Alter kranker Hund

Hallo,

schon seit längerer Zeit begegnet mir bei Spaziergängen ein alter Herrn mit seinem alten Hund. Gestern ist mir aufgefallen, dass der Hund in den letzten Wochen doch sehr abgebaut hat und da ich mich hin und wieder mit dem alten Herren unterhalten habe, dachte ich gestern, ich spreche ihn mal auf seinen Hund an.
Der Hund (ein Bernhardiner) sieht eingefallen aus, am rechten Auge hat er einen Tumor, dadurch ist das Auge ständig gereizt. Er läuft langsam und nimmt den Kopf nicht hoch.
Ich habe den alten Herrn auf den Zustand seines Hundes angesprochen, worauf dieser einen wirklich tiefen Seufzer tat.
Er erklärte mir dann, dass der Tumor am Auge bösartig ist und es schon richtig sei, dass Bruno stark abgebaut hat. Auf meine Frage, ob es denn nicht besser für den Hund sei, wenn er ihn von seinem Leiden erlösen lassen würde, kam eine Antwort, mir der ich eigentlich nicht gerechnet habe und die mich nachdenklich machte.

Der alte Herr erklärte mir, dass er selber schwer unter Gicht leide, was ihm große Schmerzen bereite, seine Augen nicht mehr die Besten seien, er eine Blasenschwäche habe und zudem viele Nahrungsmittel nicht mehr vertrage. Keiner käme auf die Idee, ihn einschläfern zu lassen.
Sein Hund habe Krebs, läuft nur noch langsam, ist knochig geworden und schläft viel, aber Schmerzen habe er keine. Trotzdem meinten die Menschen, es sei besser, wenn man Bruno einschläfern lassen würde.
Nein, er würde Bruno nicht einschläfern lassen und er hoffe inständig, dass Bruno irgendwann einfach einschlafen würde und nicht mehr aufwacht, aber erst, wenn seine Zeit gekommen ist.
Er lächelte dann ein bisschen verlegen und meinte, dass er solange hier jeden Tag mit Bruno seine langsamen Runden drehen wird, auch wenn sie beide immer häufiger mal ein Päuschen einlegen müssten.
Ich stand ein wenig bedeppert da und musste ihm irgendwie Recht geben. Der alte Herr war schlechter dran als sein Hund und ich stellte ihm eine wirklich dämliche Frage.

Ich habe nicht so die riesen Erfahrungen mit Tieren, schon gar nicht mit alten und kranken Tieren. Daher interessiert mich die Meinung der Tierhalter.
Soll man ein unheilbar krankes Tier, auch wenn es keine Schmerzen hat, langsam vor sich hin sterben lassen oder ist es nicht besser für das Tier, wenn man es Einschläfern lässt, um ihm Schmerzen, die bestimmt kommen, zu ersparen?

mG
nyke

Hey,

Soll man ein unheilbar krankes Tier, auch wenn es keine
Schmerzen hat, langsam vor sich hin sterben lassen oder ist es
nicht besser für das Tier, wenn man es Einschläfern lässt, um
ihm Schmerzen, die bestimmt kommen, zu ersparen?

ich denke, das Tier kann genau dann eingeschläfert werden, WENN die Schmerzen kommen. Allerdings weiß ich nicht, wie sehr ich mir selber zutrauen würde, das zu beurteilen. Aber das kann man sicher mit dem Tierarzt abklären. Nur weil ein Tier krank ist, muss es ja nicht gleich leiden, und ich sehe ausschließlich Leiden als Grund für Einschläfern.

Allerdings mit der Einschränkung, dass man leider Gottes auch auf den eigenen Geldbeutel achten muss. Tausende Euro in Tierarztkosten zu stecken ist für mich unverhältnismäßig. Allerdings muss da jeder seine eigenen Grenzen kennen.
Einer meiner Kater steht jetzt unter Dauer-Cortisonbehandlung, das sind Kosten, die sein Leben lang anstehen - aber die absolut im Rahmen sind (in meinem Rahmen, wohlgemerkt).

Wichtig ist in meinen Augen, dass das Tier tatsächlich nicht leidet - und das ist grad bei Tieren häufig schwer zu erkennen (wie ich in den letzten Tagen leider selbst erleben musste).

Gruß
Cess

Hallo !

Solange der Hund schmerzfrei ist, besteht keine Veranlassung ihn zu töten!!

