Alternativen zum Klapps bei Kleinkindern ?

Ich schließe mich Guido an!
Hi an alle!

Und zwar was er als letztes in seinem Schreiben sagt, nämlich:

„Nunja - ich werde mich dieses Mal zurück halten und auf
gewisse Personen garantiert nicht reagieren!“

Mit dem Unterschied, daß ich mich überhaupt nicht melden werde.

Ich hatte das Bedürfnis das zu sagen…

Schönen, ruhigen und lieben Gruß
Helena

PS. …zumal ich zu dem damals von mir Besagten nichts mehr hinzuzufügen habe!

Hallo Arife,

die Eltern meines Patenkindes (er ist einer von Zwillingen) haben die Anfangszeit, als die beiden zwar schon krabbeln, aber langatmige Erklärungen über die Gefahren des Alltags noch nicht erfassen konnten (beide sind mit 10 Monaten absolut frei gelaufen und entsprechend früher gekrabbelt) folgendes System angewendet: Wer etwas verbotenes anfaßt, wird mit mehrfachem, deutlichen „Nein“ bedacht. Wenn das nichts nutzt, wird derjenige in den Laufstall (jaja - jetzt kommen gleich wieder die Laufstallgegner aus den Löchern und rufen nach dem Jungendschutz) gesetzt. Dort lag dann auch Spielzeug drin und der „Übeltäter“ wurde kurz - nur ein paar (höchstens 5) Minuten - dort dringelassen. Das hatte wirklich den Effekt, das beide sehr schnell die Bedeutung des Wortes „Nein“ begriffen hatten und sich auch (weitestgehend) daran hielten. Sie hatten gelernt, daß etwas passiert, wenn sie „Nein“ nicht beachten. Und das was passierte, war nicht gleich tödlich (Stromschlag), entstellend (Verbrühung) oder sonstwie mit dramatischen Folgen verbunden.

Ich finde, das war eine gute Alternative zum Klaps. Irgendeine erkennbare Grenze brauchen Kinder halt - sonst suchen sie sich selbst eine und das kann böse enden.

Viele Grüße
Tania

Und wer jetzt meint, ein Laufstall sei genauso schlimm wie ein Klaps, der kann sich mal überlegen, was er mit Zwillingen in einem Haus voller Treppen und ohne die Möglichkeit ein Kindergitter stabil zu installieren (baulich bedingt) machen würde, wenn er mal aufs Klo muß und alleine mit den Kindern zuhause ist. Noch dazu wenn diese Zwillinge beide bereits in einem Altern krabblen, in dem andere gerade mal anfangen sich zu drehen.

Na von Dir möchte ich, wäre ich ein Kind, auch keinen auf Deckel bekommen :wink:

… aber das nur mal vorweg. Mir ging es nicht um die Diskussion Klaps ja oder nein, sondern lediglich um die Diskussion ob es eine Tür zum Kindesmissbrauch ist.

Nun wie sich mittlerweile herausgestellt hat war die Äusserung etwas überzogen dargestellt und wenn man sich das vor Augen führt, dann kann ich es aus dieser Sicht auch nachvollziehen obwohl ich es so nicht formulieren würde.

Viele Grüsse
MeToo

Hallo,
am effektivsten ist die „Ablenkmethode“. Du musst natürlich immer hinter ihm hinterher sein und im Ernstfall eingreifen können.
Ich sage immer „NEIN“ und nehme ihn von der gefährlichen/nicht gewünschten Stelle weg uhnd versuche, mit etwas anderem Interessanten abzulenken. Im mehrfachen Wiederholungsfall geht es aus dem Raum. Ein heißer Backofen darf auch schon mal berührt werden - seitdem weiß mein Kleiner, dass man da nicht rangeht :wink:

Beatrix
http://www.belzig-online.de

hallo,

erziehung, verbote, einschraenkungen sind nie gewaltfrei. sie
sind schwerwiegende eingriffe in die persoenlichkeit.
kleinstkinder reagieren darauf mit weinen, spaeter kommt trotz
dazu, und erwachsene koennen sehr agressiv werden, wenn sie
das grausame zusammenspiel zwischen eigenen schwaechen und
maechten anderer erleben ( muessen ).

