Amerikaner schlechte verlierer?

Hallo,

wer sich in den letzten Tagen mal mit dem internationalen Presseecho zum World Cup 2002 beschäftigt hat, dem wird auffallen, daß das deutsche Team in keinem Land schlechter dargestellt wird, als in den USA. „Schlappes, faules Spiel“, „der steingesichtige Kahn“, „Schützengrabenfußball“, „unwirkliche Siege“.

Ich meine, mir ist beim Hinsehen auch oft übel geworden. Nicht, daß ich es jemals besser könnte, aber nicht selten sah ich unser Team in erheblicher Gefahr einer Niederlage.
Aber man sollte sich doch fragen: Wenn die deutsche Elf so schlecht ist, warum dann die beste Tordifferenz? Wenn die deutsche Elf so schlecht spielt, wie spielten dann jene, die ihr den Sieg überließen?

Es wurde auch behauptet, die deutsche Elf sei nur soweit gekommen, weil sie bisher auf kein „europäisches Schwergewicht“ gestoßen ist. Aber bitte…unsere Elf ist nicht auf diese „europäischen Schwergewichte“ gestoßen, weil Schiebung im Spiel war, sondern weil diese gegen andere Teams verloren haben, die doch wahrscheinlich nur siegen konnten, weil sie besser spielten und ein glücklicheres Händchen hatten. Zum Spiel gehört nicht nur Können, sodern auch Glück. Und wenn das Glück bisher nicht selten auf der Seite unserer Elf war, ist das doch wohl nicht der Qualität des Fußballs anzulasten. Das gehört nunmal dazu. Wer sowas nicht ertragen kann, ist meiner Meinung nach ein schlechter Verlierer, ist damit allemal ein unangenehmerer Zeitgenosse, als ein glücklicher Sieger und sollte sich vielleicht überlegen, ob er sich beim nächsten Mal überhaupt wieder auf ein Spiel einlassen sollte, wenn man mit dem gestrengen Willen des Sieges heran geht.

Ich erinnere mich an Stimmen aus der US-Sportpresse, die die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verhöhnte, nur weil sie sich auf das Spiel gegen die USA freute. Sie haben sich nur gefreut, weil sie dieses Spiel als interessante Herausforderung sahen. Es war ja keine Vorfreude auf eine „absehbare Niederlage“ des US-Teams.

Peinlich, peinlich, peinlich. Ein Armutszeugnis für die US-Sportpresse. Wenn man verliert, dann sollte man dies mit Würde tun und nicht offen ansagen, daß man gegen ein schlechtes Team verloren hat; sagt doch schon viel über Qualitätsverhältnisse

Gruß
Bark

Die US-Presse… *g*
Hi barkley
Sch… auf die Presse… die US-Mannschaft war jedenfalls ein fairer Verlierer, und das ist die hauptsache.

und kahn kann so steinern gucken wie er will, solange er im Tor steht und den Kasten buchstäblich zunagelt.

Hallo,

Aber man sollte sich doch fragen: Wenn die deutsche Elf so
schlecht ist, warum dann die beste Tordifferenz?

Wir danken Saudi-Arabien *g*

Wenn die
deutsche Elf so schlecht spielt, wie spielten dann jene, die
ihr den Sieg überließen?

Das Niveau ist ja auch erbärmlich…

Es wurde auch behauptet, die deutsche Elf sei nur soweit
gekommen, weil sie bisher auf kein „europäisches
Schwergewicht“ gestoßen ist.

Tja… *g* in Richtung Frankreich, Argentinien, Portugal…

Ich erinnere mich an Stimmen aus der US-Sportpresse, die die
deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verhöhnte, nur weil sie
sich auf das Spiel gegen die USA freute. Sie haben sich nur
gefreut, weil sie dieses Spiel als interessante
Herausforderung sahen. Es war ja keine Vorfreude auf eine
„absehbare Niederlage“ des US-Teams.

Well, the best and the brightest… LOL…
Sportberichtserstattung ist in den USA halt eine etwas entschärfte Kriegsberichtserstattung…

Aber man denke an Italien und insbesondere Perugia… das ist wirklich unterste Schublade, was da gerade abläuft.

Fußballerische Grüsse
Mike

Ich stimme Dir zu - wobei Fussball für mich am wenigsten mit Glück zu tun hat (Schiedsrichterfehlentscheidungen mal ausgenommen, aber da war ja bis jetzt noch keine zugunsten Deutschlands). Die Militärrhetorik finde ich ganz schön arm. Haben die anderen Länder es nicht verwunden, dass Deutschland 60 Jahre nach dem verlorenen Krieg erfolgreich Fussball spielt?

Was das Leistungsniveau angeht: Wir haben gegen ein kampfstarkes Irland (in der Quali vor Portugal und Holland) wegen Konzentrationsmängeln ein spätes 1:1 bekommen, gegen den amtierenden Afrikameister hervorragend ein 2:0 rausgespielt und naja - einen körperlos und eingeschüchtert spielendes Team 8:0 vom Platz gefegt, was aber den Iren und Kamerunern nicht gelungen ist. Gegen Mannschaften wie Paraguay kann man nicht schön spielen, hat auch Frankreich 98 nicht getan und gegen die USA haben die Deutschen eben das genutzt, was sie stärker gemacht hat: Kopfbälle und Flanken. Unverdient? Ja wenn die Amis zu schlecht sind, aus 5-6 hochkarätigen Chancen Kapital zu schlagen, haben sie es nicht besser verdient!
Und ich mein - wie sind denn die Amis weitergekommen? Gegen arrogante Portugiesen ein nicht unverdientes aber doch nur wegen mangelnder Chancenverwertung der Portugiesen zustandegekommenes 3:2, gegen ebenfalls mangelnd zielende Südkoreaner ein schwaches 1:1 und gegen forsche Polen 1:3 - das war kein Stück überzeugender als der deutsche Auftritt, eher im Gegenteil.

Aber nicht nur die Presse, auch das amerikanische Team war m.E. ein schlechter Verlierer - als die Niederlage sich abzeichnete haben die ja nur noch getreten.
Dass Deutschland teilweise mehr Standfussball bietet als ein schönes Fussballspiel, kann doch scheissegal sein. Der Erfolg gibt dem Recht, der ihn hat - und ein Team wie Leverkusen, dass in Schönheit stirbt, hat ihn nicht.

Gruss

Hey Bark,

jetzt reg’ Dich doch nicht so auf. Das ist nur die Presse. In England bekommt der Daily Telegraph mittlerweile ziemlich auf die Finger geklopft, weil seine Schlechtmacherei ihn ziemlich disqualifiziert und das passt vielen Briten nicht. In der Bevoelkerung gibt’s durchaus auch solche Stimmen:

„SIR - I write to protest about the intemperate anti-German tone of your World Cup coverage [„German robots go marching on“, 26 June 2002].
Henry Winter’s match report is a disgrace to the standard of reporting expected from the Daily Telegraph.
Perhaps Mr Winter’s disappointment at England’s elimination has clouded his judgement, but their vicious comments about the German international team are quite uncalled for.
Germany may not be the most exciting team in the competition, but they are the tournament’s second highest goalscorers.
Many neutral observers (most notably Guus Hiddink) have noted that England’s style of play did not exactly make for riveting viewing.“ [Derek Gallaher]

Viele Gruesse
tigger