Als Softwaretechniker Chancen aufm Arbeitsmarkt?

Hallo liebe wer-weiss-was-user,
da ich mich leider nicht gut in diesem „Bereich“ auskenne, habe ich mich entschlossen einfach hier mal nachzufragen, weil es sich um meine Zukunft handelt (was natürlich für mich wichtig ist!).

Nun, ich bin 18 Jahre alt und bin in der 13. Klasse eines Gymnasiums, bin auf dem besten Wege mein Abitur zu machen.

Allerdings wollte ich nach der Schule etwas in Richtung „Computer“ studieren, als Software-Programmierer oder Softwaretechniker (weiß zwar nicht ganz genau was das ist…), oder vielleicht auch Software- und Hardwaretechniker, nur weiß ich nicht, ob man da gute Chancen hat auf dem Arbeitsmarkt.

Ich wollte fragen, was ich als Computerinteressierter studieren sollte um später auch einen „guten“ Beruf ausüben zu können (Also irgendetwas studieren, was wenige studiert haben, damit ich gute Chancen hab einen Arbeitsplatz zu finden, guter Verdienst…nach diesen Kriterien halt).

Würde mich sehr freuen wenn ich hier kompetente Antworten erhalten würde (wovon ich ausgehe, sonst hätte ich hier keinen Thread eröffnet :wink: )

MfG

Servus,

ich habe das selbe Interessengebiet wie du, deswegen habe ich mich vor 2,5 Jahren zu einem Elektrotechnikstudium (genauer Automatisierungstechnik) entschieden und dieses noch nicht bereut.

Hier lernst du ein breites Spektrum an Hard- und Software, besonders die Hardwareseite wird viel besser vermittelt als in einem Informatikstudium.

Bei uns gibt es noch eine Fachrichtung, die Informations- und Kommunikationstechnik heißt. Die Ingenieure die solch ein Fachgebiet studiert haben sind in vielen Bereichen der Softwareindustrie lieber gesehen als reine Programmierer, da sie durch ihr wissen viel systemorientierter coden.

Selbst ich als Automatisierer habe

  • C
  • Assembler
  • C++
    gelernt.

Der Arbeitsmarkt in dieser Spate ist auch sehr gut und wird immer besser, da die starken Jahrgänge der alten Ingenieure demnächst in Ruhestand gehen.

Ich will dich ja nicht belabern, aber diese Richtung ist meiner meinung nach auch eine gute Wahl, an die man aber als uninformierter gar nicht denkt.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen

Mfg Toni

Vielen Dank für dein Post, Toni :smile:

Ich hatte mich nicht nur für Software, sondern auch für Hardware entschieden, weil ich so das Gefühl hatte, das jemand, der beide Bereiche gut beherrscht einfach mehr Chancen hat auf dem Arbeitsmarkt (ist ja logisch oder?), allerdings bin ich mir nicht sicher ob ein Elektrotechnikstudium das richtige für mich ist, weil ich mich nicht so sehr für Hardware interessiere, ich wollte stattdessen den Schwerpunkt auf Software legen. Aber wenn man beides zu gleichen Maßen lernt (also möglichst nicht mehr Hardware als Software :stuck_out_tongue: ), dann wäre das glaub ich das richtige für mich!

Ah, unter Kommunikationstechnik hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, aber wenn das auch Softwareprogrammierung einschließt, dann wäre das sicher auch eine gute Wahl für mich! Wenn ich richtig verstanden habe, programmieren Kommunikationstechniker auch, aber sind nicht „reine“ Coder, weil sie sich auch mit der Hardware und der Technik auskennen?

Vielen dank schonmal, bin für weitere Vorschläge offen!

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Alles relativ!
Also als allererstes mal solltest Du Deine Berufswahl nicht von den Chancen auf’m Arbeitsmarkt wenn Du fertig bist abhängig machen - denn in 4-5 Jahren kann viel passieren.
Einfach das studieren, was Spaß macht und darin gut sein bringt viel eher einen Job ein als „DAS Karrierefach“ auf Biegen und Brechen durchziehen.

Ich hatte mich nicht nur für Software, sondern auch für Hardware entschieden, weil ich so das Gefühl hatte, das jemand, der beide Bereiche gut beherrscht einfach mehr Chancen hat auf dem Arbeitsmarkt (ist ja logisch oder?)