Na, so einen Blödsinn… Verzeih, ich will ja nicht unhöflich werden. Ich habe nur das Gefühl, dass hier eine verhängnisvolle Einstellung propagiert wird. So was nennet sich wohl „frustrationsfreie Erziehung“, ach nee, Erziehung an sich ist ja schon Gewalt.
Ein Kind soll sich also Deiner Meinung nach vollkommen uneingeschränkt entwickeln können. Ein schönes Ideal, aber in welcher Welt soll dieses Kind sich hinterher zurecht finden? Ich kenne ein solches Kind, das alles darf, was es will. Inzwischen ist es in der Schule, die Leistungen sind grottenschlecht…
Du magst ja alle Rücksichtslosigkeiten und Frechheiten Deines Kindes als liebendes Elternteil noch tolerieren, der Rest der Umwelt Deines Kindes wird dies garantiert nicht tun.
Sagst Du dann Deinem Kind vielleicht: „nein mein Liebling, natürlich mußt du keine Hausaufgaben machen, wenn du nicht willst“?
Sorry, aber in einer Gesellschaft, die funktionieren soll, kann keiner tun und lassen, was ihm gefällt, kein Kind und auch kein Erwachsener. Mit dem entstehenden Frust muss JEDER leben lernen.

Viele Grüße

Bianca

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hallo,
bevor ich naeher auf deine antwort eingehe: wieviele kinder hast du selbst gross gezogen? ich moechte es wissen, um dir auf aehnlichem level antworten zu koennen.
gruss
khs

p.s.: bei mir waren/sind es vier

Lieber Karl-Heinz,

das ist meine absolute Lieblingsantwort von Eltern, die ihre Erziehungsmethode durchzuboxen. Wieviele Kinder? Überhaupt Kinder? Hah, kein Wunder…!

Ich denke gesunder Menschenverstand wird einem nicht erst mit der Geburt einer Anzahl von x Kindern geschenkt. Habe so ein Exemplar von einem frei erzogenem Kind in meinem Bekanntenkreis, daß immer wieder gesagt bekommt, nein, das darfst Du nicht, weil… bla bla bla. Resultat: Es macht was es will. Vielleicht noch für das Kind ganz prima, für die Umgebung der Horror!
mich schon nicht wehren darf!

Gruß Julia
0 Kind

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Hallo,

ein Klaps bei Kleinkindern ist so ziemlich das Überflüssigste, was ich mir vorstellen kann…

Es ist wichtig, dass dem Kind unmissverständlich klar gemacht wird, was ein „NEIN“ ist. Dazu genügt es aber, ihn sich zu schnappen und ihm das letzte nein deutlich, d.h. auch mehrmals, zu wiederholen. Hilfreich ist auch, die verbotene Handlung selber dem Kind vorzumachen und dann mehrmals „Nein, nein, nein“ dazu zu sagen. Das hat zwar manchmal die lustige Folge (wie wir selber beobachten durften), dass das Kind „nein, nein, nein“ zu sich selber sagt, bevor es dann das Verbotene tut.
Aber Kinder machen ja sowas, um ihre Grenzen zu erfahren. Und dann muss man sie ihnen zeigen. Das geht auch ohne Klapse. Und sie kapieren sehr schnell, was das „nein“ bedeutet.

Das befreit dich natürlich nicht von der Aufgabe, deine Wohnung kindersicher zu machen!!! Es ist eine Illusion, dass es ohne das geht. Das werden dir alle Eltern sagen.

Gruß
Michael

Ist das neu?
Hi,

bevor du hier solche Tipps ablässt, für die du traurigerweise
auch noch mit Sternchen belohnt wirst, solltest du dich mit
den aktuellen Gesetzen in Deutschland vertraut machen. Demnach
ist GEWALT körperlicher und seelischer Art gegen Kinder
STRAFBAR!!!

