Alternativen zum Klapps bei Kleinkindern ?

Das glaube ich nicht!
Huhu!

ich schätze deine Antworten seit langer Zeit und das in fast
allen Brettern in den du schreibst aber hier kann ich dir
leider nicht zustimmen. Eine Meinung hat jeder egal ob aus
eigener Erfahrung oder nicht. Auch Onkel, Tanten, Parten oder
Freunde von Leuten die Kinder haben, können viele Dinge
beurteilen.

Das stimmt mit Sicherheit, aber mehr als theoretische Ansätze haben diese Leute nicht!

Jemand, der sämtliche Verkehrsregeln kennt, die Straßenverkehrsordnung auswendig weiß, ist dennoch ein bescheidener Autofahrer, wenn er noch nie am Steuer saß!

Oder ganz deutlich: Ich kenne sehr viele Erzieher(innen). Die haben ja schon viel mit Kindern zu tun, bevor sie schwanger werden… Eigentlich haben so ziemlich alle zugegeben, dass sie sich das Eltern-sein nicht so vorgestellt hätten…

Liebe Grüße
Guido

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Hallo,

Bislang keins, ist aber schon in Arbeit. Das ist auch der Grund, warum ich mich derzeit viel in diesem Brett aufhalte und auch viel über Erziehung nachdenke. Du hast sicher vollkommen recht, wenn Du sagst, dass die praktische Erfahrung viele theoretische Grundsätze zunichte macht. Deine Anmerkung schien mir allerdings sehr theoretischer Natur zu sein. Du hast geschrieben (in gekürzter Form) „Erziehung / Verbote sind Gewalt“, das finde ich ziemlich bedenklich. Wenn man ein Kind in die Welt setzt, hat man ja nicht nur das Recht, dieses zu erziehen, sondern auch die Pflicht. Wie Du diese Grundsätze nun konkret auslebst, weiß ich ja nicht, aber Eltern, die in Erziehung eine Einschränkung der Persönlichkeit des Kindes sehen, versuchen sich wahrscheinlich meistens vor den unangenehmen Seiten der Elternschaft zu drücken.
Ich wende mich gegen diese Maxime, die aus Deinem Posting zumindest bei mir rüber gekommmen ist, dass man einem Kind nichts verbieten soll, um keinen Frust zu erzeugen. Ich denke, ein wesentliches Ziel der Erziehung ist doch, dem Kind beizubringen, dass man nicht alles darf, was man gerne will und andere Dinge tun muß, die man nicht tun will.
Jenes Kind, von dem ich sprach, ist das Nachbarskind meiner Großeltern. Als meine Großmutter ihm etwas geschenkt hat, und gesagt hat: „Wie sagt man?“ war die Antwort: „Danke kann ich nicht sagen“. Die Eltern finden dieses Verhalten in Ordnung. Dieses Verhalten verletzt aber elementare Regeln des menschlichen Zusammenlebens. Ich finde diese Einstellung der Eltern alles andere als in Ordnung, und erzähl mir nicht, dass ich das anders sehen würde, wenn ich Kinder hätte.
Er kam auch immer mal zu meinen Großeltern pinkeln, allerdings größtenteils neben den dafür vorgesehenen Ort…
Kinder ohne Frust „erziehen“ zu wollen, ist für mich einfach die falsche Maxime. Das Erziehungsziel kann aber auch ein Kinderloser Mensch sehr wohl beurteilen. Bei den konkreten Massnahmen, die zu seiner Erreichung anzuwenden sind, ist die Kompetenz von Eltern gegenüber Kinderlosen sicher ungleich höher, da hast Du recht.

Falls ich Deine Erziehungsgrundsätze aus Deinem Posting falsch heraus gelesen habe, tut es mir leid, dann bezieht sich meine Kritik nur auf einen etwas unklaren Ausdruck. Falls meine Interpretation richtig sein sollte, dann kannst Du ja gerne Deinen Standpunkt verteidigen.

