Also wozu das alles?

Hallo,

und Hitler hat uns natürlich gezeigt wie ein Volk mit
Religion friedlicher wird.

Tu Dir mal nen Gefallen und beschäftige Dich mit geschichtlichen Themen, bevor Du solche Thesen aufstellst. Stammtischparolen sind bei solchen Themen fehl am Platz.

Und tschüs
Christian

Hallo Fritz!

Im Moment sind es 5819. Wenns :6000 sind, melde ich mich
wieder.
Ich protze damit rum! Und :hoffe, dass sich viele Leute :darüber ärgern.

Das tue ich. Bin ungefähr so lange dabei wie Du, aber wenn ich „Mein w-w-w“ anklicke, sehe ich seit Jahren 4 Sternchen und es werden einfach nicht mehr.

Frustriert
Wolfgang

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Markus…
…etwas vom Klügsten, das ich in letzter Zeit lesen durfte. Herzlichen Dank und Stern.

Wiesel

LOL
Lieber Experter,

tu Dir auch nen Gefallen und lerne dich erst mal in der Öffentlichkeit anständändig zu benehmen. Dann werden wir dieses Gespräch fortsetzen.

Kind regards,

Omar.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Das tue ich. Bin ungefähr so lange dabei wie Du, aber wenn ich
„Mein w-w-w“ anklicke, sehe ich seit Jahren 4 Sternchen und es
werden einfach nicht mehr.

Wieviele Sterne sind das konkret?
Zwischen 1000 und 9999 verstehe ich schon.
Aber konkret?

Sangoma
[ohne Stern]

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Hallo Omar,

wenn ich Dich richtig verstanden habe, meintest Du, dass es ohne Religion wesentlich friedlicher zuginge.
Davon habe ich aber noch nichts bemerkt.
Weder die alte Sowjetunion noch das religionsfreie Nordkorea stehen für besondere Friedfertigkeit.

und Hitler hat uns natürlich gezeigt wie ein Volk mit
Religion friedlicher wird.

Hitler war doch kein religiöser Mensch.
Im Gegenteil, er hat die überzeugten Gläubigen auch noch eingesperrt und ermordet.

Schau Dir mal die heutige Situation in der Welt an.
Sunniten gegen Schiiten, Moslems gegen Christen, Juden gegen
Moslems und umgekehrt.

Nenn mir bitte einen aktuellen religiösen Konflikt.
Was Du aufzählst ist der religiöse Deckmantel für den Kampf um Macht und Territorium.

Gruss Harald

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Hallo Harald,

Nenn mir bitte einen aktuellen religiösen Konflikt.
Was Du aufzählst ist der religiöse Deckmantel für den Kampf um
Macht und Territorium.

Ganz richtig und um das Volk für den Kampf um Macht zu mobilisieren wird u.a. die religiöse Karte gespielt. Religiöse Menschen sind leichter manipulierbar, insbesonders wenn sie dazu noch ungebildet sind.
Du willst Beispiele…Praktisch alle aktuellen Konflikte können als Beispiele dafür dienen. Überall wird religiöses Öl ins Feuer gegossen. Im Nahen Osten, in Tschetschenien sowie bei Terroranschlägen in America, England, Ägypet usw. usf.

Hitler war doch kein religiöser Mensch.
Im Gegenteil, er hat die überzeugten Gläubigen auch noch
eingesperrt und ermordet.

Die Rolle der Kirche im NS-Regime ist bekanntlich nicht eindeutig.
Wie jeder Machthaber benutzte Hitler die Kirche als Instrument zur Manipulierung der Massen. Die ungehorsamen naiven Gläubigen wurden dabei natürlich eingesperrt.

Ich möchte jetzt auf das Thema nicht weiter eingehen. Es wurde in diesem Forum schon mehrmals diskutiert.

Du hattest einfach in deinem vorherigen Posting angedeutet dass die gottlosen Bolschewiki nicht grade friedlich waren.
Ich habe darauf geantwortet dass auch die Deutschen die in ihrer Mehrheit keine Atheisten waren, während des 2. Weltkrieges
nicht grade aus Nächstenliebe gehandelt hatten.

