als gegen Gorbi geputscht wurde, sich viele dankbar darüber äusserten, dass die Wiedervereinigung bereits vollendet war. Was wäre denn gewesen, wenn man die Wiedervereinigung madig gemacht worden wäre, sie sich damit verzögert hätte und der Putsch nicht hätte zugunsten des Gorbatschow hätte beendet werden können? Dann hätte sich dieses Putschgremium die 2+4-Vertragsentwürfe durchgelesen und mit einem dicken „GGG“ abgestempelt (Gesehen, Gelacht, Gestrichen). Ja, so sieht es doch aus. Und das ist übrigens nicht spekulativ, sondern vielmehr das, mit was Kohl damals durch Gorbatschow auf der Krim konfrontiert wurde. Verweise erneut an „Taking Action“.
Wie die Entwickulung später aussehen würde, konnte man einfach noch nicht einschätzen. War ja noch nie passiert. Eine deutsche Wiedervereinigung.

Im heutigen Falle ist es jedoch gänzlich anders. Fakten lagen vor, wurden verschleiert, und erst nach der Wahl wurde das Loch in der Kasse des Eichel bekannt gemacht. Und es geht auch nicht darum, ob die derzeitige Opposition im Falle ihrer Regierung sich nach der Wahl „anständig“ verhalten hätte. Es geht konkret um das derzeitige Geschehen und eben nicht um Spekulationen. Zumindest lässt sich durch solche Spekulationen das Verhalten der Jetzt-Regierung auch nicht in irgendeinster Weise rechtfertigen, indem man schlichtweg vermutet, die anderen hätten es wohl nicht anders gemacht.

Und erzähl mir bitte nicht, dass die Stoiber-Fraktion im
Wahlkampf ehrlicher gewesen ist, als die Schröder-Fraktion!

Aber jetzt ist der Wahlkampf vorbei. Und das Problem besteht m. M. nach nunmal mit den Rotgrünen und nicht mit den Schwarzgelben. Und darüber hinaus hätte ich mich ebenso beklagt, wenn sich Schwarzgelb derart verhalten hätte. Ich erachte es als legitim, die Politik „seiner“ Wahl zu verteidigen. Fragwürdig ist es m. M. nach, wenn man deren Lügen verteidigt und nach dem sogenannten „Lumpenbeweis“ greift (…die anderen hätten aber auch).

Mal ehrlich: Jeder halbwegs vernünftige Bürger weiss, dass es
nicht billiger wird in nächster Zeit, egal was alle Politiker
sagen.

Es ist aber nicht nur jeder halbwegs vernünftige Bürger wahlberechtigt und auch nicht nur jeder halbwegsvernüftige Bürger erhofft sich Vorteile durch sein Kreuz. Wie ich schon an aderer Stelle bemerkte, kann es nicht sein, dass man als Wähler heutzutage als naiv abgestempelt wird, wenn man sich auf Wahlaussagen verlassen. Eben dann wären wir naiv, wenn wir dann überhaupt noch zur Wahl gehen. Dann können wir auch auf das Wahlrecht gleich ganz verzichten. Dann können wir auch vor den Wahllokalen stehenbleiben, nicht wählen und jeden auslachen, der reingeht: „Ha…schau’ mal da…schon wieder so ein Idiot, der sich verarschen lassen will“…

Und wenn Du Dir mal die Neuverschuldungskurve
anschaust, dann wirst Du feststellen, dass erst nach 98 ein
Knick in die richtige Richtung eingetreten ist.