Viele Grüße

Bianca

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin!

Das kenne ich! Mittlerweile ist meine Mutter aber tatsächlich
so weit gereift, dass sie es bereuht!

Ja, meine Eltern auch! Sie sind sogar soweit gegangen, meine wesentlich jüngere Schwester völlig ohne Schläge großzuziehen, weil sie eingesehen haben, dass dieses kein probates Mittel ist. So hat es jedenfalls etwas gutes gehabt…

So, wie Du diese Begriffe definierst: Ich schon! Und meinem
Sohn geht es genauso, wenn er mitbekommt, wie andere Kinder
durch körperliche Gewalt (ein Klaps ist nichts anderes!)
„erzogen“ werden, und er mich jedesmal verständnislos um eine
Erklärung bittet…

Der Hammer ist aus meiner Sicht noch, wenn ich z.B. auf dem Spielplatz mitbekomme, wie ein Zwerg nen Klaps von der Mutter bekommt, aber sie ihn 10 Minuten später ausschimpft, weil er einen anderen Zwerg in der Sandkiste haut. Getreu dem Motto: „Du böses Kind, haun tut man aber nicht“ Erstaunlich, dass vielen Eltern gar nicht einfällt, dass sie selbst was anderes vorleben.
Da kann mir immer die Hutschnur hochgehen!

Gruß, ironlady

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Hallo Guido,

Wieso stehen bei Euch dauernd die Schemel in der Gegend rum?
Welchen Sinn macht es, Dinge nach oben zu stellen und meinem
Kind durch einen Schemel den Zugang zu ermöglichen? Wollt Ihr,
dass es mal Bergsteiger wird?

sag bloss, Du hast in Deiner Wohnung keine Stühle, Sessel, Kisten, Hocker etc. rumstehen? Werden die Stühle nur zum Essen aus einer verschlossenen Kammer geholt?

fragt sich grübelnd

Bianca

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Lieber Guido,

also ich muß sagen, Dein missionarischer Eifer nimmt langsam wirklich groteske Züge an. Bist Du wirklich so blauäugig, ist das ein ideologischer K®ampf oder willst Du uns für dumm verkaufen (was ich nicht glaube)?
Egal was Du mir erzählst, es ist unmöglich eine Wohnung völlig kindersicher zu gestalten (sofern da sonst noch jemand wohnen soll)! Es ist wirklich sehr einfach für jedes genannte Beispiel eine Lösungsmöglichkeit zu finden, aber es ist schlicht unmöglich alle Eventualitäten vorher zu bedenken.
Natürlich kann man ein Gitter / eine Tür selbstschließend ausführen, man kann auch alle Schemel wegräumen (nur was soll dann meine kleine Ehefrau machen?) aber jemand der von sich behauptet alle Eventualitäten zu bedenken ist bestenfalls ausgesprochen dumm (im schlimmeren Fall leichtsinnig).

Und für Deine Beleidigung im Titel findest Du hoffentlich noch eine Entschuldigung…

kopfschüttelnde (und der ist sicher nicht nur zum tragen von Mützen) Grüße

Stefan

Gegenbeispiele? Ohne zu überlegen - direkt widerlegt?

Wir hatten ein Gitter vor der Treppe. Wenn aber die größeren
Kinder vergessen, es zuzumachen, kann es durchaus vorkommen,
dass der kleine Bruder kopfüber runterpurzelt und sich den
Schädel ordentlich anschlägt.

Kann man mit einem Gummizug automatisch schließbar machen

Sämtliche Chemikalien und Medikamente waren sehr hoch und weit
weg aus denkbarer Kinderreichweite gelagert. Trotzdem schaffte
es meine kleine Schwester, aus Sesseln eine Art Leiter zu
bauen und die guten „Zuckerl“ zu kosten.