Gruss Omar

Hallo Jörg,

ja genau. Jesus sprach von VERKÜNDEN. Das heißt berichten.
Aber nicht von BEKEHREN.

In der mir vorliegenden Übersetzung von Mk 16, 15-16 heißt es:
„Dann sagte er zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und verkündigt die frohe Botschaft der ganzen Menschheit. Wer gläubig geworden ist und getauft ist, wird gerettet werden. Wer aber nicht gläubig wurde, wird verurteilt werden“.

Aus diesem Zusammenhang schließe ich, daß es nicht nur darum geht. „Lass uns mal über unsere Religion reden“.

Und dagegen spricht ja auch nichts - es ist legitim, über
seine Religion zu reden. Das heißt ja noch lange nicht, sie
jemanden aufzwingen oder aufdrängen zu wollen.

Das wurde aber leider in der Geschichte des Christentums vielfach daraus. Sehr oft wurden jüdische Gelehrte zu Disputationen gezwungen, wo am Ende die Alternative Tod oder Taufe war, wenn sie die christlichen Lehre nicht widerlegen konnten, wobei natürlich letztlich die Christen entschieden, was als Widerlegen galt und was nicht.

Dass wir uns heute offen über Religion austauschen können ohne daß dabei ein Aufzwingen herauskommen kann, weil wir in einer offenen Gesellschaft leben, das verdanken wir der Aufklärung und nicht dem Christentum, das sich vielfach sehr vehement gegen diese Aufklärung wehrte.

Und andererseits war Jesus Jude und die bekehren nicht.

Jesus ist als Jude geboren. Das heißt aber nicht, daß alles was er macht, mit jüdischer Tradition zur Deckung zu bringen ist. Es gibt Vieles in seinen Konzepten, was jüdischer Tradition völlig entgegenläuft z.B. das Konzept, daß Glauben so wichtig ist, wie in dem oben zitierten Vers ist absolut unjüdisch. Glaube als zentrale Kategorie ist christlich.

Dass Juden nicht missionieren stimmt aus heutiger Sicht, jedoch gab es eine ganz kurze Phase in der jüdischen Geschichte, wo sie das doch taten, nämlich just zur Zeitenwende

Er
sprach fast immer und vorrangig zu anderen Juden.

Das macht auch die Konzepte von Jesus, die unjüdisch sind, nicht jüdischer :wink:

… daß man diese
Bibelstelle als beleg für etwas zitiert, was gar nicht dort
steht.

siehe oben. Ich bin schon sehr lang im jüdisch-christlichen Dialog engagiert. Ich habe die von Dir erwähnte Bibelstelle noch nie anders als als „Missionsbefehl“ ausgelegt gehört.

Eine andere Diskussion wäre es, daß nach der historisch-kritischen Auslegung diese Stelle eine spätere Hinzufügung sein soll. Vielleicht kann dazu jemand von der Theologen-Fraktion was sagen?

Viele Grüsse und schönen Sonntag noch

Iris

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Hallo Omar,

wenn wir die Gotteslehre betrachten die uns Jesus gegeben hat [zusammengefasst: Liebe Gott über alles (in dem du die 10 Gebote tatsächlich anwendest) und deinen Nächsten wie dich selbst (in dem du barmherzig und liebtätig bist)] und vergleichen, was die verschiedenen christlichen Religionen daraus gemacht haben, dann finden wir einen gewaltigen Unterschied.

Daraus folgt: Wir Menschen sollten uns immer an Jesu Worte halten und tun nach seinen Worten, die ewig gültig sein werden und mit dem alle Menschen gut und friedlich leben können. Die davon abweichenden Menschenregeln aber werden vergehen wie Wolken vergehen!

Jesu Lehre diskriminiert keinen Menschen. Im Gegenteil, wenn alle Menschen Jesu Lehre tatsächlich beachten würden, dann wäre die Erde ein Paradies!

Was nun die Feiertage angeht, so hat diese Jesus nicht eingeführt. Denn jeder Tag ist ein Tag des Herrn.