Die Staatsschulden sind natürlich ein Thema. Aber eben nicht das, welches für Otto-Normal-Verbraucher in erster Linie von Bedeutung ist. Von Bedeutung ist eben nur dass, was am Monatsanfang auf seinem Lohnstreifen steht und das, was gegen Monatsende in seinem Geldbeutel verbleibt. Und das ist das Problem. Wenn der Staat Probleme mit Schulden hat, dann kann es nicht sein, dass es immerwieder ONV ist, der dafür geradestehen muss. Momentan ist es nämlich so, dass man gar nicht so richtig weiss, wofür man überhaupt mehr bezahlt, oder auf mehr verzichten muss. Wo sieht man denn Ergebnisse? Etwa in der Arbeitsmarktpolitik? In der Gesundheitspolitik? In der Verkehrs- und Umweltpolitik? Und jetzt erzähle bitte diesmal Du mir nicht, diese Positivfolgen würden sich langfristig einstellen. Viele Menschen leben schon fast von der Hand in den Mund und können sich den Luxus, eine tolle Zukunft finanzieren zu helfen, schlichtweg gar nicht mehr leisten. Ich selbst kenne Leute in meinem eigenen Umfeld, die am Monatsende noch für zwei oder drei Tage mit € 30,- hinkommen müssen und ich wohne noch nichtmal in einem Armutsviertel. Man möge es ihnen „verzeihen“, dass sie sich noch ein Auto unterhalten, um trotzdem noch die täglichen 30km zur Arbeit zu fahren. Andere würden sich schon auf die Faule Haut legen und den Sozi machen lassen. Und da bin ich der Meinung, dass es so nicht sein kann. Verbesserungen müssen heute her und nicht übermorgen. Viele können sich diesen Warteluxus schon heute nicht mehr leisten.

Davor wurde
von den selben Leuten, die mir jetzt einreden wollen, sie
seien wirtschaftskompetent mein Geld sinnlos zum Fenster raus
gejubelt.

Mein Geld von jenen, die jetzt einreden wollen, die seien wirtschaftskompetent. Z. B. ist es doch die Ökosteuer, die nicht so eingesetzt wird, wie sie es sollte, sondern momentan lediglich dem Stopfen von Engpässen dient. Mit grossem „Erfolg“, wie mir scheint, denn erst heute wird bekannt, dass Eichel sich berufen sieht, erneut den Verteidigungshaushalt um € 500 Mio zu kürzen. Man holt’s sich eben, wo man glaubt, es wäre vorhanden.

Aber das ist ja alles bereits vergessen… Wie kurz
ist eigentlich die Erinnerung des CDU/FDP-Fanclubs hier?

Nun, es ist ja scheinbar eher so, dass Rot/Grün nicht vergessen kann. Schliesslich wird ja immerwieder gerne behauptet, man könne so schnell nicht abarbeiten, was in 16 Jahren „Kohlherrschaft“ versaut wurde. Trotzdem sah man sich anfangs in der Lage, zwei Millionen Arbeitsplätze innerhalb einer Legislaturperiode zu schaffen. Als man dann merkte, dass daraus nichts wird, hatten plötzlich wieder die anderen Schuld.

Erlaube mir aber bitte doch eine kleine Spekulation. Ich glaube, der 22. September 2002 ist für Rot/Grün der Anfang vom Ende. 2006 wird es nicht besser sein und die Laste der Vorwürfe wird auch für Profidarsteller Schröder nicht mehr tragbar sein. Aber das nur zu meiner persönlichen Einschätzung.

Grüsse
Bark

Alleine? :smile:
Hallo Barkley,

also auf die Gefahr hin, dass ich alleine damit im Regen stehe…

aber ich sehe es so… ich kann mir das, was ich brauche weitestgehend auch leisten.

Nur wenn es meinem Staat gut geht, dann gehts auch mir gut… gehts dem schlecht, gehts auch mir schlecht… Von daher ist mir eine geringe Staatsverschuldung lieber (weil es mir dann zwangsläufig auch gut geht), als eine hohe.

Von daher… ein altes Sprichwort hilft hier:

spare in der Not, dann hast du in der Zeit.

Gruß
Marco

Hallo Bark,

Diese Auswahl stand aber nicht direkt vor der Wahl zur
Debatte, sondern zunächst vielmehr direkt vor der
Wiedervereinigung.