Wegschließen (mit Schlüssel und Schloss und so)

Auch wenn alle Steckdosen ordentlich mit Drehverschlüssen
zugeklebt sind, gibt’s die Möglichkeit, dass technisch begabte
Kids mal mittels Schemel aufs Waschbecken klettern, die
darüber an der Wand hängende Lampe abmontieren und sich mit
den lustigen Kabeln spielen.

Wieso stehen bei Euch dauernd die Schemel in der Gegend rum?
Welchen Sinn macht es, Dinge nach oben zu stellen und meinem
Kind durch einen Schemel den Zugang zu ermöglichen? Wollt Ihr,
dass es mal Bergsteiger wird?

Wie gesagt - Klar kann man vieles verbessern, viele Gefahren
ausschalten; aber arife hat sicher auch recht, wenn sie sich
Gedanken macht über die Erziehung eines Kindes in dem Sinne,
dass diese Vorsichtsmaßnahmen eines Tages nicht mehr notwendig
sind…

Natürlich! Mein 5-jähriger baut zwar immer noch Mist, aber ich
kann ihn mittlerweile durchaus auch in absolut ungesicherten
Wohnungen unbeaufsichtigt lassen…

Grüße
guido

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hallo bianca,

logisch fallen zwischentoene unter den tisch, wenn man kurze statements abgibt:
zum hintergrund kurz etwas ueber mich:
ich selbst wurde sehr kleinbuergerlich repressiv erzogen, meine pubertaet fiel dann in die revolten der sechziger jahre, und mit 16 jahren kam ich einfach nicht mehr nach hause… klar war es toll in den wgs - jeder durfte und machte alles, was er wollte, aber eigentlich bekam man schnell mit, dass weder das eine, noch das andere richtig war.
die gesunde mischung macht es also. selbstverstaendlich muss erziehung sein, denn ueberall gibt es grenzen, die nicht ueberschritten werden duerfen.
ich verwehre mich nur gegen gewalt in jeder form. schlagen - und nichts anderes ist ein klapps - ist gewalt, genauso wie liebesentzug.

ich sehe bei erziehung mit gewaltmitteln die grosse gefahr, dass der erzogene das recht des staerkeren erfaehrt, verinnerlicht, auslebt und selbst an seine nachfolger weitergibt.

insofern will ich das rad nicht neu erfinden und die gesamte welt verbessern, aber ich setze mir zum ziel, dafuer zu sorgen, dass es in meinem unmittelbaren umfeld gewaltfrei zugeht, um wenigstens hier eine oase der ruhe und des friedens zu finden.
gruss + viel glueck bei deinen plaenen
kuddel

Hi!

sag bloss, Du hast in Deiner Wohnung keine Stühle,

In der (damals gesicherten) Küche

Sessel,

zu schwer

Kisten,

Wohnung, nicht Lager

Hocker

etc.

Für den Rest: Aufpassen!
Leute, ist es denn soo schwer, sich Gedanken zu machen?

rumstehen? Werden die Stühle nur zum Essen
aus einer verschlossenen Kammer geholt?

Notfalls: Ja?!
War zugegeben eine blöde Antwort, aber die Frage war auch nicht unbedingt von Intelligenz gekrönt…

Liebe Grüße
Guido

Meine Überschrift eins tiefer
Hi!

Solltest Du die Überschrift als Beleidigung verstehen (was ich im Nachhinein verstehen könnte): Sorry! Es sit ein Zitat aus einem Lied, und war nicht als Beleidigung gedacht!

Grüße
Guido

Nein - ich erlebe nur, dass es geht!
Hi Stefan

also ich muß sagen, Dein missionarischer Eifer nimmt langsam
wirklich groteske Züge an. Bist Du wirklich so blauäugig, ist
das ein ideologischer K®ampf oder willst Du uns für dumm
verkaufen (was ich nicht glaube)?

Dann lebe ich halt einer ideologisch verkrampten Groteske - bitte!

