Ist es denn nicht so, dass sich vielleicht im Laufe des Studiums mein Interesse dafür entwickelt?
In den seltensten Fällen, es sei denn, Du bist ein Mensch, der sich schnell für verschiedenste Dinge begeistern kann.
Viele meiner Kommilitonen haben das Gleiche gedacht und haben dann den Anfangsfrust gar nicht überstanden und ihr Fach gewechselt. Denn am Anfang ist viel Streß dabei und viele Dinge muß man einfach lernen, auch wenn man (noch) gar nicht versteht, wozu man sie später braucht.
Dann ist das Studium, zumindest an der Uni, im Bereich HW Technologie extrem theorielastig und wer nicht selbst den Praxisbezug schafft (die Profs vergessen das ab und an) der kann überhaupt nichts mit dem Gelernten anfangen. Will meinen, wenn Du Deine Motivation nicht mitbringst, kommt sie auch nicht.
Im Gegenteil, sogar die mitgebrachte Motivation sinkt irgendwann in den ersten Semestern bei vielen soweit, dass man am Sinn des Studiums zu zweifeln beginnt.
Also: Wenn Du nicht absolut zäh und extrem hart im Nehmen bist, würde ich an Deiner Stelle kein Fach studieren, für das Du die Motivation nicht schon mitbringst.
Einerseits möchte ich später nicht einen Job bekommen, andem ich NUR mit Hardware zu tun habe, andererseits habe ich Angst mich nur auf Software zu spezialisieren, weil ichs später vielleicht schwerer haben werde einen vernünftigen Arbeitsplatz zu finden.
Die Angst kann ich Dir nehmen.
Hier solltest Du im Hinterkopf behalten, dass das Studium im Endeffekt nur eine spezielle Eintrittskarte in die Jobwelt ist, was danach passiert kann dermaßen abwegig sein in Bezug auf die Studienfächer.
Beispiel: Ich arbeite mit Ingenieuren, Medizinern und Pharmazeuten - an Telekommunikationsprojekten!
Verdammt, ich weiß im Moment wirklich nicht wie ich mich entscheiden soll. Vielleicht gibt es ja sogar andere Studiengänge oder Alternativen, die auch mit Computer zu tun haben und so, ich weiß auch nicht…
Übrigens hat Informatik als Studiengang etwa genau so viel mit Computern zu tun wie Mathematik mit Rechnen (ich fürchte, die Ironie hier verstehen nur Mathematiker) so dass Du in völlig anderen Fachrichtungen möglicherweise gar nicht mal so fehl am Platz bist.
Du solltest noch einmal ernsthaft darüber nachdenken, was wirklich Deine Neigungen sind - ob es wirklich nur IT ist oder irgendwelche anderen Dinge, denn sogar Biologie kann man heutzutage gut in ein Päckchen mit Informatik schnüren (heißt dann Life Sciences).
Laß’ mich aber noch einmal betonen: Wenn man nicht gerade vorhat, Papas Kanzlei zu übernehmen und deswegen Jura studiert, ist es für die kommende Berufswahl allemal besser ein Fach zu studieren, wo man „mit Herz und Seele“ dabei ist als irgendetwas Nerviges in Bezug auf Arbeitsmarktchancen. Die Leute, die auf einen guten Job hoffen aber nichts „mitbringen“ (Motivation, natürliches Talent, Vorwissen etc), packen meist das Studium nicht!
Gruß,
Michael