Ähm, das war übrigens der Wahlkampf zwischen Kohl und Lafontaine, den ich anzitierte…

[Wiedervereinigung]

Sei mir nicht böse, aber IMHO hat Kohl mit seinen „von alleine entstehenden blühenden Landschaften“ eine Erwartungshaltung geweckt, die dazu führte, dass sich der Westen ziemlich unverantwortlich fühlt gegenüber dem Osten.
Ein Resultat der Politik war ja auch die Einführung, Streichung, erneute Einführung des Solidaritätszuschlags. Auch hier wurde den Wählern vorgegaukelt, er wäre mal höchstens für ein Jahr.

Es wusste jeder venünftige Bürger (ich für mich maße mir zumindest an, es gewusst zu haben), dass die ehem. DDR nicht für umme wieder auf die Beine zu bringen ist, es wollte auch hier anscheinend nur keiner wahr haben. Ich für meinen Fall denke, dass hier die Chance für echte Solidarität vertan wurde durch billige Wahlpropaganda…

Im heutigen Falle ist es jedoch gänzlich anders.

Nochmal, auch damals waren die Fakten der maroden DDR jedem der wollte bekannt. Auch damals gab es Experten, die gesagt haben, dass es mindestens 30Jahre dauern wird, bis der Westen die Transferzahlungen einstellen kann…

Aber Du hast recht, das Kind ist 90 in den Brunnen gefallen und säuft zwar bis heute ab, das ist aber nicht mehr zu ändern.

Fakten lagen
vor, wurden verschleiert, und erst nach der Wahl wurde das
Loch in der Kasse des Eichel bekannt gemacht.

Du wusstest nicht, dass wir einen Nachtragshaushalt brauchen, Du wusstest nicht, dass wir die EU-Kriterien nicht erfüllen? In jeder kritischen Presse waren die Fakten bekannt, sie wurden nur von allen Fraktionen im Wahlkampf ignoriert. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass man den Polikern mehr vertraut als unabhängigen Wirtschaftsexperten, aber das glaubst Du ja selbst nicht. Dann blieb also nur noch die Wahl, entweder irgendeinen Lügner zu wählen oder keinen. Und da ich immer wähle, habe ich halt den Lügner gewählt, der für mich das kleinere Übel ist…

Und es geht auch
nicht darum, ob die derzeitige Opposition im Falle ihrer
Regierung sich nach der Wahl „anständig“ verhalten hätte. Es
geht konkret um das derzeitige Geschehen und eben nicht um
Spekulationen. Zumindest lässt sich durch solche Spekulationen
das Verhalten der Jetzt-Regierung auch nicht in irgendeinster
Weise rechtfertigen, indem man schlichtweg vermutet, die
anderen hätten es wohl nicht anders gemacht.

Ich rechtfertige nichts, ich wehre mich nur gegen Aussagen, ich hätte nicht gewusst, wen oder was ich wähle, oder ich hätte einen Fehler gemacht, weil die anderen ja soviel besser seien. Das sind Spekulationen, die durch nichts bewiesen sind!

Aber jetzt ist der Wahlkampf vorbei. Und das Problem besteht
m. M. nach nunmal mit den Rotgrünen und nicht mit den
Schwarzgelben.

Es besteht mit allen! Wie erwähnt halte ich die sich abzeichnende, primitive Mauerpolitik der Opposition für genauso problematisch wie so manches der Regierung…

Es ist aber nicht nur jeder halbwegs vernünftige Bürger
wahlberechtigt und auch nicht nur jeder halbwegsvernüftige
Bürger erhofft sich Vorteile durch sein Kreuz.

