Ich habe gestern eine Bericht über Angsttherapien im Fernsehn gesehen und der hat mich mal wieder daran erinnert das ja eigentlich selbst auch mal etwas gegen meine Angst tuen wollte.
Bei mir sind es Spinnen die mir Probleme bereiten (mit Problemen meine ich nicht „igitt,igitt“ sondern das ich z.B. einmal eine Nacht im Auto geschlafen habe weil eine Spinne an der Haustüre gesessen hat). In dem Bericht und auch den meisten Seiten in Internet wird eine Spinnenangst mit einer Konfrontationstherapie behandelt. Sowas käme für mich niemals in Frage, ich kann mir nichtmal Bilder von Spinnen ansehen und als ich gestern beim Bericht bei einer schwarzen Witwe nicht schnell genug weggesehen habe sind mir für Minuten die Gänsehäute rauf und runter gelaufen und ich hab fast schon Tränen gespürt. Ich könnte das also nicht…
Gibt es denn eine Alternative zu sowas? Kann man solche Ängst mit Hypnose behandeln? Einfach gesagt: Wie werde ich meine Angst los ohne mit Spinnen in Kontakt zu kommen?
(Vor allen anderen Krabbeltieren habe ich übrigens keine Angst)
Ich hoffe irgendjemandem fällt dazu etwas ein… Danke!
jetzt weiß ich nicht, wie die Kontakttherapie vorgestellt wurde, aber sie wird individuell auf die zu behandelnde Person abgestimmt und forciert.
Wenn Du panische Angst hast, wird man Dir in der ersten Sitzung keine Vogelspinne auf die Hand setzen, sei also beruhigt.
Du arbeitest mit dem Therapeuten zusammen und Du bestimmst, wie weit es geht.
Wobei ein geschickter Therapeut Dich trotzdem führt um Dich weiter zu bringen.
Bei Dir könnte(!) es so aussehen, daß in der ersten Sitzung abgeprüft wird, wie stark Deine Ängste sind, dann werden vielleicht Vorstellungsübungen gemacht, Du stellst Dir also Situationen vor, in denen Spinnen vorkommen, dann schaust Du Dir Bilder an, dann Filme usw.
Diese Konfrontationstherapie ist bisher bei dinglichen Ängsten immer noch eine der besten Ansätze.
Sowas käme für mich niemals in Frage, ich kann mir nichtmal Bilder von :Spinnen ansehen und
als ich gestern beim Bericht bei einer schwarzen Witwe nicht
schnell genug weggesehen habe sind mir für Minuten die
Gänsehäute rauf und runter gelaufen und ich hab fast schon
Tränen gespürt. Ich könnte das also nicht…
diese Deine Reaktionen sind kein Grund, der gegen eine Konfrontationstherapie spricht. Eher ein Grund dafür. Wenn Du solche Reaktionen nämlich nicht zeigen würdest, dann bräuchtest Du keine Konfrontationstherapie.
Bevor Du jetzt wegklickst, möchte ich noch sagen, daß es auch „weiche“ Formen der Konfrontation gibt: z.B. über die Vorstellung (systematische Desensibilisierung genannt). Therapeut und Patient erstellen zusammen eine sogenannte Angsthierarchie, in der die am wenigsten angstauslösenden Objekte unten und die am meisten angstauslösenden Objekte oben stehen. Nachdem der Patient gelernt hat, wie man sich richtig entspannt, wird langsam damit begonnen, sich mit den angstauslösenden Objekten in der Vorstellung (nicht „in echt“, gibt es aber auch) zu konfrontieren und sich dabei zu entspannen: Begonnen wird mit den am wenigsten angstauslösenden Objekte. Wenn man sich entspannen kann, wird das nächste, etwas mehr angstauslösende Objekt genommen usw. Das Ganze wird sehr langsam durchgeführt, in vielen kleinen Zwischenschritten.
was dir helfen könnte, wären folgende tatsachen (die meistens im TV nicht erwähnt werden, weil da lieber geschockt wird):
-eine verhaltenstherapeutische konfrontationstherapie fängt mit konfrontation nur nach intensiver vorbereitung an. immer, ja: immer!, bestimmt der patient was und wann und wie gemacht wird. es wird nichts passieren, was nicht abgesprochen und vorbereitet ist. die kontrolle ist und bleibt beim patienten. wenn du allerdings innerhalb von monaten eine erleichterung erreichen willst, ist die verhaltenstherapie dabei sehr empfehlenswert. bald wird dir nämlich nur noch das ausweichen auf den mond bleiben …
-eine tiefenpsychologische behandlung im rahmen von gesprächstherapie wäre vielleicht ein guter ausweg für dich, denn da werden eigentlich nie solche konfrontationen gemacht, sondern man spricht über alles andere als über spinnen (platt ausgedrückt).