Auch keine Dome und Münster hat er zu bauen befohlen. Er sagte, wenn ihr schon bauen wollt, dann baut Häuser für die Armen und Kranken und Schulhäuser für die Kinder. In denen könnet ihr auch zusammenkommen.

Und schon gar nicht hat Jesus die Hierarchie mit Papst, Kardinälen, Bischöfen und Priestern eingeführt. Er sagte, ich bin der Herr, ihr seid alle Brüder und Schwestern. Jesus hat eine geistige Kirche in den Herzen der Menschen gegründet!

Was nun das Einkaufen an Feiertagen angeht: Die Feiertage sind heute nun mal da. Jeder Mensch kann sich aber auf die Öffnungszeiten einrichten und vorher besorgen, was er an diesen Tagen nicht kaufen kann. Das lässt sich mit gutem Willen voraus planen und bewältigen. Ich denke, dass mit Zunahme der allgemeinen Not, die Feiertage verschwinden werden!

Das C der CDU/CSU soll heißen: Die Parteien fußen auf dem Christentum. Sie wollen also die 10 Gebote einhalten. Die Kanzler und Minister der CDU/CSU legen ihren Eid ab mit dem Zusatz: so wahr mir Gott helfe! Sie hoffen also auf den Beistand Gottes. (In die Herzen aber schaut nur Gott!)

Während z. B. Kanzler und Minister anderer Parteien oftmals diesen Gottesbezug weglassen. Der fehlende Gottesbezug ist aber auch z. B. darin sichtbar, dass hochrangige Personen ganz leicht mehrmals verheiratet sind.
(Aber auch in diese Herzen schaut nur Gott!)

Und nun noch zum Zitat: Es soll ja den Glauben an Gott und die Liebe zu ihm lächerlich machen.

Von Gott haben wir die völlige Willensfreiheit erhalten und können glauben was wir wollen. Ich bin der Meinung,
wenn wir Gott lieben, den Vater im Himmel, der in Jesu vor fast 2000 Jahren selbst die Erde betrat, dann tun wir genau das Richtige, auch wenn es heute nicht mehr modern ist!

Herzliche Grüße
Helmut

bs"d

Hallo Omar.

Glauben Sie nicht, das der Alter nicht so Unrecht hatte?

Ja und nein. In seinem Sinne hatte er sicherlich recht, da nur wenigen Religionen so aufgebaut sind, dass sie zum gesellschaftlichen Umsturz in seinem(!) Sinne führen. Die meisten Religionen akzeptieren wie der Mensch ist und wollen diese Unterschiede so nicht aufheben. Mit seinem Weg ist das bekanntlich ja auch nicht gelungen, eher sogar im Gegenteil.

Dass Religionen hauptsächlich zur Diskriminierung von Menschen
führen?

Das Judentum sieht sich als Befreiung aus der menschlichen Knechtschaft an und ich kann dem nur zustimmen.

Dass es ohne Religionen weniger Gewalt auf dieser Welt
geben würde?

Es gibt heute (und auch schon zu früheren Zeiten) genug Regionen in denen Religionen keine Macht hatten und es gab dort nicht weniger sonder mehr Gewalt. Sieh dir die letzten Jahrhunderte an, nimm dir hier die grausamen, barbarischen Taten und sieh dir die Motive an. Was wurde hier aus einer Religion heraus ausgelöst?

Ich verstehe dass das alles banal, trivial abgedroschen und
überhaupt blöd klingen mag.

Es ist der populärste, sekuläre Mythos der Moderne.

Aber manche, nein nicht manche, viele, sehr viele Menschen
können es nicht nachvollziehen und stecken immer noch im
Mittelalter mit ihren viel dümmeren Vorurteilen.

Jetzt weiß ich nicht mehr, wovon du genau schreibst. Was kann wer nicht nachvollziehen und um welche Vorurteile geht es?

Das Vorurteil das nicht der reale Mensch die Kriege führt sonder das Abstraktum Religion dafür verantwortlich sein soll?

Und was ich noch blöder finde ist dass an unzähligen
kirchlichen Feiertagen alles zu ist und man sich keine
Lebensmittel (außer im McDonalds) besorgen kann.