Könntest Du das bitte ein wenig erläutern? Körperverletzung und Beleidigung (die Folgen physischer und psychischer Gewalt) sind schon sehr lange strafbar - unabhängig ob gegen Kinder oder Erwachsene. Dann gibt es noch den butterweichen BGB-Paragrafen, der Kindern das Recht auf eine „gewaltfreie Erziehung“ (wie immer das auch gehen soll - bzw. es würde mich mal stark interessieren, wie der Gesetzgeber hier Gewalt definiert) zusichert. In diesem Zusammenhang spielt eine Strafbarkeit aber keine Rolle.
Meinst Du also die alten Gesetze (Körperverletzung/Beleidigung - aber wieso dann „aktuelle Gesetze“?) oder gibt etwas Neues das ich verpasst habe?

fragend
Stefan

Hallo Stefan,
nein du hast natürlich recht, ich meine den § 1631 Abs. 2 BGB.
Insofern ist der Begriff der Strafbarkeit sicher etwas irreführend.
Liegt wohl daran, dass ich in diesem Zusammenhang sehr bewusst nicht den Juristen raushängen lassen wollte, sondern meine Meinung umgangssprachlich kundtun.

Sorry, wenn das etwas mißverständlich war!

Ironlady

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liebe julia!
der GESUNDE menschenverstand entwickelt sich erst mit der summe der erfahrungen aus dem realen leben! wenn also jemand irgendwen kennt, der aehnliche probleme hat, der hat sie= diese probleme nie selbst durchlebt. gerade im fall „kind“ ist das fuer aussenstehende nicht nachvollziehbar! du magst soviele theorien ueber alles moegliche gelesen haben - theorie und praxis werden sich nicht ueberdecken. daher kann ich dir auch nicht mehr auf deine antwort schreiben.
gruss
khs

Hallo!

Ich antworte hier Dir, aber viele andere haben ähnliches geschrieben

natuerlich muessen wir die wohnung

dem kind anpassen aber das ist nur zu einem bestimmten mass
moeglich.

wieso/weshalb?

Ich denke, keine Wohnung ist absolut kindersicher gestaltbar.
Beispiele?
Wir hatten ein Gitter vor der Treppe. Wenn aber die größeren Kinder vergessen, es zuzumachen, kann es durchaus vorkommen, dass der kleine Bruder kopfüber runterpurzelt und sich den Schädel ordentlich anschlägt.

Sämtliche Chemikalien und Medikamente waren sehr hoch und weit weg aus denkbarer Kinderreichweite gelagert. Trotzdem schaffte es meine kleine Schwester, aus Sesseln eine Art Leiter zu bauen und die guten „Zuckerl“ zu kosten.

Auch wenn alle Steckdosen ordentlich mit Drehverschlüssen zugeklebt sind, gibt’s die Möglichkeit, dass technisch begabte Kids mal mittels Schemel aufs Waschbecken klettern, die darüber an der Wand hängende Lampe abmontieren und sich mit den lustigen Kabeln spielen.

Wie gesagt - Klar kann man vieles verbessern, viele Gefahren ausschalten; aber arife hat sicher auch recht, wenn sie sich Gedanken macht über die Erziehung eines Kindes in dem Sinne, dass diese Vorsichtsmaßnahmen eines Tages nicht mehr notwendig sind…

Gute Nacht

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Hej Guido!

Nur eins:
Eure Argumentation „pro Klaps“ ist immer wieder sehr sehr
ähnlich arm gegliedert und erinnert mehr an eine hilflose
Rechtfertigung denn an eine Argumentation bzw. Erläuterung!

Ich hab als Kind ab und zu den Hintern ordentlich verdroschen bekommen (händisch) Meine Mutter rechtfertigt das mit der Begründung, dass sie sich bei 3 Kindern, die meistens genau gleichzeitig unabhängig voneinander (Murphy!!) Mist gebaut haben, und ein „Nein“ nicht akzeptieren konnten, ab und zu einfach durchgedreht hat.
Ich habe es gehasst. Fühlte mich gedemütigt. Anfangs waren die körperlichen Schmerzen schlimm, später die Unterlegenheit.

