Hi,
Außerdem geht es der Wirtschaft nicht schlecht,
sondern es gibt keine Jobs in D. Das ist ein Unterschied…
wenn du dich dann noch erkundest, wieviele offene Stellen nicht besetzt werden, weil sich keine ausreichend qualifizierten Bewerber dafür finden… Das sollte einem schon zu denken geben.
Deutschland hat im Vergleich kein so schlechtes universitäres
Bildungsniveau. Ein Student lernt außerdem selbstständig. Ich
kann keinen Bezug zu Gebühren und steigender
Leistungsbereitschaft erkennen.
Ich durfte mir gerade heute in einem Seminar anhören, dass man in „richtigen“ Industrielaboren das so und so macht, aber an der Uni kein Geld dafür da ist und man deshalb weniger sauber arbeitet. Es gibt da die und die tollen Geräte, aber die Uni muss sich mit denen begnügen, die sie sich leisten kann, auch wenn sie fehlerbehaftete Ergebnisse liefern. Und, und, und. Mag sein, dass es daran liegt, dass molekularbiologische Fächer an sich sehr teuer sind. Dennoch finde ich - gerade auch, weil ich weiß, dass es in Heidelberg mit der Laborausstattung richtig gut aussieht im Vergleich zu anderen deutschen Unis - in diesem Sinne die Qualität der Forschung (und damit gleichzeitig auch der Bildung) nicht gerade berauschend.
Hinzu kommt, dass ich es auch schon erlebt habe, dass wir einen Tutor, den wir uns für eine Vorlesung erbeten hatten, nicht bekamen, weil die Fakultät kein Geld hatte. Ein älterer Jahrgang hat mal aus eigener Tasche einen Tutor finanziert. Ob sie das Geld nun so ausgeben oder gleich Studiengebühren bezahlen, da sehe ich keinen Unterschied.
Ebenso problematisch finde ich es, dass nach einer Vorlesung, in der der Prof eine Buchempfehlung aussprach, sofort der halbe Studiengang in die Uni-Bibliothek gestürmt ist. Tja, die mit den schnellsten Fahrrädern hatten am meisten Glück, die haben das Buch noch bekommen. Ich war leider zu spät dran und musste mir das Buch jetzt kaufen. Auch wieder Ausgaben.
Tut mir Leid, aber was du da geschrieben hast ist lediglich
eine leere rhetorische Patronenhülse (vermutlich aus dem Mund
irgendeines Politikers), aber kein fundiertes Argument.
Tut mir leid, aber was du da schreibst ist in meinen Augen das typische populistische „bloß-nicht-noch-mehr-Geld-ausgeben“-Gerede (ebenfalls aus dem Munde einiger - entsprechend populistischer - Politiker erklungen). Dafür wird eben die schlechte Qualität der Bildung und Forschung in Kauf genommen. Geiz ist geil.
Gruß,
Anja