Das wiederum ist aus meiner Sicht ein ganz anderes Thema und hier muss Europa (ohne England) noch viel von anderen multikulturellen Gesellschaften lernen. Wir leben und organisieren uns hier immer noch so, als gäbe es hier nur fromme Christen.

Also wozu das alles?

Wozu was?

Ach ja, ich habe die christlichen
Demokraten ganz vergessen. Was ist das denn für einen
lächerlichen Namen? Was wollen sie damit sagen? Sind sie etwa
keine echten Demokraten?

Sind wir noch beim Thema? Was ist das Thema? Geht es dir um die christliche Geschichte Europas und ihre Auswirkungen auf das heute?

Kol tuw,
Eli

Hallo Elimelech.

Dass Religionen hauptsächlich zur Diskriminierung von Menschen
führen?

Das Judentum sieht sich als Befreiung aus der menschlichen
Knechtschaft an und ich kann dem nur zustimmen.

Du bist also orthodoxer Jude. Frage: ist deiner Meinung nach ein Mensch der ungefähr zu 90 prozent Jude ist, aber die Großmutter seiner Mutter mütterlicherseits ganz zufällig Nichtjudin war, trotzdem ein Jude oder nicht?

Aber manche, nein nicht manche, viele, sehr viele Menschen
können es nicht nachvollziehen und stecken immer noch im
Mittelalter mit ihren viel dümmeren Vorurteilen.

Jetzt weiß ich nicht mehr, wovon du genau schreibst. Was kann
wer nicht nachvollziehen und um welche Vorurteile geht es?

Ich möchte nicht indiskret werden, aber…isst Du Schweinfleisch?
Und wenn nicht, erkläre bitte warum.

Und was ich noch blöder finde ist dass an unzähligen
kirchlichen Feiertagen alles zu ist und man sich keine
Lebensmittel (außer im McDonalds) besorgen kann.

Das wiederum ist aus meiner Sicht ein ganz anderes Thema und
hier muss Europa (ohne England) noch viel von anderen
multikulturellen Gesellschaften lernen. Wir leben und
organisieren uns hier immer noch so, als gäbe es hier nur
fromme Christen.

Europa hat meiner Meinung nach viel falsches von Amerika gelernt, blieb aber nach wie vor konservativ was Wirtschaft betrifft.

Also wozu das alles?

Wozu was?

Dass Du Schweinfleisch nicht isst, zum Beispiel.

Omar.

Wow! So viele Belege!
Ich muss also nochmal bei Lenin nachlesen. Ich dachte schon,
der hätte sich erledigt.

Hallo Fritz,
dann gönne mir noch einen PW.
Verkehrsfunk: „Der Geisterfahrer auf der A… hat sich erledigt."
Grüße
Ulf

Hallo Iris

ich denke, man muß wohl mehr den Zusammenhang sehen.

Auf jeden Fall war Jesus ungeheuer friedfertig und menschenliebend. Allein daß er statt an Rache in gegebenen Situationen zuerst an Vergebung dachte, ist an sich schopn eine so ungeheuer große Sache, daß er deswegen durchaus erstrebenswertes Vorbild wäre.
Diesem Handeln gegenbüber aber wäre jeder Zwang (auch ideeller) bei der Missionierung absolut entgegengesetzt. ich halte es einfach für unmöglich, daß er demeint haben könnte, man solle den leuten seine Meinung aufdrängen oder aufzwingen. Er hat es ja auch selber nicht versucht - in der Diskussion mit Pontus Pilatus ging es darum, die Anschuldigungen gegen ihn zu wiederlegen, nicht den Römer zu missionieren.

Natürlich hat die Verkündung der Botschaft trotzem einen missionarischen Wert. Für jemanden, der sie für wahr hält und der demzufolge mit entsprechender eigener Überzeugung argumentiert, dürfte es daher nicht schwer sein, andere zu bekeheren.
Andererseits war es aber auch nicht mit einer Abwertung verbunden, wenn sich jemand nicht bekehren ließ. Im alten römischen reich war es ja für die Christen absolut kein Problem, heidischen Herren zu dienen. Nach ihrem verständnis wurde diesen Herren dann nicht die Gnade Gottes zutil - aber darüber zu richten steht ja ausdrücklich nur Gott zu und nicht den Menschen.