Im Moment (und das ist hier der Unterschied zwischen mir und anderen) erhoffe ich mir keinen persönlichen finanziellen Vorteil, sondern zukunftsfähige Politik. Und da in den letzten vier Jahren sich mehr bewegt hat, als in den 10 Jahren davor, gebe ich Schröder noch einmal eine Chance. Das ist seine letzte, aber er hat sie von mir (und anderen) bekommen.

Wie ich schon
an aderer Stelle bemerkte, kann es nicht sein, dass man als
Wähler heutzutage als naiv abgestempelt wird, wenn man sich
auf Wahlaussagen verlassen. Eben dann wären wir naiv, wenn wir
dann überhaupt noch zur Wahl gehen. Dann können wir auch auf
das Wahlrecht gleich ganz verzichten. Dann können wir auch vor
den Wahllokalen stehenbleiben, nicht wählen und jeden
auslachen, der reingeht: „Ha…schau’ mal da…schon wieder so
ein Idiot, der sich verarschen lassen will“…

Meine Güte, und Du glaubst auch noch an den Weihnachtsmann, oder?:smile:

Die Staatsschulden sind natürlich ein Thema. Aber eben nicht
das, welches für Otto-Normal-Verbraucher in erster Linie von
Bedeutung ist. Von Bedeutung ist eben nur dass, was am
Monatsanfang auf seinem Lohnstreifen steht und das, was gegen
Monatsende in seinem Geldbeutel verbleibt. Und das ist das
Problem. Wenn der Staat Probleme mit Schulden hat, dann kann
es nicht sein, dass es immerwieder ONV ist, der dafür
geradestehen muss.

Bist Du so naiv? Die Schulden sind nicht die Schulden der „BRD“, sondern Deine persönlichen Schulden (bzw. die des ONV). Wir sind die BRD! Und wir haften alle dafür!

[Sozialkitsch]

Das ist schön, aber auf dem Feld hat die derzeitige Regierung sicher mehr zu bieten als die Opposition…

Mein Geld von jenen, die jetzt einreden wollen, die seien
wirtschaftskompetent. Z. B. ist es doch die Ökosteuer, die
nicht so eingesetzt wird, wie sie es sollte, sondern momentan
lediglich dem Stopfen von Engpässen dient.

Wie sollte sie denn eingesetzt werden? Ich halte es für sehr sinnvoll, den Verbrauch von Ressourcen zu verteuern und die Kosten der Arbeit zu reduzieren. Was ist daran falsch?

Mit grossem
„Erfolg“, wie mir scheint, denn erst heute wird bekannt, dass
Eichel sich berufen sieht, erneut den Verteidigungshaushalt um
€ 500 Mio zu kürzen. Man holt’s sich eben, wo man glaubt, es
wäre vorhanden.

Man holt es sich da, wo man meint, sparen (d.h. verzichten(!)) zu können. Und dass das irgendwem weh tut, ist klar…

Nun, es ist ja scheinbar eher so, dass Rot/Grün nicht
vergessen kann. Schliesslich wird ja immerwieder gerne
behauptet, man könne so schnell nicht abarbeiten, was in 16
Jahren „Kohlherrschaft“ versaut wurde.

So ist das auch…

Trotzdem sah man sich
anfangs in der Lage, zwei Millionen Arbeitsplätze innerhalb
einer Legislaturperiode zu schaffen. Als man dann merkte, dass
daraus nichts wird, hatten plötzlich wieder die anderen
Schuld.

Das war ein böser Fehler. Aber Politik kann niemals(!) Arbeitsplätze schaffen, das kann nur die Wirtschaft. Politik kann nur Rahmenbedingungen schaffen für Arbeitsplätze und die sind derzeit schlicht nicht da. Und das liegt nicht nur an der Politik.

Erlaube mir aber bitte doch eine kleine Spekulation. Ich
glaube, der 22. September 2002 ist für Rot/Grün der Anfang vom
Ende. 2006 wird es nicht besser sein und die Laste der
Vorwürfe wird auch für Profidarsteller Schröder nicht mehr
tragbar sein. Aber das nur zu meiner persönlichen
Einschätzung.