Egal was Du mir erzählst, es ist unmöglich eine Wohnung
völlig kindersicher zu gestalten (sofern da sonst noch jemand
wohnen soll)! Es ist wirklich sehr einfach für jedes genannte
Beispiel eine Lösungsmöglichkeit zu finden, aber es ist
schlicht unmöglich alle Eventualitäten vorher zu bedenken.

Das sage ich nicht! Ich kann versuchen , alle Eventualitäten zu berücksichtigen und durch „automatische“ Sicherheitsvorkehrungen ein größt mögliches Maß an „automatischer“ Sicherheit zu gewährleisten (sprich: Da muss ich kein Auge drauf haben)!

Für den Rest muss halt die Aufsicht her!

Und ja: Ich behaupte immer noch, dass mit dieser Kombination eine Wohnung absolut sicher sein kann!

Natürlich kann man ein Gitter / eine Tür selbstschließend
ausführen, man kann auch alle Schemel wegräumen (nur was soll
dann meine kleine Ehefrau machen?)

Dich rufen? :wink:
Ernsthaft: Meine Frau ist auch nicht die größte, aber unser Höckerchen war im abgesperrten Abstellraum - da isses aus Platzgründen immer noch (wenn auch nicht mehr verschlossen).

aber jemand der von sich
behauptet alle Eventualitäten zu bedenken

Ich hoffe, dass das jetzt klarer ist!

ist
bestenfalls ausgesprochen dumm (im schlimmeren Fall
leichtsinnig).

Wie war das mit der Beleidigung?

Und für Deine Beleidigung im Titel findest Du hoffentlich noch
eine Entschuldigung…

Naja - das war gar nicht so gemeint, aber ich kann nicht von jedem erwarten, dass er „Die Ärzte“ kennt.

Weißt Du - wie soll ich auf Gegenbeispiele (als Argument verpackt) reagieren, die derart lächerlich sind, dass der normale gesunde Menschenverstand (so man ihn denn bemüht) sie zerfetzt?

Und nochmal: Man kann seine Wohnung zu gut und gerne 80 % in einer Art sicher machen, dass man dort nicht aufpassen muss! Die restlichen 20 % muss man die Augen offen halten! Wenn Eltern das zu anstrengend ist und sie dann lieber drauf hauen, fehlt mir schlicht das Verständnis! Ich finde es verabscheuungswürdig und mit meiner ethischen Grundeinstellung nicht vereinbar!

Da bin ich gerne blauäugiger Idealist!

Liebe Grüße
guido

Schlechtes Gewissen
ich hatte mich ja schon ein bisschen als Klaps – Befürworter geoutet. Nachdem ich aber wirklich jeden Artikel gelesen habe bekomme ich jetzt ein schlechtes Gewissen und frage mich allen Ernstes ob die Teddywurst auf dem all abendlichen Brot meinen Sohn zum Kannibalen machen wird ?

Demütige Grüsse aus Hamburg
MeToo
Der nicht versteht, warum es auch nach einer Diskussion wie dieser immer noch zwei Meinungen geben kann. (höhre wohl jetzt auch auf diesen Trade zu mitzulesen)

Hiho,

Der nicht versteht, warum es auch nach einer Diskussion wie
dieser immer noch zwei Meinungen geben kann. (höhre wohl jetzt
auch auf diesen Trade zu mitzulesen)

Es gibt auch (oder gerade) nach solchen Diskussionen wesentlich mehr als zwei Meinungen - nämlich so viele wie es Leser/Schreiber gibt. Aber eines habe ich mittlerweile gelernt: es gibt hier vier „Hauptströmungen“, die sich mehr oder weniger spinnefeind sind und nie zusammenkommen werden:

Zum einen gibt es eine kleine Minderheit (in diesem Forum), die körperliche Züchtigung als Erziehungsmittel bewußt einsetzt und dies auch offensiv vertritt.
Dann gibt es eine Gruppe von Leuten (zu denen ich mich zähle), die in körperlicher Züchtigung zwar kein geeignetes Erziehungsmittel sehen, die aber der festen Überzeugung sind, daß seltene Klapse weder dem Kind in seiner Entwicklung schaden noch das Verhältnis zu den Eltern ernsthaft stören (oder gar das Tor zur Mißhandlung öffnen). Und die aus dieser Überzeugung heraus sich wegen einer körperlichen Züchtigung auch kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Ich glaube, daß diese Gruppe die Mehrheit bildet, sich aber wegen dem fehlenden Sinn an solchen Diskussionen selten beteiligt.
Weiter gibt es eine Gruppe von Eltern, die körperliche Züchtigung absolut ablehnen, aber ehrlich genug sind zuzugeben, daß sie sich nicht immer an diesen Grundsatz halten. Diese Gruppe zerfließt wegen jedem Schlag in Selbstvorwürfen - ob das dem Familienfrieden auf Dauer zuträglich ist, wage ich zu bezweifeln
Zum Schluß gibt es eine Gruppe von Eltern die (ob aus Selbstdisziplin oder weil sie ein entsprechender Menschentyp sind) wirklich nie die Hand gegen die eigenen Kinder erhebt. Ist dieses Verhalten Ergebnis von Selbstdisziplin, habe ich allerdings Zweifel ob dies wirklich sinnvoll ist. Ist das absolut gewaltlose Verhalten im Menschentyp begründet ist das halt so aber imho kein Grund für Erfurchtsbekundungen (und in meinen Augen auch nicht per se besser für das Kind als die zweite Gruppe)

Ein Internetforum ist ein denkbar ungeeigneter Platz für sensible Diskussionen, gerade im Bereich Erziehung. Hier spielt so viel Ideologie mit, daß nahezu jeder Schreiber jemanden finden wird der ihn gründlich mißversteht (egal wie vorsichtig man formuliert). Aber interessant ist es schon wie hier stellenweise argumentiert wird (ob jetzt Guido mit seinen Sicherungen oder wenn mal wieder behauptet wird körperliche Züchtigung sei strafbar).

Viele Grüße
Stefan

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Kurze Klarstellung
Huhu!

Deine Ironie in Ehren… ABER:

Ich glaube nicht, dass hier irgend jemand ein Elternteil verurteilt, dem schon mal die Hand ausgerutscht ist (das heißt: Bei mir käme es schon darauf an, in welchem Maße…)

Aber einen Schlag als regelmäßiges Mittel der Erziehung anzuwenden lässt meinen Hals schwellen!

Und da halte ich es auch für zumindest nicht unmöglich, dass die regelmäßig angewandte Züchtigung irgendwann in Misshandlung endet! Aus eigener Erfahrung weiß ich sehr gut, dass auch Kinder abstumpfen. Und um dann mit der „Erziehungsmethode“ Schlag noch „Erfolg“ zu haben, muss man die Intensität erhöhen. Bestenfalls endet das ganze dann wie bei mir, als mich meiner Mutter im zarten Alter von 13 den Gegenstand zertrümmerte, sie anschrie, mich für eine Woche bei meiner Schwester einquartierte und der Thematik ein Ende setzte.
Schlimmstenfalls geht ein Kind daran zu Grunde - oder richtet andere Kinder dort hin (wurde ja oft genug vorgelebt).

Liebe Grüße und nix für ungut wegen meiner ersten etwas harrschen Antwort weiter unten :wink:
Guido

Hallo,

na gut, etwas relativiert hört es sich doch ganz vernünftig an. Ich fand bloß die Aussage, Erziehung an sich schon als Gewalt abzustempeln, vorsichtig ausgedrückt, seltsam.
Eine Erziehung mit Gewalt finde ich auch nicht in Ordnung, wobei ich da nicht so radikal bin wie einige der Klapsgegner hier. Wo Gewalt anfängt ist nämlich eine Frage der Definition, und da hat halt doch jeder seine eigene Einstellung zu. Auch wenn ich selbst Klapse als Mittel der Erziehung nicht vorsätzlich einsetzen würde, kann ich auch die Argumente derjenigen, die dies tun, bis zu einem gewissen Grade nachvollziehen.
Was mich an diesen Disskussionen hier so ärgert, sind diese harten Fronten, die aus festgefügten ideologischen Statements bestehen.