Beurteilen können das nur der Arzt und der Halter. Der Halter sieht das aber immer als Letzter. Wer trennt sich schon gern von einem Kumpel, der ihn jahrelang begleitet hat?

Irgendwann geht es nicht mehr und dann muß der Arzt die Entscheidung treffen. Dieser alte Herr wird es nicht können.

mfgConrad

Hi Conrad,

Beurteilen können das nur der Arzt und der Halter. Der Halter
sieht das aber immer als Letzter. Wer trennt sich schon gern
von einem Kumpel, der ihn jahrelang begleitet hat?

Also entscheidet der Halter?

Irgendwann geht es nicht mehr und dann muß der Arzt die
Entscheidung treffen.

Also entscheidet der Arzt?

Dieser alte Herr wird es nicht können.

Also entscheidet der Halter doch nicht?

Du hast leider nichts verstanden. Nichts vom Leben. Und bist offenbar so weißkittelhörig, dass Du Dir die Entscheidung über das Leben Deines Gefährten (egal ob Mensch oder Tier) von einem Arzt abnehmen lassen würdest?

Selten so etwas Kluges von einem Tierhalter gelesen wie die Aussage des ‚alten Herrn‘. Nur er wird wissen, wie es seinem Tier geht, was er ihm noch zumuten kann. Der Arzt sieht das Tier 5 Minuten, entscheidet schlussendlich nach ‚Aktenlage‘, er er’lebt’ es aber nicht.

Ich würde - solange sich ein Lebewesen nicht quält - ihm jede Minute gönnen, die ihm das Leben geschenkt hat.

Gruß,
Adler

5 „Gefällt mir“

Hi,

Du hast leider nichts verstanden. Nichts vom Leben. Und bist
offenbar so weißkittelhörig, dass Du Dir die Entscheidung über
das Leben Deines Gefährten (egal ob Mensch oder Tier) von
einem Arzt abnehmen lassen würdest?

Selten so etwas Kluges von einem Tierhalter gelesen wie die
Aussage des ‚alten Herrn‘. Nur er wird wissen, wie es seinem
Tier geht, was er ihm noch zumuten kann. Der Arzt sieht das
Tier 5 Minuten, entscheidet schlussendlich nach ‚Aktenlage‘,
er er’lebt’ es aber nicht.

das ist eine furchtbar gutmenschliche Antwort…

Ich würde - solange sich ein Lebewesen nicht quält - ihm jede
Minute gönnen, die ihm das Leben geschenkt hat.

Im Zweifelsfall(!) kannst Du als tiermedizinische Laiin gar nicht beurteilen, ob das Tier sich quält oder nicht, ebensowenig kannst Du beurteilen, wie der zu erwartende Verlauf der Krankheit ist. Nein, man sieht das nicht immer eindeutig(!). Außerdem ist man als Halter selbst alles andere als objektiv, und schon ein Blick in so manchen Beitrag dieses Brettes zeigt immer wieder, wie verblendet die Sicht des Tierhalters auf sein Tier sein kann(!).

Gruß,

Malte

1 „Gefällt mir“

Im Zweifelsfall(!) kannst Du als tiermedizinische Laiin gar
nicht beurteilen, ob das Tier sich quält oder nicht,
ebensowenig kannst Du beurteilen, wie der zu erwartende
Verlauf der Krankheit ist. Nein, man sieht das nicht immer
eindeutig(!). Außerdem ist man als Halter selbst alles andere
als objektiv, und schon ein Blick in so manchen Beitrag dieses
Brettes zeigt immer wieder, wie verblendet die Sicht des
Tierhalters auf sein Tier sein kann(!).

Nachtrag: Mein Fazit, falls das nicht rübergekommen sein sollte, ist, daß solch eine Entscheidung nur Tierarzt des Vertrauens und Halter gemeinsam fällen können.

2 „Gefällt mir“

Hallo Anja,

ich denke, Du tust Conrad hier furchtbar unrecht. Ich lese sein Posting ganz anders: Natürlich liegt die letzte Entscheidung beim Halter, es stellt sich einfach nur die Frage, ob er von sich aus die entscheidende Frage stellen wird, oder hierbei Unterstützung braucht. Und genau da kommt der Tierarzt ins Spiel. Er kennt die objektiven medizinischen Tatsachen und weiß, wann der Halter sich die entscheidende Frage aus rein medizinischer Sicht stellen sollte. Merkt er dann, dass der Halter hierzu nicht in der Lage ist, sollte und wird er als verantwortungsvoller Arzt das Thema ansprechen und den Halter beraten (und nicht überreden).