Gernot Geyer

die Mission - bei Markus und Johannes
Hi Iris,

vorab: Zu deiner Frage nach der Urspünglichkeit der zitierten Passage siehe unten …

In der mir vorliegenden Übersetzung von Mk 16, 15-16 heißt es:
„Dann sagte er zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und verkündigt
die frohe Botschaft der ganzen Menschheit. Wer gläubig
geworden ist und getauft ist, wird gerettet werden. Wer aber
nicht gläubig wurde, wird verurteilt werden“.

Die genauere Übersetzung müßte so lauten:
„… Hinausgegangen in die ganze Welt verkündet die Frohbotschaft der gesamten Schöpfung! (pasä tä ktisei)…“. Das andere ist wortwörtlich richtig wiedergegeben.

Der Zusammenhang dieser Szene (Markus 16.15.15) ist für die Deutung wichtig: Jesus macht den Schülern Vorwürfe, weil sie denen, die ihn als Lebenden (bei Markus „als Auferstandenen“, genauer: „als Erwachten“) gesehen haben, nicht glaubten, und zwar, daß er lebt.

Beim Begriff „Glauben“ an dieser Stelle geht es also um das Glauben, daß er auferstanden sei, bzw. daß er lebend sei. Das ist nicht dasselbe wie das Glauben, um das es im vorherigen Teil des Textes geht: Dort geht es nämlich um das Glauben, daß er der „Moschiach“, resp. der „Sohn Gottes“ sei. Der Autor des Johannes-Evangeliums, dem es vielmehr um die Bezeichnung „Gesandter Gottes“ geht, hat für diese spezielle Form des Glaubens den Ausdruck „Glauben in ihn“ geprägt.

Deutlicher wird die von dir zitierte Passage, wenn man Markus vergleicht mit Johannes: Beide stellen eine starke Beziehung zwischen Jesus und Johannes dem Täufer her. Der Täufer tauft - im Wasser - „zur Vergebung der Sünden“ und weist zugleich auf einen „Nach-ihm Kommenden“ hin, der größer sei als er. Dieser taufe ebenfalls, aber nicht mit Wasser, sondern mit „heiligem Geist“.

Markus hält aber - dem Wortlaut nach - fest an dem Ritual des Taufens: So läßt sich ja auch Jesus taufen vom Täufer, was im Johannes-Text nicht der Fall ist. Entsprechend hat Markus in dem von dir zitierten Missionsauftrag auch das Taufen neben dem Gläubigwerden miterwähnt. Diejenigen, die die Botschaft gehört haben und dennoch nicht glauben (genau wie vor der zitierten Stelle die Schüler Jesu selbst!), werden nach Markus „ver“-urteilt (katakrinein), was einer Verdammung gleichkommt.

Bei Johannes aber lautet dieselbe Stelle anders (20.21). Er stellt den Auftrag an die Schüler in eine Analogie zu seinem eigenen Auftrag: „So, wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“. Dann haucht er sie an mit den Worten „Empfangt den heiligen Geist!“ und die Bedeutung dessen wird sogleich mitgeliefert (sie war allerdings auch schon aus dem enorm wichtigen Kap 17. klar): „Wenn ihr irgendwem die Verfehlungen aufhebt, dem sind sie aufgehoben; wenn ihr sie irgendwem festhaltet, sind sie festgehalten“.

Bei Johannes lautet die alternative nicht, wie bei Markus, „Rettung“ oder „Verdammung“, sondern „Ewiges Leben“ oder „Gericht“ (krisis). Und Gericht heißt bei Johannes nicht bereits „Verdammung“.

Damit ist die „Mission“ bzw der Auftrag, den Jesus nach seinen Worten selbst hat, an die Schüler weitergegeben, und der besteht (hier nach der Darstellung des Joh.) allein darin, Sünden zu vergeben (was nur die angeht, die auch die Botschaft gehört haben) und (nach Joh. 17., wo der Auftrag bereits formuliert wird) „einander zu lieben“.