Ich denke, dass man Eltern, die sich fragen, wie sie ihr Kind von gefährlichen Situationen bewahren können, nicht einfach mit dem Argument abspeisen kann, man müsse eben jede dieser Situationen beseitigen. Eltern sein ist eine große Aufgabe, die das Leben komplett verändert, aber es ist nicht die einzige Aufgabe im Leben, wer das Gegenteil behauptet, argumentiert unrealistisch. Die eigene Wohnung so weit wie möglich kindersicher machen ist wichtig, aber absolute Sicherheit kann es nicht geben.
Ich bin auch kein Freund davon, Kindern wahllos alles mögliche zu verbieten, nach dem Motto: Geh hier nicht hin, tu dies nicht, lass das. Ein paar begründete und gut überlegte Verbote haben aber sicher ihren Sinn, und die würde ich dann auch versuchen, konsequent durchzusetzen, auch wenn einem, bevor das Kind da ist, wahrscheinlich nicht mal annähernd klar ist, wie man das konkret macht.

Um Gewalt in der Erziehung zu unterbinden fände ich aber Hinweise wie „mir hat diese Maßnahme geholfen“ in jedem Fall produktiver als das Totschlagargument „verbiete einfach nichts, dann mußt du es auch nicht durchsetzen“

Viele Grüße

Bianca

Hallo,

Der Hammer ist aus meiner Sicht noch, wenn ich z.B. auf dem
Spielplatz mitbekomme, wie ein Zwerg nen Klaps von der Mutter
bekommt, aber sie ihn 10 Minuten später ausschimpft, weil er
einen anderen Zwerg in der Sandkiste haut. Getreu dem Motto:
„Du böses Kind, haun tut man aber nicht“ Erstaunlich, dass
vielen Eltern gar nicht einfällt, dass sie selbst was anderes
vorleben.
Da kann mir immer die Hutschnur hochgehen!

Das ist wohl wahr. Dazu fällt mir doch gleich ein Spruch einer Lehrerin ein, den ich sehr gut finde: „Erziehung ist sinnlos, Kinder machen sowieso alles nach“

in diesem Sinne viele Grüße

Bianca

Hi Guido,

Und ja: Ich behaupte immer noch, dass mit dieser Kombination
eine Wohnung absolut sicher sein kann!

laß Dir mal was von einem Fachmann sagen (wir sind doch ein Expertenforum :wink: - und Risikoabschätzungen und Notfallplanung ist mein täglich Brot): absolute Sicherheit gibt es nicht!
Weder durch technische noch durch organisatorische Maßnahmen noch durch eine optimale Kombination von Beidem ist dies zu erreichen.
Ich denke daß ich berufsbedingt eine recht große Sensibilität für alle Sicherheitsfragen mitbringe, aber ich würde nie behaupten für absolute Sicherheit sorgen zu können…

ist
bestenfalls ausgesprochen dumm (im schlimmeren Fall
leichtsinnig).

Wie war das mit der Beleidigung?

Ok, ok…ich nehme zurück daß die Person dumm ist. Aber die (Deine) Aussage ist und bleibt ausgesprochen dumm weil man sich in einer Sicherheit wiegt die nicht besteht.

Weißt Du - wie soll ich auf Gegenbeispiele (als Argument
verpackt) reagieren, die derart lächerlich sind, dass der
normale gesunde Menschenverstand (so man ihn denn bemüht) sie
zerfetzt?