Nö, das ist für viele Jobs mehr oder minder wurst. Viele Softwaretechniker sehen in ihrer Karriere keinen Server von innen, sondern schreiben nur Spezifikationsdokumente, Anforderungen und manchmal sogar Code.
Der Gegenschluss an dieser Stelle wäre: Wenn Du auf so eine Stelle kommst, ist alles, was Du in Sachen HW gelernt hat nur noch marginal nützlich und Du wärest besser bedient, wenn Du die Zeit für SW genutzt hättest.
Allerdings ist das Studium ohnehin nicht der letzte Wegweiser im Karrierepfad, und nach 2-3 Jahren interessiert es kaum noch, was man vom Studium her gelernt hatte.
Du kannst so in allen 3 Bereichen (SW/HW in Reinform oder gemischt) Jobs suchen, aber nicht meckern, wenn dann 50% Deines Studienwissens direkt „für die Katz“ sind :wink:

allerdings bin ich mir nicht sicher ob ein Elektrotechnikstudium das

ichtige für mich ist, weil ich mich nicht so sehr für Hardware interessiere, ich wollte stattdessen den Schwerpunkt auf Software legen.
Dann mach es - was genau willst Du denn mit Deinem HW Wissen machen, wenn Dir das nicht so viel Spaß macht und Du wertvolle Lernzeit in Sachen SW dafür verlierst (also schlechter sein wirst als reine SW Spezialisten) und dann am Ende mit einem reinen HW Job dastehst, der Dir die nächsten 30 Jahre lang Gallensteine produziert?
Motivation und Interesse kommt immer zuerst!

Aber wenn man beides zu gleichen Maßen lernt (also möglichst nicht mehr Hardware als Software :stuck_out_tongue: ), dann wäre das glaub ich das richtige für mich!

Auch im Beruf? Also auf 30-40 Jahre gedacht? Willst Du wirklich den „Klotz am Bein“ der Hardware mit Dir rumschleifen?

Wenn ich richtig verstanden habe, programmieren

Kommunikationstechniker auch, aber sind nicht „reine“ Coder, weil sie sich auch mit der Hardware und der Technik auskennen?
Hängt von der Stelle ab. Es gibt auch BWL’er, die ab und zu mal was programmieren und Komm-Techniker, die Rechner nur für Emails und Word brauchen.

Ich würde wirklich erst fragen, was der innere Kompass wirklich sagt und dann von da aus suchen - ist besser als umgekehrt :wink:

Gruß,
Michael

Mein Gott, der gute Michael weiß genau wie er einen „beeinflußen“ kann. Ich muss schon sagen, dein Posting hat mich echt nochmal zum Nachdenken gebracht und jetzt bin ich mir unsicher, ob ich auch wirklich Hardwaretechnik auch studieren möchte.

Ist es denn nicht so, dass sich vielleicht im Laufe des Studiums mein Interesse dafür entwickelt? Einerseits möchte ich später nicht einen Job bekommen, andem ich NUR mit Hardware zu tun habe, andererseits habe ich Angst mich nur auf Software zu spezialisieren, weil ichs später vielleicht schwerer haben werde einen vernünftigen Arbeitsplatz zu finden.

Verdammt, ich weiß im Moment wirklich nicht wie ich mich entscheiden soll. Vielleicht gibt es ja sogar andere Studiengänge oder Alternativen, die auch mit Computer zu tun haben und so, ich weiß auch nicht…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Ich bin zwar nur mit einem Anwendungsentwickler verheiratet :smile:, aber ich habe trotzdem mal die Berufedatenbank der BA durchforstet…

An Studienrichtungen die (zumindest auf dem Papier) Soft- und Hardware berücksichtigen (auch in der späteren Tätigkeit) habe ich noch diese hier gefunden:

Informatiker/in – Ingenieurinformatik :
> http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…
> http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r1/b… (eine „ältere“ Ausbildungsbeschreibung (des Berufsakademie-Studiums) vom 29.05.2007; dürfte aber inhaltlich mit dem „normalen“ Hochschulstudium ziemlich übereinstimmen)
> http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r1/b… (eine „ältere“ Tätigkeitsbeschreibung (des Berufsakademie-Studiums) vom 29.05.2007)

Informatiker/in – angewandte Informatik : http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…

Wie das dann in der Praxis aussieht, können ja vielleicht Toni oder Mike (oder andere) erzählen.

Zu den Studienfächern, die Toni bereits angesprochen haben, habe ich diese Links hier noch rausgesucht:

Ingenieur/in – Elektrotechnik (Informationstechnik): http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…
Ingenieur/in – Elektrotechnik (Kommunikationstechnik): http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…

Und dann gibt’s ja auch noch Deinen (ursprünglichen) Favoriten: Informatiker/in – Softwaretechnik: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…

und die unumgängliche Wirtschaftsinformatik: Informatiker/in – Wirtschaftsinformatik: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest…

Beachte auch, dass es IT-Studienfächer inzwischen auch an Hochschulen als " Duales Studium" gibt (vorher nur über Berufsakademien)! Näheres dazu findest Du bei http://www.ausbildung-plus.de/.