Weder bei Markus noch bei Johannes besteht der Auftrag jedoch darin, Menschen, die diesen Glauben an den göttlichen Auftrag nicht übernehmen (und damit auch nicht den Glauben, daß Jesus „auferstanden“ sei), zu erschlagen, zu ersäufen oder zu verbrennen. Und es steht auch nicht darin, daß die Verbreitung der Botschaft mit der Zerstörung der den Völkern eigenen Kulten verbunden sei.

Nur halt betont Markus die (wahrscheinlich vom Wüstenprediger übernommene) Taufe. Aber wichtig ist - und danach fragtest du ja - daß gesichert ist, daß alle Passagen, die im Markustext nach Kap. 16.8(!) kommen, erst im 2. Jhdt. hinzugefügt wurden. Und in dieser Zeit war das (Wasser-)Taufritual wohl bereits in den meisten Gemeinden in den Kultus aufgenommen.

Es ist zu vermuten, daß das bei den Gemeinden, die mit dem Autor des Johannes-Textes zusammenhängen, nicht der Fall war (weil unnötig).

Gruß

Metapher

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Hallo Iris,

In der mir vorliegenden Übersetzung von Mk 16, 15-16 heißt es:
„Dann sagte er zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und verkündigt
die frohe Botschaft der ganzen Menschheit. Wer gläubig
geworden ist und getauft ist, wird gerettet werden. Wer aber
nicht gläubig wurde, wird verurteilt werden“.

Aus diesem Zusammenhang schließe ich, daß es nicht nur darum
geht. „Lass uns mal über unsere Religion reden“.

das siehst du völlig richtig, aber…

Es geht doch eher und die Durchführung der Verkündigung.
Schon der Auftrag die „frohe Botschaft“ zu verkünden, wurde von vielen Missionaren falsch aufgefasst. Denn was da zumeist verkündet wurde, war keine frohe Botschaft, sondern eine Anklage.

Viele Verkündiger halten sich für Jona, der der Stadt Ninive den Untergang predigen sollte. Wir Christen sollen aber den Menschen verkünden, dass G’tt sie liebt. Und dass (nach unserer Auffassung) Jesus der Weg zu IHM ist.

Das wurde aber leider in der Geschichte des Christentums
vielfach daraus. Sehr oft wurden jüdische Gelehrte zu
Disputationen gezwungen, wo am Ende die Alternative Tod oder
Taufe war, wenn sie die christlichen Lehre nicht widerlegen
konnten, wobei natürlich letztlich die Christen entschieden,
was als Widerlegen galt und was nicht.

Der Auftrag Jesu lautete aber:
Und wenn euch jemand nicht aufnehmen und eure Rede nicht hören wird, so geht heraus aus diesem Hause oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen.“ (Matth.10,14)

Jesus ist als Jude geboren. Das heißt aber nicht, daß alles
was er macht, mit jüdischer Tradition zur Deckung zu bringen
ist. Es gibt Vieles in seinen Konzepten, was jüdischer
Tradition völlig entgegenläuft z.B. das Konzept, daß Glauben
so wichtig ist, wie in dem oben zitierten Vers ist absolut
unjüdisch. Glaube als zentrale Kategorie ist christlich.

Es ist schon richtig, dass der Glaube im Christentum eine zentrale Bedeutung hat. Aber das kommt ja doch auch von den jüdischen Vorbildern.

"Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte;
Durch den Glauben wurde Mose, als er geboren war, drei Monate verborgen von seinen Eltern,
Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken.
Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, als Israel sieben Tage um sie herumgezogen war.
Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jeftah und David und Samuel und den Propheten. Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen.
" (Hebr.11)

Gruss Harald

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Ab und zu ein Gläschen Wein…

Es gibt Länder, in denen Opium das ist, was hierzulande ein guter Trollinger. Etwas, das regelmäßig *in Maßen genossen* beruhigt und gut für die Gesundheit ist. Übertriebener Gebrauch führt zu schweren gesundheitlichen Störungen.