Ja, später. Da begann die Erziehung ohne Schläge. (Keine Ahnung wann) und sie meinte - ja, irgendwann konnte man mit mir(uns) reden und Schimpfe wirkte mehr als Schläge.
Reden… Das bedeutete oft ein gnadenloses Niederargumentieren der sprachlich Unterlegenen. Dem früheren „Nein“ folgte nun eine Flut verbaler Schläge. Niemals diffamierend oder persönlich beleidigend. Absolut unangreifbar und 100%ig richtig in den Schlußfolgerungen.
Und das war genauso schlimm. Keine körperlichen Schmerzen mehr. Mein Hintern war ja auch mittlerweile fetter geworden und nicht mehr so empfindlich. Aber die Hilflosigkeit blieb.

Ich weiß nicht, wie ich meine Kinder erziehen werde. Sie sollen auf diese Welt vorbereitet werden und die ist nicht immer lieb und nett. Und gleichzeitig will ich ihnen Sicherheit geben. Dass sie immer zu mir kommen können, wie ich immer zu meiner Mutter kommen konnte und kann. Weil wir uns trotz all unserer Fehler und Probleme verstehen und weil wir uns sehr lieb haben.

Ich würd nicht grundsätzlich verbales Erziehen dem „manuellen“ vorziehen. Verbote und Strafen tun nun mal weh. Egal wie…

Gruß
Igel

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Hallo K-H,

ich schätze deine Antworten seit langer Zeit und das in fast allen Brettern in den du schreibst aber hier kann ich dir leider nicht zustimmen. Eine Meinung hat jeder egal ob aus eigener Erfahrung oder nicht. Auch Onkel, Tanten, Parten oder Freunde von Leuten die Kinder haben, können viele Dinge beurteilen.

Vielleicht sogar hin und wieder besser als die eigenen Eltern (weil aussenstehend und objektiver) Welche Eltern geben schon zu Fehler zu machen. Jeder meint doch für sich den Stein des Weisen gefunden zu haben.

Viele Grüsse aus Hamburg

MeToo

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moin,

ich streite kinderlosen durchaus keine meinung ueber erziehung ab und hoere sie auch interessiert an, und ich werde sie auch in meine denkweisen einfliessen lassen, wenn die argumente gut sind.

ich sehe den wesentlichen unterschied zwischen kinderlosen und kindererziehenden darin, dass man als kinderloser zwar sicherlich auch gut und gern mit den kleinen wesen umgehen kann, es aber zu dramatischen erfahrungsdifferenzen kommt, wenn mal als erziehender JAHRELANG tag und nacht in der verantwortung steht.
das kann niemand nachvollziehen, wenn du als unerfahrener elternteil deinen saeugling roecheln hoerst und todesaengste verspuerst, um dann rauszufinden, dass nur ein pfurz quer im bauch war.
sorry, kinderlose sprechen fuer mich ueber erziehung, wie blinde von farben.
gruss + hummelhummel
kuddel

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wenn man den Kopf nur zum Tragen einer Mütze hat…
Hi!

Gegenbeispiele? Ohne zu überlegen - direkt widerlegt?

Wir hatten ein Gitter vor der Treppe. Wenn aber die größeren
Kinder vergessen, es zuzumachen, kann es durchaus vorkommen,
dass der kleine Bruder kopfüber runterpurzelt und sich den
Schädel ordentlich anschlägt.

Kann man mit einem Gummizug automatisch schließbar machen

Sämtliche Chemikalien und Medikamente waren sehr hoch und weit
weg aus denkbarer Kinderreichweite gelagert. Trotzdem schaffte
es meine kleine Schwester, aus Sesseln eine Art Leiter zu
bauen und die guten „Zuckerl“ zu kosten.

Wegschließen (mit Schlüssel und Schloss und so)

Auch wenn alle Steckdosen ordentlich mit Drehverschlüssen
zugeklebt sind, gibt’s die Möglichkeit, dass technisch begabte
Kids mal mittels Schemel aufs Waschbecken klettern, die
darüber an der Wand hängende Lampe abmontieren und sich mit
den lustigen Kabeln spielen.