Sorry, aber was war an den Beispielen lächerlich? Daß die Erzählerin nicht alle „Steigmöglichkeiten“ weggeräumt hat oder daß sie nicht bedachte daß das Gitter unbemerkt offen bleiben könnte ist es jedenfalls nicht. Und Du wirst nicht glauben, welche Fehleinschätzungen schon wesentlich gründlicher nachdenkenden Menschen unterlaufen sind bzw. welche Umstände sie nicht bedacht haben. Nicht umsonst werden ständig neue Verhaltensregeln und Sicherheitsmaßnahmen verordnet, weil eben doch immer wieder Pferde vor die Apotheke kotzen…

Viele Grüße
Stefan

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Ich fand bloß die Aussage, Erziehung an sich schon als

Gewalt abzustempeln, vorsichtig ausgedrückt, seltsam.

hi,

obigen satz lass ich mal stehen, um ihn zu erlaeutern: ich habe mit meinen mittlerweile erwachsenen kindern ein bestes verhaeltnis! sie gehen eigene wege, aber wir sitzen regelmaessig zusammen und reden ueber dies und das… u.a. auch ueber vergangenheit.

ab + zu kommt das thema ihrer pubertaet hoch. mein „erziehungsmittel“ war computerperre! ganz einfach: wir waren vernetzt, mein rechner war der server und jedes pubertierende monster hatte pro tag eine festgelegte computerzeit zum spielen, chatten, surfen, etc.

wenn die zeit um war, wurde der rechner ZACK abgeschaltet. bei schlechten leistungen in der schule, versagen, frechheiten, etc wurde die computerzeit verkuerzt, bei guten leistungen die zeiten verlaengert.

o.k. ich gebe zu: das war eine grausame repression!! ICH sass an der macht, ICH bestimmte, was gute und schlechte leistungen waren, ICH wurde gehasst und geliebt… aber es hat funktioniert! es war eigentlich pure gewalt, aber sie konnten durch ihr verhalten selbst bestimmen, wann sie eingesetzt wurde.

im nachhinein bestaetigen mir die kids wiederholt: ich war berechenbar und somit lernten sie schnell, dass ihr eigenes verhalten ihre eigenen ergebnisse beeinflusst. sie sagen auch im nachhinein: diese regelmentierung war eigentlich das einzige, womit ich sie „erziehen“ konnte, alles andere war ihnen sowieso nicht so wichtig zu dem zeitpunkt und haette glatt zu diversen stinkefingern gefuehrt…

damit will ich sagen: erziehung sehe ich deshalb als gewalt an, weil sie spaetestems vom erzogenen als solche empfunden wird.
gruss
kuddel

Hallo Kuddel,

na, wenn Du’s so sehen willst, hat natürlich jede Disskussion über Gewalt in der Erziehung keinen Sinn. In jedem Fall sind aber Kinder, die „nicht“ erzogen wurden, sei es nun aus Ideologie oder Desinteresse, eine Belastung für die Gesellschaft. Daher kann man meiner Ansicht nach jungen Eltern nicht raten, auf Erziehung weitestgehend zu verzichten.

Das Kind sitzt ohne Zweifel am kürzeren Hebel, eine Erfahrung, die mit dem Erwachsen werden ja aber nicht aufhört. Der Arbeitnehmer sitzt am kürzeren Hebel, derjenige, der bei einer Behörde einen Antrag stellt, etc… So gesehen ist unsere Gesellschaft voller Gewalt. Das ist eine recht interessante Weltanschauung, nicht ohne Reiz. Allerdings kaum geeignet, Eltern zu beraten, um ihre Kinder vor massiven körperlichen Misshandlungen zu schützen.

Viele Grüße

Bianca

Hi Guido!

Wir hatten ein Gitter vor der Treppe.

Kann man mit einem Gummizug automatisch schließbar machen

Und dann zwickt sich der Knilch die Pfoten ein.
Und dann wird ein Anti-Einzwick-Dings montiert (gibts.)
Und dann ist wieder der Schließmechanismus im Eimer, weil der nämlich eigentlich einschnappen sollte…
Dafür gibts dann sicher wieder eine Lösung, die irgendein Kind dann wieder umgehen kann.