Wenn Du panische Angst hast, wird man Dir in der ersten
Sitzung keine Vogelspinne auf die Hand setzen, sei also
beruhigt.
doch, es gibt Konfrontationstherapien, in denen ab der ersten **Therapiesitzung mit dem angstauslösenden Objekt / der Situation massiv konfrontiert wird. Solche Sitzungen dauern mehrere Stunden. Das nennt sich Flooding und ist bei Indikation äußerst effektiv und effizient, aber für den Patienten sehr stressig.
Diese Konfrontationstherapie ist bisher bei dinglichen Ängsten
immer noch eine der besten Ansätze.
Nein, als das gilt sie schon seit längerem nicht mehr.
doch, es gibt Konfrontationstherapien, in denen ab der ersten Therapie sitzung mit dem angstauslösenden
Objekt / der Situation massiv konfrontiert wird.
dann hat aber ein (hoffentlich) ausführliches Vorgespräch stattgefunden und der Therapeut hat sich ein Bild vom Patienten gemacht, ob diese Form gut/günstig ist.
Die Regel stellt so etwas aber nicht dar.
Diese Konfrontationstherapie ist bisher bei dinglichen Ängsten
immer noch eine der besten Ansätze.
Nein, als das gilt sie schon seit längerem nicht mehr.
dann hat aber ein (hoffentlich) ausführliches Vorgespräch
stattgefunden und der Therapeut hat sich ein Bild vom
Patienten gemacht, ob diese Form gut/günstig ist.
Die Regel stellt so etwas aber nicht dar.
selbstverständlich wird vor der Therapie Diagnostik gemacht. Und ja: Es handelt sich um eine geläufige Therapieform mit sehr großer
Wirksamkeit.
Aha, und die Alternativen wären?!
Es gibt - Systematische Desensibilisierung eingeschlossen - vier Formen der Konfrontationstherapie: massierte Exposition in vivo, graduelle Exposition in vivo, massierte Exposition in sensu, graduelle Exposition in sensu.
Wenn Du panische Angst hast, wird man Dir in der ersten
Sitzung keine Vogelspinne auf die Hand setzen, sei also
beruhigt.
Halt vor genau soetwas hätte ich Angst. In der Sendung wurde das Ganze innerhalb von 4-6 Stunden „erledigt“ und zum Schluss hab die Frauen selber freilaufende, giftige Spinnen eingefangen. Und es wurde halt gesagt das bei solchen Ängsten die klassische „Schocktherapie“ wohl am häufigsten und wirkungsvollsten wäre…
Halt vor genau soetwas hätte ich Angst. In der Sendung wurde
das Ganze innerhalb von 4-6 Stunden „erledigt“ und zum Schluss
hab die Frauen selber freilaufende, giftige Spinnen
eingefangen. Und es wurde halt gesagt das bei solchen Ängsten
die klassische „Schocktherapie“ wohl am häufigsten und
wirkungsvollsten wäre…
Das ist richtig, liegt aber auch daran, dass solch einer Spinnenphobie in aller Regel keinerlei schlechte Erfahrungen zugrunde liegen, die einer realen Begegnung mit diesen Tieren entstammen. Wäre man von einer echten Spinne (Hund ect) gebissen worden, würde die Therapie nicht derart schnell gelingen, es kann also angenommen werden, dass die ‚Spinne‘ nur eine Art Platzhalter für ein ganz anders geartetes und im Unbewussten verborgen liegendes Problem ist. Damit willst Du Dich aber vermutlich lieber nicht befassen, oder?
Das ist richtig, liegt aber auch daran, dass solch einer
Spinnenphobie in aller Regel keinerlei schlechte Erfahrungen
zugrunde liegen, die einer realen Begegnung mit diesen Tieren
entstammen. Wäre man von einer echten Spinne (Hund ect)
gebissen worden, würde die Therapie nicht derart schnell
gelingen, es kann also angenommen werden, dass die ‚Spinne‘
nur eine Art Platzhalter für ein ganz anders geartetes und im
Unbewussten verborgen liegendes Problem ist. Damit willst Du
Dich aber vermutlich lieber nicht befassen, oder?
Doch, eigentlich gerne sogar. Das würde bedeuten das ich über das Aufarbeiten des eigentlichen Problems die Spinnenangst loswerden könnte/würde? Wenn es da ein verstecktes Problem gibt dann würde ich mich gerne damit befassen…
das Aufarbeiten des eigentlichen Problems die Spinnenangst
loswerden könnte/würde?
Das ist richtig. Hast Du von Freuds Methode der Traumanalyse gehört, dem „Königsweg in das Unbewusste“? Was hieltest Du davon, es damit zu versuchen, der Ursache Deiner Spinnenphobie auf den Grund zu gehen?
Das ist richtig. Hast Du von Freuds Methode der Traumanalyse
gehört, dem „Königsweg in das Unbewusste“? Was hieltest Du
davon, es damit zu versuchen, der Ursache Deiner Spinnenphobie
auf den Grund zu gehen?
Viele Ängste haben keine wirkliche Ursache und in den allerwenigsten Fällen bringt es was die Ursache zu kennen. Dieser ganze Kram von wegen „Erzähl mir was über deine Mutter“ ist längst überholt und Freud selbst wird auch kaum noch ernst genommen.