Da gehe ich (was Dich überraschen dürfte) absolut mit. Nur glaube ich nicht, dass es danach dann besser wird…

Grüße
Jürgen

Hallo Juergen,

Ähm, das war übrigens der Wahlkampf zwischen Kohl und
Lafontaine, den ich anzitierte…

Wahlkampferöffnung: 10.09.90
Spruch „Blühende Landschaften“: 17.10.90
Wiedervereinigung: 08.10.90
BTW '90: 02.12.90
Hmm…

Sei mir nicht böse, aber IMHO hat Kohl mit seinen „von alleine
entstehenden blühenden Landschaften“ eine Erwartungshaltung
geweckt, die dazu führte, dass sich der Westen ziemlich
unverantwortlich fühlt gegenüber dem Osten.

Ich sehe, dass sich in den neuen Bundesländern so einiges getan hat. Aber das ist mho.

Ein Resultat der Politik war ja auch die Einführung,
Streichung, erneute Einführung des Solidaritätszuschlags. Auch
hier wurde den Wählern vorgegaukelt, er wäre mal höchstens für
ein Jahr.

Gegen den Soli gibt’s aber auch kaum was einzuwenden.

Es wusste jeder venünftige Bürger (ich für mich maße mir
zumindest an, es gewusst zu haben), dass die ehem. DDR nicht
für umme wieder auf die Beine zu bringen ist, es wollte auch
hier anscheinend nur keiner wahr haben. Ich für meinen Fall
denke, dass hier die Chance für echte Solidarität vertan wurde
durch billige Wahlpropaganda…

Naja, was Wahlpropaganda ist, wird uns ja gerade in der Gegenwart nochmal bestätigt. Was die Wiedervereinigung anbelangt, so kann wohl niemand wirklich einen plötzlichen Aufschwung erwartet haben. Insofern halte ich Lafontains „Der neue Weg“ für nicht weniger verfälschend.

Nochmal, auch damals waren die Fakten der maroden DDR jedem
der wollte bekannt. Auch damals gab es Experten, die gesagt
haben, dass es mindestens 30Jahre dauern wird, bis der Westen
die Transferzahlungen einstellen kann…

Richtig. Es war jedem bekannt. Im Falle Eichels handelt es sich aber um nichts anderes als Finanzbuchhaltung, in die eben nicht jeder Einblick hat. Und in diesem Falle hat er sich einer Arglist bedient.

Aber Du hast recht, das Kind ist 90 in den Brunnen gefallen
und säuft zwar bis heute ab, das ist aber nicht mehr zu
ändern.

Wenn Du es so betrachtest, dann ist es vielleicht 90 in den Brunnen gefallen. Aber es stirbt erst seit 98.

Du wusstest nicht, dass wir einen Nachtragshaushalt brauchen,
Du wusstest nicht, dass wir die EU-Kriterien nicht erfüllen?

Es geht hier nicht um mich. Und ich habe auch andere Dinge um die Ohren, als mich um die Regierungsfinanzen zu kümmern. Ich gehöre glücklicherweise aber auch nicht zu jenen, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Glaubst Du vielleicht, der alleinstehenden Mutter, die zwei Kinder versorgt und dabei auf jeden Cent achten muss, kann sich damit auseinandersetzen, ob Eichels Bücher stimmen? Falls es nicht ganz klar geworden sein sollte: es geht mir dabei um die Leute, die sowieso schon wenig haben. Und die wurden angeschissen.

In jeder kritischen Presse waren die Fakten bekannt, sie
wurden nur von allen Fraktionen im Wahlkampf ignoriert. Jetzt
kann man natürlich argumentieren, dass man den Polikern mehr
vertraut als unabhängigen Wirtschaftsexperten, aber das
glaubst Du ja selbst nicht.