Wegschließen (mit Schlüssel und Schloss und so)

Hätte man können. Hat man aber nicht. Man denkt nicht an alle Eventualitäten. Meine Mutter ist nicht perfekt. Bist Du es?

Wieso stehen bei Euch dauernd die Schemel in der Gegend rum?

Weil unsere Wohnung nicht dazu gedacht ist, irgendwelche Räume kindersicher abzusperren um dort die Möbel zu lagern (Außer man würde die Kinder ins Kinderzimmer sperren) Höchstens die Küche. Aber dort stehen keine Sessel, die hätten keinen Platz
Und: Ich hab als Kind auch Türme aus Büchern, Spielzeugautos, etc. gebaut. Der Schemel ist eher die sicherere Variante.

Natürlich! Mein 5-jähriger baut zwar immer noch Mist, aber ich
kann ihn mittlerweile durchaus auch in absolut ungesicherten
Wohnungen unbeaufsichtigt lassen…

Würd ich persönlich etwas fahrlässig finden.
Aber Du hast ja nur ein Kind. Vielleicht ist es besser, wenn sich nicht mehrere gegenseitig zu immer neuen Schandtaten aufhussen…

Gruß
Igel…
macht ja eigentlich keinen Sinn, zu diskutieren. Unsere jeweiligen Standpunkte sind klar und gehärtet. Aber ich wollt es nicht so aussehen lassen als ob ich Dein Posting nicht gelesen hätte…

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Danke!
Hi!

Danke für Deine Unterstützung, aber da ist jedes Wort zu viel. Die armen erziehungsgeplagten Eltern wollen das so sehen, daß nur wer selber Kinder hat, auch mitreden darf. Und deshalb dürfen die vielen schlecht erzogenen Kinder ihre Umwelt belästigen. Wahrscheinlich können wir es eben als Kinderlose garnicht beurteilen, wie Kindererziehung sein muß.

Mir ist das auch egal wie die sein soll, für mich zählt das Resultat. Und das sieht man auch ohne eigene Kinder

Gruß Julia

P.S.: ach aber wahrscheinlich sind die Kinder, die mir so mißfallen alle unterfordert, falsch betreut (wahrscheinlich von Kinderlosen), hochbegabt, etc. Und ihr Genie wird verkannt!

Nebenstreitplatz
Hi Guido, hi Goosi,

jetzt streitet ihr euch aber auf einem Nebenschauplatz, der nichts
mit der eigentlichen Diskussion zu tun hat.
Man kann eine Wohnung so sicher machen, wie irgend geht.
100%ig sicher ist nicht.
Sagt ihr beide.
Die (sagenwirmal) 20% die nicht sicher zu machen sind, werden
die sicherer, wenn ich mein Kind in den ‚geeigneten‘ Situationen
auf die Finger haue?

Nehmt doch mal das Beispiel mit dem auf einen Stuhl krabbeln.
Bei welchem Kind bin ich sicherer, dass es in einem unbeachteten
Augenblick nicht auf den Stuhl klettert, um an die ‚bunten Zuckerli‘
zu kommen?
Bei keinem. WEder bei dem Kind, das weiss: wenn ich erwischt wird,
tut’s weh.
Noch bei dem Kind, dass NEIN gesagt gekriegt hat.
Die besten Chancen hat man noch bei dem Kind, das Erklaerungen
gekriegt hat, vorausgesetzt, diese sind wirklich verstanden worden
und haften geblieben.

Aber genauso wie es keine 100%ig sicheres Wohnung gibt, gibt es
kein 100%ig braves Kind, das nie macht, was es nicht soll, egal
wie man ihm versucht hat, das richtige Verhalten beizubringen.

Gruesse, Elke

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