Mit einer Verhaltenstherapie (ob nun massiert oder nicht) hat man die besten Chancen auf Besserung. Massiert heißt einfach nur, dass die ganze Therapie an einem Stück durch gezogen wird. Der Angstzustand selbst kann nur wenige Minuten an anhalten und lässt dann nach. Ein massierte Therapie ist also sehr stressig aber wirkt schnell und effektiv. Das Ganze kann man eben auch auf mehrere Sitzungen verteilen und ist dann natürlich weniger stressig, führt aber dennoch recht schnell zum Ziel (das ist auch meine Empfehlung), der Therapeut wird dir das ganze aber auch noch genauer erklären.
Ich denke zu dem Thema wurde schon alles wichtige gesagt.
Von Gandalf, aiwdil und alpha gesagt.
Hypnose oder Traumanalyse sind doch sehr umstritten.
einmal eine Nacht im Auto geschlafen habe weil eine Spinne an
der Haustüre gesessen hat).
Hi, würden wir in einer Straße wohnen, könnten wir uns die Nacht im Auto mit Kartenspielen vertreiben. Ich bin was Spinnen angeht genauso. Alle anderen Tiere dieser Welt mag ich. Aber ich habe etwas irres festgestellt. Ich war zwechs Dreharbeiten in Afrika und bin dort durch den Dschungel gegangen. Dort gab es riesige Spinnen, die mich aber nicht gestört haben, selbst als sie einige Crewmitglieder bissen. Sie waren in ihrem natürlichen Umfeld und haben für mich sehr viel Schreckliches dadurch verloren. Sitzt aber eine kleine Spinne in meinem Haus, drehe ich durch. Auch nach Afrika. Erklärbar? Nein, sicher nicht. Mir fällt zumindest nichts dazu ein. Jedenfalls, du bist nicht allein. Eine Angsttherapie kommt für mich allein deswegen schon nicht in Frage, weil ich a) nicht mit Spinnen in geschlossenen Räumen konfrontiert werden will und b) ich geschlossene Räume nicht mag.
Wenn das Ganze einen weiterführenden Hintergrund hat würde ich das sehr gerne wissen und aufarbeiten. Ich habe schon oft und lange darüber nachgedacht woher diese Angst kommen kann und mit was genau es an den Spinnen zusammenhängt.
Ich hatte diese Angst als Kind schon, genau wie meine kleine Schwester (Eltern nicht), aber während ihre Angst mit den Jahren schwächer geworden ist, ist meine gewachsen. Daher bezweifele ich das es eine Sache ist die ich mir abgeschaut/angewöhnt habe.
Ich habe auch versucht mir zu überlegen was Spinnen in meinen Augen von anderen Tieren abhebt und was das „Gruselige“ an ihnen ist. Ich habe da zwar auch eine recht gute Ahnung mittlerweile, helfen tut mir das aber nicht.
Im Moment bin ich noch froh das ich in der Stadt in dritten Stock wohne, dahin verirren sich Spinnen so gut wie nie. Bei meinen Eltern auf dem Land ist zum Glück meistens jemand von der Familie zur Stelle um mich zu retten. Und wenn nichts ist das betroffene Zimmer halt tabu bis jemand kommt. Sorgen macht mir aber eher der Bereich der Arbeit. Noch studiere ich, aber wenn ich später mal was aus einem Lager im Keller holen soll oder auch nur eine Spinne in meinem Büro ist,… Ich habe kein Interesse daran das mein Chef mich irgendwann mal heulend unter dem Schreibtisch findet.
Aber ich werde mich demnächst mal genauer informieren was sich da amchen lässt.
Ich nehme mal an so eine Therapie müsste ich selbst zahlen, oder?
Ich nehme mal an so eine Therapie müsste ich selbst zahlen,
oder?
Nein, das zahlt die Krankenkasse.
Die Ursache (wenn es denn eine gibt) mag vielleicht interessant sein aber nur in wenigen Fällen hilft es dem Betroffenen.
Wichtiger ist es zu wissen, was Angst ist und wie sie funktioniert und sich dann eben mit der Sache zu konfrontieren.
Wenn das Ganze einen weiterführenden Hintergrund hat würde ich
das sehr gerne wissen und aufarbeiten. Ich habe schon oft und
lange darüber nachgedacht woher diese Angst kommen kann und
mit was genau es an den Spinnen zusammenhängt.
Traumanalyse hätte auf jeden Fall einen weiterführenden Hintergrund, auch wenn es dabei zunächst gar nicht einmal unbedingt offensichtlich um Deine Spinnenangst gehen müsste. Das hinge ganz von den Träumen ab, die Du dem Analytiker zwecks Erstellung eines Auslegungsversuches lieferst.
Solche Therapie wird in der Regel von den Krankenkassen übernommen (- müsstest Du Dich bei Deiner erkundigen), ansonsten könnte ich Dir auch ein paar Infos zukommen lassen, aus denen sich entnehmen ließe, wie ungefähr bei einer Traumanalyse vorgegangen würde.