Hallo,
Könnten die „Heiligen“ der Christen nicht eine ähnliche Rolle
wie die „Propheten“ des Islam haben. Ich denke auch wenn der
Islam monotheistisch ist, so wird doch auch Mohammed verehrt -
aber nicht als Gott, sondern als Prophet. Ebenso sind die
Heiligen im Christentum keine Götter!
Auch auf die Gefahr hin, mich zu widerholen: Der Unterschied ist in der Auffassung über Jesus (as): Die Stellen im Islam sind da sehr eindeutig, wenn es entweder um die „Fleischwerdung“ Gottes oder die Zeugung Jesus oder den heiligen Geist geht. Tut mir leid wenn ich das sagen muss, aber „verehren“ ist für mich nicht eindeutig genug. Die Propheten haben im Islam eine klare Aufgabe: die Religion den Menschen näherbringen. Wir glauben, dass jeder Prophet zu einem bestimmten Volk geschickt wurde, bis auf Mohammad (sas), der für die ganze Menschheit geschickt wurde. Wir glauben auch, dass Mohammad in der Lage ist im jüngsten Gericht Menschen freizusprechen (aus der Hölle). Dadurch erlangt er eine besondere Stellung. Gleichzeitig kann man nicht erwarten, nach einem „schlechten“ Leben freigesprochen zu werden.
Wie dem auch sei, das verehren ist wirklich schwer zu definieren.
Einen heiligen Geist haben Muslime auch nicht…
Die Trinitätslehre ist Dir sicher bekannt?
Im Konzil von Nicaea (325) wurde das Glaubensbekenntnis
formuliert. (Dieser Teil betrifft noch Gott und Jesus)
„… und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes
eingeborenen Sohn. Er ist aus dem Vater geboren vor aller
Zeit. Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren
Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater
…“Das Konzil von Konstantinopel (381) fügte noch die Worte
hinzu:
"… Ich glaube an den Heiligen Geist, den Herrn und
Lebensspender der vom Vater (und vom Sohne) ausgeht. Er wird
mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und
verherrlicht.Die in Klammer gesetzten Wörter („und vom Sohne“) wurden
erst 589 auf einer Synode in Toledo hinzugefügt und dann von
der gesamten katholischen Kirche übernommen. Dieses „Filioque“
war einer der Gründe für die Trennung der Ostkirche von
Rom.
Das erste Problem hier, ist dass diese Schrift keine Heiligkeit erlangen könnte. Muslime versuchen stets auch und vor allem untereinander in der Diskussion auf einer Basis aufzubauen, die nicht so leicht verrückbar ist. Dadurch, dass der Koran in seiner Überlieferung akkurat ist, kann man darauf bauen. Das ist ein Problem, das sehr viele Muslime mit dem Christentum haben: Es wurde sehr viel hinzugefügt/verändert. Sobald sich aber Menschen auf etwas einigen und es automatisch zur Religion gehört ist die Basis, von der Muslime ausgehen verschwunden.
Was Überlieferungen angeht, so haben Muslime ein ausgeklügeltes System für die Hadithe (Überlieferungen vom Propheten Mohammad) entwickelt, und zwar, dass mit dem Hadith gleich die Liste der Überlieferer (zurückreichend bis zum Propheten) mitüberliefert wird. Dadurch sind Muslime bis heute noch in der Lage nachzuvollziehen, was echt ist und was nicht unbedingt echt ist.
Ich glaube mich auch zu erinnern (Religionsunterricht), dass
die Trinitätslehre der Grund sein soll, warum „der Islam“ „das
Christentum“ nicht als monotheistische Religion akzeptiert.
Das schien mir auch aus Deinem Posting erkennbar.
Wir glauben, dass das Christentum (genauso wie das Judentum) in ihrer ursprünglichen Form sehr wohl monotheistisch sind; sie haben denselben Ursprung. Deshalb findet man auch folgenden Vers im Koran
„Sprecht: ‚Wir glauben an Allah und an das, was Er zu uns herabsandte und was Er zu Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stämmen herabsandte und was Moses und Jesus und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen; und wahrlich, wir sind Muslime.‘“(2,136)
Gruss, Omar Abo-Namous