An->dig: 400mm-Tele unscharf?

Hallo Leute,

ich habe mir ein altes VIVITAR Tele kommen lassen das mit Vorwahlblende funktioniert und 400mm Brennweite bei Blende 5,6 hat.
Das habe ich an meiner Nikon D60 angeschlossen und damit Fernaufnahmen gemacht in den Bergen gestern, bei strahlendem Sonnenschein, auf Stativ, mit Blende 8 bis 16, 1/1000 bis 1/500 sec. bei ISO 200.

Zu meiner Enttäuschung sind die Fotos aber nicht nur „flau“ und „weich“ - was ich mir durch den Dunst erklären könnte, immerhin waren es 500 bis 15000 m Entfernung Objekt-Objektiv - sondern auch irgendwie „unscharf“.

OK, das Objektiv war damals nicht das teuerste und hat nur 5 bis 6 Linsen, und ist nur für den Zerstreuungskreis von 0,003 mm für FX-Format (analoger KB-Film) gerechnet, nicht für die 0,002 mm des DX-Formats der Nikon D60, aber trotzdem: Müsste das nicht einigermaßen „scharf“ zeichnen?

Beispiel:
http://www.maxi-bayern.de/freizeit/DSC_4652.jpg

Eure Meinungen dazu erwartend
Beuteltier

Hallo Beuteltier

  1. das Feinfokussieren mit dem Mäusekino der D60 (auch unter dem Decknamen „Sucher“ bekannt) ist nicht ganz trivial. Ich kenne das von meiner 400D…

  2. Die Anzahl der Linsen ist nicht unbedingt ausschlaggebend, das EF 400/5,6 L hat auch „nur“ 7 Linsen (und ist absolut großartig). Auch das Alter einer Linsenrechnung ist eigentlich wurscht, Ich habe mal uralte Pentax-M Linsen an einem Digitalen Body ausprobiert… teilweise sehr überzeugend…

  3. Bei Offenblende haben die meisten der preiswerteren Linsen erhebliche Schwächen. Probier es mal mit Abblenden. das sollte eine gewisse Verbesserung bringen.

  4. Ich finde das Foto an meinem Bildschirm gar nicht so flau. Mit ein klein wenig Nachschärfen ist es in der Bildschirmansicht recht ordentlich. Natürlich darf man nicht den Fehler machen, sich das Ding in der 100-% Ansicht anzusehen :smile: Aber wenn Du früher nur relativ kleine Ausbelichtungen gemacht hast, dann ist das beim ersten Mal schon ersütternd, wenn man die Bilder Pixel für Pixel ansieht.

  5. meistens sind die jpeg-Standardeinstellungen der DSLRs eher unbefriedigend. Probiere es mal mit RAW-Format und bearbeite die Bilder ein bisschen weiter. Ich kenne mich allerdings mit der Nikon-Software nicht wirklich aus.

Grüße ins gelbe Lager
Mike

yangshuo
http://www.chinarundreisen.com/stadt/yangshuo/index.htm

Hallo Beuteltier,
also dein Bild sieht verwackelt aus, bzw sind auf der rechten Seite und oben eindeutig Doppelkonturen.

bei digitalen Daten werden nicht nur optische Mängel deutlicher sichtbar, sondern auch Verwacklungen die früher auf Film und kleinen Fotos überhaupt nicht aufgefallen sind werden plötzlich störend.
Bei Aufnahmen ohne Stativ bzw. Spiegelvorauslösungen sind natürlich auch bei Zeiten um die 1/1000 Sekunde Verwacklungen möglich, die gerade bei einer längeren Brennweite (400mm) deutlich sichtbar werden.
Andererseits können Doppelkonturen bei schlechten Optiken oder der Verwendung von Filtern bei entsprechenden Lichtverhältnissen auftreten.

Also ich würde folgendes probieren:

Neue Aufnahme mit Stativ, Fernauslöser oder Selbstauslöser, Gegenlichtblende und Spiegelvorauslöser mit einer Blendenreihe so von ganz offen bis ca. Blende 11 oder 16 unter Berücksichtigung der jeweils korrekten Belichtung machen.
Falls du einen Filter verwendet hattest (UV) diesen auch einmal abzuschrauben und die Serie zu wiederholen.
Das exakte Fokusieren ist natürlich Voraussetzung.