Wenn Du selber nochmal suchen willst, gib einfach auf der Startseite (http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp) „Informationstechnik“ oder „Informatik“ ein und wähle dann in der angezeigten Berufeliste „Studienberufe“ aus!

Abend!

ich habe das selbe Interessengebiet wie du, deswegen habe ich
mich vor 2,5 Jahren zu einem Elektrotechnikstudium (genauer
Automatisierungstechnik) entschieden und dieses noch nicht
bereut.

Aber einen Job haste doch noch gar nicht!

Hier lernst du ein breites Spektrum an Hard- und Software,
besonders die Hardwareseite wird viel besser vermittelt als in
einem Informatikstudium.

Haste das auch gemacht, das du so viel Erfahrung hast.

Selbst ich als Automatisierer habe

  • C
  • Assembler
  • C++

Kennen gelernt würde ich das nennen, mehr nicht.

Abend
Stefan

Ist es denn nicht so, dass sich vielleicht im Laufe des Studiums mein Interesse dafür entwickelt?

In den seltensten Fällen, es sei denn, Du bist ein Mensch, der sich schnell für verschiedenste Dinge begeistern kann.
Viele meiner Kommilitonen haben das Gleiche gedacht und haben dann den Anfangsfrust gar nicht überstanden und ihr Fach gewechselt. Denn am Anfang ist viel Streß dabei und viele Dinge muß man einfach lernen, auch wenn man (noch) gar nicht versteht, wozu man sie später braucht.

Dann ist das Studium, zumindest an der Uni, im Bereich HW Technologie extrem theorielastig und wer nicht selbst den Praxisbezug schafft (die Profs vergessen das ab und an) der kann überhaupt nichts mit dem Gelernten anfangen. Will meinen, wenn Du Deine Motivation nicht mitbringst, kommt sie auch nicht.
Im Gegenteil, sogar die mitgebrachte Motivation sinkt irgendwann in den ersten Semestern bei vielen soweit, dass man am Sinn des Studiums zu zweifeln beginnt.
Also: Wenn Du nicht absolut zäh und extrem hart im Nehmen bist, würde ich an Deiner Stelle kein Fach studieren, für das Du die Motivation nicht schon mitbringst.

Einerseits möchte ich später nicht einen Job bekommen, andem ich NUR mit Hardware zu tun habe, andererseits habe ich Angst mich nur auf Software zu spezialisieren, weil ichs später vielleicht schwerer haben werde einen vernünftigen Arbeitsplatz zu finden.

Die Angst kann ich Dir nehmen.
Hier solltest Du im Hinterkopf behalten, dass das Studium im Endeffekt nur eine spezielle Eintrittskarte in die Jobwelt ist, was danach passiert kann dermaßen abwegig sein in Bezug auf die Studienfächer.
Beispiel: Ich arbeite mit Ingenieuren, Medizinern und Pharmazeuten - an Telekommunikationsprojekten!

Verdammt, ich weiß im Moment wirklich nicht wie ich mich entscheiden soll. Vielleicht gibt es ja sogar andere Studiengänge oder Alternativen, die auch mit Computer zu tun haben und so, ich weiß auch nicht…

Übrigens hat Informatik als Studiengang etwa genau so viel mit Computern zu tun wie Mathematik mit Rechnen (ich fürchte, die Ironie hier verstehen nur Mathematiker) so dass Du in völlig anderen Fachrichtungen möglicherweise gar nicht mal so fehl am Platz bist.

Du solltest noch einmal ernsthaft darüber nachdenken, was wirklich Deine Neigungen sind - ob es wirklich nur IT ist oder irgendwelche anderen Dinge, denn sogar Biologie kann man heutzutage gut in ein Päckchen mit Informatik schnüren (heißt dann Life Sciences).

Laß’ mich aber noch einmal betonen: Wenn man nicht gerade vorhat, Papas Kanzlei zu übernehmen und deswegen Jura studiert, ist es für die kommende Berufswahl allemal besser ein Fach zu studieren, wo man „mit Herz und Seele“ dabei ist als irgendetwas Nerviges in Bezug auf Arbeitsmarktchancen. Die Leute, die auf einen guten Job hoffen aber nichts „mitbringen“ (Motivation, natürliches Talent, Vorwissen etc), packen meist das Studium nicht!

Gruß,
Michael