Allen Migränegeplagten wünsche ich einen guten Morgen.Ich habe von meinem Arzt das Medikament Amitriptylin verordnet bekommen zwecks Migräneprophylaxe. Ob es wirkt kann ich noch nicht sagen und ist auch nicht der Fragepunkt. Sondern: Die Tropfen schmecken wie Mutterkraut! Besteht da ein Zusammenhang, womöglich der gleiche Wirkstoff (Amtitriptylinhydrochorid)? Welcher Medicus/Chemicus kennt sich aus? Dank im voraus.
Nun, allein der Geschmack macht es nicht. Zugegeben, ich weiss weder wie die verschiedenen Amitryptilinpräparate schmecken, noch wie Mutterkraut mundet. Aber bei der Medikation kommt es halt häufig beim Geschmack doch eher auf die Füllstoffe der Tablette / Kapsel an, weniger auf den Geschmack des Wirkstoffes.
Amitryptilin ist ein sog. tricyclisches Antidepressivum. Auch wenn man den ganz genauen Wirkmechanismus nicht kennt, so geht man von einer Beeinflussung im Bereich des Botenstoffes Noradrenalin aus. Soweit ich weiss, ist Amitryptilin zwar ein sehr bewährtes Medikament in der Behandlung von chronischen Schmerzen einschliesslich Kopfschmerz vom Spannungstyp. Als Migräneprophylaxe wäre es mir allerdings neu
Mutterkraut ist „natürlich“ kein Medikament im eigentlichen Sinne. Glaubt man der Naturheilkunde, würde aber eine Beeinflussung eher über die sog. Prostaglandinstoffwechselwege bzw. dem Botenstoff Serotonin erfolgen (http://www.tee.org/BHSD/mutter.html). Damit wäre man mit diesem Naturheilstoff hinsichtlich Migräne sogar näher am vermuteten Krankheitsmechanismus, der eben auch eine Veränderung in den Mikrogefässen bzw. Serotoninhaushalt diskutiert. Allerdings weisen die natürlichen Alternativen halt nicht bei jedem Patienten eine Wirkung auf.
Kopfschmerzen sind eine vielschichtige Angelegenheit. Hier sollte man sicher neben Medikation bzw. gezielter Migränepropyhlaxe nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften auch Entspannungsverfahren bzw. ggf. Psychotherapie sowie allgemeine Bewegung und Aktivierung einplanen.
Guten Geschmack weiterhin
Martin W.
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Nun, allein der Geschmack macht es nicht. Zugegeben, ich weiss
weder wie die verschiedenen Amitryptilinpräparate schmecken,
noch wie Mutterkraut mundet. Aber bei der Medikation kommt es
halt häufig beim Geschmack doch eher auf die Füllstoffe der
Tablette / Kapsel an, weniger auf den Geschmack des
Wirkstoffes.
Danke für die ausführliche Antwort. Nur zur Information, der Geschmack ist extrem bitter und führt zum Anschwellen der Zunge mit einem betäubten pelzigen Gefühl bis in die Kehle hinein, eben genauso wie beim Verzehr von Mutterkraut, deshlab kam ich ja darauf (und wegen der Indikation natürlich).
Guten Geschmack weiterhin
Davon kann also wahrlich keine Rede sein. Schmerzfreie Grüße sendet Frau Knopf.
Guten Geschmack weiterhin
Davon kann also wahrlich keine Rede sein. Schmerzfreie Grüße
sendet Frau Knopf.
Also, wenn dir der Geschmack nicht zusagt: Ich nehme ebenfalls zwecks Kopfschmerzprophylaxe Amitriptylin (20mg/Tag). Ich nehme das Ganze in Minitablettenform (Novoprotect; gibt’s in verschiedenen Stärken). Is geschmacksneutral (zumindest habe ich bei der Einnahme mit Wasser noch nie was geschmeckt - und ich bin empfindlich…).
Kein schmerzfreien Grüße,
Liza
Nur mal so…
das als Antifaltenmittel ach so populär gewordene Botox soll auch sehr häufig zu einem Verschwinden der Migräneattacken führen, und zwar über einen Zeitraum, der wesentlich größer ist als die Anti-Falten-Wirkung (man schreibt von vielen Monaten bis Jahren). Vielleicht in schlimmen Fällen eine Überlegung wert, ich würde es jedenfalls einer lang andauernden Amitryptilineinnahme vorziehen.
Viele Grüße
Heidi
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das als Antifaltenmittel ach so populär gewordene Botox soll
auch sehr häufig zu einem Verschwinden der Migräneattacken
führen, und zwar über einen Zeitraum, der wesentlich größer
ist als die Anti-Falten-Wirkung (man schreibt von vielen
Monaten bis Jahren). Vielleicht in schlimmen Fällen eine
Überlegung wert, ich würde es jedenfalls einer lang
andauernden Amitryptilineinnahme vorziehen.
Also, ich nicht…
Und außerdem ist bei mir das Hauptproblem Spannungskopfschmerzen (seit ca. 8 Jahren). Die (zugegeben sehr „lästige“…
Migräne - die ich schon mein Leben lang habe - tritt ca. 1-2x im Monat auf. Wenn das alles wäre, hätte ich ein kleineres Problem und würde wahrscheinlich kein Amitriptylin nehmen. Jedenfalls ist die Migräne nicht so schlimm, dass ich mich auf Botox oder gar das Durchtrennen des entsprechenden Muskels einlassen würde.
Liza