Offline

Hallo Leute,

ich habe mir ein altes VIVITAR Tele kommen lassen das mit
Vorwahlblende funktioniert und 400mm Brennweite bei Blende 5,6
hat.
Das habe ich an meiner Nikon D60 angeschlossen und damit
Fernaufnahmen gemacht in den Bergen gestern, bei strahlendem
Sonnenschein, auf Stativ, mit Blende 8 bis 16, 1/1000 bis
1/500 sec. bei ISO 200.

Bei Blende 16 dürftest du schon längst im Berreich der Beugung sein…sprich abblenden macht das Bild nicht schärfer sondern unschärfer.

Hi,
stimme völlig zu.
Bei Tele Mindestbelichtungszeit: 1/ Focus. Also bei 400 mm mind. 1/400 Sekunde.
Scheint mir fast Verwacklungsunschärfe (Zeit zu lang) zu sein (aus der Hand fotografiert?).
Abhilfe: Stativ und/ oder 1/500 - 1/1000.
Könnte aber auch minimal unscharf gestellt sein.
Weitere Möglichkeit:
da innerste Linsenfläche des Tele (gegen den Snsor gerichtet) nicht vergütet (war früher bei Filmmaterial (schwarz) nicht notwendig) ist, kann bei Gegenlicht Licht vom (hochglänzenden) Aufnahmechip/ Sensor gegen diese innerste Linse des Tele reflektieren und diffus zurückgeworfen werden (unerwünschte Lichtreflexe bzw. Qualitätsverlust)???
Neue Objektive für Digicams sind da deswegen extra innen verspiegelt
Abhilfe: keine Gegenlichtaufnahme, Gegenlichtblende.
Das Tokina ist natürlich kein absolutes Spitzenobjektiv, aber solche Teleaufnahmen meistert es normalerweise ohne Probleme.
lg O

Hi,
nein nicht bei 400 mm Brennweite, da ist die Blende noch 25mm Durchmesser, da spielt die Beugung noch kaum eine Rolle, bzw. bleibt unsichtbar, gut bei einem Teleobjektiv ist es natürlich etwas anders als bei einer langen Brennweite, aber trotzdem noch nicht tragisch.
Vorallem ist das Problem bei der Aufnahme ein Anderes. Auf keinen Fall kann die Beugung einfach eine Doppelkontur erzeugen, sondern drückt sich in einer allgemein geringeren Schärfe aus.
Bei einem 25 mm Weitwinkel wäre die Beugung allerdings sichtbar, da wäre Blende 16 auch nur 1,56mm im Durchmesser, da gibt es schon eine Beugung die sich ordentlich auswirkt.

Offline

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HI

Bei Tele Mindestbelichtungszeit: 1/ Focus. Also bei 400 mm
mind. 1/400 Sekunde.

Da kannst du bei Digital nochmal die Zeit locker vierteln, da gibts keinen Film und Fotopapier mehr, die selbst streuen, bei Digital siehst du einfach alles, wenn du heute auf 100% Ansicht gehst siehst du es so als hättest du früher mit einer 20 fach Lupe geschaut.

Scheint mir fast Verwacklungsunschärfe (Zeit zu lang) zu sein
(aus der Hand fotografiert?).
Abhilfe: Stativ und/ oder 1/500 - 1/1000.
Könnte aber auch minimal unscharf gestellt sein.
Weitere Möglichkeit:
da innerste Linsenfläche des Tele (gegen den Snsor gerichtet)
nicht vergütet (war früher bei Filmmaterial (schwarz) nicht
notwendig) ist, kann bei Gegenlicht Licht vom (hochglänzenden)
Aufnahmechip/ Sensor gegen diese innerste Linse des Tele
reflektieren und diffus zurückgeworfen werden (unerwünschte
Lichtreflexe bzw. Qualitätsverlust)???
Neue Objektive für Digicams sind da deswegen extra innen
verspiegelt
Abhilfe: keine Gegenlichtaufnahme, Gegenlichtblende.
Das Tokina ist natürlich kein absolutes Spitzenobjektiv, aber
solche Teleaufnahmen meistert es normalerweise ohne Probleme.