Nochmal. Der „normale“ Bundesbürger geht nicht hin, kauft sich die Financial Times oder die FAZ und bewertet kritisch, was im BMF vorgeht.

Dann blieb also nur noch die Wahl,
entweder irgendeinen Lügner zu wählen oder keinen. Und da ich
immer wähle, habe ich halt den Lügner gewählt, der für mich
das kleinere Übel ist…

Genau das habe ich ja gesagt. Es kann nicht sein, dass man mit der Gewissheit wählen muss, seinem eigenen Kreuz auf den Leim zu gehen. Ich sage nicht, dass es keine kohl’schen Wahllügen gab. Aber ich finde es umso dreister, wenn sich andere eben darüber erheben wollen und dann keinen Deut besser sind.

Ich rechtfertige nichts, ich wehre mich nur gegen Aussagen,
ich hätte nicht gewusst, wen oder was ich wähle, oder ich
hätte einen Fehler gemacht, weil die anderen ja soviel besser
seien. Das sind Spekulationen, die durch nichts bewiesen sind!

Niemand hat gesagt, die „anderen wären ja soviel besser“. Ich habe lediglich behauptet - und dabei bleibe ich - dass die derzeitige Regierung gerade eine Wahllüge vollstreckt. Und das ist sicherlich keine Spekulation.

Es besteht mit allen! Wie erwähnt halte ich die sich
abzeichnende, primitive Mauerpolitik der Opposition für
genauso problematisch wie so manches der Regierung…

Dann darf ich Dich wohl an die Hessen-Wahl '95 erinnern? War es nicht damals die SPD, die damit die Mehrheit im Bundesrat gewann und ankündigte, sie werde vortan jede Bewegung der Union stumpf blockieren? Und bis jetzt hat die SPD wohl in wirklich allen wichtigen Entscheidungen die Zustimmung der Opposition gefunden, oder? Ganz im Gegenteil sogar. Es war doch Schröder selbst, der 99 behauptete, er hätte mit der Opposition weniger Probleme, als mit seinem eigenen Koalitionspartner.

Im Moment (und das ist hier der Unterschied zwischen mir und
anderen) erhoffe ich mir keinen persönlichen finanziellen
Vorteil, sondern zukunftsfähige Politik. Und da in den letzten
vier Jahren sich mehr bewegt hat, als in den 10 Jahren davor,
gebe ich Schröder noch einmal eine Chance. Das ist seine
letzte, aber er hat sie von mir (und anderen) bekommen.

Was soll ich dazu sagen? Das ist nunmal Deine Meinung. Und dass sich in den letzten vier Jahren mehr als in den davor vergangenen 10 Jahren getan hat, ist leider nicht mehr rückgängig zu machen.

Meine Güte, und Du glaubst auch noch an den Weihnachtsmann,
oder?:smile:
Bist Du so naiv?

Diese nerviven Anspielungen „Weihnachstmann“ und „naiv“ sind irgendwie überflüssig. Ich verichte doch auch auf persönliches Gehacke? Gelingt Dir doch sicherlich auch, oder?

Die Schulden sind nicht die Schulden der
„BRD“, sondern Deine persönlichen Schulden (bzw. die des ONV).
Wir sind die BRD! Und wir haften alle dafür!

Schau’ Dir doch mal die Abgabenlast des Normalverbrauchers an. Da willst Du mir erzählen, er sei für die Schulden des Staates verantwortlich? Gelacht. Die Ökosteuer dient dem Stopfen von Haushaltslöchern (Ernest & Young), Milliarden werden Jahr für Jahr aufgrund der Fehlentscheidungen des beamteten Wasserkopfes dieses Landes verschleudert, Investitionen werden aufgrund statischer Staatsregulierungen verhindert (siehe AEG), aber ONV soll’s ausbaden? Das isr genau die Argumentation der SPD. Wir alle müssen ausbaden, was wenige falsch machten.

