Hi Matze,
Die Studiengebühren sollen aber „sozialverträglich“ abgestuft
werden
eben.
was auch immer dass heissen möge. Ich wette, dass weiss
keiner von ‚denen‘. Im Gespräch sind ja zinslose Darlehen,
welche nach dem Studium innerhalb einer gewissen Zeit (ich
glaube ein zwei Jahre) zinsfrei abgezahlt werden können
(sollen!).
Ist doch ok.
Bloss frage ich mich wie dass einer bezahlen soll der auf
Bafög angewiesen ist, und die Eltern nicht unbedingt aus
gutbezahlten Schichten kommen.
Indem er sein Privileg, studiert zu haben, nutzt und einen gut bezahlten Arbeitsplatz annimmt?
Auch wenn es heisst „in
Deutschland studieren die meisten Unvermögenden weltweit“ so
halte ich es für einen sehr sehr großen Fehler Bildung immer
mehr zu einem Klassensystem verkommen zu lassen.
Ich finde, gegen eine sozialverträgliche Gestaltung ist nichts einzuwenden. Im Moment wird Bildung als ein kostenloses Gut betrachtet, welches man geradezu nachgeschmissen bekommt. Das ist die Einstellung einiger Studenten. Andererseits haben viele Profs kein Interesse daran, vernünftige Lehre zu organisieren, weil sie dadurch wertvolle Forschungszeit und damit bares Geld verlieren würden.
Und was ist wenn du keinen Job findest? dann stehst erstmal
vor einem Schuldenhaufen.
Ja, sorry, wofür studiere ich denn? Als Akademiker habe ich immer noch die besten Voraussetzungen, einen gut bezahlten Job zu finden. Diese Möglichkeit gibt mir der Staat und ich sehe nichts Verwerfliches darin, dem Staat wenigstens einen kleinen Teil des für mich ausgegebenen Geldes zu erstatten.
weil es unsozial ist??
Du kennst zwar die Details der sozialverträglichen Ausgestaltung nicht, aber redest schon von unsozial?
weil es ‚Unterpriveligierte‘ in leichte
Zugzwänge bringt??
Ich gehöre selbst zu den „Unterprivilegierten“ und sehe in Studiengebühren, sofern sozialverträglich und zum Profit der Hochschulen gestaltet, nur Vorteile.
Weil 500 Euro ein ganzer Batzen Geld ist??
Nicht, wenn du durchrechnest, wieviel Geld der Staat für dein Studium ausgibt. Im Vergleich dazu sind 500 € ein Klacks.
weil das ganze Geld wahrscheinlich keiner Uni zugute kommt und
in Haushaltslöchern verschwindet?? weil der Verwaltungsaufwand
die Studiengebühren fast wieder amortisiert??
In diesen zwei Punkten sehe ich ebenfalls ein Problem. Gerade deswegen finde ich es äußerst kontraproduktiv, sich auf die Barrikaden gegen die Studiengebühren zu stellen (wie das die meisten Studenten tun), sondern finde es wichtig, sich an der Ausgestaltung der Gebührengesetze zu beteiligen und DORT Forderungen zu stellen.
Meiner Meinung nach ists zwar ne nette Idee die Hörsääle etwas
zu entlasten (sind immer überfüllt! da sitzen Leute auf der
Treppe! Wirklich) und den Unis mehr Kohle zuzuspielen, aber
dann bitte doch mit staatlichen Subventionen!!
Hast du dich schon mal über die Staatsfinanzen informiert? Darüber, dass Kindergärten teuer sind, während man beim Studium häufig noch Geld hinterhergeschmissen bekommt? (Bafög, aber auch die vielen Vergünstigungen) Ich finde es wichtiger, sozial benachteiligten Kindern eine gute Grundbildung zu ermöglichen (KiGa, Schule), damit sie überhaupt die Chance bekommen, eine Universität zu besuchen. Wer dann wirklich motiviert ist zu studieren, wird sich von sozialverträglichen Studiengebühren nicht abschrecken lassen.
Also wenn sich
Deutschland so die Chancen auf zukünftige Ingeneure etc so
nehmen will, dann bitte!
Durch eine bessere Ausbildung würden die Chancen sogar steigen.
Aber bitte nicht rummeckern wenn es
‚keine qualifizierten Kräfte‘ mehr gibt.
Eben daran fehlt es schon heute. Weil zu wenige Kinder das Abitur erwerben. Weil die Qualität der Lehre zu wünschen übrig lässt und in manchen Fächern aus Geldmangel im großen Stil „gesiebt“ wird. DAS finde ich unfair.
Die heutigen Studierenden sind nicht zuletzt Deutschlands
zukünftige Führungskräfte, und die, welche morgen für
wirtschaftlichen zuständig sind!
Korrekt. Und die, welche die besten Chancen haben, einen gut bezahlten Job zu finden.
(der sein Studium abbricht, um eine Ausbildung anzufangen)
Wozu?
Gruß,
Anja