Ich glaube es war ein Vivitar?
ja wiegesagt es kann ein innerer Reflex von wo auch immer sein, den er allerdings nur (außer Gegenlichtblende) mit einem neuen Obektiv beheben kann, soferne es eben keine andere Ursache hat (verwackeln)

Offline

Hallo Mike,

  1. das Feinfokussieren mit dem Sucher der D60 ist nicht ganz trivial.

das weiß ich.
Ich stelle aber nicht nur nach dem Sucherbild, sondern auch nach dem Schärfeindikator der D60 Sucheranzeige scharf.

  1. Die Anzahl der Linsen ist nicht unbedingt ausschlaggebend,
    das EF 400/5,6 L hat auch „nur“ 7 Linsen

Das ist klar. Mein Vivitar hat vorne eine freistehende Sammellinse, dahinter ein verkittetes Pärchen Kron/Flint und hinter der Blende eine Sammellinse und ganz am Ende eine Streulinse, ist also ein 5-Linser.

  1. Bei Offenblende haben die meisten der preiswerteren Linsen
    erhebliche Schwächen. Probier es mal mit Abblenden.

Habe ich ja. Das Beispielbild wurde mit Blende 8 aufgenommen, und ich habe auch ein weiteres gleichartiges mit Blende 11.

  1. Ich finde das Foto an meinem Bildschirm gar nicht so flau.

Gegen das flau sein habe ich ja schon mit Nikon Capture NX2 nachgeholfen (deren Standardeinstellungen sind: Schärfe 3, hier 6 von 9; Kontrast 0, hier +2 von 3; Farbe 0, hier +1 von 3) und das von RAW in JPG umgewandelte Bild danach noch per Corel PaintShop Pro Photo X2 im Histogramm gedehnt (Kontrastmaximierung).

Natürlich darf man nicht den Fehler machen, sich das Ding in der 100-% Ansicht anzusehen :smile:

Fehler?
Das mache ich immer, mit allen meinen Fotos.
Im Vergleich zu den Tele-Fotos habe ich am selben Ort zur selben Zeit Fotos mit dem SIGMA 10-20mm f/4-5,6 bei Blende 11 gemacht - die sind „knackscharf“.

  1. meistens sind die jpeg-Standardeinstellungen der DSLRs eher
    unbefriedigend.

Siehe Punkt 4.

Gruß
Beuteltier

Hi Katarina,

was willst du mir damit sagen?

Bei den Fotos da sehe ich keine die mit Riesen-Tele aufgenommen wären?

Gruß
BT

Hallo Offline,
hallo Osmond,

es ist ein Vivitar mit 5 Linsen, die alle schön abwechselnd bläulich und gelblich vergütete Oberflächen haben, ich habe nicht gegen die Sonne fotografiert sondern im Winkel von 90° dazu, es wurde kein Vorsatzfilter verwendet.

Aber, Offline, das mit dem Verwackeln vermute ich auch, obwohl ich auf einem Stativ und mit 1/500sec. fotografiert habe. Diese Doppelkonturen sind mir nämlich auch aufgefallen, ausser den grünblauen Farbsäumen.

Vermutlich ist mein Stativ nicht das Beste (30 Jahre altes 3-fach-Schiebebein-Alustativ), bei dem die Beine sich schon mal zusammenschieben wenn das Vivitar Tele und die Kamera mit ihren insgesamt über 2 Kg drauf sind.

Eine Spiegelvorauslösung hatte vor 25 Jahren meine gute alte Nikon F3 HP, die Nikon D60 hat so was nicht (:frowning:

Auch habe ich feststellen müssen, dass die Stativgewindebuchse am Vivitar locker ist (war, nach diesem Fotoexkurs habe ich sie neu festgeklebt).

Ja, Osmond, das Problem ist natürlich, dass man bei der digitalen Fotografiererei wirklich jeden Scheiß sieht den die Optik fabriziert.
Gegen CAs nehme ich ja schon die Nikon Capture NX2 Software, die mir das im RAW-Format bereits rausrechnet wie die kamerainterne Wandlung in JPG-Format bei der D300 / D90), aber gegen das Verwackeln gibts ja keine Softwarelösung.

Vermutlich braucht man um aus der zittrigen Hand eines kaffeesüchtigen 54jährigen verwacklungsfrei zu fotografieren nicht nur 1/f, sondern 0,3/f - also 1/1250 s!