Kein verantwortungsvoller Arzt wird einem Halter die Entscheidung abnehmen oder würde ein Tier gegen den ausdrücklichen Willen des Halters einschläfern. Dies wäre sogar strafbar. Und ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster zu sagen, dass man ggf. einem Tier zum Wohle seines Halters auch einmal etwas zumuten muss. Es gibt viele insbesondere ältere und einsame Menschen, für die ein Haustier das intensivste Bezugsobjekt ist, und wo dann meiner Meinung nach das Wohl des Halters dem Wohl des Tieres u.U. vorgehen kann und man eine Entscheidung entgegen objektiver medizinischer Befunde aufschiebt oder gar nicht trifft, bzw. anders trifft (weitere Behandlung, palliative Behandlung). Da ist der Tierarzt dann ggf. sogar mehr Psychologe als Tierarzt und muss ganz massiv zwischen beiden Rechtsgütern abwägen, um zu einer vernünftigen Beratung und Behandlung zu kommen. Sicherlich keine einfache Aufgabe für die ein Arzt dann sicherlich eher Hochachtung als Verachtung verdient.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

3 „Gefällt mir“

Ich mußte bisher zweimal diese Entscheidung treffen. Die mir nie leicht fiel und immer zu spät kam. Der Arzt muß manchmal dem Halter gut zureden, dass es so weit ist. Ein alter Mann, dem es selbst so dreckig geht, weiß, was er tun sollte, tut es aber nicht. Er fühlt sich schuldig, wie jeder Hundebesitzer, wenn er „ja“ sagen muß.

1 „Gefällt mir“

Hallo,
ich kann den alten Herrn sehr gut verstehen. Mein erster Hund, ein Bobtail wurde 16 1/2 Jahre alt !!!
Und seitdem sie 13 war hoerte ich immer wieder ich solle sie doch einschlaefern. Ja sie wurde immer langsamer. Ja sie konnte immer schlechter sehen. Auch immer schlechter riechen. Ja sie hatte an manchen Tagen Probleme mit dem Kreuz. Oder war ganz steif.
Aber sie wollte immer noch jeden Tag nach draussen. Sie hat sich immer noch das Sofa hochgequaelt um sich neben mich zu legen. Und sie war immer noch fressgeil wie Luzi…
Dann ging alles ganz schnell. Innerhalb von zwei Wochen baute der Hund so stark ab das einfach kein Zweifel daran bestehen konnte das sie es diesmal nicht mehr schafft. Dann habe ich sie einschlaefern lassen. Aber der Hund hatte mir schon selbst gezeigt das sie nicht mehr konnte und wollte.
Ich will damit nicht sagen das es bei jedem Hund so ist, ich denke ich hatte damals diesbezueglich auh etwas „Glueck“. Aber einen Hund nur weil er langsam blind wird, taub oder nicht mehr schnell genug geht einzuschlaefern halte ich fuer unnoetig und vermessen, genau wie dein alter Mann im Park sagte.

Gruesse

Fonz

Hallo !

Wir sind morgens um 04.00 Uhr zur Ärztin gefahren, weil es sehr schlecht aussah mit dem letzten Hund.

Niemand kam auf die Idee über das Einschläfern zu reden, überhaupt laut zu denken.

Um 10.00 Uhr dann, meine Frau war extra wieder mitgekommen, weil ich die entscheidende Frage doch nicht stellen würde, wurde die Entscheidung durch meine Frau und Ärztin gefällt.

Ich habe ihren Kopf (Hündin) in den Arm genommen und sie bekam die Infusion.

Die meisten der so genannten Hundeliebhaber geben ihren Hund wie zum Entsorgen ab und der Arzt macht den Rest. Der Hund stirbt einsam und allein auf dem OP-Tisch der Praxis. Und so handhaben es auch sicher die, die hier den großen Mund haben.

mfgConrad

1 „Gefällt mir“

Ich habe ihren Kopf (Hündin) in den Arm genommen und sie
bekam die Infusion.

da kommen einem gleich die Tränen, wenn man sowas liest!!

Wir haben seit 1 monat jetzt einen 2,5 Jährigen, und wenn ich mir das irgendwann vorstelle. Es bricht mir das Herz.