Das ist schön, aber auf dem Feld hat die derzeitige Regierung
sicher mehr zu bieten als die Opposition…

Wie schön es wird, wird man sehen.

Wie sollte sie denn eingesetzt werden? Ich halte es für sehr
sinnvoll, den Verbrauch von Ressourcen zu verteuern und die
Kosten der Arbeit zu reduzieren. Was ist daran falsch?

Wo wird die Öko-Steuer zum Ressourcenschutz eingesetzt? Momentan ist sei ein Lückenbüsser für die Stellen, an denen Steuern fehlen (Ernest & Young).
Und falsch daran ist obendrein, dass sie eben nicht dafür eingesetzt wird. Es ist doch wohl ein Perversum, wenn sich eine „öko-soziale“ Regierung dafür einsetzt, Ressourcen durch Verteuerung zu schützen, wenngleich die „Grossressourcenverbraucher“ auch noch daraus Gewinn ziehen können.

Man holt es sich da, wo man meint, sparen (d.h. verzichten(!))
zu können. Und dass das irgendwem weh tut, ist klar…

Der Topf, der jetzt um 50% gekürzt wird, ist jener, der die Bundeswehr auf einen moderneren Stand bringen sollte. Die Bundeswehr selbst ist ein Loch, aus dem das Geld nicht gerade wieder heraussprudelt und sich dabei auch noch vermehrt hat. Zudem galt er dem Einsatz „Enduring Freedom“, einem Einsatz, mit dem die Bundesregierung die USA in uneingeschränkter Solidarität unterstützen wollte. Aber das kann ja auch egal sein. Seit Schröder geht man ja wieder den „deutschen Weg“. Man kann nicht einfach sagen, es handele sich ja nur um das Militär, da kann man ja ruhig sparen. Wer das Militär über den halben Planeten verteilt, der sollte auch dafür sorgen, dass es vernünftig ausgestattet und -gebildet ist. Was mich in diesem Punkt auch schon in der Kohl-Ära tierisch geärgert hat.

So ist das auch…

'98 sah man darin aber scheinbar noch nicht so das Problem. Ansonsten könnte man meinen, Schröder wäre einer von jenen, die einfach erstmal losrennen und dann schauen, was sie so erwartet. Bedenktlich.

Das war ein böser Fehler. Aber Politik kann niemals(!)
Arbeitsplätze schaffen, das kann nur die Wirtschaft. Politik
kann nur Rahmenbedingungen schaffen für Arbeitsplätze und die
sind derzeit schlicht nicht da. Und das liegt nicht nur an der
Politik.

Es liegt sogar massgeblich an der Politik. Eine freier Markt reguliert sich stets selbst. Sicherlich ist diese Betrachtung schon etwas älter, aber dennoch heute nicht gänzlich falsch.

Da gehe ich (was Dich überraschen dürfte) absolut mit. Nur
glaube ich nicht, dass es danach dann besser wird…

Wenn es überhaupt nochmal besser wird.

Gruss
Bark

Stabilitätsgesetz und Soli
Hallo,

Gegen den Soli gibt’s aber auch kaum was einzuwenden.

naja außer vielleicht, daß a) der Begriff und die Erhebungsweise das Problem verniedlicht (es ist eben eine Dauerbelastung und kein Zuschlag) und er b) eigentlich nur für ein Jahr erhoben werden darf (§ 26 Ziff. 3 b (3) und §27 StabG (Stabilitätsgesetz).

Aber da sich an das Stabilitätsgesetz seit Ende der 60er eh keiner mehr hält…

Gruß
Christian

Hi Chris,

naja außer vielleicht,

klar, dass glaube ich Dir. Mir ging’s aber in diesem Punkt wirklich eher darum, wie er eingesetzt wird. Man sagt ihm ja nicht so „schlimme Dinge“ nach, wie der Ökosteuer :wink:

Gruss
Tom