Gruß
BT

Klar, Olaf,
das habe ich schon bemerkt:
Bei Blende 11 (also wie üblich zwei Blendenstufen unter der Offenblende) ist es am schärfsten.
Aber Blende 16 beugt noch nicht massiv und das Objektiv geht sowieso nur bis Blende 22.

Gruß
BT

Hi,
und was passiert beim Selbstauslöser, klappt dabei nicht der Spiegel sofort hoch?

Offline

Gut, ich weiß nicht, wie das an der D60 klappt, aber mit der 400D ist das gerade bei Offenblende mit der Fokusbestätigung auch eher eine Lotterie.

Aber für Blende 8 und bereits Nachbearbeitet ist das Bild wirklich… öm…
Aufgrund von anderen Beispielbildern im Netz sollte die Linse das besser können. (die haben zwar auch teilweise gewaltige Chromatische Abberationen und knackscharf ist anders… aber so… bei Blende 8? Nicht wirklich.)

Entweder das Stativ schwingt, oder die Linse hat einen Knacks.

Könnte auch sein, dass die Vergütung noch einfach und nicht multi ist, was der Bildqualität nicht unbedingt hilft.
Wie alt ist denn das Teil?

Hi an alle
habe selbst keine DSLR,
hatte (bzw. habe noch) früher analoge SLR.
Beruflich mußte ich viele „statische“ Fotos machen.
Bin aber dran, mir eine DSLR zu kaufen.
Bloß, die Dinger werden laufend billiger!
Daher mein Interesse am Thema.
Wollte nur zur Fragenbeantwortung etwas beitragen.
Also, reine Laien Antwort!
Gruß an die echten DSLR Experten.
lg O

Hi Mike,

Entweder das Stativ schwingt

DAS glaube ich am ehesten.
Wie schon geschrieben, die Stativgewindebuchse am Tele war locker.
Ich habe also Tele und Kamera gewissermaßen doch größenteils in der Hand gehalten, das Stativ diente nur zur Beruhigung.

oder die Linse hat einen Knacks.

Kann ich ausschließen. Habe das ganze Objektiv in Einzelteile zerlegt und wieder korrekt justiert - z.T. mit neuen Schrauben - zusammengebaut, und alle Linsen sauber gemacht (waren ziemlich dreckig).

Wie alt ist denn das Teil?

Schwer zu sagen, ich hab es gebraucht aus eBay für 40 Euro, vergleichbare kosteten 100 Euro.

Gruß
BT

Hi Offline,

der Selbstauslöser bei der D60 löst erst nach der Ablaufzeit (hab ich auf 20 Sekunden eingestellt) Spiegel hochklappen und Auslösung aus.

Gruß
BT

Hi Osmond,

kein Problem!

Nur ein Hinweis:
Die Linsen sind vergütet, nicht verspiegelt.

Die hinterste Linse ist übrigens bei allen Objektiven die ich kenne und gesehen habe (und das sind viele Hundert!) zumindest einfach, meist sogar MC vergütet, was der Reflektion entgegenwirkt.
Es wird bei den für Digital optimierten Objektiven da nicht nur die Vergütung optimiert, sondern die Linsenform wird auch noch so gewählt (also z.B. keine flachen Linsenoberflächen), dass Reflektionen die überhaupt noch entstehen nicht auf die Chipoberfläche sondern schräg davon weg gerichtet werden.

Gruß
BT

Puh, Du kannst Linsen justieren… hullo.
Also ich würde mich das ja nicht trauen :smile:

Was mir noch eingefallen ist. ist die Linse von M42 Schraubgewinde auf Nikon adaptiert oder ist es ein original Nikon Bajonettanschluss.

Nikon hat ja ein sehr hohes Auflagemaß und M42 kann da Schwierigkeiten mit der Unendlicheinstellung machen.

LG
Mike

Hi Mike,

Du kannst Linsen justieren…

je nun, ist nicht so schwer, wenn sie vorher justiert waren.
Muß man nur mit der Schublehre vorher die Abstände messen und nacher wieder auf gleiches Maß zusammenbauen.

Das war ein M42, ich hab es abgesägt und auf ein Nikonbajonett montiert, und einen Chip (CPU) dazugebastelt, weil sonst die Belichtungsmessung mit der Nikon D60 nicht funktioniert.

Gruß
BT