Ich glaub, ich würde dort nur weinen, wenn ich weiß, mein Hund schläft gleich für immer ein.

Sicher, wir haben auch geheult, wie die Schloßhunde.

Ich habe sie dann zum Wagen getragen und wollte mich von der Ärztin noch verabschieden, da hatten wir schon wieder einen Hund zur Pflege. Der stellte sich dann drei Tage später vor. Ein Labradorrüde, namens Max. Das mußte sein, sonst hätte die Trauer nie geendet.

Sie liegt jetzt bei uns im Garten unter ihrem Lieblingsplatz. Man kann auch nach drei Jahren noch mit ihr reden. Sie war praktisch nie weg.

mfgConrad

Hi,

Die meisten der so genannten Hundeliebhaber geben ihren Hund
wie zum Entsorgen ab und der Arzt macht den Rest. Der Hund
stirbt einsam und allein auf dem OP-Tisch der Praxis. Und so
handhaben es auch sicher die, die hier den großen Mund haben.

Ich habe meine Mutter, zwei Freundinnen und meinen Vater beim Sterben begleitet - über Monate - und war auch in ihren letzten Minuten dabei. Du kannst sicher sein, dass das bei meinem Hund auch so sein wird.

Gruß,
Adler

Hallo,
ich bin ziemlich beeindruckt von der Sichtweise des „alten Herrn“.

Ich befinde mich momentan auch in so einer Situation. Nicht, dass ich irgendwie alt und krank bin, nein, mein Hund ist alt und krank.
Ich stehe jeden Tag vor der Frage, ist es nun für ihn eine Quälerei oder hat er noch Lust am Leben.
Mein Hund ist nun zwischen 12 - 14 Jahre alt. Ein kaukasischer Hirtenhund aus dem Tierheim, der es schon in jungen Jahren nicht einfach hatte. Ich habe ihn nun seit 9 Jahren und wir beide haben eine Menge durchgemacht.

Ja, nun wird das geliebte vierbeinige Familienmitglied alt. Kann nur noch schlecht aufstehen und läuft nur noch ganz langsam. Pfote für Pfote.
Hören tut er nun schon bald seit einem Jahr nichts mehr. Auch verträgt er nur noch „Schon-Kost“…sonst bekommt er Durchfall.

Aber auch er hat keine Schmerzen. Er freut sich noch immer, wenn ich komme. Wedelt mit dem Schwanz und fiept leicht. Nur aufstehen, dass tut er in solchen Situationen nicht mehr.
Doch, zum Fressen, da hieft er sich immer noch nach oben. Fressen ist einfach seine Leidenschaft. Zum Gassi gehen muss ich ihn aus dem Haus ziehen. Das mag er einfach nicht.

Nun, ich schaue ihn jeden Tag an und denke mir, armer alter Hund.
Ich kenne auch einige Leute, die mich fragen, wann ich Arthus einschläfern lasse. Macht doch soviel Arbeit, so ein alter kranker Hund. Und ist doch auch nicht schön mit anzusehen, wie ein so stattlicher Hund so verfällt.

Aber, meine Meinung ist, solange ihm das Futter noch schmeckt, er zum Fressnapf laufen kann und er sich freut mich zu sehen, hat er noch genug Freude am Leben. Das gönne ich ihm noch.

Es ist aber abzusehen, dass auch für uns beide der letzte Gang zum Tierarzt unausweichlich ist und auch bald anstehen wird.

Gruß Sina

Weiß Gott, es ist

Auch Hallo,
mein erster eigener Kater, Fred, wurde 18 Jahre alt. Eines abends lief er mir nach, ich hatte ihn nicht gehört und er die Autos nicht - er wurde überfahren.
Sein Kumpel, mit dem er viele Jahre lebte, wollte nach dem Tod von Fred einfach nicht mehr; Festus hat nichts mehr gefressen, wurde entsprechend dünn, apathisch. Ich habe ihn einschläfern lassen, daheim.
Eines meiner früheren Pferde bekam eine unbehandelbare, schmerzhafte Sehnenkrankheit. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt: Nach einem Nervenschnitt kann er noch schmerzfrei ein paar Jahre auf der Koppel seine Rente beziehen, tat ich das. Torbellino hatte noch fünf Jahre seinen Spaß.
Vielleicht ist das anschaulich, was ich grade geschrieben habe.
Gruß

Hi!