In Deutschland kann wohl keiner behaupten, dass der Genuss von Religiösen Riten wie z.B. Kirchenbesuche krankhaft übertrieben seien, anderswo siehts anders aus …

Nick

Wieso nicht gleich Menschen abschaffen, denn sind sie es nicht die - den ihnen anvertrauten Planeten und ihre Lebewesen und Rohstoffe - brutal auslöschen? Weder der 30jährige Krieg noch die beiden Weltkriege, noch die „Befreiungskriege“ sind und waren religiös motiviert. Rohstoffe, Macht und alles andere aber nicht der Glaube der Menschen war der Anlass für diese Kriege. Natürlich ist es leicht sich religiösen Resortiments zu bedienen, um unlogische und brutale Züge zu legitimieren. Das aussen vor. Aber was genau willst du uns sagen?

schaumermal …
Sehr geehrter Herr Omar,

Dass Religionen hauptsächlich zur Diskriminierung von Menschen führen?
Dass es ohne Religionen weniger Gewalt auf dieser Welt geben würde?

Angenommen, es wäre so: Was würde für dich daraus folgen? Was würdest du tun?

Alle Religionen verbieten?
Wenn ja, mit welchen Mitteln würdest du das Verbot durchsetzen?
Alle religiösen Menschen diskriminieren?
Alle religiösen Menschen mit Gewalt ausrotten?

Damit dann endlich alle Diskriminierung und Gewalt aus der Welt geschafft ist?

Ich verstehe dass das alles banal, trivial abgedroschen und überhaupt blöd klingen mag.

hm.

… und stecken immer noch im Mittelalter mit ihren viel dümmeren Vorurteilen.

Viel dümmere als was?

Und was ich noch blöder finde ist dass an unzähligen
kirchlichen Feiertagen alles zu ist und man sich keine
Lebensmittel (außer im McDonalds) besorgen kann.

Das ist fürwahr unerträglich, diese Feiertage immer … :wink:

Gruß

Metapher

bs"d

Hallo Omar.

Das Judentum sieht sich als Befreiung aus der menschlichen
Knechtschaft an und ich kann dem nur zustimmen.

Du bist also orthodoxer Jude.

Äh, warum denkst du, das obige Aussage nur ein orthodoxer Jude treffen kann?

Frage: ist deiner Meinung nach
ein Mensch der ungefähr zu 90 prozent Jude ist, aber die
Großmutter seiner Mutter mütterlicherseits ganz zufällig
Nichtjudin war, trotzdem ein Jude oder nicht?

Er ist kein Jude. Die Prozentrechnung haben alleine hier die Nazis mit ihrer Rassenlehre eingeführt und ich teile diese nicht :smile: Entweder ist jemand Jude weil er die Bedingungen dafür erfüllt oder nicht.

Ich möchte nicht indiskret werden, aber…isst Du Schweinfleisch?

Nein, ich esse kein Schweinefleisch und was hat dieses nun mit Vorurteilen zu tun?

Und wenn nicht, erkläre bitte warum.

Weil es geschrieben steht.

Europa hat meiner Meinung nach viel falsches von Amerika
gelernt, blieb aber nach wie vor konservativ was Wirtschaft
betrifft.

Genau den Umgang mit Einwanderen hat Europa ja eben gerade nicht von Amerika gelernt. Auch das darauf aufbauende Selbstverständnis ist ja ein anderes. Hier ist/wird man Europäer oder Deutschen, wenn man die Kultur teilt. Amerikaner ist/wird man, wenn man alleine die Werte teilt.

Dass Du Schweinfleisch nicht isst, zum Beispiel.

Was hat mein nicht essen von Schweine-, Pferde-, Kannischen-, Hai-, Elefanten-, Wolf-, Hunde-, Katzen-, Zebra-, Meerschweinscheinchen-, … -fleisch damit zu tun, dass es heutzutage Kriege auf der Welt gibt?

Kol tuw,
Eli

1 „Gefällt mir“

Es gibt Länder, in denen Opium das ist, was hierzulande ein
guter Trollinger. Etwas, das regelmäßig *in Maßen genossen*
beruhigt und gut für die Gesundheit ist.

Hallo Nick!
Opium ist Religion für das Volk?

Gruß
H.