Wieso stehen bei Euch dauernd die Schemel in der Gegend rum? Welchen Sinn macht es, Dinge nach oben zu stellen und meinem Kind durch einen Schemel den Zugang zu ermöglichen? Wollt Ihr, dass es mal Bergsteiger wird?

Wie gesagt - Klar kann man vieles verbessern, viele Gefahren
ausschalten; aber arife hat sicher auch recht, wenn sie sich
Gedanken macht über die Erziehung eines Kindes in dem Sinne,
dass diese Vorsichtsmaßnahmen eines Tages nicht mehr notwendig
sind…

Natürlich! Mein 5-jähriger baut zwar immer noch Mist, aber ich kann ihn mittlerweile durchaus auch in absolut ungesicherten Wohnungen unbeaufsichtigt lassen…

Grüße
guido

UNTERSTEH DICH!!!
Untersteh dich dein Kind zu schlagen!!! „Kleiner Klaps“ ist genau wie heftige Prügel … lässt du dir das eine durchgehen, ist das andere auch nicht mehr weit.
Kinder reagieren sehr viel sensibler als man meint auf Stimm-Modulationen, ein scharfes, bestimmtes (nicht brüllendes!) „Nein“ und das Wegnehmen des Kindes sollte ausreichen. Üblicherweise.
Alles Leute, die du fürderhin mit deinem Kind besuchst, werden es dir danken!
Entschuldige, wenn der Anfang dieses Postings etwas grob war, aber ich werde einfach fuchtig, wenn Eltern tatsächlich „Handgreiflichkeiten“ als Erziehung einsetzen, Autorität mit Macht verwechseln.

Grüße von
Stefan

(Nur um das klarzustellen: 1. bin ich selber Vater und 2. finde ich die sogenannte antiautoritäre Erziehung ganz und gar schrecklich!)

Wieso?
Hi!

Ich hab als Kind ab und zu den Hintern ordentlich verdroschen
bekommen (händisch) Meine Mutter rechtfertigt das mit der
Begründung, dass sie sich bei 3 Kindern, die meistens genau
gleichzeitig unabhängig voneinander (Murphy!!) Mist gebaut
haben, und ein „Nein“ nicht akzeptieren konnten, ab und zu
einfach durchgedreht hat.
Ich habe es gehasst. Fühlte mich gedemütigt. Anfangs waren die
körperlichen Schmerzen schlimm, später die Unterlegenheit.

Das kenne ich! Mittlerweile ist meine Mutter aber tatsächlich so weit gereift, dass sie es bereuht!

Ja, später. Da begann die Erziehung ohne Schläge. (Keine
Ahnung wann) und sie meinte - ja, irgendwann konnte man mit
mir(uns) reden und Schimpfe wirkte mehr als Schläge.
Reden… Das bedeutete oft ein gnadenloses Niederargumentieren
der sprachlich Unterlegenen. Dem früheren „Nein“ folgte nun
eine Flut verbaler Schläge. Niemals diffamierend oder
persönlich beleidigend. Absolut unangreifbar und 100%ig
richtig in den Schlußfolgerungen.

Das sind Deine Erfahrungen! Aber warum schlussfolgert Ihr immer, das rein verbale Erziehung (was bei mir nicht der Fall ist - Strafen sind konsequent durchgeführt nötig und manchmal auch wichtig) im Totargumentieren enden muss?!
Wieso kann ich meinem Kind nicht durch Experimente zeigen, wie gefährlich verschiedene Dinge sind?

Ich würd nicht grundsätzlich verbales Erziehen dem
„manuellen“ vorziehen.

So, wie Du diese Begriffe definierst: Ich schon! Und meinem Sohn geht es genauso, wenn er mitbekommt, wie andere Kinder durch körperliche Gewalt (ein Klaps ist nichts anderes!) „erzogen“ werden, und er mich jedesmal verständnislos um eine Erklärung bittet…

Verbote und Strafen tun nun mal weh.