Die meisten der so genannten Hundeliebhaber geben ihren Hund
wie zum Entsorgen ab und der Arzt macht den Rest. Der Hund
stirbt einsam und allein auf dem OP-Tisch der Praxis.

Viele Freunde, die auch Hunde haben; Tierärzte, mit denen mich mehr als eine Bekanntschaft verbinden und eine Ehefrau, die Veterinärmedizin studiert - alle diese Menschen bestätigen mir, dass Deine Aussage so nicht stimmt.

Zum Glück!

Gruss

Pauli

Hallo Nyke,

ich hab jetzt nicht alle Antworten gelesen, waren mir zuviele :wink:

Ich versteh den alten Herrn absolut und geb ihm zu 200& Recht. Ich seh das ganz genauso und beim TA zu stehen und das O.K. zu geben:
Töte mein Tier
ist verdammt schwer.
Gerade heute ist der Kater meines Bruder in dessen Armen gegangen, nachdem der TA das Tier vor 2 Wochen einschläfern wollte.
So durfte der Kater zu Hause gehen, im Kreis seiner Familie und in LIEBE und nicht in einer sterilen Arztpraxis.
Und falls wer das nicht verstehen sollte: der Kater hatte nur ganz wenig Schmerzen, war einfach alt und des Lebens müde ( kein Krebs, keine Verletzungen o.ä. )
Was gibt es schöneres? Wollen wir nicht alle ganz heimlich, zu Hause im Bett liegend einschlafen und nie wieder aufwachen?

funr@cer

Hallo.

Also erstmal muss ich mich der Meinung vieler Vorposter anschließen: Dieser alte Herr hat wirklich eine tolle Einstellung! Bleibt nur zu hoffen, dass er sich wirklich sicher sein kann, dass der Hund nicht leidet. Inwieweit er fähig ist, dies zu beurteilen, kann ich nicht sagen weil ich ihn und seinen Hund nicht kenne.

Ich musste die Entscheidung viermal treffen, allerdings bei Hamstern (vielleicht nicht der passendste Vergleich, aber grundsätzlich geht es um das gleiche).
So habe ich es gehandhabt: gab es eine Möglichkeit, das Tier zu retten, habe ich es versucht, anderenfalls besser vom Leiden erlösen. Unheilbar krank, aber keine Schmerzen? Also da sehe ich noch lange keinen Grund, ein Tier zu „erlösen“, von was auch, wenn es nicht leidet?

Der Tierarzt hat mir da im Übrigen nie seine Meinung aufgedrängt, auch wenn die Chancen sehr gering waren, das Tierchen zu retten, hat er mich lediglich beraten und mir auf Nachfragen noch nicht mal sagen wollen, was ER tun würde!

Es ist aber immer eine wahnsinnig schwere Entscheidung und man kann sich nie sicher sein, die richtige Wahl getroffen zu haben. Wer kann schon wissen, welche Schmerzen das Tier hat und ob es noch leben, bzw. wie es lieber sterben möchte? Mal abgesehen davon, dass das Tier selbst sich darum sicherlich keine Gedanken macht: absichtlich den Tod herbeizuführen, aus welchen Gründen auch immer, ist ein sehr heikles ethisches Thema. Wie sollte man da eine eindeutige Antwort geben können?

LG, Liz

Dann hast Du Dir aber sehr viel Mühe gemacht, um so viel Falschaussagen zu bekommen.

Unsere Tierärztin bestätigte uns, dass wir zu den ganz wenigen Tierhaltern gehören, die ihr Tier dabei nicht allein gelassen haben.

mfgConrad

Hallo Connrad,

sowas fände ich aber ganz grausam. Es gibt sicher Situationen wo eingeschläfert werden muss…aber dann sollte man auf jeden Fall bei seinem Tier bleiben. Alles andere ist Feigheit. Ich bin immer bei meinen Tieren dabei…nur einmal nahm mir ein TA meine Katze ab, weil ich schon im Wartezimmer weinte, er meinte, er mache das schon…das läuft mir bis heute nach, ich vergesse diesen Tag nie…und sowas passiert mir NIE NIE wieder. Mein Tier was mich ein ganzes Leben begleitet hat, dem bin ich es einfach schuldig, es in dem letzten Moment nicht alleine zulassen.
Und wir lassen keinen in der Praxis…
Grüße

Margit