Bei Strafen gebe ich Dir Recht, aber bei Verboten kann ich nur müde lächeln! Es schmerzt mich in keiner Weise, dass ich niemenaden umbringen darf, dass man in einer 30er-Zone nicht 70 fahren darf, dass ich nicht in die Bank meines Vertrauens mit einer 357er reigehen darf und diese überfalle, dass ich noch nicht einmal eine 357er so einfach bekomme…

Wenn ich gegen Verbote verstoße, dann kann das Konsequenzen haben, die ich akzeptieren muss! Und das hat mein Kind begriffen - ganz ohne Schläge oder totargumentieren…

Liebe Grüße
Guido

Gewaltfrei??!
Hallo Forum,

ist ja schon viel Gutes und Diskussionswürdiges gesagt worden, dann geb ich auch mal meinen Senf dazu…

unser kleiner ist nun 6 monate alt und faengt bereits an zu
krabbeln. natuerlich sind fuer ihn die gefaehrlichen ecken und
kanten am interessantesten. natuerlich muessen wir die wohnung
dem kind anpassen aber das ist nur zu einem bestimmten mass
moeglich.

Man keine Wohnung ‚kindersicher‘ machen, es fallen unseren Lieblingen immer neue Dummheiten ein. Ich empfehle, einen 6monatigen Säugling wenn’s geht, möglichst in Sicht-, auf jeden Fall aber in Hörweite zu haben. Meine Tochter (3;5 jahre) wird und wurde immer dann ‚gecheckt‘, wenn es zu ruhig ist. Wir haben auch eine Treppe, und nie ein Gitter eingebaut, denn wenn sie schon von klein an neue Systeme (Treppe, Ofen, Gartenteich) angeleitet (!) erforschen können, werden sie es verstehen, umsetzen und automatisieren können, denn die Unfälle entstehen meist dann, wenn ein Kind etwas neu entdeckt.
Die Quelle fällt mir grad nicht ein, aber die meisten Kinder ertrinken in Teichen/Pools/Pfützen, wenn die die abgesperrt waren und durch Unsachtsamkeit der Erwachsenen plötzlich und unbeobachtet zugänglich werden.

ist es sinnvoll dem kleinen bestimmte stellen mit einem klapps
auf die finger abzugewoehnen oder gibt es andere effektive
aber gewaltfreie methoden ?

Arbeite möglichst gewaltarm. Punkt.

Arbeite immer mit festgesetzten Grenzen. Ausrufezeichen.

Dein Kind entdeckt jeden Tag die Welt neu, und irgendwann sein Ich, und will dieses Ich auch gegen deine Interessen anwenden. Manchmal wirst du weinen, schreien, schlagen wollen. Setze feste Grenzen.

Mein Paradebeispiel (auch schon weiter unten im Thread angeführt) ist der Ofen/Herd. Meine Tochter durfte beim Backen vorsichtig ihre Hand annähern, die Mama hat ‚heiß‘ gesagt, und die Tochter hat sich bisher noch nie verbrüht.

Jeder (und ich meine wirklich jeder) Erzieherperson darf mal die Hand ausrutschen. Ich finde es wichtig, dann aber auch zu reflektieren, warum das passiert ist, und den Umstand zu beseitigen. Wenn du Stress in Beziehung, Beruf, Haushalt hast, lass es nicht an deinem Kinde aus.
Sprich mit anderen darüber. Solltest du bemerken, dass du unkontrolliert zum Schläger wirst (wirst du nicht, du stellst dir ja die Fragen schon im Vorfeld :wink: ), es gibt in jeder größeren Stadt Erziehungsberatungsstellen.

Schön dass es Euch gibt

MainBrain

Nett!
Hi Stefan!

So hat hier auf dieses Thema auch noch niemand reagiert :wink:

(Nur um das klarzustellen: 1. bin ich selber Vater und 2.
finde ich die sogenannte antiautoritäre Erziehung ganz und gar
schrecklich!)

Nur hier habe ich ein Problem. Ist antiautoritär und Erziehung nicht ein Widerspruch?!
Oder meinst Du mit Antiautorität nur das Verzichten auf körperliche Gewalt (dann habe ich kein Problem)?

Liebe Grüße
Guido